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Thema: Welche C-Kampfmittel der NATO in den frühen 1980er Jahren?

  1. #11
    Cold Warrior
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    Deutschland und Frankreich hatten keine C-Waffen mehr, England weiß ich nicht. USA hatten die ja auf jeden Fall.

    Die Amis hatten ja die 155 mmm und die 203 mm Ari-Granaten, aber mein Bekannter (Artillerist der alten Schule) meinte zu mir, dass sie in seinen ganzen Dienstjahren nie den Verschuss von C-Waffen als Übungsinhalt hatten.

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  3. #12
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Moin,

    welche Quellen gibt es eigentlich noch zur C-Kriegsführung in der Zeit des Kalten Krieges?
    Also nicht nur der Spezialfall „Bundeswehr plante Chemiewaffen-Einsatz“ aus den 1960er Jahren
    https://www.tagesschau.de/inland/c-waffen-101.html

    Sondern wie stellte man sich den C-Krieg vor und welche Einsatzgrundsätze gab es?
    Wie war die andere Seite aufgestellt?
    C-Waffengefechtsköpfe f. SCUD/FROG-Raketen z.B. Einsatz von Nervenkampfstoffen (Soman bildete offensichtlich die große Masse der Kampfstoffe des WAPA)
    Einsatz gegen fdl Truppenverbände, Bereitstellungsräume, Auffanglinien (meine ich irgendwo einmal gelesen zu haben) und dann mit der eigenen Panzerwaffe unter Vollschutz durch?

    Ich hoffe, ich wiederhole mich nicht. Könnte natürlich sein, dass dazu schon einiges gesagt wurde.

    Gruss,

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    Malefiz (22.11.2018)

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  6. #13
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Es gab zu der Zeit ja schon Erfahrungen aus dem Nahen Osten. Giftgaseinsatz in Halabscha und im Gefechtseinsatz im iran.-irak. Krieg aber wohl keineswegs auf das mitteleuropäische Klima umsetzbar.

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  8. #14
    Cold Warrior Avatar von Ritchie 66
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    Hallo,
    ich habe mich einmal vor einigen Jahren mit einem Amerikaner ausgetauscht, welcher Ende der 70ziger, Anfang der 80ziger Jahre in der HHC eines Ordnance Battailons in Rheinland-Pfalz stationiert war. Er hat mir erzählt, dass die Amerikaner vor allem die Kampfstoffe Sarin und VX im Arsenal hatten. "Genug um halb Westeuropa zu tränken," wie er meinte. Die Kampfstoffe seien alle in Artillerieprojektilen abgefüllt gewesen. Im Jahre 1979 sei er damals dabei gewesen, als eine großflächige Überprüfung der Munition stattgefunden habe, da diese zum Teil damals schon ins Alter gekommen war. Ein nicht unerheblicher Teil der chemischen Munition die damals in Deutschland gelagert worden sei, sei Jahre zuvor aus Frankreich nach Deutschland verlagert worden, als die Franzosen die Amerikaner aus dem Land komplementiert haben.

    Die Franzosen selbst dürften soviel ich einmal gelesen habe, ihr eigenes Chemiewaffenprogramm gehabt haben. Die Quelle dazu kann ich leider nicht mehr nennen.

    Link über Chemiewaffenausbildung der Amerikaner.

    http://www.spiegel.de/einestages/che...-a-951416.html

    Gruß
    Richard

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  10. #15
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    Schöner Artikel, eigentlich nicht viel anders wie bei uns. Bei uns wurden noch CS-Granaten im Gelände verwendet. Der ABC-Abwehroffizier des Bataillons, der die geworfen hat, hat regelmäßig am Meisten abbekommen. -
    Interessant ist die Diskussion unter dem Artikel, die zeugt von soviel Unwissenheit, viel Propaganda dabei.

    Ich hoffe Ihr habt alle das verlinkte PDF aus dem Tagesschau Beitrag #12 gesehen.

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  12. #16
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Okay, Soman kann also mit Bomben, Scuds/Frog-Kurzstreckenraketen oder RakArt verschossen werden.
    Gegen Ziele, in denen die Beweglichkeit des Gegners gehemmt werden soll, also z.B. ein Fliegerhorst, wo der Nervenkampfstoff dann sämtliche Aktionen des Bodenpersonals lahm
    legt. Overgarment nur für wenige, etc., etc.
    Oder auch gegen Schlüsselgelände im rückwärtigen Gebiet, die ROT nicht selbst besetzen will/kann? Gegen Verfügungsräume, Schwarmliegeplätze der PAHs, Anmarschstraßen,
    Versorgungsstruktur, etc.

    Sesshaft, also lange Zeit wirksam und bei jeder Witterung einsetzbar?

