Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Psychologische Kampfführung/Verteidigung im Kalten Krieg
Thunderhorse
12.01.2008, 16:35
Mehr als 1-jahrzent ein Thema an der einstigen innerdeutschen Grenze.
Die Propagandamaßnahmen der BRD und der DDR.
Zum Thema Psychologische Kampfführung und Verteidigung habe ich im Web folgenden Link gefunden.
ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2006/981/pdf/diss.pdf
Zu finden auch unter:
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2006/981/
Quelle:
URN: http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:hebis:77-9817
Die Psychologische Kampfführung/
Psychologische Verteidigung der Bundeswehr
– eine erziehungswissenschaftliche und
publizistikwissenschaftliche Untersuchung
Darin wird die Geschichte der PSK/PSV Kräfte der Bundeswehr dargestellt.
Die GT bzw. NVA verfügte über ähnliche Einheiten/Einrichtungen.
Deren Tätigkeiten wird in der Dissertation ebenfalls kurz dargestellt.
Ein interessanter Teil der Geschichte des "Eisernen Vorhangs"!
TH
Thunderhorse
22.01.2008, 21:44
Die Flugblattaktionen entlang der Landgrenze zur SBZ/DL späterhin innerdeutschen Grenze sind nicht unbekannt.
Es gab aber auch den/die Versuche/e, mittels Schiffen, Propagandamaterial an die Strände zu verbringen.
Im August 1964 wurde das Aufklärungsschiff "Hydrograph" der Volksmarine mit einem Auftrag in die Deutsche Bucht befohlen.
Im Bauch des Schiffes lagerten mehrere hundert Säcke mit bunten Gummibällen.
Die Ladung kam aus Ost-Berlin.
Während der Nachtzeit, mit beginnender Flut, wurde die Fracht vor Norderney ins Meer geschüttet.
In den Gummibällen befand sich eine Illustrierte. Titel: Die KPD lebt!
An Bord der "Hydrograph" befand sich zur Begleitung ein Offizier der PV der Volksmarine.
TH
offenbar eine Hilfsaktion für die in der Bundesrepublik illegal arbeitenden Kommunisten, entsprach dem Selbstverständnis der DDR-Führung. Ob das nun zur psychologischen Kriegsführung gehört - zumal sicher der Eindruck erweckt werden sollte, die KPD hätte das selbst gemacht .... Aber dieses Feld ist gewiß sehr breit und die Grenze fließend.
Etwas anderes an Deinem Beitrag halte ich für interessant für das Verhältnis zwischen den beiden Deutschen Staaten an der Trennlinie zwischen den beiden Blöcken.
..... entlang der Landgrenze zur SBZ/DL späterhin innerdeutschen Grenze sind nicht unbekannt.
die Position der Bundesrepublik es im Osten mit keinem souveränen Staat zu tun zu haben, spiegelte sich damals auch darin wider, die Grenze nicht als Grenze zwischen zwei Staaten anzuerkennen. Noch heute bezeichnen selbst sachliche Menschen mit "BRD-Vergangenheit und Sozialisation" (sicher unbewußt - korrigiere mich wenn das nicht so ist) die Grenze als "innerdeutsch".
FEK
Doc Hollywood
23.01.2008, 17:30
@FEK
ist halt schwer aus dem Sprachgebrauch weg zu bekommen
aber ich hab sie ("die Grenze") auch immer nur als innerdeutsche Grenze empfunden
Gruß Doc
vizekonteradmiral
23.01.2008, 18:15
Auch wenn ich vermutlich nicht zu den Menschen gehöre, denen FEK eine gutes Maß an Sachlichkeit unterstellen mag, so möchte ich dennoch meinen Senf dazu geben:
Ich habe immer geredet und werde auch in Zukunft im Rückblick reden von der "Innerdeutschen Grenze", und das ganz bewusst.
Dass Deutschland in den Grenzen von 1937, wie es immer so schön heißt, abzüglich natürlich der im/nach dem Krieg mehr oder weniger rechtmäßig verloren gegangen Gebiete, sowohl geografisch als auch ethnologisch ein Volk ist und auch bleiben soll, ist für mich die klarste Sache der Welt. Die Teilung Deutschlands, resultierend aus weltpolitischen Machtspielen (und NICHT entsprechend dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung weder Gesamt-Deutschlands noch des abgetrennten Teils!!!!!), sah ich immer nur als Provisorium an. Hätte ich die innerdeutsche Grenze oder, folgenden Ausdruck finde ich auch nicht schlecht, Zonengrenze als Auslandsgrenze angesehen, so hätte ich meine grundlegende Haltung über Bord werfen müssen.
Schweiz und Österreich gehörten früher auch einmal zu "Deutschland" bzw. zum HRRDN, und werden von mir selbstverständlich als Ausland angesehen. Das liegt daran, dass die Vorgänge, die zur Ausbildung von CH u. Ö. zu souveränen Staaten führten, einfach zu weit in der Vergangenheit liegen.
Ich möchte auch nicht abstreiten, dass, hätte sich die DDR noch einige Jahrzehnte gehalten, die Generationen nach mir ganz anders denken als ich dies heute tue. Spätestens im Jahre 2050 hätte wohl jeder BRD-Bürger klaren Verstandes die DDR so gesehen wie man heute die Schweiz und Österreich als Ausland sieht und keinen Gedanken mehr an eine mögliche Wiedervereinigung verschwendet.
Für die Leute, die sich heute noch eine DDR als von der Weltgemeinschaft anerkannten Staat wünschen und sich bis heute nicht mit der Wiedervereinigung abfinden können, kam das Ende des Kalten Krieges also zu früh, so makaber das auch klingen mag.
('zu früh' hinsichtlich des Fortbestandes der DDR; auch den ehemaligen DDR-"Funktionsträgern" würde ich niemals unterstellen dass der Kalte Krieg als solcher für Sie ein irgendwie erstrebenswerter Zustand war und sie deshalb nicht über sein Ende froh gewesen seien.)
Doc Hollywood
23.01.2008, 20:36
@VKA
dem ist nichts hinzu zufügen
P.S.dazu ne kleine Episode:
mein Großvater(Baujahr 1903) nam mich 1988 zur Seite und sagte:"Junge ich bin ein alter Mann und werde es nicht mehr erleben, aber Du wirst eines Tages ein wiedervereinigtes Deutschland und vorallem eins, in dem die Kommunisten nicht das sagen haben, erleben. Das ist meine tiefste Überzeugung!"
Mit 19 hatte man diese unselige Grenze eigentlich leider schon verinnerlicht, sodaß diese Worte in diesem Augenblick nicht faßbar waren.
Zwei Jahre später zeigte sich wie recht er hatte.
Mit Gottes Gnade durfte er ein geeintes Dtl. noch 4 Jahre erleben.
ansonsten aber off topic
Traveller
23.01.2008, 21:06
Habe auch noch etwas Senf...
Es ist doch jedem selbst überlassen,wie er diese Grenze bezeichnet,ob "Innerdeutsch" oder "Zonengrenze".
Ein Laie muss sich im Gegensatz zu einem Diplomaten oder Staatsmann nicht an völkerrechtlich juristische Begriffe halten.
