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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katastrophenalarm im Schlafzimmer



taupe
06.02.2006, 20:25
Hallo allerseits,

gerade im aktuellen Spiegel (6/06) Seite 17 gefunden:

"Rauchmelder in privaten Schlafzimmersn sollen künftig auch als Alarmgeber bei Katastrophen dienen. Weil nach dem Ende des kalten Krieges in den neunziger Jahren das bundesweite Luftschutzsirenennetz abgebaut wurde, sinnt das Bundeninnenministerium auf neue Wege für die schnellstmögliche Alarmierung der Bürger [...]
Nun hat es den Ländern empfohlen, private Haushalte zum Einbau von Rauchmeldern zu verpflichten, die mit einem speziellen Funkchip ausgestattet sind. Ferngesteuert über einen Langewellensender soll der Chip bei Bedarf die Bevölkerung mit einem druchdringenen Piepsen wecken und veranlassen, das Radio einzuschalten[...]"

und tagsüber? Rauchmelder fürs Büro und die Werkstatt und die Küche und das Klassenzimmer und überhaupt schnell Rauchmelderherstelleraktien kaufen :D

Gruß

Michael

nairolf
06.02.2006, 22:00
Da ist die Frage wie löst man Regionalen Alarm aus, und wer kontrolliert Einbau und Wartung... siehe auch www.lostplaces.de unter der Rubrik Smalltalk.

Ich meine die die "gute alte" Sirenenlösung ist immer noch die Beste. Man müsste halt wieder Ein Sirenennetz mit funktionierender Alarmierungsvariante (z.B. Per Funk alle Sirenen eines Reg. Bez.) aufbauen, samt verbunkerter Steueranlagen (Warnamt) Entsprechenden Personalstäben mit mordernster Ausrüstung etc.


Mfg

Florian

Harry
06.02.2006, 22:09
Nein das ist nicht die Frage. Schon mal den Begriff Ironie gehört?

nairolf
06.02.2006, 22:13
JA. Und ich weiß das man mit der Aufgabe des ehem. Warndienstes des Bundesamtes für Zivilschutz( jetzt BKK) einen Großen Fehler gemacht hat und doeser nur mit großen Kosten zu beheben ist.

Mfg

Florian

taupe
06.02.2006, 22:19
Nein das ist nicht die Frage. Schon mal den Begriff Ironie gehört?

:D So wars gemeint, obschon es den Artikel wirklich gibt und ich mir hier nicht etwa einen verfrühten Aprilscherz erlaube...eher schon im BMI, denn Bauvorschriften sind Ländersache! Geheiligt sei der Förderalismus

Gruß Michael

@nairolf
P.S. "AKTUELL" ist mir zu dick aufgetragen - aber wenn du meinst ;)

nairolf
06.02.2006, 22:22
Mit Aktuell meine ich das es momentan durch viele Foren Geistert...


MfG

Florian

Harry
06.02.2006, 22:35
Die Entscheidung des auflösens war eine finanzielle, eine schlichte KOsten- Nutzen Rechnung.

nairolf
06.02.2006, 22:44
Ja. und der Bund hatte den Gemeinden und Landkreisen die Sirenen Kostenlos angeboten. sie hätten nur die Wartung bezahlen müssen.

MfG

Florian

taupe
06.02.2006, 23:04
nur die Wartung bezahlen müssen.


bei der Haushaltslage, die ja seitdem nicht besser geworden ist - sicher utopisch...Und überhaupt gab es denn ein ähnliches System in den neuen Bundesländern - hätten sich diese Systeme harmonisieren lassen ?

noch ein Link zum Thema
http://www.bevoelkerungswarnung.de/home/

Gruß

Michael

nairolf
06.02.2006, 23:08
Klar gab es das. und im Zuge der allgemeinen Umstellung auf Funk wäre es durchaus möglich gewesen beide Systeme zu Koppeln

taupe
07.02.2006, 18:20
Klar gab es das. und im Zuge der allgemeinen Umstellung auf Funk wäre es durchaus möglich gewesen beide Systeme zu Koppeln

Also doch: Nicht nur die Wartung bezahlen, sondern in das System hätte auch noch investiert werden müssen?

Damit mich keiner falsch versteht: Die Aufgabe dieses Netzes befürworte ich auch nicht - aber irgendwer muß halt die Rechnung bezahlen...

Unter dem Kostenaspekt vielleicht doch ganz gut, diese Rauchmeldergeschichte. Was soll so ein Ding mit dem Standard-Funkchip (wie auch für Funkuhren) denn schon kosten? Ich versteige mich mal zu der Behauptung: Lieber so ein Ding kaufen müssen - als über Umlagen ein komplett neues Sirenensystem bezahlen zu müssen.


