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Thema: HStr IV und die Sankette

  1. #41
    Warrior Avatar von dave2006
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Ein bewaffneter Konflikt zwischen Lübeck und Bayreuth, wo Divisionen, Korps, etc. aufeinandertreffen wäre nach dem, was Ihr gesagt habt, mit den sanitätsdienstlichen Mitteln der damaligen Zeit wohl nur sehr schwer in den Griff bekommen hätte. Diesen Eindruck habe ich zumindest.
    Die Frage ist was verstehst Du unter in den Griff kriegen?
    Ganz sicher wäre die heutige Maxime jeder Soldat kriegt im Einsatz die gleiche Versorgung wie in einem deutschen Kreiskrankenhaus nicht zutreffend. Ich meine aber unter dem Aspekt des großen vaterländischen Krieges war die Versorgung vom Schema her einigermßen sichergestellt. Jetzt aber bitte so schlimm das auch klingt, abhängig vom Verletzungsmuster hatte nicht jeder eine Chanche. Wäre die Verletzung so schwer gewesen, das die Heilungschanchen Kräfte und Mittel des SanDst`s überfordert hätten, wäre nur noch Schmerzbehandlung durchgeführt worden.
    "Platz für Moribunde"

    Ein weiteres wesentliches Problem waren damals die wehrpflichtigen TrÄrzte………...
    Geändert von dave2006 (27.10.2020 um 12:52 Uhr)

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu dave2006 für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (28.10.2020)

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  4. #42
    Cold Warrior
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    Wäre das ganze "heiß" geworden, wären eine Menge junge Ärzte auf sich alleine gestellt in den Katastrophenmedizin Mode geworfen wurden.
    "Gleiche Versorgung wie in einem deutschen Kreiskrankenhaus" ist ein wohl für die aktuellen Einsätze erreichbares Ziel. Schon die vermutlichen Baltikum Szenarien mit wieder anzunehmenden hoch intensiven Gefecht würden dieses Ziel in Frage stellen.

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  6. #43
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Man kann sich zu dieser Thematik auch aus der reichhaltigen Literatur bedienen. Zu nennen wären:

    Eckart, Wolfgang U.: Krankheit und Verwundung im Kessel von Stalingrad. In: Eckart, Wolfgang U. (Hrsg.): Medizin im Zweiten Weltkrieg. Militärmedizinische Praxis und medizinische Wissenschaft im "Totalen Krieg". Paderborn 2006, (Krieg in der Geschichte, 30) S. 69-92.

    Eckart, Wolfgang U.: Von der Agonie einer mißbrauchten Armee. Anmerkungen zur Verwundeten- und Krankenversorgung im Kessel von Stalingrad. In: Gerd R. Ueberschär/Wolfram Wette (Hrsg.): Stalingrad. Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht. Frankfurt a.M. 1992, S. 108-130.

    Schiel, S. / Vollmuth, R.: Die palliativmedizinische Versorgung schwerstverwundeter und sterbender Soldaten in den frontnahen Sanitätseinrichtungen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, In: Wehrmedizinische Monatsschrift 12/2017, S. 292 - 299.

    Schneider, Christoph: Eine Division verblutet … Die sanitätsdienstliche Versorgung der 295. Infanteriedivision auf dem Weg nach Stalingrad, In: Militärgeschichte 4/2012, S. 18 – 21

    Vollmuth, Ralf / Mees, Peter (Hrsg.): Militärmedizin und Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg, Bonn 2018.

    Fischer, Hubert: Die Notchirurgie zwischen Truppenverbandplatz und Feldlazarett. In: Guth, Ekkehard (Hrsg.): Sanitätswesen im Zweiten Weltkrieg (Vorträge zur Miliärgeschichte, 11), Herford 1989, S. 47 – 76.

    Fischer, Hubert: Ärztliche und sanitätsdienstliche Erfahrungen während der Konflikte seit 1945, Osnabrück 1984.


    Vom gleichen Autor gibt es auch noch das Standardwerk über den deutschen Sanitätsdienst im Zweiten Weltkrieg:
    Fischer, Hubert: Der deutsche Sanitätsdienst 1921 - 1945. Organisation, Dokumente und persönliche Erfahrungen, 5 Bände, 1 Band Register, 2 Supplementbände, Osnabrück 1982 – 1991.
    Insgesamt weit über 5.000 Seiten.
    Besonders interessant sind folgende Bände:
    Bd 2 - Der Sanitätsdienst der Wehrmacht im 2. Weltkrieg (1939 - 1945) - Der Feldzug in Frankreich. Der Feldzug gegen Jugoslawien und Griechenland. Der Krieg gegen die Sowjetunion. Osnabrück 1983.
    Bd 3 - Der Sanitätsdienst der Wehrmacht im 2. Weltkrieg (1939 - 1945) - Eismeerfront, Nordafrika, Italien, Balkan, Landung der Alliierten, Heimatkriegsgebiet, Sanitätsdienste der Kriegsmarine, Luftwaffe, Waffen-SS und ausländischen Freiwilligenverbände, Organisation des Sanitätsdienstes. Osnabrück 1984.

    Hier wird auch auf die Erfahrungen mit unerfahrenen Reservisten als Truppenärzten eingegangen. Da aber die Wehrmacht bis 1941 auf der „Siegerseite“ stand und der Angreifer war, fielen diese Probleme damals nicht so auf, auch waren die deutschen Verluste anfangs noch recht gering. Bei der Bundeswehr hätte das in einem vorstellbaren Konflikt anders ausgesehen. Man wäre von Anfang an in der Defensive gewesen, es wäre auch für die Sanitätstruppe keine Zeit geblieben, Erfahrungen zu sammeln, die Verluste wären sicher bereits in der Anfangsphase hoch gewesen.
    Hier würde sich dann wieder ein Blick auf die Erfahrungen des 1. Weltkriegs lohnen, da auch im August / September 1914 die höchsten Verluste des Kriegs eintraten, einhergehend mit völlig neuen Verletzungsbildern. Man hatte die Wirkung der Artillerie und der Maschinengewehre völlig unterschätzt, obwohl die Erfahrungen aus dem Russisch-Japanischen Krieg 1905 vorlagen.

    Immer wieder empfehlen kann ich zum Thema Sanitätsdienst: Peter Bamm: „Die unsichtbare Flagge“. Ist zwar in Romanform geschrieben, gibt aber gute Einblicke in den Sanitätsdienst bei einer Infanteriedivision an der Ostfront.

  7. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (28.10.2020), Malefiz (27.10.2020)

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  9. #44
    Cold Warrior Avatar von Hoover
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    Kurz nur als Nebenbemerkung: Ich habe bisher knapp über 70 Veteranen des 2. Wk interviewt (mal sehen, ob ich es mal veröffentliche). Dabei war ein SanOG, der 1943 Sani wurde. Er sprach über die absolute Überforderung, kein SanMaterial, an der Front kein Arzt zu greifen. Er selbst schätzt seine Fähigkeiten damals wie eine erweiterte Erste Hilfe ein. Blut stoppen und zum Verwundetennest bringen. Fertig, mehr ging nicht.

    Fischer, Hubert: Der deutsche Sanitätsdienst 1921 - 1945
    Band 3 suche ich immer noch...
    "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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  11. #45
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Eventuell Fernleihe und dann kopieren?

    Der Band 3 ist lt. Angaben des KVK in Niedersachsen / Hamburg in einigen Büchereien verfügbar:
    https://opac.k10plus.de/DB=2.299/SET....13.130.211,FY

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