Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allgemein: Sonderwaffenlager
Hoi
Da schwirrt ja ne Liste mit angeblichen Ehemaligen Sonderwaffenlagern als kmz rum. Ich hab sie mal editiert und einige eingefügt. Da stellt sich aber die Frage, woran erkennt man überhaupt ob es ein Sonder- oder normales Lager war? Bei den NATO Sites mit den runden Türmen ist das einfach, aber obs nur der Doppelzaun und die Wachtürme waren? Sicher ist da eine Baugleichheit ersichtlich, siehe Schweinsheim und Bimbach, aber obs das allein iss?
Firefighter
06.05.2007, 11:45
Hallo,
gute Frage, vieleicht findet man etwas in diesem (http://www.usfava.com/USAREUR/Histories/Weapons%20Depot%20Chapter.pdf)
Dokument.
Was wohl unter anderem auch ein Indiz für ein Sonderwaffenlager war, war das SSCC ( Site Security Control Center ).
Ich habe übrigens noch zwei SAS, und zwar die NATO-Site 59, in Clausen in der Pfalz, auch bekannt durch die "Aktion Lindwurm" und das Depot Maßweiler, dort lagerten die Sonderwaffen allerdings unterirdisch in einem ehmaligen Regimentgefechtsstand vom Westwall.
Die geänderte Datei liegt im Anhang
Gruß Sebi
>SSCC
Aber die sind ja neueren Datums. In den 60ern gabs allenfalls Wachttürme. Es ist also recht schwierig, zumal ein Doppelzaun mit Wachtürmen nicht automatisch Sonderwaffen heisst. Man kann vieles vermuten aber fast nix beweisen :D :D
DerKäptn
07.05.2007, 00:12
Hallo,
kann es sein, daß sich beim ehemaligen kanadischen Militärflughafen bei Baden-Baden (heute Baden-Airpark; die militärische Struktur der Anlage ist noch deutlich zu erkennen) auch ein SW-Depot befand? Neben dem Depot am Südrand der Anlage ist noch ein abgetrennter Bereich mit mehreren Munitionslagerhäusern.
Hallo.
Wollte keinen neuen Thread aufmachen.
Unfälle mit ABC Waffen!!
Wenn ich mir die ganzen Sonderwaffenlager so ansehe,da müssen doch mal ein paar (Unfälle) vorgekommen sein!
Habe mal einen Bericht gelesen das an 2 Mai 1984 auf dem RAF Fliegerhorst Brüggen eine Atombombe vom LKW gerutscht ist.(Typ WE 177 C).
Fischbach und Clausen waren ja recht große Lager mit sehr vielen Sprengköpfen und Granaten hatt jemand mal was gehört????:confused:
Gruß Stefan.
Towbar555
11.03.2008, 14:33
Soweit ich weis gab es in Fischbach und Clausen keine größeren Unfälle
vizekonteradmiral
11.03.2008, 19:01
Unfälle mit ABC Waffen!!
Bezüglich des A in ABC:
Hier (http://www.atomwaffena-z.info/geschichte/gesch_unfaelle_beispiele.html) gibt es eine Liste. Ist auch einiges aus Deutschland dabei.
Bezüglich des A in ABC:
Hier (http://www.atomwaffena-z.info/geschichte/gesch_unfaelle_beispiele.html) gibt es eine Liste. Ist auch einiges aus Deutschland dabei.
Hallo vizekonteradmiral.
Danke für den super TIP.
Gruß Stefan.
Eine Frage: Warum lagern bei uns hir in der BRD die meisten Atomwaffen ausderhalb der USA??? Gruss SAR71
Ich denke mal, daß lag an der Tatsache daß ein möglicher Schlagabtausch während des Kalten Krieges in Deutschland stattgefunden hätte => bei uns in Hessen. :(
Da ist es doch naheliegend die Waffen auch in der Nähe "Griffbereit" zu haben.
Welche Waffen fallen denn eigentlich unter Sonderwaffen? Hat jemand ne Ahung was im SAS Lager Trier so rumlag?
Ich komme auf der Nähe von Hahn am See immer an einem Gelände vorüber wo Wachtürme zu sehen sind. Hat einer eine Ahung ob da ein Lager und wenn ja, was für eins war? In GE ist nicht wirklich viel zu sehen.
Ich komme auf der Nähe von Hahn am See immer an einem Gelände vorüber wo Wachtürme zu sehen sind. Hat einer eine Ahung ob da ein Lager und wenn ja, was für eins war? In GE ist nicht wirklich viel zu sehen.
Hallo moon.
Das ist bestimmt die ex Nike-Stellung 4./23 Westerburg sie liegt Nordlich von Hahn am See.
Schau mal unter www.nikesytem.de nach da gibt es auch Bilder.:eek:
Gruß Stefan.
Ja, das wird es sein. Leider funzt Dein Link nicht.
Ja, das wird es sein. Leider funzt Dein Link nicht.
Upps.
http://www.nikesystem.de/Pages/Deutschland/d_nike_lich.htm
Jetzt müsste es klappen.
Gruß Stefan.
VTEC INSIDE
03.07.2008, 07:47
Hallo!
Fallen die Nike Stellungen nicht in die Kategorie Sonderwaffenlager?
Dann würden bei Goole die Standorte "Landau" und "Quirnheim" fehlen.
Gruss Thomas
Geograph
03.07.2008, 14:15
Fallen die Nike Stellungen nicht in die Kategorie Sonderwaffenlager?
… und nicht zu vergessen die »Wasserhäuschen« mit den Atomminen ……:rolleyes:
.
Firefighter
03.07.2008, 20:24
Hallo!
Fallen die Nike Stellungen nicht in die Kategorie Sonderwaffenlager?
Dann würden bei Goole die Standorte "Landau" und "Quirnheim" fehlen.
Gruss Thomas
Hallo,
dann würde nicht nur Landau und Quirnheim fehlen sondern verdammt viele.
Im Grunde hast du ja recht allerdings hat man dann das Problem da man ja nicht weiß welche Nike-Stellung letzendlich auch den Nuklearen Status hatte und welche nicht. Desweiteren müssten dann noch sämtliche Pershing-QRAs darauf, die Mace/Matador-Stellungen, die GLCM-Stellung usw..
Gruß, Sebi
donholiu
18.01.2009, 02:41
Hallo moon.
Das ist bestimmt die ex Nike-Stellung 4./23 Westerburg sie liegt Nordlich von Hahn am See.
Schau mal unter www.nikesytem.de nach da gibt es auch Bilder.:eek:
Gruß Stefan.
sers,
soweit ich weiss, ist dort heut alles vermietet als kühlräume an geschäften
Eine Frage: Warum lagern bei uns hir in der BRD die meisten Atomwaffen ausderhalb der USA???
Adenauer wollte schon in den 50ern, dass auch Deutschland atomar bewaffnet und aufgerüstet wird. Das wurde aber seitens der Siegermächte verwehrt.
Deutschland hatte niemals eigene Atomwaffen, aber hätte im Ernstfall amerikanische Atomsprengköpfe zur Verfügung gestellt bekommen. In erster Linie für die Raketenartillerie. Lance, Nike und Pershing waren seinerzeit in den 60er/70er Jahren auch in der Bundeswehr integriert. Und die Nachschubtruppe hatte auch Verbände, die als Transportbataillon SW deklariert waren. Welche Sonderwaffen mit denen wohl sonst hätten transportiert werden sollen? ;)
Ich erinner mich da an eine kleine Kaserne südlich von Verden, in der in den 70ern ein Raketenartillerie-Bataillon stationiert war, das in den 80ern oder 90ern aufgelöst wurde. Der abgesperrte Bereich der Amis, wenn auch augenscheinlich nicht sonderlich genutzt, war direkt auf dem Kasernengelände und nochmal extra abgezäunt. Meines Wissens wurden dort die Sonderwaffen für die RakArt gelagert.
Der "Alte" war ja auch der Meinung, atomare Sprenkköpfe seien nichts anderes, als eine Weiterentwicklung der Artillerie...
Und im Grunde hatte er ja irgendwie Recht ;):
Es gab in der Bundeswehr noch in der Heeresstruktur 4 eine Vielzahl von Artillerieverbänden, die in der Lage waren, nukleare Granaten oder raketengestützte Gefechtsköpfe einzusetzen: die RakArtBtl 150, 250, 350 z.B., die mit LANCE-Systemen ausgestatten waren und unmittelbar dem Artilleriekommando des jeweiligen Korps (die 350er z.B. dem ArtKdo 3, III. Korps) unterstanden. Ihnen wurden die atomaren Knallkörper durch die jeweiligen, ebenfalls dem ArtKdo unterstellten, Nachschubbattailone SW (im Fall des ArtKdo 3 war es das NschBtl SW 320 in Herborn-Seelbach) nachgeführt.
