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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schutzräume der Deutschen Bundesbahn



Geograph
24.06.2008, 22:12
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Ähnlich wie die Deutsche Bundepost (vgl. http://www.cold-war.de/showthread.php?t=68) war die Deutsche Bundesbahn verpflichtet, für den Verteidigungsfall bauliche Vorsorgemaßnahmen zum Schutz betriebswichtiger Anlagen und des Betriebspersonals zu treffen.

Von daher verfügt(e) die Deutsche Bundesbahn (bzw. ihre Rechtsnachfolgerin) über vielerorts über entsprechende Schutzbauwerke.

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Geograph
24.06.2008, 22:41
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Das Bahnhofsgebäude in Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) verfügt über einen Schutzraum. Bebra liegt am wichtigsten osthessischen Kreuzungspunkt der Deutschen Bahn.
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Geograph
24.06.2008, 22:41
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Das Stellwerk im Bahnhof Hünfeld (Landkreis Fulda) verfügt über einen Schutzraum.
Hünfeld liegt an den Hauptstrecke Fulda–Kassel.
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Geograph
24.06.2008, 22:41
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Das Stellwerk im Bahnhof Schlüchtern-Elm (Main-Kinzig-Kreis) verfügt über einen Schutzraum.
Elm liegt an den Hauptstrecken Fulda–Würzburg bzw. Würzburg–Frankfurt am Main.
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Geograph
24.06.2008, 22:41
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Das Stellwerk im Bahnhof Nidderau-Heldenbergen im Main-Kinzig-Kreis besitzt einen Schutzraum. Im Bahnhofsbereich kreuzen sich die Bahnstrecken Hanau–Friedberg (Hessen) und Bad Vilbel–Stockheim.
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Geograph
24.06.2008, 22:41
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Der Hauptbahnhof Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf) verfügt über einen Schutzraum, der noch zu Beginn der 1990er-Jahre errichtet wurde. Auf dem Schutzbauwerk befindet sich heute ein Fahrradabstellbereich.
Marburg liegt an der Hauptstrecke Frankfurt am Main–Kassel (Main-Weser-Bahn).
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Geograph
24.06.2008, 22:41
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Unter dem Betriebsgebäude und Stellwerk Weimar (Lahn)-Niederwalgern (Landkreis Marburg-Biedenkopf) befindet sich ein Schutzraum.
Niederwalgern liegt an der Hauptstrecke Frankfurt am Main–Kassel (Main-Weser-Bahn) mit dem ehemaligen Abzweig der Nebenstrecke nach Herborn.
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moon
29.06.2008, 18:02
Zum Bahnhof Niederwalgern kann ich auch was beisteuern. Ich komme aus Gladenbach was an der Bahnstrecke Niederwalgern - Herborn liegt.
Die Strecke führt fast direkt im Waffenlager Herborn Seelbach und am SAS Herborn Bellersdorf vorbei.
Somit muss auch ein solch kleiner Bahnhof wie Niederwalgern im Fall eines Falles am Laufen gehalten werden.

Geograph
29.06.2008, 21:45
Zum Bahnhof Niederwalgern kann ich auch was beisteuern. Ich komme aus Gladenbach was an der Bahnstrecke Niederwalgern - Herborn liegt.

Die »Aar-Salzböde-Bahn« konnte erstmals 1902 durchgängig zwischen Herborn und Niederwalgern befahren werden. Ab 1995 wurde abschnittsweise der Personenverkehr eingestellt, 2001 schließlich auch der Güterverkehr und somit die Strecke stillgelegt. An einigen Stellen wurden die Gleise inzwischen – mehr oder weniger legal :rolleyes: – demontiert, sodass Gladenbach heutzutage nicht mehr per Zug zu erreichen ist.




Die Strecke führt fast direkt im Waffenlager Herborn Seelbach und am SAS Herborn Bellersdorf vorbei.

Waffenlager Herborn-Seelbach = Aartal-Kaserne ?…:confused:




Somit muss auch ein solch kleiner Bahnhof wie Niederwalgern im Fall eines Falles am Laufen gehalten werden.

Es sollte zusätzlich bedacht werden, dass die »Aar-Salzböde-Bahn« eine nördliche Umgehungsmöglichkeit für den Bahnknotenpunkt Gießen darstellte, denn aufgrund der militärischen Bedeutung des mittleren Lahntals (u.a. vier Bundeswehr-Kasernen, drei US-Kasernen, US-Depot) war hier mit Einschränkungen etc. im Bahnverkehr zu rechnen.

