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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Automatisierte Aufklärer, Sonden, Sensoren



FEK
26.01.2006, 13:01
die Entwicklung der moderenen Technik, vor allem die Miniaturisierung von Bauteilen sowie der Funktechnik führte zu einigen interessanten Entwicklungen um mit elektronischen Geräten Aufklärung zu betreiben. Beipielhaft möchte ich folgende anführen.

- Sensoren, welche von den USA in ihrem Vietnamkrieg eingesetzt wurden um mögliche Anmarschwege der Vietnamesen zu überwachen.

- als Baumteile getarnte Aufklärungssonden, in der UdSSR und der DDR entdeckt,

- Sonden und Sensoren zur Überwachung miltärischer Objekte, 1989 und 1990 mehrfach auf DDR Territorium enttarnt und der Öffentlichkeit gezeigt.

FEK

taupe
26.01.2006, 17:05
Hallo,

hast du vielleicht Bilder? Prinzipiell - Aufklärungssonden meint "funkender Bewegungsmelder?" oder hatten die noch mehr Fähigkeiten (sehen=video, hören etc.)?

Gruß

Michael

FEK
27.01.2006, 21:45
Bilder habe ich leider keine. Die Baumteile sollen in der Lage gewesen sein zu hören. Die 1989/90 vorgeführten konnten zumindestens seismische, magnetische und radioaktive Veränderungen feststellen und melden. Auf der Rückseite des Buches "Schöne Grüße aus Pullach" von Helmut Wagner ist so ein teil abgebildet.

FEK

taupe
31.01.2006, 19:12
Hallo,

gibts denn irgendwo eine technische Beschreibung/Dokumentation?
In dem genannten Buch vielleicht?

Gruß

Michael

FEK
31.01.2006, 19:25
habe leider noch nichts entdecken können. Auch in dem Buch nichts. Das umfangreichste mir bekannte ist mal in der "Volksarmee" abgedruckt gewesen. Zu finden hier --> http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?act=ST&f=79&t=128&st=0

FEK

taupe
31.01.2006, 19:45
kannste den Text vielleicht mal auszugsweise als Zitat hier rein, ich möchte mich nämlich nicht extra dafür in dem Forum anmelden...:D

Gruß

Michael

FEK
03.02.2006, 19:41
Michael,

das anmelden würde sich schon lohnen. Es gibt da weitere schöne Dinge zu lesen.
Habe aber mal ein wenig abgetippt.

Am 5. Januar 1990 wurde der Militärstaatsanwaltschaft der verdacht einer Straftat gemeldet - Militärspionage. Der Verdacht gründete sich auf Ergebnissen der funkelektronischen Aufklärung. Funkexperten fingen am 6. Oktober 1989 ein nur Sekunden dauerndes Signal im UHF-Bereich auf. In Wochenabständen folgten weitere Signale. Es lag die Vermutung nahe, daß es sich um einen zweiten Spionagesender handelt - ähnlich dem, der am 22. Oktober 1989 im Raum Frankfurt (Oder) in unmittelbarer Nähe einer sowjetischen Garnision enttarnt wurde. Monatelange wissenschaftliche Untersuchungen mit einem ungeheuren technischen Aufwand sowie die Dechiffrierung der Sendungen ergeben: Es handelt sich um ein lückenlos arbeitendes technisches Spionagesystem. Superempfindliche seismische Sensoren registrieren jegliche Bodenerschütterungen. Der im gerät ständig arbeitende Computer klassifiziert die seismischen Ergebnisse (z.B. Bewegungen von Räder- oder Kettentechnik, von einzelnen Fahrzeugen oder Kolonnen) sowie Richtung der Erschütterungen (also, ob sich die Fahrzeuge vom Objekt weg oder zum Objekt hin bewegen). Sämtliche Ergebnisse einer gesamten Woche werden dann vom Computer zusammengefasst, chiffriert und in nur einer Sekunde abgestrahlt. Die Antenne ragt als winziges dünnes Stäbchen aus der Erde.Die Sendeleistung beträgt 50 Watt, die Frequenz 304,466 MHz. .....

Nach den Worten Büchners müsse das Spionagegerät bei örtlicher Veränderung eine Warnsendung abstrahlen. ....

Als möglicher Nutzer wird auf das INSCOM (Intelligence and Security Command), der zentrale Geheimdienst der USA-Landstreitkräfte mit Sitz in Arlington Hall Station/Virginia, verwiesen. Nun gut. Mit Sicherheit jedoch kann angenommen werden, daß Satellitenspionage im Spiel ist.