Aber auch die 203mm PzHaubitze M 110 war zum atomaren Verschuss in der Lage, etc.
In den Stäben der ArtKdos gab es die übliche Stabsgliederung S 1 bis S 4 und zusätzlich noch u.a. eine Zelle "WB", geleitet vom Wirkungsberater-Stabsoffizier (WBStOffz), dessen Aufgabe darin bestand, den Kommandeur in Sachen Nukleareinsatz zu beraten! Wohlgemerkt: in einem Bundeswehrstab...
Der Nukleareinsatz war über einen völkerrechtlichen Umweg möglich: die Truppenteile des damaligen Feldheeres waren im Einsatzfall der NATO unterstellt, womit sie einem rein deutschen Zugriff entzogen waren. Damit war dann der Weg frei für einen "deutschen" (aber rechtlich einen NATO-) Einsatz der Atomsprengköpfe & Co.
Dies hatte natürlich - wie das allermeiste im Kalten Krieg - einen überwiegend psychologischen Hintergrund: die Deutschen sollten im Rahmen der Teilhabe Anteil haben an der Verantwortung hinsichtlich des Nukleareinsatzes. Dabei war ganz klar einkalkuliert, dass die entsprechenden sog. taktischen Gefechtsfeldwaffen, von denen hier überwiegend die Rede ist, das zerstört hätten, was eigentlich verteidigt werden sollte. Und damit war eine zusätzliche Sicherheit eingebaut: deutsche Armeeführer hätten wohl kaum als erste nach einem Atomwaffeneinsatz geschrieen...
Im übrigen soll es ernst zu nehmende deutsche Verteidigungspolitiker gegeben haben, die der Meinung waren, man müsse die Amis, wenn sie denn mit den Nuklearwaffen aus ihren Depots rollen wollten, daran hindern, ja sie evtl. sogar festsetzen oder ausschalten!
Vieles aus dieser Epoche ist auch heute noch höchst widersprüchlich und verwirrend. Es gibt noch viel zu erforschen und zu hinterfragen... :confused:
Der "Alte" war ja auch der Meinung, atomare Sprenkköpfe seien nichts anderes, als eine Weiterentwicklung der Artillerie...
Und im Grunde hatte er ja irgendwie Recht ;):
Irgendwie hat er ja Recht. Die Nuklearwaffe für die Artillerie ist eine Weiterentwicklung. Naja, ganz früher hatten sie Katapultgeschosse. Viel später die ersten Kanonen, die mit Schwarzpulver schossen. Wenn man so will, waren und sind Nuklearsprengköpfe "nur" eine andere Form von Sprenmittel... Okay, gut heißen muss man Nuklearsprengköpfe im Allgemeinen und für die Artillerie im Besonderen nicht...
Adenauer stand damals, wie wahrscheinlich die halbe Welt seinerzeit nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, unter dem Schock der Waffenwirkung dieser neuartigen Waffe.
Aber auch die 203mm PzHaubitze M 110 war zum atomaren Verschuss in der Lage, etc.
Stimmt, die 203er hatte ich ganz vergessen. Aber das war nur eine Haubitze auf Lafette ohne Panzer drumrum. ;) Aber ich war mir nicht mehr sicher, ob sie A-Waffen-geeignet war, deswegen hatte ich sie nicht mit aufgelistet.
Dies hatte natürlich - wie das allermeiste im Kalten Krieg - einen überwiegend psychologischen Hintergrund: die Deutschen sollten im Rahmen der Teilhabe Anteil haben an der Verantwortung hinsichtlich des Nukleareinsatzes.
Der ganze Kalte Krieg war eine einzige Psychologie, wenn man so will. Jede Seite hatte Atomwaffen und jeder hoffte, seine Silos leer zu kriegen, wenn er annehmen musste, dass der andere sein Arsenal abgeschossen hatte.
Und allen war eigentlich klar (hoffe ich im Nachhinein zumindest), dass diese Art der Kriegsführung ein Weltenbrand sondergleichen gewesen wäre und die Erde danach für eine menschliche Zivilisation in Eurasien/Nordamerika unbewohnbar geworden wäre.
Vieles aus dieser Epoche ist auch heute noch höchst widersprüchlich und verwirrend. Es gibt noch viel zu erforschen und zu hinterfragen... :confused:
Die Epoche des Kalten Krieges ist eine Ära, die ich als "Spätgeborener" "nur" in ihren letzten Zügen als Jüngling erlebt habe. Alle, die Mitte der 80er/ab 90er Jahre des letzten Jahrhunderts geboren wurden, werden wahrscheinlich nicht im Mindesten nachvollziehen können, wie die Menschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges in den 50er und 60er Jahren getickt haben. Wir dürfen nicht vergessen: Krieg ist sch** und ein Krieg mit einer atomaren Option geführt erst recht. Aber das Prinzip der atomaren Abschreck hat meiner Einschätzung nach funktioniert, auch wenn die Menschheit während des Kalten Krieges mehr als einmal nur um Haares Breite am nuklearen Showdown vorbeigeschlittert ist...
Dragoner
08.02.2010, 08:00
Stimmt, die 203er hatte ich ganz vergessen.
Im übrigen war auch die Panzerhaubitze M-109 zum Verfeuern nuklearer Munition befähigt. Und vorgesehen.
Im übrigen war auch die Panzerhaubitze M-109 zum Verfeuern nuklearer Munition befähigt. Und vorgesehen.
Das ist mir in der Tat ein neuer Fakt.
Aber ich frage mich ohnehin, in wieweit es "sinnvoll" ist, einen nuklearen Sprengkopf gerade mal 15 bis 30 km weit wegzuschießen? Je nach Windrichtung kriegt doch die verschießende Artilleriestellung den Fallout früher oder später massiv ab.
Mal abgesehen davon, dass bei dieser Reichweite die eigene Truppe an der Front praktisch unmittelbar betroffen wäre.
Beinahe "rührend" sind da ja schon die Ausbildungshandbücher und -vorschriften der Bundeswehr noch aus den 70er und 80er Jahren, die die Soldaten durch entsprechende ABC-Verhaltensmaßnahmen vor der Waffenwirkung schützen sollten... So von wegen Fensterscheiben an Fahrzeugen runterklappen/-kurbeln, um Schäden durch die Explosionsdruckwelle zu vermindern, Stellungsausbau etc...
Alles leidlich naiv damals. Meiner Einschätzung nach war das alles augenwischende Truppenberuhigung. Denn die Führung hätte ja nicht von vornherein sagen können, dass niemand einen Atompilz sehen kann und ruhigen Gewissens sagen kann: Mir passiert nichts...
Wer den blanken Horror, den ein Nuklearkrieg in Deutschland gehabt hätte, auch nur erahnen möchte, sollte also mal einen Blick in einschlägige Ausbildungshandbücher der 60er/70er/80er Jahre des letzten Jahrhunderts werfen und das dort geschriebene mit heutigen Vorkehrungen zum Schutz der Öffentlichkeit bei einem AKW-Störfall vergleichen....
TopOfTheRock
08.02.2010, 11:45
Wer den blanken Horror, den ein Nuklearkrieg in Deutschland gehabt hätte, auch nur erahnen möchte, sollte also mal einen Blick in einschlägige Ausbildungshandbücher der 60er/70er/80er Jahre des letzten Jahrhunderts werfen und das dort geschriebene mit heutigen Vorkehrungen zum Schutz der Öffentlichkeit bei einem AKW-Störfall vergleichen....
Bring doch mal ein paar Beispiele, waere sicher erleuchtend, was sich da alles zum "besseren" gewandelt hat.
Hoffe es hat dir viel Spass gemacht saemtliche Ausbildungshandbuecher der der 60er und 70er zu lesen. Ich persoenlich habe so eine Ahnung (Bauchgefuehl wenn ich deine Beitraege lese) dass du kein einziges davon gelesen hast bzw. auch nur den Titel eines dieser Buecher nennen koenntest, oder?????????
Ich erinner mich da an eine kleine Kaserne südlich von Verden, in der in den 70ern ein Raketenartillerie-Bataillon stationiert war, das in den 80ern oder 90ern aufgelöst wurde. Der abgesperrte Bereich der Amis, wenn auch augenscheinlich nicht sonderlich genutzt, war direkt auf dem Kasernengelände und nochmal extra abgezäunt. Meines Wissens wurden dort die Sonderwaffen für die RakArt gelagert.
Moin Walter,
die Kaserne südlich von Verden war die Niedersachsen-Kaserne in Dörverden/Barme die eigentlich ein reiner Pionierstandort war.
Mit einer Ausnahme das hier das SAS Diensthop von der 25th USAFAD die in einen gesondert abgetrennten Bereich der Kaserne untergegracht waren.
