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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : SAS Molzau, Philippsburg (BW)



Siegfried-Kremer
01.01.2013, 22:11
Diese SAS (Special Ammunition Site = Sonderwaffenmunitionslager ) Philippsburg ist nun seit kurzem geräumt. Vorher war sie von einem Pyrotechniker belegt, der dort seine Feuerwerkskörper lagerte. Diesen Pyrotechniker kannte ich zufällig gut, und er ließ mich mal über das Gelände ziehen.

Siegfried-Kremer
03.01.2013, 23:50
Und das KMZ - File dazu:

WolfgangL
05.01.2013, 08:19
Hallo Siegfried,

Du bist mit Deinen Fotos sicher eine große Bereicherung für dieses Forum. Ich kenne Deine Arbeiten von Youtube.

Hast Du Neuigkeiten aus dem Raum Enkenbach? Von den Bunkern, die ähnlich aussehen, wie die in Philippsburg? Die ehemalige Site ist jetzt ein Solarpark. Haben wir uns dort vor etwa einem Jahr persönlich gesehen?

Viele Grüße aus der Zentralpfalz!

Wolfgang

Siegfried-Kremer
05.01.2013, 14:19
Hallo Wolfgang,

erst einmal danke für die Blumen. Bin über einen Panoramio Kollegen den ed22ful hier auf dieses Forum gestoßen. Wir hatten eine gemeinsame Bunkertour nach Offenburg gemacht und er hat mir eben über dieses Forum berichtet. Palatinat war auch dabei. War richtig schöner Ausflug. Mache ja ansonsten meine Touren eher alleine. Also daß wir uns bei der Metro Tango III Site in Enkenbach getroffen haben sollen, daran kann ich mich leider nicht erinnern. War eigentlich an einem schönen Sommertag alleine auf dem gesamten Gelände. Von den Solarplänen hatte ich gehört. Wenn das jetzt umgesetzt ist sollte ich direkt im Frühjahr nochmals hinfahren, um auch nach der in der Nachbarschaft gelegenen Site zu schauen. Hast Du Ahnung über Clausen, was da noch steht ?

Viele Grüße aus dem badischen Philippsburg sendet Dir Siegfried

Wolfsrudel89
06.01.2013, 02:52
Hast Du Ahnung über Clausen, was da noch steht ?


Hallo, in Clausen steht bis auf den Zaun eigentlich noch alles! Ist zwischendrin nur eben alles mit Photovoltaik
vollgeknallt.

PS:Könnte sein dass die beiden Hallen beim Eingangsbereich auch weg sind, aber die Bunker+Betonwachturm stehen noch.

Mit freundlichem Gruß aus der Pfalz
Manuel

Siegfried-Kremer
06.01.2013, 03:03
Danke @Wolfsrudel89 -Manuel. Steht auf meiner Liste, dabei will ich noch den alten Fehrbacher Tunnel unter Kömmerling Fabrik durchschreiten, alles bei Pimasens. Grüße aus dem badischen Philippsburg Siegfried

WolfgangL
06.01.2013, 10:34
Hallo Siegfried,

wenn, dann haben wir uns auf Site II gesehen - dort ist jetzt der Solarpark.
Wir waren im vergangenen Sommer zu zweit plus Hund dort, und als wir in das Wasserreservoire, mitten unter den Bäumen geschaut haben, kam uns jemand mit Kameraausrüstung entgegen .... hätte sein können .... wenn Du mal wieder in der Nähe bist, gib Bescheid.

Zu Clausen kann ich leider gar nichts sagen.

Schönen Sonntag!

Wolfgang

ed22ful
06.01.2013, 11:24
Moin,

zu Clausen kann ich kurz einschwenken, obwohl es dafür ja einen eigenen Thread gibt.

Ich war letztes Jahr Sonntags da unten (nicht das erste mal) und hab mal wieder ein paar Bilder gemacht, da war alles schon neu eingezäunt und Teile der Solaranlage standen.

