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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lager vor Dahn



anton28
01.02.2009, 22:10
hallo gemeinde,
ich habe mal ein paar fragen zu ehemaligen us-lagern bei dahn.
wer kann mir sagen, was in den lagern an der strasse nach dahn im wald alles
gelagert war?
meine wissens waren da 4 zufahrten. bewacht von us-soldaten,
heute nennt sichs gewerbepark dahn!
auch gegenüber im wald war meines wissens ein munitionsdepot.
das gleiche , wer kann mir was über die tankanlage zwischen dahn und salzwoog sagen?

bin für infos dankbar!

anton28

Firefighter
02.02.2009, 09:37
Hallo,

zunächst ein herzliches Willkommen im Forum :)

Die Dahn Ammo Area bzw. RASP 972 ( Reserve Ammunition Storage Point ) bestand aus etwa 70 Bunkern und ettliche hundert Holzbarracken.
In den Barracken lagerte "small arms ammo", also Munition für Handfeuerwaffen.

In den Bunker lagerten die größeren Kaliber, Munition für Kampfpanzer, Schützenpanzer, Artillerie usw.

Das Lager bestand aus drei Bereichen, einmal der eigentliche Lagerbereich, heute Gewerbepark Dahn 1. Im Gewerbepark 2 war der Motorpool sowie die Unterkünfte. Bis in die 70er war in Dahn die MP-Einheit stationiert, welche in Fischbach eingesetzt wurde.

Gewerbepark 3 war die Verwaltung des Lagers, eventuell auch noch Unterkünfte.

Das Tanklager Hinterweidenthal wurde von der US Army errichtet und war auch bis in die 80er in US-Verwaltung. Danach ging das Tanklager an die FBG und wurde erst im V-Fall von POL-Pionieren der Bundeswehr besetzt.

http://nighthidesnot.com/Dahn%20Ammo%20Area%20-%20General%20Installation%20Map%201989_2.png

Hier findest du einen Übersichtsplan, welcher das Depot Dahn im Zustand von 1989 zeigt.

anton28
02.02.2009, 12:13
hallo Firefighter,
vielen dank für diese infos.
war nicht auf der gegenüberliegenden seite hinter dem neudahner weiher
hinten im wald nicht auch noch ein munlager?

tanklager: was heist wird von pol.-pionieren besetzt? ist das nicht stillgelegt?



anton28

Firefighter
02.02.2009, 12:19
Hallo,

das war kein Munitionslager, sondern eine Stollenanlage, welche im Kalten Krieg verschiedene Zwecke hatte. Zuletzt wurde diese Einrichtung wohl zur Wartung von Kommunikationsmittel verwendet.

Das Tanklager ist seit 1994 stillgelegt, hab mich da wohl unverständlich ausgedrückt.

matrix
04.02.2009, 00:09
Damit wir noch ein paar Bilder zu Dahn haben:
(Aufgenommen am 27.02.1995)

Bild 1 & 2: Hauptor ins Depot
Bild 3: Alarmanzeige der Bunker 4862 A - E, 4863 A - K und 4864 A - H im Gebäude am Haupttor
Bild 4 & 5: Einer der Bunker 4862

matrix
04.02.2009, 00:14
Bild 1 & 2: Einer der Bunker 4864
Bild 3: Müsste einer der Bunker am Weiher sein (evtl. 4930)
Bild 4 & 5: Einige der vielen Munitionsbaracken

anton28
04.02.2009, 22:04
klasse bilder @ matrix.
hast du noch mehr davon?
das in dahn ein so grosses mun-lager war hätte ich nicht im traum vermutet!
man ist ja auf der strecke in den 80-90zigern einfach so vorbeigefahren,
und hat sich überhaupt keine gedanken oder sonstwas darüber gemacht, was da alles im wald liegt!
das haupttor (bild 1-2) war zu der zeit als besetzt, da standen wachen rum,daran kann ich mich erinnern! aber das das soweit in den wald hinein geht!? wahnsinn!
anton28

Firefighter
04.02.2009, 23:09
Das wissen auch heute die wenigsten, das Dahn zu den größten US-Munitionsdepots in Deutschland gehörte, mit einer Lagerkapazität von 18,714 "short tons". Im Vergleich dazu, Fischbach hatte 28,000, Miesau/Weilerbach hingegen 265,714 :D

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und die Holzbarracken gezählt, davon gab es 1989 301 Stück, von den Bunkern 31 der alten Bauart und 34 der Bauart "Stradley", macht demnach 65 Bunker.

