Verpflichtung von Speditionen im Ernstfall

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  • DerNoergler
    Rekrut
    • 22.04.2010
    • 20

    #46
    Aber immer gerne.
    Wie aus dem vorherigen Posting von mir deutlich wird, bin ich aktiv in der Handelsschiffahrt zur See gefahren. Ich hatte schon in der Ausbildung zum Matrosen (darauf lege ich wert, daß ich keiner der Schiffsmechaniker bin) einen Offizier, der mich zu arbeiten auf der Brücke (Verwaltung) heran zog und mich an die Materie heran führte. abei bekam ich das erste Mal die Unterlagen für den V-fall in die Hände. Es handelte sichd abei um zwei weiße Ordner (beim Kapitän [Alten] warend ann weitere versiegelte Umschläge mit konkreten Befehlen ) mit allegmeinen anweisungen und Vorschiften.

    Auf allen Schiffen, die während des kalten Kriegs gebaut worden waren und die von vornherein für die beorderungsreserve vorgesehen waren, waren bestimmte bauliche Maßnahmen getroffen worden, die den meisten Seeleuten als solche gar nicht bewußt waren. So konnte im Unterkunftsbereich ein Teil als sogenannter Zitadellenbetrieb gefahren werden. Ihr könnt Euch das so vorstellen wie den ABC-Schutz bei schutzraumbauten an LAnd. Dazu waren an einem Eingang Waschraum und Umkleide gebaut (als Dekon-Schleuse), Klimaanlange als Überdruck und Umluftbelüftung eingesetzt werden.
    (Wir haben es enmal tatsächlich gebraucht: 1986 als wir die Wolke aus Tschernobyl durchfahren mußten. Danach wurden wir in Kiel auch abgemessen und stellenweise noch dekontaminiert durch die Reichsgrauen). Die Feuerlöschanlage wurde dann auch als Decksberieselung eingesetzt, auch das Verfahren war in diesen Ordnern expleziet beschrieben.
    Genauso wie das Verfahren des Konvois, der Bau von behelfsmäßigen Tonerzeugern zur Torpedoabwehr, Leckabwehr, Sabotageabwehr (heute sollte man sich besonders dieses Kapitel wieder zu Gemüte führen, befährt man Piraten-gefährdete Gebite wie Horn von Afrika).
    Ich habe noch 1992 (also nach dem Mauerfall) die schule in Neustadt besucht und den Lehrgang mitgemacht. Die Lehrinhalte waren unverändert, nur der Bereich Schlüßelverfahren etwas gekürzt, da inhzwischen auch für die Handelsschiffahrt elektronische Schlüßelgeräte eingeführt worden waren. Uns wurde aber der Umgang damit beigebracht worden.
    ich kannmal genre nachschauen, ob ich noch Unterlagen habe, aber wenn, dann wird es dauern, weil ich es erst woanders einscannen laßen muß.
    Ein weitere Punkt, dem kaum jemand Beachtung schenkte, war, daß alle aktiven seeleute automatisch vom Wehrdienst freigestellt war. Wir wurden ganz normal gemustert. Als ich dann vor den Herrschaften nach der ärtztlichen Untersuchung stand und gefragt wurde, ob ich verweigern wolle, brauchte ich nur mein Seefahrtsbuch vorzulegen und damit war das Thema für mich erledigt. (Kleine Witz am Rande und Ironie der Geschichte. An der Stelle, an der ich dem Truppenarzt stellen mußte, stand einige Jahre später mein Schreibtisch als Zugführer eines Bergungszugs des THW (nach 95 eines Technischen Zugs).
    Eine Nachbarin meinte zu meiner Mutter, daß ich es gut, hätte, weil ich nicht zumBund müßte. sie war dann schockiert, als sie die Antwort hörte: "Wieso freigestellt. Er muß keine Grundausbildung machen. Aber wenn es knallt, dann ziehen sie das ganze Schiff mit Besatzung ein. sie gehören dann zur Marine."
    Ich hate mich auf die Tankerfahrt spezialisiert. Dort gab es weitere Vorbeietungen: Zum Beispiel hatten wir NATO-Anschlüße, zusätzliche Schußgeräte (für die Seeversorgung während der Fahrt).
    Viele dachten, es sei ein Scherz, daß der Mann/Frau als Gefechtsrudergänger bezeichnet wurde, der/duie bei An- und Ablegemanövern, besonderen Fahrsituationen am Ruder stand (trotz aller Elektronik). Das es kein Scherz war, habe ich dann bei unserer Manöverteilhabe bemerkt. Denn ich war damals auf dem Schiff der Gefechtsrudergänger.
    So viel dann erst mal für heute.
    Hendrik

