Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Atomarer Erstschlag
Habe heute in der "Loyal" (der Zeitschrift des VdrBw) folgenden Artikel gelesen: ...Europas Apokalypse...Dokumente beweisen, dass der Warschauer Pakt im Kalten Krieg mit Hunderten Atomwaffen gegen die NATO in Deutschland vorgehen wollten....Für den nuklearen Überaschungsschlag waren 131 Atomwaffen vorgesehen, davon 41, um die zwischen der tschechoslowakischen Grenze und der Linie Würzburg, Erlangen, Regensburg, Landshut stationierten NATO-Truppen zu zerschalgen....
(Auschnitt aus dem Artikel Seite 20/21 Loyal Nr. 11 November 2008)
tja....vorbei mit den Überlegungen, wer hätte wen wann und wo konventionell angegriffen, vorbei die tollen Planungen eines OPPLAN 33001. Die NATO Truppen hätten nur eine Möglichkeit der Reaktionen gehabt...einen atomaren Gegenschlag.... was für ein Horrorszenario.
Gruß
urimuu
Dragoner
02.11.2008, 18:14
Vielleicht haben aber auch nur die Herrschaften von "loyal" einen an der Waffel und die uralten WP-Pläne aus den Sechzigern "entdeckt".
jeder interpretiert sich halt die Informationen so wie es passt.
Und da hat der übriggebliebene Pakt bessere Karten als der aufgelöste. Zumal sehr schwer zu definieren ist, was ein Erstschlag ist. Bei solch gefährlichen Waffensystemen kann man hinterher nicht mehr sagen "sorry, das war ein Irrtum, uns lagen aber Informationen vor, dass ein gegenwärtiger Angriff gegen uns lief".
Tatsache ist, das beide Seiten über das Bedrohungspotential von Kernwaffen verfügten. Wer über ein Waffensystem verfügt, ist auch bereit dieses einzusetzen und muß mit dem Risiko leben, dass auch der Andere gewillt ist dieses einzusetzen. Und alle haben das Risiko der versehentlichen Konfliktauslösung mit irreparablen Folgen.
Ausreichend Informationen darüber, wer Atomwaffen tatsächlich einsetzte und Entwicklungen vorantrieb um diese "begrenzt" einzusetzen, liegen ja vor.
FEK
Lauterbacher
04.02.2009, 09:22
Naja, Pläne machen und durchführen sind ja (Gott sei Dank) zwei verschiedene Schuhe. Die Nato hat auch die Auswirkungen und die Möglichkeiten eines rein atomaren Erstschlages durchgerechnet. Die Fragen nach, was käme als Antwort, wie welche Auswirkungen...müssen ja untersucht werden. Genauso haben sie oft genug einen nuklearen Erstschlag vom WP ausgehend simuliert. Bei diesen Testsimulationen wird ein genauer Zeitplan und Scenario festgelegt. Aus dem Zusammenhang genommen kann das auch als Plan zu einem first strike durch die Nato angesehen werden. Analog zum WP also. Ich glaube nicht, daß irgendeiner ohne vorher konventionell zu agieren einen strike durchgeführt hätte. Schaut man sich allerdings so einige alte Dokumente aus dem Planbüro hüben wie drüben an, gab es schon einige Verfechter dieser Option (imsbesondere 60er und 70er Jahre). Aber die blieben doch wohl eher in der Minderheit!
Gruß Ulrich
Naja, Pläne machen und durchführen sind ja (Gott sei Dank) zwei verschiedene Schuhe.
Das ist auch gut und hat ja mit der atomaren Abschreckung, wenn auch manchmal knapp, durch die Zeiten des kalten Krieges geholfen. Das war das Einzige, was wirklich Fakt war, alles andere, wie schon mein Vortexter schrieb, alles Pläne.;)
StoMunNdlg 241/3
06.02.2009, 08:14
Viel gefährlicher ist es doch wenn das ganze "außer Kontrolle" Gerät....so stichwort Kuba Krise, oder wenn aus idealismus oder sonstwas tatsachen verfälscht werden (ich will da jetzt nicht Irak sagen) ...
Ich war mal in der Lage einen Plan zu sehen wo in meier Heimat (Grossraum Heilbronn) eine A-Bombe eingeschlagen hätte.
In Heilbronn Und eine direkt über das Autobahnkreuz Weinsberg..wenn man bedenkt dass die Pershings auf der Waldheide standen und ich nur 7km weitweg wohnte..*grausel*
Ich habe ja die Explosion der Pershing2 auf der Waldheide 1985 erlebt.War nur 2km weit weg in der Schule,als es passierte..das was damals alles los war reichte mir damals vollkommen.Wenn ihr wollt kann ich davon mehr erzählen.Aber alles nur aus der Erinnerung.
Wippgogo
07.02.2009, 12:59
Ja, erzähl mal. Wenn man schon einen Zeitzeugen hier im Forum hat. Infos aus erster Hand.
Hallo Caddl,
wie ich dir in einem anderen Thread schon geschrieben habe, lebt ein Forum von solchen Erinnerungen, also her damit.;)
Viele Grüße
Boris
Bunkerwaller
10.03.2009, 21:32
Der Wahnsinn wird dann noch perfekt wenn man bedenkt,daß in den 50er Jahren ein Manöver durchgeführt wurde,das zum Inhalt hatte ,den Abwurf von 300 Atombomben auf die BRD ,um die Warschauer Pakttruppen zu stoppen.....:eek:
Mein Vater wurde damals Mitarbeiter der Herstellerfirma des LKWs von den Amis herbeizitiert. Ich kann mich noch an den Morgen erinnern, als mein Vater gut gekleidet hingefahren ist.
GermanyNavy
03.03.2010, 18:49
Das waren,wenn ich richtig liege,10 To GL MAN Sattelzugmaschienen ( Elefant), die auch für die GLCM benutzt wurden????????????? So nehme ich an,das dein Vater für MAN arbeitete.
Zum "Erstschlag": die WP-Planungen sahen vor, einen gezielten Stoß bis an den Rhein durchzuführen, wenn die "Imperialisten", also wir, frech würden.
Die NATO fingerte an der "flexible response" herum, was unter anderem die letztlich sehr nebulös gehaltene Strategie der Vorneverteidigung beinhaltete, später auch die FOFA (follow on forces attack - Angriff auf die zweite und dritte Angriffswelle).
Was das bedeutete?
