Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Postbunker
vizekonteradmiral
02.03.2006, 21:03
Hab mir gerade das Filmchen zum Postbunker Staffel angeschaut. Viel sieht man nicht, und außer dass gegen Ende des Videos irgendein Gegenstand herunterfällt, gibt es auch keine Spannungsmomente ;)
Nee, im Ernst ....Frage: Was ist überhaupt ein Postbunker? Ein Bunker der Deutschen Bundespost? Was will/wollte die Post denn dort bunkern? Bestimmt keine Paket- und Briefsendungen ... :confused:
Hallo Frank,
ich versuch mich mal an einer Antwort.
Diese Bunker sind im Prinzip verbunkerte Vermittlungsstellen - bzw. Knotenämter, Verstärkerämter usw.. Sie finden sich also meist dort, wo große Fernmeldeleitungen (ups das Wort Telefon ist noch nicht gefallen) zusammentreffen, kreuzen usw. Solche Vermittlungen (nicht unbedingt im kleinste Ort) und Kreuzungspunkte zu schützen macht schon Sinn. Ein sabotiertes Kabel ist binnen stundenfrist reparabel, nicht aber so eine Stelle.
Meines Wissens gab es in größeren an sich nicht verbunkerten Ortsvermittlungen aber auch Schutzräume (von 2 bis 50 Personen). Die Telekom entwidmet diese heute häufig im Rahmen von Umbauten etc. Die deutsche Bundespost hatte wie die Bundesbahn ein Bunkerbauprogramm, d.h. auch, dass nicht nur der Fernmeldesektor, sondern auch Postämter mit Schutzräumen versehen war.
Die Telekom ist in DA ja recht groß vertreten. Irgendwo hab ich noch ne Drucksache aus dem hessischen Landtag, dass die hier sogar Schutzräume für bis zu 600 Personen (nur für Personal) haben...
Das mit DA find' ich jetzt nicht mehr auf die Schnelle.
Aber mit Stand 9. Wahlperiode gab es 14600 Schutzplätze auschließlich im Bereich der deutschen Bundespost in Hessen. (Drucksache 9/2513)
vizekonteradmiral
02.03.2006, 22:05
Danke Michael, klingt alles plausibel.
Ich bin zwar auch nicht mehr der Jüngste, aber meine Schwierigkeit lag darin, zu bedenken dass die Post bis vor ein, zwei Jahrzehnten nicht nur das war, was die 'gelbe Post' heute ist, sondern eben auch den Tätigkeitsbereich der heutigen Telekom innehatte.
>Viel sieht man nicht
Stimmt, ist halt alles leergeräumt gewesen. Aber so IM Berg rumlaufen hat was :D
tabularium
19.01.2008, 22:38
Wo liegt denn Staffel?
nach Staffel:
von Ahrbrück im Ahrtal die L85 nach Osten Richtung Kesseling, dann kommt Staffel.
Der Bunker ist wohl nun in Privatbesitz. Es gibt dort nichts mehr zu sehen.
Im Netz gibt es etliche Fotos aus dem Inneren.
Schöne Seite zu Marienthal und seiner Verbindung zum Postbunker
hier: http://ausweichsitz.de/museum/wissenswertes/wissenswertes.html
Ekelfranz
24.01.2008, 21:26
Guten Tag und Hallo,
ich möchte einige Hinweise zu den Diskussionsbeiträgen bezüglich des so genannten „Postbunker“ geben. Der in Rede stehende „Postbunker“ in Marienthal steht eigentlich in Kesseling, das ist circa 6 km entfernt vom Regierungsbunker Marienthal. In diesem Bunker der Deutschen Bundespost befanden sich eine große Verstärkerstelle, sowie eine Vermittlungsstelle des sog. Notstands-Netz der Bundesregierung. Dieses Notstands-Netz bestand aus dieser und weiteren Vermittlungsstellen im gesamten Bundesgebiet, an die alle im Verteidigungsfall wichtigen Einrichtungen und Behördenangeschlossen waren. Dieses Notstands-Netz war völlig unabhängig von den anderen Einrichtungen der DBP (Vermittlungsstellen, Kabelverbindungen o. ä.). Alle Ausweichsitze der Landesregierungen wurden über dieses Netz mit Marienthal verbunden. Darüber hinaus gab es natürlich auch noch Funkanbindungen. Diese Vermittlungsstellen waren ebenfalls in sog. „atombombensicheren“ Bauwerken untergebracht. Die hatten aber nichts mit den GSVBw der Bundeswehr oder des Warn- und Alarmdienstes zu tun, sondern waren separat, irgendwo an geheimen Orten verbuddelt worden. Die gibt es heute noch und sind m. W. noch immer im Betrieb.
