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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FStS 25 (»Gerhardshofen«)



Nostalit
30.12.2008, 16:38
Hallo Zusammen,
Hoffentlich bin ich in diesem Forum nicht falsch!
Ich selber betreibe eine Firma auf dem ehemaligen Nato Depot SFTS 25 Markt Taschendorf (Forward Storage Site 25).
Dieses ehemalige Nato Depot liegt zwischen Nürnberg und Würzburg mitten im Steigerwald bei dem kleinen Ort Markt Taschendorf.
Ich habe im Net mehr über diese SFTS – Depots gesucht, aber nur die kleinere Anlage bei Rothensand (FSTS 8), bei Bamberg, gefunden.
Nach dem die Anlagen nummeriert sind (SFTS 25 und SFTS 8) gehe ich davon aus, dass es noch mehr solcher Anlagen gibt bzw. gab.
Weiß jemand mehr über diese Anlagen, wie viele es davon gibt oder gab und vor allem was in den Bunkern gelagert war?
Hier gibt es bezüglich der Lagerung die verschiedensten Gerüchte.

Daten die ich über das Nato Depot SFTS 25 weiß:
Tarnname: Gerhardshofen
Gebaut von 1983 bis 1984 mit 20 Bunkern (17 große Bunker ca. 200m2 Nutzfläche, 3 kleiner Bunker)
Inbetriebnahme 1984 von der US - Army
Erweitert von 1984 bis 1985 mit einer Tankanlage mit 2 Mio. Kraftstoffvolumen, die noch voll funktionsfähig und versiegelt ist.
Gesamtfläche der ganzen Anlage 12 ha.
Betrieben wurde die Anlage bis 1994, dann an eine Firmengruppe verkauft.
Die Anlage selber wurde nicht zurückgebaut wie z.B. die Anlage in Rothensand (SFTS8) oder die Anlagen bei Erlangen / Nürnberg
(Erlangen Basic Load Storgae Area (BLSA)) oder Feucht (POL Storage Area - Feucht Ammu Storage Area (FASA)).
In Rothensand z.B. wurden alle Aggregate der Tankanlage ausgebaut, die Tanks selber mit Sand verfüllt und alle Türen verschweisst,
die Fahrzeughallen abgerissen etc..

Wenn jemand weitere Hintergründe zu diesen Anlagen weiß, würde ich mich sehr freuen.

Grüße Robert

Geograph
30.12.2008, 17:25
Hoffentlich bin ich in diesem Forum nicht falsch!

Nein, sondern herzlich willkommen im »Cold-War-Forum«!…:)




Ich selber betreibe eine Firma auf dem ehemaligen Nato Depot SFTS 25 Markt Taschendorf (Forward Storage Site 25).
Dieses ehemalige Nato Depot liegt zwischen Nürnberg und Würzburg mitten im Steigerwald bei dem kleinen Ort Markt Taschendorf.
Ich habe im Net mehr über diese SFTS – Depots gesucht, aber nur die kleinere Anlage bei Rothensand (FSTS 8), bei Bamberg, gefunden.
Nach dem die Anlagen nummeriert sind (SFTS 25 und SFTS 8) gehe ich davon aus, dass es noch mehr solcher Anlagen gibt bzw. gab.
Weiß jemand mehr über diese Anlagen, wie viele es davon gibt oder gab und vor allem was in den Bunkern gelagert war?
Hier gibt es bezüglich der Lagerung die verschiedensten Gerüchte.

Daten die ich über das Nato Depot SFTS 25 weiß:
Tarnname: Gerhardshofen
Gebaut von 1983 bis 1984 mit 20 Bunkern (17 große Bunker ca. 200m2 Nutzfläche, 3 kleiner Bunker)
Inbetriebnahme 1984 von der US - Army
Erweitert von 1984 bis 1985 mit einer Tankanlage mit 2 Mio. Kraftstoffvolumen, die noch voll funktionsfähig und versiegelt ist.
Gesamtfläche der ganzen Anlage 12 ha.
Betrieben wurde die Anlage bis 1994, dann an eine Firmengruppe verkauft.
Die Anlage selber wurde nicht zurückgebaut wie z.B. die Anlage in Rothensand (SFTS8) oder die Anlagen bei Erlangen / Nürnberg
(Erlangen Basic Load Storgae Area (BLSA)) oder Feucht (POL Storage Area - Feucht Ammu Storage Area (FASA)).
In Rothensand z.B. wurden alle Aggregate der Tankanlage ausgebaut, die Tanks selber mit Sand verfüllt und alle Türen verschweisst,
die Fahrzeughallen abgerissen etc..

Wenn jemand weitere Hintergründe zu diesen Anlagen weiß, würde ich mich sehr freuen.


In Hessen gab es drei ähnlich aufgebaute NATO-Lager (»FStS«), die auch schon im »Cold-War-Forum« angesprochen wurden; vielleicht ist ja hier das ein oder andere dabei:…:)


http://www.cold-war.de/showthread.php?t=520


http://www.cold-war.de/showthread.php?t=596



Weitere Bilder findet man auch hier:…:)


http://www.fulda-gap.de/Depots/alsberg.htm


http://www.fulda-gap.de/Depots/flensungen.htm


http://www.fulda-gap.de/Depots/grebenhain.htm


.

Nostalit
30.12.2008, 18:17
Hallo Geograph,

besten Dank für die schnelle Antwort und die Links. Die in den Links gezeigten Anlagen sehen so aus wie diese hier in Bayern. Anscheinend wurden alle diese Anlagen nach dem gleichen Baumuster erstellt bzw. gebaut. Wenn Interesse besteht, werde ich bei Gelegenheit Fotos der Anlage einstellen.
Ich kann mich gut erinnern, wie zum ersten Gofkrieg unsere Anlage von der US - Army abgeriegelt wurde, nicht ein mal die Waldbesitzer durften in die umliegenden Wälder - zu dieser Zeit kreisten ständig Apache Hubschrauber über den ganzen Bereich. Nach dem Golf Krieg wurde die Anlage unter einem sehr hohem Sicherheitsaufwand (Kampfhubschrauber, GI´s etc.) geräumt, das Kraftstofflager abgepumpt. Unsere Anlage ist absolut autark. Im Bereich des Kraftsoffdepots befindet sich ein Generator, der das ganze Gelände bei Stromausfall versorgt, er funktioniert immer noch. Auch hat diese Anlage eine eigen Wasserversorgung.

