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Thema: Kampf um Sperren / Militärische Minenräumung

  1. #1
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Standard Kampf um Sperren / Militärische Minenräumung

    Moin zusammen,

    ich weiß nicht genau, ob dieses Thema schon ausreichend behandelt wurde.
    Es geht allgemein um den Themenkomplex Kampf um Sperren aus der damaligen Zeit (1970-1990). Für Panzergrenadiere natürlich i. gewissen Sinne „Alltag“: PzGrenZg übernimmt von der PiTr PzAbw-Minensperren und bewacht/sichert diese für einen festgelegten Zeitraum.

    Antipersonenminen / Schützenminen
    n. der Ottawa-Konvention von 1997 geächtet aber was war davor?
    · Sch Mi DM31 Schützenabwehrverlegemine DM31 – Springmine d. Bundeswehr
    · M18A1 Claymore-Antipersonenmine mit Richtwirkung („Front toward Enemy“), bekannt aus dem Vietnamkrieg aber evtl. auch von US-amerikanischen oder auch britischen Streitkräften auch f. d. potenziellen Einsatz in Europa angedacht
    Möglicherweise waren DM31 Schützenminen auch für den Einsatz vor Feldbefestigungen vorgesehen. Neben Flandernzäunen, Spanischen Reitern, Stolperdrähten, S-Drahtsperren mit Sprengfallen, auch ein Mittel, um auf- u. abgesessenen Feind in seiner Bewegung auf die Feldbefestigung zu behindern. Minensperren werden/wurden i.d. Regel ausschließlich von der PiTr verlegt, daher habe ich auf diesem Gebiet so gut wie überhaupt keine Kenntnisse.

    Panzerabwehrminen
    AT2 Wurfminensperren – gesondertes Thema

    Gem. Sperrplan hätten also Pioniere und Wallmeister ein undurchdringliches Netz aus Bau-, Minen/Richtminen- und Sprengsperren angelegt, um somit den Vormarsch des WAPA massiv auszubremsen.
    Welche Möglichkeiten hatte der Warschauer Pakt also – unter Gefechtsbedingungen! – derartige Sperren auf dem effizientesten Wege zu räumen?
    · NVA-Panzerkompanie fährt auf eine Minensperre auf:
    · KpChef fordert ASB (Abteilung zur Sicherstellung der Bewegung) oder SRA (Sperrenräumabteilung) an und dann gibt es verschiedene Möglichkeiten
    · Kampfpanzer mit KTM5 oder KTM6-Vorsatz, um Minensperre zu räumen – soll aber wenig praxistauglich gewesen sein --- hohes Gewicht, langsame Fahrt --- KPz ist leichtes Ziel
    · MICLIC / Mine Clearing Line Charges (den russische Begriff dafür kenne ich nicht) / Minenräumschnur / Minenräumleiter zur generellen Funktionsweise dieses Video https://www.youtube.com/watch?v=1dfJJLKSPg4 oder hier https://www.youtube.com/watch?v=KgP_EkuTpeI
    · UR77 Minenräumpanzer mit Sprengladung bzw. Schlauchladung mit Raketenantrieb. Polnisches WLWD-System als Gassensprenggerät. Schafft aber gerade mal eine Minengasse von ca. 5m.
    Das dauert alles sehr lange und hemmt eine schnelle Offensivbewegung ganz gewaltig: ASB und SRA (begrenzte Ressourcen) müssen ständig angefordert werden, denn hinter der ersten Sperre lauert schon die nächste.

    Fazit: Panzerbewegungen tagsüber schon recht verlustreich: PALR, PzJg, PAH, A10 Erdkampfflugzeuge, etc. … das ganze Orchester der Verbundenen Waffen.
    Nachts – sowjetische Panzer nur mit BiV stark eingeschränkt … Minenfelder … und nachts auch noch die MICLIC einzusetzen halte ich für sehr gewagt.
    Vielleicht können die Pioniere unter Euch ja mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, würde mich sehr freuen.

