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Thema: Minensperren einstige innerdeutsche Grenze.

  1. #31
    Cold Warrior
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    Es gibt ein Gutachten über ein Restrisiko für bestimmte Flächen entlang der Grenze in Thüringen.
    Website des Thüringer Umweltministeriums hierzu: https://www.thueringen.de/th8/tmuen/...ahr/index.aspx

    Das Gutachten wurde 2012 nach mehreren Minenfunden erstellt, der letzte Fund fand zuvor 2010 statt. Für die in obigem Link kartierten Gebiete besteht ein Betretungsverbot. Meines Wissens gab es seitdem dort aber keine Funde von Schützenabwehrminen, es wird aber auch nicht gesucht.

    Oder etwas politischer: Seitens konservativer Medien (Springer-Verlag) wird ganz gerne eine Menge von 32.000 oder 33.000 Minen kolportiert, für die kein Räumprotokoll vorhanden ist und die demnach seit Mitte 90er als "vermisst" gelten. In z.B. Welt findet sich dementsprechend grob im Jahresturnus ein Artikel, der diese 33.000 Minen in genau obigen Flächen verortet (nach dem Prinzip "die liegen da") und dabei dem Besitzer - eine Stiftung der "grünen" Art, die das umliegende Gelände überwiegend an örtliche Bauern verpachtet - vorwirft seinen angeblichen Verkehrssicherungspflichten nicht gerecht zu werden.

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  3. #32
    Cold Warrior
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    Zitat Zitat von Berlin Brigade Beitrag anzeigen
    Darf ich mal eine kurze OT-Zwischenfrage stellen?

    Wie schätzt Ihr heute die Gefahr ein, an der früheren Grenze noch auf scharfe Minen zu treffen. Kann man da bedenkenlos wandern, Pilze suchen und so oder ist da noch immer Vorsicht geboten? Werden heute noch scharfe Minen gefunden oder überhaupt gesucht?
    Schauste mal hier:
    http://www.cold-war.de/showthread.ph...ht=Minengefahr

    Hatte ich schon was dazu geschrieben.

  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu Thunderhorse für den nützlichen Beitrag:

    Berlin Brigade (05.07.2019)

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  6. #33
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    Zitat Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
    BGSK Oerlenbach. Bergung aus der Minensperre 1970.
    Passt sicherlich hier gut rein.

    DDR-Flüchtling Bernd Geis schwerverletzt aus dem Minenfeld geborgen
    http://www.bgsk-oerlenbach.de/html/historisches.html
    01.01.1970, vor 50 Jahren.

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  8. #34
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    hier ein Auszug aus dem Lexikon zur innerdeutschen Grenze zur Minennachsuche und-räumung:
    Mit dem Abbau von Grenzbefestigungsanlagen und der Minennachsuche an der ehemaligen innerdeutschen Grenze beauftragte das Bundesverteidigungsministerium zwischen 1. Oktober 1991 und 31. Dezember 1992 die Gesellschaft zum Abbau und zur Verwertung von Altanlagen und Altlasten (AVA GmbH). Allein mit der Suche und Bergung der Minen waren ca. 1.800 ehemalige Grenzsoldaten beschäftigt. Vom 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1995 wurde diese Aufgabe von der Gesellschaft zur Rekultivierung und Verwertung von Grundstücken mbH (GRVmbH) durchgeführt. [...]
    Das Ergebnis der Minennachsuche wurde für jedes ehemalige Minenfeld protokolliert, in Karten dokumentiert und von der Bundeswehr als Auftraggeber und Kontrollorgan bestätigt. Insgesamt wurden bis zum Abschluss dieser Minennachsuche und -räumung (Dezember 1995) 1.104 Minen an der ehemaligen Grenze der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gefunden (im Schnitt 3-4 Minen je km minengefährdeter Abschnitt). Allein 630 Minenfunde gab es an der Landesgrenze zwischen dem Freistaat Thüringen und seinen Nachbarländern – dem Freistaat Bayern und den Bundesländern Hessen und Niedersachsen. [...]
    Wie sich bald herausstellte, konnten trotz des aufwendigen Verfahrens nicht alle Minen geortet werden. Es wurden immer wieder einzelne Minen, vor allem Bodenminen PPM-2 Minen im Bereich der einstigen Minensperren aufgefunden. Im einstigen Grenzstreifen bei Behrungen in Südthüringen an der Landesgrenze zu Bayern fand am 10. März 2001 der damals zehnjährige Manuel Erhard eine noch intakte Infanteriemine PPM-2. Er meldete diesen Fund sogleich. Die anschließende Nachsuche mit schwerem Räumgerät förderte zwei weitere Exemplare zutage. Wenige Woche später stolperten Spaziergänger bei Neuhaus-Schierschnitz fast über eine scharfe Mine. 2005 brachte ein Bagger bei Sonneberg eine weitere Mine beinahe zur Explosion. Im Februar 2007 fand ein ehemaliger Grenzsoldat beim Gassigehen mit seinem Hund einen Sprengkörper bei Schlechtsart (Kreis Hildburghausen). Im August 2010 fand ein Ehepaar beim Pilzsammeln in einem Waldstück am Froschgrundsee bei Schalkau im Landkreis Sonneberg eine scharfe Antipersonenmine vom sowjetischen Typ „PMN“.
    Hardi

