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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : SAS Oberolm, Wackernheim (US)



dochol
09.07.2009, 19:22
Hallo,
die Semesterferien nahen, und es ist Zeit das Thema mal systemtisch auseinanderzupflücken.
In diesem Fred soll es um die militärischen Einrichtungen im sog. Ober-Olmer Wald gehen. Es handelt sich dabei um diese Koordinaten: 49.960947, 8.171461
(Leider weiß ich nicht, wie man direkt zu google maps verlinkt)

Wie man sieht, kann man das Ganze grob in vier Teile aufteilen:

1. Nike-LA (49.955287, 8.178413): Im Forum schon besprochen
2. kleines Depot mit zwei-drei Bunkern (49.959318, 8.159101): Sieht aus, wie ein SAS, ähnlich dem in der Nähe von Hanau (50.162270, 8.943931)
3. Ein größeres Depot (49.961817, 8.166466): auffällig ist, dass es bewaldet ist
4. Ein weiteres Depot (49.964433, 8.163934): Im Gegensatz zu 3. natürlich klar: komplett gerodet, bis an den Rand.

In den bisherigen Freds ging es ja ausschließlich um die Nike-LA, aber der Rest (von dem heute ja noch einiges erhalten zu sein scheint, im Gegensatz zur LA) wurde dabei scheinbar vergessen.

Alle Infomationen, die irgendwie verfügbar sind, sollen hier gesammelt werden, mal sehen, was daraus wird. Meine Fragen direkt zum Anfang:
1. Handelt es sich bei dem Objekt 2 tatsächlich um ein SAS-Lager?
2. Wieso ist Objekt 3 bewaldet, 4 hingegen komplett gerodet?
3. Gibt es eine Übersicht, was ungefähr wo gelagert wurde?


Der Militarisierungs-Atlas sagt, dass "die amerikanische Armee [...] im Ordonnanz-Depot in Mainz ein Atomgeschutz (85t) vorgeführt habe" Mil-At S.106
Auf Seite 253 wird ein Munitionsdepot in Mainz-Finthen erwähnt.

Legt mal los. Wenn es sich ergibt, fahre ich nächste Woche zum foto- und kartographieren rüber und präsentiere euch die Ergebnisse :)

gruß!

dochol
16.07.2009, 23:39
niemand weiß was. niemand sagt was. kann ja garnicht sein! rafft euch auf :)

dochol
17.07.2009, 04:23
Guten Morgen,
Diese (http://www.gerline.de/wb/pages/bildergalerien.php) Seite spricht auch von einem SAS in Ober Olm. Nämlich das oben genannte (http://www.bing.com/maps/?mkt=de-de&cp=49.959439698161106~8.159359764278946&scene=29604841&style=o&lvl=1&dir=0&tilt=-90&alt=-1000).
Beinahe übersehen, die Siete spricht von zwei (http://www.bing.com/maps/?mkt=de-de&cp=49.96424587100719~8.16382099885297&scene=29604619&style=o&lvl=1&dir=0&tilt=-90&alt=-1000) SAS. Jetzt dürfte auch kalr sein, wieso die eine Waldfläche gerodet ist....
Wieso ist über dieses SAS nicht bekannt, obwohl es doch so ca. 10 Bunker waren?

Firefighter
17.07.2009, 07:24
Moin,

schau dir mal den Link an:

Landesforsten Rheinland-Pfalz: Ohne Zäune und Raketen: Neue Perspektiven für den Ober-Olmer Wald (http://www.wald-rlp.de/index.php?id=4369)

Mit weiteren Infos kann ich derzeit leider auch noch nicht dienen, eine MP Company oder eine Ordnance-Unit in der nähe ist mir auch nicht bekannt, was eigentlich jede SAS hatte.

dochol
17.07.2009, 20:43
Gude,
Sehr interessanter Link. Man erkennt ja deutlich den Standart-Turm des SSCC.
Ich hab noch folgende Karte gefunden: Karte (http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/wok-imager/a_2_werbundbrief-1-1996-564x754.jpg/e885291f95e65cd445875495dd1936ea.jpg)
Laut der Seite Werkbund (http://www.dwbrlp.de/projekte/archiv/munitionsbunker-ober-olmer-wald) hieß das größere SAS wohl „CL III Storage Area GE 62E“.
€:Bin nicht sicher, ob das wirklich das gerodete Areal darstellt. Könnte auch das einfache Depot direkt südlich davon sein.
€²: Nicht direkt mit zum eigentlichen Thema, aber trotzdem ganz interessant: Lärmbelästigung (http://www.spd-wackernheim.de/Dateien/Laermbelaestigung.pdf)

Firefighter
18.07.2009, 01:52
Danke für den Plan, den kannte ich wiederum noch nicht.
Mit der Bezeichnung kann ich nichts anfangen, ich kenne nur Class V, was konventionelle Munition war.

Das SSCC auf dem Bild dürfte von der Nike-Stellung sein.

Auf alle Fälle ist der Ober-Olmer Wald ein großes Rätsel, da nirgends genauere Infos zu finden sind.

Vielleicht sollte man sich mal an den Forst sowie den Werksbund wenden, die haben bestimmt noch weiteres Material.

vizekonteradmiral
18.07.2009, 16:11
Hallo ihr Meenzer bzw. Mainz-Auskenner

Was sind denn das für 3 seltsame "Installationen" am Nordrand des Ober-Olmer Waldes:
mainz - Google Maps (http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=mainz&sll=51.151786,10.415039&sspn=20.086126,39.418945&ie=UTF8&ll=49.967733,8.162649&spn=0.000627,0.001203&t=h&z=20)
??

Und wiederum an dieses Gelände nördlich anschließend ist eine funktechnische Anlage, die noch aktiv ist (zumindest zu dem Zeitpunkt als die Google Bilder entstanden). Was'n das?

Firefighter
18.07.2009, 17:43
Hallo,

ich war im April am Finthen AAF sowie im Ober-Olmer Wald, die Anhänger standen damals nicht mehr auf den Hügeln.

Wackernheim 2000. (http://nikesystem.de/Pages/Ami/Wackernheim/Wackernheim%202000/wackernheim_2000.html)

Auf Bild 5 und 6 findest du Bilder von den Anhängern aus dem Jahr 2000

Welchen Zweck diese hatten kann ich dir leider auch nicht sagen, sieht irgendwie nach Richtfunk aus.
Eventuell standen diese in Verbindung mit der TENCAP-Site Finthen, direkt nebenan.
Tactical Exploitation of National Capabilities (TENCAP) (http://www.fas.org/irp/program/core/tencap.htm)

Anbei ein Bild, in der mitte die SigInt-Site, auf der rechten Seite die Hügel sowie den Zaun des Übungsgeländes.

Firefighter
18.07.2009, 18:01
Da die Boardsoftware das Bild automatisch verkleinert hat, nochmal das Bild in scharf und ohne Artefakte.

dochol
19.07.2009, 17:44
Hallo,
gegenteilig zu meinen Vermutungen ist dort wohl wirklich nichts mehr übrig. Das ganze Konversionsprojekt wurde als vorbidlich gefeiert, habe ich irgendwo im Verlauf gelesen. Land/Bund/Forst/"Gemarkungseigentümer" haben dort wohl ganze Arbeit geleistet und keinen Stein auf dem anderen gelassen.
Wirklich verwunderlich ist nur, dass ich bisher nur eine einzige Quelle gefunden habe, die das Areal als SAS ausweißt (Abgesehen von meinen Vermutungen und den Offesichtlichkeiten.) Auch unter der o.g. Beschreibung findet man nur Verweise zu diesem Kunstprojekt. Das wäre u.U. ein Ansatz für weitere Informationen.
Hat noch jemand Möglichkeiten, evtl. dort stationierte Soldaten zu befragen?

€:EIn Zugang zu den CQB-Häusern ist anscheind nicht mehr möglich, weil die Tore geschlossen wurden.

ed22ful
04.11.2010, 17:48
Hallo,

siehe da, alte Heimat, da bin ich zeitweise aufgewachsen (Lerchenberg), die Raketenstation war schon gut gesichert, die Einfahrt war ja gerade mal 30m von der "öffentlichen" Ober-Olmer Straße entfernt. Also, dreifacher Zaun mit Stacheldraht obendrauf, im inneren Kreis die fetten Strahler..., war schon mysteriös, die andere Ecke mit den Munbunkern habe ich erst viele Jahre später gesehen.
Heute steht da gar nix mehr ausser einem Schaukasten mit einem kleinen Bericht. Die hätten den Wachturm als Mahnmal stehen lassen sollen, aber nun gut, weg ist.

dochol
17.02.2011, 13:58
Mahlzeit!
Soeben kam Post vom Forstrevier Ober-Olm. Leider kann/darf der Revierleiter keine Aussage zu den Sonderwaffenlager machen. Zumindest hat er sie nicht dementiert ;) Andere Bilder, als die auf der Seite (http://www.wald-rlp.de/index.php?id=4368) liegen ihm nicht vor.
Er hat mich an die damals ausführenden Landschaftsarchitekten verwiesen. Ein Geschäftsführer von dort ist Vorstandsmitglied im "Werkbund", der auch eine Ausstellung vor der Konversion auf dem Gelände veranstaltete.
So weit so gut, ich bleibe dran.
Gruß

ed22ful
24.03.2012, 17:21
Hallo,

auch wenn der Beitrag hier schon ein wenig älter ist, möchte ich ihn trotzdem nochmal eröffnen (auch mit der damaligen Bitte von dochol) und vorschlagen, sämtliche verfügbare Informationen hier zu sammeln.
Hintergrund ist, ich bin seit längerem dabei, diese "sehr schwer" zu beschaffenden Informationen über den Ober-Olmer Wald bzw. Wackernheim zu bündeln und in einer Dokumentation niederzuschreiben.

Irgendwie ist gegenüber anderen Liegenschaften in Deutschland der US-Streitkräfte Ober-Olm ein absolutes Mysterium und das macht das ganze um so interessanter!

Ich habe mir in den letzten Monaten wirklich die Finger wund geschrieben und diverse Stellen mit Schreiben bombadiert, leider ist das Ergebnis bis jetzt sehr ernüchternd. Bei einem Großteil stehen die Antworten nach Wochen immer noch aus, die bereits bekommenen Auskünfte sind sehr dürftig.
Was mich am meisten ärgert, sind die ganzen "Künstler", die 1996 in einer Ausstellung die ehemaligen Munitionslagerhäuser umwandeln konnten für ihre Kunstprojekte, meistens bekam ich gar keine Antwort, eine Dame bezichtigte mich sogar als Irren :confused: ! Das dumme bei der Sache, die Stadt Mainz hat diesen Künstlern genaue Lagepläne und Fotodokumente zur Verfügung gestellt, die ich auf Anfrage von offizieller Seite nicht zur Verfügung gestellt bekomme, welch ein Hohn.

Das Bundesarchiv in Koblenz ist noch eine große Hoffnung für mich, aber soweit bin ich leider noch nicht, da man dort nur persönlich vor Ort die Unterlagen einsehen kann und ich die ganzen Schlagwörter erst mal heraussuchen muß, bevor ich einen Antrag auf Einsicht stelle. Empfehlung trotzdem, die sind wirklich allerbestens sortiert im Bereich Militärgeschichte, zudem sind Kopien gegen Entgeld erhältlich. Im Archiv Freiburg liegen sogar Bau- und Konstruktionspläne aus, daher kann ich jedem empfehlen, dort mal zu stöbern, sehr interessant!

http://www.bundesarchiv.de/index.html.de

Einzig die damalige Leiterin des Kunstprojektes, Frau Prof. Ursula Bertram von der Technischen Universität Dortmund hat mir Hilfe angeboten, von ihr werde ich die nächsten Tage zumindest das Kunstbuch über das Projekt bekommen.
Zudem besitzt ein Architektenbüro in Mainz sämtliche Baupläne des Muntionsbereiches und der Nike-Stellung, aber, wie immer, keine Antwort bis heute bekommen.