Wippgogo
30.12.2008, 19:12
Bilder wären natürlich toll. Du sitzt ja an der Quelle;).
Bilder sind das Salz in der Forumsuppe.

Dragoner
30.12.2008, 20:55
Nur ein ganz allgemeiner Hinweis: Die FStS hatten mit der NATO-Strategie der Vorne-Verteidigung zu tun. Deshalb wurden Versorgungsbasen möglichst in den vorderen Einsatzräumen aufgebaut. Dementsprechend wurden in den 80iger Jahren die deutschen Korpsdepots bzw. deren Entsprechung bei den Alliierten (im NATO-Jargon eben FStS genannt) umgegliedert bzw. neu errichtet. Die Gefahr, dass solche gelegentlich exponiert gelagerten Depotbestände dem Feind in die Hände fielen, war gering: bei 48 Stunden Vorwarnzeit wären sie aller Voraussicht nach noch vor Beginn von Kampfhandlungen - oder kurz danach - leer gewesen. Bei günstiger Entwicklung der Dinge wären die Depots natürlich nachbefüllt worden.

Geograph
30.12.2008, 22:11
Dementsprechend wurden in den 80iger Jahren die deutschen Korpsdepots bzw. deren Entsprechung bei den Alliierten (im NATO-Jargon eben FStS genannt) umgegliedert bzw. neu errichtet.


@Dragoner:

Die Thematik »Korpsdepots« scheint Dich ja richtig zu verfolgen … (Frei nach einem OOB-Geschädigten: "Du Dep..., du Dep..., du Dep..., du deppert's Depot du...")…:eek:…:rolleyes:…:D…:p

.

Bunkerratte
30.12.2008, 23:11
Schaut mal auf der Internetseite www.Relikte.com nach. Da gibt es auch Infos über solche Depots, die jedoch nicht von den Amerikanern erbaut wurden.

Dragoner
30.12.2008, 23:12
@Geograph:

Ausnahmsweise mal zu dem Thema eine ernste Antwort: Krieg ist in mancher Hinsicht vor allem eine logistische Angelegenheit. Im Englischen gibt es den Spruch: amateurs talk tactics, professionals talk logistics. Hat was für sich.

Endgültig aufgehört, auch in ganz anderer Hinsicht die Logistik zu unterschätzen, habe ich nach Lektüre tausender Seiten aus den Protokollen des Tribunals in Den Haag. Einem beträchtlichen Teil der Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien ist man auf die Spur gekommen, weil die logistischen Wege nachvollzogen werden konnten. Die Verantwortlichen für das Massaker von Srebrenica zum Beispiel konnten überführt werden, weil es in einer Region, in der Treibstoff absolute Mangelware war und nur über höchste Stellen in der Befehlskette ausgeben wurde, entsprechende logistische Aufzeichnungen gab. Den serbischen Generälen wurde eine simple Anordnung an ein Treibstofflager zum Verhängnis, ausgerechnet eine mit Baggern ausgerüstete Pioniereinheit zu beliefern, während ihre Panzer nahezu "trocken" festsaßen. Die Bagger hatten absolute Priorität. Denn sie hatten Massengräber auszuheben und nach den Exekutionen zu planieren.

Um den tödlichen Ernst wieder abzustreifen: wenn ich endlich auch noch die Nummer des Korpsdepots Kröning rauskriege, mache ich auf ewig meinen Frieden mit den Dingern :rolleyes:

Nostalit
01.01.2009, 15:01
Hallo zusammen,
ich hoffe jeder von Euch ist gut ins neue Jahr gekommen!

Wie versprochen einige Bilder vom Nato - Depot FStS 25
Die ersten Bilder sind vom Wachgebäude wie ich es 2006 übernommen habe,
zwischenzeitlich wurde es gestrichen und sieht etwas besser aus:)

Nostalit
01.01.2009, 15:11
Bilder der Tankanlage wie sie aktuell noch vorhanden ist.
von links nach rechts:
Abfüllanlage mit Schiebedeckel
geöffneter Schiebedeckel mit den verschiedenen Leitungen
Warnschild
Armaturen an der Abfüllanlage
Abfüllanlage

Nostalit
01.01.2009, 15:22
Von links nach rechts:
Blick auf zwei Hauptanks mit den Pumpenhäusern (je 75.000 Liter)
Tanklager Hauptgebäude
weiterer Tank
kleinere Nebentanks (von 5.000 Liter bis 10.000 Liter)
Tanklager Hauptgebäude

Nostalit
01.01.2009, 15:27
von links nach rechts:
Hauptpumpenanlage im Tanklager Hauptgebäude
Blick in den Hauptschaltraum im Tanklager Hauptgebäude
verschiedenste Schaltanlagen

Nostalit
01.01.2009, 15:32
von links nach rechts
Schaltanlage
Generatorraum mit Generator
Schaltanlage Generator
einer der Haupttanks
altes Wachhaus am Übergang von dem Tankanlagenbereich zur Bunkeranlage

Bei Gelegenheit werde ich noch weitere Bilder hochladen.
Robert

Wippgogo
01.01.2009, 15:37
Schöne Bilder hast du gemacht. Dankeschön

Nostalit
01.01.2009, 15:40
Google Earth ansicht der Anlage
Koordinaten:
49°42´47.60"N 10°34´05.40"O

Nostalit
01.01.2009, 15:42
Schöne Bilder hast du gemacht. Dankeschön

Immer wieder gerne;)

roadrunner
01.01.2009, 19:25
Hallo Nostalit,

ich bin begeister, mal eine Anlage zu sehen, die nicht aussieht wie wenn die Bomben eingeschlagen haben.
Mal ne frage, wie wird die eigentliche Tank Anlage den genutzt?
Danke für die Fotos.
Grüße Roadrunner

StoMunNdlg 241/3
01.01.2009, 19:31
^ da geb ich meinem vorredner recht....wirklich schön so etwas zu sehen !!! Danke dafür !
Hast Du vor die Anlage weiterhin so im "Orginal" zu belassen ?

