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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sperranlagen im Kreis Steinfurt



mayster
12.12.2014, 19:35
Hallo zusammen,

habe letzte Woche da ich in der Gegend beruflich Unterwegs war, die DOSPA 3972 in Augenschein genommen.

Es sind keine baulichen Veränderungen sichtbar, alle 4 Schächte sind noch vorhanden:top2:.

Mir ist beim fotographieren aber eine Kleinigkeit ins Auge gestochen:

23193

Wie auf dem Bild zu erkennen, ist eine Markierung in Form eines "x mit Pfeil" auf dem Leitpfosten direkt neben dem Sprengschacht.

Nun meine Frage an euch:
Steht diese Markierung in irgendeinem Zusammenhang mit den Sprengschächten und weist ggf. auf Froschklappen oder ein Sperrmittelhaus hin?

Vielen Dank für eure Antworten!

Greetz

Mayster

Geograph
12.12.2014, 23:33
.

… habe letzte Woche da ich in der Gegend beruflich Unterwegs war, die DOSPA 3972 in Augenschein genommen.

Es sind keine baulichen Veränderungen sichtbar, alle 4 Schächte sind noch vorhanden:top2:.

Mir ist beim fotographieren aber eine Kleinigkeit ins Auge gestochen:



Wie auf dem Bild zu erkennen, ist eine Markierung in Form eines "x mit Pfeil" auf dem Leitpfosten direkt neben dem Sprengschacht.

Nun meine Frage an euch:
Steht diese Markierung in irgendeinem Zusammenhang mit den Sprengschächten und weist ggf. auf Froschklappen oder ein Sperrmittelhaus hin?


Vielen Dank für den Hinweis!……:)

Die Markierung hat nichts mit der vorbereiteten Sperranlage zu tun, sondern es handelt sich hierbei um eine Art »Wanderweg-Beschilderung«, die oft an Leitpfosten angebracht sind. Auf dem im Datensatz enthaltenen Bild kann man erkennen, dass zwischen den beiden Doppelsprengschächten rechts ein Weg von der Landesstraße 504 beginnt; allerdings fehlt hier an dem betreffenden Leitpfosten noch das aufgeklebte Hinweisschild.

grabo
14.03.2015, 18:44
Hallo Zusammen!
Ich war heute zufällig unterwegs auf der Strecke nach Tecklenburg. Die hier gezeigten Sprengschächte sind ja noch gut sichtbar. Ich bin noch ca. 2 km weiter auf dieser Strasse in Richtung Tecklenburg gefahren, ehe ich kurz vor Tecklenburg rechts in den "Sonnenwinkel" und dann "Am Heesberg" abgebogen bin. Da ich es sehr eilig hatte, habe ich kein Foto gemacht. Aber es waren dort nach wenigen hundert Metern 3 mittig auf der schmalen Strasse angeordnete Sprengschächte in einem Abstand von ca. 50m noch erhalten. Da ich bald wieder dorthin unterwegs bin, werde ich, falls nicht jemand schon vor mir dort gewesen sein wird, paar Fotos schiessen. Ich habe in der DOSPA nachgesehen und dort bisher keine Listung oder Fotos von dieser Lokalisierung gefunden. Wäre ja toll, wenn tatsächlich noch etwas Neues aus dem Münsterland beizusteuern wäre.
Grüße aus Münster, grabo

Geograph
15.03.2015, 00:32
.

… Ich war heute zufällig unterwegs auf der Strecke nach Tecklenburg. Die hier gezeigten Sprengschächte sind ja noch gut sichtbar. Ich bin noch ca. 2 km weiter auf dieser Strasse in Richtung Tecklenburg gefahren, ehe ich kurz vor Tecklenburg rechts in den "Sonnenwinkel" und dann "Am Heesberg" abgebogen bin. Da ich es sehr eilig hatte, habe ich kein Foto gemacht. Aber es waren dort nach wenigen hundert Metern 3 mittig auf der schmalen Strasse angeordnete Sprengschächte in einem Abstand von ca. 50m noch erhalten. Da ich bald wieder dorthin unterwegs bin, werde ich, falls nicht jemand schon vor mir dort gewesen sein wird, paar Fotos schiessen. Ich habe in der DOSPA nachgesehen und dort bisher keine Listung oder Fotos von dieser Lokalisierung gefunden. Wäre ja toll, wenn tatsächlich noch etwas Neues aus dem Münsterland beizusteuern wäre.