Als ich vor dem Eingang parkte, kam ein netter Typ vom Wachschutz raus, mit dem ich mich kurz unterhielt, kurze Zeit später kam dann der Bürgermeister von Clausen, Herr Wadle, angefahren (Sonntags, vorbildlich!).

Wir standen da zu dritt, hab bisl erklärt, was ich so mache und dann hat Herr Wadle mich eingeladen, mit seinem Privatauto eine Runde über das Gelände als Besichtigungstour zu fahren, Super.

Hab da gar keine Fotos geschossen, weil wir uns echt gut unterhalten haben, ein netter Mann.

Er bot mir sogar an, den Turm des SSCC zu besichtigen, allerdings haben wir das dann doch nicht gemacht aufgrund der nistenden Falken (Tierschutz geht vor Eigeninteresse).

Das Wachgebäude möchte er übrigens gerne original renovieren und in eine Art Ausflugs-Kaffee mit dazugehörigem kleinen Doku-Center über die Anlage verwandeln, aber in keinem Fall abreisen, Klasse Idee.

Am Ende hat er mich dann noch zur Eröffnung eingeladen, die ich aber leider nicht wahrnehmen konnte.

Hier noch ein Zeitungsartikel als Pdf (auf dem obersten Foto ist der Bürgermeister der fünfte von rechts mit Akte unter dem Arm).


http://www.magin-druck.de/graefensteinbote_online/graefensteinbote_30-2010.pdf


ed

gizmo975
08.09.2013, 19:09
19202 19203

danke stadt philippsburg

gizmo975
08.09.2013, 19:16
19204 19205

Wollte nur mal wieder vorbei schauen. Da kam der Sohn des ( noch ) Pächters und führte mich ein wenig rum. Die Stadt Philippsburg lässt ALLES abreißen und aufforsten. Bis ca. ende der nächste Woche ist alles weg.

ed22ful
09.09.2013, 16:14
Traurig Traurig,


wäre ein wunderbares Objekt für die zukünftigen "Tage des unbequemen Denkmals" gewesen, aber wie immer, der Amtsschimmel hat gewiehert.

Fazit: Wieder ein Stück Geschichte des KK sinnlos zerstört.

Trotzdem Danke für die Bilder.

Gruß


ed

gizmo975
09.09.2013, 20:22
wäre ein wunderbares Objekt für die zukünftigen "Tage des unbequemen Denkmals" gewesen

Allerdings . Hätte man ein schönes Museum daraus machen können . Das Wachgebäute ist bis ende der Woche wohl verschwunden , die ganzen Straßen , Bunker ( bis auf 2 für die Fledermäuse ), Nutzgebäute alles weg . :mad:

moped
09.09.2013, 22:08
Was für eine unnötige Aktion.
Man sieht mal wieder, wie wenig koordiniert die Fachbehörden der Länder agieren. Während in R-P immerhin schon ein erstes SAS formal unter Denkmalschutz steht, werden besser erhaltene Anlagen in BW immer noch fleißig abgerissen.

Selbst wenn der Abriss aus irgendwelchen Gründen unausweichlich gewesen wäre, so hätte man doch immerhin mit wenig Aufwand Ausstattungsteile sammeln und woanders in sinnvollem Zusammenhang präsentieren können. So gehörts jetzt halt dem Schrotthändler.:mad:

Frustriert,

Marc

gizmo975
09.09.2013, 23:52
Als Ich es gestern sah was gemacht wird , verstand ich die Welt nicht mehr. 2 Unternehmen ( eine Hunde Pension ( da hätte Ich meinen Hund gerne untergebracht ) und ein Feuerwerker) wurde die Immobilie genommen für nichts.

armes Deutschland

ed22ful
09.09.2013, 23:59
Tja,

als nächstes wird wohl das SAS in Bruchköbel-Erlensee bei Hanau dran glauben müssen, ist schon so geplant, die drei Bürgermeister verstehens ebenso wenig wie die in PB.
Aber der Rest dort wird dann schön geredet, von wegen Top Immobilie etc., irgendwie kauft nur keiner.


ed

matrix
10.09.2013, 13:34
Wirklich sehr schade, Philipsburg als eines der wenigen BW Lager mit den typischen Laufgräben, wäre erhaltenwert gesesen. Und wenn es "nur" durch die Vermietung / Nachnutzung gewesen wäre. Da verkehrsgünstig gelegen, wäre m.E. Unterschutzstellung und touristische Nutzung auch kein realitätsferner Gedanke gewesen.