Nostalit
02.01.2009, 09:46
Mal ne frage, wie wird die eigentliche Tank Anlage den genutzt?

Guten Morgen,
die Anlage wird nicht genutzt!
Ich selber habe mich auf dem Gelände eingepachtet, der Besitzer hatte Kontakte mit verschiedensten Kraftstoffproduzenten, aber die zusätzlichen Investitionen, die Anlage auf EU Norm zu bekommen, sind zu hoch. Auch war schon die Überlegung da Rapsöl in den Tanks zu lagern.........
Die Tanks sind versiegelt und mit Stickstoff gefüllt, alle elektrischen Anlagen sind noch voll funktionsfähig, der Generator wird auch gewartet und leistet seinen Dienst. Vor drei Wochen hatten wir eine komplette Stromabschaltung für das Gelände. Die Automatik des Generators sprang dabei sofort an, er versorgte die gesamte Anlage mit Strom.

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 10:16
genial :) wie ich immer sage....die Anlagen sind so qualitativ hochwertig gebaut, für viel viel viel viel Geld -wenn man die nicht so sinnlos zerstört oder verfallen lässt halten die noch ein paar hundert Jahre .... Aber neeeeiiiin - das muss renaturiert werden !!! Das kann man doch nicht mehr benutzen !!! (sorry für diese arge ironie)

Nostalit
02.01.2009, 10:21
Hast Du vor die Anlage weiterhin so im "Orginal" zu belassen ?

Es bestehen seitens des Besitzers momentan keine Überlegungen die Anlage zurück zu bauen.

Ich muss aber dazu sagen, die gesamte Anlage war, als ich meine Pachtflächen im Januar 2006 übernommen hatte, in einem erbärmlichen Zustand. Es sah dort aus wie auf jeder stillgelegten Anlage. Überall Wildwuchs und Dreck. Wir haben für unseren angepachteten Bereich (ehemaliges Wachgebäude, beide Hallen und eine Freibereich von ca. 2 ha.) drei Monate gebraucht um ihn wieder nutzbar zu machen.
Im Wachgebäude war noch die Sicherheitszentrale für die Bunkeranlage und die Tankanlage installiert. Für die Bunkeranlage war es ein großer Schrank, mit Lampen, die anzeigten wenn eine Bunkertüre geöffnet wurde. Auch sind die schweren Türen der ehemaligen Waffenkammer vorhanden (außen schwere Eisengittertüre, innen schwere Stahltüre). Am Boden der Waffenkammer sind noch die Ringe für die Ketten zum Sichern der Waffen vorhanden. Eine kleine Kuriosität ist, dass alle Innentüren im Innenfutter mit Stahlplatten versehen sind, aber die Fenster eine einfache Verglasung haben:rolleyes:. Man kann die Türen nur zu dritt ausbauen und transportieren.

Ich habe noch Bilder von Innendetails im Wachgebäude gemacht.
von links nach rechts:
geschlossene Innentüre der ehem. Waffenkammer, Anschläge der Außengittertüre der Waffenkammer, die Gittertüre ist abgebaut im Lager
Hauptstromkasten der Anlege - Oberteil
Hauptstromkasten der Anlage - Unterteil
Zustandsanzeige der Tankanlage (PLO)
Steuerelemente der Außenlichtanlage - ist noch in Benutzung

Nostalit
02.01.2009, 10:32
genial :) wie ich immer sage....die Anlagen sind so qualitativ hochwertig gebaut, für viel viel viel viel Geld -wenn man die nicht so sinnlos zerstört oder verfallen lässt halten die noch ein paar hundert Jahre .... Aber neeeeiiiin - das muss renaturiert werden !!! Das kann man doch nicht mehr benutzen !!! (sorry für diese arge ironie)

Du hast recht! In meiner näheren Umgebung gibt es weitere Anlagen, über die man im Internet verschiedenstes findet.
Die eine bei Erlangen / Nürnberg sollte zurückgebaut - die Bunker sollten gesprenkt werden. Nach einem ersten Versuch wurde das Vorhaben wieder eingestellt, da durch die Sprengversuche nichts erreicht wurde. Die Ladungen hätten stärker sein müssen, was wohl duch die umliegende Wohnbebauung verworfen wurde. Die Bunker wurden dann verfüllt, was auch gutes Geld kostete.
Die Bunker unserer Anlage sind zwischenzeitlich vermietet und sehr heiß begehrt!

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 10:45
Das kommt ja noch hinzu : Bunker usw. finden reißenden absatz möchte ich fast sagen. Hier auf unserer Anlage (StoMunNdlg - selbst nur Mieter) sind alle Bunker dauerhaft vermietet - kommt fast nie vor das einer Leersteht. Wir haben auch einige Monate gebraucht unseren Bunker + Straßenbereich wieder frei zu kriegen ... leider wird das restliche Gelände nicht gepflegt, ebenso verfällt das Wachgebäude. Dort sind gestern auch "mal wieder" die Heizungsrohre geplatzt - weil das Fenster seit über einem Jahr offen steht. Ich habe hier versucht ein bisschen was zu verändern und das Gelände zu erhalten, teilweise kleine erfolge (z.B. hab ich erreich das nirgends mehr eingebrochen wird, keine Straßenrennen mehr stattfinden und riesige mengen Müll entsorgt wurden), doch im großen und ganzen bringts nichts da ich vom vermieter keinerlei Unterstützung oder mal ein Danke bekomme...sehr schade ! Man könnte auch hier viel machen, und das Wachgebäude"war" eigentlich auch noch gut erhalten.

