Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues aus Gießen
Geograph
14.09.2007, 16:58
Aktuelle Nachrichten (»Gießener Allgemeine«; 14.09.2007) zum derzeitigen Stand der Standortschließung:
"Militärmuseum im US-Depot ab sofort geschlossen
Helmut Philipp und seine Frau Gabriele waren pünktlich um 10 Uhr zur Stelle. »Mein Vater hat 30 Jahre lang im Depot gearbeitet. Da musste ich einfach noch einmal hier reinschauen.« Ähnliche oder ganz andere Beweggründe veranlassten am Donnerstag viele Besucher, sich noch einmal auf den Weg in die Rödgener Straße zu begeben. Das »C.A.R.E.«-Museum am US-Depot war zum letzten Mal geöffnet. 16 Jahre lang hat es militärhistorisch interessierten Menschen Einblicke in die Geschichte des US-Großstandorts Gießen nach 1945 gegeben. Mit dem Rückzug der Amerikaner und der Schließung der militärisch genutzten Flächen endet – zumindest vorerst – auch die Geschichte des Museums. Dass es sich nur um ein vorläufiges Ende handelt, hoffen nicht nur die »Männer der ersten Stunde«, die gestern noch einmal im Gebäude neben dem Wachhäuschen zugegen waren. Sie setzen auf Pläne der Stadt, das Domizil nach Rückgabe der US-Liegenschaften an den Bund so schnell wie möglich wieder zu übernehmen und für kulturelle Zwecke zu nutzen. Die Rede ist von einem »militärgeschichtlichen Museum«, zu dem vor kurzem auch Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann seine Zustimmung signalisiert hatte [...].
240 US-Zivilbeschäfigte haben Kündigung erhalten
Mit dem Abzug der US-Armee werden bis Ende Oktober weitere Zivilbeschäftigte ihren Job am Standort Gießen verlieren. In den vergangenen Monaten hätten rund 240 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten, teilte die Gewerkschaft ver.di auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung mit. 70 Betroffene haben seit Anfang des Jahres Kündigungsschutzklagen eingereicht, hieß es beim Arbeitsgericht. Vor allem ältere Mitarbeiter werden – mit zum Teil hohen Abfindungen – aus dem Dienst bei der Armee ausscheiden. Andere wollen einen Ersatzarbeitsplatz annehmen, den die Streitkräfte insbesondere in Südhessen angeboten haben. Außerdem haben sich Armee und ver.di darauf verständigt, eine Beschäftigungsgesellschaft einzurichten. Die 240 Dauerarbeitsplätze in Gießen gehen damit gleichwohl unwiderruflich verloren. Bis auf Weiteres verbleiben hier die 450 Zivilbeschäftigten, die im US-Depot in der Rödgener Straße arbeiten."
Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/redaktion/giessen_az.php?ART=art3 [14.09.2007; 16.30 Uhr]
wadentritt
15.09.2007, 13:24
Zitat)Bis auf Weiteres verbleiben hier die 450 Zivilbeschäftigten, die im US-Depot in der Rödgener Straße arbeiten."
die Pläne für den Abzug für Waren-und Logistikpläne seitens AAFES stehen sicher schon,es ist geplant das Distributionszentrum in der K-Twon/Ramstein gegend neu zu verlegen
Geograph
15.09.2007, 21:35
die Pläne für den Abzug für Waren-und Logistikpläne seitens AAFES stehen sicher schon,es ist geplant das Distributionszentrum in der K-Twon/Ramstein gegend neu zu verlegen
Woher stammen diese Informationen?
wadentritt
16.09.2007, 11:23
von einem Cpt der 284th BSB
Geograph
29.09.2007, 14:36
Gestern fand nun die feierliche Abschlusszeremonie in Gießen statt:
"Bewegender Abschied der US-Army von Gießen
Mit Schließungszeremonie endet 62-jährige Präsenz – Viele Freundschaften geschlossen
GIESSEN (Äat). Langsam sank die amerikanische Fahne gestern am Flaggenmast herab. 62 Jahre hat sie über der Stadt geweht, jetzt hat die US-Army ihr Engagement in Gießen endgültig beendet. Bei einem feierlichen Appell wurde die Schließung der Garnison vor rund 200 geladenen Gästen besiegelt. Für viele von ihnen war das ein bewegender Moment. So waren einige starre Gesichter zu beobachten, wischten Hände durch feuchte Augenwinkel. Craig G. Birchard, der Garnisonsmanager, hatte Mühe seine Stimme in den Griff zu bekommen, als er von der wunderbaren Garnison, vor allem aber von den vielen Freundschaften sprach, die zwischen Amerikanern und Deutschen entstanden seien. Der Kommandeur der US-Garnison in Wiesbaden, Oberst Ray A. Graham jr., fasste kurz die Gießener Geschichte der US-Army von 1945 bis heute zusammen. Er berichtete vom Ende des Kalten Krieges, von den darauf folgenden unausweichlichen Veränderungen. Ein letztes Mal, nämlich 1998, sei der Standort reaktiviert worden, als wieder Kampftruppen stationiert wurden. Den großen Erfolg des Standortes aber macht für Graham das höchst freundschaftliche Miteinander zwischen Soldaten und Zivilbevölkerung aus, denn feste Freundschaften seien entstanden. Deshalb ist er sich sicher, dass viele seiner Kameraden Gießen in guter Erinnerung behalten werden.
Die Zeremonie begann mit einem Gebet, gespielt wurden auf dem Paradeplatz im Depot die beiden Nationalhymnen. Feierlich wurde die Truppenfahne eingerollt als Symbol dafür, dass auch der letzte Soldat die Stadt verlassen wird. Für Birchard haben Depot und Garnison in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle gespielt. Und man sei erfolgreich gewesen, habe professionell gearbeitet. Für ihn haben sich die Soldaten und ihre Familien in diesem »wunderschönen Teil Deutschlands« sehr wohl gefühlt, ist ihnen die Region zu einer zweiten Heimat geworden. Birchard nannte die Namen seiner engsten Mitarbeiter, auf die er sich immer habe verlassen können, rief den Gästen zu: »Look at this marvelous Garrison.«
Doch nicht nur aus Gießen ziehen sich die Amerikaner zurück, sondern auch aus Butzbach, Bad Nauheim und Friedberg. Deren Bürgermeister, mit dem Gießener Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann an der Spitze, überreichten Graham jeweils eine amerikanische Nationalfahne. Auch Haumann hatte ein Geschenk für den Oberst dabei, nämlich ein Plakat mit Ansichten der verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Haumann bedankte sich für die ausgezeichneten Kontakte zwischen US-Army und Stadt, hob die vielen Berührungspunkte hervor, die auch auf privater Ebene im Laufe der Jahre entstanden seien: »Nehmen sie unsere Freundschaft mit, wo immer sie gerade sind.«"
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> Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template=d_artikel_import&id=3065013&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa= [29.09.2007; 14.00 Uhr]
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wadentritt
29.09.2007, 20:27
ich war da gestern und habe zwei kurze Videos gedreht wo die US Flagge eingeholt wird und die Standarte der Garrison übergeben wurde.
