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Thema: Gerätedepot Spaichingen [BW]

  1. #1
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    Standard Gerätedepot Spaichingen [BW]

    Hallo miteinander!

    Ich habe das "Glück" neben einer Kleinstadt mit recht bewegter militärischer Geschichte zu wohnen. Da dies mein erster Post zu einem Depot ist, bitte ich um Nachsicht bei etwaigen Fehlern.


    Im OOB Ausgabe 3 (1989) steht für den Standort Spaichingen, auf Seite 468:

    Lehmgrube 1
    Gerätedepot SPAICHINGEN
    - Datenfernübertragungstrupp 860/2
    - Depot-Wach- und Sicherungszug GerDp SPAICHINGEN (GerEinh)
    - Depotumschlagzug GerDp SPAICHINGEN (GerEinh)
    - Depotinstandsetzungsgruppe GerDp SPAICHINGEN (GerEinh)
    - Feldpostleitstelle 72 (GerEinh)
    Standortfernmeldeanlage 516/244


    Ich vermute schwer, das die Ortsangabe "Lehmgrube 1" auf eigentlich 2 Standorte verteilt war, bzw das Gelände früher deutlich größer.

    Ich war auf dem Gelände des (meine ich) Gerätedepot im Wald, von dem leider nur noch wenig übrig ist. Bilder und kmz im Anhang.


    Was mich irritiert: Wieso ist an der Fassade der Bunker jedes metallische Bauteil mit dem Blitzableiter verbunden? Man sagt sich, das hier auch Munition gelagert wurde, schon im 2. WK. Auf dem Gelände werden in regelmäßigen Abständen alte Minition und Sprengkörper gefunden, was meine Vermutung in die Richtung bestätigen könnte..


    Bilder der weiteren Gebäude, etwa 2km entfernt, werde ich noch nachreichen. Dort ist mittlerweile ein Industriebetrieb angesiedelt.



    Korrekturen und Vorschläge sind natürlich erwünscht.
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  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu sebisgrube für den nützlichen Beitrag:

    Rex Danny (12.09.2017)

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  4. #2
    Cold Warrior Avatar von Guenther
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    Hallo,

    den Bildern nach könnte es früher eine Muna gewesen sein. Gibt es hier noch Bunker !!!!
    Nach meinen Unterlagen war in dem Bereich nichts bekanntes.
    Wenn möglich bitte nch mehr Bilder
    Suche Gliederungen der Heeresstrukturen 2 + 3.
    Außerdem suche ich die letzten Trichtersperren und Sperrmittelhäuser in Franken.

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  6. #3
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    Avatar von Rex Danny
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    Hallo, Sebastian !

    Das von Dir besuchte und fotografierte Gelände gehörte nicht zum Gerätedepot Spaichingen. Das Gerätedepot war nur in der Liegenschaft Lehmgrube 1 und bevorratete dort Material für das Versorgungskommando 860.

    Die Liegenschaft im Wald war das Munitionslager Spaichingen (Depot de Garnison) der französischen Streitkräfte. Welchem französichen Munitionsdepot es unterstellt war, kann ich Dir leider nicht beantworten. Auch habe ich kein Datum, wann das Munitionslager durch die französische Armee aufgegeben wurde. Ich vermute aber, daß es Anfang der 90er Jahre gewesen sein dürfte.

    Wenn Du weitergehende Angaben erfahren möchtest, empfehle ich Dir, auf www.Geschichtsspuren.de Kontakt zum User "Breitenbacher" aufzunehmen, da dieser ein Kenner der französischen Depots in der dortigen Gegend zu sein scheint und er Dir sicherlich weitere Informationen geben kann.

    Grüße


    Rex Danny
    Geändert von Rex Danny (13.09.2017 um 01:14 Uhr)

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  8. #4
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    Dann war meine Vermutung richtig.

    Aber zur Lehmgrube 1 hab ich auch noch Bilder, die Folgen. Danke für die Infos!