...ich würd Dir am liebsten nen Preis verleihen ;)

Nostalit
02.01.2009, 11:00
...ich würd Dir am liebsten nen Preis verleihen ;)

Danke, danke :) aber ich glaube jeder der sich für solche Anlagen interessiert und ihre Geschichte aufrecht erhält, ist Preisverdächtig!
In meinen Augen ist es schade, dass die Geschichte um diese Anlagen in Vergessenheit gerät und der Zweck der Existenz der Anlagen "verleugnet" wird.
Die heutigen Generationen kennen den "kalten Krieg" nur aus der Geschichte und verstehen nicht, dass solche Anlagen gebaut wurden, bzw. wie unsere Generation dies zulassen konnte. Es hört sich sehr blöde an, wenn man sagt "es war eine andere Zeit" aber es ist doch so. Manöver wurden mit Panzern und anderem schweren Gerät abgehalten, heute undenkbar, dass über die Felder Kampfpanzer fahren und in den Wäldern ganze Kompanien lagern. Ich bin aus Erlangen. Erlangen hatte einer der größten amerikanischen Panzergarnisonen. Es war ganz normal, dass wenn ein Manöver war, die Panzer quer durch die Stadt zum Güterbahnhof fuhren etc. Natürlich bin ich auch froh, dass sich die Zeiten geändert haben, aber die Relikte dieser Zeit, und es ist doch die frühe Vergangenheit, sollten nicht in Vergessenheit geraten.

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 11:11
Ja und erzähl das mal Deinen Kindern oder Enkeln - klar...das hört sich vll. spannend an da fuhren Panzer, und ok, da waren viele "Geheime"Gelände, ohja nen großer Turm und nen Bunker war auch da und blablabla....begreifen oder richtig wahrnehmen kann man's doch erst wenn man sich so etwas einmal anschaut.
Außerdem wirds doch durch ansehen (in echt) erst interessant - nimm Dir mal ne Schulklasse, und erzähle vom Kalten Krieg. Ok nen paar hören zu (ich verallgemeiner jetzt mal) - aber steck die mal in nen Bus und fahr zu nen paar alten Anlagen - das ist wirklich interessant !

Tja...vergangenheit ist halt kein Thema in diesem Land. Und noch gibt es Zeitzeugen, Bauten und so weiter, ideal zum "Dokumentieren".....aber dafür sind wir ja auch teilweise hier ;)

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 11:16
^^ Anregung an Geschichtslehrer (wenn hier vorhanden)
Ich z.B. hatte in meiner gesamten Schulzeit 1x das Thema 2.WK - für ca. 2 Wochen. SO langweilig gestaltet, das es zwecklos war.
Warum nie KK ? Warum nicht interessant und anschaulich ?
(naja.....artet langsam in eine andere richtung aus das Thema...sorry...kann mich ewig über sowas alles ärgern)

Nostalit
02.01.2009, 11:25
Tja...vergangenheit ist halt kein Thema in diesem Land. Und noch gibt es Zeitzeugen, Bauten und so weiter, ideal zum "Dokumentieren".....aber dafür sind wir ja auch teilweise hier ;)

Das ist richtig, ich gebe zu, ich hatte mich auch nicht für diese Anlagen interessiert, obwohl ich "neben" dieser Anlage hier seit 1989 wohne und da war sie noch in Betrieb. Aber seit ich hier "eingezogen" bin ist mein Interesse stark gestiegen und ich versuche die Hintergründe und die Geschichte dieser Anlagen weiter zu erforschen. Ich habe schon versucht Fotos aus der aktiven Zeit dieser Anlagen zu erhalten, aber dies ist wahrscheinlich sehr schwer möglich.

Wippgogo
02.01.2009, 11:32
^^ Anregung an Geschichtslehrer (wenn hier vorhanden)
Ich z.B. hatte in meiner gesamten Schulzeit 1x das Thema 2.WK - für ca. 2 Wochen. SO langweilig gestaltet, das es zwecklos war.
Warum nie KK ? Warum nicht interessant und anschaulich ?
(naja.....artet langsam in eine andere richtung aus das Thema...sorry...kann mich ewig über sowas alles ärgern)

Leider wissen die Schüler alles über das alte Rom und die Punischen Kriege, aber nichts über den kalten Krieg.
Die jüngste Vergangenheit sollte hier doch Vorrang haben, als die "anstaubte" Geschichte, zumal der kalte Krieg noch bis heute wirkt (Staatsverschuldung)

Nostalit
02.01.2009, 11:43
Die frühe Geschichte ist wohl so ein Thema in unserem Land!
Wir haben hier wohl eine (kleine) Möglichkeit sie zu "erzählen" bzw. sie mit Fotos und Beschreibungen zu bewahren.
Ich hatte mit meiner Frau die Idee, auf unserer Anlage Führungen für Schulklassen zu organisieren. Wir haben in der Nähe einige Landschulheime und die Lehrer suchen immer wieder "Beschäfrigung" für die Schüler. Aber diese Idee muss erst mit unserem Verpächter besprochen werden, keine Ahnung wie er dazu steht.......

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 12:05
^ ich kann dir was über die Geschichte von Indien erzählen :o
Es gab doch auch schon Menschen die (wg. Russland<>Georgien) vom beginn des "neuen Kalten Krieges" gesprochen haben....
Die Idee mit den Führungen finde ich super !!!

Nostalit
02.01.2009, 12:14
Ich habe im Forum Karten über Sonderwaffenbunker gesehen, gibt es jemanden der eine Karte der FStS angefangen hat? Wie es aussieht gibt es in deutschland doch einige Dapots

Firefighter
02.01.2009, 12:28
Ich wüsste nicht das bisher jemand damit angefangen hat. Wenn das jedoch erwünscht ist und mir jemand die einzelnen Standorte sagt, kann ich gerne eine Karte anfertigen.

Nostalit
02.01.2009, 12:46
Wenn das jedoch erwünscht ist und mir jemand die einzelnen Standorte sagt, kann ich gerne eine Karte anfertigen.

Ich denke es ist bestimmt interessant eine Übersicht dieser Lager zu haben, die Standorte müssten wahrscheinlich einzeln zusammengetragen werden. Ich wäre dabei!

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 13:59
FSTS Höltinghausen

Google Maps (http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=52.871772,8.160009&sll=51.151786,10.415039&sspn=19.953152,39.550781&ie=UTF8&t=h&z=16&g=52.871772,8.160009)

Bilder (http://bunker.exitweb.de/index.php?option=com_content&view=article&id=88:fsts-hoeltinghausen&catid=34:stomunndlg&Itemid=69)

roadrunner
02.01.2009, 14:41
Sag mal, was hat den der Vermiter für die Anlage bezahlt, weist Du dass zufällig?