Die zuständige deutsche Arty war die Rak Art Btl 32 mit der Begleitbatterie 3 (Begl Bttr.3) die als Wacheinheit diente.
Am besten liest Du mal den hier vorhandenen Link durch:
http://www.relikte.com/diensthop_sw/index.html
Und hier ein Bild von den SAS Diensthop von oben
.......Deutschland hatte niemals eigene Atomwaffen, aber hätte im Ernstfall amerikanische Atomsprengköpfe zur Verfügung gestellt bekommen.......
Hallo Walter,
Sorry, aber m.E. hätten die USA Deutschland zu keinem Zeitpunkt auch nur einen einzigen atomaren Sprenkopf zur Verfügung gestellt! Als damaliger Zeitzeuge vor Ort, sprich als ehemaliger 1.Flugzeugwart auf Starfighter F104G in einem Nuklear Geschwader, kam ich in den Jahren 1969/1970 wiederholt auf einer Nuklearen QRA zum Einsatz. Ich habe es in diesem Forum schonmal beschrieben, und ich bleibe dabei: Meines Erachtens war die deutsche, sog „Atomare Teilhabe“, zumindest während der Periode „Flexible Response“, auf ein lächerliches Minimum, sprich auf (sehr) wenige, mit A-Waffen (diese gehörten exclusive den USA), bestückte F-104G Bomber, beschränkt.
Was Adenauer wollte oder nicht, hat m.E. die westlichen Siegermächte damals weniger als Null interessiert. Wenn überhaupt, hatte wohl nur sein damaliger Verteidigungsminister Strauß, sowie dessen Nachfolger im Amt, Helmut Schmidt, ein (höchst) limitiertes Mitspracherecht?!
Ich habe die Erinnerungen von Strauß zweimal unter dem Gesichtspunkt "Nukleare Teilhabe" exact durchgelesen und komme zu diesem Ergebnis. Entsprechend zurückhaltend und passiv verhielt sich der "nukleare Teil der deutschen Luftwaffe" damals doch auch; indem uns die Amis auf QRA fortwährend zeigten, wer einzig und alleine in Sachen Nuke dort das Sagen hatte!
Noch nicht einmal die auf QRA eingesetzten Flieger gehörten uns zu 100%, wenn man bedenkt, dass deren komplette, sehr komplexe Nuklearverkabelung, bis runter zum C*** Switch, plus der gesamte Electr. Auslösemechanismus, plus das PAL- System, plus das spezielle Nuke-Cockpit Panel, plus, plus, plus, einzig und alleine den Amis gehörten und NUR durch Amerikaner, gemäß „US Eyes Only“, „Two-Men-Concept“, etc, etc, auch nuklear aktiviert- und verwaltet wurden.
Danke und Gruß! Scaleon
Mal wieder ganz typisch Luftwaffe! "C-Switch, PAL-System, Nuke-Cockpit Panel, two-men-concept" - bei dieser babylonischen Sprachverwirrung ist es ja auch kein Wunder, dass die Amis das Sagen hatten, sonst hätte ja vermutlich keiner verstanden, was gemeint war...
Wir simplen Kanoniere (also Soldaten) faselten da eher von Richtkreisen, Geschoßbahnen, Vermessungstrupps, Schallmess-, Lichtmess- und erst ganz am Ende vom "ground zero"!
Treu dem alten Ari-Spruch: die Artillerie kennt weder Freund noch Feind, sie kennt nur lohnende Ziele. Bums und aus.
ACHTUNG!! Beitrag nicht ganz ernst gemeint.
Würde gerne so ein Grinse-Smiley setzen, aber der Rechner streikt.
Hier noch ein Nachsetzer: die M 109 soll für nukleare Granaten vorgesehen gewesen sein?
Oha, das höre ich zum ersten Mal (was aber nichts bedeuten muss).
Bring doch mal ein paar Beispiele, waere sicher erleuchtend, was sich da alles zum "besseren" gewandelt hat.
Hoffe es hat dir viel Spass gemacht saemtliche Ausbildungshandbuecher der der 60er und 70er zu lesen. Ich persoenlich habe so eine Ahnung (Bauchgefuehl wenn ich deine Beitraege lese) dass du kein einziges davon gelesen hast bzw. auch nur den Titel eines dieser Buecher nennen koenntest, oder?????????
Nu mal langsam mit die junge Pferde!
Man muss ja nicht die gesamte ZDV- oder HDV-Literatur runterbeten können, um mitdiskutieren zu können.
Aber es ist in der Tat so, dass man in der damaligen Zeit (ich spreche konkret von den 1980er Jahren) den Spagat hinbekommen musste zwischen einer glaubhaften atomaren Abschreckung im Rahmen von flexible response einerseits und einer halbwegs vernünftigen Soldatenausbildung andererseits.
In dieser Ausbildung konnte man natürlich das Verhalten des Soldaten unter den Bedingungen des atomaren Gefechts nicht ausklammern, obwohl man durchaus um die verheerenden Wirkungen eines A-Waffeneinsatzes wusste.
Also versuchte man, eine Art Überlebensstrategie zu entwickeln: wer eine Handlungsalternative zum bloßen Hinlegen und Warten auf den Exitus an die Hand bekam, hatte - so die damalige und gar nicht so abwegige Einschätzung -wenigstens eine geringe Überlebenschance.
Wer z.B. nichts über den atomaren Lichtblitz weiß, wird wie blöd in Richtung des Einschlages starren - und mit Sicherheit erblinden. Wer aber wenigstens versucht, seine Augen zu schützen, hat eine wenn auch geringe Chance nicht zu erblinden.
Wer noch nie etwas von fallout gehört hat, wird gar nicht bemerken, was sich da auf seinem Körper ansammelt - und ganz sicher verstrahlen.
Wer weiß, dass man radioaktiven Niederschlag auch abwaschen kann, hat - s.o.!. - wenigstens eine geringe Überlebenschance.
Spätestens seit FALLEX 66 wusste man doch, dass die meisten Vorkehrungen für den Atomschlag nicht funktionieren würden, das System der Gesamtverteidigung wäre schlicht zusammengebrochen.
Aber ich bin auch heute noch überzeugt, dass ein ausgebildeter Soldat eine bessere Überlebenschance hat , als ein nicht oder schlecht ausgebildeter und dass ein Schutzraum wenigstens vorübergehend einen besseren Schutz bietet als gar nix.
Niemand hat ernsthaft Vorkehrungen für den Fall des global strike bzw. der massiven Vergeltung und damit der vollen Entfaltung der overkill-Kapazitäten getroffen: dies war als das am wenigsten wahrscheinlich eintretende Szenario eingeschätzt. Und: welche Vorkehrungen hätte man für diesen Fall auch treffen sollen?
Realistischer war die Annahme, ein zunächst konventionell vorgetragener Angriff würde durch den Einsatz von nuklearen Gefechtsfeldwaffen taktisch gestoppt - ein Angreifer müsste dann sein Risiko neu kalkulieren oder verhandeln.
Für diesen Fall war durchaus vorgesorgt, wenn auch auf Seiten der Zivilverteidigung recht lückenhaft.
Die Kalten Krieger darf man aus heutiger Sicht keineswegs unterschätzen: sie waren höchst professionell, vielleicht professioneller als so manche Strategen heute, die Deutschland am Hindukusch verteidigen, Piratenjagd vor Somalia machen und so manches nicht nachvollziebare Abenteuer mehr...
Das ist mir in der Tat ein neuer Fakt.
Aber ich frage mich ohnehin, in wieweit es "sinnvoll" ist, einen nuklearen Sprengkopf gerade mal 15 bis 30 km weit wegzuschießen?
Bei den Amerikanern gab es bis etwa 1971 rückstoßfreie Geschütze zum Verschießen von "kleinen" Nuklearsprengkörpern als Überkalibergeschosse (Sprengkraft unter 1 KT). Diese Waffen hatten den schönen Namen "Davy Crockett".
Version 1: M-28: Kaliber 120 mm. Schußweite 2 km!
Version 2: M 29: Kaliber 155 mm. Schußweite 4 km!
Dagegen ist die mit der M-109 erzielbare Reichweite doch wirklich komfortabel.
Die "Davy Crockett"- Waffen wurden entweder vom Jeep oder von einem Dreibein aus abgeschossen. Jedes amerikanische Kampftruppenbataillon sollte im Mobilmachungsfalle damals mit drei dieser Waffen ausgestattet werden.
Es gab dafür einen eigenen, damals in Bamberg stationierten Führungsstab, der für Ausbildung und Logistik dieser Waffen zuständig war.
(Quelle: Wiener, Friedrich: Die Armeen der NATO, Truppendienst-Taschenbuch 3, Wien 1966, S. 208).
