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Thema: Welche C-Kampfmittel der NATO in den frühen 1980er Jahren?

  1. #51
    Cold Warrior
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    Hans Günter Brauch: Der chemische Alptraum oder gibt es einen C-Waffen-Krieg in Europa Taschenbuch – 1982
    Habe es für 0,80 € bei Amazon gefunden und nun liegt das Buch vor mir. Bin gepsannt.

    Gibt es weitere Bücher zum Thema C-Waffen im Kalten Krieg?

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  3. #52
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Von Brauch gibt es noch ein Buch, das sich vor allem mit der Lagerung von C-Kampfstoffen beschäftigt. Ist nach meiner Meinung allerdings nicht besonders informativ, da 1982 noch mehr auf Geheimhaltung geachtet wurde:
    Brauch, Hans-Günther / Schrempf, Alfred: Giftgas in der Bundesrepublik, Frankfurt 1982.

    Dann gibt es einige Bücher, die sich mit der Geschichte der C-Waffen befassen und dabei teilweise auch auf die Zeit nach 1945 eingehen (wenn auch meist sehr kurz):
    Groehler, Olaf: Der lautlose Tod. Einsatz und Entwicklung deutscher Giftgase von 1914 bis 1945, Reinbek 1989.
    Groehler war Militärhistoriker bei der NVA. Das Buch befasst sich ausführlich mit der Entwicklung der Nervenkampfstoffe im 3. Reich, kann dabei aber die ideologischen Scheuklappen des Ex-DDR-Wissenschaftlers nicht ganz ablegen. Zur Nachkriegszeit ist hier nichts zu finden.

    Harris, Robert / Paxman, Jeremy: Eine höhere Form des Tötens. Die unbekannte Geschichte der B- und C-Waffen, München 1985. In diesem Buch wird auch ausführlich über die B-Waffen berichtet, von daher ist es von Interesse.

    Martinetz, Dieter: Vom Giftpfeil zum Chemiewaffenverbot. Zur Geschichte der chemischen Kampfmittel , Frankfurt 1995. Halte ich eigentlich für das informativste Buch.

    Über den geplanten Einsatz chemischer Kampfstoffe bei einem etwaigen Konflikt während der Zeit des Kalten Krieges ist in diesem Büchern kaum etwas zu finden, man berichtet kurz über die vorhandenen C-Kampfstoffe und ergeht sich dann in Allgemeinplätzen, wie Einsatz zum Flankenschutz usw. Auch in der „Chronik der ABC-Abwehrtruppe“ ist zu diesem Thema nichts zu finden.

    In der „Truppenpraxis“ gab es 1983 einen Aufsatz zu diesem Thema:
    Jürgen Kieschoweit: Denkbare chemische Kriegführung, In: Truppenpraxis 5/83 S. 344 ff.

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  5. #53
    Warrior
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    Der Herr Martinetz war wohl auch vom Fach:

    Entgiftung und Vernichtung chemischer Kampfstoffe
    Lohs, Karlheinz. - Berlin : Militärverlag der DDR, 1983, 1. Aufl.

    Harris und Paxman beschreiben gut die Probleme, die man bei der Produktion der Nervenkampfstoffe im 3. Reich hatte. Es kam zu schleichenden Vergiftungen der Arbeiter.

    A History of Chemical Warfare Kim Coleman
    Palgrave Macmillan; Auflage: 2005

    Secret History of Chemical Warfare N.J. McCamley
    Pen and Sword Military (26. März 2007)

    Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus: Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Institut, Militär und Industrie
    18. September 2017
    von Florian Schmaltz

    Hier wird gut dargestellt wieviel oder eher wie wenig man vom Gegner wusste. Die Nervenkampfstoffe wurden u. A. deswegen entwickelt, weil man dachte die Amerikaner wären viel weiter gewesen.

    Hitler mochte wohl keine chemischen Kampfstoffe und so kam es zu einer Entwicklung von Biowaffen sehr schön dargestellt in:

    Biologische Waffen - nicht in Hitlers Arsenalen: Biologische und Toxin-Kampfmittel in Deutschland von 1915 bis 1945 Taschenbuch – 1998
    von Erhard Geissler (Autor), Ernst U von Weizsäcker (Vorwort) bei Amazon nur noch zu einem Phantasiepreis erhältlich.

    Aber wie Oben schon beschrieben über die Verhältnisse während des kalten Krieges ist wenig publiziert.