Ich finde es eine riesen sauerei, was in Deutschland abgeht!
Wenn wir nach schneeberg gehen und eine Anlage mit 50 Ha anschauen, die nach 1990 von der BW übernommen wurde für fast 70 Millionen Euro hergerichtet und bis 2005 ausgebaut wurde. Für lächerliche 3-4 Millione Euro Verkauft wird. Das 2. Beispiel eine Hauptdepot in Osten Deutschlands in Weichensdorf mit sage und schreibe 1092 Ha inkl Bunker, Feuerwehr, Schulungsräume, Sportplatz ,...... für 5 Millionen finde ich das einen STEUERVERSCHWENDUNG schlecht hin. Deine Anlage wurde ja sicherlich wenn auch von der US Army genutzt von der Deutschen regierung gebaut und nach sehr kurzer Betriebszeit fast verschenkt.
Dann stehen die Liegenschaften Jahrelang leer bis die Bima mal die Anlagen verkauft und dann ist dass meiste durch einbrecher zerstört und alles andere geklaut und unbrauchbar gemacht.

Naja wir können wohl nichts daran ändern.
Grüße an alle

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 14:48
Niedersachsen Kaserne : komplett Saniert, danach direkt geschlossen -> heute totel zerstört. Ich könnte da ewig aufzählen. Den Preis hier weiß ich leider nicht - nur das es wohl auch ein größerer Kampf war das man die anlage überhaupt nutzen darf.
Hab ich nicht an anderer stelle nen Artikel aufgemacht um mich aufzuregen ? *such*
Zu der Steuerverschwendung kommt ja noch diese Sinnlosigkeit, etwas das für sehr lange gebaut wurde (nehmen wir auch mal die Ausweichsitze z.B.) und noch lange halten würde, in einer Qualität erbaut ist wie es besser kaum geht, das man sowas einfach wegwirft, nichteinmal bewacht/betreut und somit absichtlich zerstört....

Nostalit
02.01.2009, 14:51
Sag mal, was hat den der Vermiter für die Anlage bezahlt, weist Du dass zufällig?
Kann ich Dir leider nicht sagen. Es gibt Gerüchte, dass der symbolische Euro (D-Mark) gezahlt wurde. Man muss dazu sagen, dass der jetzige Besitzer der zweite Besitzer ist. Die Anlage wurde 1995 direkt nach der Schließung an den ersten Besitzer, ein Firmenkonsorzium, verkauft. Vergessen darf man nicht, dass wohl in den Kaufverträgen aller Anlagen der Rückbau geregelt ist, der auch einiges kosten wird...........

Wippgogo
02.01.2009, 15:05
Das Problem bei so Liegenschaften ist die planungsrechtliche Seite. Egal was während der militärischen Nutzung hier gemacht wurde; heißt nicht das der Käufer das weiterhin machen darf.
Viele Liegenschaften wäre zivil so nicht genehmigungsfähig. Fällt nun die militärische Nutzung weg, hat der Käufer unter Umständen ein Problem (z.B. Brandschutz; Wegerecht u.s.w)
Oft behalten sich noch Gemeinden ein Mitspracherecht für die spätere Nutzung vor.
Darum lassen sich gute Verkaufserlösse selten realisieren.

Nostalit
02.01.2009, 15:12
Zu der Steuerverschwendung kommt ja noch diese Sinnlosigkeit, etwas das für sehr lange gebaut wurde (nehmen wir auch mal die Ausweichsitze z.B.) und noch lange halten würde, in einer Qualität erbaut ist wie es besser kaum geht, das man sowas einfach wegwirft, nichteinmal bewacht/betreut und somit absichtlich zerstört....
Ja das ist es ja gerade! Wir haben hier ein aktuelles Beispiel in Kitzingen (ca. 40km von mir entfernt). Kitzingen hatte eine riesige Army Garnision, die um 2000 rum saniert wurde. 2005/2006 wurde alles geschlossen und die Soldaten nach Würzburg verlegt. Das gesamte Areal, alle Übungsplätze etc. stehen leer. Die Kasernenanlagen sind eine Stadt für sich................

roadrunner
02.01.2009, 15:14
Ja das schon, nur wenn du 2005 z.b. ein gebäude sanierst wirst ja nicht an 2008 ausziehen! Ich denke mal es sollte auch bei der Bundesregierung und Bundeswehr auch eine Planung geben oder?!?
Zumindest würde es genügen alte Kasernen geben, die um Wleten schlechter da stehen die wo zuerst geschlossen werden dürften.
Wobei die erst zu gemacht werden wenn sie frisch renoviert sind.
Mir ist schon bekannt, dass eine Militäreinrichtung unter Sondernutzung steht, aber da hört man auch so allerlei.

Ich kann mich nur noch wundern

roadrunner
02.01.2009, 15:16
Ja das ist es ja gerade! Wir haben hier ein aktuelles Beispiel in Kitzingen (ca. 40km von mir entfernt). Kitzingen hatte eine riesige Army Garnision, die um 2000 rum saniert wurde. 2005/2006 wurde alles geschlossen und die Soldaten nach Würzburg verlegt. Das gesamte Areal, alle Übungsplätze etc. stehen leer. Die Kasernenanlagen sind eine Stadt für sich................

Steht dass immer noch leer? wie sieht es heute dort aus?
Wobei die Frage beantwortet sich nach 3 Jahren von alleine es wird alles zerschlagen und eingefallen sein , oder? :mad:

roadrunner
02.01.2009, 15:22
Ein bekannter von mir wollte eine depot in Badenwürttemberg kaufen, größe ca 50 Ha. jedoch hat die Stadtverwaltung gesagt, das Areal soll wieder zu Wald zurückgebaut werden, alles wird nun abgerissen und es entsteht ein Wald. Jedoch gab es mehrere interessen. Muss man dass noch alles verstehen?

roadrunner
02.01.2009, 15:31
Ja das ist es ja gerade! Wir haben hier ein aktuelles Beispiel in Kitzingen (ca. 40km von mir entfernt). Kitzingen hatte eine riesige Army Garnision, die um 2000 rum saniert wurde. 2005/2006 wurde alles geschlossen und die Soldaten nach Würzburg verlegt. Das gesamte Areal, alle Übungsplätze etc. stehen leer. Die Kasernenanlagen sind eine Stadt für sich................



