Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum verschwanden die Jägerverbände?
Moin zusammen,
da ich selber eine Ausbildung bei der 3/66 Wentorfer Jäger absolviert habe, möchte ich mal eine Frage stellen.
Warum sind eigentlich die Einheiten der Jägerverbände von der Bildfläche verschwunden?
Ich weis, das die Umstrukturierung der BW mit Anlass war, aber solch einen trainierten Verband verschwinden zu lassen ist traurig und die Fitness hat von uns viel abverlangt.
Nach dem Frühstück 2Km laufen um dann in der Lohe weiter zu Rödeln und manchmal bis in die Nacht hienein. Nicht zu vergessen die tollen Gewaltmärsche die mit allen geschmückt waren. Nach meiner Zeit im SAS Meyn wurde nicht lange gefackelt und mein Kamerad Henning, sowie ich wurden sofort zum JgBtl 3/733 in Greven berufen. Das Lustige an der ganzen Geschichte war: Nach Austritt der NscHkp sw 611 sind alle Dokumente vernichtet und keiner wusste, ob wir zwei jeweils gedient hatten.
Bei keiner Einheit waren auf einmal keine Einträge mehr sichtbar, unvorstellbar,wa`. Denn alle Einträge die vorhanden waren sind gelöscht worden.
Na ja, war schon ganz lustig 2 fach gemustert zu werden.:D
Ich hoffe das einer von uns vieleicht eine Antwort hat,
Gruß
Horner ( Beagle )
TopOfTheRock
31.12.2009, 10:28
Na ja, so ganz verschwunden sind die Jäger ja gar nicht. Die Fallschirm- und Gebirgsjägertruppe hat's ja immer gegen. Aber weiss schon auf was du anspielst: Die alten Jägerbataillone, also die mit dem grünen Barett und dem goldenen Eichnlaub.
Warum die verschwunden sind? Keine Ahnung, wahrscheinlich war man im Nachwende, jetztkommtderewigefriede-Taumel der Ansicht dass die Fussgänger ausgedient hätten und die PzGren bzw. GebJg und Fallis das bischen auch mitmachen können.
Mittlerweile gibt es wenigstens wieder dem Namen nach Jäger, nämlich das Jägerregiment 1 in Hammelburg/Schwarzenborn. Allerdings sollen die ja eher der amerikanschen "AirCav" nacheifern, daher sollen Sie angeblich luftbeweglich sein. Ob die nötigen Hubschauber mittlerweile zur Verfügung stehen weiß ich nicht. Is aber auch wurscht, denn z.Zt. befinden sich der Großteil des Rgt in A-Stan.
Richtig, die mit den Eichenlaub auf grünen Barett waren gemeint!
Die These mit den Friedenstaumel hatte ich auch, aber war nicht so ganz einverstanden damit. Denn ohne Fußvolk geht es auch nicht, man hätte zumindest einen Teil dieser Batallione erhalten können, um zu sehen ob diese noch gebraucht werden. Ob die Gebirgs und Fallis das bisschen schaffen würden? Uns hat man auf jedenfall beigebracht, das wir mit den Pionieren als erstes das Gelände sichten, begehbar machen und sichern für den nachfolgenden Truppenzug. Nicht zu vergessen, hinter den feindlichen Linien Störmanöver durchzuführen, sowie den Feind mit kleinen Patrolien aufzuspüren bzw. mit Geruilliataktik seine Kampfkraft zu schwächen.
Wir waren mit Bostedt die einzigen 2 beweglichen Jägereinheiten,also wir hatten unsere eigenen Fahrzeuge mittels MTW 110.
Aber wenigstens gibt es, wie Du sagst ein kleines Aufflammen in dieser Richtung. Ich stell mal kurz das Wappen der Wentorfer Jäger mit rein.
Gruß
Horner ( Beagle )
Es gibt noch ein "echtes" Jägerbattalion .
292 in der deutsch Französischen Brigade
Danke Uraken,
das werden wir nach den anstehenden Kater Mikesch beleuchten!!!:D
So, ich muss jetzt den Grill anschmeißen und leider unsere Leidenschaft erstmal beenden.
Komm gut rein ins Neue Jahr mit aller Frische und Gesundheit,
Gruß
Horner ( Beagle )
War es nicht so, dass die Jäger alter Art schwerpunktmäßig zum Raum- und Objektschutz vorgesehen waren?
Das hat man in der Zwischenzeit anders gelöst: den Raumschutz übernehmen FlaVerbände (!), den O-Schutz z.B. das O-SchutzReg der Lw oder das noch vorhandene SichBtl BMVg (sind doch auch irgendwie Jäger, oder?).
Im heutigen "vielfältigen Aufgabenspektrum" und den "kriegsähnlichen Zuständen" werden wahrscheinlich nur noch hoch spezialisierte Jäger benötigt: JgRgt 1, Fallis, FeldJg (übrigens auch Jäger!), KSK (das ist auch ein infanteristischer Verband) usw.
Wir alten Artilleristen hatten es ja doch einfacher: die Artillerie kennt weder Freund noch Feind, sie kennt nur lohnende Ziele! Und das ist heute auch noch so, wenn auch diese meine ehem. Truppe stark gerupft wurde...
Und wenn der "Bumskopp" keine Kanonen und Raketen mehr hat - kämpft er als Infanterist weiter (so wurde es uns damals beigebracht...).
Ja, die Zeiten ändern sich,die Truppen werden immer technisierter und werden durch moderne Luftfahrzeuge immer schneller zu ihren Einsatzgebiet zum absetzen gebracht.
Wenn wir von jedem etwas in einen hinein packen, dann haben wir den "Universalen Soldiers" wie die schnelle Eingreiftruppe KSK oder andere.
Aber es stimmt, in Wirklichkeit mussten fast alle Einheiten ihre Federn lassen und Einbußen über sich ergehen lassen.
So lasst uns das Vergangene in Erinnerung halten und schauen was die Zukunft mit ihrer neueren Planung bereit hält.