Siehe auch:
Davy Crockett Page (http://www.guntruck.com/DavyCrockett.html)
Firefighter
08.02.2010, 22:28
Mal wieder ganz typisch Luftwaffe! "C-Switch, PAL-System, Nuke-Cockpit Panel, two-men-concept" - bei dieser babylonischen Sprachverwirrung ist es ja auch kein Wunder, dass die Amis das Sagen hatten, sonst hätte ja vermutlich keiner verstanden, was gemeint war...
Wir simplen Kanoniere (also Soldaten) faselten da eher von Richtkreisen, Geschoßbahnen, Vermessungstrupps, Schallmess-, Lichtmess- und erst ganz am Ende vom "ground zero"!
Treu dem alten Ari-Spruch: die Artillerie kennt weder Freund noch Feind, sie kennt nur lohnende Ziele. Bums und aus.
ACHTUNG!! Beitrag nicht ganz ernst gemeint.
Würde gerne so ein Grinse-Smiley setzen, aber der Rechner streikt.
Hier noch ein Nachsetzer: die M 109 soll für nukleare Granaten vorgesehen gewesen sein?
Oha, das höre ich zum ersten Mal (was aber nichts bedeuten muss).
Diese Systeme gab es natürlich auch beim Heer (Nike, Pershing), wenn auch nicht so aufwendig wie bei der Luftwaffe.
PAL gab es sogar bei den 155mm/203mm-Ari-Granaten, auch wenn dies nur aus einfachen Schlössern bestand.
Die sog. "Two Man Rule" galt auch bei sämtlichen Nuklearwaffen.
Für 155mm gab es bereits seit 1963 die Artilleriegranate W48, welche ursprünglich für Haubitze M114 entwickelt wurde und dann auch mit der M-109 genutzt werden sollte. Die W48 hatte für seine Größe eine beachtliche Sprengkraft von 72 Tonnen ( 0,072 kT ).
Der Sprengkopf W33 im Kaliber 203mm für die M-110 hatte eine Sprengkraft von 0,5 bis 5 kT
Dragoner
08.02.2010, 22:50
Diese Systeme gab es natürlich auch beim Heer (Nike, Pershing)
Über die Nike und Pershing wird sich das Heer ganz besonders gefreut haben :p:D
Firefighter
09.02.2010, 07:28
Über die Nike und Pershing wird sich das Heer ganz besonders gefreut haben :p:D
Bei der Bundeswehr natürlich auch Luftwaffe, dann nehme ich halt das ArtRakSys LANCE als Beispiel vom Heer :p
Dragoner
09.02.2010, 08:11
dann nehme ich halt das ArtRakSys LANCE als Beispiel vom Heer :p
Solange es keine in Geheimbunkern in der Eifel stationierten Atom-U-Boote der Marine sind . . . ;):D
suedbaden
09.02.2010, 08:38
Solange es keine in Geheimbunkern in der Eifel stationierten Atom-U-Boote der Marine sind . . . ;):D
... die dann in einem unterirdischen Kanal zum Frankfurter Flughafen fahren... :rolleyes:
Dragoner
09.02.2010, 10:12
suedbaden: ;)
Aber wir sollten aufhören, Sebi zu ärgern, das hat er wahrlich nicht verdient - und wem hier noch nie ein Hoppala passiert ist, der nehme das erste U-Boot nach Frankfurt :D
Moin Kollegen,
nicht das mir gleich auf dem Weg zum Doctore, beim Auftauchen das " Yellow Submarine " den Sprengschachtdeckel um die Ohren haut.:D:rolleyes:
Die kleine Auflockerung zum Wachwerden ist mal wieder toll.;)
Gruß
Horner ( Beagel )
Firefighter
09.02.2010, 13:35
suedbaden: ;)
Aber wir sollten aufhören, Sebi zu ärgern, das hat er wahrlich nicht verdient - und wem hier noch nie ein Hoppala passiert ist, der nehme das erste U-Boot nach Frankfurt :D
Wenn man sich fast ausschließlich mit US-Streitkräften befasst, dann darf einem auch mal passieren das bei der Bundeswehr die genannten WaffSys
der Luftwaffe unterstanden :)
Man sollte nicht vergessen, das die Atom-U-Boote aus der Eifel der Rhine/Mosel River QRA angehörten :D
Wenn man sich fast ausschließlich mit US-Streitkräften befasst, dann darf einem auch mal passieren das bei der Bundeswehr die genannten WaffSys
der Luftwaffe unterstanden :)
Man sollte nicht vergessen, das die Atom-U-Boote aus der Eifel der Rhine/Mosel River QRA angehörten :D
Sebi, Sebi, Du verstrickst Dich immer mehr!
Und überhaupt: hier werden mal wieder alle Teisltreitkräfte der Bundeswehr wild durcheinandergemixt, als ob das einfach so ginge!
Da könnte ja glatt einer behaupten, die Streitkräftebasis und der Zentrale Sanitätsdienst gehörten auch zur Bundeswehr... ts, ts, ts.
P.S.: Ist eigentlich bekannt, ob die Atom-U-Boote aus der Eifel auch schon auf biologisch abbaubare Brennstoffzellen umgerüstet wurden?
Aber nochmal ernsthaft: nachdem Du mit diesen ganzen Nukleargranaten herumwirfst, auch mit der 155 mm-Granate, würde mich doch mal interessieren, ob die auch zum Verschuss durch die Bw vorgesehen waren?
Das wäre dann wirklich eine neue Erkenntnis für mich (man lernt nie aus, wenn man in diesem Forum herumwühlt).
Dragoner
09.02.2010, 21:49
In den Panzer- und Panzergrenadierdivisionen sowie in der Gebirgsdivision war jeweils ein Panzerartilleriebataillon auch zum Einsatz nuklearer Munition ausgebildet. Entsprechend gab es ab Artilleriestruktur 85 je Division zwei Artilleriespezialzüge, einen für das mit 203mm M110 ausgerüstete Feldartilleriebataillon des Artillerieregiments der Division und den anderen für eines der Panzerartilleriebataillone einer der Brigaden mit 155mm M109. Um ein Beispiel zu nennen: Bei der 2. PzGrenDiv war es das PzArtBtl 55 in Homberg. Wobei die Artilleriespezialzüge zunächst entweder nur 203mm- oder 155mm-Geschosse "betreut" haben, m.W. später aber wechselweise für beide Kaliber eingesetzt werden konnten.
Einer Spezialzüge arbeitete normalerweise für die oder ab der Struktur 85 eine der beiden M110 Batterien des Feldartillerie Battalions der Division.
Als ich bei der 5./FAB 41 war war uns ein Spezialzug direkt angegliedert.
alterfritz
10.02.2010, 14:28
In den Panzer- und Panzergrenadierdivisionen sowie in der Gebirgsdivision war jeweils ein Panzerartilleriebataillon auch zum Einsatz nuklearer Munition ausgebildet. Entsprechend gab es ab Artilleriestruktur 85 je Division zwei Artilleriespezialzüge, einen für das mit 203mm M110 ausgerüstete Feldartilleriebataillon des Artillerieregiments der Division und den anderen für eines der Panzerartilleriebataillone einer der Brigaden mit 155mm M109. Um ein Beispiel zu nennen: Bei der 2. PzGrenDiv war es das PzArtBtl 55 in Homberg. Wobei die Artilleriespezialzüge zunächst entweder nur 203mm- oder 155mm-Geschosse "betreut" haben, m.W. später aber wechselweise für beide Kaliber eingesetzt werden konnten.
Seit 1980 wurden die Panzerartilleriebataillone aller Panzer- und Panzergrenadierbrigaden der Divisionen für den Einsatz nuklearer Munition ausgebildet. Der Artilleriespezialzug mit der Divisonsnummer wurde daher dem Stab des Artillerieregiments unmittelbar unterstellt. Gleiches geschah dann bei Umgliederung in die Artilleriestruktur 85 mit dem Artilleriespezialzug, der bislang zur 203mm-Batterie des Feldartilleriebataillons gehört hatte.
Es wurde zwar angestrebt, beide Artilleriespezialzüge für beide Kaliber (155mm und 203mm) einzusetzen. Das scheiterte aber daran, dass das amerikanische Spezialwerkzeug für die 203mm Geschosse nur für einen Artilleriespezialzug vorhanden war.
Dragoner
10.02.2010, 22:19
Tatsächlich? Ich dachte die nukleare Option wäre bis zum Ende des Kalten Krieges auf jeweils ein Bataillon beschränkt gewesen, zumal die Stationierung der Züge recht eindeutig auf jeweils ein Bataillon hinweist. Aber man lernt nie aus.