Die Internet-Recherche erweist sich übrigens auch als sehr schwer mit diesem Thema, trotzdem bin ich ein wenig fündig geworden und habe hier noch zwei Bilder entdeckt:

10888 10889 Quelle: http://www.publicartwiki.org/wiki/Abraum%3B_Eberhard_Bosslet

Die Fotos zeigen das damalige Projekt des Künstlers, er hat ein MLH im Bereich CL III Storage Area GE 62 enterden und auf gegenüberliegender Seite den Erdwall komplett aufschütten lassen, sieht zumindest ganz nett aus.
Das interessante bei Foto 002 ist die linke Ecke im Hintergrund, man sieht beim ranzoomen deutlich den stählernen Wachturm und die Beleuchtungsanlage.

Auch USAREUR gibt nicht so viele Informationen her, zudem fällt mir eine genaue Auflistung der ganzen Strukturierungsmaßnahmen sehr schwer, da seit der Inbetriebnahme der beiden Anlagen im Jahre 1957 bis zur Deaktivierung 1993 eine immense Zahl an Einheiten gegangen und gekommen ist, da hoffe ich ein wenig auf die Hilfe von euch. Vielleicht kann mir da einer eine grobe Auflistung anfertigen.
Walter Elkins hat mir mitgeteilt, das zwei SAS in einem gemeinsamen Bereich wie hier wohl eine absolute Ausnahme sind und daher einmalig in Deutschland. Zudem ist er auch der Ansicht, das die beiden Lager nicht zur selben Zeit betrieben worden sind.

Also, nochmals die Bitte an euch alle, mir zu helfen, dafür ist das Forum ja auch da. Ich hab mir hier ein ganz schönes Mammutprojekt angeeignet und bin da sehr dankbar für jegliche Unterstützung.

Sobald ich neue Erkenntnisse habe, werde ich diese hier einstellen.

Viele Grüße
ed

ed22ful
24.03.2012, 21:56
Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema in Form einer KMZ.


10892


Ich hab darin die Bereiche, wo mir ich mir keinen Reim drauf machen kann, mal rot markiert, vielleicht hat ja der ein oder andere eine Erklärung dafür.

Z.B. das IFC der Nike, wo war das? Einmal wird als Standort der benachbarte AAF Finthen angegeben, dann im Bereich der McCully-Barracks und ein ehemaliger GI, der dort stationiert war, gibt einen Standort ca. 400m nördlich der Nike-Stellung mitten im Wald an, wo ich auch Reste von Fundamenten gefunden habe. Sehr komisch!?

Zudem das T-Förmige Gelände oberhalb nördlich der Sichtschneise, was erfüllt das für einen Zweck?

Dann nördlich oberhalb des SML I, zwei ca. 5-6m hohe und vielleicht 15-20m lange Erdhügel. Die müssen schon sehr lange dort stehen und können nicht von den Abrissarbeiten zwischen 1997-2000 stammen, da die Bäume darauf genauso gewachsen sind wie der restliche Wald. Aber an beiden Hügeln sieht es so aus, als hätten einmal Wege dahin geführt.
Bilder hier:


10890 10891

Zudem die U-Förmige Erdaufhäufung am Rand der Zufahrt zu SAS I, genauso rätselhaft, normalerweise würde ich sagen, ein Schutzwall für explosionsgefährdete Gebäude, aber an der Stelle, gerade mal 150m vom ersten MLH entfernt? Zudem auch der einzige Erdwall im gesamten Lagerbereich.

Fragen über Fragen... :o .

Die Anlage macht ihrem Ruf alle Ehre, keiner weis was, keiner sagt was, da heißt es doch glatt, dranbleiben, mein Ehrgeiz ist schon lange geweckt ;) .

Was natürlich auch die Aussagen von jemanden, der dort zu aktiver Zeit war, untermauert, dazu eine interessante Seite, wenn natürlich auch in Englisch, einfach Google-Übersetzer im Notfall nehmen.

http://www.myarmyredstonedays.com/

Er berichtet in Page 6 von seiner Ankunft in Wackernheim und seinem ersten Aufenthalt im Hochsicherheitsbereich des Sondermunitionslagers.

ed

dochol
25.03.2012, 01:49
Hallo,
Vielen Dank für die Mühe, ed22!
Ich habe vor gut einem Jahr den zuständigen Revierförster angeschrieben (s.o.), der mich an die Landschaftsarchitekten "Bierbaum und Aichele" verwiesen hat.
Bisher hatte ich noch keinen Kontakt dorthin, willst du das übernehmen?
Gruß

ed22ful
25.03.2012, 10:56
Moin dochol,

genau die, angeschrieben vor Wochen, bis heute keine Rückantwort. Laut Fr. Prof. Bertram haben die sämtliche Pläne sowie Fotos da liegen, da dieses Bürö wohl die Umgestaltung des Areals geplant hatte.
Die Baupläne wären Gold wert :D !
Denke mal, so was landet bei denen im Archiv, ich werde noch mal ein Schreiben schicken. Mit dem Förster hatte ich auch schon persönlich vor Ort Kontakt, der wohnt ja in Ober-Olm, schweigt aber wie ein Grab, warum eigentlich? Ich möchte ja nicht die letzten militärischen Geheimnisse wissen.
Die BiMa hatte ich auch kontaktiert, aber die haben nichts damit zu tun gehabt, da die Anlage direkt von den Amerikanern an die Stadt Mainz zurück gegeben wurde, war damals vertraglich so geregelt.

Ich bleib dran...

ed

ed22ful
25.03.2012, 23:23
Abend,

zum Thema noch ein paar Bilder, erst mal die ehemalige Nike-Stellung. Die meisten Aufnahmen wurden vom heutigem Mahnmal aus gemacht, ein aufgeschütteter Erdhügel, ca. 20-25m hoch, dieser steht im Bereich der Sektion Alpha.



10949 10950 10951 10952 10953





10954 10955 10956 10957 10958
Launching Area

Die Konturen und Umrisse sind noch relativ gut erkennbar, da die Bereiche der einzelnen Section Control Groups nicht der Abrissbirne zum Opfer gefallen sind.

Gleich gehts weiter mit den einzelnen Sektionen...

ed22ful
25.03.2012, 23:50
Hier nun die einzelnen Sektionen:





10959 10961
Alpha



10960 10963 10964 10965
10962
Bravo



10966 10967 10968
Charly

Jetzt folgen noch weitere Bilder vom vorderen Bereich, wo die Wache, Haupttor und das SSCC standen...

ed22ful
26.03.2012, 00:26
Hier jetzt der ehemalige Eingangsbereich in die Anlage, leider dort fast nichts mehr zu erkennen.




10969
Ehemalige Zufahrt



10970
Zufahrt von der Straße



10971 10972
Hauptstraße, Bild 1 Richtung Mainz, Bild 2 Richtung McCully-Barracks



10973 10974 10975 10976 10977
Bereich Guardhouse, Warhead Building, LRSP...



10978
Hier noch ein letztes Überbleibsel aus damaliger Zeit, eine Neonbeleuchtung am Holzpfahl.


Kommt noch mehr...

ed22ful
26.03.2012, 00:51
Nochmal zu dem Foto, wo ich oben schon drüber berichtet habe:


10979



Erkennbar ein Guard Tower der neuen Generation (Beispielfoto):


10980

Diese wurden im Rahmen des LRSP-Programmes zeitgleich eingeführt mit den neuen Wachgebäuden mit integriertem Beton-Tower. Beweist zumindest theoretisch die Nutzung nach 1977-80, in diesem Zeitraum müßte diese Umstrukturierung gelegen haben. Wie es mit dem kleineren SML westlich aussieht, kann momentan noch nicht gesagt werden, auch aufgrund der Aussage von W. Elkins, der ja einen gemeinsamen zeitgleichen Betrieb der beiden Lager für unwahrscheinlich hält.
Wir werden bald sehen und mehr wissen.

Zurück zur Nike, hier noch mal das "Mahnmal", der riesige Erdhügel in Sektion Alpha:


10981 10982


Dazu noch das Holzkreuz der Kirchengemeinde Lerchenberg am Rande der Sektion Charly:


10983

Morgen (Heute) werde ich dann mal ein wenig über den Munitionslagerbereich berichten.

ed

ed22ful
26.03.2012, 09:52
Moin,

weiter gehts mit dem ehemaligen Munitionslager, das sich ja in drei Bereiche aufteilt.

Zwei Gebäude der Anlage stehen noch, in dem sich die Stromversorgung und der Notstromgenerator befand. Man sieht noch schön den alten Magirus-Deutz-Motor, da haben die Amerikaner wohl der guten Deutschen Technik vertraut. Beschriftungen der Schaltkästen sind übrigens auch alle einsprachig in Deutsch gehalten.
Die Gebäude befinden sich direkt am Hauptzaun auf dem Trainingsgelände.

Hier die Bilder:


10984 10985 10986 10987 10988



10989 10990 10991 10992

weiteres folgt...

ed22ful
26.03.2012, 10:27
Zwischendurch noch ein kleiner Nachtrag zur Nike-Stellung, das aufgestellte Holzkreuz mit Inschrift:



10993 10994 10995

...

ed22ful
26.03.2012, 19:08
Hallo Leute,



es ist unglaublich, so was hab ich noch nicht gesehen.
Bei einer weiteren Begehung heute zum Thema hier in Ober-Olm bin ich an der Communications Facilty vorbeigekommen und traute meinen eigenen Augen nicht :eek: !





Das Gelände wurde jetzt mit vier "Heavy-Duty Guard Towern" der allerneuesten Generation (Höchste Beschussklasse 20A) ausgestattet, die selbst einen direkten Treffer mit einem Uranangereichertem M829-Projektil des Kalibers 120mm von einem Abraham A1 standhalten, einem Panzerbrechenden Geschoss!
Einmalig in Deutschland, da diese Türme aus dem hochgeheimen X4/1-Programm (Erklärung unten) der US-Army stammen und damit erstmalig der Beweis zur Existenz erbracht ist. Wahnsinn, ich hab die echt fotografiert, kann es kaum fassen, welch ein Glückspilz bin ich doch.
Auf dem Foto sind die Grundkonstruktionen zu sehen, die 80cm starken Panzerglasscheiben werden später noch montiert!



10996








Hehe, Spaß muss sein :D :D, soviel zum Thema "Bild-Titelblatt mit Aufmacher".

Ich glaube eher, den Jungs vom Pentagon geht die Kohle aus. Die haben doch wahrlich da oben vier Türme aus Holz hingestellt und die Dinger Sandfarben streichen lassen. Wahrscheinlich werden dann vier Ein-Euro-Jober (X4/1-Programm) 24h draufgestellt und melden wildgewordene Spaziergänger, deren Hunde an den Zaun pieseln, an den Pentagon.
Eigentlich ein Armutszeugnis, vor Jahren haben die mehrere Guard-Tower (Foto Bericht oben) nebenan verschrottet und hier wird sowas hingestellt. Ein Jäger fände die Teile bestimmt Klasse, aber zum bewachen eines Militärgeländes, ist ja wie vor 50Jahren!
Nebenbei fiel mir dann noch eine Veränderung auf, sehet Fotos.


10997 10998
Eine Motorgetriebene Überwachungskamera auf dem mittleren Hügel zwischen dem Training Area und der TENCAP, 360° Schwenkbereich, anscheinend aber noch nicht in Betrieb, mir ist sie jedenfalls nicht hinterher gefahren.

ed

zum eigentlichem Thema hier später mehr...

Hatebreed
26.03.2012, 20:03
Hähähähähähähä, alter Scherzbold! Der war gut!
Gruß Thomas

Horner
27.03.2012, 08:51
Mr.Ed,
ich war gerade dabei dem Scherz glaube zu schenken ;)

ed22ful
27.03.2012, 20:07
Hallo,

nach meiner kleinen "Berichts-Ente" :D zum knallharten :mad: Alltag des Forums.



Der heutige Tag hat sich richtig gelohnt, ich hab jetzt das Begleitheft der damaligen Ausstellung (12.-19. Mai 1996) hier liegen. Leider nur wenige, aber interessante Bilder, die zur weiteren Aufklärung beitragen.
Zudem habe ich zeitgleich noch eine sehr gute Nachricht zum Thema bekommen, mehr dazu an Ende.

Hier erst mal das Begleitheft:


11022





11021

Oben: Eine einfache Skizze, wie sich Herr Bosslet sein Kunstwerk vorgestellt hat.

