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Thema: Sperranlagen in der kreisfreien Stadt Erlangen

  1. #41
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    Ich denke auch, daß Geograph zum Thema Burgberg-Tunnel noch einige Informationen beisteuern kann, denn m. W. hatte er damals auch den Tunnel in der Datenbank eingetragen mit dem Hinweis auf den Einbau von Sprengkammern auf Anordnung der amerikanischen Streitkräfte zu Beginn der 50er-Jahre.

    Grüße


    Rex Danny

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  3. #42
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    Nachdem gestern ein Wiederholungstermin der Tunnelbesichtigung angesetzt war habe ich die Gelegenheit genutzt und selbst einen Blick hineingeworfen. Intensive Inspektion des Klinkermauerwerks der Tunnelauskleidung ergab keinerlei Anzeichen irgendwelcher nachträglich zugemauerter Kammern. Die Steine und auch der Fugenmörtel sahen im gesmten Bereich der Tunnelwand gleich aus.

    Bei genauem Nachdenken erscheint eine Sperre ausschließlich der Bahn an dieser Stelle auch recht widersinnig, weisen die parallelen Verkehrswege A73 und Staatsstraße (ehemals B4) keinerlei Sperren in diesem Bereich auf. Hätte man nur den Bahnverkehr blockieren wollen, so hätte es in der näheren Umgebung mehrere Stellen gegeben wo es mit vergleichbarer Wirksamkeit aber weit weniger nachhaltigen Folgen gegangen wäre.

    Ich schließe mich daher Günthers Ansicht an. Es wäre wirklich interessant was Geograph dazu sagen kann.

    Klaus

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  5. #43
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Für die Behauptung, das in den 1950er Jahren in den Burgberg-Tunnel Sprengkammern möglicherweise vielleicht eingebaut worden sind, hilft evtl. ein Blick auf die damalige geographische Situation. Ich versuche das mal aus Sicht des Taktikers:

    Hier
    https://www.geodaten.bayern.de/histT...332_N_1956.pdf
    gibt es die TK 1:25.000, Ausgabe 1956 für Erlangen und hier die westlich anschließende Karte:
    https://www.geodaten.bayern.de/histT...331_N_1956.pdf

    Bei der damaligen geographischen Situation wäre eine Sperranlage am südlichen Tunnelausgang (Brücke der Eisenbahn über die B 4) am sinnvollsten gewesen:
    a) Sperre wirkt überraschend, da sie von einem vom Norden kommenden Gegner erst (zu) spät erkannt wird.
    b) Ausweichen des Angreifers nach Osten über Burgberg schwierig.
    c) Ausweichen nach Westen wegen Regnitz schwierig
    d) Jede Sperre sollte verteidigt, zumindest aber überwacht werden. Hier hätte man noch den Vorteil, das die Verteidiger aus Sicht des Gegner eine Hinterhangstellung haben und erst spät erkannt werden.
    Eine Sperre tief im Tunnel hätte dagegen weder überwacht noch verteidigt werden können. Ganz im Gegenteil, der Gegner hätte in aller Seelenruhe, geschützt durch die Tunnel, die Sperren beseitigen können (je nach Art der Sperren, natürlich nicht, wenn der ganze Tunnel eingestürzt wäre.
    Allein von daher halte auch ich Sperren im Tunnel für wenig wahrscheinlich.

    Leider wird die Brücke über die B 4 kaum mehr im Zustand von 1956 sein, so das sich auch dort wahrscheinlich keine Sperrvorbereitungen aus der damaligen Zeit mehr erkennen lassen.
    Was in gewisser Weise für Sperreinbauten durch die Amerikaner spricht, ist die Tatsache, das ab 1951 in Erlangen die A-Company des 485th Engineer Combat Battalions stationiert war. Diese Kompanie bereitete ab 1951 Sperranlagen in Nordbayern vor.

    Grüße
    Jörg

  6. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    Guenther (26.08.2017)

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  8. #44
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    Hallo Jörg,

    danke für deine Einschätzung. Eine kleine korrigierende Anmerkung: Die angesprochene Brücke führt die Straße (ex B4) über die Bahn. Allenfalls könnte ich mir in alten Zeiten einen schienengleichen Übergang vorstellen, den man später durch eine Überführung ersetzt hat. Die Darstellung in der alten topographischen Karte ist da offenbar undeutlich. Ich werde mal in meinen Unterlagen zur Ludwig-Süd-Nord-Bahn stöbern ob ich irgendwas zur Historie der Straßenbrücke finde.