Ich frage mich allerdings nur, warum die größeren "Stradleys" in den Bunkerreihen alarmgesichert waren. :confused:

matrix
05.02.2009, 14:11
Bemerkenswert waren auch die "grösseren" Bunker wie z.B. 4931 oder 4932, deren Grundfläche so groß war, dass sie im Inneren noch Stützpfeiler hatten. Leider hab ich dazu keine Bilder. Solche gab es in meines Wissens in Fischbach nicht.
An einer dieser Bunker klebte übrigens an der Tür noch ein "Versandzettel" nach Izmir/Türkei.

Die spezielle Sicherung der 2 "Stradley" Bunkereihen, brachte mich auch zum Nachdenken... Den Grund hierfür wüsste ich auch gerne.

anton28
05.02.2009, 22:16
was meint ihr mit grösseren und kleineren bunkern?
waren die nicht von der bauart gleichgross?
und was versteht ihr unter den speziellen sicherungen?
so und letzte frage im moment, was ist "stradley" bunker ?

anton28

Firefighter
05.02.2009, 22:57
In Dahn gab es 4 unterschiedliche Bauarten.

Einmal die ältere große Variante mit den Stützen, welche sich an der Straße mit den Serpentinen befanden.
( BLDG 4931 A-M und BLDG 4932 A-D )

Die kleinere Variante von dieser Bauart befand sich am Hohlwoog
( BLDG 4930 A-M )

Die kleinere Variante vom Typ "Stradley" waren an der Straße richtung Erfweiler, diese hatten grüne Tore.
( BLDG 4844 A-J )

Die größere Variante mit den weißen Toren von den Stradley waren die zwei "Bunkerstraßen" ( BLDG 4842 A-E , BLDG 4863 A-K sowie BLDG 4864 A-H )

Die großen Stradley waren auch Alarmgesichert, warum auch immer.

BLDG steht übrigens für Building, die 4-stelligen Nummern sind die Gebäudenummern.

Die richtige Bezeichnung für die Bauart der Munitionslagerhäuser ist eigentlich "ECM Stradley" = Earth-Covered Magazine Stradley
Diese wurden in den 80ern in ganz Deutschland gebaut, nicht nur in Dahn.
Die innere Form ist im oberen Bereich halbrund, daher war ein weiterer Name auch "igloo yurt"

Näheres dazu hier: http://www.wbdg.org/design/ammo_magazines.php

Pläne zu den Stradleys sowie den Holzbarracken von Dahn habe ich, dauert aber noch etwas bis ich die einstellen kann.

Firefighter
06.02.2009, 10:40
Anbei noch 2 Bilder von den noch vorhandenen Bunkern, diese gehören beide der VG Dahner Felsenland.

Das erste Bild zeigt die Nummer 4842 E am Anfang der ersten "Bunkerstraße"
Das zweite zeigt die Nummer 4861 B, der zweite Bunker in richtung Erfweiler.

WhiteZ
27.08.2009, 00:50
Schade das es so wenige Aufnahmen vom Camp gibt...... Hätte ich früher gewusst das mich das Camp heute so interessiert hätte ich Bilder gemacht wie es eigentlich dortmals noch verboten war das Camp zu betreten....

rubeck1
28.08.2009, 15:01
Nur noch zur Ergänzung bezügl. des POL-Lagers (= Tanklager oder Tankfarm Hinterweidenthal):
1. das Lager hat eine Größe von 40 ha und ist wesentlich größer, als es von der Straße den Anschein hat (aber nur etwa ein 15tel so groß wie das oben beschriebene Munitionslager);
2. in Friedenszeiten war das POL-Lager (POL= Petrol, Oil and Lubricants, also Sprit, Öl und Schmierstoffe...) von zivilen Angehörigen der Fernleitungsbetriebsgesellschaft (FBG, bundeseigene GmbH; gibt es noch immer) besetzt, die fast alle einen vorläufigen mil. Reservedienstgrad hatten und im V-Fall Soldaten, verstärkt durch PipelinePios, geworden wären;
3. das Lager verfügt über unterirdische Großtankkavernen, die heute mit Stickstoff gefüllt sein sollen;
4. es gab einen Gleisanschluss, der von der Nebenbahnstrecke Hinterweidenthal-Bundenthal abzweigte; im Lager gab es einen Verladebahnhof (und, was ich auch spät erst erfahren habe: der Sprit sollte durch die Bahn hinein gebracht werden! Entfiel, als die neue NATO-Pipeline angeschlossen wurde) sowie eine eigene Bundeswehrrangierlok im Lokschuppen;
5. Reservewaggons standen früher im Bhf Hinterweidenthal und an der Abzweigstelle, die noch heute als kleiner Rangierbhf zu erkennen ist, der über zwei Flachkreuzungen, also doppelte Kreuzungsweichen verfügt (oh Gott, jetzt hats mich aber gepackt);
6. Hinweis: ein ähnliches noch aktives Lager gibt es auf der Kirschbachermühle bei Walshausen (ohne Bahnanschluss aber ganz frisch saniert!) .