Aber wenn der Bumskopp keine.....mehr hat......:D
Gruß
Horner ( Beagle )
Naja den Fehler haben auch Bush und Rumpsfeld gemacht als sie Irak aund Afganistan auf die "billige" Art und Weise mit viel Spezial Forces und wenig "normalen" Mannen versuchten.
Gegen den Rat der darauf hin gefeuerten oder in den Ruhestand geschicken Stabschefs von Armee und Marine Corps.
Universal Soliders und High Tech sind ein Aspekt aber Boots on the Ground und Manpower ein andere.
Das eine kann das andere nicht ersetzen sondern nur ergänzen.
Ein KSK Mann ist mit Sicherheit zig fach besser als ein normaler Jäger/Grenardier aber auch ein KSK Mann hat nur 2 Augen, 2 Ohren ....
Oder mit Lenin Quantität ist auch eine Qualität.
Auf den richtigen Mix kommt es an.
Ob der Mix noch stimmt - da bin ich mir nicht so sicher.
Wenn die Technik streikt, wegen Fehler die vorher nicht ein zu planen waren, so wie früher bei den Witwenmacher, kann alles schnell in die Hose gehen.
In dem Zeitalter der Technik auf die man Vertraut, wird nach meiner Meinung sich zu viel verlassen. Deswegen sollte man seine Sinne bzw. Fähigkeiten waren und benutzen, solange man überhaupt noch eingreifen kann.
Wie hat es sons`t immer geheißen? Was früher sich bewährt hat, ist auch noch heute gut, so will ich damit sagen , das man einen gut ausgebildeten Soldaten, nicht immer mit Technik ersetzen kann.
Gruß
Horner ( Beagle )
Sehe ich ganz genauso. Und wenn man überlegt, gegen welche "Gegner" heute angetreten werden muss: das sind Typen mit einer hinterhältigen Art von Taktik, mit Sprenggürteln und menschlichen Schutzschilden! Im Grunde gar nicht mit Technik und Schnickschnack zu kriegen. Vielleicht dreht sich ja die Einstellung der Strategen eines Tages wieder: die "gemeine Kampfsau", also der stinknormale Infanterist mit den Hauptkampfmitteln Auge/Ohr hat noch lange nicht ausgedient. Allerdings muss er sich dann wohl oder übel mit diesen dreckigen Banden auseinandersetzen, die eigentlich eher etwas für spezielle Polizeitruppen oder besser noch Psychiater wären... Ist nicht sehr sachlich, aber es musste mal raus. :mad:
Technik ist und bleibt bis auf weiteres ein Werkzeug - ein sehr mächtiges und wichtiges aber trotzdem.
Diese Rolle wird sie auch weiter hin in unseren Leben spielen, doch gegen einen Feind wie Rubeck 1 ihn beschreiben tut, hat auch diese keine Chance.
Hier sind immer noch die eigenen menschlichen Instinkte angesagt, wie Gesichtszüge und die Rethorik zu deuten, in dem sich durch den angestauten Streß wegen eines böswilligen Vorhabens, diese Person sich auffällig verhalten wird. Auch gehört die eigene Angst dazu, die uns vor etwas warnen will bzw. mehr besonnener zu handeln um nicht in einen Desaster zu landen.
Diese bei uns Menschen bestehenden Eigenschaften gehörten in unserer damaligen Jägerausbildung in Form des theoretischen Unterrichtes dazu.Es hat mich damals gewundert, was dieses Thema mit einer Kampfausbildung zu tun hat. Es hat damit zu tun, um das Verhaltensmuster eines Menschen zu analysieren, ob er böswillig handeln will um seiner Taktik wie Anschläge vor zu kommen.In diesen Falle ist der Mensch doch wieder mehr gefragt, oder?
Gruß
Horner ( Beagle )
Warum die verschwunden sind? Keine Ahnung, wahrscheinlich war man im Nachwende, jetztkommtderewigefriede-Taumel der Ansicht dass die Fussgänger ausgedient hätten und die PzGren bzw. GebJg und Fallis das bischen auch mitmachen können.
Diese These mag ich nicht so stehen lassen. Bereits in den 70ern und verstärkt noch in den 80ern zeichnete sich ab, dass die Jägerverbände, so wie sie hier beschrieben werden, bereits in dieser Zeit von der Ausrüstung her immer mehr in Richtung Panzergrenadiere gingen. Einzig die spezielle Gliederung, Abzeichen und die Einsatzgrundsätze ließen eine Unterscheidung zu Panzergrenadieren zu.
Und die Gebirgsjäger sind ja eigentlich auch schon lange keine reinen Gebirgsjäger mehr. Auch sie sind im Prinzip "nur noch" verkappte Panzergrenadiere, die für den Hochgebirgskampf spezialisierte Teileinheiten haben und Ski laufen können.
Ich vermute, dass im ausgehenden Kalten Krieg (70er/80er Jahre) und in der Nachwendezeit die Generalstäbe der Ansicht waren, dass nur eine vollmotorisierte Armee wirksam einzusetzen sei. Und vor allem zu schneller Gefechtsführung. Oder Rückzug. Je nach Sichtweise.
Eine Jägertruppe, die weitestgehend auf den Schutz eines Schützen-/Transportpanzers im Hinblick auf Schutz vor ABC-Wirkung verzichtet, wäre im Kalten Krieg bei einem nuklearen Schlagabtausch wohl die erste Truppe, die mit die höchsten Verluste in Form von Strahlentoten zu verzeichnen hätte.
Nach 9/11 hatte sich die Sicherheitslage gewandelt und langsam setzte in Teilen ein Umdenken ein: Mehr Beweglichkeit und Luftverlastbarkeit. Da wären die Jägerverbände ideal gewesen. Allerdings hatte man sie ja a) aufgelöst und b) die bestehnden mit modernem Gerät so überfrachtet, dass von dem klassischen Jäger nicht mehr viel zu sehen war.
Schweres Gerät hat im Sinne der schnellen Luftverlastbarkeit deutliche Nachteile, besonders auch, da der europäische Teil der NATO noch einige Zeit auf seinen A400M warten darf.
