Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fallkörpersperre in Windischeschenbach
CampGates
22.01.2009, 21:42
Servus,
heute möchte ich hier mal ein etwas seltsames Objekt vorstellen, welches mir schon seit längerer Zeit immer wieder beim Vorbeifahren mit dem Auto ins Auge gefallen ist. Ich bin wirklich kein Fachmann hinsichtlich Sperranlagen, aber dieser massige Betonkeil, der an dem auf den nachfolgenden Photos gezeigten Bahndurchlass in Windischeschenbach errichtet wurde (wann, kann ich nicht sagen), kann eigentlich gar nichts anderes als eine Sperrvorrichtung sein. Ich hab auf jeden Fall noch nirgendwo etwas Vergleichbares gesehen.
Erst mal zur Lage: Windischeschenbach (hier gibt’s u. a. auch die sog. Kontinentale Tiefbohrung, das „tiefste Loch der Erde“ , zudem ist Wind. auch die "Hauptstadt" des äußerst süffigen Zoigl-Bieres) liegt in Nordbayern, genauer in der Oberpfalz, Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Der Nachbartort, der unmittelbar an Windischeschenbach im Osten angrenzt, heißt Neuhaus. Die beiden Orte werden von der Fichtelnaab und einem Bahndamm (Linie Hof-Regensburg) jeweils in Nord-Süd-Richtung verlaufend, geographisch voneinander getrennt. Die Entfernung zur Grenze der ehemaligen CSSR beträgt ca. 20 km Luftlinie.
Die Abmessungen des o. g. Betonkeiles, im Querschnitt ein gleichschenkliges Dreieck ohne Spitze, schätze ich wie folgt: Die Länge beträgt entsprechend der Öffnung des Bahndurchlasses + Überlappung ca. 5 m, die Höhe ca. 2 m. Wie auf dem Photos zu erkennen ist, sind auf der Grundfläche des Keiles im regelmäßigen Abstand ca. 5 cm lange Stahlspitzen in den Beton eingegossen worden, die meiner Meinung nach nur den Zweck haben können, sich durch das Eigengewicht und der Energie des Keiles beim Fallen in den Asphalt der Fahrbahn einzubohren, was letztendlich eine seitliche Verschiebung des liegenden Keiles erschwert.
Eine Frage, die ich mir jedoch nicht beantworten kann, ist, wie der Keil, der in Laufe der Jahre schon etwas Moos angesetzt hat, zum Kippen gebracht werden kann. Ist im Fuß evtl. eine Sollbruchstelle vorhanden (zu erkennen ist jedoch nichts dergleichen)?? So wie es aussieht, ist der Keil vor Ort betoniert worden, kraftschlüssig mit einem im Erdreich gelegenen Fundament verbunden und wurde nicht als Fertigteil angeliefert. Ist evtl. unterhalb ein Sprengschacht eingebaut?
http://up.picr.de/1762729.jpg
http://up.picr.de/1762739.jpg
http://up.picr.de/1762740.jpg
http://up.picr.de/1762749.jpg
Kennt vielleicht jemand von Euch ein vergleichbares Objekt?
Gruß Hagen
CampGates
22.01.2009, 21:44
Noch drei weitere Photos:
http://up.picr.de/1762750.jpg
http://up.picr.de/1763149.jpg
http://up.picr.de/1763150.jpg
Gruß Hagen
Geograph
22.01.2009, 22:05
… heute möchte ich hier mal ein etwas seltsames Objekt vorstellen, welches mir schon seit längerer Zeit immer wieder beim Vorbeifahren mit dem Auto ins Auge gefallen ist. Ich bin wirklich kein Fachmann hinsichtlich Sperranlagen, aber dieser massige Betonkeil, der an dem auf den nachfolgenden Photos gezeigten Bahndurchlass in Windischeschenbach errichtet wurde (wann, kann ich nicht sagen), kann eigentlich gar nichts anderes als eine Sperrvorrichtung sein. Ich hab auf jeden Fall noch nirgendwo etwas Vergleichbares gesehen.