11020
Oben: Munitionslagerhäuser aus dem Bereich der GE62
11019
Oben: Munitionslagerhaus mit hinterer Trennwand
(Quelle Bilder: "CL III Storage Area GE62 Oberolmerwald")

Ich hatte die Fotos schon bearbeitet (ausgeschnitten, vergrößert etc.), aber leider funktioniert das einstellen nicht richtig, daher erst mal die normale Größe, ich tüftel weiter.

Jetzt zur Betriebszeit der Anlage. Ich konnte mir mal ein paar Details ansehen aufgrund der Bilder und bin vorerst zu folgendem Schluß gekommen:

Die beiden SAS-Lager sind von der Bauart her nicht mehr durch das Programm des "Long Range Security Program" gelaufen im Gegensatz zur Nike-Stellung, diese wurde in jedem Fall noch modernisiert. Die Wachtürme, Zaun- und Beleuchtungsanlage der Lager entsprechen in keinem Fall dem Standard des LRSP und gehören einer älteren Sicherungsvorschrift an. Wozu auch, die drei Munlager waren nochmals von einem äußeren Schutzzaun umgeben, zudem war die Nordseite direkt mit dem Airfield Finthen verbunden. Die Wachtürme sind zwar auch schon aus Metall gefertigt worden, waren aber auf der Plattform rundum offen. Die Beleuchtungsanlage bestand überall aus Neonleuchtmitteln an Holzpfählen sowie offen hängenden Versorgungsleitungen, die oben am Ende der Masten jeweils zum nächsten in der Luft durchhingen.
Zudem die Bauform der Lagerhäuser, diese sind eigentlich eher wie in konventionellen Lagerbereichen und entsprechen ebenfalls nicht dem LRSP. Es sind in jedem Fall keine gehärteten Lagershelter wie bei den neueren SAS.
Mit den ganzen verschiedenen Ausführungen beschäftige ich mich auch gerade noch nebenbei, aber da einen Durchblick zu kriegen, dauert.
Wo ist hier im Forum unser Spezialist dafür? Glaube Firefighter, oder?
Also, laut einer Quelle dürfte zumindest SAS I (GE62) spätestens 1985 seine Karriere beendet haben und vielleicht noch als normales MunDepot benutzt worden sein. Das zweite wahrscheinlich schon viel eher, noch offen.

Wie auch immer, Stück für Stück.

Aber, jetzt kommt das beste, am Mittwoch, den 04.04., 9.00 Uhr hab ich einen Termin auf einer Behörde, jawohl. Freie Akteneinsicht, ca. 13 dicke Ordner über den Munitionslagerbereich und die Nike-Stellung, jip. Baupläne, Fotos und jegliche weitere Unterlagen von A-Z inklusive Kopieren und knipsen, das wird ein langer Tag!

Ich freue mich daher so, weil ich mich eigentlich schon seit über einem Jahr mit dem Thema nur im Kreis drehe und Kleinvieh gefunden habe.
Leider auch oft an den falschen Stellen angesetzt und viel Zeit verloren, aber es hat sich geloht.
Ich bin mal gespannt.

ed

ed22ful
27.03.2012, 21:53
So, ich habe die Bilder nochmal bearbeitet und funktioniert.


11024 11025
Das schon bekannte Foto des Künstlers Bosslet, das ausgezogene MLH. Nebenan der Ausschnitt vergrößert aus anderer Perspektive.


11026
Hier noch mal der Blick ins innere eines anderen MLH, man beachte die betonierte Trennwand.


11027
Der Blick auf mehrere MLH´s.


11028 11029 11030
Hier die MLH vom Titelblatt, zwei verschiedene Ausführungen.


11031
Mal ein Innenbereich mit funktionierender Beleuchtung.


11032
Und hier ein wichtiges Indiz für die Betriebszeit. den Ausschnitt hab ich mal vergrößert und man sieht jetzt gut den Guard Tower sowie die Beleuchtung der älteren Generation.

ed

Firefighter
27.03.2012, 22:20
Hallo ed,

bei der Bauform im Ober-Olmer Wald dürfte es sich um Type II Magazines handeln, eine der ersten Bauformen an MLH der US Army in Deutschland die es in unterschiedlichen Größen und Variationen gab.
Einige dieser Typen hatten noch keine selbstragende Decke (Spannbeton?), daher befanden sich im inneren Säulen zum Stützen der Decke.
Spezielle MLH-Bauformen für SAS gab es nicht, in der Regel wurden die vorhandenen nur baulich entsprechend angepasst.
In Fischbach stehen z.B. die größte Bauform der Type II Magazines die 1955 gebaut wurden und dann entsprechend mit neuen Toren und den Z-Cages nach WADS Ende der 70er ausgestattet wurden.

Somit hätte man die MLH im Ober-Olmer Wald ohne weiteres umbauen können, allerdings waren diese zwei SAS definitiv kein Bestandteil des LRSP bzw. dem WADS-Programm.

Wenn dein Termin im Archiv erfolgreich verläuft, kann man mit entsprechenden Plänen vielleicht noch mehr sagen :-)

ed22ful
27.03.2012, 22:58
Abend Firefighter,

danke für deine Ausführung.

Ich sehe, du bist bestens informiert, hier der Bildbeweis deiner Aussage, super!


11033
Ja, diese Bauform habe ich schon bei einigen älteren Lagerbereichen gesehen, ist glaub ich die Ausführung 422, allerdings scheint nur hier das MLH mit den hohen Toren diese inneren Stützen zu besitzen.

In Clausen (nicht im SWL) stehen dieselben wie in Fischbach, wenn ich nicht irre, ganz schöne Koffer.

Übrigens waren in Ober-Olm für 1989 noch fünf gehärtete MLH mit den Schiebetoren etc. geplant, das wurde aber nicht mehr umgesetzt. Damit hätten dort insgesamt 83 MLH plus die anderen Lagergebäude gestanden.

ed

ed22ful
28.03.2012, 18:31
Hallo,

hier noch ein letztes Bild aus dem Begleitheft, was ich vergessen hatte, die Innenansicht mit eingeschalteter Notbeleuchtung, Blickrichtung Eingang des MLH.


11034
ed

alexanderkopp
28.03.2012, 18:56
Da ich mich nächste Woche wieder einmal in Mainz aufhalte und ein Spaziergang im Ober-Olmer Wald wohl unumgänglich sein wird ;), bin ich schon sehr auf die Ergebnisse von eds Recherchen gespannt.
Super, eine solche Aktion!
Güße, Alex

11035
11036

ed22ful
28.03.2012, 19:36
Tja,

1995 war´s besser, da war ich drin und konnte mir alles anschauen. Leider (ärgere mich heute noch) ohne Foto, da bestand meinerseits noch kein Interesse am KK.
Daher hoffe ich nächste Woche auf gutes Bildmaterial aus den Akten, denn es gibt einfach viel zu wenig an Fotomaterial.

Allerdings sind die Dimensionen da oben schon beachtlich, immerhin 650.000qm das komplette Munitionslager mit 82 Gebäuden sowie nochmals über 200.000qm die Nike-Stellung, kann man schon länger spazieren gehen.

Dazu mal kurz was aus meiner Kindheit (auch ein Grund meiner Recherche), ich habe vier Jahre auf dem Lerchenberg gewohnt (1978-82) und kenne daher die beiden Anlagen noch aus aktiver Zeit.
Vom Munlager sah man nicht viel, weil man nur an einer Stelle dort am Zaun was sehen konnte, aber die Nike war schon klasse, wer´s nicht gesehen hat, Schade.

Mein älterer Bruder und ich sind da in nebeligen Nachtstunden mal hingeschlichen (ohne entdeckt zu werden), war wie in einem gutem Edgar-Wallace-Krimi.

Wir haben uns ziemlich nahe an den Zaun rangewagt, ich immer hinter meinem Bruderherz, spannend und zugleich beklemmende Atmosphäre, als hätten wir eine Straftat beplant. Irgendwie war alles still, nur ab- und zu hat sich mal einer der Wachhunde (man sieht auf GE noch die Zwinger) dezent gemeldet, vor denen hatten wir am meisten Schiß. Die Gi´s sind in ihren Ponchos mit geschultertem Gewehr gemächlich durch den inneren Bereich zwischen den Zäunen gelaufen, immer zu zweit hintereinander mit größerem Abstand, aber ohne zu sprechen. Dann das grelle Licht rundum mit dem Nebel, alles mysteriös und geheimnisvoll, damals wußte ja kaum einer, was da gemacht wird.

Als ich dann 95 das erste mal da drin war, mußte ich sofort an dieses Erlebnis denken und bin dann innendrin an die Stelle gelaufen, wo wir beide draußen gehockt haben, diesmal war ich der Bewacher, hehe.

Die Militärpolizei, die dort oben Streife gefahren ist, hat des öfteren auch mal die Spaziergänger kontrolliert und verscheucht, das hat dann immer viele Diskussionen gegeben.
Einmal auch den damaligen Chefintendanten vom ZDF, der mit seiner Frau Sonntags da rumlief. Der war stinksauer und hat dem amerikanischem Kommandeur richtig Druck gemacht, denn der Ober-Olmer Wald war ja trotz der Militärpräsenz Naherholungsgebiet.
Danach wars dann erst mal wieder ruhiger, nette Zeit.

Trotzdem, Ober-Olm ist einfach ein Mysterium, kaum Info´s drüber, na, ändert sich hoffentlich bald.

Bis zum nächsten Beitrag

ed

ed22ful
28.03.2012, 19:59
Alexanderkopp,

da du gerade die Bilder eingestellt hast.

Vor zwei Wochen hab ich dort auch fotografiert, da war die Tür noch offen und vorgestern hat die Forstverwaltung folgendes gemacht:



11039
Zugeschüttet, aus die Maus.

Hier noch ein paar kleine Impressionen aus dem Munlagerbereich:


11040 11041
E-Verteilerkasten, mitten im Wald.


11042
Verkrumpelte Sandbleche am Wegesrand.


11043
Dose, noch mit dem alten Verschluß, damals haben alle die Öse mit der Zunge fliegen lassen, bis die enuen Dosen kamen.

alexanderkopp
28.03.2012, 20:27
Ach nee, wieder ein Erdhügel vor der Tür....
War wohl nicht der erste, damals als ich davor stand sah es auch schon so aus, als ob da was weggegraben wurde.

ed22ful
28.03.2012, 23:42
Na ja,

zu sehen gibt es drinne sowieso nichts großartiges, ich hab meine Fotos durch die halb geöffnete Tür gemacht. Aber das wissen anscheinend die wenigsten, vielleicht sind es alles Gärtner, die durchs umgraben das Erdreich lüften :D .

Als ich mich vor Ewigkeiten mit dem Revierförster, Hr. Koch, unterhalten habe, sagte er, als die Anlage noch stand, war er ständig am Zaun flicken bis zum Abriss.
Jetzt läßt er eben das Erdreich verschieben, auch eine Art der Verkehrssicherung.

flitzerz
05.05.2012, 00:43
Kommt man da heute noch irgendwo rein?

Harry (†)
05.05.2012, 03:11
Überflüssige und unerwünschte Frage. Vor allem nach gerade mal 2 Beiträgen

Rex Danny
05.05.2012, 08:05
Hallo, Harry !

Ich hatte gehofft, daß Du hierzu auch einen Kommentar abgibst.

Der macht sich noch nicht einmal die Mühe, seine echten Beweggründe zu verschleiern.

Jede Wette, daß wir von diesem "Herrn" (falls er überhaupt schon aus der Pubertät raus ist) nie wieder etwas lesen werden.

Grüße


Rex Danny

Preto
27.07.2012, 11:11
@ed:
Was ist eigentlich aus dem Termin zur Akteneinsicht geworden?

ed22ful
17.01.2013, 22:50
Abend,

nach langer Zeit auch mal wieder was zu Ober-Olm.

Ich habe lange die mir vorliegenden Pläne angeschaut und die Erkenntnisse daraus mal in einer KMZ eingetragen.