Auf der anderen Seite rüsten die Militärs selbst ihre leichten Fahrzeuge mit immer mehr Panzerschutz vor Feindbeschuss und Minen und dergleichen.
Irgendwie schon paradox und hirnrissig: Im heutigen "Kampf gegen den Terror" schreien die beteiligten Gesellschaften groß auf, wenn auch nur einzelne Soldaten getötet oder verletzt werden, wenn sie die Interessen ihrer Staatsmänner mit Leib und Leben verteidigen. Während des Kalten Krieges hätte man aber Millionen binnen weniger Tagen und Wochen an "Casualties" gehabt. Und wahrscheinlich (besonders nach nuklearem Schlagabtausch) auf lange Zeit unbewohnbare Kontinente gehabt.
Irgendwie fehlt mir in der heutigen Bundeswehr auch die "klassische" Jägertruppe. Spezialeinsatzkontingente sind ja schön und gut. Aber eben nur "Spezial"...
TopOfTheRock
08.02.2010, 11:23
Lieber Walter, schade dass dir meine These nicht gefaellt. Leider kann ich deiner Stellungnahme auch nicht besonders viel abgewinnen ;-)
Hier nur ein paar Richtigstellungen, Fragen bzw. Anmerkungen zu deinem Post:
Panzergren sind Panzergren und Jaeger sind Jaeger, da hat sich in der Ausruestung, Gliederung oder sonst wie noch nie was angenhaehert... was sollte sich da konkret angenaehert haben????
Die Bundeswehr hat keinen Generalstab.
Wenn die Gebirgsjaeger "verkappte PzGren" sind, sind dann deren Mulis "verkappte" SPZ, oder wo bringen die sonst ihre 20 mm BMK unter?
Nicht nur die Jaeger sondern auch die Logistik und die meisten Unterstuetzungstruppen hatten im nuklearen Schlagabtausch ins Gras gebissen, die haben naemlich auch keinen Panzerschutz mit Filter usw.
Wie wurde denn der klassische Jaeger so mit Technik ueberfrachtet, dass er als solcher nicht mehr zu erkennen gewesen waere??? Mir faellt da bestenfalls der IdZ ein, aber der sieht noch recht infanteristisch aus....?
Den "Kalten Krieg" mit seinen zu erwartenden "casualities" mit den aktuellen Auslandseinsaetzen zu vergleichen hinkt wohl gewaltig. Dir wuerde es also wenig ausmachen (wurdest nicht aufschreien) wenn jeden Tag mal so hundert Mann in Afgahan fallen??
Zu guter Letzt wuerde ich dich bitten uns zu erklaeren was unter "Spezialeinsatzkontingenten" zu verstehen sein soll und was diese so "spezial" macht.
Herzlichen Dank :-)
Vielleicht mal zur Klärung:
1. Zur Jägertruppe gehören - im historischen Sinn - die Gebirgsjäger, Fallschirmjäger, Feldjäger (nicht lachen, ist so!!) und natürlich die Jäger.
2. Eine Annäherung an die Panzergrenadiere gibt es schon deshalb nicht, weil diese seit geraumer Zeit nicht mehr zur Infanterie, sondern zur Panzertruppe gezählt werden. Die Ausrüstung sagt insoweit überhaupt nichts aus, denn sonst müssten auch die Sanis Panzergrenadiere sein, da sie den MTW M 113 genauso kutschieren wie den FUCHS... Klingt absurd, ist es auch.
3. Zur Jägertruppe im engeren taktischen Sinn gehört nur noch das JgBtl 292 der Deutsch-/französischen Brigade.
Das Jägerregiment 1 in Blackborn /Hammelburg ist ein hubschraubergestützter Infanterieverband, der aus einem Jägerbataillon und einem Panzergrenadierbataillon personalmäßig aufgestellt wurde. Im Grunde kann man diesen Verband vielleicht als "Jäger neuer Art" bezeichnen, was aber nicht einmal die Bundeswehr selbst tut. Gleichwohl tragen diese Jungs und Mädels den grünen Deckel mit dem goldenen Gemüse. Aber auch das sagt nix: denn ich trug diese Kopfbedeckung als Angehöriger eines Stabes einer Heimatschutzbrigade im Reservistenzustand auch schon! (als ehemaliger Artillerist...)
Und wer mich kennt, weiß, dass ich eher nicht der typsiche Jägerfeldwebel bin...
4. Die Gebirgsjäger "fahren" übrigens nicht nur Mulis! Von denen gibt es gar nicht mehr so viele, seit die "Tragtierkompanie" in irgendso ein Zentrum für ... (Eselei, vielleicht?) umgewandelt wurde.
Die meisten Gebirgsjäger sitzen übrigens im Fuchs oder Unimog oder Wiesel, wenn sie nicht gerade irgendwelche Hängepartieen am Seil oder Abfahrten im Schnee haben...
5. Um es "rund" zu machen: Jäger sind all die fussgehenden, aber dennoch motorisierten Soldaten, die zum Jagdkampf, Häuserkampf, Raumschutz, O-Schutz befähigt sind und die darauf zugeschnittene Ausbildung haben. Sie sind damit ein Sonderfall der Infanterie.
Letzten Endes kommt es aber - und jetzt hassen mich alle Jäger - nur darauf an, was der IBUK in seinem Organisationserlass festlegt!
Panzergren sind Panzergren und Jaeger sind Jaeger, da hat sich in der Ausruestung, Gliederung oder sonst wie noch nie was angenhaehert... was sollte sich da konkret angenaehert haben????
Die Jägertruppe wurde bereits in den 70er oder 80er mit dem Schützenpanzer Marder ausgerüstet. Der Unterschied zu den Panzergrenadieren bestand hauptsächlich in den Einsatzkonzepten und der Ausbildung. Ein Panzergrenadier ist ohne seinen Schützenpanzer kein Panzergrenadier. Ein Jäger kann ohne seinen Schützenpanzer aber immer noch seine Primäraufgabe ausführen, da für ihn der Schützenpanzer in erster Linie "Fronttaxi" und Feuerunterstützung bedeutet.
Die Bundeswehr hat keinen Generalstab.