    Gruss

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  3. #2
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Man hatuns Panzergrenadieren immer gesagt, dass ein KAMPF UM SPERREN ein besondersblutiger und hässlicher wäre …Also, wäreich WAPA-Truppenführer: ich würde absolute Luftüberlegenheit Tag und Nachtfordern und das konsequente Niederhalten der gegnerischen PzAbw. Werschickt seine Truppe schon sehenden Auges in den „Todesgarten aus Minen undSperren“? Wir Panzergrenadiere haben gelernt, dass ein „Kampf um Sperren“ einbesonders hässlicher wäre. Und da reichen schon Stolperdrähte mit Sprengfallenauf Grashöhe.PzAbwMinen100m vor BW-Stellung – BMP fährt auf – Detonation - die ersten Verluste:Heckklappe geht auf und MotSchtz sitzen ab/booten aus und müssen die letzten100m abgesessen nehmen! 100 Meterauf freier Pläne – wildes Sturmabwehrschießen – der BW-MG-Schütze kann sich dieZiele aussuchen. MotSchtz.Kpweicht in den Dreieckswald aus …. und läuft frontal auf eine DM31 Minensperreauf. Oder das Ganze nachts, bei Artillerie-Sperrfeuer, dichtem Werferfeuer,welches viel zu kurz liegt … also ich möchte niemals Angreifer sein …

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  5. #3
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Krieg ist bekanntlich gefährlich. Der erste Panzer, der auf eine Sperre aufläuft, hat Pech gehabt und ist das Bauernopfer.

    Die anderen angreifenden Panzer werden beim Erkennen von Minensperren sofort stehen bleiben, Nebel einsetzen und nach Möglichkeit unter gegenseitigem Feuerschutz in der eigenen Spur wieder zurückfahren.
    Bevor der Angreifer jetzt an das Räumen oder meistens wahrscheinlich zunächst an das Öffnen der Sperren geht, muss zunächst die Sicherung der Sperre ausgeschaltet oder zumindest niedergehalten werden. Bevor also die ASB zum Einsatz kommt, wird der Angreifer Artillerie- und Mörserunterstützung sicherstellen, evtl. auch Kampfhubschrauber einsetzen sowie das Öffnen der Sperren durch Feuerunterstützung seitens der auf die Sperren aufgelaufenen Kampftruppen sichern.

    Wenn dann das Feuer von RAG und evtl. DAG auf den Stellungen der Verteidiger liegt, ist es mit „wildes Sturmabwehrschießen – der BW-MG-Schütze kann sich die Ziele aussuchen“, wie Du oben schreibst, nicht mehr so weit her.

    Natürlich dauert das Räumen einer Sperre lange – es ist ja u.a. gerade Sinn und Zweck von Sperren, die Bewegungen des Feindes zu verlangsamen.


    Der Kampf um Sperren war früher öfters Thema in den Fachzeitschriften, z.B.:

    Gunter Freytag / Bernd Kaltenbach: Kampf mit Sperren, In: Truppenpraxis 1/91, S. 54 – 60.
    Gunter Freytag: Panzergrenadiere und Pioniere in der Verteidigung, In: Truppenpraxis 3/88 S. 308 ff.

    Sigurd Boysen: Minenkampf - Seine Grenzen und Möglichkeiten Teil I, In: Truppenpraxis 7/81 S. 547 ff.
    Sigurd Boysen: Minenkampf - Seine Grenzen und Möglichkeiten Teil II, In: Truppenpraxis 8/81 S. 617 ff.

    Ulf Bergelt: Abteilung zur Sicherstellung der Bewegung (ASB) und Bewegliche Sperrabteilung (BSA), In: Truppenpraxis 10/81 S. 792 ff.

    Jürgen Degner, Ulrich Saft: Feuerkraft und Sperrwirkung - Die Stärke der Verteidigung, In: Truppenpraxis 11/84 S. 836 ff.

    Dieter Gerner: Gliederung, Ausrüstung und Einsatz der sowjetischen Pionierkompanie. Wehrausbildung 4/84 S. 136 ff.

