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Zitat von Kahlscher
Ich bin ja persönlich eher der Meinung das der kalte Krieg 1947 seinen Anfang genommen hat. Wenn man überhaupt eine Zeit festlegen kann dann denke ich zu der Zeit der Trueman Doktrin sowie des Marschall Plans. Die Truman Doktrin beschreibt ja ganz stark den Kampf gegen den Kommunismus und er Marschall Plan hatte ja das Ziel Westeuropa wieder stark zu machen, damit die Sowjets an Einfluss verlieren oder zumindest nicht mehr Einfluss erreichen.
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Hallo allerseits,
das sehe ich genau so.
Nur der Vollständigkeit halber - und weil es doch immerhin auch interessante Ansätze sind - wenngleich ich sie nich teile, seien noch zwei andere Auffassungen erwähnt:
(Ich halte das eher für ein Schwarzer-Peter-Spiel: Du hast angefangen, nein du hast angefangen...)
a) traditionelle Auffassung
Hierbei gehen die Autoren davon aus, dass die Sowjetführung auf eine prinzipiell feindliche Politik gegenüber den kapitalistischen Staaten bereits vorher festgelegt war und zwar durch:
- die marxistische Ideologie mit Ihrem Anspruch auf die Weltrevolution als Ergebnis eines weltweiten Klassenkampfes
- die historischen Erfahrungen der Sowjetführung während der Jahre 1918-1921 (auf Beseitigung des Sowjetregimes hinarbeitendes feindliches Umfeld)
- Sorge der Parteioligarchie um den Machterhalt.
Stalin setzte gem. den Autoren während des II WK auf "Selbstzerfleischung" der kapitalistischen Staaten und suchte sukzessive alle Länder Ost- und Mitteleuropas, nach Möglichkeit auch das gesamte Deutschland, in "volksdemokratische" auf die Hegemoniemacht Sowjetunion angewiesene Staaten zu machen.
Nun aber verkannten die westlichen Politiker die ambivalente Charakteristik und die eigentlich auf Expansion ausgerichtete sowjetische Politik - u.a. weil man sich von Modellen wie der "friedlichen Koexistenz" blenden ließ. Man gab sich ganz der idealistischen Hoffnung hin (in einer Art Neuauflage von Appeasement-Politik), Stalin durch das Zugestehen "sowjetfreundlicher Nachbarstaaten" zu besänftigen und so langfristig die Demokratisierung in der Sowjetunion zu fördern. Die Autoren sehen in den Truman-Dotkrin interessanterweise Zeichen für die grundsätzlicher Kooperationsbereitschaft mit der Sowjetunion.
Demgegenüber steht
b) die revisionistische These
Hier suchen die naturgemäßen Kritiker aus a) die Schuld für den Kalten Krieg in Amerika. Die Sowjetunion sei mit dem II WK nur knapp einer militärischen Katastrophe entgangen, hatte unendliche Menschen- und Resourcenverluste zu ertragen und kann ergo nicht für die Entstehung des kalten Krieges verantwortlich gemacht werden. Überhaupt sei Stalin eher an der Sicherung des russischen Staates als an der Einlösung des weltrevolutionären Anspruches interessiert gewesen. Die Autoren konstatieren gar eine besondere Zurückhaltung, die die sozialistischen Bewegungen gleich bei Kriegsende entscheidend hemmte und so den Kapitalismus - lange vor dem Marshallplan - vor dem Untergang rettete.
Tatsächliche Ursache der Konfrontation sei die Struktur des ökönomisch- politischen Systems der USA, das zur Vermeidung existentieller Krisen auf die stetige Erschließung neuer Absätzmärkte angewiesen gewesen sei. I.d. S. wurde die "Eine-Welt-Kriegspropaganda" nicht als idealistische Utopie, sondern als reales Kriegsziel verstanden.
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Wer sich die Mühe gemacht hat alles zu lesen, wird verstehen, obwohl sicherlich bitter ernst in der Intention, lässt das Ergebnis beider Varianten einen doch eher Schmunzeln...
Gruss
Michael