Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 24

Thema: Gedanken zur Grenze

  1. #11
    Cold Warrior
    Registriert seit
    24.01.2009
    Ort
    bei Ramstein, RP
    Beiträge
    160
    "Danke" sagen
    0
    Erhielt 2 Danke für 2 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von condor66 Beitrag anzeigen
    Die innerdeutsche Grenze zog sich auf einer Länge von 1.393 km mitten durch Deutschland...... zerschnitt Verkehrswege, trennte Familien, Verwandte und Bekannte voneinander und prägte das Leben von Millionen Menschen. Die innerdeutsche Grenze entwickelte sich von einer zunächst grünen Grenze zu einer der am besten ausgebauten und gesicherten Grenze der Welt....
    Wenn ich an die ehemalige Grenze denke, dann eigentlich nur im Zusammenhang mit den teilweise sehr schikanösen Grenzkontrollen. Anfang der 70er Jahre (ich hatte eine Freundin in Berlin-West) wurde ich als damals 25 Jähriger oftmals aufs widerlichste schikanös und menschenverachtend kontrolliert. Oftmals waren die Grenzbeamten in meinem Alter, und heute frage ich mich manchmal, was aus diesen Menschen wohl geworden ist. Sitzen die jetzt irgendwo morgens bei „Tchibo“ und lesen die BILD, oder sind in Frühpension, Hartz IV, oder was?! Und wenn ich ihnen heute begegnen würde, was wäre wohl deren Erklärung? „Hab’ halt meinen Job gemacht!“ oder so ähnlich ?! Aber was auch immer, ich fühle nur tiefste Verachtung für diese Menschen. „Gedanken zur Grenze“ sind m.E. daher völlig müßig!
    Gruß! Scaleon

  2. Direkt antworten
  3. #12
    Cold Warrior Avatar von Thunderhorse
    Registriert seit
    09.02.2006
    Beiträge
    1.096
    "Danke" sagen
    1
    Erhielt 118 Danke für 101 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von Scaleon Beitrag anzeigen
    Wenn ich an die ehemalige Grenze denke, dann eigentlich nur im Zusammenhang mit den teilweise sehr schikanösen Grenzkontrollen. Anfang der 70er Jahre (ich hatte eine Freundin in Berlin-West) wurde ich als damals 25 Jähriger oftmals aufs widerlichste schikanös und menschenverachtend kontrolliert. Oftmals waren die Grenzbeamten in meinem Alter, und heute frage ich mich manchmal, was aus diesen Menschen wohl geworden ist. Sitzen die jetzt irgendwo morgens bei „Tchibo“ und lesen die BILD, oder sind in Frühpension, Hartz IV, oder was?! Und wenn ich ihnen heute begegnen würde, was wäre wohl deren Erklärung? „Hab’ halt meinen Job gemacht!“ oder so ähnlich ?! Aber was auch immer, ich fühle nur tiefste Verachtung für diese Menschen. „Gedanken zur Grenze“ sind m.E. daher völlig müßig!
    Gruß! Scaleon
    Wie sahen diese widerlichsten - "menschenverachtenden" Kontrollen denn aus?
    Und wo, Kontrolliert wurde auf beidne Seiten.
    Eventuell in einem Neuen Treat einbringen.

    Thanks.

    TH

  4. Direkt antworten
  5. #13
    Cold Warrior Avatar von nordfan
    Registriert seit
    19.10.2008
    Ort
    Neukirchen / Ostsee
    Beiträge
    164
    "Danke" sagen
    3
    Erhielt 3 Danke für 3 Beiträge

    Standard

    Ok, hast mich überzeugt, sorry, dass ich etwas engstirnig denke, aber meinen Verwandten hatte man auch einige Häuser und Grund und Boden aus der Nase gezogen.
    Hier hat es allerdings mit der Rückführung geklappt, auch wenn meine Tante einen Stasi-Major ( oder EX---) herausklagen musste, der wiederum mit irgendwelchen Seilschaften versuchte sie unter Druck zu setzen. er wohnt jetzt in einem Plattenbau in Berlin.Sicherlich nicht so schön wie vorher, aber er weiss bestimmt , wo die Mikrofone versteckt waren.