wadentritt
06.10.2007, 19:10
Videos habe ich noch nicht runtergeladen hier noch 2 Bilder von der Casing the Colors Ceremony der 284th BSB Garrison Gießen
Geograph
10.10.2007, 10:45
"Noch im Oktober erhält Stadt US-Sportfläche zurück
Bundesanstalt: Andere Liegenschaften werden im Sommer 2008 freigegeben – Gespräche laufen
GIESSEN (tt). Noch in diesem Monat soll die gegenüber der Millerhall gelegene Sportfläche, das Baseballfeld, an die Stadt zurückgegeben werden. Alle anderen ehemaligen von den US-Streitkräften genutzten Liegenschaften sollen im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2008 freigegeben werden – und können erst dann auch offiziell begutachtet werden. Dies erklärte der Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), Guido Déus, auf Anfrage. Im Auftrag des Bundes vermarktet die Bima die freiwerdenden Militärflächen. Zwar habe am 28. September die feierliche Schließung des US-Standortes Gießen durch das Einholen der US-Flagge stattgefunden. »Dennoch verbleibt nach den völkerrechtlichen Vereinbarungen bis zur förmlichen Rückgabe an die Bundesrepublik der Besitz und die Verantwortlichkeit für die Liegenschaften bei den US-Streitkräften und ihrer Liegenschaftsverwaltung«, erläuterte der Bima-Sprecher. Diese endgültige Freigabe werde nach den jetzigen Ankündigungen im Frühjahr/Sommer 2008 stattfinden und mit der Dulles-Siedlung beginnen. Bis dahin werden die US-Streitkräfte nach den Worten von Déus die erforderlichen Obhutspflichten wie Bewachung und Verkehrssicherung wahrnehmen und vor allem den Zutritt zu den Liegenschaften kontrollieren. »Daher kann die künftige Verwalterin der Konversionsliegenschaften, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zur Zeit keine Erlaubnisse für Besichtigungen und Begehungen erteilen, sondern bei berechtigten Anliegen lediglich vermitteln.« Entsprechende Bemühungen liefen aber bereits.
Déus bestätigte, dass an der Millerhall sowohl die Stadt als auch die Sportwissenschaftler der Justus-Liebig-Universität (JLU) ihr Interesse an einer Folgenutzung erklärt hätten. Die Bima werde umgehend entsprechende Verhandlungen aufnehmen. Die gegenüber der Halle liegende Sportfläche werde nach Kündigung des Sicherstellungsvertrages noch im Oktober an die Eigentümerin, die Stadt Gießen, zurückgegeben werden können. Auch für einige Infrastrukturobjekte wie Schulen und Kindergärten habe die Stadt Interesse angemeldet. »Grundsätzlich können derartige Erwerbswünsche für kommunale Aufgaben vorrangig erfüllt werden«, sagte der Bima-Vertreter. Die Bundesanstalt stehe in engem Kontakt zum Magistrat. Insbesondere fänden seit geraumer Zeit Abstimmungen über die künftige städteplanerische Entwicklung der freiwerdenden Flächen und Siedlungen statt. Mit der Stadt bestehe Einigkeit darüber, dass insbesondere in den Wohnsiedlungen sowohl Gebäudeabrisse wie auch städtebauliche Fehlentwicklungen vermieden werden sollen. Aus diesem Grund begrüße die Bundesanstalt die nun im vereinfachten Verfahren verabschiedeten Bebauungsplanentwürfe zu den beiden US-Wohneinheiten, der Marshall- und der Dulles-Siedlung, erklärte Déus.
Beim jüngsten Gespräch Anfang des Monats zwischen Vertretern der Bundesanstalt und Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann sowie Baudezernent Thomas Rausch sei vereinbart worden, möglichst flexibel und einvernehmlich die Verwertungs- und Entwicklungsziele festzulegen und zu diesem Zweck engen Kontakt zu pflegen.
Neben den Wohnungen, die zu einem Teil von der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Gießen, der Wohnbau GmbH, bewirtschaftet werden sollen, hat die Stadt vor allem ihr Interesse an einer Übernahme der Schulen und Kindergärten signalisiert.
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> Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template=d_artikel_import&id=3095129&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa= [10.10.2007; 10.30 Uhr]
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Geograph
14.10.2007, 19:31
Nun beginnt die »deutsche Gründlichkeit« … ;)
"Rückgabe des Sportfeldes verzögert sich
GIESSEN (tt). Die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) noch für diesen Monat angekündigte Rückgabe des Sportfeldes an der Millerhall verzögert sich. Dies teilte Baudezernent Thomas Rausch mit. Ursprünglich sollte die Stadt die Fläche heute wieder übernehmen. »Die Bima hat uns mitgeteilt, dass sich die Rückübertragung vier bis fünf Wochen nach hinten verschiebt«, so Rausch. Gründe für die Verzögerung nannte der Dezernent nicht. An dem Gelände, das sich im Eigentum der Stadt befindet, haben mehrere Sportvereine ihr Interesse bekundet. Wie Rausch weiter ausführte, gehe es nach der Übergabe jedoch zunächst darum, die Fläche zu sichern und zu begutachten. Erst dann werde man entscheiden, wie das Areal, das von den US-Streitkräften unter anderem als Spielfeld für Baseball genutzt wurde, künftig verwendet werden soll. Bis in die neunziger Jahre wurde auf dem Gelände an der Grünberger Straße das deutsch-amerikanische Freundschaftsfest ausgetragen.
Zugleich bekräftigte Rausch das Interesse der Stadt an den ehemals von den Amerikanern genutzten Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten. Deren Freigabe wird nach Einschätzung der Bima allerdings nicht vor dem Sommer des nächsten Jahres erfolgen."
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> Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template=d_artikel_import&id=3107664&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa= [14.10.2007; 19.00 Uhr]
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wadentritt
18.10.2007, 19:33
http://www.giessen.army.mil/sites/local/
auf dem Link ist auch ein Video der Ceremony zu sehen vom AFN gefilmt
Geograph
26.10.2007, 15:48
Und nun geht es los …
"Erste US-Fläche geht an Stadt Gießen zurück
Vor genau vier Wochen wurde der US-Großstandort Gießen mit einer feierlichen Zeremonie geschlossen. Das Einrollen der amerikanischen Flagge war freilich mehr als symbolischer Akt zu verstehen. Bis das über 200 Hektar große Areal an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) übergeben wird, dürften noch einige Monate ins Land gehen. Bis dahin werden Depot, Wohnsiedlungen und andere Flächen von einem kleinen Team der US-Liegenschaftsverwaltung betreut. »Derzeit sind noch einige Angestellte an ihrem Arbeitsplatz, aber nach dem 31. Oktober sind hier die Tore komplett zu«, beschrieb Petra Roberts den aktuellen Stand. Auch für die Pressesprecherin selbst sind die letzten Tage in Gießen angebrochen. Sie wird zum 1. November ins »Public Affairs Office« am Standort Hanau versetzt. »Ich habe gestern mein Büro geräumt und den letzten Teppich abtransportiert«, berichtete Roberts. Ab Mitte kommender Woche werden nur noch Wachen und einige Liegenschaftsmitarbeiter auf dem riesigen Gelände unterwegs sein und sich um die Gebäude und deren Instandhaltung kümmern. Als erste Kaserne des heimischen Großstandorts soll Friedberg an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten zurückgegeben werden. Die erste Fläche, die sofort an die Stadt Gießen zurückgeht, ist das Sportfeld gegenüber der Miller-Hall, dass die Amerikaner von der Stadt gepachtet hatten."