Okay, dann nicht Generalstab, sondern Führungsstab. In der Funktion und Aufgabe kommts aufs Gleiche hinaus. ;)
Wenn die Gebirgsjaeger "verkappte PzGren" sind, sind dann deren Mulis "verkappte" SPZ, oder wo bringen die sonst ihre 20 mm BMK unter?
Mulis gibts noch bei der Bundeswehr, aber nicht mehr so viele wie früher. Auch der SPz Marder und der TPz Fuchs haben bei den Gebirgsjägern Einzug gehalten.
Nicht nur die Jaeger sondern auch die Logistik und die meisten Unterstuetzungstruppen hatten im nuklearen Schlagabtausch ins Gras gebissen, die haben naemlich auch keinen Panzerschutz mit Filter usw.
Ich weiß, das macht ja den ganzen Irrsinn eines nuklearen Schlagabtausches aus! Übrigens hätte ich mir im Falle eines Falles, wenn überhaupt, nur wenige Tage Überlebenschance gegeben. Ich gehörte nämlich seinerzeit einem Transportbataillon an... ;)
Wie wurde denn der klassische Jaeger so mit Technik ueberfrachtet, dass er als solcher nicht mehr zu erkennen gewesen waere???
Der klassische Jäger wurde nicht im eigentlichen Sinne überfrachtet, sondern durch Restrukturierung, Umgliederung, Ausrüstung mit SPz Marder, Veränderung der sicherheitspolitischen Lage etc. politisch obsolet. Ich persönlich halte es für grundverkehrt, auf diese infanteristische Komponente zu verzichten, wäre ja selber lieber zu den Jägern gegangen, wurde dann aber bei den Transportern eingeplant... :o
Den "Kalten Krieg" mit seinen zu erwartenden "casualities" mit den aktuellen Auslandseinsaetzen zu vergleichen hinkt wohl gewaltig. Dir wuerde es also wenig ausmachen (wurdest nicht aufschreien) wenn jeden Tag mal so hundert Mann in Afgahan fallen??
Nein, mir würde es nicht "nichts" ausmachen. Im Gegenteil.
Die moderne Kriegsführung ist asymetrisch, wie es im neueren Militärfachjargon so schön heißt. D.h. eine hochtechnisierte Armee trifft auf eine weniger hoch technisierte Armee. Dabei wird versucht, mit möglichst wenig Soldaten möglichst viel zu erreichen. Per se eine gute Idee. Aber Raum kann nur durch Soldaten erobert und schließlich gehalten werden. Artillerie und Luftangriffe können zwar vorbereiten, aber eben kein Gelände erobern und besetzen.
Zu guter Letzt wuerde ich dich bitten uns zu erklaeren was unter "Spezialeinsatzkontingenten" zu verstehen sein soll und was diese so "spezial" macht.
Okay, "Spezialeinsatzkontingente" hatte ich heute Morgen etwas unglücklich gewählt. Gemeint hatte ich Einheiten wie sie durch die KSK zum Beispiel gestellt werden. "Spezial" werden sie durch ihre Ausrüstung und Ausbildung. Beides ist bei diesen Einheiten teuer. Und diese Einheiten sind nicht in so großer Zahl zur Verfügung stehend, dass man mit ihnen einen Krieg gewinnen kann...
So, ich hoffe, ich konnte einige Unklarheiten beseitigen. :)
Die Jägertruppe wurde bereits in den 70er oder 80er mit dem Schützenpanzer Marder ausgerüstet.
Mitte der 1970er Jahre wurden die Jägerbataillone der damaligen Jägerbrigaden mit dem Marder ausgerüstet - bereits im Vorgriff auf die mit der Heeresstruktur 4 ab 1980 dann wieder kommende Umgliederung in Panzergrenadiere.
In der Heeresstruktur 4 ab 1980 kenne ich dagegen meines Wissens nach keinen einzigen Jägertruppenteil, der mit dem Marder ausgestattet war.
Es gab einige Jägerbataillone, die M 113 hatten. Die Masse der Jägerbataillone saß nachwievor auf dem LKW. Man sollte nicht vergessen, daß der größte Teil der Jägertruppe beim Territorialheer konzentriert war, angefangen von den Jägerbataillonen der Heimatschutzbrigaden und Heimatschutzregimenter über die Heimatschutzkompanien bis zu den vielen Sicherungszügen. Auch die Sicherungsbataillone und Sicherungskompanien sowohl im Feldheer wie auch bei WHNS waren Jägertruppenteile.
Vielleicht mal zur Klärung:
1. Zur Jägertruppe gehören - im historischen Sinn - die Gebirgsjäger, Fallschirmjäger, Feldjäger (nicht lachen, ist so!!)
Hier muß man schon etwas differenzieren:
Die Feldjäger als Militärpolizei der Bundeswehr leiten Aufgabengebiete, Tradition und nicht zuletzt Barettabzeichen vom "Reitenden Feldjägerkorps" her, das Friedrich der Große 1740 für Aufgaben der Wegeerkundung, Verkehrsregelung und Sicherung von Stäben aufstellte. Die Entwicklung führt dann über die "Feldgendarmerie" der Kriege bis 1945, sowie die Verkehrsregelungsbataillone, die Heeresstreifendienste und die Geheime Feldpolizei zu den Feldjägerkommandos der letzten Kriegsjahre 1944/1945 und dann nach einer Unterbrechung von 10 Jahren zur Bundeswehr. Aufgestellt wurde im November 1955 als einer der ersten Truppenteile eine "Militärpolizei-Lehrkompanie". Der Name "Militärpolizei" mußte dann Anfang 1956 auf Einspruch der Länder geändert werden, weil Polizei Ländersache ist und man selbst die Verwendung des Begriffs Polizei nicht bei einem dem Bund unterstehenden Verband haben wollte. Deshalb griff man auf den Begriff "Feldjäger" zurück.