Interessant ist, dass sich in den Stellwerken in Marburg und Gießen keine Schutzräume befinden, sondern beide Bahnhöfe verfügen »lediglich« über Personenschutzräume, die erst zu Beginn der 1990er-Jahre errichtet wurden (vgl. http://www.cold-war.de/showpost.php?p=5781&postcount=6).

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Störfang
28.11.2009, 23:51
Es gibt auch unter den HBF Hannover eine DB Zentrale für den V-Fall. Dieser befindet sich in einem ehemaligen WK 2 Bunker. Die andere hälfte dieses Bunkers ist ein Zivilschutzbunker. Zuletzt wurde dieser während des Sturms Kyrill 2007 und zur WM 2006 genutzt.

Malteser-Hannover.de | Stadtgeschäftsstelle Hannover (http://malteser-hannover.de/sgs/news/show.php?id=37)

Bahnverkehr: Alle Räder stehen still - Aus aller Welt - FOCUS Online (http://www.focus.de/panorama/welt/bahnverkehr_aid_122983.html)

rubeck1
02.12.2009, 23:01
Solche Schutzräume der Bahn machen ja richtig Sinn: während oben die Schienen und Loks reihenweise verglühen und die Brücken und Tunnels gesprengt werden, sitzen die Bahnbetriebler im Atombunker: was machen die da? Märklin-Eisenbahn rausholen oder was?
Naja, vielleicht habe ich ja was nicht mitbekommen...

Horner
04.12.2009, 22:40
Moin Jungs und Mädels,

in einer der Zeitungen Dortmunds, wurde ein Termin einer Besichtigung eines Bunkers der unter der Erde liegt bekannt gegeben.
Leider habe ich diesen Ausschnitt verbaselt, möchte aber trotzdem darauf hinweisen.
Vieleicht kann sich ein Member durch die aktuellen Nachrichten durch wüseln.

Mit besten Grüßen

Horner Beagle

DerNoergler
26.04.2010, 01:54
Moin,
um auch mal etwas weiter in den Norden zu gehen:
Die Schutzanalge des Hamburger Hauptbahnhofes (Hachmannplatz ist auf mehreren Seiten im Netz vorgsetllt und sehr ausführlich dokumentiert worden.
An der Strecke nach Nordosten (Lübeck) existiert ein weiteres Schutzbauwerk in Bargteheide. Als man einen Tunnel am Bahnhof zu den neuen Pendlerplätzen bauen wollte stellte sich heraus, daß eine Schutzanlage sich neben dem Bahnhofsgebäude tief in der Erde befand. Diese ist erst nach dem II.WK errichtet worden. Angebelich sol sich dort ein Stellwerk darin befunden haben. Das Schutzbauwerk wurde aber nie öffnetlich gemacht und so kann ikch diese Ausage nicht verifizieren.
Der größte Knotenpunkt dieser Zeit in diesem, Bad Oldesloe verfügte niemals über ein Schutzbauwerk. Dabei konnte man diesen Bahnhof aus sechs Rcihtungen erreichen. Es gab nur einen kurzen Tunnel. Deshalb starben am 24. 04 1945 in bad Oldlesoe beim schwersten Luftangriff über 700 Menschen, weil gerade ein Zug im bahhof stand (hier über 400)
Das nächste Schutzbauwerk befindet sich in Lübeck am Hauptbahnhof.
Wer lieber Googlemaps benutzt:
Google Maps (http://maps.google.de/maps?ll=53.867798,10.669034&spn=0.001408,0.004721&t=h&z=18)
Und hier das Luftbild von Bing:
Your web browser and the Maps site are incompatible (http://www.bing.com/maps/?mkt=de-de&cp=51.5361404~9.9288683&style=r&lvl=12#JndoZXJlMT1MYmVjaytIYXVwdGJhaG5ob2YmYmI9NTE uNTg1NjU3OTQ3NzM5OCU3ZTEwLjA4NTI1MTgxNDQwNDMlN2U1M S40ODY1Njg5MjI4NzA1JTdlOS43NzI0ODQ3ODU1OTU3MQ==)
man gukct direkt auf das Eingangsbauwerk, daß vor dem Umbau direkt mit der Brücke über den Gleisen (Bahsteigszugang) verbunden war. Wie es dort im augenblick aussieht kann ich nicht sagen.
Dieses Schutzbauwerk ist im Auftrag der Reichsbahn für Reisende errrichtet worden und nach dem Krieg dann als ZS-Bauwerk wieder hergerichtet worden
Gruß Hendrik

EriqJB
26.04.2010, 23:51
Nach dem Norden soll auch der Süden nicht zu kurz kommen, hier ein Bahnhof im Neckartal: Neckarelz oder, wie er heute heißt, Mosbach-Neckarelz. Auch an diesem vergleichsweise kleinen Bahnhof gibt es einen Zivilschutzraum, der wahrscheinlich gar nicht so klein ist, sind die Notausgänge doch knapp 60m voneinander entfernt. Siehe auch mein Blog (http://blog.eriq.de/2010/04/schutzraum-am-bahnhof-neckarelz/) zu diesem Thema.