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> Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/redaktion/giessen_az.php?ART=art2 [26.10.2007; 15.00 Uhr]
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Geograph
20.03.2008, 22:23
Aktuelles zum Konversionsprozess in Gießen findet sich in heutigen Ausgabe der »Gießener Allgemeinen« (20.03.2008):
"Aus Armeeblocks »etwas Wunderbares machen«
Gießen (kw). »Wenn die Gießener merken, dass sie ernst genommen werden, dann arbeiten sie auch gut mit. Ihre kreativen Potenziale könnte man gut nutzen«, meint Kathrin Appel. Als »interessierte Bürgerin« befasst sie sich schon geraume Zeit mit der Frage, was aus den ehemaligen Wohnhäusern der US-Armee an der Grünberger Straße wird. Nun ruft Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich auch andere dazu auf.
Unter dem Titel »Ein Stadtteil wird geboren« sollen bei einer Veranstaltung am Abend des 15. April Ideen für die Entwicklung eines »familienfreundlichen und lebenswerten« Viertels gesammelt werden. Dazu lädt die Arbeitsgruppe Verkehr und Wohnen des lokalen Bündnisses für Familie ein.
Mit dem Abzug der Amerikaner werden unter anderem die beiden nach George C. Marshall und John F. Dulles benannten Siedlungen – Blocks mit insgesamt rund 600 Wohnungen dies- und jenseits des Gießener Rings – frei. Die Gebiete sollen in den nächsten Wochen an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) übergeben werden, die dann einen Käufer suchen kann. Die Stadt hat ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, um die Siedlungen dauerhaft für eine Wohnnutzung zu sichern.
Die Erfahrung mit der Umwidmung von einstigen Militärflächen zeige, dass es besonders wichtig sei, die Bevölkerung für solche Areale zu interessieren, sie zu informieren und für eine Mitgestaltung zu gewinnen: Das erklärten bei einem Pressegespräch Weigel-Greilich, Kathrin Appel und die beiden Sprecher der Arbeitsgruppe, nämlich die Stadt-Frauenbeauftragte Ursula Passarge und Rainer Stoodt, Geschäftsführer der Gesellschaft für soziales Wohnen, die die Gebäude der ehemaligen Pendleton Barracks verwaltet. Es gelte, neben den Fachleuten auch frühzeitig die Interessen der Bürger einzubeziehen. Das sei sinnvoller als eine aufwendige Planung von Verwaltungsseite, zu der Interessierte dann erst ihre Meinung sagen. Die Bürgermeisterin betonte, »Flächenrecycling« sei in vieler Hinsicht günstiger als Neubauten »auf der grünen Wiese«.
»Die Stadt wird nicht der Hauptplaner sein«, stellte Weigel-Greilich klar. Sie sei allerdings für die Rahmenbedingungen zuständig und werde Investoren oder Initiativen unterstützen, wo es nötig und sinnvoll ist. Auf jeden Fall wolle man »eine gute Mischung« von Bewohnern - eine soziale »Monokultur« nütze niemandem. Das bekräftigten die drei Agenda-Aktiven: Verschiedene Generationen, Familien und Studenten sollten möglichst miteinander leben. Voraussichtlich werde es Miet- wie Eigentumswohnungen geben, die Nahversorgung – vom Kindergarten über Sportstätten bis zum Supermarkt – kann wohl teilweise übernommen werden.
Passarge und Stoodt betonten, obwohl kaum jemand das Gelände wirklich kenne, gebe es bereits jetzt großes Interesse an dessen Zukunft. »Immer wieder kommen Menschen auf uns zu und sagen: Hier könnte man doch etwas Wunderbares machen!« Die Veranstaltung sei ein »erster Schritt«, möglicherweise werde dann eine feste Arbeitsgruppe entstehen.
Welche Möglichkeiten und Chancen bietet das Gelände, wie wurden andernorts Kasernen in schöne Wohngebiete umgewandelt, gibt es besondere Ideen für Gießen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Informationsabends am Donnerstag, 15. April, ab 18 Uhr im Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung(Hannah-Arendt-Straße 8). Referenten kommen vom Stadtplanungsamt, von der Fachhochschule Gießen-Friedberg, von Konversionsprojekten in Frankfurt, Wiesbaden und Wien. Außerdem werden mögliche Finanzierungsmodelle vorgestellt. Alle Interessierten sind willkommen. Nähere Informationen gibt es im Stadt-Frauenbüro, Tel. 0641/306-1020."
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> Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Aus-Armeeblocks-etwas-Wunderbares-machen-_arid,26480_regid,1_puid,1_pageid,113.html [20.03.2008; 21.00 Uhr]
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Geograph
31.03.2008, 13:58
Neues aus Gießen …
"Menschenleeres Gelände in Licht getaucht
Zutritt verboten: Depot der amerikanischen Streitkräfte wird erst im Sommer vollständig frei gegeben – Wohnbau interessiert
Erhard Goltze
GIESSEN. Es ist kalt. Das braune Gras wirkt abweisend. Das Wiegen der Bäume im Wind scheint die einzige Bewegung in der Wieseckaue zu sein. Nur die Autobahn entwickelt eine stetige, aber eher sanfte Geräuschkulisse. Mitten in dieser von Natur geprägten Kulisse versperrt ein Hindernis den Weg: Es handelt sich nicht nur um einen einfachen Zaun, sondern um eine echte Barriere, über zwei Meter hoch, mit Stacheldraht besetzt. Das alles ist beleuchtet. Ein Lichtband zieht sich durch die Aue. Dahinter ist keine Bewegung zu entdecken. In einiger Entfernung beherrscht Beton die Szene. Noch immer werden das US-Depot, die Kasernen und die amerikanischen Wohnsiedlungen bewacht, als gäbe es dort noch Waffen und Munition, als gelte es, militärische Geheimnisse zu schützen.
Dabei ist dort niemand mehr. Die Soldaten und ihre Familien sind allesamt abgezogen, ihr Material haben sie mitgenommen. Doch seit Monaten wird hier noch Wache geschoben, als wäre das alles ganz anders. Die Mitglieder des privaten Wachdienstes sind allerdings nicht zu sehen. Doch hier einzubrechen ist bei einem solchen Abwehrbollwerk sowieso nicht ganz einfach. Dabei ist es richtig, dass hier Wachleute zu finden sind, sonst würde mit Sicherheit randaliert. Passiert ist das schon einmal, als die Clubs der US-Army an der Rödgener Straße aufgegeben wurden, sich niemand mehr um die Gebäude kümmerte.
In kürzester Zeit, nämlich innerhalb von Wochen, war das Mobiliar zertrümmert. Es gibt weitere unrühmliche Beispiele in der Stadt, was leer stehenden Häusern passiert, wenn niemand danach schaut. Die Alte Post in der Bahnhofstraße gehört dazu.