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  7. #54
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von Malefiz Beitrag anzeigen
    Hitler mochte wohl keine chemischen Kampfstoffe und so kam es zu einer Entwicklung von Biowaffen sehr schön dargestellt in:

    Biologische Waffen - nicht in Hitlers Arsenalen: Biologische und Toxin-Kampfmittel in Deutschland von 1915 bis 1945 Taschenbuch – 1998
    von Erhard Geissler (Autor), Ernst U von Weizsäcker (Vorwort) bei Amazon nur noch zu einem Phantasiepreis erhältlich.
    Immer noch etwas undurchsichtig ist der Einsatz von Bio-Waffen durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg. Hier kam es wohl in China tatsächlich zur Verwendung dieser Kampfmittel.
    In Großbritannien sind die Versuche mit Milzbranderregern in einem Fall völlig außer Kontrolle geraten und führten zur kompletten und dauerhaften Verseuchung der Insel Gruinard vor der schottischen Küste https://de.wikipedia.org/wiki/Gruinard_Island. Trotz immensen Aufwandes für die Dekontamination gibt es immer noch Zweifel, ob tatsächlich alle Milzbranderreger abgetötet sind. Der Fall Gruinard ist sehr schön bei Paxman beschrieben.

    Das Buch von Geissler habe ich mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Er bringt sicherlich viele Fakten, allerdings halte ich es in seinen Schlußfolgerungen und Wertungen nicht für wirklich objektiv. Geissler ist durch seine hochrangige Vergangenheit in der DDR-Wissenschaftsszene und durch seine Tätigkeit für SIPRI ideologisch vorbelastet.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Gei%C3%9Fler
    Ernst Ulrich von Weizsäcker, der Autor des Vorwortes, neigte in den 1980er Jahren der Friedensbewegung zu und ist auch entsprechend ausgerichtet.
    Das Buch scheint übrigens noch lieferbar zu sein, wenn man der Website des Verlages trauen will:
    http://www.lit-verlag.de/isbn/3-8258-2955-3

    Das Thema B-Kampfmittel ist zwar hochinteressant, die Faktenlage ist allerdings noch spekulativer als bei den C-Kampfstoffen. Wenn wir dieses Thema weiter vertiefen wollen, sollte ein Moderator das Thema hier abtrennen und ein neues Thema eröffnen.

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  9. #55
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    Das Buch von Geißler ist einzigartig, es gibt nichts anderes.

    Ich denke man sollte den Titel dieses Threads verallgemeinern. Die biologische Kriegführung interessiert mich auch, aber so ganz viel Substanz gibt es da nicht.
    Vielleicht noch das Buch von Ken Abilek. Es lohnt wohl nicht einen eigenes Thema zu eröffnen.

    Von Florian Schmaltz ist für Ende 2019 ein Buch zur Geschichte der C-Waffen bist Heute angekündigt. Dann gibts vielleicht Neuigkeiten.

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  11. #56
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    Noch etwas Literatur zu den B-Kampfstoffen:
    - Geissler, Erhard: Anwendung von Seuchenmitteln gegen Menschen nicht erwünscht". Dokumente zum Einsatz biologischer Kampfmittel im Ersten Weltkrieg. In: Militärgeschichtliche Mitteilungen 56 (1997), S. 107 - 155.
    Diesen Aufsatz gibt es hier als pdf:
    https://www.degruyter.com/downloadpd...7.56.1.107.pdf

    - Grupp, Peter: Deutschland und die Rolle biologischer Kampfmittel im Zeitalter der Weltkriege, In: Militärgeschichte 2/2011, S. 12 - 15.

    - Hansen, Friedrich: Biologische Kriegsführung im Dritten Reich, Frankfurt 1993.

    - Kiper, Manuel / Streich, Jürgen: Biologische Waffen: Die geplanten Seuchen, Reinbek 1990.

  12. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    Malefiz (20.12.2018)

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  14. #57
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    Der Geissler Text findet sich auch in seinem Buch. Wenn ich mich recht erinnere.
    Die beiden letzten Texte kannte ich noch nicht. Vielen Dank.
    Auf dem Sonthofener Lehrgang gab es nur zwei Stunden zu dem Thema. Da wurde gesagt, dass B-Waffen unwahrscheinlich seien, da Seuchen nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden.
    Hast Du das PDF mit dem Grupp Aufsatz und könntest Du mir das als Mail zukommen lassen?
    Grüße

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  16. #58
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    Ich habe den Aufsatz von Grupp auch noch gefunden, siehe Anhang. Da die "Militärgeschichte" auf den Seiten des MGFA jeweils die letzten vier Ausgaben zum Herunterladen für jedermann anbietet bzw. anbot, sehe ich hier auch kein urheberrechtliches Problem.
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien

  17. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    Rex Danny (21.12.2018), suedbaden (30.12.2018)

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  19. #59
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    Ich werde sie mal anregen Ihr Archiv online zu stellen. Danke

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