Darüber hinaus gab es im ganzen Bundesgebiet eine größere Anzahl von verbunkerten Einrichtungen der Fernmeldedienstes der Deutschen Bundespost. Das waren oder sind große Verstärkerstellen, in denen das Fernleitungsnetz der DBP verlief/verläuft. Die Vermittlungsstellen waren eigentlich immer über der Erde. Ansonsten waren die Verstärkerstellen entweder in den Gebäuden der Vermittlungsstelle oder in kleinen, meist einzeln stehenden Häusern untergebracht. Eine besondere Rolle spielten die Verstärkerstellen in Einrichtungen der Bundeswehr, wie zum Beispiel die GSVBw`n oder große Installationen der Luftraumüberwachung. Weiterhin gab es natürlich in allen nach 1960 (Zivilschutzgesetzes von 1957) gebauten größeren Gebäuden der Deutschen Bundespost, egal ob für den Postdienst oder für den Fernmeldedienst, Schutzräume. Das war nach dem Gesetz so vorgesehen. In Gebäuden, die vor 1945 gebaut worden waren, befanden sich natürlich aus dieser “glorreichen Zeit“ Luftschutzräumen, die ebenfalls wieder für diesen „alten-neuen“ Zweck genutzt worden sind.
In den Vermittlungsstellen der DBP, die als sog. Typengebäude gebaut wurden, befand sich im Kellergeschoss der größeren Typen ein Schutzraum, der durch eine druckresistente, so sagte man, Tür gesichert war. In einigen Vermittlungsstellen waren diese „Schutzräume“ auch mit Luftfilteranlage versehen worden. Diese Räume waren, wie es immer hieß „Trümmersicher“ , aber keinesfalls ABC-sicher. In ihnen konnte zwar auch Personal sich eine Zeit lang aufhalten, aber für einen längeren Aufenthalt waren diese Räumlichkeiten überhaupt nicht vorgesehen und ausgestattet.
In diesen Räumen befanden sich die Einrichtungen des Warn- und Alarmdienstes, von denen dann die einzelnen Warnstellen und Sirenen im Anschlussbereich der jeweiligen Vermittlungsstelle gesteuert wurden. In kleineren Vermittlungsstellen, die zum Teil auch in Privathäusern untergebracht waren, wurden in unmittelbarer Nähe Betonschächte gebaut, so circa 2 bis 3 m unter der Erde, die ungefähr 2 bis 2,5 Meter Durchmesser hatten und eine Raumhöhe von etwas über 3 m. In diesen Schächten waren die Einrichtungen des Warn- und Alarmdienstes für diese Vermittlungsstellenbereich untergebracht. Personen konnten sich dort, außer für Wartungsarbeiten, nicht aufhalten.
>Der in Rede stehende „Postbunker“ in Marienthal steht eigentlich in >Kesseling
In Marienthal stand nie einer. Der hier erwähnte steht nicht in Kesseling sondern bei Staffel. In Kesseling ist nichts.
Marienthal - der ehemalige Regierungsbunker?
Steht da immer noch, leider nicht mehr zugänglich. Stimmt das?
Nein ich meinte Postbunker. Zugänglich... ich weiss nicht wieweit das Museum gediehen ist aber das kann nur ein trauriger Abklatsch dessen sein was mal war... immerhin waren wir damals als mit die ersten drin, und es war absolut irre...
StoMunNdlg 241/3
11.12.2008, 22:16
Hatte ja eben schon über Schutzbunker unter Vermittlungsstellen geschrieben -dabei kam mir , auch früher schon - die frage auf, wie das heute denn gehandhabt wird.
Ich weiß ja aus erfahrung das viele alte Vermittlungsstellen in Bunkern untergebracht waren. "Neuere" allerdings oftmals auch einfach in normalen Häusern. Wie sieht es da mit dem Schutz der Infrastruktur aus ? Gibt es da irgendwelche Richtlinien ?
Stingray
15.02.2009, 16:01
hallo gibt es die möglich in den postbunker rein zu kommen ? oder ist der auch schon wie alle anderen zu geschlossen worden ( was auch im endeffekt besser wäre um ihn zu schützen, von den ganzen deppen die alles kurz und klein schlagen)
gruß
peter
hallo gibt es die möglich in den postbunker rein zu kommen ? oder ist der auch schon wie alle anderen zu geschlossen worden ( was auch im endeffekt besser wäre um ihn zu schützen, von den ganzen deppen die alles kurz und klein schlagen)
gruß
peter
Hallo, da frag mal die örtliche Feuerwehr, die haben den Schlüssel, weil die da drin Atemschutzübungen abhalten. Aber ich schließe mich den Vortextern an, daß es Interessanteres gibt.
Viele Grüße
Boris
Nein ich meinte Postbunker. Zugänglich... ich weiss nicht wieweit das Museum gediehen ist aber das kann nur ein trauriger Abklatsch dessen sein was mal war... immerhin waren wir damals als mit die ersten drin, und es war absolut irre...
Hallo Harry,
also wenn Du in Marienthal warst, als er noch komplett war, dann ist das wirklich nur noch ein Abklatsch.
