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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bahnbrücke bei Riglasreuth



CampGates
08.08.2010, 21:10
Servus miteinander!

Da ich momentan richtig "heiß" auf´s "Sperrensuchen" bin, hab ich den heutigen Sonntagnachmittag gleich nochmal genutzt, einen Ausflug in die nördliche Oberpfalz zu starten. Kürzlich hatte Rex Danny den Vorschlag gebracht, die Bahnbrücke bei Riglasreuth auf Sperranlagen hin zu "untersuchen". Gesagt, getan!

Als Ortsunkundiger ist es fast schon ein kleines Abenteuer geeignete Wege zu der Brücke zu finden. Ein Queren der Fichtelnaab in diesem Bereich ist unmöglich, so musste ich eine fahrradtaugliche Zufahrt zu beiden Widerlagern separat suchen. Beide Widerlager liegen im Wald und sind stark verwachsen, der Pfeiler liegt unmittelbar am Ufer zur Fichtelnaab, die Böschung auf der Südseite ist fast senkrecht.

Ich hab mal versucht nach "bestem Wissen und Gewisssen" einige Photos zu schießen, da ich aber wahrlich kein Meister des Photographierens bin, sind die Bilder (vor allem die, welche "gen Himmel gehen") in Hinblick auf Sperranlagen, denke ich, nicht sehr aussagekräftig. Von welchen Bereichen wären Detailaufnahmen nötig, um eine definitive Aussage über das Vorhandensein einer Sperranlage treffen zu können?

Hier die Photos, aufgenommen heute am Nachmittag:

Blick nach Südosten, Gesamtansicht
http://up.picr.de/4941228.jpg

Blick nach Südosten, gesamter Pfeiler
http://s1.up.picr.de/4941230.jpg

Blick nach Südosten, Pfeiler obere Hälfte und Teile des Überbaues
http://s2.up.picr.de/4941231.jpg

Blick nach Süden, Frontalansicht der Nordseite des Pfeilers
http://s3.up.picr.de/4941237.jpg

Weitere Photos folgen….

CampGates
08.08.2010, 21:13
Blick nach Südwesten, Pfeiler
http://s4.up.picr.de/4941240.jpg

Blick nach Südosten, gesamter Pfeiler

http://s5.up.picr.de/4941245.jpg

Hier noch die geographische Lage an Hand eines KMZ-Files:

Gruß Hagen

CampGates
09.08.2010, 20:35
Hallo miteinander!

Bezüglich der Brücke habe ich im Netz noch etwas nachgeforscht und einige vielleicht ganz interessante ergänzende Informationen gefunden:

Das Eisenbahnviadukt wurde 1877 eingeweiht und ist maximal 42 hoch. Bereits im zweiten Weltkrieg sollte dieses durch eine SS-Einheit gesprengt werden, was aber dann (glücklicherweise) doch nicht erfolgte (ist dies vielleicht ein Hinweis auf eine Sperranlage?).

Gemäß einer Touristeninformation (nach unten "scrollen", schöne Photos!) soll es möglich sein, die Brücke mittels zwei am Überbau angebrachten Stegen "per pedes" zu überqueren:cool:!!??

Fichtelnaabviadukt (http://pension-sonnental.de/fichtelnaab.htm)

Sollte die Auskunft richtig sein, bietet dies natürlich eine ideale Möglichkeit Detailaufnahmen zu schießen um somit eine evtl. vorhandene Sperranlage nachzuweisen:)! Ich werde mich darum bemühen:)!

Gruß Hagen

CampGates
23.10.2010, 19:15
...Gemäß einer Touristeninformation ... soll es möglich sein, die Brücke mittels zwei am Überbau angebrachten Stegen "per pedes" zu überqueren!!??

Sollte die Auskunft richtig sein, bietet dies natürlich eine ideale Möglichkeit Detailaufnahmen zu schießen um somit eine evtl. vorhandene Sperranlage nachzuweisen! Ich werde mich darum bemühen...

Hallo miteinander,

heute am Nachmittag war ich nochmals an der oben beschriebenen Bahnbrücke bei Riglasreuth, um evtl. vorhandene Sperranlagen zu entdecken.

Eine komplette Querung zu Fuß ist wirklich möglich (!!!) (ob offiziell erlaubt, weiß ich jedoch nicht), da an der Ostseite des Fachwerküberbaues eine Art "Wandersteg" angebracht ist. Zudem verläuft unter dem westlichen Gleis ein weiterer Wartungssteg, der ohne große Probleme zugänglich ist. Von hier aus kann man jeweils relativ gut photographieren, jedoch durchschneiden die zahlreichen Fachwerkträger leider teilweise das Sichtfeld. Besonderen Augenmerk habe ich auf den Mittelpfeiler genommen, hier speziell den Bereich im Umfeld des Wartungssteges, um evtl. vorhandene Sprengkammern zu entdecken.

