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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einsatz von Kernminen



Roxel
08.12.2006, 19:03
Bislang war ich immer davon ausgegangen, das die Schächte für Kernminen erstellt waren und nach erfolgter Freigabe dann von Kernminenverlegetrupps "bestückt" worden wären.

Allerdings steht im OPLAN 33001:

Anhang 1 – Einsatz von Kernminen – zur Anlage F

Maßnahmen des Zusammenwirkens
Bei der Festlegung des Zeitpunktes der Freigabe der Kernminen ist die erforderliche Vorbereitungszeit für das Einbringen der Bohrungen (24 bis 48 Stunden für einen Schacht) zu berücksichtigen.


Bedeutet dies jetzt, das die Schächte erst noch gebohrt worden wären?

Lauterbacher
08.12.2006, 19:20
Jo, nach Plan sollten die Löcher erst gebohrt werden. Allerdings ist das glaube ich nicht so eng zu sehen.
Ich weiß definitiv, daß während eines Manövers in Oberhessen die Bestückung der Sprengschächte mit ADM´s geprobt wurde. Scheint also auch möglich zu sein.

Obwohl nicht im OP-Plan genannt, stimmt schon. Aber es ist die Frage, ob nicht je nach Lage auch die Sprengschächte dafür vorgesehen waren. z.B. sehr schneller erzwungener Rückzug oder so!

Gruß Ulrich

Roxel
08.12.2006, 20:13
Ähm...

verwirrend war für mich auch, das es zuvor bei der 130. Pionier-Brigade heißt:

"Es ist sicherzustellen, daß zwanzig Verlegetrupps der BRD, die für die Verlegung von Kernminen in den vorbereiteten Kernminenschächten vorgesehen sind, empfangen und den entsprechenden kernminenlagern zugeführt werden."

Allerdings könnte sich dieser Einsatz aber auch auf den Einsatz der 130. PiBr im NATO-Kommandobereich LANDJUT beziehen (der aber 400 km Luftlinie entfernt liegt).

Lauterbacher
09.12.2006, 07:16
hmmm, 400km?? Etwas zuviel.

Aber wie ist denn das im V-Fall. Die Befehlsgewalt: Geht die dann auf die Nato über? Was spricht gegen die BW zum Verlegen der Kernladungen? Der Art.Spez.Zug war ja schließlich auch BW und waren für den Abschuß (besser Montage) der 155mm und 203mm Nuklearmunition zuständig.

Gruß Ulrich

Harry
09.12.2006, 12:33
Nach Gesprächen stellt sich da so dar:

Es gab KEINE festen Kernminenschächte. Die bestehenden Sprengschächte waren für TNT, Punkt.

Die ADMs waren primär für fixe Bauwerke vorgesehen, großer Brücken usw. und in Ausnahmefällen um offene Landschaft zu terraformen.

Natürlich kann man eine ADM auch in einen Sprengschacht packen. Oder in ein Güllefaß. Aber PRIMÄR gab es eben keine bestehenden. Woran hast du eigentlich erkannt das es eine ADM war??

Lauterbacher
09.12.2006, 17:03
Güllefaß??:confused:

- Das gibt aber einen ganz ganz bösen Fallout:D

Gruß Ulrich

Horner
17.12.2009, 01:09
Moin zusammen,

ich bin irgendwie auf der Suche nach Berichten über das LANDJUT auf das Thema , der Einsatz von Kernminen gelangt.
Hier wird zwar das LANDJUT auch erwähnt, aber mit sehr genauer Ausführung was in einen V-Fall eingesetzt worden wäre. Es handelt sich um Ausführungen des Ministerium für Staatssicherheit für den Einsatz von Kernminen und deren geforderten Einheiten aus dem Jahr 1982 und 1983.
Ich hoffe das dies auch zu dieser Kategorie vom Thema her passend ist?

1. Planning of V Corps/US ARMY on Support of Non-American
2. US and Nato Millitary Planning on Mission of V-Corps/US-Army

Horner ( Beagle )

uraken
17.12.2009, 17:54
Ja Teile der 130. Sollten LANDJUT unterstützen. Ich würde mal tippen das sie für die Dänen vorgesehen waren. Auch die Stasi hat diesen Umstand als "seltsam" in ihren Kommentar angesehen.

"Ungewöhnlich unde gegenwärtig nicht eindeutig zuzuordnen ist die Aufgabenstellung an die 130. Pionierbrigade /V.AK , Kernminenverlegeeinheiten in Stärke von zwei Führungs- und 13 Kernminenverlegetrupps im NATO-Kommandobereich LANDJUT (Entfernung ca. 400km) einzusetzen.