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  10. #5
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    Zitat Zitat von sebisgrube Beitrag anzeigen
    Was mich irritiert: Wieso ist an der Fassade der Bunker jedes metallische Bauteil mit dem Blitzableiter verbunden?
    Das nennt sich Blitzschutz-Potentialausgleich. Heutzutage erreicht man den in Stahlbetongebäuden, indem man die Betonbewehrung mit der Blitzschutzanlage verbindet und einzelne Stäbe der Bewehrung (oder zusätzlich eingebrachte Stäbe) verschweißt oder mit stromfesten Klemmen verbindet. Die metallenen Bauteile wie Tür- oder Fensterrahmen werden dann wieder damit verbunden.

    Möglicherweise hatten diese Gebäude ursprünglich keinen Blitzschutz oder er folgte einer alten Philosopie, bei der man Blitzschutz und Gebäudestruktur trennen wollte und wurde nachträglich ertüchtigt.

    Der technische Hintergrund ist, dass der Blitzstrom sehr steilflankig ist und damit sehr große Spannungsunterschiede zwischen vom Blitzschutz durchflossenen Leitern und dem unbeeinflussten Gebäudepotential auftreten. Das kann wiederum zu Überschlägen (Funken) führen. Was das im Zusammenhang mit zündfähigem Material bedeuten kann brauche ich wohl nicht explizit erklären.

    Klaus

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  12. #6
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    Zitat Zitat von klaus_erl Beitrag anzeigen

    Möglicherweise hatten diese Gebäude ursprünglich keinen Blitzschutz oder er folgte einer alten Philosopie, bei der man Blitzschutz und Gebäudestruktur trennen wollte und wurde nachträglich ertüchtigt.
    Das erklärt wieso ich diese Art Blitzschutz noch nicht gesehen habe. Danke!


    Erste "Entdeckung", und dann gleich vertauscht. Ich hoffe das kreidet mir keiner an.



    Im Anhang noch 2 Bilder vom - diesmal wirklich - ehemaligen Gerätedepot. Auf dem Gelände ist ein kleinerer Industriebetrieb ansässig, die Gebäude und die Zaunanlage sind aber noch intakt.

    Die Gebäude sind nur neu gestrichen, der Zaun soll auch noch original sein, wenn es stimmt.



    Könnte das Munitionsdepot für Immendingen bzw Donaueschingen gewesen sein? Leider finde ich so gut wie nichts über ehemalige Standorte der Franzosen..
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  14. #7
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    Der Standort Immendingen hatte eine eigene Standortmunitionsniederlage am Rande des Standortübungsplatzes. Die wurde zusammen mit der Kaserne errichtet. Die in Immendingen stationierten Verbände (im Wesentlichen das PzGrenBtl 292 und das PzArtBtl 295) wurden mit ihren Kampf- und Grundbeladungen daraus versorgt. Ich habe dort 1986/87 gelegentlich Wache geschoben... Wenn ich mich richtig erinnere, wurden einige der Bunker auf von den in Donaueschingen stationierten französischen Einheiten genutzt. Ich bin diesbezüglich aber nicht ganz sicher.

    Das Gerätedepot Spaichingen gehörte zum Versorgungskommando 860 und sollte eigentlich nicht als Munitionsdepot für Kampftruppen genutzt worden sein. Die StOMunNdlg waren den VKKs zugeordnet.

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  16. #8
    Cold Warrior Avatar von Guenther
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    Hallo, gesucht wird wem unterstand dieses Depot ???

    Spaichingen.jpg

    gruß günther
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  18. #9
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    Das ist das ehemalige Mun-Depot der Franzosen.

    Die letzte Schutzbereichsanforderung galt von 1971 bis 1976, danach finde ich zumindest im Bundesarchiv nichts in digitaler Form..

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  20. #10
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    Das kann gut hinkommen, denn ich habe für dieses französische Munitionslager kein Schließungsdatum. Daher kann es sein, daß es bereits in den 70er Jahren aufgegeben wurde. Außerdem waren es von Spaichingen bis zum wesentlich größeren Munitionsdepot (Dépot d'Armée 63) auf dem TrÜbPl Heuberg nur knapp 25 Kilometer Entfernung.

    Grüße


    Rex Danny

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