Hinweise auf die "Doppelverwendbarkeit" der ArtSpezZg finden sich da und dort in Chroniken, die Praxis mag anders ausgesehen haben.
...wieder was dazugelernt!
Hinsichtlich der M 109 bin ich schon ein wenig sprachlos...
MellonCollie
22.02.2010, 16:43
Moin Walter,
die Kaserne südlich von Verden war die Niedersachsen-Kaserne in Dörverden/Barme die eigentlich ein reiner Pionierstandort war.
Mit einer Ausnahme das hier das SAS Diensthop von der 25th USAFAD die in einen gesondert abgetrennten Bereich der Kaserne untergegracht waren.
Die zuständige deutsche Arty war die Rak Art Btl 32 mit der Begleitbatterie 3 (Begl Bttr.3) die als Wacheinheit diente.
Am besten liest Du mal den hier vorhandenen Link durch:
http://www.relikte.com/diensthop_sw/index.html
Und hier ein Bild von den SAS Diensthop von oben
Geil, mein altes Lager. In der Niedersachsenkaserne war auch FlaRak und Nachschub. Der Wald im Westen existierte damals (88/89) nicht. Das Gebäude links unten auch nicht, das war eine Sandsack-Stellung. Alle Türme bis auf den Hauptturm (nach dem Schatten zu urteilen) fehlen. Das Gebäude ganz links unten war der Verpflegung gewidmet. Rudimetär erkennt man noch den Doppelzaun, den ich in meiner letzten Wache März '89 abgerissen habe (der Kalte Krieg endete Anfang '89 nicht Ende). Die Amerikaner vom 25th USAFAD waren Kameradenschweine, die uns den Kaffee wegsoffen und kifften wie beknackt. Als Sohn eines Verbindungsoffiziers der britischen Rhine Army sprach ich fliessend Englisch, nur nicht mit diesen Clowns.
Unsere Befehle, naja wir hätten das Licht als Erste gesehen...
TopOfTheRock
23.02.2010, 08:20
(der Kalte Krieg endete Anfang '89 nicht Ende). ...
Huh, da wart ihr aber frueh dran :eek:
Bei uns an der Grenze merkten wir das erst als Schalk-Golodkowski in die Kameras der Welt stotterte: ...das tritt nach meiner Kenntnis, aeh... sofort in Kraft... :D
Die Amerikaner vom 25th USAFAD waren Kameradenschweine, die uns den Kaffee wegsoffen und kifften wie beknackt.[/QUOTE]
Was müssen das für Zustände gewesen, Kaffee saufen und kiffen ?
Nicht aus zu denken wenn da mal einer seinen Affen geschoben hatte und durch gedreht wäre:eek:
Unsere Kollegen von der 99th Arty Group waren dagegen sehr vernünftig, mit denen haben wir Mühle oder Schach gespielt, in der Wachfreien Zeit.
Gruß
Horner ( Beagle )
Hatebreed
23.02.2010, 16:15
Huh, da wart ihr aber frueh dran :eek:
Bei uns an der Grenze merkten wir das erst als Schalk-Golodkowski in die Kameras der Welt stotterte: ...das tritt nach meiner Kenntnis, aeh... sofort in Kraft... :D:confused:
Äääääh, Schabowski? Der Schalck ("Schneewittchen") war Devisenbeschaffer...
Nix für ungut;)
Gruß Thomas
MellonCollie
23.02.2010, 21:33
Huh, da wart ihr aber frueh dran :eek:
Bei uns an der Grenze merkten wir das erst als Schalk-Golodkowski in die Kameras der Welt stotterte: ...das tritt nach meiner Kenntnis, aeh... sofort in Kraft... :D
Früh? Im Oktober '88 kamen die Amis mit Doppelrotors (Chinook?) und brachten nochmal einen Schwung Kisten. Danach wurde unser Lager runderneuert, komplette Renovierung, neue Natrium-Dampf Strahler a 1000(?) Watt. Da wurde nochmal richtig Geld verbraten. Im Feb/Mar '89 dann mitten in meiner Wache im "Panzerturm" kamen die Rotors wieder und holten alles weg. Wir haben noch Stacheldraht eingesammelt und Zaunpfosten umgeschubst, dann war Finito.
Go ape cat
MellonCollie
23.02.2010, 21:56
Die Amerikaner vom 25th USAFAD waren Kameradenschweine, die uns den Kaffee wegsoffen und kifften wie beknackt.
Was müssen das für Zustände gewesen, Kaffee saufen und kiffen ?
Nicht aus zu denken wenn da mal einer seinen Affen geschoben hatte und durch gedreht wäre:eek:
Unsere Kollegen von der 99th Arty Group waren dagegen sehr vernünftig, mit denen haben wir Mühle oder Schach gespielt, in der Wachfreien Zeit.
Gruß
Horner ( Beagle )[/QUOTE]
Sorry, aber das 25th USAFAD war wirklich shocking. Der Häuptling von denen lief nur in Gold-Bestickter Baseball-Montur 'rum. Die Offiziere belegten ihre Privates mit Ausdrücken wie "fucking dolt" oder "slimey asshole". Wenn dann hätten die sich höchstens gegenseitig mit ihren Plastik-Gewehren erschossen. Wirklich es hätte durchaus interessant sein können, aber diese Leute, der einzige der mit mir sprach (der Kaffeeholer), begrüßte mich mit "Hey kraut, 'sup dude" - und weg. Spock hätte 'faszinierend' gesagt.
Unsere Leute waren jed. vom Feinsten, wenn man korrekt mitmachte, wurde man auch korrekt behandelt.
Way to go. Have fun.
TopOfTheRock
24.02.2010, 08:09
:confused:
Äääääh, Schabowski? Der Schalck ("Schneewittchen") war Devisenbeschaffer...
Nix für ungut;)
Gruß Thomas
Ja klar, was red' ich denn fuer einen Unsinn, der Guenther wars natuerlich... Danke fuer die Korrektur :)
TopOfTheRock
24.02.2010, 08:14
Früh? Im Oktober '88 kamen die Amis mit Doppelrotors (Chinook?) und brachten nochmal einen Schwung Kisten. Danach wurde unser Lager runderneuert, komplette Renovierung, neue Natrium-Dampf Strahler a 1000(?) Watt. Da wurde nochmal richtig Geld verbraten. Im Feb/Mar '89 dann mitten in meiner Wache im "Panzerturm" kamen die Rotors wieder und holten alles weg. Wir haben noch Stacheldraht eingesammelt und Zaunpfosten umgeschubst, dann war Finito.
Go ape cat
Also im Feb/Mar 89 war vom Ende des Kalten Krieges noch nix zu spueren. Was da bei Euch abging hatte wohl kaum weltpolitische Ursachen.
Alles hat wohl seine Gründe gehabt, denn wir haben nicht das Wissen, was zur damaligen Zeit, in den Schubladen der Amerikaner für Anlagen bestimmt waren, um ein SAS, das gerade mal Ausgerüstet wurde, auszulagern.
Denn es gab ja den " Ouick Reaktion Code " , deren Inhalte nicht für alle zugänglich waren.
Fakt ist aus meiner Sicht nur eines: Wenn eine Auslagerung aufgrund eines schnellen Eingreifens erforderlich gewesen wäre, hätte dieses nicht nur auf den örtlichen Straßennetz erfolgt, sondern, wie beschrieben mit Chinooks Helicopter erfolgt. Und das gleiche ist auch im Jahre "1992 im SAS Meyn " mit den Chinooks erfolgt, nach den Aussagen späteren Beagles.
Gruß
Horner ( Beagle )
MellonCollie
24.02.2010, 22:24
Also im Feb/Mar 89 war vom Ende des Kalten Krieges noch nix zu spueren. Was da bei Euch abging hatte wohl kaum weltpolitische Ursachen.
Die Vorgänge in einem Atomwaffenlager haben ausschließlich "weltpolitische Ursachen", es geht ja nicht um Yawaras für Kneipen-Schlägereien.
Ich war nie der Meinung der Kalte Krieg wäre jemals zuende oder sogar gewonnen worden.
"Blub," sagt der Delfien, "Der Wahl hat keine, und trinkt darob in Massen."
Moin zusammen,
ich schließe mich der Meinung von Mellon Collie an, denn, warum wurden diese Waffen mit ihren Systemen überhaupt in unseren Land oder Nachbarstaaten stationiert? Aus weltpolitischen Ursachen!!! Das gleiche gildet auch für deren Abrüstung und die Auflösung der SAS in Deutschland!!!
1989 war ein turbolentes Jahr des Mächteverhältnis zwischen der Sowjetunion und Amerika. In den Vorlauf der Gespräche kam es schon 1986 in Reykjavik ( Island ) zu ersten Annäherungen zwischen den beiden Großmächten, die aber wegen der " Sternenkriegspläne " an dem Ronald Reagen festhielt, fast wieder eingefahren waren.