    Also nicht unbedingt gegen Verteidigungslinien, wo ROT Widerstand brechen will und am Ende selbst da durch muss.
    Eigentlich nur sehr schwer vorstellbar, in einem kontaminierten Areal Kampfhandlungen durchzuführen.

    Möglicherweise auch gegen nicht evakuierte Großstädte, um dort die SanVersorgung komplett zusammenbrechen zu lassen.

    Wie war die ABC-Abwehr der BW organisiert? ABC-Abwehr auf Korpsebene?
    ABC-Alarmposten und ganz wenige ABC-Spürtrupps mit TPz Fuchs u. ABC-Spürausstattung, die (auf Verdacht?) bestimmte Geländeabschnitte untersuchen, dann
    ABC-Warnung absetzen. Die Kampftruppe wurde ja für den ABC-Alarm ausgebildet. Der Ruf "ABC-Alarm!" und Verschuss der ABC-Alarmpistole mit der SigPi - hatte die nicht sogar einen
    Heulton gehabt? Wie sah so eine ABC-Meldung eigentlich aus? Dazu war die Zahl der Unbekannten doch eigentlich viel zu groß.
    "ABC-Warnung im Raum A-STADT. Vermutlich Nervenkampfstoff [muss ja erst analysiert werden]. ABC-Warnung an Truppe weitergeben ... Dekontaminationsmaßnahmen einleiten", etc.

    Das ganze Kapitel ABC-Einsatz und -Abwehr bleibt mir doch recht schleierhaft.

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  14. #17
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Im SPIEGEL stand mal etwas über den C-Krieg.
    „Todeswolken über Europa“ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14345551.html DER SPIEGEL 8/1982


    Hier ein paar Auszüge:
    Übungsgelände des Chemical Corps School in Fort McClellan, im US-Bundesstaat Alabama, Vegetation ähnlich den Tannenwäldern Westdeutschlands
    Denkbarer Einsatz: 2.000 Tonnen Kampfstoff pro Gefechtstag
    Bei kühlem und typisch norddeutschem Wetter ausgebracht.
    Voraussetzung: dichte Bewölkung, kein Regen und leichter Südwestwind, das würde den Kampfstoff etwa 16 Kilometer weit tragen.
    Im Kerngebiet lag die Überlebenschance bei weniger als 10%.


    C-Krieg auch eine Qual für den Angreifer. ABC-Schutzausrüstung lässt sich nur 45 Min. am Stück tragen.
    Brigadegeneral J. H. Rothschild sagte einmal 1964 über den Einsatz von C-Waffen:
    „There is nothing humane about any method of warfare. War just wasn’t designed that way.
    Burning a man to death with flame-thrower, blasting off a couple of legs, blinding a man or injuring his mind beyond recovery with shell fire is apparently acceptable.
    But is it humane?”
    – Chemische Waffen sind da sehr viel effizienter und humaner: sie verursachen zumindest keine Verstümmelungen, keine klaffenden Wunden und auch keine blutüberströmten Leichen.
    Wir sollten sie den Krieg gewinnen lassen!“ So in etwa das Zitat.

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    Ritchie 66 (23.11.2018)

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  17. #18
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    Korrektur: erst die ABC-Warnung (bei Verdacht?) und dann ABC-Alarm, nachdem ABC-AbwehrTr den Kampfstoff analysiert und das kontaminierte Areal identifiziert haben. So oder so ähnlich?

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  19. #19
    Cold Warrior Avatar von Ritchie 66
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    Hallo,
    hier Bilder einer simulierten Kampfstoffsperre wärend einer Übung im Truppenübungsplatz Hohenfels 1991. Zur großflächigen Darstellung von konventionellen Artilleriefeuer und dem Einsatz von chemischen Waffen wurden Rauchfelder durch Generatoren verlegt. Bei diesen Bildern kann ich mich noch erinnern, dass der Einsatz von chemischen Waffen trainiert wurde, dies war uns vorher jedoch nicht bekannt. Einige hundert Meter von unserem Standort wurde auf einmal massiv CS Gas eingesetzt. Ich erinnere mich noch gut daran, den ich hatte meine ABC-Schutzmaske an dem Tag nicht dabei. In der Tragetasche für die Maske befanden sich nützlichere Dinge, wie ein Fotoapparat, Süßigkeiten usw. ;-) Also musste ich das per Radio melden und eine schnelle taktische Evakuierung aus dem Zielgebiet war die Folge. Der Anschiss danach war auch nicht ohne. ;-)

    PS: Copyright der Bilder bei mir

    1510944_1379649065626860_1397722853_n.jpg

    1560706_1379654128959687_2075526193_n.jpg

  20. Folgender Benutzer sagt Danke zu Ritchie 66 für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (23.11.2018)

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  22. #20
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Das ganze Kapitel ABC-Einsatz und -Abwehr bleibt mir doch recht schleierhaft.
    Da Du hier mit dem sehr weitgespanntenThema ABC-Abwehr ein Riesenfass aufmachst, beschränke ich mich zunächst auf einen Aspekt.