Pioniereinheiten der BW fürfügten über spezielle Bohrausstattung.
An festen Bauwerken im Bereich LANDJUT fällt mir als erstes der Nord Ost Kanal ein.

Horner
18.12.2009, 00:12
Moin zusammen,

Ja es stimmt das es schon sehr merkwürdig und als nicht eindeutig anzusehen war, das die 130. PiBr. ca.400 KM weiter ein zusetzten. Aber es wird in der Planung des V.Armeekorps zur Unterstützung nichtamerikanische Kontigente der NATO beschrieben:" Da die in diesen Bereich dislozierten BRD-Landstreitkräfte über eigene Kernminenverlegeeinheiten verfügen, ist nicht auszuschließen, daß die Spezialkräfte der 130. PiBr. entweder die dänischen oder auswärtigen Verstärkungskräfte unterstützen sollen, deren Einsatz im Kommandobereich LANDJUT vorgesehen ist."
Desweiteren habe ich mir die große Schwarte von 238 Seiten aus dem Jahr 1982 vorgenommen, um nach zu sehen, was denn in diesen Bereich mit Kernminen zu verlegen war, aber es war hierüber nichts zu finden.
In keinen der beiden Planungen ist es ersichtlich, was mit Minen belegt werden sollte ( sollte ja auch nicht jeder wissen).
Nur eins habe ich gefunden und dieses war mir ehrlich ganz neu:

Einsatz chemischer Kampfstoffe- zur Anlage D heißt es:
" Die 130 PiBr. hat den Befehl den Einsatz chemischer Minen zu planen und auf Befehl zu realisieren" .
Also weiter Forschen, denn wer suchet, der findet, oder?:D

Horner ( Beagle )

uraken
18.12.2009, 06:12
Nachdem die Trupps nur mit Hubschraubern verlegt werden sollten nehme ich an das es die Aufgabe dieser Trupps hauptsächlich darin bestand bis zu letzt amerikanische Kontrolle über die Kernwaffen sicher zustellen. Selber Löcher bohren wohl kaum.
Wenn man das Statis Dokument liest scheint es ja so zu sein das a einer gewissen Alarmstufe die festen Sonderwaffenlager geräumt werden und feldmässige Nuklear Supply Points eingerichtet werden.
Vieleicht sollten diese Trupps primär so etwas für ihre deutschen und dänischen "Kunden" im LANDJUT Bereich betreiben.

Horner
18.12.2009, 08:45
Moin Uraken,

ich meine das ich da so etwas in der Statis gelesen habe, "das Räumen (Auslagern) von Sonderwaffenlager bei einer gewissen Alarmstufe und dann in flexibelen Sicherheitsbereichen bereitstellen ( das haben wir ja auch gemacht im SAS Meyn). Aber in Dänemark hat man sich gegen eine nukleare Bewaffnung entschieden, habe darüber noch einen Bericht irgenwo in der Schublade. Doch in einen V-Fall wird vieles über den Haufen geschmissen was vorher in Friedenszeiten entschieden wurde. Ja, Dein Gedanke könnte vieleicht richtig sein, Bereitstellung von flexibelen Lagern (Sicherungskreise), Einführung in das jeweilige Gelände und der jeweiligen herschenden Lage, sowie die Versorgung der auswärtigen Truppen sicher zu stellen usw. so das die im LANDJUT eingefügten Armeen bzw.u.-Truppenteile ohne Verzögerung in das Kampfgeschehen eingreifen könnte.

Leider muß ich los, bis später

Horner (Beagle)

uraken
18.12.2009, 12:39
Selbst wenn die Dänen offizel nicht mit gemachte hätten beim nuklearenTeil - ich glaub es weniger weil so jeglichen Einfluss aufgegeben hätten - wäre für LANDJUT als Verstärkung vorgesehen gewesen

UKMF - United Kingdom Mobile Force (1. Infanterie Brigade + Verstärkungen)
9. US motorisierte Infanterie (ein etwas seltsam gegliederter Testverband im Frieden)
4. US Marine Amphibous Brigade

Diesen Einheiten könnten auch zu den Abnehmer zählen.

Fm-Veteran
08.03.2010, 23:35
Hallo Folks,

die komischen Löcher entlang der ehemaligen Grenze.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich dem Einen oder Anderem, mit dem Posting vor dem "Koffer piesele" -
hier besteht aber ein wenig Aufklärungsbedarf.