Wen sollte man am besten fragen, wenn man sich den Bunker mal von innen anschauen möchte? DB? Die Stadt?

Geograph
27.04.2010, 16:00
Nach dem Norden soll auch der Süden nicht zu kurz kommen, hier ein Bahnhof im Neckartal: Neckarelz oder, wie er heute heißt, Mosbach-Neckarelz. Auch an diesem vergleichsweise kleinen Bahnhof gibt es einen Zivilschutzraum, der wahrscheinlich gar nicht so klein ist, sind die Notausgänge doch knapp 60m voneinander entfernt. Siehe auch mein Blog (http://blog.eriq.de/2010/04/schutzraum-am-bahnhof-neckarelz/) zu diesem Thema.


Herzlich willkommen im »Cold-War-Forum«!…:)




Wen sollte man am besten fragen, wenn man sich den Bunker mal von innen anschauen möchte? DB? Die Stadt?


Deutsche Bahn AG. Nach eigenen Erfahrungen werden Besichtigung von offizieller Seite aus in der Regel nicht genehmigt.…:(


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Mulon
27.04.2010, 21:49
Aber das mit den mexikanischen Fans find ich ma voll klasse!! Vor allem das es in diesem Fall da scheinbar sehr schnell ne Entscheidung gab :p

kato
28.04.2010, 18:21
an diesem vergleichsweise kleinen Bahnhof
Wobei Neckarelz eher "kriegswichtig" war, eine gewisse Anlage in Neckarzimmern, deren Andienung zu gewährleisten war, ist da ja gleich um die Ecke... (wenn ichs richtig im Kopf hab ist das Streckenstück von Neckarelz gesteuert/überwacht?)

dochol
14.05.2010, 22:20
Hallo,
wer am 20.05 noch Nichts vor hat, kann ja mal in Kiel vorbeischauen und gucken, in welchem Gebäude dieses (https://www.vebeg.de/web/de/verkauf/browse.htm?DO_SUCHE=1&SUCH_KAT=MTAgV2Vya3N0YXR0bWFzY2hpbmVuLCBLZnotRXJzY XR6dGVpbGUgdS5hLiAgICAgICAgICAgICAgICAgICAgICAgIyB NYWNoaW5lIFRvb2xzLCBWZWhpY2xlIFNwYXJlIFBhcnRz&statflag=1&zusatzlink=&SHOW_AUS=02136C&SHOW_LOS=19&nolistlink=1) Aggregat steht.
Gruß

€: Unter der angegebenen Adresse findet sich übrigens der Kieler Hauptbahnhof.

dochol
25.01.2012, 12:09
Hallo,
da irgendwie abhanden gekommen und nicht mehr aufzufinden, nochmal:
Bahnhof Niedernhausen /Ts (RÜD) mit Schutzraum.
10178
10179

Horner
25.01.2012, 15:31
Jau, da hatten wir doch noch darüber gerätselt, ob es Zusammenhänge gibt, mit den Bahnhof.

dochol
09.02.2012, 21:43
Hallo,
ebenfalls mit einem Schutzraum ausgestattet ist das Stellwerk in Kelsterbach (GG). Sogar in google maps ist der Notausstieg zu erkennen: Link (http://maps.google.de/maps?q=Kelsterbach&hl=de&ll=50.062768,8.530043&spn=0.000352,0.001032&sll=51.151786,10.415039&sspn=22.587001,67.631836&hnear=Kelsterbach,+Darmstadt,+Hessen&t=h&z=21). Ungewöhnlich ist die Lage im Gleisbett zwischen zwei Gleisen.
10381

Horner
10.02.2012, 11:48
Mensch Dochol,
das ist wirklich ein ungewöhnlicher Anblick, Notausstieg zwischen den Gleisen, das hätte ich Blindfisch bstimmt nicht gesehen ;)

Gruß
Horner

Preto
25.07.2012, 14:59
Ich verweise mal auf meinen Post in diesem Thread (http://www.cold-war.de/showthread.php/282-Schutzräume-in-Mainz?p=26693&viewfull=1#post26693).