Nun, hätten die WPler mit einer erdrückenden Übermacht angegriffen - manpower und Zeug dafür hatten sie ja genug - dann hätte sich der Westen alle Optionen, also auch die atomare, offen gehalten. Ob da nun "begrenzt" mit nuklearen Gefechtsfeldwaffen herumgeworfen oder massiv in die Tiefe des Raumes auf die "follow on forces" geschossen worden wäre - wer weiß...
So manches, was sich in Hochglanzbroschüren der damaligen Zeit recht elegant liest, wäre doch beim ersten Schuss schon ganz anders gewesen.
Ich bin überzeugt davon, dass die NATO bei einem Angriff alles daran gesetzt hätte, die Angreifer zurückzuschlagen, aufzureiben, zu vernichten, auch nuklear - und bis tief ins feindliche Hinterland hinein. Von wegen grenznahe Verteidigung...
Und genauso bin ich davon überzeugt, dass der WP bei einer Schwächesekunde der NATO nicht gezögert hätte, loszumarschieren, denn so defensiv, wie man sich dort maskierte, war man nicht.
Dass die Amis 1945 zwei Atombomben auf Japan abwarfen hatte meines Erachtens einen einfachen Grund: sie taten es, weil sie es konnten! Niemand hätte sie abhalten können.
Und dass die Russen 1979 in Afghanistan einmarschierten, hatte genau den gleichen Grund.
Militäraktionen sind und waren keine Selbstläufer: sie haben immer einen politischen, damals noch zusätzlich eine ideologischen Vorlauf.
Und wer die Geschichte des coldwar anschaut, erkennt, dass es von Anfang an ein Ringen um die Vormachtstellung war - und das war es bis zuletzt.
Nochmal zum Erstschlag: auch dabei kommt es ausschließlich auf die politisch-ideologische Begründung an. Der WP verfolgte eine Erstschlagdoktrin doch nur, um einem vermeintlichen imperialistischen Agressor zuvorzukommen. Als das aber nicht mehr zog - man war ja schließlich in die eignenen Brudersstaaten einmarschiert! - verlegte man sich auf eine offizielle Defensivstrategie.
So kann man das immer weiter spinnen...
Ich bin überzeugt davon, dass die NATO bei einem Angriff alles daran gesetzt hätte, die Angreifer zurückzuschlagen, aufzureiben, zu vernichten, auch nuklear - und bis tief ins feindliche Hinterland hinein. Von wegen grenznahe Verteidigung...
Und genauso bin ich davon überzeugt, dass der WP bei einer Schwächesekunde der NATO nicht gezögert hätte, loszumarschieren, denn so defensiv, wie man sich dort maskierte, war man nicht.
seien wir froh das wir hier spekulieren dürfen. Denn mehr als Spekulation ist es zum Glück nicht.
FEK
Guten Abend zusammen,
ich glaube hier das passende für dieses Thema beisteuern zu können.
Am Dienstag den 2 März 2010 kam auf dem Sender ARTE um 10.25 Uhr eine Dokumentation mit den Titel " War Games ".
Meine Frau hatte dieses Programm zufällig an, wie originale Angriffspläne des WP gezeigt wurden und wie der Einsatz von nuclearen Waffen ausgesehen hätte, so nach Ihrer Aussage.
Vielleicht hat ein anderer Member diesen Beitag schon gesehen, denn es ist eine Wiederholung von 2008 gewesen.
Gruß
Horner ( Beagle )
seien wir froh das wir hier spekulieren dürfen. Denn mehr als Spekulation ist es zum Glück nicht.
FEK
Sorry, aber ich glaube, es ist mehr als Spekulation.
Die irrsinnigen overkill-Potenziale der beiden Blocksysteme waren leider sehr real. Und jede WINTEX/CIMEX-Übung endete doch mit einem "begrenzten" Nuklearschlag, der die "Roten" oder "Orangenen" zum Aufgeben bewog...
Klar, das waren alles virtuelle Spiele - aber angesichts dessen, was in den Arsenalen vorgehalten wurde, waren es verdammt realitätsnahe Spielchen.
Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben: die Strategen des coldwar waren höchst professionelle Rechner. Da ging es um Chancen und Möglichkeiten, um Lücken im System usw.
Aber gut: es kam anders und das ist das Beste an der Geschichte.
Nur der Overkill war die "Garantie" das das Abschreckungssysteme funktionierte.
Nur so war sicher das keine Seite es schaffen konnte die andere zu überrumplen.
Wäre es weniger gewessen wäre vielleicht doch jemand auf Gedankenspiele ala
- wir killen sie zu 100% und sie können uns "nur" zu ... als können wir "gewinnen" ..
Ist es doch Wahnsinn so hat es Methode.
Es hat zumindest verhindert das eiskalte Rechner auf dumme Gedanken kamen.
Gegen Irre hilft eh nichts.
Moin zusammen,
ich habe noch ein bisschen in der Nacht nach einer Erklärung der Abläufe des nuklearen Erstschlages des Warschauer Paktes gesucht.
Endlich bin ich fündig geworden und diese Datei ist auf PDF-Datei, wie in Wirklichkeit nach originalen Angriffsplänen was bekämpft werden sollte und mit welcher Waffe voran gegangen wäre.
Kurz und gut wird hier das " Szenario " auf 12 Seiten Dokumentarisch vorgestellt.
Leider werden die Seiten von Wadinet neu umgestellt, deswegen die umständliche Verlinkung.
http://Wenig Skrupel im Kremel.Damalsnicht.Und heute?
Gruß
Horner ( Beagle )
Tja, ich glaube aus meiner Sicht zu sagen, Wahnsinn dieses Planspiel der Verwüstung durch nukleare Waffen von Europa, echt shocking, da fehlt mir erstmal der richtige Kommentar.
Was ist eure Meinung ?
Die die damals aktiv waren waren all winzige Zahnräder in dieser Maschinerie
Das ist so eine ambivalente Sache:
auf der einen Seite sind da ja Menschen, die Entscheidungen treffen. Bis zu einem gewissen Grad sind die damaligen Entscheidungen nachvollziehbar.
Aus dem gegenseitigen Misstrauen, das ja schon in Zeiten des WWII entstand, entwickelte sich beiderseits eine Mentalität der Abgrenzung und des Sicherheitsdenkens, verstärkt durch die damals äußerst ideologisch betriebene politische Auseinandersetzung.
