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Thema: OpZ/BtlGefStd eines Pz-/PzGrenBtl (HStr IV)

  1. #11
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Also doch bequem Platz für 3 Mann und ihre Funktionsbereiche, inkl. SEM und Kartentisch.

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  3. #12
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zu den M 113: Eingesetzt bei den Bataillonen war der M 113 Führung/Funk, das war übrigens die M 113 Variante, die bei der Bundeswehr am häufigsten zu finden war. Die Ausstattung mit Funk war je nach Bataillonstyp unterschiedlich, am häufigsten war die Ausrüstung mit 2 SEM 25, bzw. später SEM 80 oder 90. Es war aber möglich, den M 113 Fü/Fu mit bis zu drei Funkgeräten auszustatten.

    Prinzipiell wurden damit folgende Funkkreise gehalten:

    MTW Fü/Fu 1:
    a) Bataillonsführungskreis mit
    - den Kompanien des Bataillons,
    - ggf. unterstellten oder aZA Truppenteilen
    - MTW Fü/Fu 2
    - Kommandeur
    - bei den Jägerbataillonen war der Panzerabwehrzug (soweit vorhanden) ebenfalls
    Kreisteilnehmer im Bataillonsführungskreis.
    b) Stabskreis mit
    - S 3 (Rad-Kfz oder KPz/SPz) – nur bei Bedarf
    - Erkundungs- und Verbindungszug, ggf. mit mehreren Kreisteilnehmern.
    - Technischer Offizier
    - Funktrupp S 4
    - Truppenarzt
    - Bergetrupps
    - Führer VVD

    MTW Fü/Fu 2:
    a) Bataillonsführungskreis – wie oben
    b) Brigadeführungskreis (eigentlich G 3 Kreis 1 der Brigade) mit Umschaltemöglichkeit (vorgerastert) auf den G 3 Kreis 2 der Brigade (S 2 Meldekreis)

    Fahrzeug Kommandeur
    - Bataillonsführungskreis
    - G 3 Kreis 1 der Brigade oder Kommandeurkreis der Brigade (vorgerastert, nur auf Befehl)

    Funktrupp S 4 (auf Gefechtstand Rück)
    - Stabskreis Bataillon
    - G 4 Kreis 2 der Brigade

    Truppenarzt
    - Stabskreis Bataillon
    - Sanitätsführungskreis der Division (soweit eingerichtet)

    KpChef 5. (beim PzGrenBtl)
    - Bataillonsführungskreis
    - Kompanieführungskreis 5. Kp
    - Führungskreis Artillerie (soweit befohlen).

    Soweit bei den MTW FüFu ein drittes Funkgerät (in manchen Fällen nur ein EM 25) verfügbar war, konnten damit z.B. Rundstrahldienste (ABC, Fla) mitgehört werden.
    -------------------------------------------------------
    Zur Ausstattung der MTW FüFu:
    Im Normalfall waren sowohl Kartenbretter usw. wie auch das Personal im MTW.

    Man sollte sich auch von dem Gedanken frei machen, dass hier ständig Lagebesprechungen stattfanden. Im laufenden Gefecht sowieso nicht. Wenn es um einen neuen Operationsplan ging, konnten sich Beteiligten im Zelt zwischen den MTW versammeln oder man nutzte irgendein in der Nähe gelegenes Gebäude. Genauso war es am Tage auch möglich, die Karten außen am MTW oder einem LKW aufzuhängen, so dass alle freie Sicht darauf hatten.

    Man sollte sich auch überlegen, wie groß Karten bei einem Kampftruppenbtl wirklich waren. Oft reichte ein Blatt der 1:50.000 Karte aus, mehr wie vier, die man durch Wegfalten der nicht benötigten Teile wieder verkleinern konnte, waren es selten. Damit war der Platzbedarf nicht so hoch.
    Mehr wie seinen Verantwortungsbereich und ggf. seinen Interessenbereich braucht ein BtlKdr auf seiner Karte nicht (schon allein aus Geheimhaltungsgründen). Der Verantwortungsbereich des Btl umfasst die Breite und Tiefe des Gefechtsstreifens (5 km x 5 km) und den Bereich, in dem das Btl mit seinen Waffen wirken kann (nochmals 5 km vor dem VRV). Damit genügt es, auf der Karte 1:50000 einen Raum von 5 km x 10 km darzustellen. Ein Blatt der 50.000er Karte deckt etwa 25 x 25 km ab. Nur wenn der Krieg sehr ungünstig am rechten unteren Kartenrand stattfand, brauchte man weitere Kartenblätter.