Firefighter
31.08.2009, 22:12
Nur noch zur Ergänzung bezügl. des POL-Lagers (= Tanklager oder Tankfarm Hinterweidenthal):
1. das Lager hat eine Größe von 40 ha und ist wesentlich größer, als es von der Straße den Anschein hat (aber nur etwa ein 15tel so groß wie das oben beschriebene Munitionslager);
2. in Friedenszeiten war das POL-Lager (POL= Petrol, Oil and Lubricants, also Sprit, Öl und Schmierstoffe...) von zivilen Angehörigen der Fernleitungsbetriebsgesellschaft (FBG, bundeseigene GmbH; gibt es noch immer) besetzt, die fast alle einen vorläufigen mil. Reservedienstgrad hatten und im V-Fall Soldaten, verstärkt durch PipelinePios, geworden wären;
3. das Lager verfügt über unterirdische Großtankkavernen, die heute mit Stickstoff gefüllt sein sollen;
4. es gab einen Gleisanschluss, der von der Nebenbahnstrecke Hinterweidenthal-Bundenthal abzweigte; im Lager gab es einen Verladebahnhof (und, was ich auch spät erst erfahren habe: der Sprit sollte durch die Bahn hinein gebracht werden! Entfiel, als die neue NATO-Pipeline angeschlossen wurde) sowie eine eigene Bundeswehrrangierlok im Lokschuppen;
5. Reservewaggons standen früher im Bhf Hinterweidenthal und an der Abzweigstelle, die noch heute als kleiner Rangierbhf zu erkennen ist, der über zwei Flachkreuzungen, also doppelte Kreuzungsweichen verfügt (oh Gott, jetzt hats mich aber gepackt);
6. Hinweis: ein ähnliches noch aktives Lager gibt es auf der Kirschbachermühle bei Walshausen (ohne Bahnanschluss aber ganz frisch saniert!) .

Dem kann ich nur zustimmen. Die Tanks wurden an den Flanschen versiegelt, gereinigt und sind nun mit Stickstoff gefüllt.

Hier hatte ich übrigens mal Bilder von 2006/2007 eingestellt:

http://www.cold-war.de/sonderanlagen-und-bauten/292-natopipeline-5.html

Scaleon
01.09.2009, 08:03
........
2. in Friedenszeiten war das POL-Lager (POL= Petrol, Oil and Lubricants, also Sprit, Öl und Schmierstoffe...) von zivilen Angehörigen der Fernleitungsbetriebsgesellschaft (FBG, bundeseigene GmbH; gibt es noch immer) besetzt, die fast alle einen vorläufigen mil. Reservedienstgrad hatten und im V-Fall Soldaten, verstärkt durch PipelinePios, geworden wären;
.......

Hallo “rubeck1“!
Diese zivilen Angehörigen der FBG; was hatten die denn für einen „vorläufigen“ mil Reservedienstgrad? Ich meine gab es da z.B. in Friedenszeiten einen Supervisor/Vormann, der dann im V-Fall, aus welchen Gründen eigentlich, zB zum „Obergefreiter O.A.R“ ernannt worden wäre? Wußte gar nicht dass es so etwas gab (noch gibt?). Weshalb überhaupt hatten die Reservedienstgrade? Hätten doch auch als ganz normale Zivis dort arbeiten können!?