Auf der anderen Seite - und jetzt wird es leicht irrational - entwickeln, so glaube ich zumindest, solche Denksysteme eine gewisse Eigendynamik.
Wenn man die Systematik des Denkens in den Kategorien des coldwar aus heutiger Sicht betrachtet, war das irgendwie alles von bestechender Logik und Folgerichtigkeit - solange man "systemkonform" denkt.
Und irgendwie hat ja die Geschichte gezeigt, dass es wohl keinen anderern Weg gegeben hätte... Der große Knall blieb ja Gott sei Dank aus, weil diese overkill-Systematik funktonierte und beide Seiten vom letzten Auslöser fern hielt.
Aber wenn man mal versucht, mit ein wenig Distanz dranzugehen, muss man ja schon sagen, dass es ein jahrzehntelanger Irrsinn war, der da vonstatten ging. Aber niemand konnte da einfach so aussteigen.
Und wenn man jetzt noch bedenkt, wie das alles plötzlich ganz schnell dahinschwand - und alles ohne einen Schuß! -, kann man nur feststellen, dass wir dieses Phänomen noch lange nicht annähernd aufgearbeitet haben...
Der grösste Irrsinnn ist aber rückblickend ..
das kaum das der kalte Krieg vorbei war in überall in Osteuropa die "kleinen" Kriege losgingen.
Slovenien, Kroation, Bosnien, Kaukasus ...
Das hätte auch keiner gedacht das man gleich nach Ende der potentiel vernichtensten Konfrontation aller Zeiten wieder zum "Alltagsgeschäft seit Urzeiten" - "Bring deinen (konvetionel) Nachbarn um" zurückgekehrt wurde.
Auch nuklear ist es wohl kaum besser gewurden.
Nordkorea, Indien und Parkistan spielen nun ganz offizel mit ...
Gerade bei Parkistan bin ich mir nicht sicher ob da wirklich wie im kalten Krieg die eiskalten Rechner am Kopf sitzen.
Die Wahrscheinlichkeit des grossen Knall ist sehr gering gewurden, aber die Chance des "kleinen" Knalls ist bedeutend grösser gewurden.
Guten Abend zusammen,
ja es stimmt, beide Seiten haben das gewisse Feingefühl bzw. nicht über Reaktionell gehandelt, wenn irgend etwas nicht richtig zu zuordnen war.
Der Umgang mit den Kräfteverhältnis kann man vielleicht so Argumentieren wie in der asiatischen Philosophie des Yin und Yang Prinzip, denn keines der beiden Seiten darf dem anderen Überwiegen und somit bleibt die Harmonie weiterhin bestehen.
Wenn man bedenkt das es 25 Vorfälle gegeben hat, die Anlass dazu gegeben hätten, einen nuklearen Angriff zu starten, dann aber wegen des besonnenen Handelns nicht erfolgt sind, können wir uns glücklich schätzen, das diese Menschen am Drücker ihre Nerven am richtigen Ort hatten.
Was ein Problem in der heutigen Zeit bleiben wird, ist das sogenannte Drittländer durch Atomwaffen nach der Macht streben und dies im Auge gehalten werden muss. Denn diese werden wohl nicht so Vorsichtig mit ihren neuen Errungenschaften umgehen, wie die des Cold-War.
Gruß
Horner ( Beagle )
Ich fürchte, da habt ihr leider Recht!
Ein großes Thema der 90er Jahre war ja die Verhinderung der sog. Proliferation, also der Weitergabe von Nukleartechnik usw.
Das ist aber heute schon kein Thema mehr, denn die von euch genannten Staaten haben das know how und die Hardware längst im Arsenal.
Die Idee, eine "atomwaffenfreie" Welt anzustreben (Obama) ist da eigentlich nicht schlecht, nur denke ich, dass das Wissen und das Wollen eben nicht abgeschafft werden können...
Die Idee ist gut aber das Wissen ist da und Fakt ist das nuklear Waffen nun mal die derzeit ultimativen Machtmittel sind. Sowas gibt keiner mehr einfach auf.
Dashalb glaube ich nicht dran das es passieren wird.
Vermutlich wird es noch mehr Klein Atom Mächte geben. Der Trend geht ganz klar in diese Richtung. Zudem sind Nuklearwaffen nun auch eine Technologie die 45 Jahre alt ist. Eine Entwicklung ist nur eine Frage ob man bereit ist die Mittel bereitzustellen. Der Rest ist eien Frage der Zeit.
Guten Abend zusammen,
eines habe ich da noch vergessen anzusprechen, nähmlich wenn ein Embargo gegen ein Land verhängt wird, das heimlich versucht, auf diesen Wege in der Machtstellung zu kommen.
Dieses Embargo aber von fraglichen Firmen unterwandert wird, deren interesse es nur ist, an diesen schmutzigen Geschäft, soviel Profit heraus zuschlagen, wie möglich.
So wird es dann auch weiterhin sein, das diese kleinen Mächte zu dem kommen, wonach sie Waffentechnisch streben.
Gruß
Horner ( Beagle )
Hallo Horner, Rubeck 1, Uraken und Co!
Ich finde alle eure Beiträge sehr gut und auch schlüssig; trotzdem denke ich, daß wir bislang zwei wichtige Punkte hier noch nicht gebührend berücksichtigt haben, nämlich den zum Schluß des Kalten Krieges erdrückend zunehmenden Einfluß der seegestützten (U-Boot) Atomwaffen und der damit einhergehenden, drastischen Reduzierung der damaligen Vorwarnzeiten. Ich denke, daß es ab einem gewissen Zeitpunkt in Sachen immer weiter sich reduzierender Vorwarnzeiten (< 3 Min?) schlicht und greifend zu einem Patt kam, wo man dann auf beiden Seiten sagte, ok jetzt bringt's nichts mehr, jetzt bauen/rüsten wir ab.