Der gesamte Lagerkomplex ist durch einen durchgehenden äußeren Zaun abgegrenzt (3,7km Länge), unterteilt sich in drei Bereiche und besitzt mindestens 95 Gebäude (die Wachtürme habe ich mal ausgeschlossen), darunter sieben Gebäude für Verwaltung, Wache, Versorgung etc, die restlichen 88 sind Munitionslagergebäude, die ich leider noch nicht alle unterscheiden kann (Also Stradley oder z.B. eine einfache Holzhütte).
Besonderheit der Liegenschaft: Jedes der drei Munitionslager ist innerhalb nochmals extra ein- bzw. zweifach eingezäunt.

Ein Munitionslager, das untere Süd-Östliche ist ein konventionelles mit 2x6 Munitionslagerbunkern, dort steht auch noch das einzig erhaltene MLH mit der Nummer 6818.
Entgegen anderer öffentlicher Quellen, die von zwei reden, konnte ich bei meinen Begehungen nur diesen einen erhaltenen entdecken, der heute als Fledermausquartier dient.
Der Eingangsbereich wurde mit einem großen Erdhaufen verschüttet, man sieht allerdings noch den oberen Rand der Frontmauer.
Das Gelände ist mit einem einfachen Zaun ausgestattet gewesen, die Zaunpfosten selber sind die typischen quadratischen Betonpfosten uralter Bauart mit der oberen Abwinkelung für den Stacheldraht.
Der Lagerbereich hatte vier Einfahrten, man kann auf den noch vorhandenen betonierten Wegen die eingegossenen Ösen für die Fixierriegel entdecken.
Was mich ein wenig verwunderte, war ein relativ modernes Telefonkabel mit einer Verbindungsmuffe der neueren Art, was zumindest von der Kommunikation her auf ein jüngeres Nachrüstungsdatum schließen lässt.
Netterweise fand ich dann im Unterholz noch einen alten Lampenschirm, viel ist ja ansonsten nicht mehr zu finden außer Beton.

14043


Das zweite Lager unten Süd-Westlich ist ein Sondermunitionslager mit drei Lagerbunkern, doppelter Umzäunung und vielleicht ungewöhnlicher Weise "einem" Wachturm. Auf den Plänen ist zumindest ein turmähnliches Gebäude eingezeichnet, aber ich möchte mich da nicht festlegen.
Vom Aufbau her sieht es aus wie ein Lager "Typ J", ähnlich wie in einem anderen Beitrag von Firefighter der eingestellte Plan. Der Streifen zwischen den beiden Zaunanlagen war früher mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet, die Fundamente für die Metallmasten inkl. abgetrennter Versorgungskabel sind heute noch zu finden.
Die Zaunanlage besteht aus der bekannten Elkosta-Serie, also die dreieckigen grauen Zaunpfosten, was für mich ein Zeichen "neuerer" Umbaumaßnahmen ist.
Es gab nur eine einzige Zufahrt zu der Anlage über das westliche Doppeltor, ebenfalls ein Zeichen für die neueste Anlage dort.
Auch heute noch zu finden ist ein Kampfstand aus Sandsäcken, es sind allerdings noch die alten Leinensäcke der US-Armee.
Auffallend ist die für mein Verständnis immense Grund- und Regenwasserableitung, ich hab mir die sehr tiefen und großen Gräben um die drei MLH´s genau angeschaut, die Froschklappen und ein Abwasserschacht sind noch vorhanden, alles überdimensioniert ausgelegt.
Am Eingangsbereich befinden sich noch Überreste eines Abstellplatzes, genau dort fand ich diesen Isolator für eine Starkstromleitung:

14041

Dazu wären ein paar Meinungen gefragt, da ich nicht Elektriker bin. Entweder war das Teil für ein Trafohaus o.ä. gedacht oder vielleicht auch für einen elektrischen Zaun, wer weiß.
Ansonsten standen im Zufahrtsbereich zwischen den Zaunanlagen noch zwei weitere Gebäude sowie eventuell zwei weitere kleinere Munitionslagerhäuser.
Zuguterletzt bin ich der Meinung, das dieser Lagerbereich unter den dreien der am längsten genutzte war.


Zum Lager drei, dem nördlichsten, dieses ist ebenfalls ein Sondermunitionslager gewesen mit insgesamt 15 Gebäuden, darunter befinden sich elf Stradley (den genauen Typ bzw. Ausführung konnte ich noch nicht ermitteln) sowie einem Wachhaus, einem Transformatorgebäude und einem Wasserbecken, wohl der Feuerlöschteich (übrigens der einzige auf dem ganzen Areal, nicht irgendwo ein Hydrant zu sehen).
Das Gelände besaß ebenfalls eine doppelte Zaunanlage, allerdings habe ich hier nirgendwo noch ein Fundament o.ä. entdecken können, um genauen Aufschluß über die Zaunanlage zu bekommen, daher kann ich nur auf dieses Bild zurückgreifen:

14049

Zudem ist hier einer der vier Wachtürme zu sehen, die an jeder Ecke aufgestellt waren.
Allerdings ist schon anhand der Holzmasten samt Beleuchtung zu sehen, das dieser Lagerbereich eindeutig älteren Baudatums ist als das untere SAS.
Auch hier ein Überbleibsel, was ich gefunden habe, zwei Isolatoren für die "reinen und blanken Kupferkabel", die die Beleuchtungsanlage mit dem nötigen Strom versorgt haben:

14053


Zwischen MLH 6857 und 6855 liegt ein Gebäude mit der Bezeichnung 6856, dessen Sinn und Zweck mir völlig unklar ist, allerdings geht ein offenliegender Wassergraben nördlich etwa in der Hälfte des Weges unter der früheren Zaunanlage hindurch genau in dieses Gebäude hinein, daher vielleicht ein Pumpwerk etc.?

Das Lager verfügte komischerweise über drei Zufahrten, zwei unterhalb südlich und einer oben westlich am Wachhaus, soweit ich das ersehen konnte.

Ansonsten kann ich momentan nicht mehr dazu sagen, da dieser Bereich am stärksten zurückgebaut ist.


Zu den restlichen Anlagen auf dem riesigen Gelände werde ich später noch einiges kommentieren, ich erhoffe hier jetzt natürlich einen regen Erfahrungsaustausch.

Bis dahin, hier noch die KMZ und eine angenehme Nachtruhe

14054


ed

Ritchie 66
17.01.2013, 22:58
Hallo ed,
Dir auch ne gute Nacht! und vielen Dank, dass Du uns wieder mal an einer deiner Exkursionen und derren Ausbeute teilhaben läst!

Gruß
Richard

ed22ful
17.01.2013, 23:09
:D Gerne.

Gute Nacht

Firefighter
18.01.2013, 08:04
Dazu wären ein paar Meinungen gefragt, da ich nicht Elektriker bin. Entweder war das Teil für ein Trafohaus o.ä. gedacht oder vielleicht auch für einen elektrischen Zaun, wer weiß.

Das Teil dürfte aus einem 20 kV-Lasttrennschalter stammen, auch besser bekannt als Trenner.

ed22ful
18.01.2013, 18:18
Das Teil dürfte aus einem 20 kV-Lasttrennschalter stammen, auch besser bekannt als Trenner.




Hallo Firefighter,

danke für die Info, deiner Beschreibung her dürfte ich annehmen, das dieser Trenner hinter einem Versorgungskabel (z.B. Stadtwerke) sitzt und vor einer Trafostation endet.
Für eine Versorgung eines elektrischen Zaunes wären 20kV "vielleicht" ein bißchen viel, außer man wollte den Eindringlich sowieso gleich zu Asche verwandeln :D .

Man kann also davon ausgehen, das hier die Betriebsspannung der Anlage drüberlief für Steckdosen, elektr. Geräte, Beleuchtung und dergleichen.

Frage wohl geklärt.


Um noch mal auf die Beleuchtungsanlage zurück zu kommen, hier noch Fotos aus einer Ecke, wo die reinen Kupferkabel lagen samt einigen Isolatoren.

14082 14083 14084 14085

Wenn man bedenkt, das der Strom ohne Kabelisolierung da durchgelaufen ist, zeugt doch schon von einer anderen Epoche, zudem der Kostenfaktor.

Heute wäre solch eine Leitung wahnsinnig teuer, immerhin reden wir hier von einem Querschnitt von 0,5mm, dazu kommt die filigrane Handwerkliche Arbeit, mit der die Kupferkabel an die Keramik-Isolatoren verbunden wurden.


ed

ed22ful
18.01.2013, 19:34
Zu der ganzen Geschichte hier darf ich auch noch mal auf folgende Seite verweisen mit ein paar wenigen, aber interessanten Fotos aus der Zeit vor dem Abriss, einige kennen sie sicherlich, aber bestimnmt nicht alle:


http://www.wald-rlp.de/index.php?id=4368

Ritchie 66
18.01.2013, 22:43
Hallo ed,
man merkt wirklich, dass Dich das Thema "Ober Olmer Wald" gepackt hält! Wahrscheinlich verbindest Du damit Erlebnisse aus der Kindheit oder Jugend. Ich denke viele von uns haben da so Ihre Plätze die einen einfach nicht los lassen. Man sucht diese Orte immer wieder auf um in die Vergangenheit zurück zu gehen. Mir geht es da nicht anders! Ich freue mich dann auch wenn ich solche Fundstücke wie Du sie uns hier präsentierst mache. Es ist eine Brücke in die Vergangenheit.

Mehr als diese Reisen in die Phantasie bleiben einem ja oft nicht. Für mich wird die Vergangenheit wieder lebendig wenn ich mich an einem solchen Ort befinde.

Gruß
Richard

ed22ful
18.01.2013, 23:40
Das schlimme dabei ist, je länger und intensiver du "schnüffelst", um so unüberschaubarer wird das ganze.

Alles Häppchen, was ich immer mal wieder zugeworfen bekomme und daraus soll man dann ein gesamtes Bild formen.

Irgendwie kann ich mir die kriminalistische Arbeit eines Polizeibeamten vorstellen, kein Traumjob.

Du bist an einem Detail dran und öffnest dadurch gleich die nächsten zwei/-drei mit, wo du dann auch wieder weiter verfolgst, um dann wieder die nächsten zu öffnen, dabei geht Zeit drauf ohne Ende, das alles durchzuarbeiten.
Ich hab inzwischen soviel Pdf´s abgespeichert, das ich wohl alleine mit denen die nächsten Monate mit lesen verbringen könnte, weil ja irgendwo in diesen Datensätzen wieder ein Detail stehen könnte, was mich weiterbringt oder vielleicht auf die richtige Fährte.

Unterlagen sind natürlich grundsätzlich in Englisch (wenn überhaupt vorhanden), die dann Dank technischem Follow Me doch öfters übersetzt werden müssen.

Nimmst du den von Google, kommt manchmal ein Kauterwelsch raus, das man sich fragt, was der eigentlich für eine Sprache umwandelt.

Das Anschreiben von Behörden und sonstigen Einrichtungen kostet auch viel Zeit, drei Sätze ala "schaut mal, was ihr habt" reichen da nicht, viele wollen erst mal wissen, "wieso, weshalb, warum" und dann müssen die auch Bock auf die Sache haben.
Ich denke, einige machen sich erst gar nicht die Mühe, weil sie dann auch in ihren Archiven suchen müssen.
Wie willst du von solchen Leuten was erwarten, die noch nicht mal wissen, was das eigentlich ist, wonach du fragst.

Ich hab einer Sachbearbeiterin nach vier Emails ein Bild vom SSCC geschickt zum besseren Verständnis, die Antwort, die zurückkam, haute mich echt vom Stuhl:

"Das ist aber ein komischen Haus, wer baut denn da so kleine Fenster ein?"

Ich hab gar nicht mehr darauf geantwortet.

Ehemalige ist auch so ein Thema, ich hab einige von denen kontaktiert, die Begeisterung war groß, dabei blieb es dann auch meist nach den ersten tiefergehenden Fragen.
Man muß überlegen, die Jungs sind im Schnitt ab 60-70 aufwärts und meist hochpatriotisch eingestellt, was das heißt, kann sich jeder wohl denken.

Na ja, so sucht man halt und findet trotzdem nicht, was man braucht, aber so geht es hier vielen.


Und mit meiner Kindheit, klar, ich bin neben den beiden Teilen aufgewachsen, der Wald dort war immer mein Spielplatz, aber dieser war eigentlich "verboten" und das ist ja das magische gewesen, was Kinder anzieht.