Ich habe mir das mal bei Googel angeschaut, ist ja ein irres Areal, Hut ab:D

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 15:34
Wir wollten vor einigen Jahren eine Liegenschaft kaufen - oder haben zumindest mit dem gedanken gespielt : von vor der Tür zugeschlagenen Türen, über zahlreiche nicht wahrgenommene offizielle Termine war alles dabei.
Ich weiß auch das es hier so war, das ca. 50t Euro. vorfinanziert waren (Anwalt, Gutachter usw) und das Geld+Gelände fast weg gewesen wäre, weil jemand auf die Idee kam das kann man nicht machen, weil dann wollen andere auch so ein Gelände kaufen. Dadurch wär das ganze fast gekippt.
Bei den "1 euro aktionen" ist es meist so, dass damit etliche auflagen verbunden sind, bspw. Straßen rückbauen, Bunker abreißen usw.
Selbst hier auf der kleinen MunNdlg sollten Straßen und eine Halle abgerissen werden....das konnte verhindert werden, dafür haben wir jetzt 3 Fledermausbunker und sowas alles.

Viele Landkreise/Gemeinden wollen auch keine "nutzung" im sog. Aussenbereich. Warum auch immer. Mir wurde damals vom Bundes.Immoamt gesagt, sie hätten so einige Gelände wo mehrere Interessenten wären, wo jedoch die zuständigen behören absolut keine Nutzung wollen. Daher standen die Gelände dann allesam leer, ....naja und tun es heute noch.

roadrunner
02.01.2009, 15:40
das müsste eigentlich nicht sein.
Ich wäre dafür, dass diese Leute wo Millionen in den Sand setzten mal dafür zu rechenschaft gezogen würden. Warum hat eine gemeine mehr recht wie der Bund ? Muss man das den verstehen?
Aber ich glaub man kann es nicht vertsehen und muss es einfach nur noch hinnehmen.
Weist jemand ob mal ein Inverstor gegen eine Stadtverwaltung geklagt hat und auch rechtbekommen? Das Wäre sicher eine interessante farge.

Nostalit
02.01.2009, 15:45
Ich habe mir das mal bei Googel angeschaut, ist ja ein irres Areal, Hut ab:D

Sch mal hier! Auf dier Karte kannst Du alles von Kitzingen und der ehemaligen Army sehen!
http://maps.google.de/maps/ms?f=q&hl=de&geocode=&ie=UTF8&msa=0&ll=49.770068,10.21471&spn=0.067852,0.181961&t=h&z=13&msid=117650778158769592392.00045f80d814f5ef150fc

roadrunner
02.01.2009, 15:59
Sch mal hier! Auf dier Karte kannst Du alles von Kitzingen und der ehemaligen Army sehen!
http://maps.google.de/maps/ms?f=q&hl=de&geocode=&ie=UTF8&msa=0&ll=49.770068,10.21471&spn=0.067852,0.181961&t=h&z=13&msid=117650778158769592392.00045f80d814f5ef150fc

Danke, ist echt wahnsinn.

Nostalit
02.01.2009, 16:05
Hier noch eine Ansicht um Nürnberg...........
Hier fehlen noch einige Garnisionen etc.
http://maps.google.de/maps/ms?f=q&hl=de&geocode=&ie=UTF8&t=h&msa=0&msid=117650778158769592392.00045f81063efedda96de&ll=49.380473,11.227684&spn=0.032857,0.090981&z=14

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 17:35
Fliegerhorst Ahlhorn

ca. 3mio. qm - aber immerhin zwischennutzung usw. wobei da glaub ich auch einiges Kaputt gemacht wird - aber zumindest mal nicht durch vandalismus!

http://www.flugplatz-ahlhorn.de/
http://www.buergerverein-ahlhorn.de/



Aus dem Inhalt :
....wollten in nächster Zeit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe tätigen,.....Das gesamte Verfahren kam allerdings abrupt zum Stocken,.... gegen das Vergabeverfahren gerichtlich vorgegangen war....Das Oberlandesgericht .... entschied .... dass die gesamte Ausschreibung europaweit neu erfolgen musste.

Geograph
02.01.2009, 20:30
.

Wenn das jedoch erwünscht ist und mir jemand die einzelnen Standorte sagt, kann ich gerne eine Karte anfertigen.


Ich denke es ist bestimmt interessant eine Übersicht dieser Lager zu haben, die Standorte müssten wahrscheinlich einzeln zusammengetragen werden. Ich wäre dabei!


► http://www.cold-war.de/showthread.php?t=848…:)


.

Geograph
02.01.2009, 20:40
^^ Anregung an Geschichtslehrer (wenn hier vorhanden)

… das könnte durchaus sein ……;)



.

StoMunNdlg 241/3
02.01.2009, 21:26
na dann hoffe ich auf einen kreativen unterricht ;)
ich komm gern vorbei und hole 7 Jahre Geschichtsunterricht nach ok ? *gg*
cold-war.de = unterrichtsmaterial

KalleG
03.01.2009, 18:12
^^ Anregung an Geschichtslehrer (wenn hier vorhanden)
Ich z.B. hatte in meiner gesamten Schulzeit 1x das Thema 2.WK - für ca. 2 Wochen. SO langweilig gestaltet, das es zwecklos war.
Warum nie KK ? Warum nicht interessant und anschaulich ?
(naja.....artet langsam in eine andere richtung aus das Thema...sorry...kann mich ewig über sowas alles ärgern)

Ist absolut nicht böse gemeint aber wie lange warst Du denn in der Schule, bzw. in welchem Bundesland?
Ich war nämlich bis nach der 9. in Hessen auf einem Gymnasium, wo wir in der 9. schon mindestens die Hälfte des Jahres Weimarer Republik,WW II und den kalten Krieg bis hin zum Mauerfall und Fall des eisernen Vorhangs durchgenommen.
Anschliessend habe ich die 10. Klasse eines Internats in BW besucht und auch dort ausführlichst die Themen WWII und CW durchgenommen, alleine das Thema Kubakrise dauerte zwei Wochen an und nichts davon war irgendwie ein LK oder Ähnliches...
Naja, vielleicht hatte ich auch einfach die richtigen Lehrer, die es selbst interessiert hat:D:D
Sollte echt kein Angriff auf Deine Schulbildung sein;);)

StoMunNdlg 241/3
04.01.2009, 12:32
:) ne ne ich versteh das schon. Ich war die ersten 9 Jahre auf einer Privatschule, davon dann 7.-9. auf der Realschule (5+6 waren Orientierungsstufe).Danach war ich dann auf einer Öffentlichen Realschule.