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  10. #35
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    Zitat Zitat von hardi Beitrag anzeigen
    hier ein Auszug aus dem Lexikon zur innerdeutschen Grenze zur Minennachsuche und-räumung:
    Mit dem Abbau von Grenzbefestigungsanlagen und der Minennachsuche an der ehemaligen innerdeutschen Grenze beauftragte das Bundesverteidigungsministerium zwischen 1. Oktober 1991 und 31. Dezember 1992 die Gesellschaft zum Abbau und zur Verwertung von Altanlagen und Altlasten (AVA GmbH). Allein mit der Suche und Bergung der Minen waren ca. 1.800 ehemalige Grenzsoldaten beschäftigt. Vom 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1995 wurde diese Aufgabe von der Gesellschaft zur Rekultivierung und Verwertung von Grundstücken mbH (GRVmbH) durchgeführt. [...]
    Das Ergebnis der Minennachsuche wurde für jedes ehemalige Minenfeld protokolliert, in Karten dokumentiert und von der Bundeswehr als Auftraggeber und Kontrollorgan bestätigt. Insgesamt wurden bis zum Abschluss dieser Minennachsuche und -räumung (Dezember 1995) 1.104 Minen an der ehemaligen Grenze der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gefunden (im Schnitt 3-4 Minen je km minengefährdeter Abschnitt). Allein 630 Minenfunde gab es an der Landesgrenze zwischen dem Freistaat Thüringen und seinen Nachbarländern – dem Freistaat Bayern und den Bundesländern Hessen und Niedersachsen. [...]
    Wie sich bald herausstellte, konnten trotz des aufwendigen Verfahrens nicht alle Minen geortet werden. Es wurden immer wieder einzelne Minen, vor allem Bodenminen PPM-2 Minen im Bereich der einstigen Minensperren aufgefunden. Im einstigen Grenzstreifen bei Behrungen in Südthüringen an der Landesgrenze zu Bayern fand am 10. März 2001 der damals zehnjährige Manuel Erhard eine noch intakte Infanteriemine PPM-2. Er meldete diesen Fund sogleich. Die anschließende Nachsuche mit schwerem Räumgerät förderte zwei weitere Exemplare zutage. Wenige Woche später stolperten Spaziergänger bei Neuhaus-Schierschnitz fast über eine scharfe Mine. 2005 brachte ein Bagger bei Sonneberg eine weitere Mine beinahe zur Explosion. Im Februar 2007 fand ein ehemaliger Grenzsoldat beim Gassigehen mit seinem Hund einen Sprengkörper bei Schlechtsart (Kreis Hildburghausen). Im August 2010 fand ein Ehepaar beim Pilzsammeln in einem Waldstück am Froschgrundsee bei Schalkau im Landkreis Sonneberg eine scharfe Antipersonenmine vom sowjetischen Typ „PMN“.
    Hardi

    Bei der Nachsuche wurden keine weiteren Minen gefunden. Die beiden erwähnten wurden vor der Sichtung der PPM-2 im März 2001, im Bereich östlich Behrungen, Geländebezeichnung auf westlicher Seite "Seeben", gefunden.