Die "Feldjäger" als Jägertruppe entstanden dagegen in den Armeen einiger deutscher Staaten als leichte Infanterie so etwa ab 1790 unter dem Eindruck der Tirailleur-Taktik der französischen Revolutionsarmeen und aus Erkenntnissen des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Häufig wurden dabei die schon seit Ende des 17. Jahrhunderts für den aufgelockerten Kampf bestehenden "Jäger-" formationen zur Aufstellung verwendet. So bildete Preußen 1794 aus vorhandenen Jägertruppen ein "Feldjägerregiment", das allerdings nach 1806 wieder aufgelöst wurde.
Auch in Bayern gab es z.B. von 1790 - 1800 ein "1. Feldjägerregiment", das dann in das 1. und 2. "leichte" infanterie-Bataillon aufgeteilt wurde. Auch diese leichten Bataillone sind Vorläufer der Jägertruppe.
Diese Feldjägerbataillone usw. haben aber mit den heutigen Feldjägern der Bundeswehr ausser dem Namen nichts gemeinsam.
TopOfTheRock
09.02.2010, 08:00
Lieber Walter, ich gewinne immer mehr den Eindruck dass du keine Ahnung hast....
Moin zusammen,
da ich selber eine Ausbildung bei der 3/66 Wentorfer Jäger absolviert habe, möchte ich mal eine Frage stellen.
Warum sind eigentlich die Einheiten der Jägerverbände von der Bildfläche verschwunden?.......Horner ( Beagle )
Hallo Horner,
mein Sohn ist seit Jahren begeisterter Jäger und Offizier (in dieser Reihenfolge) bei der Deutsch-Französchen Brigade im "Jägerbataillon 292" in Donaueschingen/Müllheim.
Gruß! Scaleon
Hallo Horner,
mein Sohn ist seit Jahren begeisterter Jäger und Offizier (in dieser Reihenfolge) bei der Deutsch-Französchen Brigade im "Jägerbataillon 292" in Donaueschingen/Müllheim.
Gruß! Scaleon
Moin Scaleon,
da kann Dein Sohn sich glücklich schätzen etwas vom alten Handwerk mit in die neue Zeit bzw. bei einen neuen Aufbau mit zu wirken:cool:
Aber wo wir gerade beim morgendlichen Gespräch sind:
In meiner ganzen Ausbildung bei der 3./66 Wentorfer Jäger (bewegliche Jägereinheit) bin ich gerade 2X mit dem MTW 113 gefahren. Den Rest meiner Grundausbildung wurde auf "Schuster Rappen" abgefahren und das blieb auch so in meiner Reserveeinheit "Heimatschutz Münsterland"3 JgBtl 733 bis zum Ende 1992/93 so. Oder die andere Variante des Auf und Absitzen indem man 20 Kilometer auf dem "2Tonner" gefahren ist und dann mal 20-30 Kilometer wieder zu Fuß im Schweinsgallopp von Flensb.-Putlos gereist ist.
Die Erklärung von Rubeck1 in seinen Punkt 5, erklärt alles wozu wir eingesetzt und welche Aufgaben für eine Jägertruppe abverlangt wurden.
Oder für Sonderaufgaben herangezogen: Für die Bewachung des SAS Meyn und Begleitung der Transporte der Sonderwaffen, Beagles 611, wurden zur unserer Zeit zum größten Teil Soldaten mit einer Jäger ATN heran gezogen.
Wie es in den USAREUR Units 59th Ord Bde beschrieben ist, waren wir eine anomalie in der gesammten Geschichte der Bundeswehr. Der Grund hierfür war, das diese Nachubkompanie eine eigene kleine " single Infantry " mit einer Stärke von ca. 70+ hatte.
Bis denne
Horner ( Beagle )
Hier muß man schon etwas differenzieren:
Die Feldjäger als Militärpolizei der Bundeswehr leiten Aufgabengebiete, Tradition und nicht zuletzt Barettabzeichen vom "Reitenden Feldjägerkorps" her, das Friedrich der Große 1740 für Aufgaben der Wegeerkundung, Verkehrsregelung und Sicherung von Stäben aufstellte. Die Entwicklung führt dann über die "Feldgendarmerie" der Kriege bis 1945, sowie die Verkehrsregelungsbataillone, die Heeresstreifendienste und die Geheime Feldpolizei zu den Feldjägerkommandos der letzten Kriegsjahre 1944/1945 und dann nach einer Unterbrechung von 10 Jahren zur Bundeswehr. Aufgestellt wurde im November 1955 als einer der ersten Truppenteile eine "Militärpolizei-Lehrkompanie". Der Name "Militärpolizei" mußte dann Anfang 1956 auf Einspruch der Länder geändert werden, weil Polizei Ländersache ist und man selbst die Verwendung des Begriffs Polizei nicht bei einem dem Bund unterstehenden Verband haben wollte. Deshalb griff man auf den Begriff "Feldjäger" zurück.
Die "Feldjäger" als Jägertruppe entstanden dagegen in den Armeen einiger deutscher Staaten als leichte Infanterie so etwa ab 1790 unter dem Eindruck der Tirailleur-Taktik der französischen Revolutionsarmeen und aus Erkenntnissen des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Häufig wurden dabei die schon seit Ende des 17. Jahrhunderts für den aufgelockerten Kampf bestehenden "Jäger-" formationen zur Aufstellung verwendet. So bildete Preußen 1794 aus vorhandenen Jägertruppen ein "Feldjägerregiment", das allerdings nach 1806 wieder aufgelöst wurde.
Auch in Bayern gab es z.B. von 1790 - 1800 ein "1. Feldjägerregiment", das dann in das 1. und 2. "leichte" infanterie-Bataillon aufgeteilt wurde. Auch diese leichten Bataillone sind Vorläufer der Jägertruppe.
Diese Feldjägerbataillone usw. haben aber mit den heutigen Feldjägern der Bundeswehr ausser dem Namen nichts gemeinsam.
Okay, danke für die Differenzierung.
Nach meinen Quellen (werde mal in staubigen Büchern stöbern) wurde das Reitende Feldjägerkorps des Alten Fritz aus ehemaligen Jägern, die wiederum - und daher stammt wohl auch der Name - überwiegend ursprünglich Forstleute und kgl. Revierjäger waren, gebildet, hat also seine Wurzeln im infanteristischen, im ursprünglichen Sinn Jägertum.