Da sind halt viele Eindrücke und Fragen hängengebliebenen, meine Eltern konnten mir ja auch nichts dazu erzählen, wobei ich mich heute noch frage, warum die Nike immer so stark gebrummt hat, vergleichbar, wenn man unter einem Hochspannungsmast steht, gerade bei feuchtem Wetter, es war das identische Geräusch.


ed

Ritchie 66
18.01.2013, 23:53
Ehemalige ist auch so ein Thema, ich hab einige von denen kontaktiert, die Begeisterung war groß, dabei blieb es dann auch meist nach den ersten tiefergehenden Fragen.
Man muß überlegen, die Jungs sind im Schnitt ab 60-70 aufwärts und meist hochpatriotisch eingestellt, was das heißt, kann sich jeder wohl denken.

Ich glaube, da denken heute noch viele das da ein "kommunistischer Spion" sie ausfragen will! ;)

Deine Erfahrungen bei Anfragen bei Behörden habe ich ebenfalls schon gemacht. Da geht es von Ahnungslosigkeit bis Desinteresse, ist alles dabei. Aber auch Hilfsbereitschaft bis zum Bereitstellen von Informationen und Bildern habe ich auch schon erlebt! Sind halt auch nur Menschen die da sitzen. Die besten Erfahrungen habe ich gemacht mit Personen die sich ebenfalls für die Materie interessieren. Mit denen konnte man dann wirklich Erfahrungen austauschen und / oder Informationen mit Hintergrund und Gehalt erhalten.

Firefighter
19.01.2013, 13:04
Hallo Firefighter,

danke für die Info, deiner Beschreibung her dürfte ich annehmen, das dieser Trenner hinter einem Versorgungskabel (z.B. Stadtwerke) sitzt und vor einer Trafostation endet.
Für eine Versorgung eines elektrischen Zaunes wären 20kV "vielleicht" ein bißchen viel, außer man wollte den Eindringlich sowieso gleich zu Asche verwandeln :D .

Man kann also davon ausgehen, das hier die Betriebsspannung der Anlage drüberlief für Steckdosen, elektr. Geräte, Beleuchtung und dergleichen.

Frage wohl geklärt.


Um noch mal auf die Beleuchtungsanlage zurück zu kommen, hier noch Fotos aus einer Ecke, wo die reinen Kupferkabel lagen samt einigen Isolatoren.

14082 14083 14084 14085

Wenn man bedenkt, das der Strom ohne Kabelisolierung da durchgelaufen ist, zeugt doch schon von einer anderen Epoche, zudem der Kostenfaktor.

Heute wäre solch eine Leitung wahnsinnig teuer, immerhin reden wir hier von einem Querschnitt von 0,5mm, dazu kommt die filigrane Handwerkliche Arbeit, mit der die Kupferkabel an die Keramik-Isolatoren verbunden wurden.


ed

Hallo ed,

korrekt, der Trenner sitzt vor dem eigentlichen Trafo, der an das Mittelspannungsnetz des EVU (Energieversorgungsunternehmen) angeschlossen ist. Der Trafo transformiert die Mittelspannung auf die übliche Niederspannung von 230V/400V.
Aufgrund der Größe des Geländes gab es vermutlich mehr als einen Trafo auf dem Gelände, da man bei den Kabellängen zu hohe Verluste hätte wenn das ganze Gelände nur über einen Trafo und Niederspannungsleitungen versorgt worden wär.

Das man für die Versorgung der Beleuchtungsanlage Freileitungen verwendet hat, war damals üblich. Hier wurden im Grunde keine anderen Leiterseile verwendet wie diese oftmals noch in ländlichen Gegenden für das Niederspannungsnetz verwendet werden.
Anbei ein Bild von 1994, welches das alte Sonderwaffenlager (Area II) in Fischbach zeigt.

Siegfried-Kremer
19.01.2013, 13:13
Hallo ed,

korrekt, der Trenner sitzt vor dem eigentlichen Trafo, der an das Mittelspannungsnetz des EVU (Energieversorgungsunternehmen) angeschlossen ist. Der Trafo transformiert die Mittelspannung auf die übliche Niederspannung von 230V/400V.
Aufgrund der Größe des Geländes gab es vermutlich mehr als einen Trafo auf dem Gelände, da man bei den Kabellängen zu hohe Verluste hätte wenn das ganze Gelände nur über einen Trafo und Niederspannungsleitungen versorgt worden wär.

Das man für die Versorgung der Beleuchtungsanlage Freileitungen verwendet hat, war damals üblich. Hier wurden im Grunde keine anderen Leiterseile verwendet wie diese oftmals noch in ländlichen Gegenden für das Niederspannungsnetz verwendet werden.
Anbei ein Bild von 1994, welches das alte Sonderwaffenlager (Area II) in Fischbach zeigt.
Sehr interessant, wie es in Fischbach Area II im Jahre 1994 ausgesehen hat. Danke für diese Aufnahme. Im Jahre 2011, als ich dort war, kein Vergleich mehr da. Nur die Bunker stehen noch, aber, ich glaube nur noch Area I.

ed22ful
19.01.2013, 18:00
Hallo,

ich hab mal wieder ein wenig weitergerätselt.

Dank Dragoners OBD (die Streitkräfte der USA in Europa 1989, ein Meisterwerk wie alles von ihm!) habe ich mich noch mal mit der Bezeichnung der gesamten Liegenschaft sowie der einzelnen Lager befasst.

Folgendes:

-Der gesamte Lagerkomplex ist das "Oberolmerwald Ammunition Storage Area GE62E".

-Das nördlichste Lager oben ist das "Oberolmerwald Class III Store".

-Das untere rechte (Süd-Ost) ist das "Oberolmerwald Basic Load Storage Area".

-Das untere linke (Süd-West) ist das "Special Ammunition Storage Ober-Olm", eine NATO-Einrichtung.

Hier ein bearbeitetes Bild über GE zur besseren Übersicht:

14121


Soweit, so gut.

Allerdings beschäftigt mich hier eine Sache beim nördlichsten Lager.

Class III bedeutet erwiesenermaßen Petroleum, Oil and Lubricants (POL) und wäre damit eine normale Lagerstätte für Verbrauchsmaterial, also keinerlei Munition.
Wenn wir uns die weitläufigen Beschreibungen anschauen, sollten in Ober-Olm zwei Sondermunitionslager gestanden haben, das eine bekannte sowie das jetzt behandelte Class III.
Vom Aufbau und der Ausstattung her lässt sich aber ein weitaus höherer Sicherheitsstandard mit Doppelzaunanlage, Wachtürmen usw. erkennen.
Folglich bin ich der Meinung, das dieser Bereich früher das erste SAS war und nach dem Bau des unteren Lagerbereiches von seiner eigentlichen Funktion entbunden wurde, heißt, herabgestuft zu einem normalen Materiallager.

Würde eigentlich bedeuten, das hier ein relativ altes SAS stand, noch lange vor LRSP bzw. J-Lager (das ja unten rechts vorhanden war) der ersten Generation.

:confused::confused::confused:

ed

ed22ful
20.01.2013, 12:24
Moin,

hier noch ein paar Fotos zum "Basic Load Storage Area", dem konventionellem Lager.

Leider ist vom ursprünglichen Bild der Anlage kaum noch etwas zu sehen außer von den Wegen und dem einzig erhaltenem MLH, daher hier die heutige Ansicht, hier ist es die Straße der unteren Reihe, Blickrichtung West nach Ost.



14129

Man kann links auf dem Bild noch den Erdwall des ersten MLH 6815 erahnen, der Standpunkt der Aufnahme ist die Zufahrt westlich unten.



14136

Hier Blickrichtung von Ost nach West, zu sehen ist der Standort des ehemaligen MLH 6817.



14137

Die südliche Reihe der MLH, Blick von Ost nach West auf das ehemalige MLH 6820.



14138

Hier die obere nördliche Reihe des Basic Load, die asphaltierten Wege wurden im Rahmen des Rückbaues entfernt, links der Wassergraben sowie rechts Blick auf MLH 6823 von Ost nach West.


Zum einzig erhaltenen MLH 6818 gibt es folgende Fotos:

14130 14131 14132 14133 14134 14135

Auf den Bildern ist teilweise die Front des MLH zu sehen bzw. der Eingangsbereich. Die zwei Ausschnitte links und rechts sind die Ein- und Ausflugschneisen für die Fledermäuse.
Irgendwo hab ich noch Aufnahmen, die ich mit der Nachtsichtfunktion gemacht habe durch die Schlitze, man erkennt gut die einzelnen aufgehangenen Kästen an der Wand oben, die als Quartier dienen.


ed

ed22ful
20.01.2013, 12:55
Da irgendwas mit den Anhängen nicht funktionierte, schreib ich den Beitrag später noch mal neu, Sorry.

ed

Keilerdackel
20.01.2013, 23:45
Das Teil dürfte aus einem 20 kV-Lasttrennschalter stammen, auch besser bekannt als Trenner.

Es könnte sich um eine 20kV Trenneinrichtung handeln die entweder am Endmast (Übetrgang von Freileitung auf Erdkabel) oder in der Trafostation verbaut wurde.

Wirklich verwunderlich auf welche Relikte man in solchen Anlagen stößt.

ed22ful
20.04.2013, 14:49
Hallo,


mal wieder eine Kleinigkeit zu Wackernheim.

Mir ist ein Offizielles Foto der US-Armee vom 16.07.1956 zu Händen gekommen, was die übungsmäßige Startvorbereitungen einer Corporal zeigt.

Das Bild ist deklariert unter

"42ND Firepower" Wackernheim, Germany
Official US Army Photohraph
Corporal Guided 69S-6539/AE 58-2662
Department of the Army, The Pentagon, Washington 25, DC.

Auf der Rückseite ist die offizielle Beschreibung vermerkt, die aber schon sehr blaß ist, daher teilweise der Wortlaut:

"With the Corporal Guided Missile Fully Ready for Firing, only the Launching Pad and Its Connections and Electrical Components need Checking.
Men of the 2ND Missile, BN, 86th Army, 42nd Arty Group, Quickly Complete the Operation and, alone, the Corporal, will stand ready at ITS Firing Point Near Wackernheim, Germany.
To be fired Practice or fired in Defense of Free Nations everywhere, a Further Symbol of Combat Potentialities held by the US Army."


16615

Ich habe mir die Aufnahme näher angeschaut und konnte auch den ziemlich genauen Standort feststellen, markiert in einer kmz.

Der Abschussbereich liegt in der "Finthen Communications Facility" im Bereich südlich (Gelber Pfeil), man sieht auf dem Foto sehr gut die Details (Originalgröße 23,5 x 19,5cm) wie die betonierte Auffahrtsrampe (Roter Pfeil).

Ist das echt schon 57 Jahre her :confused:

ed

Rex Danny
20.04.2013, 15:20
Hallo, Ed !

Wie Du siehst, habe ich eine kleine Korrektur in Deinem Beitrag vorgenommen. Im Titel konnte ich es allerdings nicht ändern.

Grüße


Rex Danny

ed22ful
20.04.2013, 15:35
Hallo Rex,


ja, Sorry, hab ich verpennt, frag mich jetzt nicht, warum :o, obwohl es sogar fett geschrieben ist.

Demenz :confused:

Egal, hab ja dich ;)


ed

ed22ful
20.04.2013, 18:59
Und wieder ein kleines Stück vom Puzzle:

Ein weiteres (schlechtes) Foto von Wackernheim, ich konnte den Standort des Turmes und des "Häuschen" noch nicht zuordnen.

Man beachte den Tarnanstrich!

16618


ed

ed22ful
20.04.2013, 19:20
Das Gegenstück aus Erbenheim:

16619

dochol
20.04.2013, 21:06
Hattest du nicht schonmal was von Holzmasten geschrieben?
Schau mal auf der Seite von RLP-Forst, dort gibt es Bilder vom Rückbau. Ich glaube, da war ein ähnliches Gebäude zu sehen.

ed22ful
20.04.2013, 22:07
Hattest du nicht schonmal was von Holzmasten geschrieben?
Schau mal auf der Seite von RLP-Forst, dort gibt es Bilder vom Rückbau. Ich glaube, da war ein ähnliches Gebäude zu sehen.