Gruß Scaleon!

dipl-ing
03.09.2009, 21:46
anbei Artikel zur Übung

rubeck1
07.09.2009, 20:14
Hallo “rubeck1“!
Diese zivilen Angehörigen der FBG; was hatten die denn für einen „vorläufigen“ mil Reservedienstgrad? Ich meine gab es da z.B. in Friedenszeiten einen Supervisor/Vormann, der dann im V-Fall, aus welchen Gründen eigentlich, zB zum „Obergefreiter O.A.R“ ernannt worden wäre? Wußte gar nicht dass es so etwas gab (noch gibt?). Weshalb überhaupt hatten die Reservedienstgrade? Hätten doch auch als ganz normale Zivis dort arbeiten können!?

Gruß Scaleon!
Es war in der Tat so, dass es diese vorläufigen Dienstgrade gab. Ich hatte übrigens auch einen (Feldwebel d.R.) aber nicht bei den Pipeline-Pios...
Die Bundeswehr sichert/e sich so eine ganze Reihe von Berufsgruppen, die sie im V-Fall im Kombattantenstatus, also im Soldatenstatus, haben wollte. Das hat vor allem disziplinarische Gründe: ein ziviler Mitarbeiter im Tanklager kann im V-Fall zu Hause bleiben, der Soldat nicht, dafür sorgen schon die Feldjäger.
Der Soldat kann im V-Fall auch mal ans MG gelegt werden, zwecks Objektschutz, der Zivilist nicht. Usw.
Man muss dabei sehen, dass die Bw im Frieden 495000 Soldaten hatte (Sollstärke), bei einer V-Stärke von 1,34 Mio. Mann! Den größten Aufwuchs dabei hätte das Territorialheer bekommen, zu welchem die Tanklager und Pipelines ja gehörten (und viele andere interessante Truppenteile, von denen man in Friedenszeiten nichts wusste!).
Übrigens: in den 80er Jahren wurde mit den Amerikanern das WHNS-Abkommen geschlossen, das weitere 90.000 Reservisten in vier oder fünf Unterstützungskommandos mit Unterstützungsaufgaben für die US-Truppen erforderte.
Wachtruppen waren da z.B. auch dabei, was dazu führte, dass auch CSG-Angehörige (also Zivilpersonal bei den US-Truppen) teilweise vorläufige Dienstgrade bekamen bzw. bekommen sollten.
WHNS: Wartime Host Nation Support (etwa: Unterstützung durch die Gastgebernation in Kriegszeiten);
das nur am Rande und sehr sehr grob beschrieben!

rubeck1
07.09.2009, 20:24
noch eine Ergänzung: der vorläufige Dienstgrad orientierte sich an der zivilberuflichen Qualifikation, im öfftl. Dienst, sofern militärisch verwendbar, in etwa an der Besoldungsgruppe oder Vergütungsgruppe.
Der zivile Leiter eines Tanklagers hatte z.B. die Vergütungsgruppe IVa, was in etwa einem Hauptmann entsprach usw.
Hatte man eine gewisse Anzahl von Wehrübungstagen erfolgreich im vorl. Dienstgrad absolviert, konnte dieser endgültig (also militärfachlicher Dienstgrad) zuerkannt werden und man konnte in gewissen Grenzen sogar noch befördert werden. Ob es dieses System noch gibt, weiß ich nicht, da ich seit Ende 1997 (nach 14,5 Jahren) kein Reservist mehr bin und seit zwei Jahren nicht mehr der Wehrüberwachung unterliege.
Kurz: ich bin nicht mehr so ganz auf dem Laufenden, was die Bw-Interna angeht. :confused:

stutta
11.09.2009, 17:53
Frage wann war den dort ein BW Lok drin.

Mein Schwager ist dort in den 60ern und 70ern eine USlok gefahren.
Stutta

rubeck1
12.09.2009, 16:03
Frage wann war den dort ein BW Lok drin.

Mein Schwager ist dort in den 60ern und 70ern eine USlok gefahren.
Stutta
Mein Kenntnisstand bezieht sich auf die späten Jahre des Lagers, als es von der FBG verwaltet wurde. Könnte natürlich sein, dass die Lok die ehemalige US-Lok war, weiß ich aber nicht, versuche es mal herauszufinden.
Die Lok soll von Eisenbahnfans gekauft worden sein, aber auch das ist keine gesicherte Info.

Wolfsrudel89
28.12.2009, 01:44
Hallo,

ich habe aus zuverlässiger Quelle erfahren dass im Munitionslager/ Dahn auf dem Grossen Platz (Heute Firmengelände und Veranstaltungsort des Dahner Zeltes) direkt nach einfahrt ins Depot auch PershingII Raketen gelegen haben.