So weit mal ein wesentlicher Auszug aus dem VA-Artikel

FEK

taupe
04.02.2006, 15:56
Hallo,

hier mal zwei Links dazu:

http://www.hofverkauf.de/spio1.jpg
(Im Wald gefundene Sonde mit Fotos, Batterien amerikanischen Ursprungs...)

http://www.hofverkauf.de/spio2.jpg
(zweiter Teil, gefunden in der Nähe einer Alarmausfahrt eines Komplexlagers im Landkreis Zwickau...Beschreibung der Bergung)

Gruß

Michael

FEK
04.02.2006, 18:56
habe noch was aus der Zeitung gefunden ("Neues Deutschland") hier werden die Abmaße und das Gewicht genannt. Mal schauen ob es mit dem Dateianhang klappt.

FEK

FEK
04.02.2006, 19:12
Hat geklappt, leider nicht komplett. Also nochmals die Datei mit Bild und Daten.

P.S. passt jetzt rein, Qualität ist aber beschissen. Die vorhandenen Daten:
Antenne ca. 25 cm lang, Abmaße 24 * 16 * 13 cm, Gewicht 7 kg. Betrifft im übrigen das im Oktober 1989 gefundene Gerät.

FEK

taupe
04.02.2006, 21:06
Hallo,

kannste das vielleicht noch mal größer - vielleicht in zwei Teilen anhängen?
Oder per mail an eloka-coldwar@web.de

Danke

Michael

taupe
06.02.2006, 15:56
so,anbei nochmal in besserer Qualität.

Gruß

Michael

FEK
07.02.2006, 06:46
ja, so ist es fein. Deutlich kann man die dünnen Antennenstäbchen erkennen. Uns auf der rechten Seite sieht man die Batterien zur Stromversorgung. Ziemlich erstaunlich was die so leisten, denn es wird ja kaum jemand alle 6 Wochen die Batterien gewechselt haben und die Technik mußte ja auch bei Minus 10 Grad sicher funktionieren.

FEK

taupe
07.02.2006, 18:30
Handelt es sich jetzt hier um das gleiche Teil oder ein 2. Exemplar?

(Bilder aus den zuvor geposteten Links)

Gruß

Michael

FEK
08.02.2006, 07:26
Wie den Erscheinungsdaten der Artikel zu entnehmen, handelt es sich um zwei verschiedene Geräte gleicher (identischer??) Bauart. Der Artikel aus dem "Neuen Deutschland" aus dem November 1989 bezieht sich offensichtlich auf das im "Volksarmee" Artikel aus dem Jahr 1990 für den 22.Oktober 1989 enttarnte Gerät.
Der "Volksarmee" Artikel hingegen beschreibt die "Ausgrabung" des zweiten Gerätes.

FEK

taupe
08.02.2006, 17:40
in der Tat, also das erste gefunden bei
einer Garnison im Raum Frankfurt

und das zweite in der Nähe eines Komplexlagers bei Zwickau.

Davon abgesehen habe ich noch ein wenig zu den Batterien recherchiert:

Also es steht ja folgendes drauf:

Grates energy products
Sealed rechargeable battery
CYCLON

Mit diesen Angaben findet man schnell folgende Spezifikationen:

-Kapazitäten 2,5Ah bis 25 Ah
-Lebensdauer 15 Jahre bei 20°C
-funktionieren in jeder Lage
-auslaufsicher
-extreme Temperaturbeständigkeit
-schnelle Aufladung
-niedrigster Innenwiderstand

Zellengröße ab 61 x ø 34,3 mm

Kurzum, perfekt für genau diesen Anwendungsfall.

Herstellerinformationen (http://www.enersysreservepower.com/cyc_b.asp) nur zwecks Quellenangabe

Gruß

Michael

FEK
09.02.2006, 06:59
Danke,

ein erstklassiger link! Es ist schon erstaunlich welche Wunderwerke der Energieversorgung existieren.

FEK

taupe
12.02.2006, 20:50
Hm,

überlege grade, ob die verbuddelten Teile auch alle wieder brav ausgebuddelt wurden??

Auch interessant wäre zu erfahren, wie viele von diesen Sondes es gab/gibt - am Ende waren die in ganz Osteuropa und wer weiss wo sonst noch zu finden?

@FEK
Aber nochmal zurück zu den "Baumteilen", hast du das Buch, auf dessen Rückseite so ein Teil abgebildet ist? Kannst du mir dann mal einen Scan zukommen lassen :D?

Gruß

Michael

FEK
12.02.2006, 21:16
Auf der Rückseite des Buches ist kein "Baumteil" sondern eines der ausgebuddelten Teile abgebildet. Schätze mal, das vom 22.10.1989. Denn ein ähnliches (oder gar das gleiche) Bild, ist in der MfS Ausstellung in der ehemaligen MfS Zentrale in Berlin Lichtenberg zu besichtigen.

Hätte selber gern so ein Foto. Wir können ja einfach mal einen dicken Ast fotografieren und dann behaupten es wäre so etwas :D Ich meine mich zu erinnern das in "Kampf auf allen Frequenzen" http://www.findmybook.de/bookdetail.php?bookid=13467445 sogar beschrieben wurde, welche Art Baum es war, von welchem in der Nähe von Moskau eine getunte Ausführung gefunden wurde. Der künstliche Baumstumpf (?) war dort wohl von einer Art, welche dort typischerweise nicht heimisch ist.

