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Das in der Galileosendung beschriebene Buch "Bunker, Basen und Relikte" gibt es Hier

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Definition "Kalter Krieg"
Alt 17.07.2005, 18:11   #1 (permalink)
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Standard Definition "Kalter Krieg"

Der Ausdruck wurde vermutlich vom amerikanischen Journalisten H. B. Swope erfunden. Von Walter Lippman, ebenfalls Journalist, wurde der Begriff populär gemacht. Er beschrieb den Zustand von "Weder-Krieg-Noch-Frieden" zwischen den Blöcken nach dem zweiten Weltkrieg als "cold war".
Der Anfang des Kalten Kriegs wird häufig mit der Konferenz in Jalta in Verbindung gebracht, in der die "Big Three" (Rossevelt, Churchill und Stalin) die Zukunft Deutschlands nach dem Krieg festlegten. Anlässlich dieser Konferenz kam es zu ersten Verstimmungen zwischen den USA und der Sowjetunion. So sagte beispielsweise der US-Präsident Harry S. Truman in sehr harschem Ton zu Molotow: "Carry out your agreements and you won't get talked to like that!" ("Halten Sie sich einfach an die Absprachen, dann wird man niemals wieder so mit Ihnen reden!")

Mit dem Begriff "Kalter Krieg" wird der Konflikt der beiden Supermächte (USA und UdSSR; mit den jeweiligen Satellitenstaaten) in der Zeit zwischen dem Ende des zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch des Warschauer Pakts am Ende der 80er Jahre bezeichnet.

Merkmale des kalten Krieges waren
- (atomares) Wettrüsten
- Erweiterung der jeweiligen Machtsphären, vor allem in der "Dritten Welt"
- Sicherung der eigenen Machtbereiche: Ungarn, Tschechoslowakei
- zahlreiche Konfliktsituationen (Berlin-Krise, Kuba-Krise)
- Mauerbau in Berlin, Abschottung der DDR gegen Westen
- Stellvertreter-Kriege (Korea, Vietnam, Afghanistan, Kambodscha etc.)
- Prestige-Projekte: Weltraumprogramme der beiden Großmächte

Besonders im geteilten Deutschland war der Kalte Krieg deutlicher als an anderen Orten zu spüren. Die quasi undurchdringbare Grenze zwischen den beiden Deutschen Staaten zeigte überdeutlich die Konfrontation der beiden Blöcke. Die Berliner Mauer ist vermutlich das stärkste Symbol für den Kalten Krieg.
Dazu kam die sehr dichte Stationierung von Truppen der beiden Blöcke in Deutschland, zum Teil mit atomarer Waffentechnik ausgerüstet.

HerzlGrüße
Jürgen
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Alt 17.07.2005, 19:11   #2 (permalink)
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Ich bin ja persönlich eher der Meinung das der kalte Krieg 1947 seinen Anfang genommen hat. Wenn man überhaupt eine Zeit festlegen kann dann denke ich zu der Zeit der Trueman Doktrin sowie des Marschall Plans. Die Truman Doktrin beschreibt ja ganz stark den Kampf gegen den Kommunismus und er Marschall Plan hatte ja das Ziel Westeuropa wieder stark zu machen, damit die Sowjets an Einfluss verlieren oder zumindest nicht mehr Einfluss erreichen.
__________________
Grüße vom Walpersberg,
Markus

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Intelligenz statt Krieg
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Alt 02.09.2005, 11:50   #3 (permalink)
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Kalter Krieg wurde m.E. nach dem Zweiten WK nur neu definiert, als aus (zeitweilig) Verbündeten wieder Gegner wurden.
Kalten Krieg als Situation "weder Krieg noch Frieden" gab es schon wesentlich früher. Als ersten "kalten Krieg" würde ich den Zustand zwischen Karthago und Rom sehen, welcher letzlich heiß wurde und zum Untergang Karthagos führte.

FEK
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Alt 03.09.2005, 06:37   #4 (permalink)
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Hallo FEK,
zunächst ein herzliches willkommen hier im Cold-War-Forum.

Gibt's nach Deiner Kenntnis eine Textstelle, in der vom "kalten Krieg" zwischen Karthago und Rom gesprochen/geschrieben wird?

HerzlGrüße
Jürgen
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Alt 03.09.2005, 19:15   #5 (permalink)
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Danke für den Willkommensgruß,

dazu fällt mir nichts zitierwürdiges ein. Kann sein das ich diesen Gedanken mal irgenwo gelesen habe, da ich kaum glaube das er ursprünglich von mir stammt

FEK
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Alt 04.09.2005, 21:43   #6 (permalink)
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"Im übrigen möge Karthago zerstört werden" Carthago esse delendam (???????) Bin leider kein "Lateiner" und finde das Originalzitat auf die Schnelle nicht (Giesbert Haefs, Karthago)

Gruß
Arno
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Alt 05.09.2005, 06:32   #7 (permalink)
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Das Zitat stammt vermutlich von Cato dem Älteren (wenn ich mich recht entsinne), der jede seiner Reden mit dem Satz "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden müsse" (Ceterum censeo Carthaginem esse delendam) beendete. Plutarch schrieb darüber - allerdings mehr im Sinne von "..., dass Karthago nicht mehr exisitieren soll".
Das ist aber zunächst noch keine Hinweis darauf, dass der Begriff "Kalter Krieg" schon damals geprägt wurde.
In der Tat trug der damalige Zustand zwischen Rom und Karthago zeitweise schon Züge dessen, was später als "Kalter Krieg" (= bellum frigidum?) definiert wurde.