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    • rubeck1
      Cold Warrior
      • 06.06.2009
      • 478

      #47
      Sag mal, die Handelsschiffahrt findet sich doch auch irgendwo im Grundgesetz, oder? Muss mal herumsuchen, da klingt mir irgend sowas im Kopf (is ja genug Platz im Hohlraum) wie "...bilden die Handelsmarine" oder so?!
      Das gute alte GG, vor der Wende noch mehr als heute, war übrigens - wenn man mal so sagen darf - d a s Sicherstellungsgesetz überhaupt. Es war und ist Ausfluss der "wehrhaften Demokratie" nach innen und nach außen und dient, richtig verstanden und nicht durch diese Weichei-Politspezialisten unter der Reichstagskuppel verwässert, dem Schutz des Bürgers vor dem Staat
      u n d dem Schutz des Staates vor inneren und äußeren Gefahren.
      Lest das Ding mal aufmerksam: es hat durchaus etwas von einer "juristischen Festung"... Irgendwie genial!
      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
      Interessengemeinschaft "area 1" -
      militärgeschichtlicher Verein e.V.
      www.ig-area-one.de

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      • rubeck1
        Cold Warrior
        • 06.06.2009
        • 478

        #48
        Es ist Art. 27 GG: alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine Handelsflotte.

        Wusste doch, dass da was war. Aber die genaue Bedeutung ist mir nicht klar, auch nicht, ob und wie es mit dem V-Fall zu tun haben könnte.
        Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
        Interessengemeinschaft "area 1" -
        militärgeschichtlicher Verein e.V.
        www.ig-area-one.de

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        • Horner
          Cold Warrior
          • 24.05.2009
          • 1897

          #49
          Moin Rubeck, einen schönen sonnigen 1. Mai,
          ich habe gerade ein bisschen in der Kiste der Ausführung des Gesetzes herumgewühlt und habe Deinen Wortlaut gefunden:

          Art 27
          Ein Service des Bundesministeriums der Justiz in Zusammenarbeit mit der juris GmbH -
          juris - Das Rechtsportal
          - 10 -
          Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte

          Art 33
          (4) Die Ausübung hoheitsrechtlicher Befugnisse ist als ständige Aufgabe in der
          Regel Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu übertragen, die in einem öffentlichrechtlichen
          Dienst- und Treueverhältnis stehen.

          Gruß
          Horner ( Beagle )

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          • Horner
            Cold Warrior
            • 24.05.2009
            • 1897

            #50
            Und da habe ich noch einen Treffer gefunden:

            10.4.7.2 Verordnung zur Sicherstellung des Seeverkehrs
            vom 03.08.1978 - BGBl I S.1210, BGBl III 936-6-4
            Die VO gibt dem BMVBW bzw. den WSD die Ermächtigung, deutsche Reeder, Eigner, Schiffsführer
            u.a. beispielsweise zur Ergänzung der Schiffsausrüstung, zur Beachtung behördlicher Anweisungen
            bezüglich der Ladung, zum Befolgen bestimmter Verhaltensweisen zur Vermeidung von Gefahren sowie
            zur Abgabe von Meldungen beim Anlaufen auswärtiger Häfen zu verpflichten.
            Flottenkommando Fakten und Zahlen 2003
            10 - 10
            10.4.7.3 Verordnung über Zuständigkeiten nach dem Verkehrssicherstellungsgesetz
            (Verkehrssicherstellungs-Zuständigkeitsverordnung - VSGZustV) vom 12.08.1992 - BGBl

            Zu lesen unter:

            http:///www.maritime-technik.de/doku...gkeit_2003.pdf

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            • Horner
              Cold Warrior
              • 24.05.2009
              • 1897

              #51
              Um alles unter einen Hut zu bringen bzw. die Leitlinien zu befolgen mit der ganzen Handlungsweise sind unter diesen Link zu lesen:

              http://www.bevoelkerungsschutzportal-portal.de/cae/servlet/contentblob/589318/publicationFile/15287/Krisenkommunikation.pdf

              http://[pdf]Krisenkommunikation (Lei...nd Unternehmen
              Zuletzt geändert von Horner; 01.05.2010, 09:23.