Im US-Depot leuchten die Lampen im gesamten Gelände und an allen Zäunen. In der Rödgener Straße ist das leicht zu besichtigen. Die Planen des Sichtschutzes an den Zäunen haben die Stürme der letzten Zeit an vielen Stellen heftig zerzaust. Doch niemand repariert noch irgendetwas. Bezahlen müssen die Amerikaner dieses Lichterfest, sie haben einen speziellen Vertrag mit den Stadtwerken. Was das alles kostet, dürfen die Stadtwerke aber nicht sagen. So leuchtet es überall im Depot, ohne dass es Menschen nutzt.
Warum die Amerikaner sich bis heute weigern, irgendeine Person, auch von der Stadt, unbegleitet und ohne zeitliche Begrenzung auf dieses Gelände zu lassen, bleibt ihr Geheimnis. Für die Stadt ist das höchst ärgerlich, denn sie kann nur ganz grob und nicht im Detail für die Zukunft planen. Stadtverordnete mochten auf Nachfrage in den Parlamentsausschüssen gar nicht glauben, dass es so schwierig sein soll, dort hinein zu kommen.
Selbst der Besitzer des Geländes, die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), also die Bundesrepublik Deutschland, darf im Depot noch nicht schalten und walten, wie sie das für richtig hält. Auch sie muss warten, bis die Amerikaner sie lassen. Ausnahme sind die Bereiche südlich der Grünberger Straße, denn die dortige Tankstelle oder die Schule sind frei gegeben. Das aber ist im Verhältnis eine relativ kleine Fläche. In einigen Wochen soll wenigstens ein Teil der Wohnbebauung frei gegeben werden, vielleicht auch noch Bereiche, in denen früher die Soldaten eingekauft haben. Irgendwann im Sommer soll das erst für das gesamte Depot gelten. Erst dann hat die Bima wirklich Zugriff auf das Gelände, erst dann kann der Bestand wirklich genau erfasst werden, ist es möglich, den Zustand der verschiedensten Gebäude zu ermitteln, denn klar ist, dass der Bund verkaufen, dass er einen möglichst guten Preis erzielen will.
Doch vor allem auf die Belegung der Wohnsiedlungen möchten die Gießener Einfluss ausüben, und zwar über die städtische Wohnbau. Ob das klappt, müssen die nächsten Monate zeigen. So lange werden die beleuchteten Zäune das Bild beherrschen, werden Menschen dort nicht zu finden sein – bis auf den einen oder anderen Wachmann."
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> Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template=d_artikel_import&id=3565853&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa= [31.03.2008; 12.00 Uhr]
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Geograph
30.05.2008, 15:59
Neues aus Gießen …
"Stadt zeigt kein Interesse an der »Miller Hall«
Gießen (mö). Was wird aus der 1925 errichteten Volkshalle, die seit vielen Jahrzehnten »Miller Hall« heißt und im vergangenen Jahr ins Eigentum der Bundesrepublik Deutschland übergegangen ist? Einiges spricht dafür, dass die einstige Veranstaltungshalle der Öffentlichkeit auch künftig verschlossen bleibt, denn bei der Stadt Gießen gibt es eine klare Tendenz, sich nicht in die Reihe der Kaufinteressenten einzureihen, wenn die Immobilie vom Bund zum Verkauf ausgeschrieben sein wird.
Das sah Anfang 2007 noch anders aus, als Planungs- und Baudezernent Thomas Rausch die ersten Planvorlagen zu den freiwerdenden US-Liegenschaften ins Stadtparlamemt einbrachte. Damals standen wichtige Infrastruktureinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Sportplätze und eben auch die »Miller Hall« auf dem Einkaufszettel von Rausch. Mittlerweile freilich hat er die Immobilien besichtigen können – und winkt insbesondere im Fall der altehrwürdigen Versammlungsstätte ab. »Eine Sanierung würde in die Millionen gehen«, sagte der Stadtrat, der außerdem noch nicht weiß, was die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Kaufpreis festsetzen wird. Der CDU-Stadtrat wartet auf das Ergebnis der Wertbegutachtung.
Der Umbau in ein Schmuckkästchen zu verwandeln für mittelgroße Veranstaltungen, für Kleinkunst, Konzerte und Feste aller Art, wie es zum Beispiel die Kulturmanagerin Ellen Schaaf vor vier Jahren bereits anregte, sei finanziell für die Stadt nicht darstellbar, meinte Rausch. Für ihn genießt die – ebenfalls kostenträchtige – Sanierung der Kongresshalle Priorität.
Das Gebäude an der Grünberger Straße mache nach jahrzehntelanger Nutzung als »Gym« der US-Streitkräfte einen überaus verbrauchten Eindruck. Allein energetisch sei die »Miller Hall« eine »Katastrophe«, so Rausch, der demnach seiner Koalition auch nicht empfehlen wird, einem aktuellen Antrag der SPD-Stadtverordnetenfraktion zuzustimmen. Die fordert, dass die Stadt, die kein Vorkaufsrecht hat, »unverzüglich« Verhandlungen mit der BIMA aufnimmt, dies mit dem Ziel einer Übernahme der früheren Volkshalle durch die Stadt."
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► Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Stadt-zeigt-kein-Interesse-an-der-Miller-Hall-_arid,39955_regid,1_puid,1_pageid,113.html [29.05.2008; 19.00 Uhr]
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Geograph
08.06.2008, 18:18
Noch stehen die Gebäude der US-Elementary-School leer, aber wenn es nach dem Willen des Gießener Schulausschusses geht, wird sich das bald ändern:
"»Erstes Zugriffsrecht für die Helmut-von-Bracken-Schule«
Schuldezernent will Raumnot mit Umzug in ehemalige Grundschule der US-Armee beheben
GIESSEN (tt). Mit einem Umzug will die Stadt die Raumprobleme der Helmut-von-Bracken-Schule, die derzeit zum Schulzentrum Ost am Alten Steinbacher Weg gehört, lösen: Neuer Standort der Schule für Erziehungshilfe soll die ehemalige Grundschule der US-amerikanischen Streitkräfte in der Grünberger Straße werden. Dies teilte Schuldezernent Dr. Volker Kölb (CDU) bei der Sitzung des Schulausschusses mit. »Wenn die Stadt die Schule von den Amerikanern übernommen hat, hat die Helmut-von-Bracken-Schule das erste Zugriffsrecht«, betonte Kölb. Die private, von der Lebenshilfe betriebene Sophie-Scholl-Schule, die ebenfalls Interesse an einer Übernahme signalisiert hat, ginge leer aus, so der Dezernent. Keine Rolle in den Überlegungen der Stadt spiele dagegen die ehemalige Highschool der Amerikaner an der Rödgener Straße. »Die Schule ist für unsere Zwecke nicht geeignet.«"
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► Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?id=3687952&template=d_artikel_import&_adtag=localnews&_zeitungstitel=1133842&_dpa= [08.06.2008; 17:00 Uhr]
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Geograph
14.06.2008, 21:22
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Über die aktuellen Entwicklungen zum Thema »Konversion« berichtet in der heutigen Ausgabe (14.06.2008) der »Gießener Anzeiger«:
"Teilverkauf der Flächen der Bergkaserne möglich
Rausch kommt mit neuen Nachrichten aus der Hessentagsstadt – Dulles-Siedlung wird in zwei Monaten ausgeschrieben
Erhard Goltze
GIESSEN. Mit überraschenden Nachrichten kam gestern Stadtbaurat Thomas Rausch von einer Sitzung beim Hessentag in Homberg/Efze zurück: Für die Anlagen in der Bergkaserne ist Teilveräußerung möglich. Die Dulles-Siedlung wird in knapp zwei Monaten ausgeschrieben, um die Reaktion des Marktes zu hinterfragen. Für die Millerhall wird in den nächsten sechs Wochen ein Wertgutachten erstellt. Das gilt ebenso für die amerikanische Schule. Damit kann Rausch Verhandlungserfolge vorweisen, die in diesem Umfang von der Gießener Kommunalpolitik nicht erwartet worden waren.