Es handelt sich um den Schutzraum mit Befehlsstelle der ehemaligen Bundesbahndirektion in Mainz. Bilder werden ggf. im v.g. Thread nachgereicht.

dochol
30.10.2012, 14:07
Das Stellwerk in Wiesbaden war ebenfalls mit einem Schutzraum ausgestattet.

dochol
29.12.2012, 13:50
Hallo,

bei meiner Recherche bin ich auf den Begriff "Betriebslenkungsstelle" gestoßen. Diese war/ist baulich geschützt. Mindestens 80 Stück soll es davon in Deutschland geben/gegeben haben, gebaut wurde noch in den 90ern.
Ist jemandem dazu was bekannt?
Antworten auch gerne per PM.

Gruß

kato
29.12.2012, 18:43
85 Stück (Stand 1992) laut folgendem Dokument, das deren Ausführung auch etwas beschreibt:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/12/030/1203098.pdf

dochol
29.12.2012, 18:59
85 Stück (Stand 1992) laut folgendem Dokument, das deren Ausführung auch etwas beschreibt:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/12/030/1203098.pdf

Das Dokument ist mir bekannt, daher rührt auch meine Anfrage. Leider scheint man diesen Begriff aber sonst nirgends zu kennen.

Sind diese Anlagen mit den Befehlsstellen auf Ebene der Direktionen vergleichbar?

ed22ful
29.12.2012, 20:08
Ich habe hier ein ähnliches Dokument vorliegen, aus dem ich zum Thema mal zitiere.


Große Anfrage der Abgeordneten... (Drucksache 11/4836 vom 21.06.1989)


Wie viele Schutzraumbauten sind im Bereich der DB in der Zeit von 1980 bis 1987 errichtet worden?
Welcher Art sind diese Schutzraumbauten, was haben sie gekostet, und aus welchem Haushalt sind sie finanziert worden?
Wieviel Prozent des Bedarfs sind damit nach Auffassung der Bundesregierung gedeckt, und bis wann soll zu welchen Kosten mit welchen Baumaßnahmen der ausstehende Bedarf gedeckt werden?

Antwort der Bundesregierung:

Im Bereich der Deutschen Bundesbahn wurden in der Zeit von 1980 bis 1987 insgesamt 305 Schutzraumbauten errichtet.
Es handelt sich dabei um Baumaßnahmen, die dem Schutz des Betriebspersonals sowie besonderer technischer Anlagen dienen.
Die Kosten beliefen sich auf rund 70Millionen DM und wurden aus dem Einzelplan 36 finanziert.
Im Rahmen des geltenden Finanzplanes sind aufgrund gebilligter Programme jährlich 7,5 Millionen DM für Baumaßnahmen des baulichen Betriebsschutzes vorgesehen.
Darüber hinaus werden notwendige Kostenanpassungen und Fortschreibungen der Teilprogramme laufend überprüft.


ed


Quelle: Deutscher Bundestag DIP (Dokumentations- und Informationssystem)

dochol
29.12.2012, 22:26
Hallo,
Wo kann man denn den Einzelplan 36 finden?
Ist das ein Teil des Bundeshaushaltes?
Gruß

ed22ful
29.12.2012, 23:46
Guckst du hier:

Einzelplan 36 Zivile Verteidigung - Drucksache 13/525 -

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/13/005/1300525.pdf



Aber viel interessanter ist, wie das Gesetz (1957) entstanden ist.

"Gesetz über Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung; hier: Zustimmung der Bundesregierung nach Artikel 113 GG".

Zivile Notstandsplanung


http://ausweichsitz.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=74


Es geht hier um die Finanzen und das Gesetz für den zivilen Bevölkerungsschutz, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack für die fleißigen Steuerzahler :mad: .

Aber lest selbst...


ed

Geograph
30.12.2012, 09:16
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… bei meiner Recherche bin ich auf den Begriff "Betriebslenkungsstelle" gestoßen. Diese war/ist baulich geschützt. Mindestens 80 Stück soll es davon in Deutschland geben/gegeben haben, gebaut wurde noch in den 90ern.
Ist jemandem dazu was bekannt?


Sogenannte »Betriebslenkungstellen« wurden in Hessen u.a. in Fulda, Gießen, Hanau und Marburg errichtet.……:)




Sind diese Anlagen mit den Befehlsstellen auf Ebene der Direktionen vergleichbar?


Nein, sie sollten im Verteidigungs- bzw. Katastrophenfall den Bahnbetrieb »vor Ort« möglichst sicherstellen – wie auch immer das ausgesehen hätte ………:(
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dochol
30.12.2012, 13:28
.