Gruß

Michael

nairolf
07.02.2006, 18:54
ja aber wie erreicht man das die Funktionsfähigkeit ständig gewährleistet ist???

Die Beste Lösung überhaupt womit man die meisten Personen Rund um die Uhr erreichen kann ist immer noch die Sirene.

taupe
07.02.2006, 19:22
->ja aber wie erreicht man das die Funktionsfähigkeit ständig gewährleistet ist???

Eine Möglichkeit wäre, die Systemzuverlässigkeit durch Redundanzen zu erhöhen, soll heißen, parallel andere Warnsysteme etablieren, das erhöht dann die Gesamtwahrscheinlichkeit, das dass Warnen als solches funktioniert.

Z.B. durch Nutzung von SMS (jetzt mal so eine spontane Idee). Günstig wäre eben bereits existierende Systeme zu nutzen, um Kosten zu sparen.
Natürlich erreicht man damit keine 100% Warnrate, aber besser als die momentane Situation wäre es schon.
Und auch bei Sirenen fallen Leute durchs Raster - dann ist die Oma eben halbtaub und hat kein Handy...

Gruß

Michael

nairolf
07.02.2006, 19:37
bei SMS ist das Problem der "anfälligkeit" Der Systeme durch Gewitter, Sturm und Überlastung wie z.B. Sylvester

MfG

Florian

FEK
08.02.2006, 07:38
Mein Problem wäre auch: wer will uns denn wie und wovor warnen?
Zur Zeit ist man nicht einmal in der Lage Straßenbauarbeiten in verschiedenen Stadtbezirken oder Bauarbeiten am Netz des ÖPNV zu koordinieren - um mal Berlin als "Muster" zu nehmen. Ganz zu schweigen von lenkenden Maßnahmen bei Witterungsproblemen.
Es fehlt doch praktisch an allem, beginnend bei Einrichtungen welche Katastrophen erkennen. Man denke an die Flutkatastrophe rund um die Elbe zurück.

FEK

taupe
08.02.2006, 17:11
Hm, sicher ist in dem Bereich in den letzten Jahren nicht nur an den Sirenen gespart worden.

Aber obigen Link zumindest entnehme ich, dass auch etwas Konstruktives unternommen wurde

"[...] Die eine Komponente ist eine einheitliche, sichere und rasche Kommunikationsverbindung zwischen den Warnzentralen des Bundes, den Lagezentren der Länder und den Medien. Diese Aufgabe übernimmt ein modernes, satellitengestütztes Warnsystem (SatWaS), das seit 2001 aufgebaut wurde und heute einsatzbereit ist.[...]"

Fehlt halt jetzt die zweite Komponente, die die Alarmierung an sich effektiver macht und da finde ich den Ansatz bestehende Systeme (SMS, Rundfunk, Festnetz und was man sich noch alles denken kann) ergänzt um möglichst preiswerte Systeme wie z.B. diesen Rauchmelder schon nicht unpfiffig.

Gruß

Michael

taupe
05.03.2006, 18:51
Hallo, bin da gerade über einen hochinteressanten Doku-Server gestolpert.
Passend zu diesem Thema:

Quelle (http://www.bbk.bund.de/cln_027/nn_398730/SharedDocs/Publikationen/Publikationen_20Forschung/Band_2045.html)

nairolf
05.03.2006, 18:53
Zivilschutzforschung Neue Folge Band 45.

MfG

Florian

StoMunNdlg 241/3
12.12.2008, 12:52
Bezogen auch auf Zivil.Forschung Band45 : steht ja auch drinnen, das die Lösung via SMS nicht machbar ist, da a) nicht jeder ein Handy hat, b) nicht jeder sein Handy an hat und hört und c) die Netzkapazitäten absolut nicht ausreichend sind - ich meine da irgendwo auch eine Hochrechnung geshen zu haben, da das Buch grad im Umzugskarton ist komm ich nich ran. Aber irgendwie so nach dem Motto nach 5 Tagen sind dann alle Informiert.

Ich befürworte eh ein redundant ausgelegtes Sirenennetz - über Funk und vor allem Kabelgebunden. Funk lässt sich sehr leicht stören und/oder unterdrücken, gehen wir mal von einem Angriff aus. Telefonkabel, erstrecht wenns Seperate sind, schon schwieriger. Die Frage der Kosten ist eigentlich die frage was ist den Regierenden die Bevölkerung wert.

Problem 2 ist allerdings auch nicht ganz unproblematisch : wer kennt die Sirenen Signale ? Ich denke mal niemand unter 25 kennt die (es sei denn er interessiert sich dafür).