Völkerrechtlich war es eine Staatsgrenze,die ein Territorium markierte,in dem die völkerrechtlich geschützten Hoheitsrechte eines souveränen Staates ausschließlich,unabhängig und gleichberechtigt von anderen Staaten ausgeübt wurden.Das war völkerrechtlich in Vertragswerken auch für die DDR dokumentiert.
Grenzen haben immer eine teilende Funktion.Diese Trennlinien zwischen Staaten sind sehr häufig durch Kriege willkürlich gezogen worden.Für Deutschland besonders bitter,diese Trennlinie entstand nach einem-selbst verschuldeten-verheerenden Weltkrieg und ging quer durch gewachsene Strukturen und Familien.
Trotzdem bedeutete alleine schon das Androhen einer Veränderung dieser Grenze oder einseitigen gewaltsamen Überwindens,aus dieser Trennlinie eine Frontlinie zu machen.
Es war für deutsche Bürger West und Ost schon ein Anachronismus,diese Teilung,die immer einer Lösung im Interesse der Bevölkerung bedurfte.
Ähnliche Probleme gibt es in vielen afrikanischen Staaten, mit willkürlicher Grenzziehung ehemaliger Kolonialmächte und ganz krass die Jahrzehnte währende Abschottung der koreanischen Staaten, ohne Post-und Besucherregelung.
Eins dürfen wir aber bei aller Betrachtung nicht ausklammern:
Die Staatsgrenze zwischen den deutschen Staaten trennte vor allem zwei bis an die Zähne bewaffnete Militärpakte,mit dem Potential des "overkills",die sich im Kalten Krieg feindlich gegenüberstanden.So wie die DDR als Bündnispartner der Führungsmacht des Warschauer Vertrages handelte und die Unverletzlichkeit ihrer Grenze gewährleistete,so war die Bundesrepuplik mit der BW an die USA und spezifischen NATO-Vorgaben gebunden.
Alles andere ,bezüglich des Fortbestands der DDR,halte ich für makabre Polemik.
Es gab, fokussiert auf Mitteleuropa einen langen Kalten Krieg,mit vielen Opfern und ideologischen Überspitzungen,Unterstellungen und Diffamierungen von Personen u.ä......
Trotzdem ist es der Besonnenheit vieler Akteure beider Seiten zu verdanken-der Kalte Krieg ist kalt geblieben und bescherte uns Jahrzehnte Frieden in Mitteleuropa.
Betrachten wir es doch eher als ein Vermächtnis aus dieser Zeit,diese friedliche Periode weiter zu erhalten.
Wenn dann noch in den Geschichtsbüchern u.ä. "Staatsgrenze der DDR" steht und die aus dieser Zeit Berichtenden es als "innerdeutsche Grenze" empfanden,könnten wir uns viele Nicklichkeiten ersparen.
Traveller
Thunderhorse
23.01.2008, 21:56
Hi FEK.
Noch heute bezeichnen selbst sachliche Menschen mit "BRD-Vergangenheit und Sozialisation" (sicher unbewußt - korrigiere mich wenn das nicht so ist) die Grenze als "innerdeutsch".
Ich habe diese Begriffe bewußt gewählt.
Für einen Alt-Bundesbürger war die Grenzlinie zwischen den beiden dt. Staaten, spätestens nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, eine "innerdeutsche Grenze".
Nachzulesen im Internet.
Demnach hatte die Grenze den Charakter einer Inlandsgrenze, ähnlich wie zw. Bayern und Hessen.
Dürfte aber nichts Neues sein.
Auch wenn manche Hardliner weiterhin die Begriffe, Ostzone, SBZ, DL verwendeten.
Ein Überschreiten stellte nach der Rechtsauffassung der Bundesrepublik, für Deutsche keine Straftat oder Ordnungswidrigkeit dar. Im Gegensatz zur Rechtsauffassung der DDR.
Für mich war es nie eine Staatsgrenze.
Übrigens verwendete auch die Deutsche Demokratische Republik die Begriffe wie;
Demarkationslinie, Grenze zur Westzone, Westdeutschland.
Nachzulesen in frühen Dienstvorschriften und Berichten b zw. Lagemeldungen.
Aus historischen Gründen beutzte ich für die jeweiligen Zeiträume auch die damals gültigen Begrifflichkeiten.
Regards.
TH
Doc Hollywood
23.01.2008, 22:13
es ist gut so,daß die meisten Menschen (in Ost wie West)diese Grenze nur als innerdeutsche Grenze empfunden haben!
da hat dann das ganze Gerede von der Souveränität der DDR nichts ändern können!
sicher höhlt jeder Tropfen den Stein, aber da wären noch einige Jahrzehnte ins Land gegangen ehe die letzen Bande zwischen den Menschen in Ost und West zertrennt worden wären! Gott sei Dank!
Hi FEK.
Ich habe diese Begriffe bewußt gewählt.
Für einen Alt-Bundesbürger war die Grenzlinie zwischen den beiden dt. Staaten, spätestens nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, eine "innerdeutsche Grenze".
Nachzulesen im Internet.
Demnach hatte die Grenze den Charakter einer Inlandsgrenze, ähnlich wie zw. Bayern und Hessen.
Dürfte aber nichts Neues sein.
TH
dann entschuldige ich mich für die Vermutung Du hättest es versehentlich quasi aus Gewohnheit so formuliert :D
Ob es dem Einzelnen oder auch dem Bundesverfassungsgericht gefällt oder nicht, die DDR war als Resultat der auch (oder gerade) vom "Westen" forcierten Spaltungspolitik nach den Ergebnissen des 2. Weltkrieges, ein souveräner Staat mit Botschaften von mehr als 100 Staaten der Welt.
Die aggressive Betrachtungsweise der Bundesrepublik, dessen Westgrenze wäre eine "innerdeutsche" und díe Nichtannerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft, war Ursache für viele Probleme zwischen den beiden Deutschen Staaten.
FEK
Thunderhorse
23.01.2008, 23:40
Die aggressive Betrachtungsweise der Bundesrepublik, dessen Westgrenze wäre eine "innerdeutsche" und díe Nichtannerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft, war Ursache für viele Probleme zwischen den beiden Deutschen Staaten.
Das ist Ansichtssache.
Wo steckte da die Aggression drin?
Man hielt stets am Gedanken der Wiedervereinigung fest, eingebracht im GG.
Wo hatte die DDR das festgeschrieben?
Alleine ein etwas entspannderes Verhalten durch die GT hätte schon zur Entkrampfung beigetragen.
Aber nicht mal ein Gruß durfte erwidert werden. Abgesehen davon dass man nicht mal in der Lage war, ein zwangloses Gespräch zu führen.
Bis auf einige wenige Einzelfälle.
Zwar nicht ganz passend:
Da war das Klima an der Grenze zur CSSR ja nicht so verkrampft.
Man grüßte sich und es gab auch einzelne Gespräche der Streifen.
Von Ausnahmen abgesehen.
TH
Man hielt stets am Gedanken der Wiedervereinigung fest, eingebracht im GG.
Wo hatte die DDR das festgeschrieben?
