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Thema: NATO Operationsplanungen

  1. #21
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Moin Jörg,

    Dein immenses Wissen ist immer wieder erstaunlich. Meinen großen Respekt!

    Ja, das war mir gar nicht so bewusst, dass Ebeling aufgrund seines Hintergrund wohl gar nicht in der Lage war, über die NATO-Kriegsführung in Mitteleuropa zu referieren. Sein etwas altertümlicher Sprachstil ist mir allerdings natürlich schon aufgefallen.

    Rangerausbildung in HAMMELBURG, das war mir vollkommen neu.
    Werner Ebeling und Horst Engelbrecht: Kämpfen und Durchkommen: Der Einzelkämpfer - Kriegsnahe Ausbildung für das Verhalten abseits der Truppe. Bernard & Graefe; Auflage: 11., Aufl. (1999), ISBN-13: 978-3763754410
    Dieses Werk muss ich mir unbedingt im Antiquariat besorgen.
    Die Leistung der Rückkämpfer im Sommer 1944, sich abgekämpft, erschöpft, demoralisiert, traumatisiert und verwundet über Wochen oder Monate über unvorstellbare Strapazen durch Weißrussland bis zurück nach Ostpreußen zu kämpfen (z.B. MINSK – SUWALKI i. ehemaligen Ostpreußen – 350km, gem. Google Maps 71 Marschstunden aber nicht querfeldein und durch feindbesetztes Gebiet!) ist natürlich enorm! Ich denke mir, mit der Physis und fehlenden Robustheit meiner oder der heutigen Generation überhaupt nicht denkbar. Keine Durchschlageübung der Fallschirmjäger oder EKL in HAMMELBURG/ALTENSTADT a. Lech kann auch nur eine Ahnung von dem vermitteln, was die Rückkämpfer nach dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte durchmachen mussten. Natürlich kann niemand sagen, welche Leistungsreserven ein Mensch in Extremsituationen abrufen kann – aber wenn eine gewisse Grundrobustheit, körperliche Fitness, Leidensfähigkeit, etc. nicht vorhanden ist, dann wird es natürlich schwierig.

    Ebeling ging es in „Schlachtfeld Deutschland“ ja auch um jene besagten Insellagen, die sich in einem modernen Krieg beim Durchstoß schneller Panzerverbände wohl eher und häufiger ereignen würden, als in den vergangenen Weltkriegen. So habe ich ihn zumindest verstanden.

    Sehr viel interessanter für mich ist hingegen, was er über die zu erwartende KRIEGSWIRKLICHKEIT und über die enorme Belastung an der Front sagt. Schon ein (relativ kleiner) Konflikt wie der Falklandkrieg habe in einigen Situationen zu Lande, Meer, Luft schon zu erheblichen Krisenlagen … na ja, er hält sich hier bedeckt und ich weiß auch nicht, was er damit meint.

    Führungsfähigkeit der Gefechtsstäbe
    Klassische Befehlsführung und ein hochagiles modernes Gefecht würden einfach nicht mehr zusammenpassen. Permanenter Druck, verdichtete Feuerwirkung …

    Bearbeitungsgänge, z.B. beim Einlauf einer Lagemeldung über die Registrierung, G2, dann womöglich stufenweise über G3, Chef des Stabes, schließlich Kommandeur und endlich wägende Entschlussfassung mit anschließender Fixierung in einem Befehl, wären in einem kommenden Krieg wirklichkeitsfremd. Hier kann nur ein wendiger, vorgeschobener Gefechtsstand helfen. Der künftige, schnellste Krieg der Geschichte, man lasse nicht die von General Rogers angemahnte kurze Frist bis zum Zwang eines nuklearen Einsatzes aus den Augen, verlangt die Rückkehr zu vermehrten „einsamen“ und schnellen Entschlüssen des Kommandeurs.
    Vielleicht ist das ja gerade die Verarbeitung seiner eigenen Kriegserfahrungen, in besonderen Lagen nicht auf die „Erlaubnis der Division“ zu warten, sondern bestimmte Situationen mit dem Regiment eigenständig zu lösen.

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    Duebbekold (15.10.2018)

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  4. #22
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Die Leistung der Rückkämpfer im Sommer 1944, sich abgekämpft, erschöpft, demoralisiert, traumatisiert und verwundet über Wochen oder Monate über unvorstellbare Strapazen durch Weißrussland bis zurück nach Ostpreußen zu kämpfen (z.B. MINSK – SUWALKI i. ehemaligen Ostpreußen – 350km, gem. Google Maps 71 Marschstunden aber nicht querfeldein und durch feindbesetztes Gebiet!) ist natürlich enorm! .
    Ich habe noch ein paar Fakten zu diesen Rückkämpfern zusammengetragen - siehe Anhang.
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    EmilBerggreen (14.10.2018)

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  7. #23
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Kämpfen und Durchkommen: Der Einzelkämpfer - Kriegsnahe Ausbildung für das Verhalten abseits der Truppe. Bernard & Graefe; Auflage: 11., Aufl. (1999), ISBN-13: 978-3763754410
    Dieses Werk muss ich mir unbedingt im Antiquariat besorgen.
    Noch zur Ergänzung: Im Anhang das Inhaltsverzeichnis.
    Das Buch von Ebeling geht vor allem auf die "passiven" Inhalte der Einzelkämpferausbildung, also das Überleben des Soldaten ein. Die "aktiven" Elemente - Hinterhalte legen, Anlegen von Verstecken, Verhalten im feindlichen Hinterhalt, Marsch im feindbesetzten Gebiet, Kontaktaufnahme mit der Zivilbevölkerung usw. ist darin NICHT enthalten. Hier gab es andere Literatur, z.B. ein Sonderheft der Zeitschrift "Wehrausbildung", dessen Titel und Inhaltsverzeichnis ich ebenfalls beifüge.
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  8. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (14.10.2018)

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  10. #24
    Cold Warrior
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    Besten Dank auch für den Hinweis zu Ebelings Buch. Wäre jetzt für mich ein Grund, es nicht zu kaufen.

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