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              • Horner
                Cold Warrior
                • 24.05.2009
                • 1897

                #52
                Diese Links zeigen sich heute als sehr störrisch, am besten unter: BMI - Startseite des Bundesministerium des Innern

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                • dochol
                  Cold Warrior
                  • 18.05.2009
                  • 629

                  #53
                  Hallo,
                  das Thema könnte aktueller nicht sein: Historie - Massong - Internationale Spedition

                  im Jahr 2010!

                  Und dazu: http://www.bag.bund.de/cln_009/DE/Na...orge_node.html
                  Zuletzt geändert von dochol; 14.05.2010, 21:41.

                  Kommentar

                  • funkmelder
                    Cold Warrior
                    • 03.10.2007
                    • 328

                    #54
                    Das war ein guter Tipp!!!


                    http://www.bag.bund.de/cae/servlet/c...llvorsorge.pdf
                    „Wer die Vergangenheit nicht kennt,
                    wird die Gegenwart nicht verstehen“

                    Kommentar

                    • Horner
                      Cold Warrior
                      • 24.05.2009
                      • 1897

                      #55
                      Moin zusammen,

                      Aktueller in der Form und der Jahreszahl 2010, wird es wohl nicht besser aufgelistet sein, um den letzten " ungläubigen Thomas " davon zu Überzeugen, das es diese Gesetze in ihrer Form, Ausführungen, Gültigkeit überhaupt noch gibt, sowie diese Gesetze weiterhin in Kraft sind und vorerst bleiben.
                      Ich hatte nämlich ein kleines Streitgespräch zu diesem Thema bzw. das die Bundesagentur für Arbeit in einen Krisen und Spannungsfall Arbeitskräfte zu Verfügung zu stellen hat.
                      Der Kollege war der Meinung das ich sehr großen Mist erzähle und das es nicht wahr ist. Ich gab ihm die Antwort, wenn er es nicht glauben will, soll er doch mal beim Informations und Pressestab des Verteidigungsministerium anrufen, um sich zu belehren lassen. Von da an war er ein bisschen unsicher in seiner Haltung, aber ich kann diesen " ungläubigen " schon mal das Verkehrsicherstellungsgesetz an die Nase kleben.

                      Besten Dank für die weitere Interesse in diesem Thema,
                      Gruß
                      Horner ( Beagle )

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                      • TopOfTheRock (†)
                        Cold Warrior
                        • 15.11.2007
                        • 460

                        #56
                        Nehmt es mir nicht uebel, aber ich wundere mich gerade wie man sich an diesem Thema so ergoetzen kann...???
                        Klar gibt es diese Gesetze alle noch, das bestreitet doch niemand, aber glaubt irgendwer ernsthaft dass diese jemals zum Einsatz kommen bzw. dass dies alles dann ueberhaupt lagebezogen praktikabel ist?

                        Das weniger was mit "unglaeubig" als mit Realismus zu tun.

                        Wer soll denn z.B. durchsetzen (und darauf kommt es ja an) dass die Arbeitslosen auch das tun wozu sie die Agentur fuer Arbeit sie einteilt? Die Polizei etwa? Die haette in einer solchen Lage warscheinlich genug anderes zu tun.

                        Wie gesagt, grau ist alle Theorie.....

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                        • Scaleon
                          Cold Warrior
                          • 24.01.2009
                          • 160

                          #57
                          Zitat von TopOfTheRock Beitrag anzeigen
                          Nehmt es mir nicht uebel, aber ich wundere mich gerade wie man sich an diesem Thema so ergoetzen kann...???
                          Klar gibt es diese Gesetze alle noch, das bestreitet doch niemand, aber glaubt irgendwer ernsthaft dass diese jemals zum Einsatz kommen bzw. dass dies alles dann ueberhaupt lagebezogen praktikabel ist? ...... Das weniger was mit "unglaeubig" als mit Realismus zu tun. Wie gesagt, grau ist alle Theorie.....
                          Also ich seh' das nicht so eng mit den "Ungläubigen", der "grauen Theorie" und dem Realismus insgesamt, wenn es zu Themen des Cold War kommt. Auch ich stoße immer wieder auf ungläubige Reaktionen, auf Ablehnung und oftmals sogar auf leichtes Belächeln, wenn ich Fakten aus meiner Zeit im Kalten Krieg erzähle.