Nun, dass die folgende Entwicklung in zwei unterschiedlichen Strängen verlief und die heutigen Feldjäger nichts mit den Feldjägertruppenteilen der nachfriderizianischen Zeit zu tun haben, bestreite ich natürlích nicht, da hast Du vollkommen Recht.
Allerdings stammen (nach meinen Erkenntnissen, die ich aber nochmal überprüfen werde) alle Jäger, so auch die Feldjäger Friedrichs II. von den besagten infanteristisch eingesetzten ehemaligen Forst- und Jagdleuten ab. Diese mussten auch nicht den "bunten Rock" der regulären Armee tragen, sondern durften ihre meist grüne Jagdkleidung behalten, waren also im eigentlichen Sinn "zivil" unterwegs. Auch galt das preußische Exercierreglement soweit ich informiert bin, für diese Leute nicht.
Moin zusammen,
ja es stimmt, die klassischen " Jäger " sind wirklich aus ausgelernten, rekrutierten Jägerburschen endstanden.
Die ersten Jäger im brandenburgischen Heeresdienst besaßen keine Uniform und es wurde berichtet, das sie in grüner oder brauner Kleidung einher gingen.
Die Jäger waren im Heerwesen stets als kundige Wegweiser und Scharfschützen nützlich. Auszug aus " der Chronist " mit dem Link:
Preußisches Heer - Der Chronist (http://www.der-chronist.de/preusisches-heer.html#4)
Und der Link für die Historie der Feldjäger, damit man schon den Unterschied erkennen kann bei ihrer Endstehung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldj%C3%A4ger
Es ist echt verblüffend, wenn man in alten Schriften herum lesen tut und man feststellt, das manch moderne Einheit, sich aus jahrhundert alten Traditionen weiter gebildet hat. Schließlich sollte man ja auch wissen, welchen Ursprung etwas hat, was man in seiner Dienstzeit vermittelt bekommen hat.
Gruß
Horner ( Beagle )
Moin Horner!
Habe gerade gelesen, dass du im JgBtl 66 warst. Dann kennst du sicherlich auch HFw J. Britze aus der 3./-?
Vielleicht kennst du ja auch meine Homepage Panzergrenadierbrigade 16 HERZOGTUM LAUENBURG (http://www.panzergrenadierbrigade16.de) mit einem recht umfangreichen Fotoalbum und der Chronik der 3./66 im selbigen. Vielleicht hast du ja auch noch Bilder aus deiner Zeit? Mail: info@panzergrenadierbrigade16.de
Gruß
Sören
Moin Hulla 66,
ja den Hptfw. J. Britze kenne ich noch sehr gut von der 3/66, er war der jenige der von vorne rein sagte: Ich bin hier nicht der Postminister oder der Kofferträger weil ich diese gelbe Schnur an der Schulter gebunden habe , sondern der Spieß ( KptrpFhr ), verstanden?:D
Unser Jahrgang 10/84 war der Ausbildungsstärkste, so das aus anderen Standorten, auch Jägerfremd Personal geordert wurde.
Den weitesten Anreiseweg hatte ein bayrischer Oberfeldwebel, ein Mannsbild wie Räuber " Hotzenplotz ", roter Vollbart und breit wie zwei Kleiderschränke:cool:, er brachte den faulsten Esel auf Trab, schon allein wegen seiner körperlichen Erscheinung:rolleyes:
Deine Homepage lese ich gerne durch und habe auch(leider) nur ein Bild von dieser Zeit, sowie glaube ich noch, einen Zeitungsbericht der Bergedorfer Zeitung der bei meinen Eltern aufbewahrt wird zu haben.
Ich habe leider in der letzten Woche der Grundie , wo Traditionsgemäß die Lohe von allen übungshaftigen Müll entsorgt wurde, meine AGFA MATIC ZOOM mit allen Aufnahmen hier verloren, Mist!!!
Diese ist mir beim Einstecken in der Innentasche des BW-Parkas durch das Innenfutter vom BW-Parka gerutscht und das hinkt mir heute noch hinter her.
Was soll`st, wenigstens haben wir ja noch das Bild der 8. Gruppe und das ist besser als gar nicht`s Bildliches, oder?
Ich lasse es Dir per E-Mail zu kommen
Gruß
Horner ( Beagle )
TopOfTheRock
11.02.2010, 15:06
....sondern der Spieß ( KptrpFhr ), verstanden.....
Auch wenn's besserwisserisch klingt, aber der Spiess ist nicht der KpTrpFhr (und war das auch 1984 nicht).
(nix fuer ungut, gelle)
....sondern der Spieß ( KptrpFhr ), verstanden.....
Auch wenn's besserwisserisch klingt, aber der Spiess ist nicht der KpTrpFhr (und war das auch 1984 nicht).
(nix fuer ungut, gelle)
...hahaha... Genau das is mir auch aufgefallen!
Der Spieß gehört zum KpFwTrp (ratet mal, warum?).
Ist eigentlich ganz unwichtig, denn: "den Mann mit der gelben Schnur, den hängen wir auf den Flur!" - so oder so.
Aber ich war halt am Anfang meiner merkwürdigen Bw-Laufbahn Spieß-Fahrer und bin dann im Stab herumgeirrt, da wird man so kluschei... risch. Sorry, auch nix für ungut.
Hey Jungs,
danke für das Fehlerausbügeln, wenn man euch nicht hätte, was dann?;)
Aber der Spruch " den Mann mit der gelben Schnur, den hängen wir auf im Flur"
ist immer noch parat!!! Hoffentlich liest das nicht Dein ehemaliger Sir:rolleyes:
Gruß
Horner ( Beagle )
TopOfTheRock
12.02.2010, 07:59
Wer rennt so spaet durch Nacht und Wind
es ist der Spiess mit seinem Spind
der Spind ist schwer
der Spiess hat Not
der Spind faellt um
der Spiess ist tot.