Sogenannte »Betriebsslenkungstellen« wurden in Hessen u.a. in Fulda, Gießen, Hanau und Marburg errichtet.……:)






Nein, sie sollten im Verteidigungs- bzw. Katastrophenfall den Bahnbetrieb »vor Ort« möglichst sicherstellen – wie auch immer das ausgesehen hätte ………:(
.

Vielen Dank für die Information, Geograph.
Die o.g. Orte sind ja die typischen Drehkreuze der Bahn in Hessen
Leider scheint der Begriff wenig gebräuchlich oder wurde nur intern gebraucht. Da diese Art von Anlage aber doch einiges interessanter ist, als jeder beliebige Stellwerkschutzraum und außerdem noch öfters vorhanden ist als die Direktionen, würde ich das Thema gerne weiter verfolgen.
In den Archiven konnte ich bisher nichts finden.
Hat die Bahn etwa ein eigenes Archiv?

Gruß

dochol
09.09.2013, 12:48
Tief in der Rheinhessischen Provinz, besitzt auch der Bahnhof Langenlonsheim [KH] unter dem Relaisraum des Stellwerks einen Schutzraum. Beides besteht bis heute unverändert.
Vielen Dank an Herrn Ruch für die Informationen und den freundlichen Kontakt.

19211

Geograph
15.10.2013, 22:30
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Die Bedeutung des Verkehrsknotenpunktes Holzkirchen (Oberbayern) wird durch einen Schutzraum unterstrichen, der sich unter einem Bahnbetriebsgebäude befindet. Aktuell wird das komplett ausgestattete Schutzbauwerk von der Immobilienverwaltung der Deutschen Bahn AG u.a. als potenzieller Drehort für Filmaufnahmen angeboten:

► http://www.immowelt.de/immobilien/immodetail.aspx?id=28411002#s=1 [15.10.2013; 21:30 Uhr]

Geograph
15.10.2013, 23:55
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Das im Beitrag Nr. 2 aufgeführte Betriebsgebäude am Bahnhof Bebra wurde – inklusive Schutzraum – im Zuge der »Stadtsanierung« im Sommer 2013 abgerissen.……:(

► http://www.cold-war.de/showthread.php/676-Schutzräume-der-Deutschen-Bundesbahn?p=5777&viewfull=1#post5777

dochol
16.10.2013, 12:44
.
Die Bedeutung des Verkehrsknotenpunktes Holzkirchen (Oberbayern) wird durch einen Schutzraum unterstrichen, der sich unter einem Bahnbetriebsgebäude befindet. Aktuell wird das komplett ausgestattete Schutzbauwerk von der Immobilienverwaltung der Deutschen Bahn AG u.a. als potenzieller Drehort für Filmaufnahmen angeboten:

► http://www.immowelt.de/immobilien/immodetail.aspx?id=28411002#s=1 [15.10.2013; 21:30 Uhr]

Das sind sehr interessante Bilder!
Ist bekannt, welchem Zweck der Schutzraum diente? Er scheint etwas größer zu sein, als z.B. die mir bekannten Stellwerk-Schutzräume. Geht das in Richtung örtliche "Befehlsstelle" oder "Warnstelle"? Diese Begriffe habe ich im Bereich Baden-Württemberg öfters gelesen.
Nachgang: Sehen meine Augen recht auf der Karte, sind das Warnamtsbezirke?

kato
17.10.2013, 09:05
Nachgang: Sehen meine Augen recht auf der Karte, sind das Warnamtsbezirke?
Dürfte hinkommen, die römischen Ziffern stimmen auf jeden Fall.

Geograph
18.10.2013, 01:30
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Sehen meine Augen recht auf der Karte, sind das Warnamtsbezirke?


Gut beobachtet – an der befindet sich eine Karte, in der die Warnamtsbezirke dargestellt sind.……:)

odie
14.11.2013, 14:06
Hier mal ein paar Bilder des Schutzbunkers unter dem DB Museum in Nürnberg den wir bei einer Führung begehen konnten:

Komplettes Album: http://www.flickr.com/photos/98590455@N03/sets/72157635984803374/

http://farm8.staticflickr.com/7392/9985377105_67a1077a02_b.jpg

http://farm8.staticflickr.com/7319/9985295565_60b63a4058_b.jpg

dochol
14.11.2013, 19:09
Wahnsinn!
Super Bilder.
Sehe ich auf dem Telefon richtig, die Kurzwahltasten zu:
Warnstelle Fm-Haus
Befehlsstelle Schweinfurt
Befehlsstelle Würzburg
Befehlsstelle Augsburg
Befehlsstelle Regensburg
Befehlsstelle Fürth/Bay

Solche Bilder sind Gold wert. :)

Hildesheim
15.11.2013, 08:01
Hier mal ein paar Bilder des Schutzbunkers unter dem DB Museum in Nürnberg den wir bei einer Führung begehen konnten:




Hallo Odie,
schöne Bilder hast du da. Ich möchte dich aber bitten künftig deine Bilder hier im Forum direkt hochzuladen und nicht nur mit anderen Seiten oder Fotohostern zu verlinken. Ändert sich beim externen irgendetwas am Link, sind die Bilder hier für immer verloren und der Beitrag nutzlos. LG an Garfield.