Erst am 2.Dezember 1989 kam die Sache durch Gorbatschow und Bush sen. wieder mehr ins rollen. Aber schaut mal selber in diesen Bericht nach, der als Anhang der Weltpolitischengeschichte in diesen Beitrag bei getragen ist.
Denn dann wird es einen Erleuchten, wie dünn der Faden zu dieser Zeit war, oder das die Verhandlungen auch in einen ganz anderen Weg gefahren wären.
Nach dem Kalten Krieg: keine Friedensdividende, 01.09.2009 (Friedensratschlag) (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Aussenpolitik/brie.html)
Ps: Die Angst eines weiteren Wettrüstens, geht weiter, wenn Ihr vieleicht ein paar I-Net Seiten dazu lesen wollt.
Gruß
Horner ( Beagle )
da gibt es noch etwas interssantes unter diesen Link:
Das Ende des Kalten Krieges - Beginn einer wirklichen Abrüstung (http://www.kssursee.ch/schuelerweb/kalter-krieg/ende/abruestung.htm)
Das Ende des " Cold-War " ist genauso weitreichend, wie sein Anfang..........
TopOfTheRock
25.02.2010, 08:05
Ich war nie der Meinung der Kalte Krieg wäre jemals zuende oder sogar gewonnen worden.
Fakt ist wohl dass der Kalte Krieg seit 20 Jahren zu Ende ist und auch von der Nato gewonnen wurde. Immerhin ist die Nato noch hier, der WP hingegen laengst Geschichte. Die DDR und die BRD haben sich auch nicht vereinigt sonder der BRD BEIGETRETEN! Die BRD hat ihrer Strukturen im "Beitrittsgebiet" implementiert und die westdeutsche Wirtschaft hat mehr oder weniger die ostdeutsche Wirtschaft aufgekauft und plattgemacht.
Mir ist klar, dass man das in der Oeffentlichkeit nicht gerne so sehen will, weil man die Menschen im Beitrittsgebiet ja nicht als "Loser" (was sie auch keinesfalls sind) hinstellen will.
Die Geschichte, wie sie passiert ist, spricht jedoch eine andere Sprache.
Fakt ist wohl dass der Kalte Krieg ...... von der Nato gewonnen wurde. Immerhin ist die Nato noch hier, der WP hingegen laengst Geschichte......
Sehe ich genauso, sprich der Kalte Krieg wurde m.E. bereits ab Mitte/Ende der Periode „Flexible Response“ durch die NATO gewonnen. Ab dann konnte der WP schon aus wirtschaftl./ökonomischen Gründen immer weniger mithalten. Zu erdrückend wurde der ständig zunehmende westliche Technikvorsprung; zu erdrückend die daraus resultierenden Wettrüst- Kosten für den WP.
Gruß! Scaleon
Man hüte sich davor, das immer gleiche Geplapper der politischen Linken mit der Friedenstaube für bare Münze zu halten!
Wenn ich den Artikel von Dr. Brie lese, fühle ich mich in der Zeit zurückversetzt und höre die sozialistische Dialektik wieder, die ich schon 1981 in Polen über mich ergehen lassen musste, was dazu führte, dass ich mich mit einem KP-Funktionär so gezofft habe, dass fast meine Tarnung aufgeflogen wäre... (Klingt jetzt sehr theatralisch, war aber wirklich so: ich bin damals in Polen gewesen als "Student" und war in Wirklichkeit Soldat...).
Ich kann dieses Gesülze von der verpassten Friedensdividende nicht mehr hören.
Der WP war doch noch hochgerüsteter als die NATO und hatte durchaus seine Angriffspläne in der Schublade liegen.
Und Michail Gorbatschow konnte von dieser Position aus gut mit Abrüstungsangeboten kommen: er wäre wahrscheinlich froh gewesen, große Teile des eigentlich unbezahlbaren und maroden Systems des militärisch-industriellen Komplexes der SU loszuwerden.
Aber wie hier schon ganz richtig geschrieben wurde: die Geschichte hat den ganzen Humbug einschließlich der Leute mit den vielen Friedenstauben weggefegt.
Und was das Schönste daran ist: es war weder der dicke Helmut (den ich durchaus schätze) noch Herr Gorbatschow, und schon gar nicht Schabowskis Zettel, sondern das Volk der DDR!
Es gab überhaupt keine "Friedensdividende", auch wenn das keiner hören möchte.
Denn kaum waren die Blocksysteme out, ging es doch schon wieder weltweit los und sogar hier in Europa, auf dem Balkan...
Der Kalte Krieg ist vorbei, aber der Krieg ist noch lange nicht von diesem Planeten verschwunden.
Und es gibt ernst zu nehmende Leute, wie Scholl-Latour, die von einem neuen Kalten Krieg sprechen: die Anzeichen lassen durchaus so etwas vermuten, wenn auch nicht zwischen Blocksystemen in einer bipolaren Welt, so doch zwischen den großen Machtsphären Naher und Mittlerer Osten, Russland, USA, Asien, vor allem China, Indien aber auch Lateinamerika...
Si vis pacem, para bellum! sagt der Lateiner und meint: wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor.
Ja, jetzt habe ich mal wieder den alten Kalten Krieger herausgeholt: aber ich kann nichts dafür, ich bin immer einer gewesen...
MellonCollie
26.02.2010, 00:46
Der Kalte Krieg wurde nicht gewonnen, weil er nicht ausgefochten wurde. Mein Grossvater war im WW1, wofür? Für einen erschossenen Popanz? Und die SU ist einfach weggesackt? Ist das Militär-Doktrin? Also wenn '89 nicht die SU sondern die USA abgekackt wären, hätten wir garantiert WW3 gehabt. 'Wenn ich drauf gehe, mache ich wenigstens mein Magazin leer', oder nicht?
Der Kalte Krieg ist nicht beendet worden, er ist lediglich von den Produktionsstätten (der Waffen) weg exportiert worden. Frieden und Wohlstand für die Welt - how nice.
Ich habe mal einen Eid auf die FDGO geleistet und nach Kräften eingehalten, mittlerweile halte ich mich für wortbrüchig.
And when force is gone, there's always mom. Hi mom.
MellonCollie
26.02.2010, 01:01
Kacke, eben hatte ich mich nur gefreut mein altes Lager wiederzusehen. Das waren gerade mal 12 Monate vor über 20 Jahren. Und jetzt dieses nitpicking. Please everybody, man korrigiert nicht die Vergangenheit.
Here it is, and there You are.
TopOfTheRock
26.02.2010, 07:55
MellonColie, dieses "nitpicking" nennt man "diskutieren" und dazu geht man heute oftmals in ein Forum ;-) Wer das nicht moechte, well, der laesst es eben bleiben.
Muss allerdings auch erwaehnen, dass ich mich sehr schwer tue deine postings zu verstehen. Liegt aber moeglichweise an mir....
By the way - wer versucht denn hier die Vergangenheit zu korrigieren....???
Hallo.
Unfälle mit ABC Waffen!!
Wenn ich mir die ganzen Sonderwaffenlager so ansehe,da müssen doch mal ein paar (Unfälle) vorgekommen sein! Habe mal einen Bericht gelesen das an 2 Mai 1984 auf dem RAF Fliegerhorst Brüggen eine Atombombe vom LKW gerutscht ist.(Typ WE 177 C)......hatt jemand mal was gehört????:confused:
Gruß Stefan.
@Stefan!
Nur wenige Unfälle mit Nuklear Waffen auf SAS und/oder auf QRA wurden bekannt, bzw publiziert. So gab es wohl im Jahr 1968 einen schweren Vorfall der Kategorie „Dull Sword“ beim 3. Wing / 430 Squadron der Royal Canadian Air Force in Zweibrücken, als auf dem Transport vom dortigen SAS zum auf QRA stehenden CF-104 Starfighter, eine B-28EX Nuklearbombe vom Bomb Trailer gerutscht und beschädigt worden sein soll.
Gruß Scaleon
einen schweren Vorfall der Kategorie „Dull Sword“
Schwerer Vorfall passt nicht zur Definition von Dull Sword
United States military nuclear incident terminology - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_military_nuclear_incident_terminolog y#Dull_Sword)
Dull Sword is an Air Force reporting term that marks reports of minor incidents involving nuclear weapons, components or systems, or which could impair their deployment. This could include actions involving vehicles capable of carrying nuclear weapons but with no nuclear weapons on board at the time of the accident.