Vielen Dank für den Hinweis!……:)

Es wäre nett, wenn du die Angaben hinsichtlich der genauen Örtlichkeit und den Abstand der »Sprengschacht-Deckel« untereinander konkretisieren könntest. Bei der von dir angekündigten fotografischen Vor-Ort-Dokumentation solltest du unbedingt auch nach den »Anschlusskästen« schauen und diese ebenfalls ablichten. Über die Vorstellung deiner Recherche-Ergebnisse sind wir schon gespannt und dann sehen wir, ob du einen »Treffer« erzielt hast.……:)

grabo
08.06.2015, 13:56
Sooo, hat zwar fast drei Monate gedauert, aber vorher hat sich halt nicht die Möglichkeit geboten, in Richtung Tecklenburg zu fahren. Also, die besagten Sprengschächte (wenn es denn tatsächlich welche sind) liegen auf der sehr schmalen Strasse "Am Heesberg". Man fährt von der Lengericher Strasse von der Autobahn A1 kommend vorbei an den bereits oben genannten Sprengschächten (Dospa 3972), rechts in den "Sonnenwinkel" rein und sofort rechts weiter auf den " (Am) Heesberg". Nach einer fast 180 Grad Rechtskurve steuert man dann direkt auf die drei Schächte zu. Sie liegen zwischen den beiden dort anzutreffenden Häusern, die hinter dieser Kurve kommen, in einem Abstand von ca. 20-30 Metern (grob geschätzt). Es sind keine Froschklappen oder Anschlusskästen für mein Auge mehr erkennbar. Leider befand sich niemand von den Bewohnern der beiden Häuser zufällig draussen, sonst hätte ich höflich gefragt, ob sie denn wüssten, welchen "Schatz" sie so vor ihrer Hütte haben, besser noch, ob sie wüssten welche ex(plo)klusive Funktion diese Gullis vor ihren Häusern hatten. Ich frage mich, was vorher da war? Die Häuser oder die Schächte?
Ich hoffe, ich habe einen Treffer gelandet. Könnte mir vorstellen, dass in der Umgebung evtl. noch mehr zu finden ist, da in dieser hügeligen Region viele derartige Strassen existieren. Schien ein strategisch relevantes Gebiet gewesen zu sein. Hätte ich so weit im Westen nicht vermutet.
Grüße allerseits,
grabo

ed22ful
08.06.2015, 15:08
Hallo grabo,


Vielen Dank für deinen Bericht.

Auf den ersten Anschein könntest du einen positiven Treffer gelandet haben, allerdings sollten wir das endgültige Urteil abwarten von den kompetenteren Mitgliedern, ich bin hier nicht so spezialisiert.

Das die Schächte in der Nähe von bebauten Gebiet liegen, scheint inzwischen häufiger der Fall zu sein.

Da es sich aber meist nur um wenige Gebäude handelt, dürfte hier eine Evakuierung bei Auslösung geplant gewesen zu sein.

Gruß


René ed22ful

mayster
08.06.2015, 17:41
Hallo Zusammen,

vielen Dank für die Bilder!

Ist auf Bild 5 rechts neben dem Deckel ein Hydrantendeckel zu sehen?

Falls ja, könnte dieser als Ersatz für Froschklappen gedient haben?


Greetz

Mayster

grabo
08.06.2015, 18:06
Hallo,
nein, habe mir das Orginalfoto in der Vergrößerung angeschaut. Es ist ein kleines halbrundes Ästchen, was dort am Strassenrand liegt. Ich hätte trotzdem mal den Bereich am Strassenrand besser etwas freigefegt mit den Füßen. Vielleicht wäre da noch etwas zu erkennen gewesen. Am 26.06. sollte ich noch mal in der Nähe sein, dann checke ich den Randbereich nochmal ab.
Grüße, grabo

Geograph
08.06.2015, 22:44
.

Sooo, hat zwar fast drei Monate gedauert, aber vorher hat sich halt nicht die Möglichkeit geboten, in Richtung Tecklenburg zu fahren. Also, die besagten Sprengschächte (wenn es denn tatsächlich welche sind) liegen auf der sehr schmalen Strasse "Am Heesberg". Man fährt von der Lengericher Strasse von der Autobahn A1 kommend vorbei an den bereits oben genannten Sprengschächten (Dospa 3972), rechts in den "Sonnenwinkel" rein und sofort rechts weiter auf den " (Am) Heesberg". Nach einer fast 180 Grad Rechtskurve steuert man dann direkt auf die drei Schächte zu. Sie liegen zwischen den beiden dort anzutreffenden Häusern, die hinter dieser Kurve kommen, in einem Abstand von ca. 20-30 Metern (grob geschätzt). Es sind keine Froschklappen oder Anschlusskästen für mein Auge mehr erkennbar. Leider befand sich niemand von den Bewohnern der beiden Häuser zufällig draussen, sonst hätte ich höflich gefragt, ob sie denn wüssten, welchen "Schatz" sie so vor ihrer Hütte haben, besser noch, ob sie wüssten welche ex(plo)klusive Funktion diese Gullis vor ihren Häusern hatten. Ich frage mich, was vorher da war? Die Häuser oder die Schächte?
Ich hoffe, ich habe einen Treffer gelandet. Könnte mir vorstellen, dass in der Umgebung evtl. noch mehr zu finden ist, da in dieser hügeligen Region viele derartige Strassen existieren. Schien ein strategisch relevantes Gebiet gewesen zu sein. Hätte ich so weit im Westen nicht vermutet.