Das Foto ist dasselbe wie auf der Seite der Landesforsten, allerdings farbig hängt dieses in einem Schaukasten beim Forsthaus, daher die schlechte Qualität.

Hab aber rausgefunden, wo das Gebäude stand, es ist Nr. 6880 und steht im nördlichen SAS, also das Class III Sore.


ed

ed22ful
20.04.2013, 22:55
Da es ja in einem Thema bearbeitet wird, noch ein Detail zur Nike-Stellung A/5-1, dem Abschussbereich.



Ein Luftbild, das verwendet wurde, um die zukünftigen Wanderwege einzuzeichnen.

16621

Dabei ist mir aufgefallen, das es oberhalb nördlich einen Bereich gibt, der bebaut war, nur, mit was?

Hier der bearbeitete Ausschnitt:

16623

Vielleicht hat jemand eine Idee dazu.


ed

ed22ful
20.04.2013, 23:13
Zudem noch ein seltenes Video von 1989 mit einer CH-47, wo man wenige Augenblicke Teile des Munitionsdepots von der Westseite aus sieht, u.a. ein kurzer Schwenk über das J-Lager.

Firefighter hat mir dankenderweise das Video in Sequenzen geschnitten im Bereich 3.00-3.45min, ich bin noch am bearbeiten der einzelnen Bilder, dauert.

Trotz schlechter Qualität sind einige Details zu erkennen, besonders die damals sehr überdimensionierten Warnschilder am Zaun.

Aber man kann auch die drei MLH des südlichen SAS sehen, zudem fehlt nebenbei dem Fernmeldeturm in Essenheim noch seine Turmspitze :eek: .

Übrigens war das Filmen des kompletten Lagerbereiches strengstens verboten, wie mir ein Ehemaliger in der Korrospodenz mit ihm schrieb, daher gibt es wohl auch kaum Aufnahmen (oder gar keine :mad: ).

Hier das Video:


http://www.youtube.com/watch?v=VKTpzWSA1j0


ed

Horner
21.04.2013, 00:24
Super Aufnahmen Ed,
Eine bessere Sicht wird man bestimmt nicht mehr bekommen, aber angesichts der offenen Ladeluke hätte ich schon wieder das Flattern bekommen ;)

Bruno
22.04.2013, 16:24
Hallo Leute. Um mich hier auch mal einzubringen, ich wohne in Finthen und interessiere mich auch schon immer für die ganzen Anlagen da oben. Sollte einer von Euch irgendwo etwas spezielles wissen wollen kann ich gerne vorbeischauen und Fotos machen oder so. Müsstet ihr mir halt die Koordinaten schicken..

ed22ful
22.04.2013, 17:26
Hallo Bruno,


willkommen hier im Forum.

Leider ist vor Ort ja so gut wie nichts mehr zu recherchieren, warum ist ja allgemein bekannt.

Ich kenne die Ecke inzwischen wie meine Westentasche und habe dort schon etliche Kilometer abgesucht, daher...


Aber als Finthner sitzt du ja wahrlich an der Quelle (Bürgermeister, Heimatverein, Verwandschaft, Bekannte ...), vielleicht kannst du da ja was ausrichten.

Ich frag mich immer, warum nie Fotos auftauchen, als wär kein Ortsansässiger nach der Schließung mal dort (drin) gewesen wäre :rolleyes: .

Zudem ist zumindest die Nike-Stellung kurz vor Abriss noch ausgeschlachtet worden und diverse Teile, vor allem die Flutlichtstrahler versteigert worden, Frage nur, wer hat das organisiert?


Gruß nach Finthen

ed (Hexumer :p )

Bruno
22.04.2013, 19:06
Ja. Ich hab ganz gute Kontakte zu den "alten" Finthern :D Vielleicht kann ich in den nächsten Wochen noch was in Erfahrung bringen...

ed22ful
22.04.2013, 20:02
Na denn,

viel Erfolg und Danke.


ed

matrix
23.04.2013, 12:39
Hallo,

in der Facebook Gruppe "Finthen Army Airfield Mainz Germany Alumni" habe ich folgendes Bild aus dem Jahre 1989 gefunden:

https://www.facebook.com/groups/360927394364/photos/#!/photo.php?fbid=209712302394137&set=o.360927394364&type=3&theater

Man beachte den linken unteren Bildrand. Ich würde tippen dass hier ein Teil der Class III Storage zu sehen ist. Zumindest ein Wachturm und der Zaun/Beleuchtungsanlage.

Grüsse
matrix

alexanderkopp
23.04.2013, 13:08
Hallo Matrix und alle anderen,

dann würde es doch Sinn machen, den Jungs in dieser Gruppe eine Anfrage zu schicken - wo ein Foto ist, da sind meist auch noch mehr. Was deren Facebook Seite auch beweist, wenn es auch nicht gerade welche unser Thema betreffende sind.
Ich bin schon am schreiben, in ganz gepflegtem Englisch:D .

Gruß,
Alex

matrix
23.04.2013, 15:58
@Alex: Facebook kann eine sehr gute Quelle sein wenn man die vorhanden Posts nutzt. Aktives Erschließen der Quellen, sprich die Nutzer die in den verschiedenen Groups posten, "anzuzapfen" scheitert meist daran dass diese "ehemaligen" sich noch an Ihre Verschwiegenheitspflicht gebunden fühlen oder ihre teils extrem patriotische Einstellung dies verhindert. Man wird schnell aus einer Gruppe hinausgeworfen oder wird z.B. als Terrorist bezichtigt. "Best case" gibt es schlichtweg keine Antwort, was aber vielleicht auch daran liegt, dass man in Facebook das Emfangen von persönlichen Nachrichten ausschalten kann.
Du kannst also gerne den Weg über Facebook PN nehmen und mal einige Ehemalige anschreiben. Mit etwas Recherche im den Profilen und Postings der Kanditaten kannst man herausfinden welcher wohl eher geneigt sein zu antworten.
A 2 1 ADA Nike Hercules Missile Site Wackernheim,Germany (https://www.facebook.com/#!/groups/A21wackernheim/?fref=ts)

Es gibt zwei geschlossene Gruppen in FB, die evtl. mehr Informationen bieten, aber es halt fraglich ist ob man als "Außenstehender" aufgenommen wird:
A Btry 5-3 / 1-4 ADA (https://www.facebook.com/groups/463553260344915/?ref=ts&fref=ts)
Memories of McCully Barracks, Wackernheim, Germany (https://www.facebook.com/#!/groups/80790894721/)

Was mir noch eingefallen ist als Einstiegspunkt wären die lokalen Feuerwehren oder THWs, da sich unter ihren Mitgliedern oft ehemalige Nato od. US-Zivilbeschäftigte befinden oder diese oft ehemaliges Mitlitärgelände als Übungsgelände nutzten.
Freiwillige Feuerwehr Mainz-Finthen (https://www.facebook.com/#!/FeuerwehrFinthen)
Freiwillige Feuerwehr Wackernheim (https://www.facebook.com/groups/463553260344915/?ref=ts&fref=ts#!/pages/Freiwillige-Feuerwehr-Wackernheim/233462470044436)
THW Mainz (https://www.facebook.com/groups/463553260344915/?ref=ts&fref=ts#!/THWMainz?fref=ts)

Hier noch ein Luftbild des Ober-Olmer Waldes aus dem Jahre 1953:

http://aerial.rcahms.gov.uk/database/record.php?usi=006-022-000-432-C&scache=4pmis6qd65&searchdb=tara_scran
Leider nur gegen Gebühr zoombar.

Grüsse
matrix

ed22ful
23.04.2013, 17:09
Hallo ihr beiden,


so stell ich mir das Forum-Leben vor, endlich mal gute Hilfe, ich bin stolz auf euch, jawohl ;) .


Zwei sehr gute Fotos, die wieder etwas Licht ins Dunkel bringen und ein wenig weiterhelfen.

Auf dem Bild, was alexanderkopp eingestellt hat, sind der obere Rand des Class III Stores zu sehen, ein Wachturm, wohl der, wo ich das Bild aus dem Schaukasteben hochgeladen habe.
Nebenbei sieht man im Hintergrund noch die komplette Tankstelle, die heute noch teilweise vorhanden ist sowie das Random auf dem ebenfalls heute noch existierenden Hügel.
Zudem ist die Training Area noch in ursprünglicher Form, wie ich sie als Kind in Erinnerung habe, auch ist das Flughafengelände noch nicht eingezäunt.

Das Luftbild von matrix ist ebenso aussagekräftig:

Ich habe es mal ein wenig vergrößert und bearbeitet, die rot umrandete Fläche ist der ehemalige Lagerbereich der Deutschen Luftwaffe, da es ja ein Fliegerhorst bis 1945 war.

16662

Man findet in diesem Bereich noch Unmengen an Überresten der MLH.

Der gelbe Bereich ist früher komplett bewaldet gewesen und wurde beim Bau des Stadtteiles "Lerchenberg" komplett gerodet, sogar der Layenhof ist noch am Waldrand ersichtlich, da, wo in etwa die westliche Grenze des heutigen Standortübungsplatzes beginnt.
Die Arbeiten für die GE62E haben da noch gar nicht begonnen, wurden aber im Jahre 1953 dann ausgeführt.

Ich werde mal noch ein paar Fotos, die ich im Laufe der Jahre geknipst habe, einstellen.

Nochmals, vielen Dank euch beiden für eure Mitsuche :).


ed

alexanderkopp
23.04.2013, 17:39
@Matrix: Ich weiß, ich habe einmal versucht, über ein Forum ehemalige US Soldaten anzuschreiben, um Informationen zu bekommen. Mein Versuch scheiterte zwar nicht kläglich, aber das Ergebnis war doch sehr dürftig.
Gründe dafür sehe ich ähnlich wie die von Dir beschriebenen. Versuchen werde ich es trotzdem.

Da ich mich aus familiären Gründen manchmal in Ober-Olm aufhalte, interessiert mich das Thema sehr, so wie es mich auf der anderen Seite sehr wundert, das kaum Karten, Fotos etc. in irgendwelcher Form zugänglich sind. Existent sind sie sicher. Sonst findet der Interessierte ja auch zu jedem SAS irgendwann irgendwas....:confused:

ed22ful
23.04.2013, 18:11
Hallo matrix,


ich stimme dir bei, die berühmte Suche der Stecknadel im...

Allerdings muß man wirklich sagen, wenn man sich alle anderen vergleichbaren Standorte der Amerikaner in Deutschland anschaut, das hier Ober-Olm/Wackernheim wirklich dürftigst irgendwo erwähnt wird.

Immerhin ist es der erste Lagerort für Nuklearwaffen im deutschen Lande und zudem ist die Lagereinrichtung mit zwei SAS bestückt gewesen, das gibt es nur noch mal in Erlensee.

Bei der Größe der Anlage so verschwindend geringe Infos, warum nur?

Leider bin ich immer noch nicht zu meiner Recherche im BA gekommen, da liegt einiges über die Nike an Unterlagen und zwei Aktenzeichen zum Lagerkomplex, hoffe, ich finde mal bald die Zeit.

Übrigens ist das Airfield, auch wenn es jetzt nicht unbedingt hierhergehört, auch schwer am umkrempeln, da wird sich wohl einiges in nächster Zeit tun, ebenfalls Facebook:


https://www.facebook.com/photo.php?fbid=352252518225807&set=pb.219597491491311.-2207520000.1366399452.&type=3&theater


Wenn das wirklich durchgezogen wird, dann sieht man dort bald auch nicht mehr viel.


ed

matrix
24.04.2013, 00:17
@ed22ful

...Lagereinrichtung mit zwei SAS bestückt gewesen, das gibt es nur noch mal in Erlensee.

Na, in Fischbach haben wir neben der Area 1 noch die Area 2 und die Area 3 war ebenfalls "Typ J"-mäßig ausgebaut ;)
Area 3 war allerdings kein Lager und ob in Area 1 noch Sonderwaffen lagerten nachdem die Area 1 nach LRSP Umbau in Betrieb ging, ist fraglich.
Auch hier existieren wenig Informationen zu der Pre-LRSP Sonderwaffen Ära.
Ja, aber neben Hanau und Fischbach fällt mir kein Beispiel mehr ein, bei dem sich zwei SW-Lager direkt nebeneinander befinden.

