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Thema: Bundesmarine im Kalten Krieg

  1. #11
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    Thx...das hat bestimmt einiges an Arbeit gekostet!

    Was ist denn genau die 'Peilzentrale' gewesen...sind damit Nachrichtendienstliche Operationen gegen den Warschauer Pakt gemeint?

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  3. #12
    Rekrut Avatar von Tobi
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    Zitat Zitat von hawkeye Beitrag anzeigen

    Was ist denn genau die 'Peilzentrale' gewesen...sind damit Nachrichtendienstliche Operationen gegen den Warschauer Pakt gemeint?
    Es gab bereits anfangs der 60er Jahre die drei Peiler Nord (Flashöft), Mitte (Soest) und Süd (Langenargen). Das waren HF-Funkempfangsanlagen, die es erlaubten, die Richtung festzustellen, aus der ein bestimmtes Funksignal gesendet wurde. Legt man dann die Richtungspeilungen von 2 oder besser 3 Empfangsanlagen auf der Landkarte übereinander, kann man ziemlich genau bestimmen, wo der Sender positioniert war, der das fragliche Signal abgestrahlt hat. Die Peilung wird umso genauer, je weiter die beteiligten Empfangsstationen voneinander entfernt sind. Deshalb die große Entfernung zwischen Nordsee und Bodensee.

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  5. #13
    Rekrut Avatar von Tobi
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    So, inzwischen hab ich meine Übersicht über die Dienststellen und Verbände der Deutschen Marine seit 1956 korrigiert und erweitert.
    Allerdings könnte ich nach wie vor Hilfe von kompetenten Leuten brauchen, zumal ich ein ähnliches Dokument für die Luftwaffe gerade vorbereite.

    Eine konkrete Frage gleich dazu. Wer hat Informationen über die nicht-aktiven schwimmenden Verbände der Marine zu Zeiten des kalten Kriegs? Hier gab es mindestens:
    Begleitgeschwader (Borkum)
    121. Vorpostengeschwader
    123. Küstenwachgeschwader
    124. Vorpostengeschwader
    126. Küstenwachgeschwader
    Wann wurden diese aufgestellt? Gab es noch mehr davon?
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien

  6. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu Tobi für den nützlichen Beitrag:

    hawkeye (10.10.2015), zaagstra (02.10.2015)

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  8. #14
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    Ich hole das mal aus der Mottenkiste raus.

    Zitat Zitat von Tobi Beitrag anzeigen
    Eine konkrete Frage gleich dazu. Wer hat Informationen über die nicht-aktiven schwimmenden Verbände der Marine zu Zeiten des kalten Kriegs? Hier gab es mindestens:
    Begleitgeschwader (Borkum)
    121. Vorpostengeschwader
    123. Küstenwachgeschwader
    124. Vorpostengeschwader
    126. Küstenwachgeschwader
    Wann wurden diese aufgestellt? Gab es noch mehr davon?
    Ein Thema, das ebenfalls mich brennend interessiert ...
    Gibt es hierzu neue Erkenntnisse, wie z.B. welche Einheiten eingeplant hätten sein können und wo deren Stützpunkt gewesen wäre?

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  10. #15
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    Hier im Forum finden sich die von User Dragoner erstellten Bundeswehr OoBs, in der Datei zur Marine sind diese Geräteeinheiten der Marine bei den jeweiligen Flottillen aufgelistet mit ungefährer Personalstärke und zugeordneten Booten (eigentlich nur Kennungen wie Begleiter 1, VP-Boot 1 etc.).
    Ich vermute mal, das hauptsächlich Boote eingeplant waren, die auf den TÜP, Stützpunkten, im Marinearsenal im Frieden als Sicherungsboote und für andere Zwecke eingeteilt waren. Vielleicht waren sogar Boote des Bundesgrenzschutz oder des Zolls und der Hochseelotsen vorgesehen (diese wären von der Seetüchtigkeit für Einsatz im Küstenvorfeld selbst bei schlechtem Wetter wahrscheinlich gar nicht so schlecht geeignet gewesen und hätten im Kriegsfall mit ziviler Besatzung auf dem offenen Meer sicherlich nichts mehr verloren gehabt). Wenn man die Besatzungsgröße aus den Angaben zur V-Stan von Dragoner hochrechnet, waren max. 8-10 Mann Besatzung vorgesehen.
    Auch ich bin gespannt, ob hier im Forum jemand noch mehr darüber weis, letztendlich findet man schon über die aktiven Marineeinheiten rel. wenig.

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  12. #16
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    Die Bundesmarine verfügte in den 60ern und 70ern über Dutzende alte Minenräum- und Suchboote sowie Arbeitsboote, die aus Beständen der Kriegsmarine oder Nachkriegsorganisationen (Labor Service, Rhine River Patrol etc) stammten. Diese waren an den Stützpunkten, Truppenübungsplätzen, Schulen und z.B. als Verbindungsboote eingesetzt, im Großteil ab Anfang der 60er. Die Geschwader wurden ursprünglich gebildet um diese im V-Fall organisatorisch zusammenzufassen und einer Funktion zuzuführen.