Moin TopOfTheRock,
mit soviel Hingabe der dichterischen Kunst am frühen Morgen, hat man den besten Einstieg, vom ganzen Tage, ohne Sorgen:D.
Gruß
Horner ( Beagle )
...das ist ja fast ein wenig wie früher...
als man z.B. beim Morgenappell auf die freundliche Begrüßung des besagten Herrn zurückrief:
"Guten Morgen, Herr Hauptstaubwedel! (oder: Hauptfeldblödel usw.)", was so lange von unserem Jupp (der Spieß hieß tatsächlich Josef!) nicht gehört wurde, als genügend diensteifrige Soldaten dabeistanden.
Aber wehe, die waren in Urlaub!
Da hat er uns dann - wenn er unseren fröhlichen Gruß vernommen hatte - ziemlich flott gemacht, frei nach seinem Motto: "jetzt machen wir´s mal wie bei richtigen Soldaten!!"
TopOfTheRock
12.02.2010, 13:30
Hehehe.... Horner, neenee, ist nicht selber gedichtet. Stammt auch noch aus der aktive Zeit.
Hi,
übrigens wird Mitte 2010 im neuen Standort der Bundeswehr in Illkirch-Graffenstaden (südlich von Straßburg) das Jägerbataillon 291 neu aufgestellt und auch die Bundeswehrverwaltungsstelle in Frankreich wird von Fontainebleau nach Straßburg verlegt.
Fontainebleau wird dann Außenstelle.
Ralf
Danke Onki ( Ralf),
es immer schön, neue Nachrichten aus diesen Bereich zu bekommen um weiter an den Geschnissen oder Planungen teil zu haben.;)
Gruß
Horner ( Beagle )
Rex Danny
12.02.2010, 22:52
Hi,
übrigens wird Mitte 2010 im neuen Standort der Bundeswehr in Illkirch-Graffenstaden (südlich von Straßburg) das Jägerbataillon 291 neu aufgestellt und auch die Bundeswehrverwaltungsstelle in Frankreich wird von Fontainebleau nach Straßburg verlegt.
Fontainebleau wird dann Außenstelle.
Ralf
Hallo, Onki !
Welches Unterstellungsverhältnis erfährt denn das neue Jägerbataillon 291 ?
Hast Du hierzu auch schon detailliertere Kenntnisse ? Möglichst auch zur Struktur etc. des neuen Bataillons.
Grüße,
Rex Danny
Hallo, Onki !
Welches Unterstellungsverhältnis erfährt denn das neue Jägerbataillon 291 ?
Hast Du hierzu auch schon detailliertere Kenntnisse ? Möglichst auch zur Struktur etc. des neuen Bataillons.
Grüße,
Rex Danny
Kümmere ich mich drum
Ralf
Wird das dann ein zusätzlicher Verband oder ersetzt es einen anderen?
Welches Unterstellungsverhältnis erfährt denn das neue Jägerbataillon 291 ?
D/F.
Wird das dann ein zusätzlicher Verband oder ersetzt es einen anderen?
Zusätzlich. Allerdings könnten mittelfristig andere Verbände der D/F eingestampft werden, insbesondere das Husarenregiment steht wohl zur Disposition...
Rex Danny
14.02.2010, 12:57
D/F.
Zusätzlich. Allerdings könnten mittelfristig andere Verbände der D/F eingestampft werden, insbesondere das Husarenregiment steht wohl zur Disposition...
Hallo, Kato !
D/F-Brigade habe ich mir schon gedacht.
Wenn die Husaren aufgelöst werden, dann haben aber lediglich die Franzosen Personal freigesetzt. Das JgBtl 291 soll aber nur aus deutschen Soldaten bestehen, somit muß das Personal aus anderen deutschen (evtl. aufzulösenden) Einheiten stammen.
Grüße,
Rex Danny
Der Verband wird neu aufgestellt, es wird kein anderer dadurch ersetzt.
Durch eine Anregung, kam ich auf diesen Beitrag der in einen Film von Y-Tube zeigt, für was eine Aufgabe ein Jäger befähigt ist.
Hier ein Ausschnitt von dem Jägerregiment 1, teilweise in der Tätigkeit des Häuserkampfes. Kommandeur dieses Regimentes ist welcher, der aus dem Jägerbataillion 66 Hamburg-Wentorf empor gestiegen ist.
http://www.youtube.com/watch?v=82Ibh3G32g0
Gruß
Horner ( Beagle )
TopOfTheRock
16.02.2010, 08:08
Wobei man aufpassen muss - das Jaegerregiment 1 heisst zwar so, sieht sich selber aber mehr als "Air Cavalry", also als mit Huschraubern einzufliegender Verband.
Hat mit den klassischen Jaegern nicht viel zu tun.
Moin Top Of The Rock,
also kann man das Jägerregiment 1, mehr als eine fliegende mobile Eingreiftruppe bezeichnen. Ich glaube, nach der Durchsicht von der Bildergallerie, der Panzergrenadierbrigade 16, 3.Jgbtl 66 Hamburg-Wentorf, die ersten Züge einer Weiterendwicklung des klassischen Jägers erkannt zu haben. Hier sind ein paar Bilder von einer Übung, die eine kleine Hubschrauberstaffel bei einer Luftlandeübung zeigen.
Gruß
Horner ( Beagle )
TopOfTheRock
16.02.2010, 08:31
Moin Horner,
naehrer Info zum JgReg 1 gibts hier:
Jägerregiment 1 ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerregiment_1)
Denke damit sind alle Fragen zum Thema Jaeger oder nicht bzgl. dieses Verbandes beantwortet.
Danke Top Of The Rock,
dieser Link ist sehr informativ, hier sieht man, wie das J-Regiment gegliedert, welche Waffen zu Verwendung kommen, sowie mit was für Fahrzeuge diese Truppe ausgerüstet ist und viles mehr.
Gruß
Horner ( Beagle )
Kann mir einer von euch mal die Abkürzung: JägerEAVZug erklären? Was heißt EAV?
Ich vermute mal das soll ein Unterstützungszug/Sicherungszug/ausbildungszug sein wobei mir diese Bezeichnung noch nicht untergekommen ist.