FEK

taupe
09.05.2006, 08:29
Hallo,

gestern noch gefunden und markiert - heute schon an diesen Thread erinnert :D



"[...] Wenn dem BND - ob allein oder mit reservierten Anteilen- ein WEU-Satellit zur Verfügung steht, dann kann er zweifelsohne auch die US-Technologie von Beobachtungssonden nutzen. Mindestens zehn solcher Sonden haben die US-Aufklärer Ender der 80er Jahre in der DDR ausgebracht. MfS-Abwerspezialisten fanden sie beim NVA-Depot in Storkov, beim sowjetischen Fliegerhorst in Rinnow und auch beim Mobilmachungsdepot einer DDR-Reservearmee bei Chemnitz. Die Funde nötigten den MfS-Experten Respekt ab. Denn dieses Sonden konnten, differenziert nach der Gewichtsklasse und Richtung, Bewegungen von PKWs, LKWs und Panzern oder Zügen messen und in wöchentlichen Meldungen von nur 300 Milisekunden Länge absetzen. Für den Fall massiver militärischer Fahrzeugbewegungen war ein Alarmmeldesystem mit Sofortwarnung an die NSA eingebaut. Platziert zwischen dem russischen Flugtreibstofflager und der Startbahn oder am Zufahrtsweg zum Depot wären so Mobilmachungsmaßnahmen der Streitkräfte der Warschauer Vertragsstaaten sofort erkannt worden. Über Spezialsonden zur Aufklärung von Radioaktivität waren auch Atomwaffentransporte aufspürbar [...]"/1/


Mir ist so, als würden hier noch weitere Standorte genannt, die wir noch nicht kannten oder?


1) Schmidt-Eenboom, Erich, Der BND-die unheimliche Macht im Staate, Econ Verlag, Düsseldorf, 1993, daselbst leider ohne weitere Quellenangabe

FEK
09.05.2006, 09:03
Mir ist so, als würden hier noch weitere Standorte genannt, die wir noch nicht kannten oder?


ich schätze mal, der Kollege Schmidt-Eenboom nennt hier die Standorte welche wir schon kannten.

NVA-Depot in Storkov meint sicher Storkow (präziser wäre Schneeberg bei Beeskow)
mit bei Chemnitz wird Irfersgrün (bei Reichenbach/V.) gemeint sein und
mit dem sowjetischen Fliegerhorst in Rinnow sollte Finowfurt passen sein.
Aber sonst ist alles richtig. :D

FEK

taupe
09.05.2006, 10:46
aber in den Artikeln waren doch nur zwei Orte genannt?
Ich glaub ich werd heute abend mal einen Blick auf eine Karte werfen müssen ;)

FEK
09.05.2006, 14:26
aber in den Artikeln waren doch nur zwei Orte genannt?


stimmt, genannt werden zwei :D . Der Journalist, welcher den Artikel für VA schrieb hat aber ein wenig etwas durcheinandergebracht bzw. vermengt. Beide Objekte waren NVA-Objekte. Mit der sowjetischen Garnision wird er Finowfurt meinen.
Vermute ich mal ;)

FEK

taupe
10.05.2006, 21:17
Hallo,

damit das ganze mal ein wenig plastischer wird.
Sind diese Objekte gemeint ?

Harry
10.05.2006, 21:20
Abseitsbemerkung, wenn mal jemand ein Icon für KMZ Files hat 16x16 Pixel mailen an mich...

FEK
11.05.2006, 18:57
Sind diese Objekte gemeint ?

weiß ich nicht genau. Bei Schneeberg tippe ich auf

emu
11.05.2006, 21:10
Lassen sich diese Dateien auf ein etwas "primitiveres" Format anhängen?
Mein PC schafft diese nicht zu öffnen..(vielleicht liegt es auch am CH-Provider,bei meinem Nachbarn gehts auch nicht) ...

taupe
11.05.2006, 21:29
Hallo Emu,

kurze Rückfrage:
Du hast Google-Earth installiert, um so die .kmz Datei ansehen zu können?

Falls du Google Earth installiert hast und es trotzdem nicht geht, die Datei erstmal mit "speichern untern" auf den Rechner holen und prüfen, ob sie als .kmz-Datei gespeichert wurde. Ist dem nicht so, ggf. mit der Endung .kmz umbenennen und dann nochmal versuchen zu öffnen.

Hoffe das hilft irgendwie

raven66
26.10.2008, 13:24
könnte mit Storkow auch das Gelände des ehemaligen PiR-2 gemeint sein??
"hintendran" ist da noch ein Depot. Auf dem Gelände soll sich auch ein Bunker befunden haben.