Das Kasseler Regierungspräsidium hatte zu einem »Konversions-Gespräch« in die Hessentagsstadt geladen, also zu einer Diskussion über die Nutzung leerstehender Kasernen. Dabei ging es aus Sicht der Nordhessen um die verlassenen Liegenschaften der Bundeswehr. Wegen der Bergkaserne waren auch die Gießener geladen. Neben Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der Kommunen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) waren auch einige Bundestagsabgeordnete anwesend. Bislang hatte es die Bima, deren Aufgabe es ist, die Immobilien des Bundes zu vermarkten, immer abgelehnt, einzelne Gebäude oder Teilbereiche eines Kasernengeländes auf den Markt zu bringen, sondern versucht, die Kasernenflächen in ihrer Gesamtheit an einen Investor zu verkaufen.
Wie Rausch berichtet, ist die Bima von dieser Position abgerückt. Jetzt können auch Teilbereiche ausgeschrieben werden. Das ist deshalb gerade im Falle der Bergkaserne besonders wichtig, weil hier höchst unterschiedliche Nutzungen in einer Machbarkeitsstudie vorgesehen sind, die das Gießener Parlament bereits verabschiedet hat. Da soll ein Einkaufsmarkt gebaut werden, gibt es eine Freifläche, auf der Wohnraum geschaffen werden kann, und es gibt große Gebäude mit unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten wie Büro. Rausch ist deshalb sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, weil jetzt auch heimische Investoren eine gute Chance haben, an dieser Stelle mitzubieten.
Die frei gewordenen Flächen der US-Army waren in Nord- und Osthessen kein Thema, denn die gibt es dort nicht. Doch am Rande des Treffens kam Rausch mit den Verantwortlichen der Bima zu Vereinbarungen, die die Entwicklung dieser Konversionsflächen in Gießen maßgeblich beeinflussen. »Ich habe mich sehr gefreut über den konstruktiven Charakter dieser Gespräche«, meinte Rausch gestern. Und so sehen die Vereinbarungen im Detail aus: Zunächst einmal soll allein die Dulles-Siedlung ausgeschrieben werden. Das soll bereits in spätestens drei Monaten passieren. Damit soll getestet werden, wie der Markt auf ein solches Angebot reagiert, ob es überhaupt Investoren gibt, die sich für die ganze Siedlung interessieren und welchen Preis sie bieten. Nach dem Ergebnis dieser Ausschreibung will die Bima ihr weiteres Vorgehen festlegen.
Die Marshall-Siedlung soll dagegen noch nicht auf den Markt geworfen werden. Das hat auch etwas mit der Nachfrage für Wohnungen in der Stadt zu tun. Ebenfalls getestet werden soll, was Millerhall und amerikanische Schule wert sein könnten. Auch das soll kurzfristig passieren. Die Stadt hat zwar ein Interesse an der Übernahme der Millerhall, doch in der letzten Sitzung des Hauptausschusses des Parlamentes war deutlich geworden, dass dort eine Nutzung für den Sport gar nicht mehr möglich ist, außerdem erheblicher Sanierungsbedarf besteht.
Auch für die amerikanische Schule gibt es bereits Interessenten, denn die Lebenshilfe kann sich an dieser Stelle eine Erweiterung und Aufstockung der Sophie-Scholl-Schule bis zur zehnten Klasse vorstellen. Das alles ist natürlich auch eine Frage des Preises. Selbst für das eigentliche Depot will die Bima übergangsweise Nutzungen von Lagerflächen und Hallen zulassen. Ob das Depot in den nächsten Wochen von den Amerikanern freigegeben wird, ist allerdings noch offen, denn nach Informationen des Anzeigers gibt es dort noch ein Kasernengebäude, in dem Material der US-Army und hier in erster Linie privates Eigentum von Soldaten gelagert ist, die zuletzt diesen Block bewohnt haben."
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► Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template=d_artikel_import&id=3692373&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa= [14.06.2008; 21:00 Uhr]
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Geograph
20.06.2008, 17:23
Am Mittwoch, 18.06.2008, besichtigten Mitglieder des Gießener Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung die ehemaligen Flächen der US-Streitkräfte.
Als erstes der Bericht der »Gießener Allgemeinen«:
"Gießen erbt ein starkes Stück Infrastruktur
Gießen (mö). 125 Quadratmeter, eine große Wohnküche, vier Zimmer, zwei Bäder, ein Balkon und ein Pkw-Abstellplatz direkt vor der Haustür. Die Kommunalpolitiker aus der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat machten große Augen am Mittwochabend, als sie sahen, was bei den Soldatenfamilien der US-Streitkräfte offenbar der normale Wohnstandard während ihrer Anwesenheit in Gießen war.
Nicht nur in der Marshall-Siedlung an der Rödgener Straße zeigten sich die Volksvertreter bei der ersten Begehung der früheren Militärliegenschaften beeindruckt, in welch hervorragendem Zustand sich insbesondere die seit Monaten leerstehenden Schulen und Wohnungen befinden. Deutlich wurde: Gießen erbt durch den Abzug der Amerikaner ein starkes Stück Infrastruktur. Ob und wann in die Siedlungen wieder Menschen einziehen werden, hängt freilich davon ab, welche Ergebnisse die Vermarktung durch den Bund bringt. Bis Ende des Jahres gibt es womöglich den ersten Fingerzeig, denn wie die am Mittwoch anwesenden Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) mitteilten, wird die Dulles-Siedlung an der Grünberger Straße als erste Liegenschaft in den kommenden Monaten zum Verkauf ausgeschrieben.