Andererseits, und das habe ich hier im Forum schon zwei- oder drei mal vertreten, bin ich der Meinung, daß insbesondere auf der deutschen Seite nur extrem wenige, sprich letztlich wahrscheinlich einzig und alleine F.J. Strauß und später dann H. Schmidt den absoluten Cold War Durchblick hatten. Insbesondere die damaligen BW Militärs, das ist meine feste Überzeugung, und zwar bis hoch in die höchsten Ränge, erhielten m.E. absolut keinen Einblick in die wirklichen Abläufe des Kalten Krieges. Diese meine Meinung stütze ich u.a auch auf den Ablauf der kürzlichen Ereignisse in Kundus. Wenn ich diese, in der Tragweite auch nicht annähernd vergleichbaren Kundus Vorgänge auf die atomaren Prozesse des Kalten Krieges hoch-interpoliere, wird mir deutlich, wie erschreckend gering das Sagen unserer deutschen Top-Militärs, sowohl heute - und wohl erst recht im Kalten Krieg, gewesen sein mag. Eben dieser Zusammenhang wurde in der vergangenen Woche auch in einem Interview mit H. Schmidt das ich zufällig auf BR3 verfolgte, wieder extrem deutlich. Obwohl ihm der BR3- Fuzzy nur dämliche Fragen stellte, waren die Aussagen vom nunmehr 92 Jahre alten (!) H. Schmidt zu Afghanistan und insbesondere zum Kalten Krieg, zur Abrüstung sowie zu den weltweit noch immer vorhanden, zig-tausenden von Kernwaffen, derartig souverän und schlüssig, daß ich mir nur noch dachte, wo um alles in der Welt sind wir mittlerweile gelandet, wenn anscheinend einzig und alleine ein 92 jähriger Uralt-Rentner die Antworten hat !?
Gruß Scaleon
Moin Scaleon und alle anderen Members,
auch mit seinen 92 Jahren kann Ex- Bundeskanzler und Ex- Verteidigungsminister Helmut Schmidt einiges aus seinen Nähkästchen erzählen. Ich habe oft, wenn er im Fernsehen ein Gespräch gab, mich gewundert , mit welcher Ruhe und Logik er es erzählte, wie er oder warum seine Handlungsweise in seiner Zeit so war.
Oder Franz Josef Strauß, der sich bei einen Befehl der Amerikaner zum atomaren Erstschlag, Befehlsverweigerung vollzogen hätte und diese entwaffnen wollte.
Link 1: Veto gegen Atomkrieg
http://Der Spiegel-Veto gegen Atomkrieg
Link 2: Veto-Recht gegen die Amerikaner
DER SPIEGEL*33/1983 - Strauß: Veto-Recht gegen die Amerikaner (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020370.html)
Link 3: Weiterverbreitung von Atomwaffen- Im kalten Krieg war es sicherer
Weiterverbreitung von Atomwaffen - Im Kalten Krieg war es sicherer - Politik - sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/politik/897/484334/text)
Gruß
Horner ( Beagle )
Die beiden haben nur den Nachteil, dass der eine raucht wie ein Schlot und deswegen wahrscheinlich schon seine Gesprächspartner gar nicht mehr erkennen kann und der andere sowas von tot ist... :D :D :D
Nun, ich bin wahrlich kein Anhänger von Helmut S., aber ich habe Respekt vor diesem alten Haudegen, der schon 1977 einen Nachrüstung forderte, dann den Doppelbeschluss 1979 vertrat und sich auch sonst gegen seine Genossen stemmte - was ihn ja letztlich die Macht kostete.
Aber ich denke auch, dass er einer der wenigen Durchblicker war.
Und was FJS angeht: der war doch fast von Anfang an fest in die coldwar-Geschehnisse eingebunden und spann seine Fäden, wo es meist niemand erwartet hätte. Und er war dann auch klug genug (oder schlau), den berühmten Milliardenkredit für die DDR zu vermitteln...
Man unterschätze auch nicht den dicken Helmut aus meiner pfälzischen Heimat. Verbunden mit dem 40. US-Präsidenten Ronald Reagan hat er doch die letzte Phase des coldwar bis zum erfreulichen Ende mitgeprägt (und nicht ausgesessen, wie manche behaupten...).
Aber: all diese Spezialisten waren in der damaligen Zeit gut und passend. Heute ist doch so vieles unklar und undefinierbar, spielt sich so viel verwirrender Mist ab, da braucht es wahrscheinlich ganz andere Politikertypen.
Aber: all diese Spezialisten waren in der damaligen Zeit gut und passend. Heute ist doch so vieles unklar und undefinierbar, spielt sich so viel verwirrender Mist ab, da braucht es wahrscheinlich ganz andere Politikertypen.
Moin Rubeck1 und alle anderen Members,
dieser Meinung bin ich schon lange , das es mal wieder welche im Parlament gibt, die ohne verschnürten Rosenkranz ihre Meinung sagen und die endlich mal wieder etwas vernünftiges auf die Beine stellen, damit dieses Land nicht ganz den Bach herunter geht. Es bedarf ja nicht gleich so einer wie Nikita Chrustschow, der mit seinen Schuh das Podium verprügelte.:rolleyes:
Grüße
Horner ( Beagle )
Hatebreed
10.03.2010, 12:28
Guten Abend zusammen,
eines habe ich da noch vergessen anzusprechen, nähmlich wenn ein Embargo gegen ein Land verhängt wird, das heimlich versucht, auf diesen Wege in der Machtstellung zu kommen.
Dieses Embargo aber von fraglichen Firmen unterwandert wird, deren interesse es nur ist, an diesen schmutzigen Geschäft, soviel Profit heraus zuschlagen, wie möglich.
So wird es dann auch weiterhin sein, das diese kleinen Mächte zu dem kommen, wonach sie Waffentechnisch streben.
Gruß
Horner ( Beagle )
Hi Horner (und alle anderen),
zu diesem Thema noch ein interessantes Buch (erstaunlich, da war "made in Germany" zum Teil auch sehr gefragt...)
"Atomwaffen für Al Quaida" (über den Titel kann man streiten, für Pakistan wär besser...) von Egmont R. Koch ISBN 3-351-02588-2
Gruß Thomas
Danke Hatebreed für den Tipp,
das Buch scheint es ganz gewaltig hinter seinen Seiten zu haben, was ich bis jetzt darüber erfahren habe. Aus einen anderen Bericht ( Süddeutsche Zeitung ) ist zu lesen, das Al Quaida daran forschte, Kernwaffen zu bauen und sie gegen Amerika richten will, dann gute Nacht Johanna.
Wenn man alles gedanklich zusammen bringt, über den geheimnissvollen Dr. " No " der in den Buch ausführlich beschrieben wird und andere Berichte noch mit hinein bringt, ist es eine Sache der Besorgnis.
Für alle anderen, die es interessiert sich einen kleinen Einblick zu verschaffen
über den Inhalt des Buches, ein kleiner Link hierfür:
Egmont R. Koch - Atomwaffen für al Qaida (http://www.perlentaucher.de/buch/21276.html)
Außerdem gibt es noch andere I-Net Seiten, aus denen noch andere Berichte und Meinungen aus Zeitungen usw. zu lesen sind.