Für Spaltung sorgen aber die Einheit im GG. Staatliche Heuchelei!
die DDR hat lange für den einheitlichen Staat gekämpft, im "Westen" wollte man lieber das "halbe Deutschland ganz" als das "Risiko" eines Kompromisses.*
Aber selbst wenn die DDR nichts getan oder festgeschrieben hätte, das ist doch nicht Voraussetzung für die Anerkennung der Realität des Bestehens zweier deutscher Staaten welche auch eigene Staatsbürger haben.
Beim Kosovo (wie vorher schon bei der Teilung Jugoslaviens) hat die Bundesrepublik Deutschland offenbar auch kein Problem mit Teilungen und der Anerkennung staatlicher Souveränität.
Alleine ein etwas entspannderes Verhalten durch die GT hätte schon zur Entkrampfung beigetragen.
finde ich gut. Staatlich organisiert wird Verkrampfung durch Nichtanerkennung der Realität. Der einzelne Grenzer soll für Entspannung sorgen.
Zwar nicht ganz passend:
Da war das Klima an der Grenze zur CSSR ja nicht so verkrampft.
Man grüßte sich und es gab auch einzelne Gespräche der Streifen.
TH
das passt schon. Im Gegensatz zur DDR wurde die CSSR auch als Staat mit eigener Staatsgrenze akzeptiert.
FEK
* wie die Teilung erfolgte und wer das vorantrieb ist u.a. nachlesbar in "Schlaglichter der deutschen Geschichte" herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Thunderhorse
24.01.2008, 12:55
Hi FEK,
für die Spaltung haben beide Seiten ihr Scherflein beigetragen.
Die Angebote der DDR, hatten, wenn ich mich nicht irre, einige Hintergedanken.
Nachlesbar. Auch in Veröffentlichungen der bpb.
Kosovo:
Es ging um deutsche Staatsbürger, nicht wie im Kosovo, national betrachtet, Serben, Albaner, Kosovaren, etc..
Im Gegensatz zur DDR wurde die CSSR auch als Staat mit eigener Staatsgrenze akzeptiert.
Der meist höfliche Umgangston hatte nichts mit der Anerkennung zu tun, dass lag an den Grenzangehörigen beider Seiten.
Und nicht Staatlich organisiert.
Staatlich verordnet war die Verhaltensweise der GT.
Überwacht von anderen Organen, IM, etc..
Selbst ein erwiderter Tagesgruß hatte für den betreffenden Auswirkungen, wenn es auf DDR-Seite bekannt wurde.
Beispiele kenne ich einige.
Regards.
TH
Doc Hollywood
24.01.2008, 13:58
das die Wiedervereinigung im GG verankert war, war völlig in Ordnung
für meine Begriffe haben gerade sozialdemokratisch geführte Bundesregierungen viel zu viel Zugeständnisse an die DDR gemacht!
aber wahrscheinlich ist es im Hinblick auf Reiseerleichterungen für die ostdeutsche Bevölkerung so gemacht worden.
Hi FEK,
für die Spaltung haben beide Seiten ihr Scherflein beigetragen.
Die Angebote der DDR, hatten, wenn ich mich nicht irre, einige Hintergedanken.
Nachlesbar. Auch in Veröffentlichungen der bpb.
da müssen wir auseinanderhalten. Selbstverständlich hatte jede Seite eigene Vorstellungen vom neuen Deutschland. Welche im Osten am Anfang auch gar nicht in der Einführung eines "Sowjetsystems" bestanden. Man wollte schlicht einen demokratischen, neutralen Staat. Aber schon vor dieser Vorstellung hatte man große Angst und spaltete schnell.
Wenn wir von der Herbeiführung der Spaltung sprechen, geht es um konkreten Tatsachen. Nicht im Osten wurde eine separate Währung eingeführt, nicht der Osten gründete flugs einen eigenen Staat, bis hierhin konnte die DDR keine Hintergedanken haben, da es einen Staat DDR gar nicht gab. Später war es auch nicht der Osten, welcher sich miltärisch als erster in einem Bündnis band. Eine Sache welcher der ersten DDR Präsident übrigens bereit 1949 voraussagte.
Kosovo:
Es ging um deutsche Staatsbürger, nicht wie im Kosovo, national betrachtet, Serben, Albaner, Kosovaren, etc..
das ist eben unser grundsätzlich gegensätzlicher Denkansatz. Es gab nach dem Oktober 1949 nicht mehr "die" deutschen Staatsbürger. Es gab deutsche Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland und es gab deutsche Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik.
FEK
(..). Es gab nach dem Oktober 1949 nicht mehr "die" deutschen Staatsbürger. Es gab deutsche Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland und es gab deutsche Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik.
FEK
Nein, FEK, da bist du im Irtum.
Auch nach 1949 gab des den "deutschen Staatsbürger" noch immer. Das spielte übrigens auch bei Verbeamtungen das Deutschland in den Grenzen von 1937 eine Rolle. Ohne diese Voraussetzung zu erfüllen, gab es keine Verbeamtung.
Übrigens: Wann hat die DDR denn den Begriff der "deutschen Staatsbürgerschaft" verwendet? Hies es nicht immer "Bürger der Deutschen Demokratischen Republik"?
Thunderhorse
24.01.2008, 17:59
Hi FEK,
Nicht im Osten wurde eine separate Währung eingeführt, nicht der Osten gründete flugs einen eigenen Staat, bis hierhin konnte die DDR keine Hintergedanken haben, da es einen Staat DDR gar nicht gab. Später war es auch nicht der Osten, welcher sich miltärisch als erster in einem Bündnis band.
Wir schweifen hier vom ursprünglichen Thema weit ab, Nu JA.
Ich will nicht anfangen und aufrechnen.
Nur mal aus dieser Sicht betrachtet: :)
Das in der einstigen SBZ, später DDR, bereits frühzeitig massiv, jedoch unter Tarnbezeichnungen, bewaffnete Kräfte (KVP) aufgebaut wurden läst sich durch die Archivmöglichkeiten und Veröffentlichungen mittlerweile gut nachvollziehen.
Über Nacht die NVA bereits in der Anfangsphase über eine respektable Stärke verfügte.
Auch die spätere GSSD nach 1945, lange Jahre keine Kräfte reduzierte und deaktivierte, im Gegensatz zu den Amerikanern, Briten, Franzosen in den Westzonen, ist Fakt.
Die WEU und die NATO (Stichwort auch Koreakrieg) stellten, durch den Zusammenschluß, einen Gegenpol zu den militärischen Kräften der Sowjetunion dar.
Die polizeilichen Kräfte in den 3 Westzonen für die ureigensten Aufgaben der Polizei eingesetzt wurden, in einer Stärke, die nicht annähernd an die in der SBZ/DDR herankamen.
An der Grenze zur Ostzone und der CSSR nur schwache Kräfter der US-Constabulary bzw. Britsichen Armee standen, neben Landeseigenen Grenzpolizeien.
Bereitschaftspolizeien der Länder und der BGS ab 1951 entstanden.
Die DDR, nach der Gründung der BRD auch schnell auf die Beine gestellt wurde.
Die Westmächte sehr schnell erkannten, dass die Reparationen der falsche Weg waren und die Sowjetunion weiterhin diese Reparationen eintrieb, alles bekannt.