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    EmilBerggreen (12.08.2018), trince (12.08.2018)

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  8. #4
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    Moin Jörg,

    das ist natürlich absolut richtig, was Du schreibst und so wie Du die Situation beschreibst, würde es sich wohl auch abspielen.
    Aber ich denke eins ist klar: der Kampf um Sperren kostet dem Angreifer sehr viel Kraft und bindet Mittel, v.a. wenn er dies wieder und immer wieder wiederholen muss.

    Die Literaturangaben sind auf jeden Fall Gold wert. Bei e-Periodica (https://www.e-periodica.ch/) findet man jede Menge digitalisierte zeitgenössische Militärartikel der Schweizer Armee. Die Bibliothek der Bundeswehruni Hamburg (https://ub.hsu-hh.de/) müsste aber noch Material aus den 1980er Jahren vorrätig haben.

    Noch einmal zurück zum Thema Schützenminen. Sch Mi 31 u.a.? Welche Rolle spielten diese noch in der Bundeswehr? Vom Einsatz von Schützen-/Antipersonenminen weiß ich nichts. Ich kann mich nur ganz dunkel daran erinnern, dass der S-Drahtverhau vor der Waldkampfbahnstellung MÜLLERSCHLAG in HAMMELBURG mit Handgranaten gesichert war aber von Minen weiß ich nichts.

    Gruss aus dem hohen Norden

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  10. #5
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Die Truppe durfte nur Sicherungsminensperren aus Panzerabwehrverlegeminen anlegen. Schützenabwehrminen durften nur von Pionieren eingesetzt werden, sie wurden meistens zur Verstärkung von Verlegeminensperren verwendet.

    Einige Zahlenangaben dazu:
    Eine Panzerpionierkompanie hatte 1440 Panzerabwehr-Verlegeminen im Bestand, bei der Nachschubkompanie gab es nochmals 1260.
    Schützenabwehrverlegeminen gab es dagegen nur 192 im Bestand der Pionierkompanie.

    Das Divisionspionierbataillon hatte 5760 PzAbwVMi, dazu 2340 beim Nachschubbataillon. Schützenabwehrminen gab es beim PiBtl 900.

    Versteckte Ladungen (Handgranaten oder Sprengmittel) durften von der Truppe zur Sicherung von Sperren eingebaut werden (siehe z.B. ZDv 3/11, Nr. 1111).
    Sicherungsminensperren wren mit einer Minenmeldung, Baumsperren, Drahtsperren und Barrikaden wie auch versteckte Ladungen waren schriftlich formlos zu melden (HDv 211/100, Das Jägerbataillon, Anlage 16)

  11. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (12.08.2018)

