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Thema: NATO Operationsplanungen

  1. #41
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Ich finde Nemeres Ausführungen hochinteressant!
    Das ist ein Aspekt, den ich damals auch überhaupt nicht wahrgenommen habe. Oder im Laufe der vielen Jahre verdrängt. Es hieß zwar immer "Militärischer Sicherheitsbereich. Achtung Schusswaffengebrauch" - "Photografierverbot", etc. aber das war irgendwie etwas so Selbstverständliches, dass sich
    - mMn - kaum jemand einen Kopf darum gemacht hätte. Auch von Anschlägen, Waffendiebstahl seitens der RAF aber das waren immer nur Randnotizen.

    Wenn ich mir militärische Objekte heutzutage ansehe. Teilweise nicht einmal mehr S-Drahtverhau, outgesourcter privater Wachdienst, ...

    Aber gut, andere Zeit, andere Bedrohungsanlage

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  3. #42
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir militärische Objekte heutzutage ansehe. Teilweise nicht einmal mehr S-Drahtverhau, outgesourcter privater Wachdienst, ...
    Auch wenn das jetzt weit vom eigentlichen Thema wegführt, ein paar Sätze dazu – das kann ich mir als ehemaliger S 2-Offizier nicht verkneifen.

    Zivile Wachen gab es bei der Bundeswehr schon immer, meistens für die Bewachung von Ämtern und Dienststellen, von Schulen oder logistischen Einrichtungen, wie Munitionsdepots oder Mob-Stützpunkten.
    Dabei wurde früher zwischen „StAN-Wachen“ und „gewerblichen zivilen Wachen“ unterschieden.

    Die gewerblichen Wachen kamen von privaten Sicherheitsdiensten (Wach- und Schließgesellschaft etc.). Dazu sollte man wissen, dass es bis 1996 keine vorgeschriebene Qualifikation für privates Sicherheitspersonal gab. Erst dann wurde die damals nur 24 Stunden umfassende sog. “Unterrichtung“ eingeführt, die minimale Rechtskenntnisse vermittelte, aber keine Prüfung verlangte. Die Sachkundeprüfung für bestimmte Einsatzgebiete kam erst 2003, diese war aber für den Einsatz bei der Bundeswehr nicht gefordert. Man kann sich vorstellen, was vor allem vor 1996 für Personal bei diesen privaten Sicherheitsfirmen vorhanden war. Ich entsinne mich an einen Fall in Amberg. Das muss 1977 oder 1978 gewesen sein. Wir hatten als Feldjäger u.a. auch den Auftrag, das von zivilen Wachen bewachte Munitionslager in Atzlricht zu kontrollieren. Bei einer solchen Kontrolle wurde Samstagnacht gegen 23:00 Uhr festgestellt, dass der eingesetzte Torposten und der Wachschichtführer beide volltrunken und der Rest der Wache zumindest angetrunken war. Sofortmaßnahme war die Ablösung der Zivilwache und der vorläufige Ersatz durch eine Gruppe des Bereitschaftszuges aus der Amberger KWK.

    Das Personal der „StAN-Wachen“ war dagegen bei der Bundeswehr angestellt, im Regelfall waren das auch schon ältere Herrschaften. StAN-Wachen bekamen ihre Dienstkleidung von der Bundeswehr. Da sie durch ihre Tätigkeit bei der Bundeswehr einen recht sicheren Job im öffentlichen Dienst hatten, waren sie meistens zuverlässiger und engagierter als die gewerblichen Wachen.

    Für beide Gruppen der zivilen Wachen war eine Unterrichtung im UZwGBw vorgesehen, ähnlich der Wachausbildung für Soldaten. Allerdings konnte auf diese Unterrichtung verzichtet werden, wenn die Wachperson eine Wachausbildung bei der Wehrmacht, dem BGS oder der Bundeswehr nachweisen konnte. Gerade diese „Wehrmachtsregelung“ griff durchaus in den 1980er Jahren noch, da erst dann die letzten Jahrgänge, die noch in der Wehrmacht gedient hatten, in Rente gingen.
    Als Bewaffnung hatten die zivilen Wachen die P 1. Es mussten regelmäßig Schießübungen durchgeführt werden, wenn ich mich recht entsinne zweimal jährlich. Trefferergebnisse und Sicherheit im Umgang mit der Waffe waren ein Trauerspiel. Die Aufgabe des Leitenden oder der Aufsicht beim Schützen bei diesen Wachschießen der Zivilwachen war nicht sehr beliebt.

    Heute erfolgt die Bewachung von Bundeswehrliegenschaft durch Zivilpersonal meist nach dem sog. „Betreibermodell“. D.h. die private Sicherheitsfirma richtet in der zu sichernden Liegenschaft eine komplette Einbruchsmeldeanlage ein, betreibt diese und stellt sie der Bundeswehr mitsamt dem nötigen Personal zur Verfügung. Da inzwischen auch im privaten Sicherheitsgewerbe die gesetzlichen Anforderungen an Fachkenntnisse gestiegen sind und eine Zuverlässigkeitsüberprüfung des eingesetzten Personals stattfindet, ist nach meiner Meinung schon eine deutliche Verbesserung eingetreten.

    Zur technischen Absicherung von Kasernen.
    „S-Draht-Verhaue“ waren sicher auch vor 1990 die große Ausnahme. S-Drahtrollen wurden in ganz seltenen Fällen oben auf den Zäunen als Übersteigschutz eingesetzt. Meistens begnügte man sich aber hier mit abgewinkelten Stacheldrahtzügen. Bei alten Kasernen innerhalb von Städten gab es oftmals überhaupt keinen Stacheldraht auf den Zäunen, weil hier noch die alten Mauern oder Stahlgitter aus Kaisers Zeiten als äußere Umgrenzung dienten. Bei den meisten Wachen lagen aber für Notfälle einige S-Drahtrollen, um z.B. Absperrungen vornehmen oder Löcher im Zaun schließen zu können.
    Die gesamte technische Absicherung von Liegenschaften der Bundeswehr richtete sich nach der „RibA“, das waren die „Richtlinien für die bauliche Absicherung“. Hier waren Zaunbauart, Zaunhöhe usw. festgelegt, genauso wie die Beschaffenheit der Türen und Schlösser bei einer Waffenkammer oder der Einsatz von Einbruchsmeldeanlagen. Hier wurde z.B. für Verschlußsachenbehälter (Tresore) damals gerne die kapazitative Feldänderungsanlage verwendet. Außerdem konnte man beim MAD die technische Absicherungsberatung anfordern. Das waren wirklich hochqualifizierte Fachoffiziere, die sich in allen Feinheiten auskannten und sehr hilfreiche Ratschläge geben konnten. Dieser Bereich war einer der wenigen Lichtblicke beim MAD.

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    EmilBerggreen (06.01.2019), EPmuc (08.01.2019), spanier (06.03.2019), suedbaden (06.01.2019), trince (10.01.2019)

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