Einer mußte den Anfang machen, die Spätere DDR zog dann meist sehr schnell nach.
Pauschal gesagt:
Jede Aktion/Maßnahme hatte und hat einen Grund/Hintergedanken.
Man möchte damit doch was erreichen.:cool:
Regards.
TH
P.S:: Ohne Gegensätze könnten wir uns nicht austauschen.;) ;)
Nein, FEK, da bist du im Irtum.
Auch nach 1949 gab des den "deutschen Staatsbürger" noch immer.
na klar gab es noch deutsche Staatsbürger. Sogar zwei verschiedene Arten. Denn es gab ja zwei deutsche Staaten. Der größere der beiden deutschen Staaten reklamierte jedoch alle deutschen Staatsbürger für sich und gestand dem anderen keine Bürger zu.
Hies es nicht immer "Bürger der Deutschen Demokratischen Republik"?
nicht immer. Aus dem Hut weiß ich es aber nicht, ab wann.
FEK
stimmt wir sind Abweichler :p Will es auch nicht in die Länge ziehen. Haben halt unterschiedliche Ansichten-
zu folgendem muß ich aber noch kurz was sagen:
Hi FEK,
Die Westmächte sehr schnell erkannten, dass die Reparationen der falsche Weg waren und die Sowjetunion weiterhin diese Reparationen eintrieb, alles bekannt.
könnte das daran liegen, das im Gegensatz zu den Westmächten die Sowjetunion verheerende Zerstörungen auf ihrem Territorium zu beklagen hatte?
P.S:: Ohne Gegensätze könnten wir uns nicht austauschen.;) ;)
was nun wieder war ist :D
FEK
Traveller
24.01.2008, 19:57
Zur Diskussionsgrundlage- Definition(Auszug):
Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik
(Staatsbürgerschaftsgesetz)
vom 20. Februar 1967
§ 1. Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik ist, wer
a) zum Zeitpunkt der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik deutscher Staatsangehöriger war, in der Deutschen Demokratischen Republik seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt hatte und die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik seitdem nicht verloren hat;
b) zum Zeitpunkt der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik deutscher Staatsangehöriger war, seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt außerhalb der Deutschen Demokratischen Republik hatte, danach keine andere Staatsbürgerschaft erworben hat und entsprechend seinem Willen durch Registrierung bei einem dafür zuständigen Organ der Deutschen Demokratischen Republik als Bürger der Deutschen Demokratischen Republik geführt wird;
c) nach den geltenden Bestimmungen die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik erworben und sie seitdem nicht verloren hat.
.........
---------------------------------------------------------------------------
Nachtrag:
geändert durch
Gesetz vom 29. Januar 1990 (GBl. I S. 31)
faktisch aufgehoben durch
Einigungsvertrag vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 889).
Traveller
Zur Diskussionsgrundlage- Definition(Auszug):
Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik
(Staatsbürgerschaftsgesetz)
vom 20. Februar 1967
§ 1. Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik ist...
bis dahin nannte es sich jedoch auch in Gesetzen "deutsche Staatsangehörigkeit":
§ 1. (1) Anträge auf Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit sind bei dem Rat des Kreises, Abteilung Innere Angelegenheiten, einzureichen, in dessen Bereich der Antragsteller seinen Wohnsitz hat.
(2) Anträge auf Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit, auf Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit sowie auf Ausstellung von Staatsangehörigkeitsausweisen von Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, sind bei der für sie zuständigen Vertretung der Deutschen Demokratischen Republik oder beim Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Deutschen Demokratischen Republik einzureichen.
so steht es hier: http://www.verfassungen.de/de/ddr/staatsangehoerigkeitsfragen57.htm
FEK
Thunderhorse
31.01.2008, 18:11
Kleine Anmerkung, eventuell auch Off Topic.
Artikel 1 der Verfassung der DDR, vom 09. April 1968
Die Deutsche Demokartische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation.
Präambel:
Getragen von der Verantwortung, der ganzen deutschen Nation den Weg in eine Zukunft des Freidens und des Sozialismus zu weisen.
Neue Fassung von 07. Oktober 1974.
Artikel 1
Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.
Präambel:
In Fortsetzung der revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse und gestüzt auf die Befreiung vom Faschismus hat das Volk der Deutschen Demokratischen Republik in Übereinstimmung mit den Prozessen der geschichtlichen Entwicklung unserer Epoche sein Recht auf sozial-ökonomische, staatliche und nationale Selbstbestimmung verwirklicht...
TH
Doc Hollywood
01.02.2008, 00:14
@TH
da hatten die älteren Semester der ostdeutschen Kommunisten wohl ihre nationalen Wurzeln noch nicht vergessen!
natürlich auch off topic
Gruß Doc
vizekonteradmiral
01.02.2008, 00:27
Der Vollständigkeit halber, und damit man die Wandlung der DDR-Verfassung bezüglich der "Staatsfrage" gut nachvollziehen kann, hier noch der entsprechende Passus aus der der Verfassung von 1949:
Artikel 1:
(1) Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.
...
(4) Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit.
Neben der doch recht klar dargebrachten Haltung zur Unteilbarkeit Deutschlands fällt auf, dass weder in der Präambel noch im Artikel 1 noch im ganzen Rest der '49er Verfassung man die Wörter "sozialistisch" oder "Sozialismus" findet. Waren damals wohl noch nicht so in Mode.
Traveller
01.02.2008, 07:56
Bin der Meinung,die jeweiligen Passagen wurden lediglich den aktuellen politischen Gegebenheiten angepasst.
Ausgangspunkt für die DDR ab 1949 war:
Artikel 1:
(1) Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.
...
(4) Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit.(siehe Vizekonteradmiral)
Bereits 1956 wurden seitens der DDR Vorschläge zu einer deutschen Konförderation an die Bundesrepublik unterbreitet-und westlicherseits ausgeschlagen.
Grundgedanke:
1.Fortschreitende Spaltung der deutschen Nation abbremsen und Chancen für die Wiederherstellung nationaler und staatlicher Einheit herzustellen.
2.Wege zur Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten anbahnen.
3.Konförderation ,als Möglichkeit,die militärische Konfrontation abzubauen,verbunden mit Rüstungsbegrenzung und militärischen Disengagement.
Diese Vorschläge wurden in modifizierter Form bis 1967,also auch lange nach dem 13.August 1961,seitens der DDR erneuert.
So z.B 1961,als man davon ausging,daß man sich auf längere Zeit mit der Existenz und Nebeneinander zweier deutscher Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung einrichten müsste,aber feststellte,der Konförderationsgedanke sei die geeignetste Form der friedlichen Koexistenz in Deutschland.Ein Minimum an Beziehungen sollte eine Konförderation anbahnen mit der Zielstellung der staatlichen Einheit!!!Also einer deutschen Nation.
1966 wurden nochmal Angebote von Politikern und Völkerrechtlern der DDR an den Westteil D. unterbreitet,die ebenfalls offiziell blockiert wurden.
Das in einer Zeit als Embargo,Hallstein und Alleinvertretungsanspruch auf internationaler Bühne Hochkonjunktur hatten .