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  13. #6
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    Deutschland (BRD + DDR)
    · Betonmine, auch als Stockmine M43 bekannt (WK II)
    · DM-12 PARM, Panzer-Abwehr-Richt-Mine - das Gerät feuert gerichtet eine Hohlladung gegen Panzerfahrzeuge ab, die es über einen mittels Akustiksensor aktiviertes Drucksensorkabel entdeckt. Die PARM 1 wurde in den 1980er Jahren als „Off-Route“ Mine vom Rüstungskonzern MBB entwickelt. Sie wurde zwischen März 1983 und März 1988 getestet und im Juni 1988 für den Einsatz zugelassen.
    · DM-11 A/P, amagnetische/metalllose Schützenabwehrmine/Antipersonenmine mit Druckauslösung. AP-Druckzünderminen sind Minen der technologisch 1. Generation (1959-64 entwickelt in Schweden) und werden oft auch als „Tretminen“ bezeichnet. Sie sind im Vergleich zu Panzerminen wesentlich kleiner, leichter, teils aus Plastik und deshalb schwer zu orten bzw. zu räumen. Diese Minen mit Detonationswirkung, wie die deutsche DM-11, sind bewusst so konstruiert, die Opfer nicht direkt zu töten. In einer aufwärts gerichteten Explosion zerfetzen sie die untere Hälfte des menschlichen Körpers und führen beim Opfer meist zu Amputationen mit traumatischen Folgen.
    · DM-11 A/T, fast metalllose Panzerabwehrmine mit Druckauslösung (1958-1962 entwickelt in Frankreich) und Glaswolle-Sprengstoffgemisch
    · Glasmine 43, Antipersonenmine aus Glas (WK II)
    · DM-31, Springmine. Schützenabwehrverlegemine. Die Mine wurde in der Regel in einem sogenannten Minenpulk mit einer Panzerabwehrverlegemine DM 11 oder Panzerabwehrverlegemine DM 21 und eventuell Schützenabwehrverlegeminen DM 11 verlegt. Sie wurde bis zum Rand in die Erde eingegraben, allerdings nicht mit Erde verdeckt. Zum schnellen Ausheben von Minenlöchern war ein Bodenausheber genanntes einfaches Handbohrgerät im Bestand der Pioniertruppe. Wird die DM31 als Drahtmine verlegt, wurden vom Zünder zwei Drähte v-förmig etwa je zwanzig Meter ausgespannt. Die Führung der Drähte erfolgt durch Krampen auf knöchelhoch eingeschlagenen Holzpflöcken, die in einem Abstand von etwa fünf Metern stehen.
    · PPM-2, Antipersonenmine mit piezoelektrischem Druckzünder (DDR)
    · Riegelmine 43, Panzermine (WK II)
    · Riegelmine 44, Panzermine (WK II)
    · S-Mine, Während des Zweiten Weltkrieges eingesetzte Springmine
    · Schützenmine 42, Antipersonenmine aus Holz
    · Tellermine 29, Panzermine
    · Tellermine 35, Panzermine
    · Tellermine 35 (Stahl) Panzermine
    · Tellermine 42, Panzermine
    · Tellermine 43, Panzermine
    · Topfmine, Panzermine