Ich gehörte gegen 1987 einer neu gegründeten PiSpezSperKp 600 an. Mit dieser Dislozierungsnummer wohl in der 6.Div eindeutig zu Schleswig. Wir waren aber Plön unterstellt. Heute weiß ich, das war ein "Spiegelbataillon". Okay, die 6.Div war anders - war ja geografisch gesehen, ein anderer Auftrag.
Mein Job als Fernmelder war es, die Koordinaten, der geborten Löcher der Pioniere, verschlüsselt nach Brüssel durch zugeben. Nach einem halben Jahr erwischte ich unserem örtlichen Führer, ein amerikanischer Offizier, beim Bier vor Ort. "What we doing here?"
Das war in der innerdeutschen Grenze kurz vor dem Fuda-Gap.
Als wir fertig waren, wurde die Einheit aufgelöst. Eine Historie dieser Einheit gibt es bis heute nicht, diese hat es auch nie gegeben -
wir waren ein Phantom !!!

Wir borten keine Tiefbrunnen !!!
( und die 60 cm Durchmesser waren auch nicht für "Käseladungen" gedacht )

Na, was wollen die Amis dawohl "reinstecken" und in 60 Meter Tiefe zur Detonatoin bringen ???
Ist ein ABC-Abwehrer unter Euch? ( tiefe Bodendetonation ) :eek:

"Flexible Response" war doch eine klasse Sache, oder ? :confused:

Gruss aus Schleswig-Holstein

Dragoner
09.03.2010, 00:02
Die Pionierspezialsperrkompanie 600 war weder geheim noch ein "Spiegelbataillon", was auch immer das sein soll. Sie bestand m.W. bis 1987 und war für den Verteidigungsfall dem Pionierregiment 60 (GerEinh) unterstellt, im Frieden der 6. PzGrenDiv.

Richtig ist, dass es dazu faktisch keine aufschlussreiche Literatur gibt und die Kompanie auch nicht in der im Jahr 2000 veröffentlichten Chronik der Pioniertruppe erwähnt wird. Die Standortdatenbank des MGFA führt sie jedoch an. Auch zeitgenössische Quellen (z.B. Wiener: "Die Armeen der NATO-Staaten", 1984) nennen sie.

Fm-Veteran
09.03.2010, 00:16
Selbst wenn die Dänen offizel nicht mit gemachte hätten beim nuklearenTeil - ich glaub es weniger weil so jeglichen Einfluss aufgegeben hätten - wäre für LANDJUT als Verstärkung vorgesehen gewesen

Du hast da nicht ganz Unrecht ;)
LANDJUT war der Rückzug der 6. Div und diese wäre dort aufgegangen,nachdem der "böse Iwan" am NOK ( Nord-Ostsee-Kanal ) zum Stoppen gebracht werden sollte.
"Google" einmal über die 4. Stoßarmee Margdeburg. :eek:
Das nödliche Dependant zu Fulda.
Hier wurden, seitens der Bundesregierung, alle Spuren, nach der Wiedervereinigung, eiligst verwischt. :cool:

Nee, ist klar Frau Merkel und die GUS Auffahrtstrassen von Stettin sind alles plötzlich Naturschutzgebiete. ( na dann :p )

Ganz ehrlich Leute, es wiedert mich an, dass alles "unter den Tisch" gekehrt werden soll.

Ich glaube ich bin ein Relikt.

Fm-Veteran
09.03.2010, 00:34
Die Pionierspezialsperrkompanie 600 war weder geheim noch ein "Spiegelbataillon", was auch immer das sein soll. Sie bestand m.W. bis 1987 und war für den Verteidigungsfall dem Pionierregiment 60 (GerEinh) unterstellt, im Frieden der 6. PzGrenDiv.

Richtig ist, dass es dazu faktisch keine aufschlussreiche Literatur gibt und die Kompanie auch nicht in der im Jahr 2000 veröffentlichten Chronik der Pioniertruppe erwähnt wird. Die Standortdatenbank des MGFA führt sie jedoch an. Auch zeitgenössische Quellen (z.B. Wiener: "Die Armeen der NATO-Staaten", 1984) nennen sie.

Eine Kompanie kann kein Bataillon sein, sorry.
Ich habe nur, aus meiner heutigen Erkenntnis gesagt, dass Plön ein "gekardeter Spiegel" aus Schleswig war.
6. Div im Frieden hast Du ohne Frage recht, im V-Fall leider JÜDLAND. Ich habe mit den Dänen leider oft genug ( als Fernmelder ) die Übergabe der Reste der 6 Div. ( nach dem Fall des NOKs ) üben müssen.