Horner ( Beagle )
Moin Rubeck1 und alle anderen Members,
dieser Meinung bin ich schon lange , das es mal wieder welche im Parlament gibt, die ohne verschnürten Rosenkranz ihre Meinung sagen und die endlich mal wieder etwas vernünftiges auf die Beine stellen, damit dieses Land nicht ganz den Bach herunter geht. Es bedarf ja nicht gleich so einer wie Nikita Chrustschow, der mit seinen Schuh das Podium verprügelte.:rolleyes:
Grüße
Horner ( Beagle )
Aber dazu bräuchten sie erstmal ein vernünftiges Konzept! Eines, an dem man sie von den anderen unterscheiden kann und nicht so eine Einheitsmeinung, die Politik mittlerweile als Verlängerung der Wirtschaft erscheinen lässt.
Übrigens: das mit dem "verschnürten Rosenkranz" habe ich noch nicht gekannt (obwohl ich katholisch bin :D)...
Übrigens: das mit dem "verschnürten Rosenkranz" habe ich noch nicht gekannt (obwohl ich katholisch bin :D)...
Hallo Rubeck,
damit sind die gemeint, die etwas heraus bringen, es nicht halten und hinter ihren Rücken die Finger gekreutzt haben ( zum Vergleich ) ;)
Aber jetzt noch mal eine Ausführliche zusammen Fassung des eigentlichen Themas, von den ABC-Waffen-Informationszentrum München, wie die ganze Historie ablief und was in der BRD geplant und praktiziert wurde.
Inhalte:
1. Geschichte und Bedeutung der Kernwaffen
2. Hiroshima und Nagasaki
3. Das Bikini- Atoll
4. Abschreckung und Atomfrieden
5. 7 Tage bis zu Rhein
6. Kubakrise
7. Trettners Kernwaffengürtel ( hier wird der Einsatz von ADM beschrieben )
8. Der Nato- Doppelbeschluss von 1979
Und nun der passende Link:
Der Einschlag (http://www.abc-waffen.de/Atom/jap.html)
Sehr aufschlussreich, der Link!
Die beiden haben nur den Nachteil, dass der eine raucht wie ein Schlot und deswegen wahrscheinlich schon sein .Gesprächspartner gar nicht mehr erkennen kann und der andere sowas von tot ist......
Stimmt genau!!! Der Schmidt hat in dem TV-Interview wieder bestimmt so um die vier oder fünf seiner heißgeliebten Menthol- Kippen geraucht! Der BR3- Fuzzy saß ihm hierbei direkt gegenüber und hat meist versucht, ihm dämliche Fragen zur Berliner, bzw Europäischen Tagespolitik zu stellen, anstatt auf die wichtigsten Punkte der F.J.S - und eben H. Schmidt- Ära einzugehen. Andererseits, wer weiß schon wer sich von den jüngeren Leuten, bzw TV- Zuschauern heute überhaupt noch für die Cold War Periode interessiert, bzw auch nur in etwa weiß, was damals so abging !?
Ich denke mal, daß in 20 oder 25 Jahren, ausser hier im Forum, der Kalte Krieg so gut wie keine Rolle mehr in der öffentlichen Meinung spielen wird !?
Gruß Scaleon
Hatebreed
12.03.2010, 22:11
Ich denke mal, daß in 20 oder 25 Jahren, ausser hier im Forum, der Kalte Krieg so gut wie keine Rolle mehr in der öffentlichen Meinung spielen wird !?
Gruß Scaleon
Oha, Scaleon, du bist aber zur Zeit sehr schwarzmalerisch (Exfrau, Niedergang des Interesses für den kalten Krieg...kleiner Scherz, ist nicht böse gemeint:D). Ich hoffe, dass es nicht soweit kommt. Man muss die Vergangenheit kennen, um die Zukunft zu verstehen heisst es irgendwo (War es bei Command&Conquer:confused:). Und diese Meinung kann ich nur voll unterstützen. Wenn man sich heute TEILWEISE Meinungen zur aktuellen (Außen-)Politik von jüngeren Menschen anhört, merkt man schnell, dass die z.B. von der geschichtlichen Entwicklung Afghanistans oder gar der DDR/BRD GARNICHTS WISSEN und so auch nur ihre recht begrenzte Meinung haben KÖNNEN... Ich will das Desinteresse nicht verurteilen, andere Leute gärtnern gerne und können es nicht verstehen, dass ich da keinen Spaß dran habe:eek:, man hat heute halt andere Bereiche, die scheinbar interessanter sind. Aber mich hat gerade die politisch/historische Dimension schon immer interessiert und es hat mir noch nie zum Nachteil gereicht und wenn in 20 Jahren keiner mehr vom kalten Krieg redet: Zum Glück gibts dann Cold-War.de noch...Zwar etwas OFF TOPIC (@Admin: Verschiebs bei Mißgefallen!)
Trotzdem noch nen schönen Abend
Gruß Thomas
[QUOTE=Hatebreed;16292] Man muss die Vergangenheit kennen, um die Zukunft zu verstehen heisst es irgendwo (War es bei Command&Conquer:confused:). Und diese Meinung kann ich nur voll unterstützen.
Moin Hatebreed und alle anderen Members,
genau das ist es was in der heutigen Zeit, von der jüngeren Generation, nicht so beachtet wird. Manche sind der Meinung, wir leben jetzt, wollen unseren Spass haben und wollen nicht die Zeit mit der Vergangenheit vertrödeln. Andere dagegen, können gar nicht genug input bekommen, finden dies alles interessant und geben gerne ihre Gedanken ab, bzw. diskutieren ernsthaft darüber ob es nicht friedlicher ( ein anderer Weg ) gegangen wäre.
Es kommt aber darauf auch an, wie man an solchen geschichtsträchtigen Ereignissen schon in seiner Kindheit heran geführt wird.
Meine Oma ist im Jahre 1900 geboren, hat das Kaiserreich erlebt, den 1.WK und den 2.WK erfahren, sowie hierdurch ihre Heimat Böhmen ( Sudetenland ) verloren.
Durch ihre Erzählungen der Geschichte und den politischen Ereignissen aus ihrer erlebten Zeit, ist mein Interesse, an allen, was mal geschehen ist, geweckt worden. So gebe ich heute, alles was ich weis und erlebt habe aus der Gechichte dieses Landes, an meinen beiden Zöglingen weiter.