Eingeladen zu der Rundfahrt, die durch die Wohnbereiche an der Rödgener und Grünberger Straße führte und die mit einer Besichtigung der Miller Hall begann, hatte Planungsdezernent Thomas Rausch. Sein Besichtigungsangebot, das das noch nicht freigegebene Depot nicht beinhaltete, stieß auf großes Interesse, denn die neugierigen Mandatsträger füllten den bereitgestellten Stadtbus bis auf den letzten Platz. Insbesondere vor der Begehung der alten Volkshalle gab Rausch die Parole aus, es gehe darum, sich einen Eindruck zu verschaffen, nicht darum, Bewertungen vorzunehmen. Klar ist, dass das über 80 Jahre alte Ex-Bürgerhaus von allen besichtigten Immobilien am sanierungsbedürftigsten ist. Rauschs Einschätzung, dass sich insbesondere die Haustechnik in einem miserablen Zustand befindet, bestätigte sich. Dagegen machte der helle und großzügige Hallenraum, den die Amerikaner zuletzt für Sportaktivitäten genutzt hatten, auf den ersten Blick einen passablen Eindruck. Die Architektur mit dem weitläufigen Oberrang ist ohnehin beeindruckend. »Da ist manche Schulturnhalle schlechter«, meinte Mehmet Tanriverdi (SPD). Die BIMA-Vertreter gehen davon aus, dass die Halle als Einzelstück auf den Markt kommt. Wie bei den Schulen werde die Immobilienanstalt zunächst das Interesse vor Ort in Gießen abfragen, hieß es. Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann berichtete am Rande des Rundgangs, das Sportinstitut der Universität habe nach wie vor Interesse an einer Übernahme. Für einige Stadtverordnete war die Begehung aber zunächst einmal eine Reise in die eigene Vergangenheit. Ursula Bouffier (CDU) spielte vor rund 40 Jahren Basketball in der Miller Hall. »Das war etwas ganz Besonderes. Für uns Kinder war das doch Amiland, so etwas wie das Fort Knox, in das man nicht so einfach hineinkam.«
Nicht nur nüchtern fiel auch die Bestandsaufnahme im Falle der beiden Schulen und des Kindergartens an der Fröbelstraße aus. SPD-Stadtrat Egon Fritz, selbst jahrelang Schulleiter, schwärmte, als die Gruppe durch die Grundschule an der Grünberger Straße strich. »Da lacht das Herz eines jeden Lehrers, wenn man das hier sieht.« Gewöhnungsbedürftig erscheint die bauliche Unterrichtsorganisation der Amerikaner: Rund um einen verglasten Regieraum sind die Klassenzimmer angeordnet. Beeindruckend ist auch das riesige Freigelände, das Spiel- und Sportmöglichkeiten ohne Ende bietet. Noch großzügiger ist die Oberschule am Rande der Marshall-Siedlung ausgestattet. Zu ihr gehören eine Sporthalle mit Tribüne, Tennisplätze sowie ein Rasenplatz mit Flutlicht. Wie berichtet, haben unter anderem die Helmut-von-Bracken-Schule (und damit die Stadt selbst als Schulträger) sowie die Sophie-Scholl-Schule in Trägerschaft der Lebenshilfe Interesse an den Einrichtungen bekundet.
»Weitgehend durchsaniert«, kommentierte Rausch den Zustand der Wohnungen in der Marshall-Siedlung. In der Tat wirkt die Ausstattung von Küchen und Bädern nagelneu. Immobilienfachmann Heiner Geißler (Freie Wähler) schüttelte angesichts der großzügigen Wohnanlagen, zwischen denen sich große Grünflächen, bestückt mit Spielgeräten, Bänken und Grillplätzen und jede Menge Pkw-Parkplätze befinden, den Kopf und murmelte »unglaublich«. Inge Bietz (SPD) freute sich: »Ideal für generationenübergreifendes Wohnen.« Ein anderer Stadtverordneter wunderte sich: »Hier könnte man ja sofort einziehen.« Großzügig ist auch der Zuschnitt der Wohnungen in der Dulles-Siedlung, deren Ausstattung aber älter ist.
Klaus Christl, Sprecher der BIMA, machte deutlich, dass es dem Bund nicht darum geht, den größtmöglichen Profit durch den Verkauf der Liegenschaften zu erzielen. Die Preise würden marktgerecht kalkuliert und nach dem Verkehrswert festgesetzt. Auch die Befürchtung, es könnten neue soziale Brennpunkte entstehen, sei unbegründet. »Die Wohnungsunternehmen, mit denen wir zu tun haben, achten darauf, dass die Durchmischung stimmt«, sagte Christl. Klar ist: Die städtische Wohnbau GmbH erhielte im Falle einer Bewerbung keine Sonderkonditionen durch die BIMA. Nach deren Einschätzung stehen die Chancen für eine erfolgreiche Vermarktung der Gießener Flächen recht gut, was mit der städtischen Lage und dem Status Universitätsstadt zu tun habe. Dies mache insbesondere die Wohnungen interessant für Investoren. »Wir befinden uns in intensiven Gesprächen«, berichteten Christl und BIMA-Vermarkter Klaus Moeser.
Bestätigt fühlen darf sich CDU-Stadtrat Rausch, der sich zu einem frühen Zeitpunkt in Planvorlagen festgelegt hatte, dass die Wohnsiedlungen erhalten und wieder so genutzt werden sollen. Forderungen nach einem Abriss der Wohnblocks, die vom Gießener Haus- und Grundeigentümerverein gekommen waren, der einen Verfall der Mietpreise in Gießen befürchtet, dürften sich erledigt haben. Christl: »So etwas reißt man doch nicht ab.«
Die Miller Hall an der Grünberger Straße stand am Mittwoch am Beginn der ersten Besichtigung der früheren US-Liegenschaften durch Vertreter der städtischen Gremien. Was die auf ihrer Exkursion durch einen bislang unbekannten Teil des Gießener Ostviertels noch alles zu sehen bekamen, ist in der Printausgabe vom Freitag auf Seite 29 zu besichtigen."
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► Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Giessen-erbt-ein-starkes-Stueck-Infrastruktur-_arid,44117_costart,6_regid,1_puid,1_pageid,113.ht ml [20.06.2008; 16:00 Uhr]
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Geograph
20.06.2008, 17:23
Als zweites der Bericht in der heutigen Ausgabe (20.06.2008) des »Gießener Anzeigers«:
"Von Ausstattung der US-Schulen beeindruckt
Stadtverordnete besichtigen Siedlungen der Amerikaner – Keine einheitliche Meinung zu Miller Hall – Große Wohnungen
Erhard Goltze
GIESSEN. Amerika mitten in Gießen: Platz spielt keine Rolle, so großzügig angelegt sind die Freiflächen in den Siedlungen der US-Army. Riesig und komfortabel sind die Klassenräume in den Schulen mit vorzüglich ausgestatteten Fachräumen. Rundherum gibt es jede Menge Sport- und Spielflächen. Großzügig gestaltet sind die Wohnungen, die zum großen Teil frisch renoviert und danach noch nicht wieder benutzt wurden. In den modernen Küchen fehlen nur noch elektrische Geräte, überall gibt es Einbauschränke, schreitet der Besucher über erstklassiges Parkett. Parkraum gibt es im Überfluss. Nur die Außenanlagen sehen ein wenig vernachlässigt aus, aber das lässt sich rasch ändern. Viele Stadtverordnete nutzten am Mittwoch ein Angebot, die Wohnanlagen der abgezogenen US-Army und die dazu gehörigen Schulen samt der Miller Hall zu besichtigen. Von außen kennt sie jeder in Gießen, doch als die Parlamentarier die Miller Hall betraten, waren sie schon beeindruckt vom imposanten Ambiente, denn so etwas gibt es heute kaum noch. Lichtdurchflutet präsentierte sich die Halle mit ihren rund um sie herum laufenden Emporen. Säulen am Rande der Spielfläche vermitteln nicht den Eindruck, dass es sich hier um eine reine Sporthalle handelt. Die Frage für die Parlamentarier: Was können wir mit einem solchen Gebäude bloß anstellen, damit es sich nicht zum Euro-Grab entwickelt?