    UdSSR
    · sowj. MON-Minen: MON-50, 90, 100 und 200, Antipersonenminen mit Richtwirkung, ähnlich der US-amerikanischen Claymore. Nach Auslösen des Zünders wird die Verstärkerladung zur Wirkung gebracht und dadurch die Hauptladung initiiert. Dadurch werden die ca. 500 zylindrischen Splitter etwa 50 Meter in die durch den Pfeil gekennzeichnete Richtung geschossen. Nach dem Abklemmen der Stromquelle und dem Kurzschließen der Leitung, kann der Zünder abgeschraubt werden. MON-50 mit Zeitzünder werden aus Sicherheitsgründen berührungsfrei gesprengt.
    · sowj. OZM-3, OZM-4 und OZM-72, (kyrillisch: ОЗМ), Springminen mit Splitterwirkung, Antipersonenminen
    · sowj. PFM-1, eine Antipersonenmine in der Bauform einer Schmetterlingsmine/„Green Parrot“. Diese luft- und mittels Artillerie verlegbare Mine wurde vielfach im Sowjetisch-afghanischen Krieg verwendet. PFM-1 Minen werden in Kanistern zu je 144 Minen per Hubschrauber, Flugzeug, Artillerieraketen oder Mördergranaten ausgebracht. Nach dem Abwurf schärfen sich die Minen. Der gesamte Körper der Mine ist ein kumulativer Druckzünder, der bei 5 kg Druck die Mine detonieren lässt. Kumulativ meint hierbei, dass ein einziger Druck (z. B. beim Treten auf die Mine) von 5 kg oder viele kleine Drücke nacheinander (z. B. beim Hantieren mit der Mine), die eine Summe von 5 kg erreichen, die Mine zünden. Es ist also extrem gefährlich, die Mine zu berühren. Der Zünder löst eine kleine Metallkugel, die eine federgespannte Zündnadel freigibt, welche auf das Zündhütchen schlägt und so den Sprengstoff zündet. Berüchtigt für seine verheerende Wirkung bei zivilen Opfern, getöteten und verstümmelten Kindern. Schmetterlingsmine ist der Trivialname für kleine Antipersonenminen, die von Flugzeugen, Raketen oder Artilleriegranaten aus abgeworfen werden. Meist handelt es sich dabei um Streumunition. Die Bezeichnung dieser Mine rührt von den aerodynamischen Flächen her, die den Fall der Mine bremsen und ihre Ausbreitung über ein großes Gebiet begünstigen sollen. Besonders bekannt ist das amerikanische Modell BLU-43/B „Dragontooth“, welches zuletzt im Vietnamkrieg Verwendung fand. Sie hat keinen Selbstzerstörungsmechanismus, aber der Sprengstoff wird nach unbekannter Zeit inaktiv. Zünder und Detonator sind jedoch praktisch unbegrenzt aktiv. Die sowjetische Mine PFM-1 bzw. PFM-1S (gleiches Modell mit Selbstzerstörungsmechanismus nach 24h) ist ein fast exakter Nachbau der amerikanischen BLU-43/B und wurde vor allem im Afghanistankrieg verwendet. Der Typ PFM-1 wurde auch auf Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Wittstock im Land Brandenburg gefunden und soll geräumt werden. Schmetterlingsminen liegen mehr oder minder sichtbar an der Erdoberfläche und sind so, auch wegen ihres Metallanteils, eventuell leichter als andere Minen zu finden. Allerdings sind die Minen in der Regel durch Vegetation oder Schlamm verdeckt, die Tarnfarbe und die unregelmäßige Form erschweren das Entdecken zusätzlich. Daher ist ein Metalldetektor zur Auffindung notwendig. Die Minen lassen sich durch den Überdruck einer militärischen Räumladung flächig zünden und so unschädlich machen. Da der Umgang mit den Minen extrem gefährlich ist, müssen diese vor Ort gesprengt werden.
    · sowj. PMD-6, rechteckige Antipersonenmine aus Holz
    · sowj. PMN und PMN-2, Antipersonen-Sprengminen. Sie zählen zu den am weitesten verbreiteten Landminen der Welt. Es gibt international etliche Varianten unter weiteren Bezeichnungen. Durch die vergleichsweise große Ladung von 240 Gramm TNT (Antipersonenminen enthalten normalerweise ~ 50 g TNT) wirkt die PMN-1 meistens tödlich. MS-3: Erscheinungsbild wie PMN-1, aber mit einer „Blase“ in der Mitte der Druckplatte, die als Aufhebeschutz fungiert. Ladung 310 g TNT, Gesamtgewicht 630 g. Die Mine muss mit mindestens 5-6 kg belastet werden, um eine Detonation zu verhindern. Wird gerne unter Panzerabwehrminen gelegt, um das Minenräumen zu erschweren, oder als Sprengfalle verwendet, zum Beispiel in Fahrzeugen oder Gebäuden.
    · sowj. POM-1 und POM-2 Antipersonenmine zur Fernverminung. Die POM-1 wurde Anfang der 1980er Jahre bei den sowjetischen Streitkräften eingeführt. Die POM-1 ist eine nahezu exakte Kopie der U.S. BLU-42 Streumine. Die POM-1 Minen kamen in Afghanistan und vermutlich in Laos zum Einsatz. Überwiegend wurden die Minen mit Hubschraubern verstreut. So kann ein Mi-8 Hubschrauber mit vier SCM-1 Streubehältern mit total 928 Minen, ein Minenfeld von 30 × 2.000 m verlegen. Dazu benötigte er 3-4 Minuten.
    · sowj. PGMDM, Panzermine, auch bekannt als PTM-1
    · sowj. PTM-3, Panzermine mit Magnetzünder. Die PTM-3 wurde Anfang der 1990er Jahre bei den Sowjetischen Streitkräften eingeführt.
    · sowj. TM-35 bis TM-89 Panzerminen

