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Thema: Minenwurfsystem Skorpion der Bundeswehr

  1. #1
    Cold Warrior Avatar von Ritchie 66
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    Standard Minenwurfsystem Skorpion der Bundeswehr

    Hallo,
    hier ein Bild des von der Bundeswehr eingeführten Minenwurfsystems Skorpion. Auf dem zweiten Bild sind AT - 2 Panzerabwehrminen zu sehen die vom Fahrzeug aus ausgestoßen werden. Soweit mir die Besatzung erklärt hatte, lässt sich die Wurfmine AT - 2 auf sechs verschiedene Zeiteinstellungen programmieren zwischen 6 und 96 Stunden. Damit können temporär Geländeabschnitte für den Gegner gesperrt werden und so seine Bewegungen kanalisiert werden. Nach Ablauf der programmierten Einstellung neutralisiert sich die Mine selbst. Die AT - 2 ist primär zum Einsatz gegen gegnerische Fahrzeuge gedacht, versucht ein gegnerischer Soldat jedoch die Mine aufzunehmen detoniert sie jedoch ebenfalls.

    Die AT - 2 durchschlägt jede bekannte Bodenpanzerung bis zu einer Stärke von 70 mm. Die Wirkladung der Mine beträgt 745 Gramm RDX.

    Zur Selbstverteidigung im Einsatz verfügte die Besatzung über ein Maschinengewehr auf Laffette im Kaliber 7,62 x 51 mm sowie zwei Maschinenpistolen MP 2 Uzi im Kaliber 9 x 19 mm.

    Gruß
    Richard

    PICT0028.jpg

    Minenwurfsystem Skorpion der ehemaligen Panzerpionierkompanie 120 der
    Panzer Brigade 12 "Oberpfalz". Aufgenommen im Jahre 2000 / 2001 bei einem
    Tag der Garnison in Amberg / Oberpfalz.

    PICT0027.jpg

    Wurfmine AT - 2.

    http://www.panzerbaer.de/types/bw_minwrf_skorpion-a.htm
    Geändert von Ritchie 66 (28.01.2013 um 11:19 Uhr)

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  3. #2
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Was versprach man sich denn vom Minenwurfsystem Skorpion, welches 1985/86 (?) bei der PiTrp. eingeführt wurde?
    Waren die durch Rohrartillerie verschossenen Wurfminensperren nicht genug.... Gut, 6 Minenwurfeinheiten mit 600 PzAbwehrminen für Minensperre von 1.500 Meter Länge und rund 50 Meter Breite sprechen natürlich für sich...

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  5. #3
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Gut, 6 Minenwurfeinheiten
    a) Wieso nur sechs Einheiten Minenwerfer Skorpion? Wenn wir von Stand 1989 ausgehen, sah die StAN bei der Division vor
    - je 4 MiW pro Brigade- Panzerpionierkompanie = 12
    - 6 MiW im Division-Pionierbataillon
    Gesamt pro Divison 18.

    b) Hinzu kommen noch 12 Minenverlegeanhänger.

    c) Der technische Aufwand beim Verschuß von Wurfminensperren durch die Artillerie war ungleich höher, zudem wurde die Artillerie dadurch anderen Aufgaben entzogen. Artillerie war immer zuwenig vorhanden, es war immer eine Gratwanderung, für welche Aufträge man die wenigen Systeme einsetzte.
    Wurfminensperren Artillerie hätte man nur
    1. entweder in Gebieten eingesetzt, die zunächst noch für eigene Aufträge sperrfrei gehalten werden mussten und nicht noch beim Ausweichen der eigenen Truppen anderweitig gesperrt werden konnten oder
    2. bei Durchbrüchen des Angreifers, die anderweitig nicht zu stoppen waren.
    Abgesehen davon war der Verschuß von Wurfminensperren Artillerie auch immer ein Logistikproblem. Diese Munitionsart war nur begrenzt vorhanden.

    d) Wurfminensperren aller Art wären bevorzugt dort verwendet worden, wo Gelände nur für eine bestimmte Zeitdauer ( 3 - 96 Stunden) gesperrt, aber danach wieder nutzbar sein sollte, z.B. für Gegenangriffe.

    e) Für Sperren, die dauerhaft Verwendung finden sollten, wären die Verlegeminen zum Einsatz gekommen. Sie hatten eine Wirkzeit von 40 Tagen, waren während dieser Zeit nicht aufnehmbar und hatten dadurch einen erheblich höheren Räumwiderstand.
    Laut Ausbildungsmaterial der Führungsakademie aus den S-3 Verwendungslehrgängen ging man bei den Verlegeminen von 100 % Totalausfall bei auf die Sperre auflaufenden Fahrzeugen aus. Die Wurfminen wurden dagegen nur mit 90 % Ausfall, davon lediglich 60 % Totalausfall, angenommen.

    f) Die Reihenfolge für die Verwendung der technischen Systeme beim Anlegen von Sperren wäre - wo immer machbar - folgende gewesen:
    1. Minenverlegeanhänger. Dabei hätte man für Sperren in der Tiefe des Raumes auch die Korpspionierbataillone herangezogen, die gem. StAN ebenfalls pro PiBtl über 6 Minenverlegeanhänger verfügten.
    2. Minenwerfer Skorpion
    3. Wurfminensperre Artillerie nur in Sonder- oder Notfällen.

