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Thema: Die Schwere Panzerfaust Carl Gustaf

  1. #31
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von 7.PzDiv Beitrag anzeigen
    Die schwere Panzerfaust ist nicht durch die leichte Panzerfaust ersetzt worden. ... Die schwere Panzerfaust war schon Anfang der 80er nicht mehr für die Panzerabwehr vorgesehen.
    Aber es wurde durchaus die leichte Panzerfaust durch die schwere Panzerfaust ersetzt. Außerdem war die sPzFst bis Ende der 1980er Jahre in zahlreichen Truppenteilen des Territorialheeres sehr wohl für die Panzerabwehr vorgesehen.

    Als beim Feldheer die leistungsgesteigerte leichte Panzerfaust eingeführt wurde, kamen die freiwerdenden schweren Panzerfäuste zu anderen Truppenteilen. Die Feldjägertruppe rüstete bei Einführung der Heeresstruktur 4 komplett um. Wir gaben die leichten Panzerfäuste ab und erhielten die schwere Panzerfaust. Über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme braucht man nicht zu diskutieren - von wegen Größe und Handhabbarkeit dieser Waffe bei einer Truppengattung, die meistens in recht kleinen Teileinheiten eingesetzt ist.

    Da ein Teil der Feldjäger nach Ende des Aufmarsches zum Feldheer getreten wäre, hätte es absehbar Versorgungsschwierigkeiten für die Panzerfäuste dieser Kompanien gegeben, da eben die HL-Munition für die schwere Panzerfaust beim Feldheer nicht mehr in der Versorgungskette war. Es gab also sofort Proteste von seiten der G-4-Abteilungen der Korps und Divisionen. Binnen weniger Jahre hatte das sogar das Ministerium erkannt und so erfolgte ab etwa 1987/88 der Schritt zurück. Schwere Panzerfaust abgeben, leichte Panzerfaust wieder empfangen.

    Bei zahlreichen Geräteeinheiten des Territorialheeres spielte sich das gleiche Spiel ab. Es gab sogar nicht aktive WHNS-Verbände, die man mit der schweren Panzerfaust "beglückte".

    Der einzige Vorteil der Ära "schwere Panzerfaust" bei den Feldjägern war, das es bei Truppenübungsplatzaufenthalten Gefechtsmunition ohne Ende für diese Waffe gab, so dass wirklich ausgiebig mit den HL-Patronen geschossen werden konnte. Das steigerte die Handhabungssicherheit deutlich. Die Gefechtspatrone der sPzFst hatte ja die Besonderheit, dass vor dem Schießen der sog. "Vorstecker", ein Sicherungssplint vorne am Zünder entfernt werden musste. Dieser Handgriff konnte mit den Übungsschießgeräten, mit denen sonst vor allem geschossen wurde, nicht geübt werden und wurde daher folglich beim Schießen mit Gefechtsmunition gerne vergessen. Folge: Blindgänger im Zielgebiet, zur Freude der Übungsplatzfeuerwerker. Ich erinnere mich allerdings daran, dass Teile der Munition offensichtlich schon recht alt waren und es unverhältnismäßig viele Versager, vor allem der Anzündhütchen, gab. Das hatte den ungewollten Effekt das eben auch das Verhalten bei Versagern geübt wurde - Abzugsvorrichtung nochmal spannen, nochmal abdrücken und wenn dann immer noch nichts passiert, zwei Minuten im Anschlag bleiben.

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    Farang (21.05.2019)

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  4. #32
    Cold Warrior Avatar von Thunderhorse
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    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Für die schwere Panzerfaust war bei der Bundeswehr die Höchstkampfentfernung für stehende Ziele auf 500 m und für fahrende Ziele auf 350 m festgelegt.
    Quelle: HDv 215/31 Ausbildung mit der schweren Panzerfaust.
    Bei der BW müssten zwei Ausführungen der Carl Gustav verwendet worden sein.
    84mm Carl Gustaf M2
    84mm Carl Gustaf System 550 (M2-550)
    Die technischen Parameter unterschieden sich etwas von einander, auch hinsichtlich der effektiven Reichweite der verwendbaren panzerbrechenden Munition.
    HEAT 450m, Gewicht der Munition 2,6kg
    HEAT 700m, Gewicht der Munition 3,0kg

    Quelle: Janes, verschiedene Jahrgänge u.a..

