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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fernsehdiskussion vom 02.10.2009



Boris
25.08.2009, 12:33
Hallo zusammen,

am vergangenen Sonntag lief auf Phoenix eine historische Fernsehdiskussion vom 2.10.1980. Das war damals drei Tage vor der Bundestagswahl. Eine Gemeinschaftsproduktion von ARD und ZDF. Moderatoren Carl Weiss (ARD) und Reinhard Appel (ZDF). Gäste Kanzlerkanidat der Union Franz Josef Strauss, Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler Helmut Schmidt und Außenminister Genscher. Die Sendung dauerte drei Stunden und ich habe diese in vollen Zügen genossen. Was haben die sich gefetzt, wie die Kesselflicker. Und , deshalb poste ich das hier, war es interessant, mit welchen Themen dort der Wahlkampf bestritten wurde: Ostpolitik, Aufrüstung, Abrüstung, Friedenspolitik, Waffensysteme, Helsinki.....sprich die ganze Palette des kalten Krieges. Die ersten zwei Stunden der Sendung ging nur um siese Themen. Ich dachte so bei mir, ob die sich keine Gedanken über Innenpolitische Probleme machen? Doch die fanden in der letzten Stunde mehr oder weniger am Rande statt. Der kleine Mann war in jenen Tagen irgendwie nicht so wichtig. Erschreckend, gefühlskalt kommt mir das heute vor. Ich war damals ja gerade zehn Jahre alt. Bei der Sendung heute habe ich ganz deutlich gemerkt, auf welches Messers Schneide der Weltfrieden damals stand.

Hat das vielleicht noch jemand gesehen und auch so empfunden?

PS.: Sowohl die Moderatoren, als auch die Gäste durften Rauchen.........:)

Scaleon
25.08.2009, 21:23
Hallo zusammen,

am vergangenen Sonntag lief auf Phoenix eine historische Fernsehdiskussion vom 2.10.1980. Das war damals drei Tage vor der Bundestagswahl. Eine Gemeinschaftsproduktion von ARD und ZDF. Moderatoren Carl Weiss (ARD) und Reinhard Appel (ZDF). Gäste Kanzlerkanidat der Union Franz Josef Strauss, Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler Helmut Schmidt und Außenminister Genscher. Die Sendung dauerte drei Stunden und ich habe diese in vollen Zügen genossen. Was haben die sich gefetzt, wie die Kesselflicker. Und , deshalb poste ich das hier, war es interessant, mit welchen Themen dort der Wahlkampf bestritten wurde: Ostpolitik, Aufrüstung, Abrüstung, Friedenspolitik, Waffensysteme, Helsinki.....sprich die ganze Palette des kalten Krieges. Die ersten zwei Stunden der Sendung ging nur um siese Themen. Ich dachte so bei mir, ob die sich keine Gedanken über Innenpolitische Probleme machen? Doch die fanden in der letzten Stunde mehr oder weniger am Rande statt. Der kleine Mann war in jenen Tagen irgendwie nicht so wichtig. Erschreckend, gefühlskalt kommt mir das heute vor. Ich war damals ja gerade zehn Jahre alt. Bei der Sendung heute habe ich ganz deutlich gemerkt, auf welches Messers Schneide der Weltfrieden damals stand. Hat das vielleicht noch jemand gesehen und auch so empfunden? PS.: Sowohl die Moderatoren, als auch die Gäste durften Rauchen.........:)

Hallo "Boris"!

Mann, wenn ich das gewußt hätte mit der Phoenix-Sendung!! Was hätt’ ich die gerne gesehen! Wenn ich deine Ausführungen richtig interpretiere so glaube ich, dass das ganze u.a. deshalb so interessant war, weil mit F.J.Strauß und Helmut Schmidt natürlich damalige, politische Schwergewichte und genau diejenigen am Tisch saßen, die damals als einige der sehr, sehr wenigen, die entscheidenden Einblicke in die Abgründe des „Kalten Krieges“ hatten.