    Die Brücke ist noch immer mit den alten gemauerten Sandsteinwiderlagern erhalten, lediglich der Überbau einschließlich seiner Auflagerungen in den beidseitigen Widerlagern schaut erneuert aus. Mir sind bei der auch dort keine Sperrvorbereitungen aufgefallen, diese hätten allerdings auch im alten Überbau (dessen Bauweise mir nicht bekannt ist) oder in den später erneuerten Auflagerbereichen sein können.

    Ein Bild vom aktuellen Zustand findet sich im Netz unter http://www.bxf.de/wordpress/wp-conte...4_ner_7395.jpg. Der schräge Farbverlauf im linken Widerlager dürfte darauf zurückzuführen sein, dass dort früher eine Böschung war und deren dichter Bewuchs den unteren Teil beeinflusste. Die Böschung lässt sich im Bild http://www.bxf.de/wordpress/wp-conte...141121_ner.jpg aus der Bauphase der neuen Brücke für die nebenan errichteten zusätzlichen Gleise noch erkennen.

    Ich hatte in meinem letzten Beitrag noch die A73 nebenan erwähnt. An ihrer Stelle befand sich Anfang der 50er Jahre noch das Bett des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals.

    Klaus
    Geändert von klaus_erl (26.08.2017 um 05:45 Uhr)

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  10. #45
    Cold Warrior Avatar von Guenther
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    Hallo Klaus,

    diese Brücke habe ich bei der letzten Besichtigung des Burgbergtunnels genau in Augenschein genommen. In den beiden brückenwiderlagern ist nichts
    feststellbar das hier Sprengkammern vorhanden waren. Leider hab ich keine Bilder gemacht. Aber du könntest ja dieses Wochenende mal veobeischauen.
    Die gesamte Bahnstrecke Nürnberg - Bamberg ist doch noch bis 28.8. gesperrt.

    gruß günther
    Suche Gliederungen der Heeresstrukturen 2 + 3.
    Außerdem suche ich die letzten Trichtersperren und Sperrmittelhäuser in Franken.

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  12. #46
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Hallo,

    es müssen ja nicht zwingend Sprengkammern in den Widerlagern gewesen sein. Wir kennen die Bauart der Brücke in den 1950er Jahren nicht. Je nach der damaligen Brückenausführung sind auch viele andere Möglichkeiten denkbar.

    Grüße
    Jörg

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  14. #47
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    Zitat Zitat von Guenther Beitrag anzeigen
    Leider hab ich keine Bilder gemacht. Aber du könntest ja dieses Wochenende mal veobeischauen.
    Die gesamte Bahnstrecke Nürnberg - Bamberg ist doch noch bis 28.8. gesperrt.
    Ich habe heute mal hingeschaut, leider wird man aber durch Sicherheitspersonal ferngehalten weil wohl Testfahrten stattfinden. Ich probiere es morgen nochmal.

    Bei der Besichtigung am Donnerstag hatte ich leider keine Kamera dabei weil ich direkt von der Arbeit kam.

    Klaus
    Geändert von klaus_erl (26.08.2017 um 16:43 Uhr)

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  16. #48
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    Weil ich mich nicht wohl fühle war ich heute nicht dort. Ich habe die Zeit zu etwas Literatursuche genutzt.

    Im Buch "Ludwigskanal und Eisenbahn", 2. Auflage von 2003 von Manfred Bräunlein findet sich auf Seite 74 ein altes Foto, das die frühere Situation am Tunnelsüdportal zeigt. Ganz im Vordergrund sind die Brüstungsmauern der Brücke über die Schwabach zu erkennen, dann folgt links, also westlich der Bahn ein Wärterwohnhaus des Postens 10a, dann die mit einem beschrankten Bahnübergang kreuzende Landstraße, wiederum links eine Wärterhütte und dann das Tunnelportal. Leider ist kein Aufnahmedatum angegeben, die Gesamtsituation und Signaltafel an der Bahn lasen aber an die Zeit vor oder allenfalls ganz kurz nach dem ersten Weltkrieg schließen.