Danach Verabschiedung des Staatsbürgerschaftsgesetzes der DDR.
Dadurch siehe:09.April 1968.....sozialistischer Staat deutscher Nation-ganze deutsche Nation..(siehe Thunderhorse)
Erst danach ließ man auch östlicherseits den Konförderationsgedanken in den Hintergrund treten und strebte geordnete Beziehungen zur Bundesrepublik an,da eine Weiterführung des Konförderationsgedanken unmöglich geworden war.
Die Bundesrepublik hatte zu diesem Zeitpunkt durch ständige Ablehnung der DDR-Vorschläge zum Scheitern einer deutschen Konförderation beigetragen und somit eine deutsche Einheit unrealistisch gemacht.
Der weitere politische Verlauf dürfte bekannt sein,zur Normalisierung der deutschen Beziehungen trat in Folge,der 1972 unterzeichnete Grundlagenvertrag in Kraft,der zur Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen beitrug und ein Weg zur Normalisierung der Beziehungen der beiden deutschen Staaten untereinander wurde.
Dadurch: 07.10.1974....DDR...sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.( siehe Thunderhorse)
Traveller
Neben der doch recht klar dargebrachten Haltung zur Unteilbarkeit Deutschlands fällt auf, dass weder in der Präambel noch im Artikel 1 noch im ganzen Rest der '49er Verfassung man die Wörter "sozialistisch" oder "Sozialismus" findet. Waren damals wohl noch nicht so in Mode.
der Antwort von Traveller ist wenig hinzuzufügen. Nur soviel: 1949 gab es weder den Wunsch in der östlichen deutschen Republik den Sozialismus aufzubauen, noch wollte man die im Westen begonnenen Teilung akzeptieren. Mit der Bildung der DDR sezte man schlicht den Weg des deutschen Volkskongresses zur Bildung eines demokratischen, antifaschistischen Deutschland auf dem Fleckchen Deutschland fort, welcher durch den Ausstieg der westlichen Länder aus dem Volkskongreßprozeß verblieben war.
Mit der fortschreitenden Entwicklung wurde man aber direkt in eine sozialistische Entwicklung getrieben.
FEK
Thunderhorse
01.02.2008, 21:02
Möglichkeiten der psychologischen Beeinflußung.
Hier P2 des NVA-Kdo Grenze, mit Lautsprechern.
Übertragen wurden damit Wortbeiträge, unterbrochen durch musik. Überwiegend an Besucherschwerpunkten an der innerdeutschen Grenze.
TH
Doc Hollywood
01.02.2008, 23:29
und wenn man schwerere propagandistische Geschütze auffahren mußte, kam der hier(ist aber original NVA)
Traveller
01.02.2008, 23:48
Zitiert-Quelle: http://www.schimmeck.de/Texte/oldpage/psv.htm
.......Schon 1957 wurde im Strauß- Ministerium beim Führungsstab ein Referat für psychologische Kampfführung angesiedelt. Zu einer Zeit, als die politische Führung tagtäglich die kommunistische Invasion hereinbrechen sah, als im Verteidigungsministerium Listen über kommunistisch Infiltrierte kursierten, war es dem Militär ein dringendes Anliegen, sich eine Waffe unterhalb der Schwelle direkter physischer Gewaltanwendung zu schaffen.
Unter äußerster Geheinhaltung bezog 1959 die Radio-Kompanie 993 in einem Hotel im Luftkurort Rengsdorf/Westerwald den ersten PSV- Posten, um gegen Feindpropaganda aus der DDR anzufunken.
Das westliche Sendungsbewußtsein weitete sich schnell aus. Bald erhoben sich entlang der Grenze zigarrenförmige Plastikballons, um, von den vorherrschenden Westwinden über die Grenzbefestigungen getragen, Flugblätter und Zeitungen über DDR- Gebiet auszuklinken. "Solche Gasballons", klagten DDR-Publikationen, "explodierten schon mit Stichflammen in der Touristenstadt Quedlinburg oder im Gelände der Technischen Messe Leipzig nieder".
Getarnt als "Mitteldeutsche Arbeiterzeitung" oder als "Presse- Runschau für die bewaffneten Organe" wurde grobschlächtige West-Werbung auf Volksarmisten wie Zivilisten abgeworfen - bis 1965 rund 100 Millionen Flugschriften. "Arbeit, Lohn und Freizeit" verhießen die Botschaften der Psychologischen Kriegsführung, Autos und Konsum in Fülle: "Äußerst schlecht zu parken hier."
Der skurrile Papierkrieg lag im Trend. Auch die CDU und das "Ostbüro" der SPD ließen Text nach drüben aufsteigen, selbst die Zeugen klemmten ihre Heilsbotschaft an Luftballons. In der Gegenrichtung plärrten Lautspecherwagen über den Zaun, zur Hebung der Aufmerksamkeit für ihre nach Westen geschleusten Soldatenzeitungen schreckten die prüden Einheitssozialisten selbst vor Pin-Up- Girls nicht zurück.
Als Einflüsterer agierte im Verteidigungsministerium Ende der 50er Jahre Strauß-Berater Eberhard Taubert, der seine Karriere in Goebbels Propagandaministerium, zuständig für "Aktivpropaganda gegen die Juden", begann. Taubert, Autor des 1940 produzierten Films "Der ewige Jude", eines der finstersten Propaganda- Machwerke im Dritten Reich, später Beisitzer in Freisslers Volksgerichtshof und Propagandachef des "Generalreferats Ostraum", hatte zuvor im Gesamtdeutschen Ministerium gewirkt. "Taubert ist ein Mann, den wir brauchen", beschied ein Ministerialer 1955 auf Anfrage, "Taubert hat Erfahrungen."
Der Vizevorsitzende im "Volksbund für Frieden und Freiheit", einer aus Bonner Geheimfonds finanzierten "Sammlungsbewegung zur Abwehr des Bolschewismus", blieb Strauß über die Beratung beim Aufbau der Psychologischen Kriegführung hinaus verbunden. Noch 1972 organisierte er mit alten Kameraden Anzeigenkampagnen gegen die sozialliberale Regierungskoalition.
Die dunkle Vorgeschichte der psychologischen Kriegsführung gilt dem Ministerium heute als Störfaktor ersten Ranges. PSV operiere nur mit der Wahrheit, so die offizielle Diktion. "Einen Zuammenhang zwischen der NS- Propaganda und der PSV herzustellen, ist abwegig", erklärte der Hardthöhen- Staatssekretär Willy Wimmer Mitte April auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten Alfred Mechtersheimer. "Experten der Hardthöhe" verbreiteten in der "Welt" sogar, Taubert habe "niemals Verbindungen zu dem Bereich der psychologischen Verteidigung der Bundeswehr gehabt".
Das ist nachweislich falsch. Auch nach seinem Engagement im Strauß- Ministerium hatte Taubert einen Draht zur PSV. Ortwin Buchbender, ziviler PSV-Chef im Verteidigungsministerium, dankt in der Einführung zu seinem 1978 im Seewald-Verlag erschienenen Buch "Das tönende Erz - Deutsche Propaganda gegen die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg" auch Eberhard Taubert für seine "Hilfsbereitschaft".