…
Die Abmessungen des o. g. Betonkeiles, im Querschnitt ein gleichschenkliges Dreieck ohne Spitze, schätze ich wie folgt: Die Länge beträgt entsprechend der Öffnung des Bahndurchlasses + Überlappung ca. 5 m, die Höhe ca. 2 m. Wie auf dem Photos zu erkennen ist, sind auf der Grundfläche des Keiles im regelmäßigen Abstand ca. 5 cm lange Stahlspitzen in den Beton eingegossen worden, die meiner Meinung nach nur den Zweck haben können, sich durch das Eigengewicht und der Energie des Keiles beim Fallen in den Asphalt der Fahrbahn einzubohren, was letztendlich eine seitliche Verschiebung des liegenden Keiles erschwert.
Eine Frage, die ich mir jedoch nicht beantworten kann, ist, wie der Keil, der in Laufe der Jahre schon etwas Moos angesetzt hat, zum Kippen gebracht werden kann. Ist im Fuß evtl. eine Sollbruchstelle vorhanden (zu erkennen ist jedoch nichts dergleichen)?? So wie es aussieht, ist der Keil vor Ort betoniert worden, kraftschlüssig mit einem im Erdreich gelegenen Fundament verbunden und wurde nicht als Fertigteil angeliefert. Ist evtl. unterhalb ein Sprengschacht eingebaut?
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Kennt vielleicht jemand von Euch ein vergleichbares Objekt?
Entschuldigung, aber es muss sein: G E I L !…:eek:…:cool:…:)
Es handelt sich in der Tat um eine recht seltene Fallkörpersperre; im Ernstfall wäre der »Fuß« des Fallköpers angesprengt worden, sodass der Fallkörper dann in die erforderliche Richtung umkippt wäre. Dabei hätten sich die Stahlspitzen in die Fahrbahn gebohrt.
Eine ähnliche Fallkörpersperre bei Hirschaid war so konzipiert, dass der Betonkeil durch ein Tor gefallen wäre:
► http://www.cold-war.de/showthread.php?t=693
Selbstverständlich werden wir so schnell wie möglich die Windischeschenbacher Fallkörpersperre in die »DOSPA«-Datenbank aufnehmen!…:)
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Dragoner
22.01.2009, 22:12
Entschuldigung, aber es muss sein: G E I L
Wovon man mit fortschreitender Zahl der Lenze schon alles einen Orgasmus kriegt... :p
Pardon, musste auch sein, denn hier handelt es sich doch eindeutig um einen Fallus ;)
Geograph
22.01.2009, 22:22
Wovon man mit fortschreitender Zahl der Lenze schon alles einen Orgasmus kriegt... :p
Pardon, musste auch sein, denn hier handelt es sich doch eindeutig um einen Fallus ;)
Na, bei diesem »Fallus« hätte sogar der »Sprengschachtdackel« vor Freude sein Beinchen gehoben!…:D…:D
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Dragoner
22.01.2009, 22:30
Na, bei diesem »Fallus« hätte sogar der »Sprengschachtdackel« vor Freude sein Beinchen gehoben!…:D…:D
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Na, und erst der MotSchütze aus den Weiten Russlands, dem mitten im Oberpfälzischen das Ding auf die Zehen gefallen wäre! ;)
Geograph
22.01.2009, 22:35
Na, und erst der MotSchütze aus den Weiten Russlands, dem mitten im Oberpfälzischen das Ding auf die Zehen gefallen wäre! ;)
Und der wäre vor lauter Staunen bei den rd. 50 Tonnen regelrecht »platt« gewesen …
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Geograph
22.01.2009, 22:55
Selbstverständlich werden wir so schnell wie möglich die Windischeschenbacher Fallkörpersperre in die »DOSPA«-Datenbank aufnehmen!…:)
Schon passiert:
► http://www.sperranlagen.de/Database/index.php?table_name=online&function=details&where_field=Nummer&where_value=1247…:cool:
Fehlt nur noch das Bild …
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CampGates
22.01.2009, 23:07
Schon passiert:
► http://www.sperranlagen.de/Database/index.php?table_name=online&function=details&where_field=Nummer&where_value=1247…:cool:
Fehlt nur noch das Bild …
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Freut mich sehr, daß der "Windischeschenbach-Beitrag" Gefallen gefunden hat:o! Mir war gar nicht so bewußt, daß diese sog. "Fallkörpersperre" was ziemlich Seltenes ist, auch wenn ich außer dieser in Windischeschenbach noch niemals etwas Vergleichbares gesehen habe!