Ich glaube ich werde hier einmal als stiller Beobachter nur lesen und die Beitraege dem Fachpersonal ueberlassen.

so long :o

Scaleon
09.03.2010, 18:42
Hallo Folks, die komischen Löcher entlang der ehemaligen Grenze. Auch auf die Gefahr hin, dass ich dem Einen oder Anderem, mit dem Posting vor dem "Koffer piesele" - Mein Job als Fernmelder war es, die Koordinaten, der geborten Löcher der Pioniere, verschlüsselt nach Brüssel durch zugeben. Nach einem halben Jahr erwischte ich unserem örtlichen Führer, ein amerikanischer Offizier, beim Bier vor Ort. "What we doing here?"

Hallo Fm-Veteran!
Komisch, aber exakt mit den gleichen Worten: "What are we doing here?" hat mich meine zweite, amerikanische Frau auch immer nach ein paar (vielen) Bierchen, gefragt! War Ssgt und im US amerikanischen LRMC Hospital in Landstuhl stationiert, die Gute. Gewohnt haben wir damals in einem fürchterlichen Kaff in der Nähe von Kaiserslautern. Der Ortsname hörte mit "......bach" auf, wie anscheinend alle Käffer dort mit .......bach enden. Na ja, lustig war's und schön; und teuer war's, seeehr teuer!
Gruß Scaleon

TopOfTheRock
12.03.2010, 14:16
Nach einem halben Jahr erwischte ich unserem örtlichen Führer, ein amerikanischer Offizier, beim Bier vor Ort. "What we doing here?"


Ja und, was hat er gesagt??? :confused:

Ehrlich gesagt werde ich aus dieser Loechergeschichte nicht ganz schlau :(

Harry
12.03.2010, 17:05
Er wird nix gesagt haben... so ein "Spezialloch" sollte auch IN Alsfeld gebohrt werden, wegen der Autobahn...

TopOfTheRock
13.03.2010, 09:20
Oh, das wäre dann aber schade um das schöne historische Rathaus usw. gewesen.

Harry
19.03.2010, 21:53
Deswegen haben ein Oberst und noch ein paar solange Bier ausgeschenkt bis die Entscheidung auf eine andere Stelle fie
l, ausserhalb aber neben der Autobahn

TopOfTheRock
20.03.2010, 12:33
Na dann sage ich mal "Herzlichen Dank lieber Harry" :cool:

Jurabernd
30.03.2010, 07:28
Hallo, alle mit einander, Harry, Fm-Veteran usw.,
ich bin eher zufällig auf diese Seite gerutscht bei der Suche nach anderén interessanten Sachen.
Zu diesem ganzen Atomminen-Scheiß und den Schächten entlang der damaligen innerdeutschen Grenze könnte ich einiges beisteuern.
Ich war in der Auflösungskommission des Stabes Grenzkommando Süd Erfurt der Grenztruppen der DDR. Dort wurden u.a. zunächst alle Unterlagen der dortigen Aufklärungseinheit sichergestellt und anschließend leider vernichtet, was mir heute noch in der Seele leidtut als geschichtsbewusster Bürger. Da waren u.a. dicke Aktenordner dabei mit Foto- und Tectdokumentationen, wo überall diese Minenschächte waren, die Aufklärer haben demzufolge immer mal "jemand" rübergeschickt, der dann eine Skizze und Fotos fertigte.
Das war alles akribisch und der Reihe nach dokumentiert, der damalige spontan ins Leben gerufene "Soldatenrat" hat Bauklötzer gestaunt.
Wer mehr wissen will, bitte:
e-mail: jura.bernd@gmx.de
mobil: 0176-58149282
Ungebrochene Kampfesgrüße
Bernd

Geograph
30.03.2010, 21:29
Hallo, alle mit einander, Harry, Fm-Veteran usw.,
ich bin eher zufällig auf diese Seite gerutscht bei der Suche nach anderén interessanten Sachen.
Zu diesem ganzen Atomminen-Scheiß und den Schächten entlang der damaligen innerdeutschen Grenze könnte ich einiges beisteuern.
Ich war in der Auflösungskommission des Stabes Grenzkommando Süd Erfurt der Grenztruppen der DDR. Dort wurden u.a. zunächst alle Unterlagen der dortigen Aufklärungseinheit sichergestellt und anschließend leider vernichtet, was mir heute noch in der Seele leidtut als geschichtsbewusster Bürger. Da waren u.a. dicke Aktenordner dabei mit Foto- und Tectdokumentationen, wo überall diese Minenschächte waren, die Aufklärer haben demzufolge immer mal "jemand" rübergeschickt, der dann eine Skizze und Fotos fertigte.
Das war alles akribisch und der Reihe nach dokumentiert, der damalige spontan ins Leben gerufene "Soldatenrat" hat Bauklötzer gestaunt.
Wer mehr wissen will, bitte:
e-mail: jura.bernd@gmx.de
mobil: 0176-58149282
Ungebrochene Kampfesgrüße
Bernd


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