Ein anderer PSV-Aktivist, Kurt Klein, Leitender Wissenschaftlicher Direktor an der Waldbröhler Akademie, empörte sich 1980, Taubert war schon tot, in einem Brief an den SPIEGEL über einen Artikel zur Stauß-Taubert-Verbindung. "Zur Ergänzung des schillernden Persönlichkeitsbildes" erklärte Klein: "Dr. Taubert war an erster Stelle leidenschaftlicher Antikommunist", erst "von hier aus fand er zum Nationalsozialismus und Antisemitismus." Ausgerechnet Taubert, für die Benutzung von Decknamen berüchtigt, habe, so Klein, "nie einen Hehl aus seiner Vergangenheit" gemacht und ihm, Klein, sogar vertraulich eröffnet, "er sei Mitglied der SPD, kenne und schätze Herbert Wehner und fühle sich der Partei loyal verbunden".
Der heftige Psycho-Kampf an der deutsch-deutschen Grenze endete erst 1972, als die Bundesrepublik und die DDR mit dem Grundlagenvertrag ihre Beziehungen zu normalisieren begannen.......
Traveller
Thunderhorse
03.02.2008, 17:11
Die NVA verfügte ebenfalls sehr frühzeitig über entsprechende Abteilungen/Institutionen, um den agitatorischen und subversiven Kampf gegen die Bundesrepublik, speziell die Bundeswehr, zu führen.
Schon im Jahre 1956 begann innerhalb der PHV der NVA, eine Selbstständige Abteilung mit der Aufgabenerfüllung und brachte in der Folgezeit zahlreiche verschiedenartige Produkte in Umlauf.
Mit Masse handelte es sich um Schriftwerke, z.B. Die Kaseren, tabu, Soldatenfreund.
Ab 1961/62 wurde eine zweite Generation auf den Weg gebracht, die die ersten, o.a. genannten Produkte ersetzte.
Darunter Titel wie;
Wahre Informationen für die Truppe
Soldatenheft
Wehrpolitik - Zeitschrift für den deutschen Offizier
Contra
Rührt Euch
Die große Masse dieser Schriften fand den Weg per Postversand in den Westen.
Ein Teil wurde direkt in die Briefkästen vor Ort geworfen, die Depots zur Aufnahme der Druckerzeugnisse wurden teilweise am Grenzverlauf eingerichtet, bzw. in Reisezugwagen deponiert und in den Westen verbracht.
An der Grenze selbst wurden, der überwiegend vorherschende Westwind erlaubte es nur schwerlich, Ballons einzusetzen, Flugblattraketen im Bereich grenznaher Ortschaften abgeschossen bzw. Schwimmkörper (eher die Ausnahme) mit Inhalt in grenzüberschreitende Gewässer eingebracht.
Eine Zeitlang wurden Kaseren der BW gezielt mit Flugblattraketen beschossen.
Dazu sind, mit Taschenuhrzündern versehene Raketen, die Ladung beinhaltete Kleinflugblätter,eingesetzt worden.
Man versuchte mit dieser Methode, die Angehörigen der BW direkt zu erreichen.
Anfang Oktober 1960 funkte dann der "Deutsche Soldatensender 935".
Zuvor schon im Einsatz, der "Deutsche Freiheitssender 904".
TH
An der Grenze selbst wurden, der überwiegend vorherschende Westwind erlaubte es nur schwerlich, Ballons einzusetzen, Flugblattraketen im Bereich grenznaher Ortschaften abgeschossen bzw. Schwimmkörper (eher die Ausnahme) mit Inhalt in grenzüberschreitende Gewässer eingebracht.TH
so, so. Der Osten hat also nur wegen des falschen Windes keine Ballons eingesetzt und Schwimmkörper waren eher die Ausnahme.
Schön wäre es mal eine Quelle zu haben. Struktur, Kräfte, Mittel, Aufgaben. Da müsste doch etwas zu finden sein, da die NVA ja endgültig aufgeklärt ist.
Für die PSK/PSV Kräfte der Bundeswehr (mit Ballons, Lautsprecherwagen, Flugblattraketen) hätte ich eine Quelle: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=979178479&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=979178479.pdf
Struktur, Kräfte, Aufgaben und Mittel sind darin umfassend dargestellt. Wen es tatsächlich interessiert möge nachlesen.
FEK
Thunderhorse
04.02.2008, 10:23
Hi FEK,
Ja, Ja..
Flugblätter und das Transportgerät kann man in einigen Museen anschauen.
Die letzte DV dazu kann ich mal posten.
Die von Dir zitierte Quelle, hatte ich, unter anderem Link, zum Einstieg in dieses Theam bereits auf Seite 1 gepostet.
Wenn ich heute noch dazu komme, dann etwas mehr Input.
Regards.
TH
Hi FEK,
Wenn ich heute noch dazu komme, dann etwas mehr Input.
Regards.
TH
fein :)
mal ein Auzug aus dem "Doppeltgelinkten":
"Da die Gerüchte über die vermeintlich gefährlichen Balloneinsätze keineswegs das Ende der Balloneinsätze bewirken konnte, wurden der Bundesrepublik von der DDR vorgeschlagen im Gegenzug zum Ende der Balloneinsätze entweder die eigenen Flugbatteinsätze einzustellen, die Lautsprechereinsätze zu beenden oder die Propagandatafeln entlang der innerdeutschen Grenze abzubauen. Diese Tauschgeschäfte standen qualitariv und quantitativ in einem deutlichen Mißverhältnis zur Effektivität und Effizienz der Balloneinsätze der PSK/PSV und wurden von der Bundesregierung abgelehnt."
kommentiert sich eigentlich selbst. Nur soviel dazu. Logisch das Lautsprechereinsätze und Propagandatafeln auf eigenem Territorium qualitativ nicht an Balloneinsätze heranreichen.
FEK
Thunderhorse
04.02.2008, 21:03
Hi FEK,
Lautsprecher und Propagandatafeln waren nicht alles, was das NVA-Kdo Grenze und andere Einheiten/Organe der NVA/DDR aufboten.
Seitens des NVA Kdo Grenze gab es z.B. Technische Beschreibungen für Flugblattkugelbombe 200 mm und für HLZ 1000 (S).
Die letzte, aktuelle Ausführung für die KB 200 mm stammt aus dem Jahre 1989. A 730/1/001.
Beim NVA-Kdo Grenze gab es in Pätz, später Schenkendorf zunächst einen Propaganda Versorgungszug 16, der zur einer Propagandakompanie 16, in den 70er und 80er Jahren aufwuchs.
Im Bestand zuletzt 11 Fahrzeuge.
Dazu verfügte die PPK 16 über eine eigen Druckerei in Berlin-Treptow.
Dem MfNV unterstand zuletzt eine Propagandabrigade 2, in Strausberg.
Ausgestattet mit Großlautsprechern, Flugblatt-Artillerie.
TH
Thunderhorse
04.02.2008, 21:15
Auf dem Foto, Teile von einer Kugelbombe und anderen Trägermitteln.
Daneben auch Hülsen von Leuchtmitteln.
Ein Link mit Hinweis auf die 2. PrBr..