Von beiden habe ich deren Lebenserinnerungen speziell in Richtung auf das Thema „Kalter Krieg“ gelesen; und beide haben m.E. als einige der ganz, ganz wenigen, wenn nicht gar als die damaligen Hauptakteure (zumindest auf der bundesrepublikanischen Seite), damals die Weichen gestellt. FJS u.a. mit dem Starfighter, bzw der „Atombewaffnung“, und danach Helmut Schmidt mit der „Nachrüstung“ sowie der Fortsetzung der „Ostpolitik“ von Brand die zusammen ja das spätere Ende des „Kalten Krieges“wohl letztlich einleiteten?!

Während meiner Zeit bei der Lw in den Jahren 1969/70 war H. Schmidt Verteidigungsminister und hat damals sogar unser Jabo besucht. Und obwohl ich absolut kein politisch veranlagter Mensch bin glaube ich rückblickend, dass sowohl Schmidt, aber AUCH Strauß(!), jeder auf seine Art, allerhöchste Verdienste für die Bundesrepublik Deutschland erlangt haben.

Schon die Politikergeneration danach reichte für mich in keinster Weise mehr an deren Level heran; ganz zu schweigen von der jetzigen Truppe in Berlin. Oder glaubt einer im Ernst, ein Verteidigungsminister Strauß oder Schmidt würde ein derartig ........... Bild bei zB Afghanistan abgeben, wie sämtliche Verteidigungsminister danach?!

Nach vielen Jahren von Nullen, ist v.Guttenberg vielleicht endlich mal wieder einer wo man sagten könnte: o.k, egal wie er vorgeht, egal welches Parteibuch er hat; seine eigenen Interessen, bzw die Interessen einer dieser ......... Parteien scheint er zunächst mal nicht zu vertreten!! Nur, was bedeutet dies? Daß, und da mach ich hier und jetzt jede Wette, nach der Wahl garantiert und zu 100% einer aus der Weichspülertruppe seinen Posten als Wirtschaftsminister „übernehmen“ wird!

Sei’s drum! Danke und Gruß! Scaleon

trince
27.08.2009, 11:53
Lade gerade die Sendung gerade bei OnlineTVRecorder herunter.

Suche noch nach einer Lösung, wo ich sie kurzfristig hosten/zwischenspeichern kann, weil sie ca. 1 GB groß ist. Sollte auch Passwortgeschützt sein, damit es keinen Ärger mit dem Urheberschutzgesetz gibt.

Von dort könnten dann Interessierte (meine Buddys) die Sendung herunterladen, um sie sich anzusehen.

Vorschläge zum hosten bitte an mich!
Gruß Oliver

trince
28.08.2009, 18:55
Hallo,

habe den Livestream bei Phoenix gefunden.

Der link ist hier: (http://www.phoenix.de/content/phoenix/tv_programm/1?datum=2009-08-24#)

Um 1.00 Uhr kam die Wiederholung und da wird der Livestream angeboten.

Betonkopf
28.08.2009, 20:46
Als kleine Ergänzung eine Erinnerung die ich habe an einen Auftritt des ehem. Verteidigungsministers Hans Apel in N3 auf dem roten Sofa (DAS) vor ein paar Monaten:
Er sagte ganz deutlich, daß die Bedrohungslage während des kalten Krieges sehr klar war
und jeder wußte, wer Freund/Feind ist. Heutzutage hätten wir eine völlig unklare
Bedrohungslage und wären in jeder Form "gefährdeter" als damals. Er vertritt den
Standpunkt, daß wir während des "Kalten Krieges" sicherer gelebt haben als heute.
Das haben mir gegenüber ein paar alte Krieger übrigens auch schon geäußert. Wie ist hier die Meinung dazu?

posidonium
27.10.2009, 15:56
Hallo auch...

Ich will mich mal zur Wort melden. Vielleicht passt das auch nicht wirklich hier in diese Sparte. Notfalls verschieben...

Ich leben nun seit ca. 2 Jahren in Japan. Unsere Nachbarn auf dem asiatischen Festland (also westlich von uns) sind: Nord- und Südkorea, die Volksrepublik China und Russland. Richtung Osten kommt nach viel Wasser der nordamerikanische Kontinent. Irgendwo dazwischen ein paar Inseln, die zu den USA gehören.