    Die Straße lag also schon an der heutigen Stelle, wurde aber erst später über eine Brücke geführt. Ich vermute,dass dies im Zusammenhang mit der Elektrifizierung in den 30er Jahren erfolgte, da zu diesem Zeitpunkt auch andere Bahnübergänge in der Stadt (Güterhallenstraße, Innere Brucker Straße) aufgelöst wurden. Leider reicht ein mir vorliegender Gleisplan des Bahnhofs Erlangen von 1925, der den Zustand vor der Elektrifizierung repräsentiert, nicht so weit nach Norden.

    In einem Buch zur Bundesbahndirektion Nürnberg vermutete ich noch weitere zielführende Informationen. Leider habe ich das Buch momentan nicht auffindbar. Es sieht ganz danach aus dass ich es ausgeliehen und nicht zurückerhalten habe .

    Klaus
    Geändert von klaus_erl (27.08.2017 um 16:14 Uhr)

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  18. #49
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    Hallo,

    ich habe dieses Foto gefunden, dass das Tunnel-Südportal zeigen dürfte:
    https://homepage-creator.telekom.de/...ge/14c6a271aa5

    Hier ist noch ein weiteres Foto der alten Straßenbrücke:

    http://www.hansgruener.de/pictures/k...v_073_2_01.jpg

    Es scheint sich also um eine Stahlträgerbrücke zu handeln. Um so eine Brücke wirksam zu sprengen, bräuchte es keine Sprengkammern in den Widerlagern. Hier lässt sich mit Sprengladungen an den Trägern, am besten mit Schneidladungen viel mehr erreichen. Man kann die Brücke damit so sprengen, dass sie gewissermassen paßgenau als Sperre vor dem Tunnel liegt.

    Grüße
    Jörg

  19. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    klaus_erl (27.08.2017)

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  21. #50
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    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    ich habe dieses Foto gefunden, dass das Tunnel-Südportal zeigen dürfte:
    https://homepage-creator.telekom.de/...ge/14c6a271aa5
    Tut es, aus dem Zug heraus von südlich der Brücke während der Errichtung der zweiten Tunnelröhre und Brücke aufgenommen, noch vor Modernisierung des Berührschutzes.

    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Hier ist noch ein weiteres Foto der alten Straßenbrücke:

    http://www.hansgruener.de/pictures/k...v_073_2_01.jpg

    Es scheint sich also um eine Stahlträgerbrücke zu handeln. Um so eine Brücke wirksam zu sprengen, bräuchte es keine Sprengkammern in den Widerlagern. Hier lässt sich mit Sprengladungen an den Trägern, am besten mit Schneidladungen viel mehr erreichen. Man kann die Brücke damit so sprengen, dass sie gewissermassen paßgenau als Sperre vor dem Tunnel liegt.
    Die Brückenkonstruktion passt auch gut zu den auf dem Bild, das ich verlinkt habe, zu sehenden Betonunterbauten unter den Auflagerflächen der beiden Widerlager. Der aktuelle Überbau ist übrigens auch nicht ganz neu. Er sieht nur so frisch aus, weil für die Anpassung des Oberleitungsberührschutzes die beidseitigen Kappen erneuert wurden.

    Das zweite von dir verlinkte Bild zeigt abseits des Forenthemas auch noch andere für das Auge des Bahnströmers interessante Details. Es ist im Gegensatz zu heute nicht das gesamte Fahrleitungskettenwerk durchgeführt sondern nur der Fahrdraht. Das Tragseil ist am Brückenüberbau fest abgespannt. Wahrscheinlich ist der Fahrdraht auch noch gegenüber der Normalhöhe abgesenkt. Es lässt mich auch etwas zweifeln, ob der Träger aus Stahl ist oder es evtl. eine Beton-Plattenbalkenkonstruktion mit recht hohen Unterzügen ist. Man sieht auf Höhe der Befestigung der Tragseilabspannisolatoren einen Erdungsleiter von links bis rechts durchlaufen, das wäre bei Stahl nicht nötig. Deine Aussage zur Sprengung des Überbaus dürfte dann aber genauso passen.

    Klaus
    Geändert von klaus_erl (27.08.2017 um 20:26 Uhr)

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