Wie aus dem vorherigen Posting von mir deutlich wird, bin ich aktiv in der Handelsschiffahrt zur See gefahren. Ich hatte schon in der Ausbildung zum Matrosen (darauf lege ich wert, daß ich keiner der Schiffsmechaniker bin) einen Offizier, der mich zu arbeiten auf der Brücke (Verwaltung) heran zog und mich an die Materie heran führte. abei bekam ich das erste Mal die Unterlagen für den V-fall in die Hände. Es handelte sichd abei um zwei weiße Ordner (beim Kapitän [Alten] warend ann weitere versiegelte Umschläge mit konkreten Befehlen ) mit allegmeinen anweisungen und Vorschiften.
Auf allen Schiffen, die während des kalten Kriegs gebaut worden waren und die von vornherein für die beorderungsreserve vorgesehen waren, waren bestimmte bauliche Maßnahmen getroffen worden, die den meisten Seeleuten als solche gar nicht bewußt waren. So konnte im Unterkunftsbereich ein Teil als sogenannter Zitadellenbetrieb gefahren werden. Ihr könnt Euch das so vorstellen wie den ABC-Schutz bei schutzraumbauten an LAnd. Dazu waren an einem Eingang Waschraum und Umkleide gebaut (als Dekon-Schleuse), Klimaanlange als Überdruck und Umluftbelüftung eingesetzt werden.
(Wir haben es enmal tatsächlich gebraucht: 1986 als wir die Wolke aus Tschernobyl durchfahren mußten. Danach wurden wir in Kiel auch abgemessen und stellenweise noch dekontaminiert durch die Reichsgrauen). Die Feuerlöschanlage wurde dann auch als Decksberieselung eingesetzt, auch das Verfahren war in diesen Ordnern expleziet beschrieben.
Genauso wie das Verfahren des Konvois, der Bau von behelfsmäßigen Tonerzeugern zur Torpedoabwehr, Leckabwehr, Sabotageabwehr (heute sollte man sich besonders dieses Kapitel wieder zu Gemüte führen, befährt man Piraten-gefährdete Gebite wie Horn von Afrika).
Ich habe noch 1992 (also nach dem Mauerfall) die schule in Neustadt besucht und den Lehrgang mitgemacht. Die Lehrinhalte waren unverändert, nur der Bereich Schlüßelverfahren etwas gekürzt, da inhzwischen auch für die Handelsschiffahrt elektronische Schlüßelgeräte eingeführt worden waren. Uns wurde aber der Umgang damit beigebracht worden.
ich kannmal genre nachschauen, ob ich noch Unterlagen habe, aber wenn, dann wird es dauern, weil ich es erst woanders einscannen laßen muß.
Ein weitere Punkt, dem kaum jemand Beachtung schenkte, war, daß alle aktiven seeleute automatisch vom Wehrdienst freigestellt war. Wir wurden ganz normal gemustert. Als ich dann vor den Herrschaften nach der ärtztlichen Untersuchung stand und gefragt wurde, ob ich verweigern wolle, brauchte ich nur mein Seefahrtsbuch vorzulegen und damit war das Thema für mich erledigt. (Kleine Witz am Rande und Ironie der Geschichte. An der Stelle, an der ich dem Truppenarzt stellen mußte, stand einige Jahre später mein Schreibtisch als Zugführer eines Bergungszugs des THW (nach 95 eines Technischen Zugs).
Eine Nachbarin meinte zu meiner Mutter, daß ich es gut, hätte, weil ich nicht zumBund müßte. sie war dann schockiert, als sie die Antwort hörte: "Wieso freigestellt. Er muß keine Grundausbildung machen. Aber wenn es knallt, dann ziehen sie das ganze Schiff mit Besatzung ein. sie gehören dann zur Marine."
Ich hate mich auf die Tankerfahrt spezialisiert. Dort gab es weitere Vorbeietungen: Zum Beispiel hatten wir NATO-Anschlüße, zusätzliche Schußgeräte (für die Seeversorgung während der Fahrt).
Viele dachten, es sei ein Scherz, daß der Mann/Frau als Gefechtsrudergänger bezeichnet wurde, der/duie bei An- und Ablegemanövern, besonderen Fahrsituationen am Ruder stand (trotz aller Elektronik). Das es kein Scherz war, habe ich dann bei unserer Manöverteilhabe bemerkt. Denn ich war damals auf dem Schiff der Gefechtsrudergänger.
So viel dann erst mal für heute.
Hendrik


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