Ich glaub bei mir ist da damals auch einiges schief gelaufen - ich weiß noch das solche Themen mehrmals von der Klasse "gewünscht" wurden - in Klasse 5+6 hieß es dann das kommt ab Klasse 7 - da hieß es dann ok wenn ihr das wollt nächstes halbjahr. Naja dann kamen irgendwann mal die besagten paar Wochen, und nunja...dann hab ich mal die Schule gewechselt nach der 9. und in der 10. gabs kein Geschichtsunterricht mangels Lehrköper.
Aber wenn ich z.B. meine Frau frage....die hatte die Themen, aber auch nur sehr kurz, und weiß sogut wie garnichts darüber (Sie war auf einer anderen Schule). Sie hatte auch mehr solche Themen wie Indien, Amerika (Indianer ect.) - vielleicht liegt das an den Lehrplänen hierzulande Ich war in Bremen, meine Frau in Niedersachsen.

Tja... sag mir mal wie Deine Schule hieß falls ich mal Kinder habe ;)

KalleG
05.01.2009, 15:01
Erst die Philipp-Reiss-Schule in Friedrichsdorf/Hessen, anschliessend privates Kurpfalz-Internat Bammental bei Heidelberg!
Aber nur als Tip:Meine Kinder gehen da ganz sicher nicht hin, da ging ausserhalb des Unterrichts zu viel Party ab:D:D:D

StoMunNdlg 241/3
05.01.2009, 21:03
naja mal schaun bis da mal was unterwegs ist hab ich vll. auch selbst genug wissen über wichtige themen wie diese ;)

Basti13
05.01.2009, 22:43
Ich war nun 6 Jahre auf einer Realschule in RLP und wir haben ca. 1/2 Jahr 1. WW durchgenommen, danach ca. 5 h 2. WW und das wars :(:mad:!!!!

Dafür haben wir 5 1/2 Jahre die Steinzeit, die alten Römer und das Mittelalter durchgekaut!!!
Ist ja auch interessant, aber mal ehrlich, was hilft mir das????
Ist doch viel wichtiger und interessanter die "Vergangenheit" von Deutschland zu behandeln, da gibt es ja genung zulernen und zu verstehen!!


Sehr schade, da ich mich sehr für CW interssiere!!

Nostalit
06.01.2009, 11:49
Wie es aussieht ist der Geschichtsunterricht an den Schulen bzw. in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich.
Ich bin in Bayern zu Hause und in Erlangen aufgewachsen.
In meiner Schulzeit (1970 bis 1982) wurde das Thema 1. WK im Zusammenhang zum 2.WK sehr intensiv behandelt. Gerade der 2.WK wurde in den einzelnen Schuljahren immer wieder durchgenommen. Auch besuchten wir im Geschichtsunterricht (3 Schulstunden die Woche) mehrmals das Aufmarschgelände und andere Geschichtsträchtige Orte des 2.WK in Nürnberg. Gut, hier ist auch die Nähe von Erlangen zu Nürnberg ausschlaggebend, es sind gerade mal 20 km. Ich kann mich auch erinnern, dass die Frage „Warum sind Amerikaner bei uns in Erlangen“ im Bezug zum 2. WK behandelt wurde. Wir besuchten im Geschichtsunterricht die Erlanger Panzergarnison, dort schauten wir uns einen Film über die Nürnberger Prozesse an.
Dieser Unterrichtsstiel war, so viel ich weiß, an meiner Schule nicht der Einzelfall. Andere Schulen in Erlangen oder Nürnberg und Fürth unterrichteten auch so.

Wenn ich den Geschichtsunterricht von meinen Kinder in der heutigen Zeit ansehe, hat sich sehr viel verändert. Mein großer Sohn (17 Jahr) ist an der Realschule und bekommt nur am „Rande“ etwas von der deutschen Vergangenheit mit. Von seinen Erzählungen, wie der Geschichtsunterricht abläuft, kann man den Eindruck erhalten, dass die deutsche Geschichte ein „Tabuthema“ geworden ist. Der 1. und 2. WK wurde in drei Wochen (pro Woche 2 Stunden) abgehandelt. Auch die jüngste Vergangenheit z. B. der Mauerfall wird nur am Rande angesprochen, die Hintergründe zur Mauer gehen hier total verloren (ist meine Meinung).

StoMunNdlg 241/3
06.01.2009, 12:18
Meine Schulzeit war 1989-1999 ... Mauerfall ?
Vielleicht liegt das eher am "heutigen" Unterricht. Ein Tabu war es schon irgendwie. Wir haben auch nie zu Hause oder irgendwo anders darüber gesprochen soweit ich mich erinner.

Nostalit
06.01.2009, 12:42
Wir haben auch nie zu Hause oder irgendwo anders darüber gesprochen soweit ich mich erinner.