Hanau Erlensee liegt natürlich noch besser wenn man an eine Nutzung als Museum denken würde.
Auch hat es ein Alleinstellungsmerkmal, es wurde vorzeitig geschlossen, da es durch die RAF "kompromittiert" wurde (D.h.es wurden zu viele Details ausspioniert, so dass die Sicherheit nicht mehr dauerhaft gewährleistet werden konnte) und es hat direkt nebenan eine zweite SAS. Ich erinnere mich an meinen Besuch dort vor 3 Jahren, da war der Zustand aufgrund der Bewachung durch Objektschutz noch um einiges besser als z.B. in der Area One.

Grüsse
matrix

Firefighter
10.09.2013, 14:08
Da bekommt man wieder einen richtigen Hass auf unsere Lokalpolitiker wenn man solche Bilder sieht :mad:

Zur Vorgeschichte des Abrisses gibts übrigens hier zwei Presseartikel:
http://www.pyraten.de/kw/presse.htm

Die von matrix angesprochenen Laufgräben wurden schon vor einigen Monaten rückgebaut, ebenso wie der Stahlwachturm.
Alleinstellungsmerkmale hatte das Lager definitiv, unter anderem auch das eine Perimetersicherung mittels Mikrowellen und Detektionskabel gänzlich fehlte. Der Ausbau des Lagers in den 70er/80er-Jahren nach dem LRSP/WADS erfolgte nur sehr spartanisch.
Die Gebäude selber hatten bis vor kurzem noch einen guten Zustand.

Aber zu spät, Daumen hoch an den Gemeinderat PB und die Denkmalbehörden!

Horner
13.09.2013, 03:26
Vielen Dank Firefighter für den Link aus den Presseartikeln,
wie ich dieses gelesen habe, kam mein Herz und Gewissen in Wallung, besonders weil man einen Menschen ( aus NRW ) ein Grundstück verkauft, von dem die vermeintliche Obrigkeit das Wissen hatte, das die gekaufte Fläche mit Altlasten von Munition kontaminiert ist und dieser jetzt für die Endsorgung gerade stehen muss.
Dabei ist doch alles doch alles in der Gesetzesgebung der Gründungsväter der BRD klargestellt, das man sich dadurch strafbar macht und dieses auch für alle Bundesbürger und vor allen Dingen, sich staatliche Behörden daran zu richten haben.
Diese gibt das Bundesmisterium für Justiz in einen nichtamtlichen Inhaltverzeichnis vor:
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__263.html
Wir alle haben unseren Arsch für Werte bereitgestellt um diese auch in Zukunft zu wahren, aber leider hat es den Anschein, das es diese nicht mehr gibt....

Gruß
Horner

kato
13.09.2013, 08:10
Also ohne Bodengutachten würde ich nicht davon ausgehen dass irgendeine angebotene BIMA-Fläche garantiert kampfmittelfrei ist. Steht auch im Regelfall irgendwo im Kleingedruckten.

wuffingen
26.09.2013, 20:10
19204 19205

Wollte nur mal wieder vorbei schauen. Da kam der Sohn des ( noch ) Pächters und führte mich ein wenig rum. Die Stadt Philippsburg lässt ALLES abreißen und aufforsten. Bis ca. ende der nächste Woche ist alles weg.

Wer übernimmt eigentlich in so einem Fall die Abrißkosten? Der Bund oder die Stadt Philippsburg?

