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Thema: Sperranlagen - Wo gab es keine und warum?

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    Cold Warrior
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    Standard Sperranlagen - Wo gab es keine und warum?

    Hallo,
    viele der hier tätigen Sperranlagen-Fanatiker dürften mitlerweile eine ganze Menge Erfahrungen gesammelt haben. Fast 4000 Sperren aus ganz Deutschland wurden gefunden und registriert, Sperrlinien aufgedeckt und bestimmte Gegenden gezielt abgesucht, zum Teil mit ernormen zeitlichen und finanziellem Aufwand. Dabei konnten die Sperren in Ihrer Lage und Beschaffenheit definiert werden, Muster und Schemas haben sich ergeben.
    Durch Logik und strategisches Vorgehen konnten Hinweise zu weiteren Sperren gefunden werden und das Netz verfeinerte sich immer weiter.
    Durch einen Hinweis von Geograph habe ich das Ganze mal umgedreht und mir ganz bewusst die Frage gestellt

    "Warum ist an dieser Stelle KEINE Sperranlage zu finden?"

    Bei meiner Suche von der Lahn bis zum Main habe ich zwei-drei Straßen gefunden, die nach der bisherigen Logik auf jeden Fall mit einer Sperranlage ausgestattet gewesen sein müssten. Sperrlinien und Gelände sprechn dafür. Es ließen sich aber auch durch andere "Sucher" keine Spuren finden, auch schon vor Jahren nicht.
    Deshalb frage ich mich zur Zeit, was Ausschlaggebend war, wenn solche Lücken in Sperrlinien auftauchen. Zum einen kann das daran liegen, dass man mit dem Bau der Sperren einfach nicht hinterherkam (grade im etwas grenzferneren Gebiet, in meinem Fall ca. 70 km). Die andere These sagt, dass eine Lücke bewusst gelassen wurde, um den Angriff zu kanalisieren.

    Welche Begebenheiten vor Ort (Infrastruktur, Gelände) und welcher große Gesamtgedanke machen eine Lücke und einen gelenkten Vorstoß sinnvoll?
    Ich bin mir im Klaren, dass dabei auch weitgreifendere Strategien von Bedeutung sind, deshalb richte ich die Frage auch an alle. Im Thema "Was wäre wenn..." habe ich schon sehr schöne Beiträge gelesen, grade in Bezug auf Vorstoßrichtungen.

    Vielleicht kann jemand etwas zu dieser neuen Sichtweise beitragen.

    Einen recht herzlichen Gruß!

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  3. #2
    Cold Warrior
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    Standard

    Hallo Dochol,

    eine sehr gute Frage! Letztlich kann man nur spekulieren. Auch der OP-Plan des V. (US) Korps ist in dieser Hinsicht nicht sehr ergiebig. Vielleicht könnte man den GDPs der Divisionen mehr Details entnehmen, aber diejenigen der Bundeswehr, die beim Bundesarchiv lagern, werden erst nach 50 Jahren freigegeben. 2038 soll ein ganzer Schwung kommen.

    Die These, dass man bis 1989 einfach nicht fertig geworden ist, hat einiges für sich. In diesem Fall müßte man davon ausgehen, dass die noch nicht mit vorbereiteten Sperren versehenen Stellen niedrigere Priorität hatten, weil sie nicht in der vermuteten Hauptstoßrichtung des Angreifers und/oder vergleichsweise leicht auf andere Weise zu sperren waren.

    Wenn es darum gegangen wäre, den Angriff zu kanalisieren, kämen vor allem solche Engen in Frage, die es dem Gegner nicht erlauben, sich nach deren Durchquerung rasch wieder zu entfalten. Wir würden dann also Stellen suchen, die eine Vernichtung des Gegners durch vorbereitete Feuerfelder und/oder massierten Angriff durch Kampftruppen aus mehreren Richtungen erlauben, vor allem in die Flanken (Einschnürung).

    Beide Hypothese kann man prüfen, in dem man das Gelände um die nicht durch vorbereitete Sperren gesicherten Stellen herum genauer analysiert.

    Wirklich hilfreich wären KMZ-Dateien der bekannten Lücken und der umgebenen Sperrlinien.

    Weitere Überlegungen:

    In den Sperrlinien mußten zunächst Stellen offen gehalten werden für eigene zurückweichende Truppenteile. Ob das eine gute Begründung dafür wäre, bestimmte Stellen gar nicht erst mit baulich vorbereiteten Sperren zu versehen, würde ich aber bezweifeln.

    Eine andere Überlegung in entgegengesetzter Richtung: Die NATO-Doktrin (insbesondere Air-Land-Battle der späten 1980er) sah auch schnelle Gegenangriffe vor, wenn sich Opportunitäten boten. Da wäre es unünstig gewesen, wenn man alle Brücken und Straßen völlig zerstört hätte. Auch im Hinblick darauf hätte man Lücken lassen müssen; die entsprechenden Stellen anders gesichert werden müssen. Aber auch hier gilt: Unklar, ob das als Begründung für Lücken in den vorbereiteten Sperrlinien ausreicht.

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