    USA
    · M3, Antipersonenmine in Quadratprismaform. Andere Quellen sagen, dass es sich hierbei um eine Antifahrzeugmine handelte: The PRB M3 and PRB M3A1 are plastic cased minimum metal anti-tank blast mine produced by the Belgian company Poudreries Réunies de Belgique in the 1970s and 1980s. https://www.landmine.de/archiv/daten...sa/prb-m3.html
    · M14, eine in den frühen 1950er Jahren entwickelte Antipersonenmine. Letztmals 1974 produziert, befinden sich die nicht unbeträchtlichen Restbestände immer noch im aktiven Arsenal der US-Armee. Die M14 ist komplett aus Kunststoff gefertigt und mit 28 g Tetryl als Sprengstoff gefüllt. Die Sprengwirkung der Mine wurde so ausgelegt, dass sie Menschen verstümmeln, aber nicht töten soll, da ein verwundeter Soldat andere Soldaten zu seiner Versorgung bindet und Verwundete nach allgemeiner Doktrin die Truppenmoral stärker schwächen als Tote. Die Schädigung des Opfers erfolgt rein durch die Sprengwirkung des Sprengstoffes und die Splitter des Kunststoffgehäuses. Die Mine enthält keine zusätzlichen Splitter. Die M14 wird verwendet, um natürliche oder künstliche Hindernisse für feindliche Truppen schwerer überwindbar zu machen. Auch wird sie zusammen mit Antipanzerminen verlegt, um deren Räumung zu erschweren. Durch Auslegung von Minenfeldern soll auch die Bewegungsfreiheit feindlicher Truppen eingeschränkt, die eigene Flanke gesichert und wie oben beschrieben die Moral des Feindes gesenkt werden. Die M14 ist komplett aus Kunststoff gefertigt und so sehr schwer zu räumen. Die Minen wurden durch Ankleben einer Metallscheibe auf den Boden des Kunststoffgehäuses modifiziert, was die Räumung der Minen erleichtern soll. Folglich ist die Verwendung nicht modifizierter Minen nicht zugelassen.
    · M16, eine Antipersonen-Springmine die ebenfalls in den 1950er Jahren entwickelt wurde und heute in der Version M16 A2 die hauptsächlich genutzte Mine der US-Armee ist. Sie wird von Infanteristen (wohl eher Pionieren) manuell gelegt und ist die primäre Antipersonenmine der US-Streitkräfte. Wird der Zünder ausgelöst, trennt sich der äußere Behälter (verbleibt im Boden) von dem Splittermantel mit der Wirkladung. Dieser springt durch Zündung einer kleinen Ausstoßladung ca. 0,8 Meter in die Höhe und detoniert nach Zündung der Hauptladung unter Splitterbildung. Der im Boden verbleibende äußere Behälter ist durch ein dünnes, ca. 80 cm langes Drahtseil mit dem Wirkungsteil verbunden. Wenn sich das Drahtseil spannt wird ein innen liegender Schlagzünder gespannt, welcher an einem definierten Punkt Sperrkugeln freigibt, welche den dann vorgespannten Schlagbolzen freigeben. Dieser Schlagbolzen zündet dann die Wirkladung. Die Splitter verteilen sich ringförmig und gelten im Umkreis von etwa 30 Metern als tödlich. Das Hochspringen in die Luft macht die Mine in zweifacher Hinsicht tödlicher. Die Splitter haben eine größere Reichweite als bei einer Zündung am Boden, und die sich ringförmig ausdehnende Splitterwolke trifft das Opfer nicht primär an den Füßen oder Beinen, wie bei einer konventionellen AP-Mine, sondern am Körper, dessen Verletzung schlimmere Folgen im Bereich des Bauches, Oberkörpers und Kopfes nach sich zieht. Wie alle Minen ist auch die M16 für Zivilisten und Tiere grundsätzlich genauso gefährlich wie für Soldaten. Die M16 ist zwar leicht mit einem Metalldetektor zu orten und kann, die nötige Vorsicht vorausgesetzt, auch mit bloßem Auge entdeckt werden, doch fehlt Menschen in den Einsatzgebieten der M16 das Wissen beziehungsweise die Aufklärung, eine solche zu finden; sie rechnen auch nicht mit der Anwesenheit von Minen. Die Mine ist mit einer Sprengfalle gegen Aufheben geschützt. Die M16 hat keine Selbstzerstörungsautomatik für eine vorgegebene Zeit und überdauert in gemäßigten Klimazonen mit Lehmboden acht Jahre mit nur 30 % erwarteter Ausfallquote und in heißer, trockener Umgebung sogar wesentlich länger.
    · M18 Claymore, oft verkürzt nur als Claymore bezeichnet, ist eine Antipersonenmine primär für Verteidigungszwecke mit einer gerichteten Ladung. Sie wird noch heute verwendet.
    · M93 Hornet, eine moderne und heute in Gebrauch befindliche Panzerabwehrmine (Entwicklungsabschluss 1997), die ein Panzerfahrzeug in bis zu 100 Metern Entfernung mit einer Infrarotgelenkten Submunition an der schwächer gepanzerten Oberfläche angreifen kann.