Weiss jemand mehr? Firefighter vllt. als Ortsansässiger?:D

Firefighter
29.12.2009, 10:36
Hallo,

das is gut möglich das dort Teile von Pershing II-Raketen in den Transportcontainern (zwischen)gelagert wurden,
eventuell als Zwischenstopp von bzw. nach Fischbach.

Früher war der heutige Gewerbepark Neudahn I noch bewaldet und hatte im rechten Bereich teilweiße noch ein anderes Niveau, heute endet dort eine Straße am Abgrund.

Kannst du mir die Quelle nennen?

Wolfsrudel89
29.12.2009, 12:41
Hallo Firefighter,

danke für die schnelle Beantwortung!;)

Dass geographisch etwas verändert wurde ist offensichlich.
Vermutlich wurde also der Rechte Hang abgetragen?
Aufgrund deiner Aussage--> Strasse die am Abhang endet.

Und dass dort früher alles Bewaldet war habe ich aus so erzählt bekommen.(Sieht man ja auf bild 3)

Es soll richtig Dichter Wald gewesen sein der selbst an den Strassen nach oben hin relativ Dicht war, das berichtete mir mein Chef auch von Fischbach, als er damals im Hochbau arbeitete un einige Betonfundamente für die Stahlwachtürme in der Area 1 fertigte!(Mit der Firma in der er damals Arbeitete)

PS: Bild 2 von der Neudahn:)

Gruss Manuel

Firefighter
30.12.2009, 11:59
Genau, damals wurden Teile des rechten Hangs abgetragen.
Inwieweit dort der Hang abgetragen wurde kann ich dir leider nicht mehr sagen,
daran erinnere ich mich nicht mehr.

Die Straße endet heute in der Kurve kurz vor den Lagerbarracken 4827.
Anhand den Höhenlinien von einem Kabelplan von 1976 war der dortige Bereich bereits sehr flach, warscheins wurde garnicht sonderlich viel abgegraben.

Zum Waldbestand hab ich auch Pläne, auf dem Plan findet man sehr oft die Nummer 5, diese steht für "Scotch Pine", auf deutsch gemeine Kiefer bzw. Waldkiefer.

Der Waldbestand der Area I in Fischbach vor dem Umbau war ähnlich, wobei der Zaunbereich auch damals schon gerodet war.

Das Bild ist von der Neudahn, das is richtig.
Ist von 2004, heute stehen mehr Gebäude :)

Wolfsrudel89
30.12.2009, 22:33
Genau, damals wurden Teile des rechten Hangs abgetragen.
Inwieweit dort der Hang abgetragen wurde kann ich dir leider nicht mehr sagen,
daran erinnere ich mich nicht mehr.



Habe mich mal versucht, so viel wurde ungefähr abgetragen.
(Ich hoffe du verzeihst mir das verunstaltete Bild):D

Lustigerweise ist nämlich die einfahrt zu dem Abgrund(ehem. Strasse), wenn man hinten Rechts abbiegt noch vorhanden.

Gruss Manuel

matrix
22.01.2010, 10:53
Aufnahmen vom Dahner Lager von 1995: YouTube - Former U.S. Depot Dahn (RASP 972) filmed in 1995 (http://www.youtube.com/watch?v=4SZGsBSbn7o)

Blacky
23.01.2010, 13:56
Hallo,

ich habe aus zuverlässiger Quelle erfahren dass im Munitionslager/ Dahn auf dem Grossen Platz (Heute Firmengelände und Veranstaltungsort des Dahner Zeltes) direkt nach einfahrt ins Depot auch PershingII Raketen gelegen haben.