In From the Cold: The Dull Sword Tally (http://formerspook.blogspot.com/2008/02/dull-sword-tally.html)
The list of Dull Sword records provided by the Air Force includes a short description of what failed each time, ranging from failures in the Personal Reliability Program — which is used to determine the airmen who can handle nuclear weapons — to broken towing vehicles used to transport the warheads from the storage units to the bombers, to unexplained problems with the equipment designed to carry the nuclear weapons on the aircraft.
CANADIAN NUCLEAR WEAPONS (http://www.user.dccnet.com/welcomewoods/Nuclear_Free_Georgia_Strait/clearwater.html)
DULL SWORD: 31/10/6?, Zweibrucken, CF-104
Load Crew rotated Mk28RE bomb
and broke a component.
Auch hier noch genuaers über die Definition von Dull Sword
http://books.google.de/books?id=jImqnqM8HygC&pg=PA97&lpg=PA97&dq=dull+sword&source=bl&ots=uqkKkLET-H&sig=Cbq8ZphD7BrrsSfhrm26k0TzdtQ&hl=en&ei=UEqIS5WOIMe-_QbO7uzpBg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=9&ved=0CB4Q6AEwCDhG#v=onepage&q=dull%20sword&f=false
Dull Sword
Der Code für eine kleiner Beschädigung einer Nuklear Waffe ist "Dull Sword". In diesen Fall besteht keine Gefahr der Detonation oder des Austritts von Strahlung. Ereignisse wie das Fallenlassen eines Werkzeuges auf das Gehäuse der Kernwaffe während diese auf eine Rakete oder ein Flugzeug montiert wird, werden als Dull Sword eingestuft und alle Einzelheiten müssen in einer detailierten Inspektion festgehalten werden.
@uraken
Du hast recht, Kategorie Dull Sword paßt hier nicht wirklich! Vielleicht war's gar ein Vorfall an der Grenze zur Kategorie Broken Arrow?!! Auf unserer deutschen F-104G Nuklear QRA wurde uns jedenfalls der RCAF- Vorfall immer bis zum Erbrechen als abschreckendes Beispiel gepredigt.
Sei's drum, ist alles eh schon mehr als 40 Jahre her!! Gruß Scaleon.
Runter gefallen passt zu Dull Sword.
WE177 CE sind als Bomben für Tornados und Jaguars vorgesehen gewesen.
D.h. die Bombe an sich war robust ausgelegt.
WE.177 - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/WE.177)
The casing of WE177 was unusually robust and complicated for a British air-dropped bomb, made necessary by the requirement for the laydown options, the stresses from the opening of the drogue parachutes being particularly severe at the speed anticipated for the TSR-2, the requirement stating a dropping speed of from Mach (M) 0.75 to M 1.15 at a height of 50ft [2] for TSR-2 and M 0.75 to M 0.95 for the Buccaneer. This, together with the 'slap down' of the tail on impact required a strong, well-engineered bomb casing to ensure the enclosed warhead remained intact.[4]
Es hat etwas gedauert nis ich das gefunden habe
RAF Bruggen - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/RAF_Br%C3%BCggen)
1984 - Nuclear Incident
On the 4 September 2007, the British military admitted that there had been an accident with a nuclear weapon at RAF Brüggen on 2 May 1984.[4][5] The nuclear weapon fell from a transport truck, as the missile wasn't securely attached to the truck. The weapon was 8 times more powerful than the bomb that was dropped on Hiroshima in 1945. The casing was x-rayed after the incident, and found to have been undamaged, a testament to the inherent strength of nuclear weapons casings. The six people/military staff who were responsible for the accident, received a reprimand for their actions in the incident.
Die Beschreibung passt zu der Kategorie Dull Sowrd der Amerikaner. Ob die Briten eine ähnliche Einstuffung nutzten weiss ich nicht .
Weitere Artikel dazu:
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/science/article2351165.ece
http://www.globalsecurity.org/wmd/library/news/uk/uk-070903-irna01.htm
...... 1984 - Nuclear Incident ....... Die Beschreibung passt zu der Kategorie Dull Sword der Amerikaner. Ob die Briten eine ähnliche Einstufung nutzten weiss ich nicht
@uraken!
Die Engländer werden, (so wie die Kanadier und wir Deutschen damals auch), wohl die US Amerikanischen Incident Kategorien: Dull Sword, Faded Giant, Bent Spear und Broken Arrow angewendet haben. War glaube ich, auch eine der Fragen anlässlich der NATO- Überprüfungen auf QRA; bin mir aber nicht mehr sicher, ist schon ewig her.
Gruß Scaleon
Die Engänder hatten im Gegensatz zu den Kanadiern und Deutschen ihre "eigenen" Bomben. Sie waren nicht auf die Amerikaner angewiesen.
Die WE177 war eine rein britische Waffe.
You are quite right about that. US personnel was never involved with any handling or movement of the WE.177’s used on the RAFGermany bases. We also never used US code indications for nuclear weapon involved incidents. The RAF Regiments only official actionwords were major or minor incident or accident.
Brad
Dragoner
18.03.2010, 23:12
da man ja nicht weiß welche Nike-Stellung letzendlich auch den Nuklearen Status hatte und welche nicht
Doch, weiß man weitgehend:
Anfang der 80iger Jahre wurde das Waffensystem Nike teilweise denuklearisiert. Danach verfügte jedes der Nike-Bataillone in der Regel noch über zwei nuklearwaffenfähige Batterien, davon eine vom Typ S und eine vom Typ A (die übrigen, konventionellen Batterien waren vom Typ B). Der Unterschied lag im Ausbaustand der Stellungen. Der Typ S war nach dem Long Range Security Program (LRSP) ausgebaut, der Typ A nur in begrenztem Umfang nach dem Limited Scope LRSP.
FlaRakBtl 21 (mit März 1987 außer Dienst gestellt):
Typ S: 1./FlaRakBtl 21 - Ennigerloh-Westkirchen
Typ A: 2./FlaRakBtl 21 - Möhnesee-Echtrop (Stellung Büecke)
FlaRakBtl 22 (mit September 1988 außer Dienst gestellt)
Typ S: 1./FlaRakBtl 22 - Lennestadt-Oedingen (Stellung Buchhagen)
Typ A: 2./FlaRakBtl 22 - Burbach (Stellung Lipper Höhe)
Dies ist das einzige Bataillon, zu dem es in diesem Punkt unterschiedliche Angaben gibt. Nach einer Quelle war nicht die 2. vom Typ A sondern die 3. in Waldbröl (Stellung Nutscheid). Die 4. (Marienheide) war jedenfalls ab 1985 denuklearisiert.
FlaRakBtl 23 (mit März 1987 außer Dienst gestellt)
Typ S: 4./FlaRakBtl 23 - Westerburg (Stellung Obersayn)
Die 3. in Heidenrod-Kemel war zunächst vom Typ A und wurde 1985 denuklearisiert.
FlaRakBtl 24 (mit September 1989 außer Dienst gestellt)
Typ S: 4./FlaRakBtl 24 - Delmenhorst-Deichhorst (Stellung Ristedt), mit Mai 1988 denuklearisiert
Typ A: 3./FlaRakBtl 24 - Oldenburg-Dietrichsfeld (Stellung Westerscheps)
FlaRakBtl 25 (mit September 1988 außer Dienst gestellt)
Typ S: 3./FlaRakBtl 25 - Wagenfeld-Förlingen
Typ A: 2./FlaRakBtl 25 - Barnstorf (Stellung Wuthenau)
FlaRakBtl 26 (mit September 1989 außer Dienst gestellt)
Typ S: 2./FlaRakBtl 26 - Stadland-Rodenkirchen, mit Mai 1988 denuklearisiert
Typ A: 1./FlaRakBtl 26 - Wangerland-Hohenkirchen (Stellung Friedreikensiel)
Typ A: 3./FlaRakBtl 26 - Wiesmoor
Dragoner
19.03.2010, 10:38
Nach nochmaliger Durchforstung versch. Quellen geht es hinsichtlich des Zeitpunktes der Denuklearisierung noch genauer. Wobei die wichtigste Quelle dazu das Buch "Blazing Skies. Die Geschichte der Flugabwehrraketentruppe der Luftwaffe" darstellt.
1./21 - ~1986
2./21 - ~1986
3./21 - Juli 1985
4./21 - September 1984
1./22 - ~1988
2./22 - September 1984
3./22 - ~1988
4./22 - September 1984
1./23 - September 1984
2./23 - September 1984
3./23 - Juli 1985
4./23 - ~1986
1./24 - Dezember 1978
2./24 - Dezember 1978
3./24 - Dezember 1986
4./24 - Mai 1988
1./25 - März 1979
2./25 - ~1988
3./25 - ~1988
4./25 - Mai 1988
1./26 - ~1988
2./26 - Mai 1988
3./26 - ~1985
4./26 - September 1984
Nicht für jede Batterie konnte ich bisher das Monat der Denuklearisierung feststellen. Mit Mai 1988 war Nike jedenfalls vollständig denuklearisiert.