Ich war am Wochenende in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker, mir hat es sehr gefallen! Ist zwar nur 200m lang, aber trotzdem sehr interessant! Mal ehrlich, wer würde schon ein 17km langes Museum abgehen? Dagegen ist ja das Louvre in Paris winzig! Von den Unterhaltskosten mal ganz abgesehen...
Aber ein Besuch lohnt sich allemal!
Gruß
Tim
Hallo zusammen,
zum Thema Postbunker kann ich folgendes beisteuern:
Die Post (in diesem Fall die "Briefpost") hat netterweise die Einrichtung von dreien ihrer Bunker/Schutzräume uns, will sagen dem Roten Kreuz in Dortmund-Hörde, zur Verfügung gestellt.
Wir haben die Einrichtungen der besagten Bunker, und zwar waren dies die in Düsseldorf, Bochum und Dortmund, eigenhändig dort abgeholt. An allen Standorten waren Schutzräume für je ca. 800 Personen vorhanden (16 Räume für je 50 Personen) die mit Bunkerbetten (je Raum 3 Gestelle mit 2x3 Liegeplätzen) sowie dazugehörigen Wasserkanistern (a 10ltr.) und Decken ausgestattet waren. Zusätzlich befanden sich dort Nottoiletten :eek:, deren Benutzung aber sehr gewöhnunsbedürftig gewesen sein dürfte.
Zur Bauweise:
ein langer Gang, ca. 8m unter der Erde, von dem aus einseitig druckdichte Türen abzweigten. Hinter jeder dieser Türen war der Zugang zu zwei Schutzräumen, die jeweils selber auch nochmals über eigene Türen verfügten.
Die Schutzräume selber verfügten über Belüftungen (keine Ahnung welcher Art) und Notausstiege, die, Zitat: "Im Belegungsfall mit Betonsteinen zuzustapeln" waren (Habe ein nachleuchtendes Schild mit der entsprechenden Anweisung als Andenken hier zu Hause)
Die Bunker lagen allesamt unter größeren Postämtern, hier in DO unter der Hauptpost (nördlich des Hauptbahnhofes). Ich vermute, daß auch die anderen beiden Bunker unter den jeweiligen Hauptpostämtern lagen, kenne mich vor Ort aber nicht so gut aus um dies mit Sicherheit sagen zu können.
Geograph
05.04.2009, 00:07
… zum Thema Postbunker kann ich folgendes beisteuern:
Die Post (in diesem Fall die "Briefpost") hat netterweise die Einrichtung von dreien ihrer Bunker/Schutzräume uns, will sagen dem Roten Kreuz in Dortmund-Hörde, zur Verfügung gestellt.
Wir haben die Einrichtungen der besagten Bunker, und zwar waren dies die in Düsseldorf, Bochum und Dortmund, eigenhändig dort abgeholt. An allen Standorten waren Schutzräume für je ca. 800 Personen vorhanden (16 Räume für je 50 Personen) die mit Bunkerbetten (je Raum 3 Gestelle mit 2x3 Liegeplätzen) sowie dazugehörigen Wasserkanistern (a 10ltr.) und Decken ausgestattet waren. Zusätzlich befanden sich dort Nottoiletten :eek:, deren Benutzung aber sehr gewöhnunsbedürftig gewesen sein dürfte.
Zur Bauweise:
ein langer Gang, ca. 8m unter der Erde, von dem aus einseitig druckdichte Türen abzweigten. Hinter jeder dieser Türen war der Zugang zu zwei Schutzräumen, die jeweils selber auch nochmals über eigene Türen verfügten.
Die Schutzräume selber verfügten über Belüftungen (keine Ahnung welcher Art) und Notausstiege, die, Zitat: "Im Belegungsfall mit Betonsteinen zuzustapeln" waren (Habe ein nachleuchtendes Schild mit der entsprechenden Anweisung als Andenken hier zu Hause)
Die Bunker lagen allesamt unter größeren Postämtern, hier in DO unter der Hauptpost (nördlich des Hauptbahnhofes). Ich vermute, daß auch die anderen beiden Bunker unter den jeweiligen Hauptpostämtern lagen, kenne mich vor Ort aber nicht so gut aus um dies mit Sicherheit sagen zu können.
Herzlich willkommen im »Cold-War-Forum« und vielen Dank für diesen interessanten Beitrag!…:)
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Rosengarten
06.07.2010, 23:10
Hallo!
Das Thema gibt es schon also schließe ich mich hier mal an:
Da sich am Wochenende ja die Möglichkeit bot den Bunker „THW3“ und anschließend noch den Regierungsbunker nochmals zu besichtigen lag der Postbunker in Staffel ja mehr oder weniger auf dem Hinweg. Hab dann mal hier im Forum gesucht ob hier schon Bilder veröffentlicht wurden. Da dies noch nicht der Fall ist hier ein paar Fotos!!
Hätte sie gerne in etwas bessere Qualität eingestellt jedoch gab es irgendwie Probleme beim Hochladen
LG
Die Bilder zum Postbunker liegen auf whttp://www.fulda-gap.de/postbunker.htm
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