Ein zweiter Blick macht deutlich, dass es schwierig wird, diese Halle vernünftig zu nutzen. Sport zu treiben wird allein deshalb schwierig, weil das Parkett direkt auf dem Beton liegt. Da federt gar nichts. Die Nebenräume, die es in großer Zahl gibt, müssten gründlich renoviert werden. Die Frage ist: Wofür? Es gibt zwar eine große Bühne, die aber ist vollkommen von zwei Betonkästen, in denen Squash gespielt werden kann, ausgefüllt. Natürlich gibt es viele Gießener, die mit ihrem Herzen mit dieser Halle verbunden sind, in der in den Jahren nach dem Krieg auch schon einmal Hessenmeisterschaften im Handball stattfanden. Die Meinungen über die Nutzungsmöglichkeiten der Halle gehen deshalb durchaus auseinander. Während Stadtbaurat Thomas Rausch kaum eine Möglichkeit sieht, wie das finanziell vertretbar gehen könnte, sieht Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann noch Chancen dafür, denkt zum Beispiel an die Universität.
Unglaublich, wie großzügig die Elementary School, also die Grundschule der Amerikaner ausgestattet ist. Riesig sind die Klassenzimmer, hervorragend die Ausstattung. Dort gibt es keinerlei Zerstörung, keine Schmierereien an den Wänden. Egon Fritz vom Magistrat, ein ehemaliger Schulleiter, sah das so: »Eine so tolle Ausstattung gibt es in unseren Schulen nicht.« Ausgedehnte Außenanlagen gehören dazu nebst großen Spielgeräten. Diese Schule ist in einem bezugsfertigen Zustand. Das hat man offensichtlich auch bei der Stadt erkannt, denn es sieht so aus, als würde sie diesen Gebäudekomplex übernehmen.
Eine solche Bewertung passt auch für die Highschool der Amerikaner. Noch üppiger sind hier die Außenanlagen gestaltet. Da gibt es Sportfelder, die sogar über Flutlicht verfügen. Auch hier sind Spielgeräte aufgestellt. Eine Sporthalle steht zur Verfügung, Ein Chemiesaal zum Beispiel ist in Form eines Rundhauses mit einem Spitzdach gestaltet. Die Decken der Klasse sind vielleicht ein wenig niedrig, doch ansonsten macht das Gebäude einen guten Eindruck. Als Problem könnte sich der Brandschutz herausstellen, denn die deutschen Vorschriften sind da erheblich strenger als die amerikanischen.
Brandschutzauflagen könnten auch für die Wohnblocks ein Problem sein, die Wohnungen allerdings sind zum großen Teil in bezugsfertigem Zustand. Sie sind allerdings sehr groß, nämlich bis zu 180 m², verfügen dann sogar über zwei Badezimmer, die sich in modernstem Zustand präsentieren. Geeignet sind sie zum Beispiel für kinderreiche Familie oder Wohngemeinschaften. Auch das Wohnumfeld ist höchst angenehm. Eine einheitliche Meinung der Stadtverordneten aus den verschiedenen Fraktionen war bei diesem Termin noch nicht zu bekommen, auch wenn viele positiv überrascht über das waren, was sie dort zu sehen bekamen. Es gab aber auch nachdenkliche Stimmen, die meinten, dass der Zuschnitt der Wohnungen nicht deutschen Gepflogenheiten entspräche, die Größe ein Problem werden könnte. Grundsätzlich aber hat den Parlamentariern gefallen, was sie dort zu sehen bekamen."
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► Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?id=3696603&template=d_artikel_import&_adtag=localnews&_zeitungstitel=1133842&_dpa= [20.06.2008; 16:00 Uhr]
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Geograph
11.10.2008, 20:40
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Über die Folgenutzung ehemaliger US-Schulgebäude berichtet der »Gießener Anzeiger« am heutigen Tag (11.10.2008):
"Stadt verhandelt über Schul-Kauf
Helmut-von-Bracken-Schule soll in ehemalige US-Grundschule umziehen – Kölb: Erwerb noch in meiner Amtszeit
GIESSEN (tt). Spätestens bis Ende Februar soll der Kauf über die Bühne gegangen sein. Dann soll die ehemalige Grundschule der US-Streitkräfte in der Grünberger Straße der Stadt gehören. »Wir sind in Verhandlungen mit der Bima«, teilte Schuldezernent Dr. Volker Kölb am Freitag auf Anfrage mit. Er gehe davon aus, dass die Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die die freigewordenen Flächen im Auftrag des Bundes vermarktet, noch in seiner Amtszeit abgeschlossen werden. Kölb scheidet altersbedingt am 28. Februar aus seinem Amt aus.
Mit dem Kauf will die Stadt in erster Linie die Raumprobleme der Helmut-von-Bracken-Schule, die derzeit zum Schulzentrum Ost am Alten Steinbacher Weg gehört, lösen: Die Schule für Erziehungshilfe soll künftig die Räume der »Elementary School« beziehen. »Wenn die Stadt die Schule von den Amerikanern übernommen hat, hat die Helmut-von-Bracken-Schule das erste Zugriffsrecht«, hatte Kölb bereits vor Monaten betont. Die private, von der Lebenshilfe betriebene Sophie-Scholl-Schule, die ebenfalls Interesse an einer Übernahme signalisiert hat, ginge leer aus. Keine Rolle in den Überlegungen der Stadt spielt dagegen die ehemalige Highschool der Amerikaner an der Rödgener Straße."
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► Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?template=d_artikel_import&id=3962255&_zeitungstitel=1133842&_resort=1103635&_adtag=localnews&_dpa= [11.10.2008; 20:00 Uhr]
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Geograph
30.10.2008, 17:45
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Über die ehemalige Zukunft der »Volkshalle«, die von den US-Streitkräften als »Miller Hall« bezeichnet wurde, berichtet die »Gießener Allgemeine« in einem Artikel vom 29.10.2008:
"Land Hessen hat ersten Zugriff auf Miller Hall
Gießen (mö). Die Beantwortung der Frage, was aus der Miller Hall an der Grünberger Straße werden soll, liegt vorerst beim Land Hessen.
Wie einer aktuellen Aufstellung von Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch zum Nutzungsstand sämtlicher Gießener Konversions-Liegenschaften zu entnehmen ist, hat der Bund dem Land ein Vorkaufsrecht für das Gebäude eingeräumt. Dies dürfte mit dem nachdrücklichen Wunsch der Universität zu tun haben, deren sportwissenschaftliches Institut ein Auge auf die Halle geworfen hat, die zuletzt von den Amerikanern ebenfalls für sportliche Zwecke genutzt worden war und in günstiger Lage zu den universitären Sportanlagen am Kugelberg liegt.
Auf Nachfrage sagte Planungsdezernent Thomas Rausch gestern, es sei üblich bei solchen Übergabeverfahren, dass der Bund zunächst mit dem größeren staatlichen Bewerber verhandelt. Erst wenn das Land abwinkt, kann die Stadt wieder zum Zug kommen. »Man will nicht gleichzeitig mit zwei Interessenten verhandeln«, erläuterte Rausch.