Guenther
26.09.2013, 21:54
Immer der Eigentümer

mfg günther

Firefighter
26.09.2013, 21:58
Hier spielen die genauen Besitzverhältnisse eine Rolle. Wenn die Stadt das Gelände einschließlich Gebäude gekauft hat dann die Stadt.
Wenn die BImA nur den Grund und Boden an die Stadt zurückgegeben hat, meistens die BImA.
Kommt immer auf den Einzelfall drauf an. Bei Phillippsburg hat die Stadt laut den Presseberichten ihr Vorverkaufsrecht genutzt, ergo das Grundstück mit Gebäude vom Bund gekauft und muss sofern es keine spezielle Klausel gibt auch den Abriss bezahlen.

wuffingen
27.09.2013, 08:02
Hier spielen die genauen Besitzverhältnisse eine Rolle. Wenn die Stadt das Gelände einschließlich Gebäude gekauft hat dann die Stadt.
Wenn die BImA nur den Grund und Boden an die Stadt zurückgegeben hat, meistens die BImA.
Kommt immer auf den Einzelfall drauf an. Bei Phillippsburg hat die Stadt laut den Presseberichten ihr Vorverkaufsrecht genutzt, ergo das Grundstück mit Gebäude vom Bund gekauft und muss sofern es keine spezielle Klausel gibt auch den Abriss bezahlen.


Die Stadt Philippsburg scheint ja dann im Geld zu schwimmen, wenn sie sich den Abriß leisten kann und nicht auf Mieteinnahmen angewiesen ist.

Firefighter
28.09.2013, 00:40
Die Stadt Philippsburg scheint ja dann im Geld zu schwimmen, wenn sie sich den Abriß leisten kann und nicht auf Mieteinnahmen angewiesen ist.

Die Stadt Philippsburg wird dank dem Kernkraftwerk und dem Goodyear-Werk genügend Gewerbesteuer kassieren und den Städten und Gemeinden im Speckgürtel um Karlsruhe gehts im allgemeinen nicht schlecht. Trotzdem unnötig Geld aus dem Fenster geworfen, weil es ja definitiv Nachnutzer für das Gelände gab.

Das nächste "Konversionsprojekt" was für die Stadt kommen könnte liegt übrigens in Sichtweite von der StoMunNdl und dem Sonderwaffenlager. Hier befindet sich ein großes FBG-Tanklager was vor einigen Jahren aufgegben wurde. Da wird eine komplette Beseitigung aber richtig teuer, so ein Erdüberdeckter Tank ist nicht in wenigen Tagen beseitigt.

Siegfried-Kremer
27.10.2013, 14:28
Ja es ist leider die trauige Wahrheit. Die SAS Philippsburg und die daneben liegende Standortmunitionsniederlage werden bis auf wenige Ausnahmen dem Erdboden gleich gemacht, bzw. es wurden mächtige Sanddünen aufgebaut. Bei einer offiziellen Besichtigungstour, durchgeführt von der Stadt Philippsburg und der Firma Gredler & Söhne, konnten Palatinat und meine Person sich den aktuellen Stand betrachten. Der Turm der SAS soll laut Aussage des Bürgermeisters stehen bleiben. Es werden 2 Bunker der sich angrenzenden Standortmunitionsniederlage für den Forstbetrieb erhalten bleiben. Ein weiterer Bunker bleibt auch stehen und wurde in eine Fledermaussiedlung umgebaut. Das eigentlich schöne bei dieser Führung war, dass wir uns von der Besichtigungsgruppe mal kurz absetzen konnten, um den Turm zu besteigen. Für mich war es der erste SAS Turm von innen.