                          Diese ungläubigen Reaktionen liegen nicht zuletzt doch wohl auch daran, daß es nur noch relativ wenige Zeitzeugen aus jener Epoche gibt; von denen wiederum die wenigsten bereit sind, auch nur die kleinsten Details aus ehemals hoch-sicherheitsrelevanten Zusammenhängen und/oder Abläufen zu publizieren, sofern sie überhaupt jemals Einblick in solche hatten.

                          Selbst hier, im spezialisierten Cold War Forum, wird doch viel aus irgendwelchen Zweit- oder Drittquellen zitiert, oder wird gar Wikipedia bemüht, wenn es z.B um die Nuklear Waffen und/oder strenggeheimen Nuklear Prozesse aus jener Zeit geht. Da schreiben dann Spezialisten über Atomwaffen und den möglichen Einsatz derselben, die ihr Leben lang noch nie eine scharfe Nuke gesehen haben, geschweige denn jemals auch nur für eine Minute während des Kalten Krieges auf einer Nuklear- QRA im Einsatz waren.

                          Auf dieser Basis bleibt letztlich vieles aus der Epoche des Kalten Krieges nahezu zwangsläufig, "graue Theorie", "nicht glaubwürdig", bzw "realitätsfern". Aber was soll's?! Ist doch trotzdem interessant zu lesen; wie überhaupt das gesamte Cold War Forum m.E. genau den richtigen Mix von interessanten Fakten und sehr angenehmer Unterhaltung hat!

                          Gruß Scaleon

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                          • TopOfTheRock (†)
                            Cold Warrior
                            • 15.11.2007
                            • 460

                            #58
                            Richtig Scaleon, was die Zeit des Kalten-Krieges betrifft hast du voellig recht.

                            Was hier aber diskutiert wird betrifft ja eben HEUTE, das Jahr 2010! Und da habe ich meine Bedenken dass das was alles in diesen Gesetzten noch immer geregelt ist, wie zwangsweise Personalgestellungen durch die Agentur fuer Arbeit in irgendeinem Spannungfall, so wie es dort offenbar vorgesehen ist (habe das selber gar nicht nachgelesen, verlasse mich auf das was hier geschrieben wird) HEUTE funktioniern wuerde.

                            Wie gesagt, die Aufarbeitung dieser Regelungen, wie zu Zeiten des Kalten Krieges galten ist eine dankbare und auch notwendige Sache.

                            Der Glaube dass sich HEUTE ein Arbeitsloser oder Speditionsbesitzer einfach so zu irgendwas verpflichten liesse bzw. ein Spediteur einfach so (auch wenn es dieses Gesetze noch gibt) einen LKW hergibt nur weil einer vom "Amt" das so will, verweise ich mal in die Welt der Fabel.

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                            • TopOfTheRock (†)
                              Cold Warrior
                              • 15.11.2007
                              • 460

                              #59
                              Zitat von Scaleon Beitrag anzeigen
                              daß es nur noch relativ wenige Zeitzeugen aus jener Epoche gibt;
                              Aehem, das ist gerade mal 20 Jahre her. Ich bin selber Zeitzeuge und gerde mal Mitte 40. Wenn ich mir den Altersdurchschnitt der Einwohner der Bundesrepublik so anschaue, sollte es noch gefuehlte 50 Millionen Zeitzeugen des Kalten-Krieges geben.

                              Kommentar

                              • dochol
                                Cold Warrior
                                • 18.05.2009
                                • 629

                                #60
                                Zitat von TopOfTheRock Beitrag anzeigen
                                Der Glaube dass sich HEUTE ein Arbeitsloser oder Speditionsbesitzer einfach so zu irgendwas verpflichten liesse bzw. ein Spediteur einfach so (auch wenn es dieses Gesetze noch gibt) einen LKW hergibt nur weil einer vom "Amt" das so will, verweise ich mal in die Welt der Fabel.
                                Das kannste aber glauben. Von Verpflichtungen abgesehen gibt es hier gewinnorientierte Firmen, die selbst bei kleineren, lokal begrenzten Notlagen freiwillig Material und Personal zu Verfügung stellen.
                                Falls du von dem Bohrlochunfall mit erheblichen Wasseraustritt in der Wiesbadener Innenstadt gehört hast: Da wurden Betonpumpen und -Mischer zum verschließen des Lochs mal einfach so unter Polizeibegleitung vom Hof geholt...

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