    Den sog. „Interessenbereich“, also den Verantwortungsbereich des nächsthöheren Vorgesetzten (=Brigade) und evtl. der Nachbarn, in dem Informationen über die Lageentwicklung für mich von Bedeutung sein können, stellte man häufig auf der Karte 1:250.000 dar, wobei dann auch ein Blatt genügte.

  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (29.07.2018)

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  6. #13
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Großartig!!!! Vielen, vielen Dank!!!

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  8. #14
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    Abkürzungen: a.Z.a. heißt vermutlich "auf Zusammenarbeit angewiesen"

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  10. #15
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    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Prinzipiell wurden damit folgende Funkkreise gehalten:

    MTW Fü/Fu 1:
    Wenn man alle 4 Teile des Lehrfilms "Artillerie im Gefecht" auf youtube mal in Ruhe ansieht, bekommt man dann, als die Gefechtshandlungen sich verdichten, auch "Live" mit, wie der eine VB sehr oft am Umrasten ist.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung: Wir müssen aufgrund der geografischen Lage meines Heimatorts viele Feuerwehreinsätze in den Nachbarlandkreis Würzburg fahren. Da hat mich zu Analog-Funkzeiten das ständige Umrasten schon genervt. Meldung an Leitstelle Schweinfurt: Auf Anfahrt - bei Erreichen der Landkreisgrenze Abmelden aus dem Funkverkehrskreis SW - UMRASTEN - Anmelden bei Leitstelle Würzburg - Einsatzstelle "An" melden. Und auf der Rückfahrt genau umgekehrt.
    Dazu musste man wissen, welchen Kanal man braucht. Das kostet Zeit und Nerven.

    Das wurde mit Einführung des Digitalfunkes nicht einfacher, da man jetzt die Gruppe suchen muss - das ist ohne programmierte "Favoriten" am Gerät ziemlich nervig, da auf den Geräten die kompletten Gruppen aus Bayern drauf sind.

    Ich habe - wenn ich mir die Ausführungen von Nemere so durchlese - immer Bedenken, dass da wichtige Stellen im Funkverkehr nicht erreichbar waren oder wichtige Informationen verloren gingen.
    Gab´s da ne "Musterlösung"?
    „Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel“
    Friedrich Nitzsche

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  12. #16
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Abkürzungen: a.Z.a. heißt vermutlich "auf Zusammenarbeit angewiesen"
    Richtig

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  14. #17
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Ich habe - wenn ich mir die Ausführungen von Nemere so durchlese - immer Bedenken, dass da wichtige Stellen im Funkverkehr nicht erreichbar waren oder wichtige Informationen verloren gingen.
    Gab´s da ne "Musterlösung"?
    Eigentlich nicht. Frequenzwechsel bargen immer die Gefahr, dass eine Funkststelle technisch gesehen "verloren" ging. Dagegen half eigentlich nur eine gute Ausbildung des Fernmeldepersonals UND der Funkgerätebediener sowie die korrekte Einhaltung der Vorschriften zum Funkbetrieb. Wenn eine Funkstelle weg war, war ja immer die Frage, ob sie wegen dem Frequenzwechsel oder wegen technischer Störungen, zu großer Entfernung oder anderer äußerer Einflüsse keine Verbindung mehr hatte. Man konnte dann nur versuchen, sie wieder auf der alten Frequenz zu kriegen oder man versuchte es über eine andere, nähere liegende Funkstelle mit dem berühmten Betriebswort " Haben Sie Verbindung mit ....?".
    Am häufigsten traten Probleme auf, wenn nicht der ausgebildete Funker, sondern irgendwelche kurz eingewiesenen Funkgerätebediener am Gerät waren, z.B. der neue Fahrer des KpChefs im 0,5 t usw. oder der S 1-Offizier als Schichtführer auf dem Gefechtsstand Rück.

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