Siegfried-Kremer
27.10.2013, 21:28
Noch zur Information. Die Firma Gredler & Söhne hat ja den Rest der Salmkaserne in Philippsburg gekauft und will dort ein Bioheizkraftwerk errichten, da die Firma Gredler & Söhne im großen Stil Baumfällarbeiten und Baumschnittarbeiten durchführt. Den anfallenden Schnitt will diese Firma dann selbst verheizen und Strom erzeugen. Nun sieht es so aus, dass diese Firma die Abbruchkosten der SAS und der Standortmunitionsniederlage übernommen hat und hat dafür Ökoausgleichspunkte von der Stadt bezogen oder so ähnlich. Anscheinend hat die Stadt durch den Rückbau der SAS soviel Ökoausgleichpunkte bekommen, dass sie einen Teil an diese Firma abgetreten hat und die dafür den Abriss finanzierte. Auch konnte z.T. Sand, der bei der Freilegung der Kasernenbunker angefallen war, dort in der SAS zu einem Sandhügel aufgetürmt werden. Bei dieser Besichtigungstour wurde immer wieder von einer Win-Win Situation gesprochen, also für die Stadt und diese Firma jeweils eine Gewinnsituation. Näheres weiss man eben nicht was da alles so im Hintergrund gedreht oder verhandelt wurde. Aber alle Beteiligte schienen glücklich und Würstchen und Getränke wurden auch noch serviert. Malzeit

moped
28.10.2013, 10:02
... Bei dieser Besichtigungstour wurde immer wieder von einer Win-Win Situation gesprochen, ...
wohl eher "WIN-WIN-LOOSE" , wenn man das Ergebnis für die Denkmalpflege mit einbezieht :-(
Aber das ist man ja mittlerweile gewohnt.

area51
29.10.2013, 21:19
.... Auch konnte z.T. Sand, der bei der Freilegung der Kasernenbunker angefallen war, dort in der SAS zu einem Sandhügel aufgetürmt werden. .....

Welche Kasernenbunker meinst Du? Ich kann mich nicht mehr erinnern dass auf dem Kasernengelände irgendwelche Bunker zu sehen waren - ist aber schon einige Zeit her....

Siegfried-Kremer
30.10.2013, 13:00
Welche Kasernenbunker meinst Du? Ich kann mich nicht mehr erinnern dass auf dem Kasernengelände irgendwelche Bunker zu sehen waren - ist aber schon einige Zeit her....
Jedes Mannschaftsgebäude hatte 3 Bunker, die jeweils direkt vom Keller der Mannschaftsgebäude einen Zugang haben. Diese Bunker sind nun freigelegt und sollen eben auch abgerissen werden. In den Mannschaftsgebäuden sollen auch noch etliche Wandgemälde von Soldaten sich befinden. Der technische Bereichsleiter der Firma Gredler & Söhne hat mir nun versprochen, einen fotografischen Rundgang mit meiner Person noch in den Mannschaftsunterkünften zu unternehmen. Den hatte ich bei der offiziellen Besichtigungstour der SAS kennengelernt, und er hatte nur gemeint, als er neu in Philippsburg ankam vor Monaten hatte er als erstes mal meine Bilder der Salmkaserne von Philippsburg in PANORAMIO entdeckt. Da gerade der Bürgermeister daneben stand, sagte dieser nun, ja die Stadt hätte für das Archiv daran auch Interesse. Mal schauen, ob dies wahr wird.

Firefighter
30.10.2013, 13:22
Gestern war in der Rheinpfalz zu Philippsburg auch ein Beitrag:


Fledermaus statt Kommunistenschreck
Philippsburg: Ehemaliges Lager für Atommunition wird wieder zu Wald umfunktioniert