Evtl auch Erkundungs Verbindugs und Aufklärungszug wobei sich das mit den Aufgaben der ,,Spähkompanie`` überschneiden.
Mfg aus Gotha
phalanx
EAV heißt Eignungsauswahlverfahren, und wird von Bewerbern durchlaufen, um deren Eignung für den Truppenteil zu prüfen (geistig, körperlich etc).
Der Zug ist vermutlich für dieses verantwortlich.
TopOfTheRock
17.02.2010, 07:53
Neenee, kato was du meinst wird im Kreiswehrersatzamt gemacht, nicht in der Truppe.
Dieser Jaeger EAV-Zug ist in der 10./JgReg 1 angesiedelt. Diese Kompanie fuehrt die allgemeine Grundausbildung durch. EAV meint hier "Einsatzorientierte Aufbau- und Verwendungsausbildung". Aber jetzt fragt mich nicht nach den einzelnen Ausbildungsinhalten.
Wer's genau wissen will muss halt mal in der ANTRA Heer nachschauen, weiss net ob die im Netz irgendwo rumliegt. Wer aber Zugang zum Intranet BW hat duerfte dort fuendig werden.
Diese Kompanie fuehrt die allgemeine Grundausbildung durch. EAV meint hier "Einsatzorientierte Aufbau- und Verwendungsausbildung".
Ach, die alte Antra Nr. 2. Die Sorte EAV ist allerdings nicht Teil der AGA, sondern ist explizit Teil der Dienstpostenausbildung für Jäger (und Fallschirmjäger und Gebirgsjäger).
Moin zusammen,
leider war es mir nur möglich, diese Ausführung ausfindig zu machen, aber hoffe das ich damit nicht so verkehrt liege.
Gruß
Horner ( Beagle )
He Leute, ihr seid gut!
Man kann sich immer drauf verlassen, dass von irgendwo eine Antwort herkommt... Danke für die Infos.
Mir ist gesagt worden, in der Einsatzunterstützungskompanie würde einmal die AGA durchgeführt und außerdem ein Sicherungszug vorgehalten. Aber EAV und Sicherungszug passt auch wieder nicht richtig zusammen...
TopOfTheRock
17.02.2010, 12:54
Die 10./ braucht keinen Sicherungszug - wozu auch, sie geht ja nicht in den Einsatz.
Der EAV-Zug fuehrt offenbar die die Aufbauausbildung (SGA) fuer das Regiment durch.
Es ist allerdings inzwischen relativ üblich in den E/U Kompanien Sicherungszüge aufzustellen die zum einen Wachpersonal stellen und zum anderen Personal für die AGA.
phalanx
Hallo, Onki !
Welches Unterstellungsverhältnis erfährt denn das neue Jägerbataillon 291 ?
Hast Du hierzu auch schon detailliertere Kenntnisse ? Möglichst auch zur Struktur etc. des neuen Bataillons.
Grüße,
Rex Danny
Hallo,
das neue JgBtl 291 wird als zusätzliches Btl der D/F-Brigade unterstellt und gliedert sich in
Stab
Versorgungs- und Unterstützungskompanie
2 Jägerkompanien
1 Aufklärungskompanie
Das Personal kommt auf freiwilliger Basis aus allen Truppenteilen des Heeres. Es werden also keine Einheiten aufgelöst oder dem Btl unterstellt; es ist ein komplett neues Btl.
Das 3. Husarenregiment der Franzosen wird allerdings im Gegenzug von Immendingen nach Metz verlegt und nicht aufgelöst.
Hintergrund der Aktion ist ein binationales Abkommen zwichen Deutschland und Frankreich, daß nationale Brigadeteile in beiden Ländern stationiert werden sollen. Deshalb wird das JgBtl 291 in Illkirch - Graffenstaden in Frankreich aufgestellt.
Ralf
suedbaden
18.02.2010, 00:32
Und was kommt dann als Ersatz für die Husaren nach Immendingen? Hiess es nicht mal, dass eine anderer Bw-Verband dorthin verlegt werden soll?
Und was kommt dann als Ersatz für die Husaren nach Immendingen? Hiess es nicht mal, dass eine anderer Bw-Verband dorthin verlegt werden soll?
Nein, ist nicht geplant!
Die Einsatz- und Unterstützungskp haben den Auftrag die Einsatzorientierte Ausbildung für das Btl / Rgt zu koordinieren und durchzuführen. Damit soll die Ausbildung für die Einsätze optimiert werden.
Ralf
Aufklärer
16.10.2011, 16:04
Die Jägertruppe ist nach dem Mauerfall bis zum Jahr 2000 ein wenig in die Versenkung geraten.Weil nicht genau wußte, was man nach dem kalten Krieg mit der Truppengattung anfangensollte.Da die neue Einsatzlage der Bundeswehr ja noch keiner wußte(ISAF).
Durch ISAF hat die wichtigkeit der Jägertruppe zu genommen.Da der Auftrag der folgender ist:"Als Jägertruppe wird im deutschsprachigen Raum leichte Infanterie bezeichnet. Auftrag ist der infanteristische Kampf im bedeckten und durchschnittenen Gelände, sowie im urbanen Gelände im Orts- und Häuserkampf. Jäger zählen zu den ältesten Truppengattungen der modernen Heere."
Das ist in Afghanistan der Fall und somit haben die Jäger als kleiner spezieller Verband wieder einen klaren Auftrag.
Moin zusammen,
endlich hatte ich die Möglichkeit, meinen Bempel des 3.Jägerbatailion 66 in meiner ehemaligen Stammwirtschaft abzulichten. Zur damaligen Zeit ließ mein Wirt ihn gleich in das Regal stellen lassen, damit ich bei Ankunft gleich aus den richtigen Behältnis ein Frischgezapftes genießen konnte.
Das tolle an der Sache ist, das der Krug seit 1984 an ein und der selben Stelle seinen Platz hat, so wie er das erstemal in das Regal gestellt wurde. Klaus ist halt ein traditionshaltender Wirt, auch wenn man ihn nicht so oft besuchen kann :).
Gruß
Horner
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