  6. Direkt antworten
  7. #14
    Rekrut Avatar von Linebaker
    Registriert seit
    22.07.2010
    Ort
    i.d Nähe von Gießen Hessen
    Beiträge
    17
    "Danke" sagen
    0
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Frage :
    Tritt hier nicht Bundesrecht Bricht Landesrecht?
    LG Linebacker (wen ich das Richtig gelesen Habe )

  8. Direkt antworten
  9. #15
    Rekrut Avatar von Linebaker
    Registriert seit
    22.07.2010
    Ort
    i.d Nähe von Gießen Hessen
    Beiträge
    17
    "Danke" sagen
    0
    Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge

    Standard

    Sorry korrigiere:
    Frage :
    Tritt hier nicht Bundesrecht Bricht Landesrecht in Kraft ?
    LG Linebacker (wen ich das Richtig gelesen Habe )

  10. Direkt antworten
  11. #16
    Cold Warrior Avatar von Horner
    Registriert seit
    24.05.2009
    Ort
    44369 Dortmund
    Beiträge
    1.897
    "Danke" sagen
    154
    Erhielt 51 Danke für 48 Beiträge

    Standard

    Moin zusammen,

    und wenn man dann noch an die Menschen denken tut, die nur wegen ihres Willen zur Freiheit am " Eisernen Vorhang " gestorben sind, fehlen einen die Worte, das ein Regime dieses natürliches Bedürfniss mit Gewalt unterbunden hat.Hierzu habe ich einen passenden Link gefunden:
    http://www.zeitgeschichte-online.de/...saelter_da.pdf
    Gruß
    Horner ( Beagle )

  12. Direkt antworten
  13. #17
    Cold Warrior
    Registriert seit
    15.11.2007
    Beiträge
    460
    "Danke" sagen
    71
    Erhielt 24 Danke für 11 Beiträge

    Standard

    Eine gute Zusammenfassung.

    Was meint unser Grenzexperte Thunderhorse dazu?

  14. Direkt antworten
  15. #18
    Cold Warrior
    Registriert seit
    06.06.2009
    Ort
    Umfeld der "area 1"
    Beiträge
    478
    "Danke" sagen
    102
    Erhielt 112 Danke für 58 Beiträge

    Standard

    Oj, oj, was ist denn hier auf einmal los?
    Also zunächst mal zum Einigungsvertrag, soweit zitiert: hier wird lediglich gesagt, dass die Kompetenzordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland nach Inkrafttreten des Beitritts der Länder aus dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik gilt. Das bedeutet: ein DDR-Gesetz, das nach dem GG ein Landesgesetz wäre, wird nach dem Beitritt Landesrecht, ein DDR-Gesetz, das nach dem GG ein Bundesgesetz wäre, wird Bundesrecht.
    Mit dem Grundsatz "Bundesrecht bricht Landesrecht" hat das nichts zu tun.
    Es ist quasi ein "Vorsortieren" des DDR-Rechts nach den Massstäben des Grundgesetzes. Klingt kompliziert, ist es auch.
    So, jetzt zu den Ossi/Wessi-Klischees: ja, es gab die innerdeutsche Grenze, die von Anfang an als Frontlinie in der Ost-/Westauseinandersetzung gedacht war und nicht als bloße Abgrenzung zweier Staaten. Wobei noch die Frage zu klären wäre, was die DDR eigentlich war: ein zweiter deutscher Staat, wie es die Ost-Verträge und die Regierung Brandt der Form nach faktisch anerkannten oder ein staatsähnliches Gebilde auf deutschem Boden, das - ja was eigentlich? war.
    An dieser Grenze gab es Verletzte und Tote und zwar nur deshalb, weil diese Personen von einem Land in das andere wollten - von der Unfreiheit in die Freiheit.
    Aber: ich persönlich denke auch daran, dass die Menschen in der DDR zweimal versucht haben, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und die Freiheit, die ihnen die glorreichen Kommunisten vorenthielten, zu erkämpfen. Einmal am 17. Juni 1953 und mit einer blutigen Niederlage und ein zweites Mal im Herbst 1989 durch unaufhörliche Demonstrationen und Aktionen, denen das marode filzokratische Gebilde der SED-Herrschaft nichts mehr entgegensetzen konnte. Und die Menschen in der DDR, die vielgeschmähten Ossis!, haben es geschafft, diesen Machtapparat zum Einstürzen zu bringen!
    Es mag Ossis geben, die sich mittlerweile genauso assozial benehmen wie so manche Wessis. Aber es gibt eine große Mehrheit von Menschen im Beitrittsgebiet, die damals alles auf eine Karte gesetzt und die politischen Verhältnisse umgekehrt haben.
    Und die Typen, die an der innerdeutschen Grenze - aber auch sonst in der DDR - ihre kleine Machtposition rüde ausgespielt haben, leben heute vielfach unerkannt und sind brave Bürger geworden. In meiner Zeit im "Aufbau Ost" habe ich vereinzelt solche Exemplare kennen gelernt bzw. wurden sie regelrecht enttarnt.
    Ich habe aber auch solche kennen gelernt, die sich ganz offen zu ihrer Stasi-Vergangenheit oder ihrer Tätigkeit in der Partei bekannt haben.
    Einer von Ihnen hat den Vogel abgeschossen: er war kurz vor dem Ruhestand in einer Behörde und sagte mir ganz offen, dass er erst den Nazis, dann den Roten und jetzt der Bundesrepublik gedient hätte.
    Das gab es alles und gibt es teilweise auch heute.
    Und glaubt doch nicht, dass das Geld, das da hineingepumpt wurde, die ganze Wahrheit ist! Genauso wahr ist doch, dass ganze Wirtschaftszweige der Ex-DDR systematisch und schon zu Treuhandzeiten vernichtet wurden. Da wurde erst gar nicht überprüft, ob sie sanierbar gewesen wären. Es kam ein West-Investor, kaufte den Laden auf und machte ihn platt - damit war gut zu verdienen und eine mögliche Konkurrenz gleich von vorneherein ausgeschaltet.
    Das Bild ist viel bunter und die Wahrheit viel vielschichtiger als ein paar platte Propagandaparolen vermuten ließen...