So bin ich der Meinung, das es auch in 20-25 Jahren Menschen gibt, die sich ihren Interesse des Colo- War widmen werden werden.
Dieses sollte auch besonders in den Schulen vermittelt werden, aber für das Thema scheint in den Lehrplänen nicht, oder kaum ein Platz gewidmet sein.
Naja, soviel darüber wie ich über das Thema " Geschichte " denke, heran kam und es bis zum heutigen Tage beigeblieben ist.
Gruß
Horner ( Beagle )
Nein, es war nicht bei Command & Conquer. :D
Es war Wilhelm von Humboldt, der gesagt hat: "Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft".
Ist übrigens eines meiner Lieblingszitate, weil es die Grundlage für die Beschäftigung mit der Geschichte zusammenfasst. Und ich denke, auch in 25 Jahren wird es noch Menschen geben, die sich mit der Geschichte befassen. Eine Epoche wie der coldwar, der über vier Jahrzehnte oder anders gesehen das halbe zwanzigste Jahrhundert umfasste, wird noch genauer erforscht werden und dann vielleicht auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglicher.
Da bin ich ganz optimistisch.
Das hoffe ich ja auch, das es so weiter bleibt, wenn wir mit Zigarre mit unseren Enklen noch zusammen sitzen sollten.
Aber wenn ich mir die blöden Sprüche anhören muss, du war`st ja nur bei der BW bekomme ich nur das Grauen.
Ich bin der Meinung, das jeder seiner Waffengattung, seinen Beitrag zur Sicherung des Landes beigetragen hat.
Ob Sonderwaffenlager oder Sanitäter, jeder war ein kleines Rädchen in diesen Teil des ` Cold-War` eingefasst. Deswegen meine ich auch, das wir in einen V-Fall alle an einen Strang gezogen hätten.
Oder noch eine ganz andere Frage:
Was wäre wenn, dieser Fall mal eintreten würde, würden die " Alten wieder reaktiviert werden" mal dumme Frage?
milcourier
14.03.2010, 01:13
also nach einigen Jahren im Dienste von "Onkel Sam" (78-94), zu einem großen Teil im unmittelbaren Bereich der "Nukes" und dem "Drum Herum" (MI) bin ich froh, daß die Sache im Kern vorbei ist und wenn unsere nachfolgenden "Generationen" daran kein Interesse haben stört mich das überhaupt nicht, bin in gewisser Weise sogar froh darüber. War zwar eine besondere Zeit, aber das kann nicht unbedingt jeder nachvollziehen, auf jeden Fall trauer ich dieser Zeit nicht hinterher.
reg. milcourier
Betonkopf
14.03.2010, 18:54
Genau das, wass milcourier aussagt ist der Grund, warum es nicht vergessen werden sollte.
Wenn ich mich da rein und raus denke, was um den WW2 und die KZ`s für ein imenser Aufwand getrieben wird, dann ist es beschämend und traurig zu sehen, wie der Kalte Krieg auf Eis gelegt wird. Kein Denkmalschützer hat sich mal mit der Unterschutzstellung alter Mun-Depots o.ä. freiwillig beschäftigt. Ich höre jetzt auf, sonst kocht mir die Galle über...
..... Wenn ich mich da rein und raus denke, was um den WW2 und die KZ`s für ein imenser Aufwand getrieben wird, dann ist es beschämend und traurig zu sehen, wie der Kalte Krieg auf Eis gelegt wird......
Hallo Betonkopf!
Das mit dem "Kalten Krieg auf Eis gelegt ..." sehe ich ähnlich; denke aber nicht, daß dies bewußt geschieht. Mit ein Grund für die mangelhafte / ungenaue Aufarbeitung des Kalten Krieges dürfte auch in der damaligen (und noch immer vorherrschenden) extremen Geheimhaltung, insbesondere die Nuklearen Anteile betreffend, liegen. Weder aus den russischen- und auch nicht aus den amerikanischen Archiven werden noch bis auf X-Jahre hinaus wohl jemals Nukleare Details veröffentlicht werden. So hatte zB jedes F-104G Jabo Geschwader eine exacte Anzahl von X, sog "Automatische Ziele" zugeordnet. Nicht ein Einziges dieser damaligen Automatischen Ziele wirst du aber jemals benannt/veröffentlicht sehen; nicht heute, nicht morgen, nicht in 20 Jahren.
Oder nimm die Anzahl der damals 24/7 auf QRA stehenden F-104G Bomber mit der A-Waffe unterm Rumpf. Frage: Wieviele der sog QRA F-104G's hatten denn nun wirklich eine scharfe B-28 (Mk-28) am "Speziallastträger, incl Sicherheitsstifte L+K" (so wurde das Nuke-Center-Rack damals tatsächlich bezeichnet...!), hängen?
Oder: Wieviele/welche der QRA F-104G waren/war denn Reserve? Oder: Welche F-104G Kennzeichen wurden eigentlich weshalb favourisiert, sprich primär auf QRA eingesetzt? Nur um einige wenige, unverfängliche Punkte hier zu nennen; die alle damals auf QRA selbstverständich bekannt waren, die aber trotzdem wohl niemals öffentlich kommuniziert werden.
Wie also soll der Kalte Krieg jemals detailliert aufgearbeitet werden, ohne die noch auf viele Jahre hinaus in Archiven schlummernden, Nuklearen Details überhaupt ansprechen nd benennen zu können? Vielleicht irgendeinmal, sprich am St Nimmerleins Tag!? Ob's dann noch jemanden interessiert?
Gruß Scaleon
Betonkopf
14.03.2010, 21:48
Da ist von Scaleon unbewußt oder bewußt die Aussage bestätigt worden, die ich hier schon beim SAS Meyn gepostet habe: Nicht jede A-Waffe war scharf oder hatte auch nur einen nuklearen Sprengsatz. Tarnen und täuschen auch hier, möglichst wenige sollte wissen, was sie
handhabten. Wie ist das eigentlich mit der Geheimhaltung? In Deutschland läuft das nach 30 Jahren ab. Die USA haben da wahrscheinlich andere Laufzeiten?
Das hoffe ich ja auch, das es so weiter bleibt, wenn wir mit Zigarre mit unseren Enklen noch zusammen sitzen sollten.