    Interessant ist, dass Minenpulks (DM11 A/P mit A/T und DM21) verlegt wurden, also PzAbwMinen kombiniert mit Schützenabwehrverlegeminen, um das manuelle Minenräumen noch einmal sehr stark zu behindern.
    Auffallend ist auch, dass die meisten Minentypen aus den UdSSR stammen, wohlmöglich wurde dort auch die intensivste Forschung an diesen Kampfmitteln betrieben.

    Quelle: Zusammenfassung aus WP

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  15. #7
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Standard

    Und hier eine Demonstration zum
    Pioniereinsatz mit Minenräumleiter

    https://www.youtube.com/watch?v=odbOkzafmmo

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  17. #8
    Warrior Avatar von Hoover
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    Standard

    Das Divisionspionierbataillon hatte 5760 PzAbwVMi, dazu 2340 beim Nachschubbataillon. Schützenabwehrminen gab es beim PiBtl 900.

    Für welchen Zeitraum? Denn wir hatten im PiBtl 11 Anfang der 90er Jahre noch DM 11 und DM31 in der Ausbildung genossen. Wobei die DM11 der Hass war. Man musste so höllisch aufpassen, dass die beim Verlegen nicht schon knallte. Im Gefecht hätte ich die im Stress eher ungern in scharf verlegen wollen.
    Allerdings weiß ich nicht mehr, wieviele scharfe Minen davon im Bestand des Btl waren.

  18. Direkt antworten
  19. #9
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Die Zahlenangaben stammen von 1988 bis 1990 und kommen aus Lehrunterlagen der Offizierschule des Heeres bzw. der Führungsakademie der Bundeswehr.
    Wobei diese Zahlen ja nur die Bestände angeben, die unmittelbar beim PiBtl in den Mun- bzw. Kampfmitteltrupps verfügbar waren. Wobei bei den Pionieren hinsichtlich der Nachschubwege die Besonderheit galt, das Minen und Sprengmittel direkt bei den Korpsversorgungspunkten abgeholt werden konnten und nicht zwingend das Nachschubbtl der Div dazwischen geschaltet wurde.

  20. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (15.08.2018)

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  22. #10
    Cold Warrior
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    Hi Hoover,

    okay, dann waren also die DM-11 A/P und dieDM-31 die beiden Schützenabwehrminen der Bundeswehr. Die DM-11 A/P hatte einengeringen Stückpreis von DM 6,-/6,50 und wurde später sehr häufig in Afrikaverwandt.
    Sie wurde vor ihrer Vernichtung im Jahr 1994 in großen Stückzahlenproduziert. Es geistern Zahlen von 1,27 Millionen … wahrscheinlichhauptsächlich für den Export produziert.
    Was mich interessiert: wie wurde die DM-11 A/Pper Hand verlegt?

    Mit dem Klappspaten? Grassoden ausstechen,Mine in das Loch, Zünder scharf machen, vorsichtig Grassode drauf – fertig.Oder unter anderen Geländebedingungen mit Laub oder Reisig bedecken.Worauf beruhte die Gefährlichkeit der DM-11 A/P?War der Zünder so hochempfindlich? Sollte der nicht erst auf einen Druck von5-10 kg reagieren?Wie spürt man überhaupt Plastikminen auf? DieMinensuchnadel ist da wohl ineffektiv.

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