HerzlGrüße
Jürgen
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Alt 05.09.2005, 09:27   #8 (permalink)
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Danke Jürgen, das war's!

"Begriffsprägend" sicher nicht, aber m.E. doch faktisch.

Gruß
Arno
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Alt 05.09.2005, 19:06   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Kahlscher
Ich bin ja persönlich eher der Meinung das der kalte Krieg 1947 seinen Anfang genommen hat. Wenn man überhaupt eine Zeit festlegen kann dann denke ich zu der Zeit der Trueman Doktrin sowie des Marschall Plans. Die Truman Doktrin beschreibt ja ganz stark den Kampf gegen den Kommunismus und er Marschall Plan hatte ja das Ziel Westeuropa wieder stark zu machen, damit die Sowjets an Einfluss verlieren oder zumindest nicht mehr Einfluss erreichen.
Hallo allerseits,

das sehe ich genau so.
Nur der Vollständigkeit halber - und weil es doch immerhin auch interessante Ansätze sind - wenngleich ich sie nich teile, seien noch zwei andere Auffassungen erwähnt:
(Ich halte das eher für ein Schwarzer-Peter-Spiel: Du hast angefangen, nein du hast angefangen...)

a) traditionelle Auffassung
Hierbei gehen die Autoren davon aus, dass die Sowjetführung auf eine prinzipiell feindliche Politik gegenüber den kapitalistischen Staaten bereits vorher festgelegt war und zwar durch:
- die marxistische Ideologie mit Ihrem Anspruch auf die Weltrevolution als Ergebnis eines weltweiten Klassenkampfes
- die historischen Erfahrungen der Sowjetführung während der Jahre 1918-1921 (auf Beseitigung des Sowjetregimes hinarbeitendes feindliches Umfeld)
- Sorge der Parteioligarchie um den Machterhalt.
Stalin setzte gem. den Autoren während des II WK auf "Selbstzerfleischung" der kapitalistischen Staaten und suchte sukzessive alle Länder Ost- und Mitteleuropas, nach Möglichkeit auch das gesamte Deutschland, in "volksdemokratische" auf die Hegemoniemacht Sowjetunion angewiesene Staaten zu machen.
Nun aber verkannten die westlichen Politiker die ambivalente Charakteristik und die eigentlich auf Expansion ausgerichtete sowjetische Politik - u.a. weil man sich von Modellen wie der "friedlichen Koexistenz" blenden ließ. Man gab sich ganz der idealistischen Hoffnung hin (in einer Art Neuauflage von Appeasement-Politik), Stalin durch das Zugestehen "sowjetfreundlicher Nachbarstaaten" zu besänftigen und so langfristig die Demokratisierung in der Sowjetunion zu fördern. Die Autoren sehen in den Truman-Dotkrin interessanterweise Zeichen für die grundsätzlicher Kooperationsbereitschaft mit der Sowjetunion.

Demgegenüber steht

b) die revisionistische These

Hier suchen die naturgemäßen Kritiker aus a) die Schuld für den Kalten Krieg in Amerika. Die Sowjetunion sei mit dem II WK nur knapp einer militärischen Katastrophe entgangen, hatte unendliche Menschen- und Resourcenverluste zu ertragen und kann ergo nicht für die Entstehung des kalten Krieges verantwortlich gemacht werden. Überhaupt sei Stalin eher an der Sicherung des russischen Staates als an der Einlösung des weltrevolutionären Anspruches interessiert gewesen. Die Autoren konstatieren gar eine besondere Zurückhaltung, die die sozialistischen Bewegungen gleich bei Kriegsende entscheidend hemmte und so den Kapitalismus - lange vor dem Marshallplan - vor dem Untergang rettete.
Tatsächliche Ursache der Konfrontation sei die Struktur des ökönomisch- politischen Systems der USA, das zur Vermeidung existentieller Krisen auf die stetige Erschließung neuer Absätzmärkte angewiesen gewesen sei. I.d. S. wurde die "Eine-Welt-Kriegspropaganda" nicht als idealistische Utopie, sondern als reales Kriegsziel verstanden.

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Wer sich die Mühe gemacht hat alles zu lesen, wird verstehen, obwohl sicherlich bitter ernst in der Intention, lässt das Ergebnis beider Varianten einen doch eher Schmunzeln...

Gruss

Michael
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Alt 05.09.2005, 19:06   #10 (permalink)
FEK
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Den Zustand von weder Krieg noch Frieden wird in einer Welt, in welcher sich Staaten permanent feindlich gegenüber stehen häufig gegeben haben. Dabei ist es mit Sicherheit auch zu Situationen gekommen, welche wir als kalten Krieg bezeichen - dazu gehört auch den Gegner des kalten Krieges mit praktisch allen Möglichkeiten außerhalb eines "heißen Krieges" zu bekämpfen. Diplomatisch, ökonomisch, popagandistisch usw. .
Das besondere am kalten Krieg nach 1945 ist sicherlich das sich erstmalig im kalten Krieg zwei Blöcke mit völlig gegensätzlichen sozialen und ökonomischen Systemen gegenüber standen. Diese verfügten zudem ab Mitte der 50-er Jahre über militärische Möglichkeiten, sich und die gesamte Menschheit auszulöschen.

Was nicht heißt, das es nicht parallel dazu politische, kulturelle und diplomatische Beziehungen zwischen den Kriegsgenern gab und das nicht auch Handel betrieben wurde.

FEK
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