Ich denke dass es deshalb wenig Informationen gibt, da diese Zeit in der die SW noch nahe der Ballungszentren gelagert wurden, eben schon so lange her ist und die Personen die dort gedient haben schon entsprechend alt sind. Entsprechend wenig internetaffin sind dann auch wahrscheinlich die, die noch leben und daher landet wenig im Netz im Gegensatz zu denen die in den 80ern hier dienten.
Ein Grund könnte auch sein dass die Lager nach Abzug der SW Waffen (Verlagerung in die ländlicheren Gebiete wie z.B. nach Kriegsfeld od. Fischbach) einfach nur als "Reserve" weiter unterhalten wurden oder nur als "schnöde" Materiallager genutzt wurden, was wenig Personal bedurfte und es daher wenig darüber zu berichten gibt. Ich unterstelle mal, dass man die Rückgabe von Flächen, die sich in nächster Nähe zu größeren Ansammlungen noch aktiver Anlagen befanden, möglichst lange herausgezögert hat. Ich denke hier z.B. an die Hochspeyer Ammo Annex, die nicht mehr genutzt, aber noch jahrelang gehegt und gepflegt wurde, bevor man sie jetzt doch zurück gab. (In nächster Nähe zu etlichen aktiven Einrichtungen der Kaiserslautern Military Community) Bei Lagern die fernab lagen, war die Entscheidung sie gleich zurückzugeben wohl einfacher.

In den Forstämtern finden sich teilweise auch noch Pläne von ehemaligen militärischen Anlagen (z.B. wg. Antrag auf Abholzung), sowie in Baubehörden z.B. bei den Verbandsgemeinden hier in RLP.

Viel Glück bei der Suche im BA. Ich frage mich auch jedes mal bei der Suche in der online DB, was sich wohl unter den jeweiligen Aktenzeichen verbirgt...

@Alex
Ein Versuch ist es immer Wert, mehr als keine oder eine dumme Antwort kannst du schlimmstenfalls nicht bekommen.
Zum Thema Nike Wackernheim gibt's hier http://www.nikeordnance.com/DSP2ndBn1stADA.asp und hier http://www.nikeordnance.com/193rdOrdnanceDet.asp noch jede Menge Kontakte.
Rolf Dieter Goerigk von www.nikesystem.de hat evtl. auch Kontakte, die gerne Auskunft geben.

Grüsse
matrix

ed22ful
24.04.2013, 06:31
Moin,


weil du es erwähnst mit der Bewachung, wie geschrieben hier kann ich mich noch gut erinnern an die "strenge" Bewachung bis in die 80er Jahre hinein, es war damals ständiges Thema da oben wegen der vielen Naherholungssuchenden auf dem Lerchenberg.
Die ständigen Querelen durch die Gi´s, die da oben von ihrem Recht Gebrauch machten, die Spaziergänger aus dem Waldgebiet zu "verjagen", deutet für mich noch immer auf eine gewisse Aktivität im Lagerbereich hin bis in neuere Zeit.
Ich sage mal, bis 82/83 war das noch gängige Praxis, erst danach wurde es wohl etwas ruhiger.
Letzte Aufruhr war übrigens der geplante Ausbau des Munitionslagers, dürfte so um 85/86 gewesen sein, ich suche dazu mal das Aktenzeichen raus, hier wurden fünf weitere MLH geplant und diverse andere Änderungen (u.a. ein Heli-Landeplatz mitten im Wald), die dann aber nicht mehr ausgeführt wurden.

Gruß


ed

matrix
24.04.2013, 11:37
Hi ed22ful,

ok, das macht die Sache natürlich noch interessanter und wirft noch mehr Fragen auf. Z.B. die berechtigte Frage warum so auffällige Bewachung wenn man eigentlich davon ausgehen muss dass die Army Mitte der 80er keine Sonderwaffen mehr in nicht LRSP umgerüsteten Analgen lagerte...

Habe noch folgende Benennungen gefunden:

Nördliches Lager: US Site #31
Deaktivierung 22.09.1993

Südwestliches Lager: US Site #20
Deaktivierung 22.09.1993

Quellen: http://wikimapia.org/25846689/de/Ammunition-Storage-Area-GE62-Ober-Olm
verweist wiederum auf www.cold-war-relics-germany.de, die Dir bestimmt bekannt vorkommt :D

Hier wird ein Autor aufgeführt, den man evtl. auch nach seinen Quellen fragen könnte, da er zumindest für Site #20 angibt was gelagert war. (Für Site #31 nur Mutmaßungen). Er ist leicht über die Google Suche od. FB auffindbar.
http://www.atomwaffena-z.info/atomwaffen-glossar/o/o-texte/artikel/1788/ce7c943476/index.html

Grüsse
matrix

matrix
24.04.2013, 12:12
Noch etwas:

Auf http://www.usarmygermany.com (http://www.usarmygermany.com/Units/8th%20Inf%20Div/USAREUR_8th%20Inf%20Div%202.htm) stellt der Webmaster folgende Frage:


Webmaster note: were the SW warheads for the 8th Inf Div Arty located at NATO Site 31, Wackernheim/Ober Olm in the 1960s?

Ein Copyright Vermerk auf einem Photo des AAF Finthen führte mich außerdem zum Heimat und Geschichtsverein Finthen (http://www.hgv-finthen.de/)
Über folgenden Artikel http://www.hgv-finthen.de/index.php/finthens-geschichte/einzelobjekte/der-layenhof/1958-1992-army-airfield-finthen zu http://www.myarmyredstonedays.com/page6.html wo u.a. folgendes (über den Dienst in einem die genannten Lager) zu finden ist:

The duty in the exclusion area consisted of five guard posts. Post 1 was the gate and it had a shelter with a heater. The other four posts were walking posts (Post 5 was a guard from 3rd Missile Battalion, an Honest John Unit). Each walking post had a field phone connected to Post 1. We carried M2 carbines with ten rounds in the magazine. Needless to say, it was very boring duty and yes, you can go to sleep while walking. While in the exclusion area we wore field clothes in the winter and fatigues in the summer. In February 1960 it got down to -14 degrees F, so the walking hours were cut to two hours and the other times adjusted accordingly.

Bruno
24.04.2013, 14:55
http://www.youtube.com/watch?v=VDimS1qTUeo


Zufälligerweise gerade eben hochgeladen :)

Da erzählt Stefan auch was er als Kind dort selbst gesehen und erlebt hat.

Das meiste dort dürftet ihr schon wissen aber vielleicht ist ja doch was interessantes dabei. Habs selbst noch nicht ganz gesehen.

Bruno
24.04.2013, 14:56
Also ich finde auch, dass man da oben mal das gesamte Gelände mit dem Geigerzähler ablaufen sollte...

Hab das Video jetzt mal ganz geschaut ist nicht soo..glaub ich.. könnt es euch ja mal anschauen

matrix
24.04.2013, 15:47
@Bruno: Danke für den Link.

Leider nicht wirklich was neues außer der wilden Verschwörungstheorie :D

ed22ful
24.04.2013, 17:16
Also ich finde auch, dass man da oben mal das gesamte Gelände mit dem Geigerzähler ablaufen sollte...

Hab das Video jetzt mal ganz geschaut ist nicht soo..glaub ich.. könnt es euch ja mal anschauen


Hallo Bruno,


also, mit dem Thema Geigerzähler finde ich immer amüsant, du wirst höchstens so einen schwachen Wert messen, das du dasselbe auch irgendwo auf einem Autobahnparkplatz oder im Schwimmbad machen kannst.

Ich habe noch von keinem Fall gehört, das erhöhte Werte in ehemaligen Anlagen gemessen worden sind und wenn ja, haben wir es sowieso nicht erfahren, da würde dann nämlich ruckzuck das Erdreich abgetragen werden.

Kann mir nicht vorstellen, das der Wald der Bevölkerung freigegeben worden ist zum spazieren beim kleinsten Anzeichen für eine Verseuchung.

Zum Video, nett gemacht, viele Details stimmen auch, die Verschwörungstheorie ist jetzt ein bißchen an den Haaren beigeholt, aber er sagt es ja auch noch mal und beharrt nicht darauf.

Gruß


ed

Bruno
24.04.2013, 17:18
Ich bin nicht so der Geigerzählerexperte :D

ed22ful
30.05.2013, 13:30
Hallo,

auch hier mal wieder etwas zu Ober-Olm, eine Großaufnahme eines Wachturmes, wie er früher da oben gestanden hat, doch nicht so wie die altbekannten aus den SAS, scheint eine ältere Generation zu sein.

17441

Gruß


ed

Marsipulami
11.10.2013, 09:23
Area 31 war das Munitionslager der 56th Field Arttilery Command & Brigade ; hier wurden Pershing 1 & 2 Gefechtsköpfe bereitgehalten ; 1st Bn, 81st FA war die erste Einheit hier , zum Ende 579h Ordanance

ed22ful
11.10.2013, 20:57
Area 31 war das Munitionslager der 56th Field Arttilery Command & Brigade ; hier wurden Pershing 1 & 2 Gefechtsköpfe bereitgehalten ; 1st Bn, 81st FA war die erste Einheit hier , zum Ende 579h Ordanance


Hm, interessant, Pershing II in Ober-Olm, sicher?

Die kamen nach der 1A so 77/78, aber garantiert nicht nach Mainz, sondern eher nach Ulm.

Gruß


ed

Marsipulami
15.10.2013, 09:45
Die 579th Ordanance war ein Verband der 56th ; die 56th war der Verband mit der Pershing 2 in Deutschland. Die 579th ("Power to Spare") hatte Teile der Pershing 2 gelagert. Viele Dokumentationen sagen das das Lager ende der 70er Aufgegeben wurde aber offiziell erst 1993. Aus diesem Grunde ging man davon aus das 31 (genau wie 20) für Nike-Hercules war. Dies ist aber nicht der Fall. Hier wurden Gefechtsköpfe für Raketen aus den US gelagert ("Forward Base").Die 56th war weiter südlich Stationiert aber man hatte diesen Standort gewählt um im Krisenfall Verstärkungen aus den USA einzufliegen und zu munitionieren (nähe zu Frankfurt)

Dies ist daraus zu schließen weil die 56th die sog. Security für diesen Bereich übernommen hatte (also Pershing) ; und dies bis zum Ende.

Firefighter
15.10.2013, 12:06
Die 579th Ordanance war ein Verband der 56th ; die 56th war der Verband mit der Pershing 2 in Deutschland. Die 579th ("Power to Spare") hatte Teile der Pershing 2 gelagert. Viele Dokumentationen sagen das das Lager ende der 70er Aufgegeben wurde aber offiziell erst 1993. Aus diesem Grunde ging man davon aus das 31 (genau wie 20) für Nike-Hercules war. Dies ist aber nicht der Fall. Hier wurden Gefechtsköpfe für Raketen aus den US gelagert ("Forward Base").Die 56th war weiter südlich Stationiert aber man hatte diesen Standort gewählt um im Krisenfall Verstärkungen aus den USA einzufliegen und zu munitionieren (nähe zu Frankfurt)

Dies ist daraus zu schließen weil die 56th die sog. Security für diesen Bereich übernommen hatte (also Pershing) ; und dies bis zum Ende.

Hallo,

danke für die weiteren Informationen. Von welcher Quelle stammt den diese Aussage?

Was mich verwundert ist, dass für ein reines Lager mit Nuklearsprengköpfen keine seperate MP-Einheit für die Sicherheit verantwortlich war - wie bei jedem anderen (reinen) Sonderwaffenlager.

Wenn du solch detaillierte Informationen hast, weisst du auch in welchem Zusammenhang das Depot Weilerbach (bei Kaiserslautern) mit der 56th FA Bde stand?