Das Interesse der Stadt an einer Übernahme der früheren »Volkshalle« ist freilich ohnehin gering; was nicht verwundert, werden derzeit im neuen Rathaus am Berliner Platz mit einem Millionenaufwand zusätzliche Raumkapazitäten für Kulturveranstaltungen geschaffen. Bereits im Frühjahr hatte Rausch auf AZ-Anfrage erklärt, dass die Stadt kein Interesse an einer Übernahme hat und dies mit den enormen Kosten begründet, die mit einem Umbau verbunden wären. Dies betreffe vor allem die Haustechnik sowie die energetische und brandschutztechnische Nachrüstung des Gebäudes. Da in Teilen der Gießener Bevölkerung aber emotionale Bindungen zum historischen Bürgerhaus bestehen, relativierte die Koalition die Absage des CDU-Stadtrats. Im Juni bekundete die Stadtverordnetenversammlung das Interesse der Stadt an einer Übernahme der denkmalgeschützten Halle.
Rauschs aktuelle Auflistung ist eine Antwort auf den SPD-Antrag, wonach der Magistrat – im Zusammenhang mit der Nachnutzung der Militärflächen – ein Gesamtkonzept für den Gießener Osten vorlegen möge. Rausch indes machte am Dienstagabend im parlamentarischen Bauausschuss deutlich, dass die Stadt alle wesentlichen Festlegungen bereits getroffen habe. Ein Gesamtkonzept sei nicht mehr nötig, zumal die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) bereits mit der Vermarktung begonnen habe. Ein »erneutes städtebauliches Konzept« hätte auf diesen Prozess kaum mehr Einfluss, so Rausch.
Tatsächlich ist es so, dass sich die Bima in ihren Ausschreibungen an den bereits rechtskräftigen Bebauungsplänen der Stadt orientiert. Dies wird beim Blick in das Exposé der Bundesanstalt deutlich, das mit der Ausschreibung der Dulles-Siedlung veröffentlicht worden war. An diesen Festlegungen müssen sich interessierte Investoren orientieren.
SPD-Chef Gerhard Merz konstatierte, dass Rausch offenbar ein »anderes Verständnis« von Planung habe als diejenigen, die ihn wiederholt zur Vorlage von Gesamtkonzepten aufgefordert hätten. Der Katalog des Baudezernenten sei jedenfalls keine Antwort auf die Forderung der SPD nach einem Konzept für den Gießener Osten. Linke-Fraktionschef Michael Janitzki sagte, Rausch habe das »Thema verfehlt« und produziere einmal mehr »nur Stückwerk«. CDU, Grüne und FDP dagegen folgten Rauschs Argumentation und lehnten den SPD-Antrag ab.
Rausch kommt in seiner Zusammenstellung auf insgesamt 326 Hektar ehemals militärischer genutzter Flächen; darin enthalten sind aber auch Bereiche wie der frühere Truppenübungsplatz Hohe Warte und der nördliche Teil des Depots, die der Natur überlassen werden. Auch ein von der SPD gefordertes Gesamtfinanzierungskonzept für die zweite große Gießener Konversion mache keinen Sinn, weil sich die Stadt schon aus Kostengründen ohnehin nicht an allen Flächenentwicklungen beteiligen könne. Rausch schätzt grob, dass sich die Erschließungskosten in Richtung von 200 Millionen Euro bewegen, die Bergung von Altlasten und den Rückbau von »100 000 Kubikmeter Baumasse« nicht eingerechnet. Rausch sprach von »unendlichen Kosten« und »Riesenmillionen-Summen«. […]"
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► Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Land-Hessen-hat-ersten-Zugriff-auf-Miller-Hall-_arid,69300_regid,1_puid,1_pageid,113.html [30.10.2008; 17:00 Uhr]
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Geograph
05.12.2008, 18:18
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Über den Abschluss der Verhandlungen bezüglich der ehemaligen Grundschule der US-Streitkräfte berichtet der »Gießener Anzeiger« in seiner heutigen (05.12.2008) Ausgabe:
"Stadt hat Elementary School der US-Army gekauft
Gestern Nachmittag entsprechende Verträge unterzeichnet – Haumann zufrieden mit Preis von 2,2 Millionen Euro
GIESSEN (Äat). Gestern hat die Stadt die Elementary School der US-Armee für gut 2,2 Millionen Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft. Für die Gießener unterschrieben haben Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann und Stadtrat Thomas Rausch. »Ich bin mit dem Ergebnis der Verhandlungen sehr zufrieden«, stellte Haumann auf Anfrage fest. Er freue sich über das Entgegenkommen der Bundesanstalt. Die ursprünglichen Preisvorstellungen des Verkäufers hatten bei knapp drei Millionen Euro gelegen. In der vergangenen Stadtverordnetensitzung hatte der Antrag, diese Schule anzukaufen, noch für Wirbel gesorgt, denn vor allem »Die Linke« mochte nicht einsehen, dass dieser Verkauf in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen wurde, hatte den OB aufgefordert, diesen »rechtswidrigen Beschluss«zu beanstanden. Jetzt soll die Kommunalaufsicht eingeschaltet werden.
»Wenn wir hätten bauen müssen, wäre das sehr viel teurer geworden«, meinte Haumann zu diesem Abschluss. Jetzt könne der dringend erforderliche Umzug der Helmut-von-Bracken-Schule eingeleitet werden. Er bedankte sich vor allem beim Liegenschaftsamt, für das Rausch verantwortlich zeichnet, für das gute Verhandlungsergebnis. Haumann sieht in diesem Kauf einen Einstieg in die zivile Nutzung des ehemaligen Militärgeländes.
Für »Die Linke«, die gestern Abend von dieser Unterzeichnung noch nichts wusste, ist das Thema allerdings noch nicht vom Tisch. Wie Fraktionsvorsitzender Michael Janitzki in einer Presseerklärung mitteilt, soll nun die Kommunalaufsicht eingeschaltet werden, die den geheimen Beschluss beanstanden soll. Beraten worden war damals, welcher Verhandlungsspielraum dem Magistrat bei der Höhe des Preises zugestanden werden soll. Da die Einspruchsfrist des Oberbürgermeisters abgelaufen sei, mache er sich Gedanken, ob dieser Beschluss korrekt sei, denn eine Verzögerung des Umzugs der Schule möchten die Linken nicht riskieren.
Für Janitzki ist völlig unverständlich, dass die Mehrheit des Parlamentes das Urteil des Kasseler Verwaltungsgerichtshofes einfach ignoriere, obwohl hier klar festgestellt worden sei, dass nur in eng begrenzten Ausnahmefällen die Öffentlichkeit auszuschließen sei. Janitzki: »Die Stadt kann doch nicht ernsthaft einfach so weitermachen wie bisher.« Jetzt sei doch klar, dass die jahrelange Praxis unbegründet sei, sämtliche Kredit- und Bürgschaftsangelegenheiten sowie Grundstücksverkäufe nichtöffentlich zu verhandeln. Janitzki sieht hier einen Gesetzesverstoß."
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► Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?id=4257417&template=d_artikel_import&_adtag=localnews&_zeitungstitel=1133842&_dpa= [05.12.2008; 18:00 Uhr]
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