Von Lutz Schwab

Die Natur hat sich viel zurückgeholt von dem Gelände im Wald bei Huttenheim, einer Ortsgemeinde Philippsburgs. Wo jetzt Bäume wachsen, hatte von 1963 bis 1997 die Bundeswehr ein Raketenbataillon stationiert. Zudem durften die Deutschen ein Munitionslager der Amerikaner bewachen, die am Standort Atomgranaten bereithielten – nur für den Fall, dass die Sowjets doch einmal ernst gemacht hätten.„Das war alles freies Gelände“, erinnert sich einer der einstigen Soldaten bei einem Besuch auf dem 20 Hektar großen Areal. Die Stadt Philippsburg und die Firma Bio-Energie Nordbaden hatten jetzt zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, denn: Auf dem Gelände werden schon wieder große Pläne umgesetzt. Wie viele Atomgranaten nach dem Nato-Doppelbeschluss von 1979 in Philippsburg lagerten ist unbekannt. Sogar der einstige Standortkommandant Waldis Greiselis gibt vor, damals „nicht nachgezählt“ zu haben. Dass Joschka Fischer aber in Philippsburg 1981 gegen die Nachrüstung demonstrierte, daran erinnert er sich. Ebenso an hektische Anrufe von Journalisten, wann die Zufahrt zur Militäreinrichtung geräumt werde, als die Demonstranten mit einer Sitzblockade die Wege dichtgemacht hatten.Doch die Zeit des Kalten Krieges ist vorbei, das Areal soll grün werden. Mühsam wurden in den vergangenen Monaten 21 der 24 Bunker abgetragen, der darüberliegende Sand (45.000 Kubikmeter) wurde zu künstlichen Dünen aufgeschüttet, Mutterboden wurde herangekarrt, 6000 Bäume gepflanzt – und der Forstrevierleiter Christian Hautz ist angesichts des Tempos der vergangenen Monate überzeugt: „In sechs bis acht Wochen ist das fertig.“

Drei der alten Bunker bleiben stehen. Zwei werden als Lager für den städtischen Bauhof dienen, wie Philippsburgs Bürgermeister Stefan Martus erklärt. Der letzte Bunker soll Fledermäusen als Zuflucht dienen. Der eigentlich Clou ist aber ein Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der ehemaligen Salmkaserne, das die Firma Bio-Energie noch bauen will. Das Kasernengelände wird nämlich zu einem 11,5 Hektar großen Gewerbe- und Industriegebiet, das dann vom Blockheizkraftwerk versorgt wird, wie Martus zufrieden berichtet. Die Stadt sei dann rechnerisch in der Lage, den Eigenbedarf an Energie aus grüner Technologie zu decken. Auch wenn die riesige Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Reifenherstellers Goodyear Anfang diesen Jahres den Rang als größtes Solardach Deutschlands abgeben musste, sei die Energiebilanz der Stadt enorm ökologisch. Noch nicht eingerechnet sei sogar die Wärmeleistung des Bio-Energie-Blockheizkraftwerks, so Martus. Es liefen seitens Bio-Energie derzeit noch Verhandlungen mit anderen Energieunternehmen, die Fernwärme abnehmen und weitervermarkten könnten.

Der Mantel des Vergessens soll aber nicht über die Geschichte des Geländes und dessen Rolle im Kalten Krieg gehängt werden; darüber wacht allein schon der Philippsburger Heimatkundeverein. Der alte Wachtum des Munitionslagers solle stehen bleiben, um an die unselige Zeit zu erinnern, als Atomwaffen in der Region lagerten.

Der letzte Bunker ist zur Fledermaushöhle umdekoriert worden (oben). Stehen bleiben wird der Wachturm des ehemaligen Munitionsdepots (rechts). Hier wurde Anfang der 1980er gegen die Stationierung von Atomwaffen demonstriert. Fotos: Stockhoff (2)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene
Ausgabe: Nr.251
Datum: Dienstag, den 29. Oktober 2013
Seite: Nr.24

wuffingen
02.11.2013, 23:45
Jedes Mannschaftsgebäude hatte 3 Bunker, die jeweils direkt vom Keller der Mannschaftsgebäude einen Zugang haben. Diese Bunker sind nun freigelegt und sollen eben auch abgerissen werden. In den Mannschaftsgebäuden sollen auch noch etliche Wandgemälde von Soldaten sich befinden. Der technische Bereichsleiter der Firma Gredler & Söhne hat mir nun versprochen, einen fotografischen Rundgang mit meiner Person noch in den Mannschaftsunterkünften zu unternehmen. Den hatte ich bei der offiziellen Besichtigungstour der SAS kennengelernt, und er hatte nur gemeint, als er neu in Philippsburg ankam vor Monaten hatte er als erstes mal meine Bilder der Salmkaserne von Philippsburg in PANORAMIO entdeckt. Da gerade der Bürgermeister daneben stand, sagte dieser nun, ja die Stadt hätte für das Archiv daran auch Interesse. Mal schauen, ob dies wahr wird.