Hier die Photos:

"Wandersteg" an der Ostseite des Bauwerks
http://up.picr.de/5490317.jpg

Wartungssteg unter dem westlichen Gleis
http://s1.up.picr.de/5490318.jpg

Stahlfachwerk östlicher Brückenüberbau
http://s2.up.picr.de/5490322.jpg

Wartungssteg Mittelpfeiler Nordseite
http://s3.up.picr.de/5490326.jpg

Weitere Photos folgen…

CampGates
23.10.2010, 19:18
Wartungssteg Mittelpfeiler Nordseite
http://s4.up.picr.de/5490328.jpg

Wartungssteg Mittelpfeiler Nordseite (auffällig sind die schwarz/zinkfarbenen "Klammern" an einigen Steinfugen)
http://s5.up.picr.de/5490332.jpg

Wartungssteg Mittelpfeiler Nordseite
http://s6.up.picr.de/5490335.jpg

Wartungssteg Mittelpfeiler Südseite (auch hier die seltsamen "Klammern")
http://s7.up.picr.de/5490338.jpg

Weitere Photos folgen…

CampGates
23.10.2010, 19:25
Fachwerkknoten über dem Mittelpfeiler
http://s8.up.picr.de/5490341.jpg

Fachwerkknoten über dem Mittelpfeiler
http://s9.up.picr.de/5490344.jpg

Leider konnte ich auch diesmal keine wirklichen Hinweise auf eine (ehemalige) Sperranlage finden! Vielleicht kann ja von Euch jemand etwas an Hand der Photos erkennen!!?? Oder hab ich einfach die falschen Bereiche "untersucht"?

Bei meiner "Inspektion" des Bauwerks hat übrigens ein kurzer Personenzug diese gequert! Wahnsinn, wie eine Brücke ins Wanken kommen kann :cool:!!!

Harry/Geograph, wäre es möglich, den gesamten Thread in die Kategorie »Verdachtsfälle« … zu verschieben :)?

Gruß Hagen

Rex Danny
27.12.2012, 15:37
Hallo an alle !

Ich habe mir heute nochmals ganz intensiv die Bilder von Hagen angeschaut und festgestellt, daß ich folgendes bislang überlesen bzw. übersehen habe:

Hagen schrieb, daß bereits im 2.WK die Brücke durch die SS hätte gesprengt werden sollen. Das hatte ich überlesen.

Weiterhin schrieb Hagen "Wartungssteg Mittelpfeiler Nordseite (auffällig sind die schwarz/zinkfarbenen "Klammern" an einigen Steinfugen)", und genau hierum geht es jetzt.

Da der "Wartungssteg" sich am Mittelpfeiler (Nord- und Südseite) und hier nur um die östliche Ecke herum befindet, kann ein Wartungssteg zum Zwecke der Inspektion der Widerlager ausgeschlossen werden, da sich Widerlager auch auf der westlichen Seite des Pfeilers befinden, diese aber nicht erreicht werden können mangels Steg.

Kommen wir nun noch zu den "Klammern an einigen Steinfugen". Wenn ich mich nicht verzählt habe und Hagen alle Klammern abgelichtet hat, dürften sich je 2 Klammern auf der Nord- bzw. Südseite des MIttelpfeilers im östlichen Bereich befinden. Der Lage auf den Bildern nach zu urteilen, liegen sich die Klammern auf der Nord- und der Südseite genau gegenüber. Aus diesem Grunde gehe ich davon aus, daß es sich hierbei um Sprengkammern handelt, da durch Wegsprengen des östlichen Widerlagers auf dem Mittelpfeiler die aufgesetzte Brücke ostwärts abrutschen würde, ohne daß dabei der gesamte Mittelpfeiler zerstört würde. Dies hätte den Vorteil, daß ein Brückenwiederaufbau erheblich schneller vonstatten gehen würde.

Leider gibt es von den Brückenwiderlagern an beiden Enden der Brücke keine Bilder. Ich vermute aber, daß sich auch hier an den östlichen Widerlagern "Vorrichtungen" befinden dürften, um ein Abrutschen der Brücke nach Osten hin zu ermöglichen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Brücke mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit Sprengkammern ausgestattet war, zumal sie sich in unmittelbarer Nähe der Grenze befindet und hier i.d.R. solche Bauwerke als sprengrelevant angesehen wurden. Weiterhin wurden in vielen Fällen bereits aus dem 2.WK vorhandene Sprengvorrichtungen auch durch die Bundeswehr genutzt (Rhein-, Main-Brücken etc.) und ggf. später um bspw. Schneidladungsvorrichtungen ergänzt oder ersetzt. Ob sich an dieser Brücke auch Schneidladungsvorrichtungen befunden haben, kann ich nicht sagen. Aufgrund der vorhandenen durchgehenden Stege dürfte dies aber wahrscheinlich gewesen sein.

Grüße


Rex Danny

dochol
27.12.2012, 17:44
Weiterhin wurden in vielen Fällen bereits aus dem 2.WK vorhandene Sprengvorrichtungen auch durch die Bundeswehr genutzt (Rhein-, Main-Brücken etc.) und ggf. später um bspw. Schneidladungsvorrichtungen ergänzt oder ersetzt.

Etwas ähnliches hatte ich hier mal über die Theißtal-Brücke der A3 in Niedernhausen (Hessen) gepostet, da ging es in einem parlamentarischen Protokoll um den geplanten (aber nicht ausgeführten) Rückbau von Sprengkammern irgendwann Anfang der 50er.

Gruß

CampGates
27.12.2012, 22:03
...Leider gibt es von den Brückenwiderlagern an beiden Enden der Brücke keine Bilder. Ich vermute aber, daß sich auch hier an den östlichen Widerlagern "Vorrichtungen" befinden dürften, um ein Abrutschen der Brücke nach Osten hin zu ermöglichen....

Hallo Rex Danny,

sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich Photos von den Widerlagern des Bauwerks aufnehmen, irgendwie hab ich das bei meinem letzten "Shooting" verpaßt :)!

Gruß Hagen

Rex Danny
27.12.2012, 23:25
Hallo, Hagen !

Das klingt vielversprechend.

Grüße


Rex Danny