Weiss jemand mehr? Firefighter vllt. als Ortsansässiger?:D

Nein, zu Beginn der ‘heißen Phase‘ in der ersten Generation der Golfkrieges
Zweiter Golfkrieg ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Golfkrieg)
wurden ausschließlich Cruise Missile
Marschflugkörper ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Marschflugk%C3%B6rper)
und Patriot
MIM-104 Patriot ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/MIM-104_Patriot)
zwischen gelagert. Welches aus den umliegenden Lagern kam. Für Pershings war dies schlichtweg nicht akzeptabel (Sicherheitsgründe wie nahe gelegene stark befahrende Bundesstraße, kein besonderes Sicherheitsanlagen) etc. Sie wurden aber auch nicht im vorderen sondern eher in der Bunkeranlage im hinteren Teil der Area zwischen gelagert. Diese so damals modere Anlagen waren mit modernster Alarmelektronik ausgestattet und mehrfach von Wacheinheiten visuell angefahren worden. Die Zwischenlagerung überzog sich von ein paar Tagen bis einigen Wochen. Je nach Verladekapazität. Die Verladung vollzog sich in der im Bereich Hubschrauberlandeplatz. Falls eine Verladung von statten ging, so mussten alle zivilen Einheiten die nicht mit der Verladung zu tun haben sich zurückziehen bzw. diesen Bereich meiden. Er wurde u.a. auch durch die MP-Einheit abgesperrt.

VTEC INSIDE
27.01.2010, 19:02
Hallo!
Sehr interessant was denn so alles im Lager Dahn gelagert wurde. Hat vielleicht jemand Bilder aus der noch aktiven Zeit des Lagers??? Blacky vielleicht?
Finde die ganzen Lager, ob Fischbach, Dahn oder Salzwoog (wenn auch nur Treibstofflager) sehr interessant und zugleich unheimlich wenn man sich näher mit deren Geschichte befasst.
Wann wurden nochmal die Lager geschlossen? 1995 oder früher?

Gruss Thomas

matrix
28.01.2010, 11:03
Hallo,

die "Schließungsdaten" von U.S. Einrichtungen findet man hier:

http://www.history.hqusareur.army.mil/Base%20Closures.pdf

z.B:

Fischbach Ord Depot Closed 18 Aug 94
Dahn Ammo Depot Closed 17 Sep 93

Das Tanklager betrieb die FBG, daher kann ich nur aus alten Zeitungsartikeln sagen, dass den dort Beschäftigten zum 30.06.1995 gekündigt wurde.

Grüsse.
matrix

VTEC INSIDE
29.01.2010, 17:33
Hallo!
Danke für die Daten! Leider bin ich da noch etwas unwissend und weiß gerade nicht was FBG bedeudet. Dachte immer die US Army war alleiniger Betreiber der ganzen Lager und anschließend irgendwie die Nato. Vielleicht kann mich mal jemand aufklären.:)


Gruss Thomas

rubeck1
29.01.2010, 22:45
Hallo Thomas,
Du liegst gar nicht so falsch: die US-Army war ursprünglich die Betreiberin der POL-Lager (POL= Petrol, Oil and Lubricants; also Sprit, Öle, Schmierstoffe).
Die Lager und die Pipelines wurden dann von der FBG übernommen. FBG steht für "Fernleitungsbetriebsgesellschaft". Dabei handelt es sich um eine bundeseigene GmbH, deren Aufgabe im Betrieb der Tanklager, Abfüllstationen, Pipelines und entsprechender Punpstationen besteht. Dies wird aus sog. Betriebszentralen heraus gesteuert (im Südbereich z.B. in Idar-Oberstein).
Die Fernleitungen sind an den rotweißen Pfählen im Gelände erkennbar, wobei die Pfähle nicht genau über der Leitung stehen; sie dienen der Orientierung bei Kontrollflügen mit Hubschraubern.
Das gesamte System überzieht auch heute noch die Bundesrepublik netzartig und hat auch Verbindung zu großen Verkehrsflughäfen. In Friedenszeiten dient es überwiegend der Verteilung von Flugkraftstoffen an diese Flughäfen.
Die FBG hat übrigens einen eigenen Internetauftritt. Schau mal rein. :cool:

VTEC INSIDE
30.01.2010, 10:32
Hallo Rubeck1!
Vielen Dank für die Aufklärung. Also ist die FBG so eine Art Subunternehmen der NATO bzw. hat im Auftrag der NATO das Lager betrieben. Warum haben die Amis nicht bis zum Schluß das Lager betrieben?
Jetzt weiß ich auch warum im Lager Salzwoog jeder Schalter etc. "deutsch" beschriftet ist.:)

So ein Bundesweites Leitungsnetz mit Sprit ist ja auch nicht gerade ungefährlich und die Leitungen liegen ja wohl doch schon einige Jahrzehnte im Boden. Wenn da mal nix schief geht.....
Für weitere Infos bin ich immer dankbar.

Gruss Thomas

dipl-ing
30.01.2010, 20:06
Mittlerweile ist die HP der FBG fast informationsfrei.
Anbei alte Broschüre als pdf.
War damals herunterladbar.