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/1108/magazin/0001/index.html
TH
Thunderhorse
04.02.2008, 21:31
Hi FEK, Traveller,
könnt Ihr Bitte eine Definition zur Bezeichnung:
Spezialpropaganda geben?
Thanks.
In der DV 318/0/001 aus 1972.
Einsatz der GT auf ebene GK und GR wird unter Politischer Arbeit darauf verwiesen.
Die Spezialpropaganda ist auf der Grundlage der Befehle des Stellvertreters des Ministers und Chef der GT, des Befehls des Kdr und der Weisungen seines Stellvertreters und Leiters der PA, vorzubereiten und zu führen.
TH
Thunderhorse
04.02.2008, 23:17
Einsatz der GT auf ebene GK und GR
Gemeint ist damit Grenzkommando und Grenzregiment.
Regards.
TH
Hi FEK, Traveller,
könnt Ihr Bitte eine Definition zur Bezeichnung:
Spezialpropaganda geben?
TH
habe schlicht keine definierende Kenntnis davon, bestenfalls Vorstellungen. Und auf Basis von Vermutungen zu diskutieren, mag ich nicht. Im "Wegmann" steht was darüber. Leider habe ich mein Exemplar gerade verborgt.
Außer Zweifel steht, das die NVA auch über Personal verfügte, welche sich mit dem propagandistischen Krieg im Fall eines "heißen" Krieges befasste. Die Bezeichnung "Spezialpropaganda" existierte bereits im 2.WK für die Leute vom NKFD. Selbstverständlich existierten schon im Frieden die technischen Mittel und Strukturen dafür. So wie jede Armee auch in Friedenszeiten bereits über Panzer und Kampfflugzeuge verfügt. In welche Größenordnung diese Mittel bereits in Friedenszeiten eingesetzt wurden entzieht sich meiner Kenntnis. Bislang habe ich keine Quelle darüber finden können.
Den "Deutschen Soldatensender" gehörte nach meiner Ansicht nicht zu den Mitteln der Spezialpropaganda der NVA. Ich würde ihn eher mit ähnlichen Propagandasendern der Bundesrepublik wie dem "RIAS" vergleichen. Wenn man hier überhaupt vergleichen kann - die Strukturen in der DDR und der BRD waren völlig unterschiedlich. Viele Dinge welche in der BRD auf nichtstaalicher Basis liefen, konnte es in der DDR nicht geben, weil es diese Dinge nichtstaatlich einfach nicht gab.
Was sagt denn das Spezialforum (NVA-Forum) dazu?
FEK
Traveller
05.02.2008, 09:23
Mit dem Begriff "Spezialpropaganda"wurde die psychologische Kriegsführung gegen die BW umschrieben.(Wegmann)
Thunderhorse,
die Kompetenz dazu lag bei der politischen Hauptverwaltung der NVA.
Der Hauptanteil waren dabei die Verbreitung von schriftlichem Material sowie Rundfunksendungen.(904,Soldatensender)
Die Mehrzahl aktiver Maßnahmen war wohl bis in die 50er/60er vorhanden und mit dem Grundlagenvertrag wurden sie zu Relikten des Kalten Krieges.
Man sollte diese historische Epoche, während der verschärften Auseinandersetzung in diesem Zeitraum, zwischen den beiden Militärblöcken gegeneinander einordnen:
Koreakrieg,17.Juni 1953,Ungarnkrise,13.August 1963,CSSR 1968....
Die beiden deutschen Staaten erfüllten da an ihrem "Frontabschnitt",ihre an die jeweiligen Militärbündnisse gebundenen Verpflichtungen.
Ein Blick über den Tellerrand jener Jahre zeigt uns doch heute,daß die phsychologische Kriegsführung jener Jahre,Teil eines westlichen Gesamtkonzepts war und auch eine bestimmte Strategie beinhaltete.
So wie der "RIAS",als Rundfunksender im amerikanischen Sektor,von der CIA finanziert,sich propagandistisch ausschließlich auf die DDR konzentrierte,darf man nicht unterschlagen mit welchen Methoden auch ähnliche Sender,wie Radio Free Europe,Radio Liberty u.ä. geheimdienstlich gesteuerte Sendeeinrichtungen,sich massiv auf die ideologische Aufweichung anderer "kommunistischer" Staaten fokussierten.
Allein durch RFE wurden mittel Ballons, über eine viertel Milliarde Flugschriften,hinter den "eisernen Vorhang" verbracht,wobei man auch von neutralen Staaten aus(Österreich),gegen Ungarn und die damalige CSSR u.a. aktiv wurde.Gekoppelt mit vielen ähnlichen Aktionen,spielte man dabei eine nicht unerhebliche Rolle bei der "psychologischen Kriegsführung".
Das diese Strategie,nicht ohne Reaktion seitens der DDR blieb,liegt sicherlich auch an den spezifischen Bedingungen dieser Auseinandersetzung,da es z.B. bei der psychologischen Beinflussung zwischen den beiden deutschen Staaten keine sprachlichen Hürden gab.
Traveller
Thunderhorse
05.02.2008, 20:01
Hi FEK,
der DSS 935 wurde, wenn ich mich nicht irre, von der NVA betrieben. Leiter war ein OSL R..
Viele Dinge welche in der BRD auf nichtstaalicher Basis liefen, konnte es in der DDR nicht geben, weil es diese Dinge nichtstaatlich einfach nicht gab.
Das trifft sicherlich zu, doch meine ich, dass dafür staatlicherseits, durch die DDR entsprechende "Dinge" angeleitet wurden.
Daneben gab es in der DDR noch weitere Organsiationen (ob Staatlich oder nicht), die sich mit der Thematik Psychologischer Beeinflussung befassten.
Z.B.: Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Offiziere
Irgendwie ist das Thema noch ein ziemlich weißer Fleck.
Nur die Dissertation über die PSV/PSK der BW gibt Auskunft über die Tätigkeiten auf westlicher Seite und streift das östliche Umfeld.
Was sagt denn das Spezialforum (NVA-Forum) dazu?
Keine Ahnung??
Zitat:
durch RFE wurden mittel Ballons,
Da dieses Einsatzmittel für die DDR nicht sehr tauglich war, wurden monatlich Hunderttausende Schriftstücke auf dem Postweg (Briefe, Pakete, Päckchen), durch hinterlegen/deponieren in den Interzonenzügen, und sonstigen Wegen in die Bundesrepublik verbracht.
Regards.
TH
Thunderhorse
06.02.2008, 12:41
Hi FEK.
Was sagt denn das Spezialforum (NVA-Forum) dazu?
Da scheint sich was zu entwickeln!!!
PHV 10
Ohne mein Zutun!!!:cool:
TH
Hi FEK.
Ohne mein Zutun!!!:cool:
TH
die Kraft der Gedanken!
FEK
Thunderhorse
06.02.2008, 21:05
Zitat von FEK!!!
die Kraft der Gedanken!
Telepathie?? Ich geh in Klausur, am Besten abgeschirmter Bunker.;)
TH
Thunderhorse
12.02.2008, 08:21
Hi FEK.
Da scheint sich was zu entwickeln!!!
PHV 10
Die Lösung ist anscheinend zu wäßrig.