    Was dann seitens der BW durch DVs festgelegt wurde ist einen andere Seite.

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  6. #33
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    Auf der Suche nach Material war ich auf der englischen Wikipedia unterwegs. Zur Nachfolgerdebatte kann ich nichts beitragen, aber: der Artikel zu Carl Gustav hat enorm viele Quellen, die Online verfügbar sind.
    Schönen Abend noch

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  8. #34
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Schwere Panzerfaust im "Einsatz". Das Foto stammt aus dem Bundeswehrwandkalender von 1970.

    Der Begleittext spiegelt die damalige Einsatztaktik der (ungepanzerten) Panzergrenadiere - also der damaligen PzGrenBtl (mot) bzw. (MTW) wieder:
    "Jetzt nehmen die Panzergrenadiere aus ihren Zugstützpunkten die Feindpanzer unter Feuer, ehe deren Begleitinfanterie zum Schuß kommt."
    Jeder Zug buddelte sich also zur Rundumverteidigung ein - damals übrigens noch ohne Erdarbeitsgeräten in den Bataillonen.

    Dann wird der Text allerdings hochgradig schwachsinnig:
    "So schießt er als Nahkampfwaffe mit der verbesserten Waltherpistole 08."
    1. Die 08 stammte nicht von Walther, sondern war von dem Österreicher Luger konstruiert und wurde dann vor allem von DWM und Mauser gefertigt.
    2. Die Pistole P 1 der Bundeswehr ist keine "verbesserte 08", sondern eine leicht modifizierte P 38 der Wehrmacht. Die P 38 allerdings stammte von Walther.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

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  10. #35
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Zitat Zitat von Hoover Beitrag anzeigen
    Zu Beginn der 90er Jahre hatten wir je Gruppe eine lePzFst (ab ca. 1997 oder 1998 kam dann die PzFst 3). Carl Gustyv hatten wir im ganzen Bataillon nicht mehr, und die Milan war noch nicht da. Also war unsere ganze Panzerabwehr damals auf die lePzFst gesetzt, super, wenn es dann noch ernst geworden wäre.

    Auf dem Schießlehrerlehrgang haben wir dann scharf geschossen. so 20 Schuss lePzFst und 40 PzFst 3 auf Hartziele (die Munitoon war nahe am Ablaufdatum und musste per Munitionsvernichtungsschießen verbraucht werden), dazu einige Schuss Illum mit der Carl Gustav.
    Wir hatten beim PzGrenBtl 352 zu meiner Zeit (99/00) damals die PzFst 3 in den Gruppen und natürlich die MILAN.
    Ich selbst habe nicht mit der PzFst3 geschossen, MILAN war natürlich auch nur den MILAN-Schützen in der Dienstpostenausbildung vorbehalten. Beides wurde aber hauptsächlich am Simulator (wimre in Hammelburg) ausgebildet, da ja kaum noch ÜbMun vorhanden war bzw. zu teuer war.

    Es hatte allerdings jede Kompanie noch mindestens eine Carl Gustaf im Bestand, da diese damals immer noch gerne zum Illum-Schießen genommen wurde. Sie lagen fein säuberlich geputzt und gepflegt in den WaKas, bis es wieder auf den Übungsplatz ging. Ich war im ersten Moment, als unser VU mir das Teil in die Hand drückte, vom Gewicht dieser Waffe überrascht. Ich "durfte" unsere Carl-Gustaf nämlich mal zu einer anderen Kompanie bringen, als die auf Übungsplatz ging.

    Als unsere Kompanie dann im Winter 1999/2000 den Auftrag bekam, die KFOR-Vorausbildung im Bataillon durchzuführen, haben wir sogar nochmals 10 Panzerfäuste3 als "Sonderzuteilung" bekommen und mussten die in Hammelburg abholen. Ein Aufriss, weil "Waffentransport".
    Geändert von DeltaEcho80 (22.05.2019 um 11:01 Uhr)
    „Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel“
    Friedrich Nitzsche

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