VTEC INSIDE
30.01.2010, 22:26
Hallo und vielen Dank!

Schon eine sehr informative Broschüre.

Gruss Thomas

Firefighter
30.01.2010, 23:37
Hallo Thomas,

hab hier noch ein PDF von der LBB RLP, hierbei geht es um die Sanierung der CEPS in RLP.

Auch diese Datei gibt es wohl nicht mehr direkt auf der Seite der LBB.

VTEC INSIDE
31.01.2010, 13:38
@Firefighter: Vielen Dank, auch sehr informativ. Weiß jemand wie es eigentlich mit dem stillgelegten Tanklager bei Salzwoog weiter geht? Werden die riesigen erdüberdeckten Tanks irgendwann mal abgerissen oder bleibt das Lager im Dornröschenschlaf?

Gruss Thomas

Betonkopf
31.01.2010, 18:10
Zur Sicherheit der Fernleitungen: Die Leitungen werden regelmäßig gewartet. Sind größere Überprüfungen angesetzt, werden die Arbeiten öffentlich von der FBG ausgeschrieben. Habe gerade vor ein paar Tagen eine solche Veröffentlichung gelesen. Auch bei der Stillegung werden erhebliche Anforderungen gestellt. Ist hier aber im Forum schon mal angesprochen worden.

rubeck1
01.02.2010, 14:36
Hallo Thomas,
Betonkopf hat Recht: blätter mal ein wenig vor, da steht schon was zum Thema...
Aber in Kürze: die Tankkavernen sind mit Stickstoff verfüllt (Dichtigkeit).
Die interessantesten Teile sind bereits abgebaut: die Abfüllanlagen für Kfz, die Entleerungsanlage für Eisenbahnwaggons, der kompette Gleisanschluss mit Lokschuppen und Rangierlok (Hiintherweidenthal hatte deswegen mal insgesamt fünf Bahnhöfe/Anschlussstellen!).
Der Rest ist wohl nicht verwertbar, die ursprüngliche Absicht, dort ein Wertholzlager einzurichten, scheint verflogen...

rubeck1
01.02.2010, 14:39
Die Hinterweidenthaler Bahnhöfe: Hinterweidenthal, Kaltenbach, Hinterweidenthal Ost, Anschlussstelle Tankfarm, FBG-Lager (="Tankfarm").
Für Eisenbahnfreaks: an der Anschlussstelle findet man u.a. zwei Flachkreuzungen, die es sonst so gut wie nicht mehr gibt! (bei Modellbahnern unter dem Begriff "doppelte Kreuzungsweiche" bekannt).

VTEC INSIDE
01.02.2010, 15:07
Hallo!
Als ich da mal so vor ca. 2 Jahren drin war stand der Lokschuppen noch einsam und verlassen im Wald. Ist der jetzt auch noch abgerissen worden? Finde das immer wieder schade. An die Abfüllanlagen für die Tankwagen kann ich mich als Kind noch gut erinnern als wir dort immer vorbeigefahren sind. Hat mich damals schon fasziniert.
Hab das mit dem Stickstoff dort drin auch irgendwo gelesen. Aber für diese riesigen Tanks braucht man ja auch ne Menge Stickstoff, oder. Denke mal daß der Stickstoff drin ist daß sich keine explosiven Dämpfe entwickeln. Die Tanks dürften ja wohl leer sein, oder?

Gruss Thomas

Firefighter
01.02.2010, 15:58
Hallo Thomas,

der Lokschuppen dürfte noch stehen, wenn ich mich richtig erinnere wurden 2005 oder 2006 lediglich die Gleise, die TLS und die RLS abgebaut.

Die Tanks sollten normalerweiße komplett geleert sein, aber wohl nicht gereinigt.
Daher wurden die Tanks mit Stickstoff gefüllt und vermutlich an den Flanschen versiegelt.
Stickstoff ist ein inertes Gas, daher kann selbst bei einer kleinen Menge von Rest-Treibstoff kein explosionsfähiges Gemisch in den Tanks stehen.

In einem anderen aufgegeben Tanklager wurden laut Warnhinweisen sämtliche Tanks und Rohrleitungen mit Stickstoff versiegelt. Allerdings fehlen in der Niederdruck-Pumpstation und der Unterverteilung bereits etliche Flansche und Schieber, daher glaube ich kaum das sich noch überall Stickstoff in den Rohrleitungen befindet, das gleiche gilt für das TL Hinterweidenthal.