Vielen Dank für die Vor-Ort-Recherche und die Bilddokumentation……:)

In der Tat sieht es nach einer vorbereiteten Trichtersperre aus. Für eine endgültige Bestätigung sind allerdings noch Nachweise der dazugehörigen »Anschlusskästen« notwendig, denn es gibt genug Beispiele, in denen »Kreuzdeckel« lediglich Schachtabdeckungen von Ver- und Entsorgungsleitung waren – selbst in einer derartigen »Dreier-Kombination«.……;)

grabo
09.06.2015, 09:09
"es gibt genug Beispiele, in denen »Kreuzdeckel« lediglich Schachtabdeckungen von Ver- und Entsorgungsleitung waren"

Ja, ich weiss. Münster ist voll davon. Und es sind alles Fernwärme-Leitungen.
Ich werde in knapp 3 Wochen wieder vor Ort sein, dann prüfe ich noch mal nach, ob es belastbare Hinweise auf Anschlusskästen gibt.
Grüße, grabo

grabo
20.07.2015, 14:16
Soo, mal wieder in der Gegend gewesen und wie erwartet habe ich mal eine weitere Seitenstrasse (Alter Postweg) nahe des Fernmeldeturmes Tecklenburg auf gut Glück abgefahren und bin direkt wieder fündig geworden. Diesmal sind es 2 vermeintliche Trichtersperren (eine sogar mit benachbartem Hydrantdeckel). Diese Gegend ist absolut nur vom Wald umgeben, so dass ich eine andere Funktion ausschließen würde. Ich konnte mit viel Mühe den festgebackenen Strassenbelag bestehend aus altem Laub und Waldboden mit den Füßen beseitigen, um den "Hydranten" freizulegen. An der ursprünglichen Stelle "Am Heesberg", wo ich eigentlich zuerst nachgesehen habe, konnte ich mangels eines geeigneten Hilfsmittels den festgebackenen Belag in der Nähe der drei vermeintlichen Trichtersperren nicht ausreichend bewegen. Und mir lief die Zeit davon. Daher bleibe ich hier vorerst den endgültigen Beweis noch schuldig. Allerdings würde ich aufgrund der zahlreichen Häufung der Kreuzdeckel in dieser wenig bis gar nicht bewohnten Gegend sehr stark zu der Annahme tendieren, dass es sich hier tatsächlich um alte Sperrvorrichtungen handelt. Ich bin überzeugt, dass es dort noch einige solcher Sperren gibt, mir fehlt lediglich die Zeit diese Gegend dort in Ruhe abzufahren. Ich werde trotzdem dranbleiben.
Im Anhang die Bilder meines neuen Fundes.
Herzliche Grüße an die Forumsgemeinde, grabo

Guenther
20.07.2015, 14:40
Hallo Grabo,

schöne Bilder aus dem Kreis Steinfurt.
Im Landkreis gibt es noch 9 Standorte wo die Sperranlage nicht zurückgebaut sind.
Bei insgesamt 55 Sperren.
Weitere Unterlagen per PN oder email.

gruß günther

grabo
08.12.2015, 17:48
Hallo Zusammen!
Gibt es eigentlich Hinweise darüber, wo die Sperrmittel für den Bereich Steinfurt und Münster gelagert wurden? Für Steinfurt fällt mir nur das ehemalige Munitionslager in Saerbeck ein. Oder gab es irgendwo ein Sperrmittelhaus im Teutoburger Wald? Für Münster wurde gemunkelt, dass im alten "Pulverschuppen" an der Warendorfer Strasse etwas gelagert wurde, aber ob es stimmt?
Herzliche Grüße, grabo

therapist
10.12.2015, 23:58
Also im Pulverschuppen wurde nur HandMun für die dort befindliche Wache gelagert. Auch wenn der Name der Kaserne zu Phantasien anregt, war dort nur eine Fernmeldeeinheit der Luftwaffe drin. Und ganz bestimmt keine Sperrmittel, dafür gab es dort gar keine Lagermöglichkeiten.

Gruß
Björn

Rex Danny
11.12.2015, 00:51
Hallo, Björn !

Mir war auch klar, daß es dort keine Sperrmittellagerung gab. Da ich aber die genaue Örtlichkeit nicht kenne, habe ich mich eines Kommentars enthalten.

Schön, daß Du als Kenner der Kaserne hier nun für eine detaillierte Aufklärung gesorgt hast.

Grüße


Rex Danny

grabo
11.12.2015, 08:51
Hallo Björn,
Danke für die Aufklärung bzgl. des Pulverschuppens. Im unmittelbaren Bereich Münster fällt mir dann nur noch das alte Munitionslager südlich von MS-Hiltrup ein, welches wohl von den Briten betrieben wurde. Aber da hätte der Wallmeistertrupp sicher Zugriff drauf gehabt im Kriegsfall, oder?
Grüße, Paul

Schlumpf
14.12.2015, 23:13
Das Mun Lager in Hiltrup war eigentlich rein britisch. Die Bundeswehr hatte noch eine Standort Mun Niederlage in Ostbevern. Ich denke mal, dass diese für Münster zuständig war.

grabo
16.12.2015, 10:51
Richtig Schlumpf, das habe ich vergessen! Neben dem SAS Schirlheide war ja noch das konventionelle Depot... Danke für den Hinweis!
Grüße, Paul