  6. Folgende 4 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (24.11.2015), klaus_erl (21.11.2015), Maeks (21.11.2015), spanier (20.02.2016)

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  8. #4
    Cold Warrior
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    Ab wann wurden eigentlich Verlegeminen mit begrenzter Wirkzeit eingesetzt? Aus meiner aktiven Zeit sind mir die nicht erinnerlich, was aber andererseits auch an meiner Vergesslichkeit liegen könnte.

    Die Skorpione wurden damals gerade eingeführt. Da wir nur die Basisfahrzeuge aber noch nicht die Wurfaufbauten hatten setzte man sie als kleine Lastentransporter ein. Besonders bei Leerfahrten erforderte das wegen des weit vorne liegenden Schwerpunkts einiges Fingerspitzengefühl vom Fahrer.

    Klaus

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  10. #5
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Ab wann Verlegeminen mit begrenzter Wirkzeit tatsächlich in der Truppe vorhanden waren, weiß ich leider nicht. Im Taktikunterricht an der Offizierschule wurden sie jedenfalls schon 1984 gelehrt. Beschafft wurden die Anhänger ab 1985.
    Im Anhang zwei Bilder von diesem System.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

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  12. #6
    Cold Warrior
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    Ich war ja 1983/84 bei der BW in Bogen und Weiden (PiBtl 4, PzPiKp 100). Evtl. wurden sie da gerade eingeführt und waren noch nicht bis in die Oberpfalz vorgedrungen.

    Mir sind jedenfalls die "klassische" DM11 und ein mehr käselaibförmiger Nachfolger (DM21?) in Erinnerung geblieben als Panzerabwehrminen. Die AT2 wurde wegen der unvollständigen Gerätschaften nur theoretisch behandelt, der Verlegeanhänger gar nicht.

    Klaus

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  14. #7
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Dann bedank ich mich ganz herzlich für die detaillierte Antwort.

    Panzerabwehr/-bekämpfung stand im Vordergrund, gibt es auch zu Antipersonenminen/Schützenminen noch HDv aus jener Zeit? Welchen Stellenwert hatten die während des Kalten Krieges?
    1996: Verzichtserklärung durch Verteidigungsminister Rühe.

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  16. #8
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    Papiere aus der Zeit habe ich überhaupt nicht mehr, leider.
    1983/84 waren Schützenminen noch wesentlicher Teil der Ausbildung bei uns. Sowohl der Umgang mit der Druckmine als auch mit der Splittermine wurde geübt, auf WP-Typen wurde in der Theorie eingegangen.

    Klaus

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  18. #9
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Hallo Klaus,

    ich habe es gefunden. WP: Liste von Bundeswehrmunition
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...munition#Minen

    Panzerminen

    • DM1399 - DM1399 Panzerabwehrwurfmine (HEAT) AT-2 MARS verlegt
    • DM1274 - DM1274/ DM1274A1 Panzerabwehrwurfmine (HEAT) AT-2 Skorpion verlegt
    • DM1233 - DM1233 Panzerabwehrwurfmine (HEAT) AT-2 Leichtes Artillerieraketensystem (LARS) verlegt (ausgesondert)
    • DM11 - DM11 KL51 Panzerabwehrverlegemine händisch metalllos und fast ausschließlich aus Sprengstoff bestehend, ausgesondert
    • DM12 - DM12 KN57 Panzerabwehrrichtmine händisch Mine mit Hohlladungswirkung, die horizontal gegen Fahrzeuge wirkt
    • DM18 DM18/ DM18A1 KN30 Panzerabwehrverlegeübungsmine händisch Übungsversion der DM11 Panzermine
    • DM21 - DM21 KN53 Panzerabwehrverlegemine händisch oder von Fahrzeugen abgeworfen
    • DM28 - DM28 KL06 Übungspanzerabwehrwurfmine Skorpion verlegt
    • DM31 - DM31 KN55 Panzerabwehrverlegemine händisch oder mit Minenverlegeranhänger schwedische Panzermine „Stridsvagnsmina 6 Version FFV 028 SN“
    • DM58 - DM58 Übungspanzerabwehrrichtmine händisch Übungsversion der DM12 Panzerabwehrrichtmine


    Schützenminen

    • DM11 - DM11 KP01 Schützenabwehrverlegemine händisch Lizenzfertigung der schwedischen Truppmina-10, nicht mehr im Bestand der Bundeswehr, da auch Schützenabwehrmine (Ottawa-Konvention)
    • DM18 - DM18/ DM18B1 KP02 Schützenabwehrverlegeübungsmine händisch Übungsversion der DM11 Schützenmine, die DM18B1 ist eine umgebaute DM11
    • DM28 - DM28 KM06 Schützenabwehrverlegeübungsmine händisch Übungsversion der DM31 Schützenmine
    • DM31 DM31 KL95 Schützenabwehrverlegemine händisch Spring-Splittermine, ausgesondert Springmine der deutschen Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes. Sie besteht aus einem zylindrischen Minentopf und einem darin eingesetzten Minenkörper. Der Minenkörper wird durch die Verbrennungsgase einer Ausstoßladung aus dem Minentopf geschleudert und detoniert in einer Höhe von etwa einem Meter. Die im Minenkörper befindlichen Splitter besitzen gegen Personen einen Wirkbereich von bis zu 100 m.
    • DM51 DM51 Schützenrichtmine MON-50 händisch Restbestände der NVA in die Bundeswehr übernommen, ausgesondert


    Steht DM für Druckmine?

    Gruss,

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  20. #10
    Cold Warrior
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    Hallo Emil,

    die Bedeutung von "DM" steht ganz am Anfang des Wikipediaartikels.

    Klaus

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