Ich stelle sehr gerne Photos für die Datenbank zur Verfügung, ich benötige nur eine kurze Anleitung wie das funktioniert??:o Du weißt ja, ich bin neu hier!
Gruß Hagen
Geograph
22.01.2009, 23:13
Ich stelle sehr gerne Photos für die Datenbank zur Verfügung, ich benötige nur eine kurze Anleitung wie das funktioniert??:o Du weißt ja, ich bin neu hier!
Du hast eine private Nachricht!…:)
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Colonel Dash Rendar
29.08.2011, 22:28
War mit meiner Familie am Samstag ebenfalls in Windischeschenbach. Ist von Nürnberg nur eine Stunde entfernt. Ich wollte mir die Fallkörpersperre unbedingt selbst mal aus der Nähe ansehen.
Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen:
1. Auf der breiten Seite des Trapezquerschnitts sind ja die schon des öfteren erwähnten Dorne, die sich in den Asphalt hinein bohren sollten, aber wieso sind an den Seiten Vertiefungen (sprich: Löcher) befinden, verstehe ich nicht. Ist das nur herstellungsbedingt (oder sowas) gewesen oder hätten sie auch irgendeine Funktion gehabt.
2. Auf der anderen Seite des Tores befindet sich eine Brücke über die Waldnab. Habe direkt auf der Brücke zwei Pflasterflicken gesehen. Aber direkt auf Brücken Trichtersperren, gab es sowas? Egal wie, man hätte wahrscheinlich die Brücke gesprengt. Eine Behelfsbrücke dann genau in die schmale Toröffnung hineinzufummeln hätte wohl viele Stunden gedauert und dann wäre ja wie gesagt noch die "nette" Fallsperre gewesen, mit der sich die Herren aus dem Osten hätten beschäftigen müssen. Hehe.
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0852.jpg
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0857.jpg
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0856.jpg
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0861.jpg
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0862.jpg
und eine Sache konnte ich mir nicht verkneifen, bitte nicht böse sein. Mußte hier eine kleine Animation basteln (einfach aufs Bild klicken):
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/th_Fallkrpersperrewirdausgelst-1.jpg (http://s376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/?action=view¤t=Fallkrpersperrewirdausgelst-1.mp4)
Colonel Dash Rendar
29.08.2011, 22:52
ups, habe gesehen, daß ich nur 10 Minuten Zeit zum editieren habe, na gut, diese halt dann noch dazu:
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0865.jpg
http://i376.photobucket.com/albums/oo202/Thomasriedel/Sperranlagen/IMG_0868.jpg
Also! Die kleinen Löcher an der Seite sind Bauseits bedingt. Diese Löcher müßten komplet durch den Betonklotz gehen. In diese Löcher wurden Spanneisen geschoben und diese dienten zum zusammenhalten der Schalung. So wie es aussieht wurde diese Fallkörpersperre vorort betoniert.
Gruß Maeks
Colonel Dash Rendar
30.08.2011, 10:09
Hmm, das dachte ich mir fast schon, daß das mit der Herstellung was zu tun hat.
Vielen Dank Maeks!
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