    Der Großteil dieser Boote wurde in den 70ern dann allerdings ausgesondert und verkauft. Neben verbleibenden solchen Booten und den Hafenschleppern und ähnlichen Hafenfahrzeugen der Stützpunkte stand danach dann (als "Gerätebestand") nur noch die Flotille des BWB als Reserve für diese Einheiten zur Verfügung.

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  14. #17
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von kato Beitrag anzeigen
    Neben verbleibenden solchen Booten und den Hafenschleppern und ähnlichen Hafenfahrzeugen der Stützpunkte stand danach dann (als "Gerätebestand") nur noch die Flotille des BWB als Reserve für diese Einheiten zur Verfügung.
    Wobei noch die Frage offen bleibt, ob nicht im Rahmen der "Materiellen Mobilmachungsergänzung" auch Boote und Schiffe von Privat eingezogen wurden, ähnlich wie es auch mit Kraftfahrzeugen und anderem Gerät geschah.
    Anscheinend hat man sich aber in der Frage der Heranziehung ziviler Schiffe noch mehr bedeckt gehalten, als das bei der MatMobErg sowieso der Fall war. Ich zitiere aus einer Bundestagsdrucksache (Große Anfrage der GRÜNEN vom Sommer 1989, Drucksache 11/4836, S. 15):

    d) Frage: Wie viele in der Bundesrepublik Deutschland zugelassene Binnenschiffe werden über das Bundesleistungsgesetz für den Kriegsfall requiriert?

    Antwort: Grundsätzlich unterliegt die Inanspruchnahme aller Binnenschiffe den Vorschriften des Bundesleistungsgesetzes. Die Anzahl der heranzuziehenden Schiffe läßt sich nicht fixieren.

    e) Frage: Treffen Informationen der Fraktion DIE GRÜNEN zu, wonach bei der WINTEX-CIMEX-Übung im März 1987 bereits am zweiten „Kriegstag" 180 Binnenschiffe über das Bundesleistungsgesetz beschlagnahmt waren?

    Antwort: Einzelheiten der NATO-Übung WINTEX-CIMEX unterliegen der Geheimhaltung.
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/11/048/1104836.pdf

    Auch sonst werden in dieser Drucksache eine ganze Reihe interessanter Fragen zur Gesamtverteidigung behandelt.

    Es gab auch spezielle Lehrgänge für Handelsschiffsoffiziere, bei denen diese in wenigen Wochen zum Reserveoffizier ausgebildet wurden. Auch für Funker auf Handelsschiffen gab es entsprechende Einweisungen für den Funkverkehr im Spannungs- und V-Fall. Und nicht zuletzt lagen im Safe des Kapitäns entsprechende, als Verschluss-Sache eingestufte Anweisungen für den Ernstfall. Ich bin mir allerdings nicht mehr ganz sicher, wo ich darüber etwas gelesen habe. Es könnte bei Johannes Berthold Sander-Nagashima, "Die Bundesmarine: 1950 bis 1972 - Konzeption und Aufbau" oder bei Florian Reichenberger, "Der gedachte Krieg: Vom Wandel der Kriegsbilder in der Bundeswehr" gewesen sein.
    Marine ist nun mal nicht mein Schwerpunkt.
    Geändert von Nemere (19.02.2019 um 15:40 Uhr)

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    PI80 (20.02.2019), spanier (05.03.2019)

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  17. #18
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    Moin,

    schaut mal unter https://de.wikipedia.org/wiki/Marineschifffahrtleitung nach. Früher gab es vier Marineschifffahrtsleitstellen (MSLtSt) in Kiel, Hamburg, Bremerhaven und Emden. Es gibt heute noch eine Folgeorganisation Dienststelle in Hamburg, welche zwar etwas geänderte Aufgaben hat.

    Da gibt es spannende Mob-Stellen.

    Viele Grüße
    Leif

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  20. #19
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    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Es gab auch spezielle Lehrgänge für Handelsschiffsoffiziere, bei denen diese in wenigen Wochen zum Reserveoffizier ausgebildet wurden.
    Ich kann mich an eine Fahrt erinnern, an der ein Reservist als Offizier mitgefahren ist.
    Er war Korvettenkapitän, hatte also den selben Dienstgrad wie der Kommandant, da er wohl im Zivilen Kapitän auf großer Fahrt war - seemännisch also pauschal jedem Marineoffizier überlegen.
    Allerdings durfte er kein Kriegsschiff alleine fahren, daher wurde ihm ein (wirklich junger) Leutnant zur Seite gestellt, was dem Reservist übelst aufgestoßen war ...

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  22. #20
    Cold Warrior Avatar von Hoover
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    So ist das eben. Ich bekam als Zugführer einen Lt von einer Sportfördergruppe vorgesetzt. Er sollte sein Truppenpraktikum machen. ZUm Glück sah er ein, dass er nicht so wirklich Plan hatte und wir hatten einen Deal: Ich sagte, was lief, er hörte zu und er bekam am Ende die Loorbeeren. Lief sehr gut.
    "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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