Preto
21.08.2014, 12:08
Hallo,

in unserer ehemaligen BA Befehlsstelle in Mainz unter einem städtischen Dienstgebäude (siehe auch http://www.cold-war.de/showthread.php/282-Schutzr%C3%A4ume-in-Mainz/page5?highlight=Preto) konnte ich folgendes Poster, Stand 01. Mai 1987 mit Standorten aller Warnstellen, Befehlsstellen etc. der Deutschen Bundesbahn inkl. eingezeichneter Anschlüsse und Fernmeldeverbindungen entdecken und habe es direkt einmal sichergestellt:

22658 22659 22660 22661 22662 22663 22664

Das Plakat hing in Räumlichkeiten, welche als Zentrale des Schutzraumes fungiert haben. Leider habe ich keinen ausreichend großen Scanner, daher sind die Bilder (auch aufgrund von Komprimierung) nicht in der besten Qualität. Sofern gewünscht kann ich jedoch gerne noch Detailaufnahmen von speziellen Regionen anfertigen.

dochol
22.08.2014, 14:24
Das ist das so ziemlich Beste was heute passieren konnte. :D



Hallo,

in unserer ehemaligen BA Befehlsstelle in Mainz unter einem städtischen Dienstgebäude (siehe auch http://www.cold-war.de/showthread.php/282-Schutzr%C3%A4ume-in-Mainz/page5?highlight=Preto) konnte ich folgendes Poster, Stand 01. Mai 1987 mit Standorten aller Warnstellen, Befehlsstellen etc. der Deutschen Bundesbahn inkl. eingezeichneter Anschlüsse und Fernmeldeverbindungen entdecken und habe es direkt einmal sichergestellt:

22658 22659 22660 22661 22662 22663 22664

Das Plakat hing in Räumlichkeiten, welche als Zentrale des Schutzraumes fungiert haben. Leider habe ich keinen ausreichend großen Scanner, daher sind die Bilder (auch aufgrund von Komprimierung) nicht in der besten Qualität. Sofern gewünscht kann ich jedoch gerne noch Detailaufnahmen von speziellen Regionen anfertigen.

DeltaEcho80
22.08.2014, 16:48
Hallo zusammen,

was hatten denn die Warnstellen der Bahn für eine Funktion?

ABC-Warndienst analog den Warnämtern im Zivilschutz?

DE

dochol
22.08.2014, 21:52
Hallo,

ich habe eine Frage zu den verwendeten Abkürzungen:
- für was steht das "Z" vor dem HVB?
- für was steht Z ZP?
- für was steht "Ra" bei Ra-Befehlsstelle?
- wieso steht in Frankfurt Z ZD?

Guenther
22.08.2014, 23:44
Hallo,

hab mal in den Unterlagen Bundesbahn im Internet gesucht

BD = Bundesbahndirektion

ZP =

HVB = Hauptverwaltung Bundesbahn

ZD = Zugdispatcher

Rex Danny
23.08.2014, 00:44
Das ist das so ziemlich Beste was heute passieren konnte. :D

Das Du auf diese Karte scharf bist, war mir sofort klar..............:freu:

Damit kommt Dein Projekt ja wohl um ein ganzes Stück voran, oder?

Grüße


Rex Danny

Preto
23.08.2014, 13:24
HVB könnte hier auch für "Hauptverwaltungsbeamter" stehen und damit eine gesonderte Führungsstelle für den damaligen Vorstand der DB bezeichnen.

dochol
23.08.2014, 18:36
Zumindest örtlich dürfte der Standort fix sein und auf jeden Fall der Zentrale zugeordnet, da nur in FFM drei rote Quadrate zu sehen sind. Auf jeden Fall gibt es in Frankfurt jetzt eine geschützte Befehlsstelle, die mir vorher völlig unbekannt war...
HVB 1994 abgerissen, BD 2007. Wo ist Nummer drei?

kato
23.08.2014, 18:53
Folgendes dürfte die Frage nach den Abkürzungen beantworten, stammt aus der Schwerbehindertenstatistik des Bundes von 1992, Auflistung für Dienststellen der Verwaltung der Bundesbahn:

22694
22695

Dort, wo eine Dienststelle nur einen Standort hatte, wurde dieser als Zentrale bezeichnet. Dementsprechend sind:
Z HVB = Zentrale Hauptverwaltung der Bundesbahn.
Z ZD = Zentrale Zentralstelle Datenverarbeitung.
Z ZP = Zentrale Zentralstelle Produktion.