Wie groß sind die Bunker unter den Mannschaftsgebäuden?

Siegfried-Kremer
04.11.2013, 18:29
Kann ich Dir noch nicht genau sagen, habe aber jetzt die Einladung zum Fotografieren bekommen. Da werde ich mit Sicherheit auch diese Bunker festhalten. Noch ein paar Tage, dann werde ich die Ergebnisse präsentieren.

gizmo975
04.11.2013, 20:05
Wann gehst Du ?

Siegfried-Kremer
05.11.2013, 17:50
Tut mir leid Gizmo975, ich war leider schon drinnen, mußte mich an den Zeitrahmen der Firma Gredler & Söhne halten. Bilder sind im Thread Salmkaserne Philippsburg zu sehen.

gizmo975
24.06.2014, 22:51
War vor ein paar Wochen mal da und konnte übers Gelände streifen...

vorher: 22276 jetzt: 22277 22275 22278 22279

gizmo975
24.06.2014, 23:03
22280 22281 22282 22283

gizmo975
24.06.2014, 23:05
22284 22285 22286 22287

Siegfried-Kremer
25.06.2014, 00:07
Danke Gizmo975 für die aktuellen Bilder aus meiner Heimatgemeinde über die SAS. Den Turm hatte ich letztes Jahr auch bestiegen. Alles frei zugänglich. Bin zur Zeit sehr oft im Osten unserer Republik unterwegs aber ich muss mal dringend in die Molzau hoch fahren, um auch einen aktuellen Stand festhalten zu können.

gizmo975
25.06.2014, 08:14
Bist du nicht mehr wohnhaft in Philippsburg ??
Mfg Gizmo975

Siegfried-Kremer
25.06.2014, 23:17
Keene Sorge Gizmo 975. Noch wohne ich in Philippsburg. Ich liebäugle eben nur mit öfteren Besuchen in Berlin und Umgebung. Da ist das Eldorado für uns Urbexer und Kasernenschleicher :=). Grüsse Siegfried

gizmo975
14.09.2014, 23:38
Update :mad:

Als Ich Heute auf dem Heimweg von Fischbach war , machte Ich noch einen Abstecher über Philippsburg.

22830 22831 22832 22833

Das Wachgebäute fehlt

ed22ful
14.09.2014, 23:47
Da mache ich mir schon Gedanken über Sinn oder Unsinn.

Warum konnten die das Wachgebäude nicht gleich auch stehen lassen bzw. die ganze Anlage? :wand:

Einzig die Baufirma hat sich gefreut… verkehrte Welt.

Einen schönen Abend euch allen


René :bye:

gizmo975
14.09.2014, 23:50
Da könnten man doch heulen :grummel:

ed22ful
14.09.2014, 23:51
Tja, vieles hätte man für die Area1 nehmen können...

gizmo975
15.09.2014, 00:02
Allerdings

gizmo975
27.01.2015, 10:29
So... Bauzaun ist jetzt weg.
3 MLH stehen noch und der Hauptwachturm.

23462. 23463. 23464

gizmo975
27.01.2015, 10:33
23465. 23466. 23467

gizmo975
27.01.2015, 10:36
23468. 23469. 23470


Zu heulen.....

DeltaEcho80
27.01.2015, 15:51
Danke für die Bilder!

Da lagerte doch die Sonder-Mun für die 12. PzDiv, oder?

gizmo975
27.01.2015, 18:32
Das Raketenartilleriebataillon 122 war in Philippsburg stationiert. Des mal als Hinweis der Bewaffnung.

MfG Gizmo975