Aber wenn ich mir die blöden Sprüche anhören muss, du war`st ja nur bei der BW bekomme ich nur das Grauen.
Ich bin der Meinung, das jeder seiner Waffengattung, seinen Beitrag zur Sicherung des Landes beigetragen hat.
Ob Sonderwaffenlager oder Sanitäter, jeder war ein kleines Rädchen in diesen Teil des ` Cold-War` eingefasst. Deswegen meine ich auch, das wir in einen V-Fall alle an einen Strang gezogen hätten.
Oder noch eine ganz andere Frage:
Was wäre wenn, dieser Fall mal eintreten würde, würden die " Alten wieder reaktiviert werden" mal dumme Frage?
Also ich hoffe, dass keiner auf die Idee kommt, uns "Alte" (naja, ich bin Baujahr 1962) zu reaktivieren! :p
Da rauche ich auch lieber meine Zigarre mit den Enkeln...
Im Übrigen gebe ich Dir vollkommen Recht: jeder von uns hat an seinem Platz das Nötige getan. Die einen eher widerwillig, die anderen weil sie davon überzeugt waren, dass es so sein musste.
Ich hatte gestern ein langes Gespräch mit einem Mann, der in der Zeit, als ich zu den "kalten Kriegern" gehörte, aktiv bei der Friedensbewegung war und z.B. bei Sitzblockaden etc. mitgemacht hat.
Es ist schon etwas Besonderes, dass wir uns heute völlig entspannt über die verschiedenen Sichtweisen austauschen können und sogar feststellen mussten, dass jeder von uns bessere Einsichten gewonnen hat....
Und noch was zur Aufarbeitung des coldwar:
ich habe mir abgewöhnt, diese Epoche nur auf das rein Militärische zu beschränken. Es war doch ein bisschen mehr: das war vor allem eine politische, ideologische Sache, aber auch in allen gesellschaftlichen Bereichen prägend.
Deswegen glaube ich auch, dass die historische Betrachtung nicht an ein paar kleinlichen Geheimhaltungsvorschriften scheitern wird.
Klar, es wurde verdammt viel verschleiert und in Geheimniskrämerei gemacht, oft auch völlig unangebracht, wie ich finde; das hatte manchmal schon etwas von grotesken Pfadfinderspielen...
Aber wie gesagt: dieses halbe Jahrhundert dürfen wir nicht einfach so zu den Akten legen, nur weil ein paar ewiggestrige Geheimniskrämer noch immer nicht verraten wollen, wo z.B. in Marienthal die Klo´s "wirklich" waren ... :cool:
Genau das, wass milcourier aussagt ist der Grund, warum es nicht vergessen werden sollte.
Wenn ich mich da rein und raus denke, was um den WW2 und die KZ`s für ein imenser Aufwand getrieben wird, dann ist es beschämend und traurig zu sehen, wie der Kalte Krieg auf Eis gelegt wird. Kein Denkmalschützer hat sich mal mit der Unterschutzstellung alter Mun-Depots o.ä. freiwillig beschäftigt. Ich höre jetzt auf, sonst kocht mir die Galle über...
Ich verstehe genau, was Du meinst und mich ärgert diese Nachlässigkeit auch; manchmal hat man den Eindruck, das sollen Spuren verwischt werden...
Aber mal ehrlich: ein altes MunDepot kann man mit einem KZ nun wirklich nicht vergleichen - oder irre ich mich da?
Aber mal ehrlich: ein altes MunDepot kann man mit einem KZ nun wirklich nicht vergleichen - oder irre ich mich da?
Nein du irrst dich ganz sicher nicht.
Die Geschichte der Menschheit beinhaltet so viele Katastrophen das die Beinahe- oder vermiedenen Katastrophen schnell vergessen werden.
Oder nimm die Anzahl der damals 24/7 auf QRA stehenden F-104G Bomber mit der A-Waffe unterm Rumpf. Frage: Wieviele der sog QRA F-104G's hatten denn nun wirklich eine scharfe B-28 (Mk-28) am "Speziallastträger, incl Sicherheitsstifte L+K" (so wurde das Nuke-Center-Rack damals tatsächlich bezeichnet...!), hängen?
Oder: Wieviele/welche der QRA F-104G waren/war denn Reserve? Oder: Welche F-104G Kennzeichen wurden eigentlich weshalb favourisiert, sprich primär auf QRA eingesetzt?
Was bedeutet eigentlich 24/7?
Man erklärte mir das jene Maschinen die technisch den besten Zustand hatten für das QRA benutzt wurden. Was das Kennzeichen für eine Rolle spielte weiß ich nicht.
Ah, verstehe.
Und das mit den Kennzeichen?
Wenn ich mich da rein und raus denke, was um den WW2 und die KZ`s für ein imenser Aufwand getrieben wird
Und welcher Aufwand wurde dort im Zeitraum 1945 bis 1965 getrieben? Richtig - abreißen, dem Boden gleich machen, oder sogar neu nutzen. Es gibt kein KZ, das damals im Originalzustand erhalten wurde. Es gibt so gut wie keine baulichen Zeugnisse der Zwangsarbeiterlager. Stichwort "Schlußstrich" in den 50ern, vor allem auch auf US-Seite auch in Richtung "finale Beseitigung des Faschismus".
Die Umsetzung von Gedenkstätten erfolgte weitgehend erst Ende der 70er bis Anfang 80er, also 35 Jahre nach der Befreiung der Lager - alles davor (in Westdeutschland) waren Einzelfälle, die schon teilweise extrem gegen politische Widrigkeiten zu kämpfen hatten, die Gedenkstätte Dachau zum Beispiel.
Betonkopf
29.06.2010, 18:52
Die Anzahl, Art und Wiederherstellung (Erhaltung) nimmt aber inzwischen groteske Formen an.
In Ladelund hat man eine Gedenkstätte eingerichtet mit Dokumentationshaus und festangestellten Mitarbeitern, auf Krampf alles wiederhergestellt (weil eben auch dem Erdboden gleichgemacht) für ein Arbeitslager, das nur eine ganz kurze Zeit existiert hat. Und jetzt kommen die auf die Idee, einen Panzergraben (steht unter Denkmalschutz!) zum Teil wiederherzustellen, um plastisch erlebbar zu machen, wofür das Lager bestand. Das ganze mit Steuergeldern und vor der Tatsache, daß der Kulturhaushalt um 10% bei allen anderen gekürzt wird und einem total überschuldeten Haushalt. Und das SAS Meyn wird verkloppt und zur Biogasanlage umgewandelt... Diese extremen Unterschiede ärgern mich: Einen verfüllten Panzergraben stellt man unter Denkmalschutz und den kaltern Krieg ignoriert man.