Die in Mainz ansässigen Ressorts wurden zuvor in den 70ern auch als "Zentrale Transportleitung" (ZTL = ZP ?), "Zentrale Verkaufsleitung" (ZVL = ZA) und "Zentralstelle für den Werkstättendienst" (ZW = ZT) bezeichnet; die beiden in Frankfurt ansässigen Zentralstellen firmierten übrigens Ende der 80er unter einem Dach als "ZD/ZR" unter gemeinsamer Adresse. ZA/ZP waren primär Herausgeber der Druckwerke der Deutschen Bahn für den Dienstbetrieb, also Kursbücher, Strecken-/Bahnhofsverzeichnisse und ähnliches (und anscheinend auch dieser Karte). Laut der Angaben von 1992 hatte übrigens ZA 747, ZP 466 und ZT 309 Mitarbeiter in Mainz; in Frankfurt hatte HVB 805, ZD 369, ZR 163 Mitarbeiter.

BD sind die Bundesbahndirektionen, die sämtliche anderen quadratischen Felder in der Karte ausmachen. Diese hatten jeweils einen Direktionsbereich, der in der Karte nicht ausgewiesen ist; diese sind an den gestrichelten Linien erkennbar, da mit diesen Direktionsgrenzen überschritten wurden. Da die BD nicht nur einen Standort hatten, ist entsprechend auch kein Z vorgestellt ::p:

Eine Ra-Befehlsstelle ist übrigens eine Befehlsstelle für Rangierdienst, im Regelfall in einem Rangierbahnhof angesiedelt.


HVB 1994 abgerissen, BD 2007. Wo ist Nummer drei?
ZD/ZR saß per Postadresse in der Güterstraße 9 in Frankfurt.

kato
24.08.2014, 14:30
Per Zufall gefunden: Archivierte Pläne für die Bf-Befehlsstelle Lauda von 1972-1974, damals VS-NfD

s.u.a. unter http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1941550 - weitere Pläne derselben Stelle, vor allem zu Belüftung und Sanitäranlagen der Befehlsstelle dort über "Strukturansicht".

Inwieweit die Planung so umgesetzt wurde weiß ich nicht. Laut der Karte oben handelte es sich 1987 um eine "ungeschützte DB-Warnstelle in geplanter Bf-Warnstelle" (quasi die niedrigste verzeichnete Kategorie), laut der Pläne von 1972-74 sollte eine "Eisenbahnbefehlsstelle mit Warnstelle" eingebaut werden.

Die Anlage wäre im Keller des Empfangsgebäudes untergebracht, und verfügt über Sandfilter, Schleusen und Vorratsmittel. Die 1972 geplante vorgesehene Besetzung der Anlage waren 36 Personen.

Preto
27.08.2014, 13:37
Bei einer Begehung des Schutzraumes durch einen Kollegen zur Vorbereitung einer Führung im Rahmen unseres Tages der offenen Tür am 27.09.2014 (ja auch der "Keller" soll gezeigt werden, also Interessierte aus dem Rhein-Main-Gebiet können sich den Termin schonmal vormerken ;-) ) hat dieser auch Pläne aus dem Jahr 1978 für den Schutzraum im 2. Untergeschoss gefunden, welche ich als Anlagen beigefügt habe. Damals war in Mainz, wie kato bereits geschildert hat, noch die ZTL ansässig, welche erst 1985 in die ZP umgewandelt wurde.

Kennt jemand die damalige Orga-Struktur der ZTL und kann mir die Aufgaben der jeweiligen Abteilungen nennen? Ich konnte nur herausfinden, dass die Abteilung II E für Bahnstromversorgung zuständig war. Abt II E ist jedoch lt. dem Plan jedoch nicht im Schutzraum vertreten.
Eine Aufstellung der Aufbaustruktur findet sich wohl ersten Recherchen zur Folge im Buch "Organisation - Formen und Modelle" von Dr. Kurt Bleicher. Ich versuche mal, dieses über die Mainzer Uni-Bib auszuleihen.