    Organisation der ABC-Abwehr im Heer der Bundeswehr – Stand etwa 1986:

    Kompanie:
    Kompanietruppführer und ABC-Abwehrfeldwebel.
    mehrere ABCAbwehrtrupps.

    Bataillon:
    S 3 StOffz und ABC-AbwehrOffz.
    S 3 Fw und ABC-Abwehrfeldwebel.
    In einigen Kompanien und Bataillonen war auch noch ein 1 TEP-Trupp vorhanden (Truppenentgiftungsplatz – 1 LKW): je 4 x in den Stabskompanien der Brigaden und Divisionen, 1 x im DivInstbataillon, je 1 x in den Panzerflaregimentern, 2 x im Artillerieregiment, je 3 x in den Stabskompanien der Korps und je 1 x bei den meisten Korpstruppenbataillen.

    Brigade:
    Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im BrigGefStd.
    Bei den Heimatschutzbrigaden 51 – 55 und der Gebirgsjägerbrigade 23 jeweils 1 ABC-Abwehrkompanie mit 4 Feldkanonen, 1 Hauptentgiftungsplatz (HEP), 1 Vorgeschobener Entgiftungsplatz (VEP). KEINE Spürpanzer.

    Division:
    Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im DivGefStd.
    1 ABC-Abwehrkompanie (nicht bei 1. LL-Div!)mit 6 Spürpanzern Fuchs, 4 Feldkanonen, 1 Hauptentgiftungsplatz (HEP), 1 Vorgeschobener Entgiftungsplatz (VEP).

    Korps:
    Zelle ABC-Abwehr / AMZ(ABC-Meldezentrale) im KorpsGefStd.
    1 ABC-Abwehrbataillon mit 1 StVersKp, 1 ABCAufklärungskompanie, 3 ABCAbwehrkompanien. Ausstattung: 18 Spürpanzer Fuchs, 24 Feldkanonen, 6 HEP, 6 VEP, 2 Wasseraufbereitungsanlagen.

    Oberste Bundeswehrführung (BMVg):
    1 ABC-Abwehrbataillon mit 1 StVersKp, 3 ABCAbwehrkompanien. Ausstattung: 5 Spürpanzer Fuchs, 4 Feldkanonen. Die Kompanien waren vor allem zur ABC-Abwehr / Entgiftung / Entstrahlung in den Festen Anlagen / Ausweichsitzen der Bundesregierung vorgesehen (z.B. Marienthal).

    Territorialkommandos:
    Zelle ABC-Abwehr / Leit-ABC-Meldezentrale im GefStd.
    KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

    Wehrbereichskommandos
    Zelle ABC-Abwehr / AMZ (ABC-Meldezentrale) im GefStd.
    1 ABC-Abwehrbataillon mit 1 StVersKp, 3 ABCAbwehrkompanien. Ausstattung: 4 Feldkanonen, 6 HEP. KEINE Spürpanzer.
    1 ABC-Kampfmittel-Untersuchungsstelle (blieben größtenteils Planung).

    Verfügungstruppenkommando:
    Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im GefStd.
    KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

    Verteidigungsbezirkskommando:
    Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im GefStd.
    KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

    Verteidigungskreiskommando:
    Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im GefStd (nicht bei allen VKK!).
    ABC-Meßtrupps (nicht bei allen VKK).
    KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

    WHNS (Wartime Host Nation Support):
    WBK II: 1 ABCAbwBtl
    WBK III : 2 ABCAbwBtl
    WBK IV: 3 ABCAbwBtl
    WBK IV / Unterstützungskommando 4: 2 ABCAbwBtl – Nebel -
    WBK V: 1 ABCAbwBtl
    WBK V / Unterstützungskommando 5: 1 ABCAbwBtl – Nebel -
    WBK VI: 2 ABCAbwBtl
    Diese WHNS-Bataillone bestanden zum größten Teil nur auf dem Papier, es waren allenfalls Reservisten eingeplant.


    Literatur:
    Kameradschaft der ABC-Abwehr- Nebel- und Werfertruppe e.V. (Hrsg.): Chronik der ABC-Abwehr-truppe 1956 – 2006, Sonthofen 2006.
    HDv 100/500.- Das Heer in der Militärischen Landesverteidigung.

  23. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (24.11.2018)

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