Dass ist wohl auch so ein Problem, dass "zu Hause" diese Themen taburisiert werden. Woran das liegt, kann man wohl nur erahnen.
Ich versuche mein Geschichtswissen (ich bin Jahrgang 1963) über an meine Kinder weiter zu geben und habe die Erfahrung gemacht, dass sie sehr interessiert sind. Wir haben die letzten Tage Ausflüge zu aufgegebenen Garnisionsanlagen der Amerikaner gemacht, mein großer Sohn hat dann sogar Freunde mitgenommen, die ertaunt waren "was in unserer nächsten Umgebung" alles so war. Am interessantesten fanden sie den Ausflug nach Nürnberg zum Aufmarschgelände, welches heute der Parkplatz der Nürnberger Messe ist.
Ich habe den Eindruck, wenn man der heutigen Jugend unsere deutsche Geschichte anbietet, sind sie sehr daran interessiert. Nur habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass andere Eltern es eher als "peinlich" ansehen darüber zu sprechen <<es ist doch eine Schande was wir Deutschen im zweiten WK gemacht haben, .....dass sollte in Vergessenheit geraten>>, solche oder ähnliche Aussagen habe ich schon einige Male gehört. Ich möchte unsere Geschicht meinen Kinder weitergeben ohne die Fehler unserer Vorfahren - Vorväter zu verherrlichen. Möchte hier nur anmerken, ich bin kein NAZI!

Nostalit
06.01.2009, 12:51
Ich denke dieses Thema sollte in einem eigenen Thread behandelt werden.

StoMunNdlg 241/3
06.01.2009, 13:15
Aber ich finde auch Deine Aussage "ich bin kein Nazi" eigentlich schon hefig - das hört man vielerorts, und ich denke oft ist das auch notwendig - jedoch eigentlich (objektiv betrachtet) doch sehr merkwürdig. Warum wird man weil man sich für die Geschichte des eigenen/eines Landes interessiert gleich in eine Politische Schublade gesteckt ? Jemand der sagt er interessiert sich für die alten Römer, ist ja auch nicht gleich einer, und er findet auch nicht gleich alles gut was die gemacht haben.

Aber ich glaub genau da liegen die probleme - das damals halt einiges passiert ist, und wir uns heute dafür vor uns und vor anderen irgendwie rechtfertigen müssen, und halt nicht damit in verbindung gebracht werden wollen.
Vielleicht sehe ich das mit meinen zarten 25 Jahren auch zu einfach heute,aber ich denke mir halt ich hab damals nichts getan, da ich noch nicht da war. Und auch wenn viel scheiße passiert ist - man braucht das ja auch nicht leugnen oder verschönigen oder irgendetwas - aber es zu verdrängen und somit einige Jahrzehnte der Deutschen Geschichte "ausblenden" und ignorieren ist bestimmt auch keine gute lösung. Warum auch ? Es ist passiert, es lässt sich auch leider nicht mehr ändern - jedoch kann man daraus lernen und es vll. aufarbeiten.
Und es gab ja denke ich mal auch noch mehr als Kz's zu besagter zeit - daher finde ich es auch ok, wenn leute sagen damals war ja nicht alles schlecht. ICH kann nicht sagen damals war alles schlecht, aber auch nicht damals war einiges gut - ich war wie gesagt nicht dabei und habe nie mit Zeitzeugen gesprochen, ich kann mir da kaum ein bild erlauben.
Das ist glaube ich ein ziemlich heißes Thema - aber das müsste es eigentlich nicht sein meiner meinung nach. Ich bin der meinung etwas zu verschweigen und zu ignorieren ist keine lösung und absolut kontrproduktiv. So entstehen gerüchte, legenden und "falsche Wahrheiten". Ich denke man kann die Deutsche Geschichte auch wahrheitsgemäß wiedergeben und vermitteln ohne dabei etwas oder jemanden zu verherrlichen. Meiner meinung nach sind das zwei verschiedene sachen.

Warum auch der KK ein Tabu ist kann ich hingegen nicht nachvollziehen. Vielleicht aus allgemeiner vorsicht und negativen erfahrungen vom 2.WK. die nachwirkten.
Das diese beiden Themen interessant sind, und auch interessant vermittelt werden können - da bin ich mir sicher. Mein interesse hat sich ja auch aus dem nichts entwickelt im prinzip - irgendwann habe ich mal eine HAWK Station "entdeckt", das war interessant. Dann mal noch eine, dann habe ich angefangen mich dafür zu interessieren "was war das mal" - dadurch kam ich dann irgendwann dazu "was war denn damals los" und so weiter.

Ich hoffe ich trete damit keinem auf den Schlips wie man so schön sagt. Es ist meine meinung ... (<rechtfertigung)

(zu lange geschrieben, Nostalit - sorry .... ggf. bitte verschieben)

Nostalit
06.01.2009, 14:21
Aber ich finde auch Deine Aussage "ich bin kein Nazi" eigentlich schon hefig - das hört man vielerorts, und ich denke oft ist das auch notwendig - jedoch eigentlich (objektiv betrachtet) doch sehr merkwürdig. Warum wird man weil man sich für die Geschichte des eigenen/eines Landes interessiert gleich in eine Politische Schublade gesteckt ?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man verserucht Hintergründe über den 2. WK zu hinterfragen und sich nicht mit "wischi-waschi Antworten" zufrieden gibt, in eine Schublade gesteckt wird.

Da ich - na ja sagen wir ein Paar Tage älter bin als Du:D konnte ich mit Zeitzeugen sprechen. Auch konnte ich in meiner Kindheit noch Zerstörungen die aus dem 2. WK waren selber sehen.


(zu lange geschrieben, Nostalit - sorry .... ggf. bitte verschieben)

ist doch Quatsch:)

Rotzi
29.10.2011, 12:13
Balthasar-Neumann-Kaserne in Ebern
Grundstücksfläche: ca. 2.720.000 qm
Gebäudenutzfläche: ca. 70.200 qm
1996-97 für über 50.000,000 DM umgebaut. Modernsten Truppenunterkünfte der Bundeswehr, Wohnen 2000, Neue Tankstellen, Neue Groß Küchen
Schliesung: Oktober 2004 und verlegung nach Freijung in eine der Marodesten Kaserne der BW.

Rothensand: 1989 Inbetrieb nahme durch US Army Corps Heidelberg
Aug. 1990 Auszug und verlegung in den Irak.
Übernahme der Liegenschaft durch die Lebenshilfe Bamberg für 1 €.
Und inzwischen in einen sehr Schlechten zustand.


Reinste verschwendung von Steuergeldern.

MfG Christian