Eine offzielle Anfrage unsererseits beim DB Museum konnte leider auch keine weiteren Informationen zu Tage fördern, lediglich konnte der Kollege die Bedeutung von "Ra-Befehlsstellen" erläutern:
"Ra ist keine offizielle Abkürzung, stand aber (in diesem Zusammenhang) für Regionalabteilung der Bundesbahndirektion (Nachfolger der aufgelösten Betriebsämter)."

kato
27.08.2014, 21:34
Quasi niegelnagelneu, die Regionalabteilungen wurden nämlich erst 7 Monate vor Drucklegung der Karte überhaupt eingeführt. Evtl. zu dem Anlass gedruckt?

dochol
06.09.2014, 23:29
Bei einer Begehung des Schutzraumes durch einen Kollegen zur Vorbereitung einer Führung im Rahmen unseres Tages der offenen Tür am 27.09.2014 (ja auch der "Keller" soll gezeigt werden, also Interessierte aus dem Rhein-Main-Gebiet können sich den Termin schonmal vormerken ;-) )

Ist vorgemerrt, aber was kann ich genau eintragen? ;)

dochol
29.09.2014, 14:30
Ist vorgemerrt, aber was kann ich genau eintragen? ;)

Tja, dumm gelaufen. Sonntag um 10 im Aufbruch festgestellt: "S.., war gestern."

Preto
29.09.2014, 17:30
Tja, dumm gelaufen. Sonntag um 10 im Aufbruch festgestellt: "S.., war gestern."

Das ist natürlich schade :( Bin erst heute aus dem Urlaub zurückgekommen und war selbst leider nicht vor Ort (wobei ich den Schutzraum ja auch schon kenne).
Es gab wohl auch leichte Kommunikationsprobleme mit der Presse hinsichtlich des Termines, wie ich heute erfahren habe :flop:

ed22ful
21.05.2015, 00:08
Hier ein Bauplan für einen Bunker für die Deutsche Bundesbahn, gefunden in der "Deutschen Digitalen Bibliothek".


https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VGRBFILE3KDPGFJILCMXH2LBJDU6ATPB?query=Bunker&viewType=list&offset=40&rows=20&firstHit=M7ZJD2ZJEZHOWEQ7SC7Z37M4FALDHPTD&lastHit=lasthit&hitNumber=60


Der Plan ist mit 1947 datiert, also keine Luftschutzanlage aus dem 2.WK.

Dazu noch weitere Pläne, die Örtlichkeit ist der Stuttgarter Hauptbahnhof.

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/OVS5GD5UA7FQUIMZXLVP5R3CPS3XUZH3?viewType=list&offset=60&query=Bunker&rows=20&firstHit=M7ZJD2ZJEZHOWEQ7SC7Z37M4FALDHPTD&lastHit=lasthit&hitNumber=71

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/S3CZOEX7HB32HFLGW5QSGQPRSKSXSXFS?viewType=list&offset=60&query=Bunker&rows=20&firstHit=M7ZJD2ZJEZHOWEQ7SC7Z37M4FALDHPTD&lastHit=lasthit&hitNumber=79

Gruß


René


René

kato
04.12.2015, 12:38
Der Hauptbahnhof Heidelberg verfügt über einen größeren Schutzraum im Kellerbereich.

Informationen und einige Fotos hierzu finden sich in einer aktuellen Machbarkeitsstudie zur Umnutzung der Fläche zur Fahrradunterstellung: http://ww1.heidelberg.de/buergerinfo/getfile.asp?id=257459&type=do
Ab Seite 32.

Der Schutzraum wurde in den 60er Jahren nachträglich in den Kellerraum im 2. UG des Anfang der 50er Jahre gebauten Empfangsgebäudes eingebaut.

coolier
16.04.2016, 14:14
Thema Betriebslenkungsstelle Fulda. Da mein Vater schon ziemlich lange bei der DB arbeitet hat er davon schon extrem viel mitbekommen. Es soll einer der wichtigsten und größten gewesen sein, da er komplett mittig des heutigen Deutschlands lag. Was das mit dem heutigen Deutschland zu tun hat, keine Ahnung. Auf jeden Fall weiß er, dass es den Bunker heute noch gibt und dass eigentlich NIEMAND außer der dort ansässigen DB Netz Zutritt bekommt. Mein Vater hat jedoch auch gesagt, dass er mal nachhakt, ob ich kurz ein paar Bilder machen kann. Mal sehen was bei rauskommt. Auch wo der Bunker ist, weiß bisher nur die DB Netz, so wird es zumindest öffentlich gemacht