Gruss,

Marsipulami
15.10.2013, 13:33
Die Informationen sind aus :
1. Pershing Cable ; eine Publikation der Pershing Einheiten
2. Pueblo Depot Information
3. Besuch bei den Einheiten

Das Depot in Weilerbach war von der 41th Ordnance (special waeppons); hier wurden Raketen ausgetauscht und gewartet. Weiter wurde hier Munition (Patriots, Hawks, ATACMS, Pershings) eingelagert und gewartet - Miesau was das Hauptdepot.2007 geschlossen und den USA überführt

Marsipulami
16.10.2013, 09:43
Noch als weiterer Hinweis ; es gab im Jahre 88 & 89 Anfragen im BW Landtag ob der geplante Ausbau dieser Lager noch weiter geplant ist. Dies bezog sich auf Planungen aus dem Jahre 85/86. Die Anfragen können im Landtag eingesehen werden - leider gibt es Online nur ein Redeverzeichnis das es diese Anfragen gegeben hat (88 SPD , 89 Grüne)

Bruno
02.12.2013, 19:54
So.... Hallo mal wieder!

Ich habe mir gedacht, für eine bessere Übersicht kann man ja alles Herausgefundene in eine Karte eintragen, Ed hat ja u.a. auch schon einen Maps Screenshot bearbeitet und in die 4 Bereiche unterteilt.

Ich habe also jetzt bei Google eine Karte erstellt, die jeder der den Link hat, ohne Anmeldung bearbeiten kann.

Bereiche unterteilen, Punkte setzen, Notizen, uvm...

Das ist relativ selbsterklärend und mit ein bisschen rumprobieren, bekommt da jeder was Sinnvolles hin ::):

Ich persönlich bin zeitlich noch nicht dazu gekommen, da Dinge zu bearbeiten aber wer Lust und Zeit hat kann das "Projekt" ja gerne unterstützen.

Soll ich den Link hierhin schreiben oder den "Interessenten" per PN zukommen lassen?

LG Bruno :;):

ed22ful
02.12.2013, 20:55
???

Ähm, wie soll ich jetzt das verstehen mit rumprobieren?

ed22ful
02.12.2013, 21:39
Danke für deine PN, Bruno.

Hättest du meine Beiträge aber genau gelesen, wärst du auf folgendes gestoßen:


19967


Damit kannst du dir die Mühe sparen.

Gruß


ed:happy:

Bruno
02.12.2013, 21:58
Uuuppsii das hab ich nicht gewusst :hurra:

Tut mir Leid.. Das ist ja im Prinzip genau dasselbe.

Aber ich hattte unabhängig davon den selben Gedanken :smile:

Ich hab ja noch keine Arbeit da hinein gesteckt, also in sofern...

Gute Nacht

Bruno :0006:

Preto
15.06.2015, 12:49
Am Mittwoch, 17.06.2015 findet um 18:00 ein Waldspaziergang mit dem Revierleiter Jürgen Koch zum Thema "Vom Militärgelände zum Naherholungsgebiet - 20 Jahre Konversionsprojekt Ober-Olmer Wald" statt.
Treffpunkt ist der Parkplatz beim Forsthaus im Ober-Olmer Wald an der Forststraße nach Wackernheim.

Veranstalter sind die FDP Ortsverbände MZ-Lerchenberg und -Drais (http://fdp-kv-mainz.wcsite.liberale.de/Termine-Kreisverband/29703c94861i4949/index.html)

Das entsprechende Plakat habe ich gestern beim Verlassen des Parkplatzes gesichtet, hatte jedoch keine Möglichkeit dies zu fotografieren.

ed22ful
22.06.2015, 23:30
Noch als weiterer Hinweis ; es gab im Jahre 88 & 89 Anfragen im BW Landtag ob der geplante Ausbau dieser Lager noch weiter geplant ist. Dies bezog sich auf Planungen aus dem Jahre 85/86. Die Anfragen können im Landtag eingesehen werden - leider gibt es Online nur ein Redeverzeichnis das es diese Anfragen gegeben hat (88 SPD , 89 Grüne)



Hab die Unterlagen heute als Pdf bekommen, auf den ersten Blick sehr aufschlussreich.

Interessant in einem kleinen Absatz:

"Ober-Olm und der AAF Finthen sind im betreffenden FY die teuerste geplante Investition aller Einrichtungen der gesamten US-Streitkräfte in Deutschland."

Hoppla, da muß ich aber weiter bohren…

Ich arbeite erst mal alles durch und gebe dann Antwort.

Gruß


René

ed22ful
24.06.2015, 18:23
So,




hier mal meine Zusammenfassung zu den mir vorliegenden Unterlagen, die aus folgenden Dokumenten (nach Datum sortiert) bestehen:






a) Landtag Rheinland-Pfalz, 11. Wahlperiode, Große Anfrage der Fraktion "Die Grünen",
29.08.1988, Drucksache 11/1528


b) Deutscher Bundestag, 11. Wahlperiode, Drucksache 11/2925, 07.09.1988,
Seite 15-16


c) Innenausschuß, 22. Sitzung, 05.10.1988, Seite 5-7


d) Landtag Rheinland-Pfalz, 11. Wahlperiode, 36 Sitzung, 06.10.1988, Seite 2511-2513


e) Landtag Rheinland-Pfalz, 11. Wahlperiode, Antwort des Ministerium der Finanzen,
17.10.1988, Drucksache 11/1683


f) Landtag Rheinland-Pfalz, 11. Wahlperiode, Kleine Anfrage Prof. Dr. Rotter, Frau Bill
(Die Grünen), 26.10.1988, Drucksache 11/1711


g) Innenausschuß, 17. Sitzung, 16.02.1989, Seite 1-8


h) Landtag Rheinland-Pfalz, 11. Wahlperiode, Kleine Anfrage Prof. Dr. Rotter
(Die Grünen), Antwort des Ministerium für Finanzen, 24.05.1989,
Drucksache 11/2650



Kurzform:


Die Anfragen beziehen sich auf das Munitionsdepot (GE62E) und das Army Airfield Finthen (GE25C) sowie einmalig die Nike-Hercules-Site (GE92A).


Die Planungen der US-Streitkräfte stammen aus dem FY 1984 (17. August), daraus resultierte eine Liegenschaftsanforderung von 70ha, davon entfielen alleine auf den AAF 24,5ha.
Diese Beschaffungsmaßnahme wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt in zusammenwirken mit dem Bundesministerium für Verteidigung und der Landesregierung Rheinland-Pfalz nicht weiter verfolgt.
Grund war die Entscheidung, die schon vorhandenen Flächen zu nutzen.
Die Amerikanischen Streitkräfte beantragten Dezember 1986 einen Flugzeug-Instandsetzungshangar, Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen für 1987 und zwei weitere Flugzeug-Wartungshallen im März 1988.
Für das Jahr 1987 sind die Kenntnisnahme der Baumaßnahmen Oberolmer Wald angegeben.


Aus c) ist ersichtlich, das neben den Wartungs- und Instandsetzungshallen desweiteren eine Tankanlage und ein Treibstofflager geplant waren.
(Die Versorgung mit Kraftstoff erfolgte zu dieser Zeit über eine Fernleitung der FBG).
Hintergrund war die geplante Stationierung weiterer Hubschrauber, die im Jahre 1993 eine Gesamtstärke von 107 Stück (1987 97 Stück) erreichen sollte.
Teile davon sollten vom AAF Bad Kreuznach und vom AAF Erbenheim nach Finthen verlegt werden von der 4th CAC.
(Zudem eine Kampfhubschrauber-Brigade der 8th Infanterie Division??? Wieviele Chopper sind in so einer Brigade, die würden dann ja wohl noch zusätzlich dazu kommen?)


Aus e) ist dann zusätzlich der Bau einer abgeschlossenen Parkfläche mit Toren und Wachgebäude für 16 LKW inkl. Ausrüstungslager im Rahmen der Umstrukturierung zu einem Zentrum für Land- und Luftaufklärung (Bildauswertungssystem, elektr. Verarbeitungssystem) ersichtlich.
(Meine Meinung, hier ist die TENCAP gemeint in der Nähe der TA. Interessanterweise wird in g) auf Seite 7 von Prof.Dr. Rotter erläutert, das diese Baumaßnahme bereits begonnen hat, obwohl das Verfahren noch gar nicht abgeschlossen wurde).
Das ganze wurde als NATO-Baumaßnahme eingestuft und sollte im Zeitraum März-Juli 1989 beginnen.



Zum Munitionsdepot und dessen Ausbau:


Anforderung waren fünf Munitionslagerhäuser für Hellfire-Raketen für den AH-64 des V. US Corps, die in Erbenheim stationiert waren, zudem neue Zufahrtsstraßen, Vorplätze und Versorgungs- und Kommunikationseinrichtungen.
Die Munition für die Heli´s, die in Erbenheim stationiert waren, lagerten zu diesem Zeitpunkt (1988) sowieso in Ober-Olm.
Baubeginn hier (geplant) Mai 1989, keine NATO-Baumaßnahme, sondern US-Militär.
Mehr ist leider aus den Unterlagen nicht ersichtlich, abgesehen von unterschiedlichen Angaben zur Kenntnisnahme der Bauabsichten der Amerikaner.
Hier schwanken die Angaben zwischen 1985 und 1988 mit mehreren Datierungen je nach Deutscher Behörde, sehr ungenaue Angaben!


Was mich jedoch immer noch beschäftigt, ist die Aussage des Abgeordneten Dr. Pick (SPD), anstelle der Raketenstellung (Nike) eine neue militärische Anlage zu schaffen?
Jedoch konnte ich hierüber nichts weiteres finden, die ganzen Unterlagen sind für ein Amtliches Schriftgut schon sehr unübersichtlich!




Nun gut, wie immer, weiter suchen und hoffen, irgendwann das richtige Papier in Händen zu halten.


Zumindest steht für mich fest, das Oberolm mindestens bis 1989 in Betrieb war, was die Aussage von Marcipulami über die 579th Ord ein wenig bekräftigt, aber anderes Thema.


Da in den obigen Unterlagen noch weitere Hinweise auf diverse Aktenzeichen sind, schließe ich hier erst mal ab und versuche, diese auch zu bekommen...

Und zu guter letzt, wo bekomme ich folgendes Dokument her?

"MilCon Hearings FY1989/1.Band" Erledigt, Danke an palatinat

Gruß


René

ed22ful
30.06.2015, 15:00
Hab die Unterlagen heute als Pdf bekommen, auf den ersten Blick sehr aufschlussreich.

Interessant in einem kleinen Absatz:

"Ober-Olm und der AAF Finthen sind im betreffenden FY die teuerste geplante Investition aller Einrichtungen der gesamten US-Streitkräfte in Deutschland."

Hoppla, da muß ich aber weiter bohren…

Ich arbeite erst mal alles durch und gebe dann Antwort.

Gruß


René


Ich zitiere mich mal selbst.

Der obige Satz stimmt wohl nicht ganz, was da in den Unterlagen unserer Regierung steht.

Ich habe verglichen aus Heraings FY1989 und deutlich höhere Summen für andere Projekte gefunden, aber immerhin waren die geplanten Investitionen für den AAF Finten und das Munitionslager

19.500.000$

Wenn man das alles zusammenzählt, alleine für Deutschland, kann man nur mit den Ohren schlackern.

In einer anderen Quelle wird erwähnt, das eine ausgebaute Nike-Stellung inkl. Waffensystem ca. 80.000.000$ gekostet hat!

("Kein Wunder, das ich da in manchen Redeauszügen von Bundes- und Landesregierung auf heftige Debatten gestoßen bin, wo es um die Ausführung der Bautätigkeiten ging.
Hier haben sich die Abgeordneten gerade darum gerissen, das vor allem bei den US-Streitkräften möglichst geplante Vorhaben von deutschen Baufirmen ausgeführt wurden und nicht von den USA selbst über deren eigene Stellen").

Gruß


René

rotti
26.09.2015, 18:57
Hallo erst mal.Ich bin von Ober-Olm und habe kräftig recherchiert.Dort waren Redstone Raketen stationiert.Und es war ein Sas.Von der 40th Artillery group.Einzusehen auf der seite.Usareur units-kasernes.

mayster
27.09.2015, 08:35
Hi rotti,

vielen Dank für deinen Beitrag. Die genannte Seite dürfte den Meisten im Forum geläufig sein, aber Wiederholungen schaden nicht.
Stelle dich doch bei Gelegenheit für alle User im entsprechenden Teil des Forums vor, damit wir ein wenig mehr über dich erfahren.

Greetz

Mayster