  16. Folgender Benutzer sagt Danke zu rubeck1 für den nützlichen Beitrag:

    TopOfTheRock (09.08.2011)

  17. Direkt antworten
  18. #19
    Cold Warrior Avatar von Horner
    Registriert seit
    24.05.2009
    Ort
    44369 Dortmund
    Beiträge
    1.897
    "Danke" sagen
    154
    Erhielt 51 Danke für 48 Beiträge

    Standard

    Moin zusammen,

    ich wollte nur mit meinen Beitrag darstellen,das Menschen in ihren natürlichen Sinne der Freiheit, auch so zu leben und dieses Grundbedürfniss aus zu leben, in der Hoffnung,auf ein besseres dasein zu haben.
    Der Freiheitsdrang eines Volkes hat schon in der Geschichte Mauern bröckeln lassen.

    Gruß
    Horner ( Beagle )

  19. Direkt antworten
  20. #20
    Cold Warrior
    Registriert seit
    03.03.2009
    Beiträge
    486
    "Danke" sagen
    59
    Erhielt 82 Danke für 62 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von nordfan Beitrag anzeigen
    Die Herrenhäuser im Osten war ja auch deren Eigentum, nur wurden sie von solchen Möchtegern-Gleichmachern wie Ulbricht und Konsorten einfach enteignet. Und da die DDR in die BRD übergegangen ist , und nicht umgekehrt, gilt nun mal Wessi-Recht.
    Nur daß im "Wessi-Recht" die Enteignungen durch die DDR durchaus in ihrer Form rechtskonform gewesen wären.
    Daß dich der Staat in Westdeutschland - auch heute noch - jederzeit enteignen kann wenn er dein Grundstück haben will ist dir schon klar?

    Art. 14 GG:
    (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt.

    Das näher regelnde Gesetz ist das Baugesetzbuch, §§ 85-122.

    Zum "Wohle der Allgemeinheit" gehören durchaus vom örtlichen befugten Entscheidungsträger beschlossene städtebauliche Maßnahmen und die Zuführung eines Grundstücks oder Gebäudes zu einer vom Entscheidungsträger (insbesondere durch Bebauungspläne) festgelegten Nutzung.
    Zur Entschädigung wird hier der Verkehrswert des enteigneten Gutes festgelegt. Hier kommt dann der Unterschied: Da in der ostdeutschen Planwirtschaft der Staat den Verkehrswert zentral steuernd festlegte, kann er auch durchaus einen beliebig geringen Verkehrswert ansetzen - und entsprechende (geringe) Entschädigungen gab es durchaus, sowohl für weiter in der DDR lebende Staatsbürger als auch Geflüchtete ("Ausländerdevisenkonten").

    Gerade bei aus der DDR Geflüchteten kann man darüber hinaus auch etwas aus Art. 14 (2) (dem "Eigentum verpflichtet"-Absatz) konstruieren. Deren in der DDR verbliebener Besitz wurde schließlich lediglich dem "Wohl der Allgemeinheit" zugeführt.

  21. Direkt antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •