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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zivilschutz in Stadt und Landkreis Hof



Nordostoberfranke
17.02.2015, 18:40
Hallo allerseits!
Kann mir jemand etwas zu Schutzanlagen im Landkreis bzw. in der Stadt Hof an der Saale sagen?
Wo standen überall Sirenen für den Zivilschutz und wo gab es Schutzräume?
Es würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

Schöne Grüße

klaus_erl
17.02.2015, 19:57
Sehr viel kann ich leider nicht dazu sagen, damals als ich noch in der Heimat wohnte interessierte mich das Thema nicht sonderlich.

Ich erinnere mich aber an einen Mast mit Sirene auf dem Hügel rechts neben der B2 zwischen Münchberg und Mussen. Hier (https://maps.google.de/maps?ll=50.174091,11.782048&spn=0.003329,0.006995&t=h&z=18) ist an der Nordspitze des südlichen Wäldchen etwas zu sehen, das dieser Mast sein könnte.

Grüße
Klaus

Nemere
18.02.2015, 18:00
Bitte schön:
http://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/bunker-datenbank/details/6/836-Hof--Zivilschutz-Mehrzweckanlage-Klosterstr--1.html

http://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/bunker-datenbank/details/6/837-Hof--Zivilschutz-Mehrzweckanlage-Leopoldstr--69.html

http://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/bunker-datenbank/details/6/838-Hof--Zivilschutzanlage-Rosenb--hler-Weg.html

Nemere
18.02.2015, 20:57
Außerdem gibt es im Stadtarchiv Hof Unterlagen zu Sirenenanlagen in der Stadt Hof:
- A 1317 Planung und Aufbau von Luftschutz-Sirenen 1964 - 1969
- A 1447 Luftschutz-Sirenen (1950 – 1962)

Einige Probleme scheint es in Hof beim Aufbau der Sirenen auf Kirchen gegeben zu haben:
Eine gespaltene Haltung zur Frage der Sirenen auf kirchlichen Gebäuden nahm die Evangelische Kirche ein. Der Pfarrer der Auferstehungskirche in Moschendorf verweigerte die Montage unter Hinweis auf eine Stellungsnahme der Evang.-Lutherischen Landeskirche: „auch im 3. Reich sind grundsätzlich auf Kirchengebäuden keine Alarmanlagen aufgestellt worden“. Hier irrten sowohl das Pfarramt wie die Landeskirche, waren doch allein in Hof auf der Christuskirche (Münster) wie auch auf dem Johanneshaus während des zweiten Welt-kriegs Sirenen montiert.
Eine gegenseitige Absprache der Hofer evangelischen Pfarrer in der Sirenenfrage scheint nicht stattgefunden zu haben, den das Pfarramt St. Johannis meldete dagegen keine Einwände, dort störte man sich an der seit dem Krieg montierten Sirene nicht. Der damalige Pfarrer, Kirchenrat Heerdegen, schloß einen Gestattungsvertrag mit der Stadt. Bei Umbau-arbeiten an der Kirche in den Jahren 1964 bis 1966 wurde die Sirene entfernt. Als die Stadt dies monierte, stellte sich heraus, daß die Genehmigung des Pfarrers aus dem Jahre 1961 rechtlich unwirksam war, da weder ein ordnungsgemäßer Kirchenvorstandsbeschluß noch eine kirchenaufsichtliche Genehmigung dazu vorlag. Der Gestattungsvertrag war „lediglich eine unverbindliche private Meinungsäußerung des früheren I. Pfarrers von St. Johannis.“ Der nunmehrige Pfarrer und der Kirchenvorstand lehnten einstimmig einen Wiederaufbau der Sirene auf der Kirche ab. Daraufhin verzichtete die Stadt auf diesen Aufstellungsort.

Quelle: Jörg Wurdack: Militärgeschichte der Stadt Hof (=Chronik der Stadt Hof, Bnd X), Hof 2005, S. 441 - 442. Als Primärquellen sind dort die beiden oben erwähnten Akten der Stadt angegeben.