Firefighter
19.03.2010, 12:43
Danke für die Infos, ich wusste nicht das die Luftwaffe Ihre Nike-Batterien teilweise so früh von den "Nukes" bereinigte.
Allerdings wurden ja bereits 1983 nahezu alle Nike-Batterien der US Army aufgelöst bzw. in IHAWK-Stellungen umgebaut.
Dragoner
19.03.2010, 13:11
ich wusste nicht das die Luftwaffe Ihre Nike-Batterien teilweise so früh von den "Nukes" bereinigte.
Das war vor allem eine Folge des Montebello-Abkommens. Dazu muss man etwas weiter ausholen: 1978 begann die NATO, rund 1000 Atomsprengköpfe aus Europa abzuziehen. Das führte u.a. zur Denuklearisierung von vier deutschen Nike-Batterien. 1982 lief das LRSP zum Ausbau der Stellungen an (neue Metallgitter-Zäune mit Beleuchtung und Sensoren, Beton-Hochbunker usw.). Das war aufwändig und teuer. Im Oktober 1983 beschlossen die NATO-Verteidigungsminister auf einer Konferenz in Montebello (Kanada) weitere 1400 Atomsprengköpfe aus Europa abzuziehen. Im Juli 1984 wurde das Roland-Patriot-Abkommen zwischen der BRD und den USA geschlossen und damit war endgültig klar, dass Nike nur noch wenige Jahre im Dienst stehen würde. Deshalb wurde nur eine Stellung pro Bataillon nach dem LRSP ausgebaut und - im Regelfall - eine zweite nach Limited Scope LRSP. Und wegen des Montebello-Abkommens wurden parallel dazu laufend Batterien denuklearisiert. Als letzte gaben die 4./24 und die 2./26 mit Mai 1988 die Atomsprengköpfe ab.
Zu Montebello und der Denuklearisierung der NIKE sowie dem vollständigen Abzug der ADM ist auch ein Blick in das "Weißbuch 1985 zur Lage und Entwicklung der Bundeswehr" (Hrsg.: BMVg, Bonn 1985; Rd. Nr. 124) empfehlenswert. Gibt einiges (auch zu anderen Fragen der strategischen Situation bzw. deren Einschätzung) her, wenn man bei der Lektüre auch etwas vorsichtig sein sollte, da sehr "regierungsamtlich"...
You are quite right about that. US personnel was never involved with any handling or movement of the WE.177’s used on the RAFGermany bases. We also never used US code indications for nuclear weapon involved incidents. The RAF Regiments only official actionwords were major or minor incident or accident.
Brad
Hi 51edb,
I don't know the official RAF nuclear phrasology as used before on RAF Germany bases. So, provided You really know the exact RAF- nuclear wording for such cases, I very much doubt that You are entitled, respectively that You would be such cross negligent to publish such still extremly sensitive nuclear-wordings connected to RAF Germany (mind You!), in a German public forum like this one, anyhow!!!
However, as to my personal understanding, repeat personal understanding, RAF never applied your so called "actionwords", such as "major and/or minor incident", and/or "major and/or minor accident", as posted by You! Most probable a very same, as standardized nuclear-terminology has been used strictly and exclusively by ALL the different Air Forces what-so-ever, instead?! But as I am saying, this is my very personal guess.
Finally, what would have been the specific difference between a "major nuclear INCIDENT" vs a "minor nuclear ACCIDENT", as mentioned by You, anyhow? With all respect, such nonspecific respectively inaccurate wording in context to such a complex nuclear subect, would have triggered a contradiction within itself, at least to me.
Greetings Scaleon!
Good evening Scaleon. I don’t know how on earth YOU are able to judge about that. . . I used to be stationed at the Regiment both at RAFG Laarbruch and Bruggen until my relocation in 2001 in a rank and position that I really ought to know what to talk about concerning the subject. Besides your so called ‘secret’ already has been declassified by the UK Ministry of Defence for at least 8 years! Google the UK National Archive and find out yourself. Whether you accept what I mentioned or not doesn’t bother me as everything is history. Anyway it has no use kicking this up a level higher. Just popped up here sometimes adding some useful information but as it seems not to be appreciated: goodbye. . . Brad
> it seems not to be appreciated
Sure it is! Dont think the thoughts of 1 or 2 Users are the same for the 3000 Users we have :)
Thank you for giving you additional none classified information 51edb
Mas_o_Dis
11.05.2010, 16:06
Um mal eine Frage los zu werden die zumindest grob zum Thema gehört: Wo ist der Unterschied zwischen einem BW Munitionsdepot und einem Munitionslager (Rheinbach)? Danke!
Ich gehe aber nach wie vor davon aus das es ein Ausrutscher ist/war. Ich habe auch schon den Fehler gemacht, mit rauchendem Kopf Postings zu verfassen, die dann logischerweise Reaktionen hervorriefen.
Es wäre nun auch zu schwierig, die "bösen" Posts zu sortieren, oder gar anzufangen auszudeuten "wer denn nun". So nehme ich die klar persönliche Anmerkung und die folgenden raus. Wer sich auf die Füße getreten fühlt deswegen, sorry.
In diesem Sinne gibts Email, PM oder gar Telefon um sich mal richtig anzupflaumen oder auszusprechen. Und damit ist nach diesen Zielen ein Neuanfang erwünscht, alternativ müsste ich zumachen.
@Stefan!
Nur wenige Unfälle mit Nuklear Waffen auf SAS und/oder auf QRA wurden bekannt, bzw publiziert. So gab es wohl im Jahr 1968 einen schweren Vorfall der Kategorie „Dull Sword“ beim 3. Wing / 430 Squadron der Royal Canadian Air Force in Zweibrücken, als auf dem Transport vom dortigen SAS zum auf QRA stehenden CF-104 Starfighter, eine B-28EX Nuklearbombe vom Bomb Trailer gerutscht und beschädigt worden sein soll.
Gruß Scaleon
Ist zwar ein etwas älterer Beitrag, aber ich möchte da noch einmal nachhaken. Auf dem Gelände der Base befand sich zu Kanadier-Zeiten ein eigenes SAS? Ist es nicht wahrscheinlicher dass sich ledigich im QRA-Shelter ein "Vault" befand?
An Munitionsdepot-Strukturen, ob konventionell oder nuklear, lässt sich ja heute nichts mehr erkennen, vermutlich auch weil seit dem Abzug der Kanadier nur RF-4 Phantom Aufklärer und einige Transporter stationiert waren.
Sollte trotzdem jemand Koordinaten haben wo sich auf der Base entsprechende Strukturen befanden würde mich das interessieren.
Gruß,
GAF
Also Vaults wurden erst Anfang der 90er gebaut, von daher kann das schonmal nicht sein. Die QRAs sahen um 1968 auch nicht so aus wie dann später in den 80ern, von daher wird man kaum noch etwas sehen können. QRAs in den 80ern hatten eben den üblichen Doppelzaun und Sicherheitsgebäude wie Entry Control Point und das Gebäude für die SAT-Leute.
Also Vaults wurden erst Anfang der 90er gebaut, von daher kann das schonmal nicht sein. Die QRAs sahen um 1968 auch nicht so aus wie dann später in den 80ern, von daher wird man kaum noch etwas sehen können. QRAs in den 80ern hatten eben den üblichen Doppelzaun und Sicherheitsgebäude wie Entry Control Point und das Gebäude für die SAT-Leute.
Wenn ich das richtig gelesen habe dann auf beiden Seiten des Eisernern Vorhangs schon Mitte/Ende der achtziger Jahre! Aber 1968 kann wirklich nicht sein, stimmt.
Wenn ich das richtig gelesen habe dann auf beiden Seiten des Eisernern Vorhangs schon Mitte/Ende der achtziger Jahre! Aber 1968 kann wirklich nicht sein, stimmt.
Die ersten Vaults auf NATO Seite wurden im August 1990 in Büchel fertiggestellt.
Welche Waffen fallen denn eigentlich unter Sonderwaffen
Normalerweise ABC Waffen.
also Atomar/Biologisch/Chemisch
Die ersten Vaults auf NATO Seite wurden im August 1990 in Büchel fertiggestellt.
Gibt es dazu nicht eine Meldung oder ähnliches die Du verlinken kannst dazu?
Gibt es dazu nicht eine Meldung oder ähnliches die Du verlinken kannst dazu?
Doch, gibt es:
Seite 75
http://www.nrdc.org/nuclear/euro/euro.pdf
Doch, gibt es:
Seite 75
http://www.nrdc.org/nuclear/euro/euro.pdf
Danke für den Hinweis - werde ich mich mal in Ruhe mit beschäftigen.
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