Rex Danny
29.06.2010, 19:13
Kato hat es doch schön formuliert. Es hat ca. 35 Jahre gedauert, bis die Gedenkstätten etc. errichtet wurden.
Da wir jetzt 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges erreicht haben, brauchen wir doch bloß noch weitere 15 Jahre warten. Vielleicht werden dann ja Bauten wie das SAS Meyn oder schöne, aber leider abgerissene Kasernen wieder aufgebaut. Natürlich auch mit Steuergeldern.
Ok, träumen darf man doch noch, oder ?
Grüße
Rex Danny
Kann mir das mal jemand mit den Kennzeichen von QRA-Flugzeugen erklären?
Da wir jetzt 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges erreicht haben, brauchen wir doch bloß noch weitere 15 Jahre warten.
Man kanns sogar (von der Zeitschiene her) erstaunlich gut vergleichen - 5 Jahre danach "Bestand", dann 10 Jahre "Abwicklung", dazu einzelne, kleine Initiativen zur Erhaltung. Der Vergleich ist aber vielleicht etwas makaber.
Vielleicht werden dann ja Bauten wie das SAS Meyn oder schöne, aber leider abgerissene Kasernen wieder aufgebaut.
Gedenktafel im Wald mit Karte: "An dieser Stelle stand von 1963 bis 1994 das Wachgebäude des Munitionsdepots xyz, Zeugnis des Kalten Krieges". Mit Wanderweg entlang der abgerissenen Munbunker.
Könnt ich mir ehrlich gesagt sogar vorstellen. Allerdings außer vielleicht in Einzelfällen auch nicht mehr als obiges.
Kann mir das mal jemand mit den Kennzeichen von QRA-Flugzeugen erklären?
Spezielle QRA-N Flugzeugkennzeichen, also Starfighter F-104G die ausschließlich auf QRA-N (Nuclear), in einer möglichen Nuclear Strike Role zum Einsatz kamen gab es, zumindest während meiner Zeit, nicht. Die sog „sonderwaffenfähigen", bzw "ständig-nuklearfähigen“ Maschinen kamen vielmehr meist aus der …...ten Staffel und konnten u.a. über die jeweilige Serial- Nummer (S/N) eindeutig auch als solche zugeordnet werden. So verfügten meines Erachtens lediglich die F-104Gs mit der S/N 2XXX bis S/N 2XXX über die komplette, nukleare Verkabelung ab dem Sonderwaffenbedienpanel (Cockpit, rechte Konsole) bis zum Relais … weiter über die Sonderwaffen- / Bomb Arming Relais …, sowie natürlich dem nach wie vor streng geheimen MC-XX Switch. Desweiteren verfügten die sonderwaffenfähigen F-104G über leicht modifizierte Kühlluftducts im Bereich des Avionic- Compartments ( Elektronikraum/Sektion XXX, resp zur LN-3 Plattform ), plus weitere, nuklear-spezifische Installationen.
Die Flugzeugkennzeichen der zu 100% scharf verkabelten / ausgerüsteten Nuclear Strike Role F-104G waren meines Erachtens nur wenigen Menschen im Geschwader bekannt; sprich der Hand voll Piloten und 1.Flugzeugwarte auf QRA-N und wohl auch einigen der dem Geschwader angehörenden Stabs Offiziere / Kranzträger? Darüberhinaus wurden die QRA-N Maschinen über die routinemässig durchgeführten, streng-geheimen N-Deploy Übungen in Deci auf Sardinien rotiert, plus kamen diese Maschinen ab und zu auch im täglichen (Routine-) Geschwaderablauf zum Einsatz. Mehr gibt es in einem öffentlichen Forum zum Thema Kennzeichen von QRA-N Flugzeugen, bzw generell zu diesem nach wie vor extrem heissen Nuclear Thema noch immer nicht zu sagen.
Gruß Scaleon
Spezielle QRA-N Flugzeugkennzeichen, also Starfighter F-104G die ausschließlich auf QRA-N (Nuclear), in einer möglichen Nuclear Strike Role zum Einsatz kamen gab es, zumindest während meiner Zeit, nicht. Die sog „sonderwaffenfähigen", bzw "ständig-nuklearfähigen“ Maschinen kamen vielmehr meist aus der …...ten Staffel und konnten u.a. über die jeweilige Serial- Nummer (S/N) eindeutig auch als solche zugeordnet werden. So verfügten meines Erachtens lediglich die F-104Gs mit der S/N 2XXX bis S/N 2XXX über die komplette, nukleare Verkabelung ab dem Sonderwaffenbedienpanel (Cockpit, rechte Konsole) bis zum Relais … weiter über die Sonderwaffen- / Bomb Arming Relais …, sowie natürlich dem nach wie vor streng geheimen MC-XX Switch. Desweiteren verfügten die sonderwaffenfähigen F-104G über leicht modifizierte Kühlluftducts im Bereich des Avionic- Compartments ( Elektronikraum/Sektion XXX, resp zur LN-3 Plattform ), plus weitere, nuklear-spezifische Installationen.
Die Flugzeugkennzeichen der zu 100% scharf verkabelten / ausgerüsteten Nuclear Strike Role F-104G waren meines Erachtens nur wenigen Menschen im Geschwader bekannt; sprich der Hand voll Piloten und 1.Flugzeugwarte auf QRA-N und wohl auch einigen der dem Geschwader angehörenden Stabs Offiziere / Kranzträger? Darüberhinaus wurden die QRA-N Maschinen über die routinemässig durchgeführten, streng-geheimen N-Deploy Übungen in Deci auf Sardinien rotiert, plus kamen diese Maschinen ab und zu auch im täglichen (Routine-) Geschwaderablauf zum Einsatz. Mehr gibt es in einem öffentlichen Forum zum Thema Kennzeichen von QRA-N Flugzeugen, bzw generell zu diesem nach wie vor extrem heissen Nuclear Thema noch immer nicht zu sagen.
Gruß Scaleon
Jetzt habe ich das viel besser verstanden. Danke!
Was ist denn ein N-Deploy?
Ich meine das Kennzeichen den Werknummern, also Identitäten fest zugeordnet sind.
Powered by vBulletin® Version 4.1.12 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.