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  12. #36
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    der angebotene Link lässt sich leider nicht mehr öffnen.
    Hardi

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  14. #37
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    Zitat Zitat von hardi Beitrag anzeigen
    der angebotene Link lässt sich leider nicht mehr öffnen.
    Hardi
    Welcher Link ist da angedacht?

    Dieser:
    http://bgsk-oerlenbach.de/data/docum...01.01.1970.pdf

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  16. #38
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    Paar Hinweise zur Perspektivplanung ab 1978:

    Die MS83 war eine Weiterentwicklung der MS66 und ersetzte diese nach Räumung der Minen und Neubau der Anlage.
    Dort wurden nur noch Minen eingebaut, die maschinell verlegt und geräumt werden konnten. Bis 1985 war dies die Mine PPM-2.

    Die Anlagen 501/701 sollten nie die Minensperren 66 bzw. dann 83 vollständig ersetzten.
    In der Konzeption 1978ff war geplant als Ausbaustand;
    730 km Minensperren mit Gerät SM70, das wären 146 Anlagen bei einer Länge von je 5km
    GKN 65 Anlagen
    GKS 81 Anlagen

    Ferner insgesamt 100km Bodenminen in der MS66, später dann MS83.
    Je 50km im GK Nord und Süd.
    Der Länge der MS mit Bodenminen fußte auf einer Berechnung, dass die Minenräumkompanien jedes Jahr je GKdo. ca. 10km Minen räumen und neu verlegen konnten.
    Man ging von einer Einsatzdauer von 5 Jahren bei den verwendeten Minen aus.
    Damit wären alle 5 Jahre die MS neu angelegt worden.
    Insgesamt sollten damit 830km Minensperren errichtet werden.

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  18. #39
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    Zum Ende der DDR lagerten in grenznahen Depots (Verfügung NVA/WV) und bei den Grenztruppen zahlreiche Minen und Sprengstoff.

    Lager Schneckengrün

    - 22.000 Panzerminen
    - 30.000 Infanterieminen
    - 35 Tonnen Sprengstoff

    Lager Peckwitz

    - 15.000 Panzerminen
    - 7.500 Infanterieminen
    - 15 Tonnen Sprengstoff


    Die Lager wurden mit Befehl 30/90 vom 07.03.1990 geräumt.
    Abgabe an Zentrale Lager des MfNV.

    Munitionslager 26 wurde aus dem Bestand der GT herausgelöst und als Munitionslager 52 dem stellv. Minister und Chef Technik und Bewaffnung (MfNV) unterstellt.

    Im Bestand der GT befanden sich:
    86.483 Panzerminen
    65.673 Infanterieminen (PPM-2)
    1.120 Überaschungsminen

    137,9 t Sprengstoff

    etc..

    Bei den Überraschungsminen im Bestand der GT handelte es sich um Minen des Typ:
    MS-3 (UdSSR)

    http://www.nolandmines.com/explosive...s/minesMS3.htm

    Foto PDF Dokument, Archiv TH
    Quelle: Minenunterlagen des WV bzw. NVA
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien

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  20. #40
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    Zitat Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
    Kopie aus den Unterlagen der NVA 1976.
    PMP71
    Archiv TH
    Nachdem es am 2020-09-05 einen Fund von Minenresten und 2 "scharfen" PMP-71 bei Neuhaus-Schierschnitz gegeben hat, hab ich mal ein bisschen Pläne gewälzt und gerechnet.
    https://www.mdr.de/thueringen/sued-t...HZAKsYpW95gkeM

    Die Minensperre (14 MF) befand sich no Neuhaus-Schierschnitz, war 2,1km lang und ging bis in den Bereich so Schwärzdorf.
    Bei einer Dichte 4 lagen dort 8480 PMP-71.
    Geräumt wurden die 14 MF 1984/9185.

    Schade dass die Nahaufnahme so blöd abgeschitten ist und man nicht die gesamte Minenoberseite (mit den beiden Ösen) erkennen kann.

    Insgesamt gab es 13 Minensperren unterschiedlicher Länge und Anzahl von Minenfeldern an der ehemaligen innerdeutschen grenze.
    Insgesamt wurden auf rund 90 km, 134 400 PMP-71 verlegt.
    In ujnterschiedlicher Dichte (3, 4 und 5).

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