Die Gemeinde Hinterweidenthal hatte mal vor, das Gelände komplett zurückzubauen. Da der Rückbau aber einiges an Geld verschlingen wird und das Gelände garantiert auch mit Altlasten kontaminiert ist, kam man von der Idee wohl wieder ab.

Firefighter
01.02.2010, 22:04
Anbei noch ein Bild von der Anschlusstelle zum Tanklager.
In der Mitte ist die von rubeck1 angesprochene "DKW" zu sehen ( doppelte Kreuzungsweiche ). Das linke Gleis führt zum Tanklager, das rechte weiter nach Dahn .

VTEC INSIDE
01.02.2010, 22:37
Hallo!
Danke für die Erklärung. Wenn Du vom Tanklager Hinterweidental schreibst dann meinst Du doch bestimmt das TL bei Salzwoog, oder?
Ich kann mir auch nicht vorstellen daß der Stickstoff über so lange Jahre nicht irgendwohin entweicht.
Wo wurde denn noch ein Tanklager aufgegeben? Ich habe mal bei Google Earth nach dem einige Seiten vorher beschriebenen Tanklager geschaut aber nix gefunden. Hat jemand die Koordinaten?

Gruss Thomas

Firefighter
02.02.2010, 13:01
Hallo,

korrekt, wenn ich von Hinterweidenthal spreche dann meine ich das Tanklager bei Salzwoog. Das TL liegt komplett auf der Gemarkung Hinterweidenthal, daher auch Tanklager Hinterweidenthal ;)

Neben Hinterweidenthal wurde auch im Jahr 1994 das Tanklager Bedesbach bei Kusel aufgegeben.

Das TL befindet sich hier, direkt am Berg in den Hang gebaut:

Bedesbach - Google Maps (http://maps.google.com/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=bedesbach&sll=49.511804,7.975948&sspn=0.010198,0.01929&g=N+49%C2%B0+30.701+E+007%C2%B0+58.543&ie=UTF8&hq=&hnear=Bedesbach,+Kusel,+Rheinland-Pfalz,+Deutschland&ll=49.572883,7.466626&spn=0.005093,0.013733&t=h&z=17)

rubeck1
02.02.2010, 15:55
Interessant ist die Art wie man früher diese Anlagen bezeichnet hat:
das in der Bevölkerung unter "Tankfarm Salzwoog" oder "Tanklager Salzwoog" bekannte Lager wurde offiziell als "Verteidigungsanlage Hinterweidenthal" geführt.
Die landläufig als "Rakentenstellung Braunsberg" bekannte Anlage wurde offiziell als "Verteidigungsanlage Salzwoog" (!) geführt.
Das trifft zwar die Gemarkunsgrenzen und ist korrekt, führt aber zu einer gewissen Verwirrung und damit Verschleierung, die sicher gewollt war.
So benötigte ich z.B. 1985, als ich zum ersten Mal von den Anlagen Dernau und Mayschoß bzw. Bad Neuenahr hörte, eine ganze Weile, bis ich sie dem entsprechenden Objekt zuordnen konnte. Und um die Verwirrung komplett zu machen, kam hinzu, dass das Objekt in "Grafschaft" zu finden sei. Aha.
Das alles in der Örtlichkeit räumlich zuzuordnen, war dann nochmal ein kleines Kunststück. Und fast wäre ich am Abzweig der Klosterstraße vorbeigefahren, dort, wo das Bundesamt für Zivilschutz damals noch seine Außenstelle Marienthal unterhielt. Ich denke, jetzt wird klar, worum es geht...
Übrigens: wenn Du in der Nähe ein noch aktives und frisch renoviertes Tanklager der FBG sehen willst, fahr mal in Richtung Zweibrücken, Abfahrt Wallshausen, dort zur Kirschbachermühle. Und Du wirst direkt am Zaun entlang fahren... Dort ist das in der Region noch einzige aktive POL-Lager der FBG; von außen kann man durchaus das eine oder andere erkennen. Ob man auch rein kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Ausgeschlossen ist es nicht.

rubeck1
02.02.2010, 15:58
Der Ort heißt übrigens "Walshausen" - ein "l" genügt; und es heißt auch nicht Rakentenstellung...
Mit "in der Nähe" meine ich natürlich in der Nähe von Pirmasens, in der Westpfalz.