Immerhin, zum Bereich GT habe ich einen "kleinen" Ansatz.
TH
Ist ja nicht so schlimm. Wenn ich General Zukunft mal wieder treffe, frage ich ihn mal danach.
FEK
Thunderhorse
12.02.2008, 16:31
Ich hab da kein Problem.
Die Zeit wird es schon richten.
Step by Step.
TH
Gelle, man rupft sich recht heftig......
Wie haben wir damals immer gesagt: Wenn's in der Chefetage raucht, einfach abducken und abwarten :D
Gruß vom Edgar
Thunderhorse
01.03.2008, 08:34
Edgar,
?????????
Regards.
TH
In der aktuellen FR Extra (Nr. 20) befindet sich ein Beitrag zur NVA Luftaufklärung. Darin auch ein kleiner Hinweis auf Ballons im kalten Krieg:
Dabei werden Luftbildballons und Ballons mit Propagandamaterial benannt. Der Artikel führt aus "Ab 1956 nahm die Anzahl der Ballone weiter zu. Im Mai 1957 wurden 1429 und im Juni 1781 solcher Flugkörper identifiziert, die neben dem unerwünschten Propagandaeffekt auch den Luftverkehr gefährdeten und durch Explosion am Boden einige DDR-Bürger verletzt haben sollen."
ziemlich starker Ballonverkehr damals :D
FEK
Thunderhorse
10.03.2008, 17:55
99 Luftballons, ...schickte dann ein General eine Fliegerstaffel...;);):rolleyes:
Im Gegenzug (Propagandaraketen) hat es dann Glasbruch in einem Treibhaus in Hessen gegeben.
Interessanter Beitrag in der FR-Extra Nr. 20.
Da bereits der Hinweis dazu ergangen ist, hat sich ein weiteres Posting erübrigt.
Genauso Interessant Thematik erschien in der Ausgabe Nr. 16 der FR-extra.
TH
Thunderhorse
17.03.2008, 22:25
Passend zum Thema, zur Zeit bei ebay;
http://cgi.ebay.de/Propaganda-per-Fallschirm-Zonengrenze-DDR-Carola-Stern_W0QQitemZ250226322843QQihZ015QQcategoryZ6003 7QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem
Wurfmaterial für die Bewohner der SBZ/DDR.
TH
Soldat-Ex
30.04.2008, 23:22
Über den tatsächlichen Wert der psychologischen Kriegsführung läßt sich streiten.Beispiele aus der (Kriegs)Geschichte zeigen, das solche Versuche Einfluss auf den Gegner zu nehmen, meistens kläglich scheiterten.Oftmals erreichten sie sogar das Gegenteil dessen, was man wollte.
Das beste Mittel im Kalten Krieg um Einfluss auf die Bevölkerung in der DDR zu nehmen, waren die Fernseh und Radiosender, die den Menschen in der DDR einen, wenn auch nur begrenzten, Einblick boten, was in der anderen deutschen Republik möglich war.Dagegen kam die Propanganda nicht an.
Die Informationen konnten nicht an der Grenze aufgehalten werden !
Soldat-Ex
Die NVA verfügte ebenfalls sehr frühzeitig über entsprechende Abteilungen/Institutionen, um den agitatorischen und subversiven Kampf gegen die Bundesrepublik, speziell die Bundeswehr, zu führen.
Schon im Jahre 1956 begann innerhalb der PHV der NVA, eine Selbstständige Abteilung mit der Aufgabenerfüllung und brachte in der Folgezeit zahlreiche verschiedenartige Produkte in Umlauf.
Mit Masse handelte es sich um Schriftwerke, z.B. Die Kaseren, tabu, Soldatenfreund.
Ab 1961/62 wurde eine zweite Generation auf den Weg gebracht, die die ersten, o.a. genannten Produkte ersetzte.
Darunter Titel wie;
Wahre Informationen für die Truppe
Soldatenheft
Wehrpolitik - Zeitschrift für den deutschen Offizier
Contra
Rührt Euch
Die große Masse dieser Schriften fand den Weg per Postversand in den Westen.
Ein Teil wurde direkt in die Briefkästen vor Ort geworfen, die Depots zur Aufnahme der Druckerzeugnisse wurden teilweise am Grenzverlauf eingerichtet, bzw. in Reisezugwagen deponiert und in den Westen verbracht.
An der Grenze selbst wurden, der überwiegend vorherschende Westwind erlaubte es nur schwerlich, Ballons einzusetzen, Flugblattraketen im Bereich grenznaher Ortschaften abgeschossen bzw. Schwimmkörper (eher die Ausnahme) mit Inhalt in grenzüberschreitende Gewässer eingebracht.
Eine Zeitlang wurden Kaseren der BW gezielt mit Flugblattraketen beschossen.
Dazu sind, mit Taschenuhrzündern versehene Raketen, die Ladung beinhaltete Kleinflugblätter,eingesetzt worden.
Man versuchte mit dieser Methode, die Angehörigen der BW direkt zu erreichen.
Anfang Oktober 1960 funkte dann der "Deutsche Soldatensender 935".
Zuvor schon im Einsatz, der "Deutsche Freiheitssender 904".
TH
Die Musik war prima, wirklich 1. Klasse (ab 1966 ), die Phrasen dazwischen wie ein Leierkasten. Immer derselbe Nonsens.
Thunderhorse
23.10.2009, 13:28
Die Flugblattaktionen PROSPERO und VETO (CSSR), FOCUS (Ungarn) und SPOTLIGHT (Polen).
In Klammern die jeweiligen Zielländer.
Using Balloons to Breach the Iron Curtain - Radio Free Europe / Radio Liberty 2009 (http://www.rferl.org/content/off_mic_using_balloons_to_breach_iron_curtain/1844564.html)
Free Europe Press Cold War Leaflets (http://www.psywarrior.com/RadioFreeEurope.html)
clausjürgen
24.01.2012, 18:54
Hallo, bin neu hier in diesem Forum und habe durch Zufall von meinem ehemaligen "Arbeitgeber", der Druckerei des PHV in Berlin-Treptow wo ich von 1968 bis 1980 arbeitete, gelesen.In der Tat druckten wir hier Schulungsmaterial für die NVA sowie die von Thunderhorse erwähnten Titel "Contra", "Rührt Euch", aber auch Ausgaben des Magazins "Spiegel".Die für Westdeutschland gedachten Erzeugnisse wurden an Privatadressen in der DDR versandt, für die Weiterleitung waren dann die Adressaten verantwortlich.Unser Chef war OSL E., Stellv. Hauptmann Sch., später OL bzw. dann Hauptmann Berthold B-. Zeitweise wurden wir Anfang der 80er Jahre wegen Umbau- und Modernisierungsarbeiten nach Strausberg ausgelagert. Hier befand sich eine motorisierte Druckerei.Kommandeur war glaube ich ein Oberst S. GM Z. ist mir auch bekannt. Der weiter oben erwähnte Soldatensender befand sich meiner Erinnerung nach zumindest zeitweise in Berlin-Grünau, Regattastr...
Vielleicht findet sich ja in diesem Forum ein Mitarbeiter aus der damaligen Zeit, würde mich freuen, von ihm oder ihr zu hören.
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