Wer die Nachrichten aufmerksam verfolgt, der weiß, dass wir mit Nordkorea einen sehr unsicheren Faktor in der Region haben. Ja sogar einen totalen Unruhestifter. Bei jeder der sich bietenden Gelegenheit, fängt der kleine Kim Jong Ill an mit seinen Raketen zu spielen, die auch mal über uns hinweg zischen. Hin und wieder auch mal ein Atomtest. Naja, mit ausreichend Sprengstoff lässt sich die gleiche Wirkung erzielen. :rolleyes: Aber egal.
Durch den Atomtest beunruhigt, sahen manche Leute sogar schon einen Atompilz über Tokyo aufsteigen. Wobei ich dieses für totale Hysterie halte.
Auf der anderen Seite könnte ein Atomschlag gegen Südkorea eine Kettenreaktion in Gang setzen, vor der auch Europa in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Die Japaner und Koreaner natürlich erst Recht. Ein Krieg hier in der Region wäre ein absoluter Super-GAU.

Der Speigel hatte ein entsprechendes Cover
http://www.coverbrowser.com/image/spiegel/579-1.jpg

Ein weiterer Faktor ist China, das jeden Versuch Taiwans nach Unabhängigkeit im Keim ersticken will. Zumindest drohen sie immer wieder mit entsprechenden Schritten. Und jeder kann sich ausmalen, was damit gemeint ist.
2005 wurde ein Abkommen zwischen den USA, Japan und Taiwan unterzeichnet. Demnach kann Japan als eine Schutzmacht für Taiwan angesehen werden. Durch die Geschichte wissen wir alle, was die Japaner in China angerichtet haben und das haben die Chinesen bis heute nicht vergessen. Man könnte sogar sagen, dass China mit Japan noch eine Rechnung zu begleichen hat. Es ist kein Geheimnis, dass chinesische Raketen auf Ziele in Japan gerichtet sind und die massive Aufrüstung in China betrachten viele mit Sorge. Auch wenn man immer wieder behauptet, man habe nichts Böses im Sinn. Kann man denen wirklich glauben? :confused:

Auch wenn sich die Lage in Europa geändert hat, hier in der Region ist die Bedrohung noch real...

StoMunNdlg 241/3
28.10.2009, 09:16
Kann man denen wirklich glauben ? -> niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten ....

Ich kenne mich im Bereich Japan, China usw. nicht wirklich aus. Aber nur weil eine Regierung sagt wir machen schon nichts, glaub ich noch lange nicht das es so ist und bleibt. Es ist doch mit den USA und Russland nicht viel anders. Wir Rüsten ab - alles mögliche und ganz viel. Tjoa....und das Ergebniss ? Beide Seiten haben nach wie vor Raketen auf den anderen Gerichtet, und die Abrüstungen beschränken sich (meiner Meinung nach) auf einige Symbol trächtige Aktionen das man den guten Willen sieht.

Ich denke solange da Konflikte bestehen oder irgendwelche alten offenen Geschichten, wird man sich nie sicher sein können das alles friedlich bleibt.


@topic : den Bericht werd ich mir gleich ansehen.

posidonium
28.10.2009, 16:20
@StoMunNdlg241/3 Ich traue dem Chinamann auch nicht wirklich. Wenn ich mir ueberlege, was sich die Genossen schon so alles geleistet haben - Sommer 1989 sollte da noch jedem ein Begriff sein. Ein weiteres Problem ist, dass viele Chinesen durch die Propaganda der Partei voellig verblendet sind. Man weiss ja, wie die Kommunisten in Peking mit Kritikern umgehen.
Friedliche Absichten haben die ganz gewiss nicht. Dafuer wurde zu viel Material in Russland eingekauft. Nicht um aelteres Geraet zu ersetzen, sondern zu ergaenzen. Es gibt bei den Japanischen Selbstverteidigungskraeften (offiziell gibt es hier keine Armee) immer noch Verteidigungsplaene gegen eine Aggression seitens der Volksrepublik. Die suedlichen Inseln Okinawa und Kyushu sind da immer vorrangig genannt, weil sie sehr schnell fuer die sogenannte Volksbefreiungsarmee (allein der Begriff ist in meinen Augen schon blanker Hohn) erreicht werden koennen. Diese Plaene werden immer noch durchgespielt. Seit Nordkorea die Bombe hat, gehen wir mal wirklich davon aus, sind die "Militaers" in Japan in erhoehter Alarmbereitschaft. Praktisch eine Art Dauerzustand, der mit dem Kalten Krieg in Europa zu vergleichen ist.