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Thema: Verpflegung bei der Bundeswehr

  1. #21
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Zitat Zitat von Berlin Brigade Beitrag anzeigen
    Ein Cousin brachte mir immer die guten alten Bundeswehr-Hartkekse mit. Die Wehrpflichtigen/Zeitsoldaten kriegten wohl immer die ablaufenden Haltbarkeitsdaten zum Mitnehmen. Die Kekse hatten wir immer als wetterfeste Energienahrung zum Rudern mit. War nicht schlecht. Habe später erst gelernt, dass man damit sogar Feuer machen kann.

    Bei den Amis hat mich immer deren weltweite Essenslogistik aus dem Vollen beeindruckt: In Deutschland (jedenfalls in Berlin) tranken die ihre Cola aus original US-Aludosen mit US-Verschluss ohne separaten Nippel. Natürlich auch mit allen anderen US-Sorten, die wir gar nicht hatten. Das leckere US-Militäreis aus "Gruenstadt, Germany" wurde seinerzeit global über "Clark Air Base" auf den Philippinen verteilt. Das gab es immer am "Tag der offenen Tür" in Tempelhof in der riesigen 1 Pint-Pappschachtel und gleich mit großem Plastik-Esslöffel.
    Bei den Amis wurde doch alles direkt aus den Staaten eingeflogen - selbst das Frischfleisch, wenn das stimmt. Ich glaube nicht, dass die Amis während des Kalten Krieges sich umfassend auf lokale Lieferanten abstützten.
    „Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt“ (Albert Einstein)

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  3. #22
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    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Bei den Amis wurde doch alles direkt aus den Staaten eingeflogen - selbst das Frischfleisch, wenn das stimmt. Ich glaube nicht, dass die Amis während des Kalten Krieges sich umfassend auf lokale Lieferanten abstützten.

    Bei diesem Getränk schon. Zumindest bei entsprechenden Veranstaltungen.
    Eigene Aufnahme.
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  5. #23
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    Das kann ich sogar noch toppen. Neben meiner Uni (FU Berlin) , unweit des US-Clay-Hauptquartiers, befand sich ein amerikanisches Clubhaus, das "Harnack House". Dort hatten wir auch mal von der Uni ein Seminar, zu dem uns US-Militärkellner US-Militärsekt servierten. Das war natürlich mal was anderes im kargen Studentenleben.

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  7. #24
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    Zitat Zitat von Berlin Brigade Beitrag anzeigen
    Das kann ich sogar noch toppen. Neben meiner Uni (FU Berlin) , unweit des US-Clay-Hauptquartiers, befand sich ein amerikanisches Clubhaus, das "Harnack House". Dort hatten wir auch mal von der Uni ein Seminar, zu dem uns US-Militärkellner US-Militärsekt servierten. Das war natürlich mal was anderes im kargen Studentenleben.
    Gab auch Wein. Z.B.: Boxbeutelflaschen mit Etiket.

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  9. #25
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    Zitat Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
    Gab auch Wein. Z.B.: Boxbeutelflaschen mit Etiket.
    Bocksbeutel bitte - nicht BOX-Beutel. Das hat mit Boxen überhaupt nichts zu tun. Das muss ich als überzeugter Franke loswerden.

    US-Soldaten und Frankenwein ist sowieso ein Kapitel für sich. Wir hatten in Veitshöchheim, bei der 6./FJgBtl 760 Patenschaften mit zwei US-MP-Kompanien in Würzburg und Bamberg. Da die Frau unseres Kompaniechefs ein Weingut in Sommerach hatte, waren wir natürlich bestens mit Wein versorgt, den es dann auch bei diversen Veranstaltungen mit den Amerikanern gab. Aber die wussten den guten Silvaner kaum zu schätzen:
    a) wurde der Wein durch das fast gewohnheitsmäßige Einwerfen von Eiswürfeln dem Gefrierpunkt nahe gebracht
    b) Ist Frankenwein normalerweise etwas herber ausgebaut, was wiederum dem Geschmack des durchschnittlichen US-Bürgers nicht entspricht. Also wurde der Wein viel Zucker auf den Geschmack von Liebfrauenmilch oder ähnlicher Horrorgetränke gebracht.

    Bei anderer Gelegenheit habe ich die Verwendung von Wein als "Painkiller" durch einen US-Soldaten erlebt. Beim Feldjägerbataillon 760 gab es jedes Jahr den sog. "Patenschaftsmarsch" mit unserem Partnerbataillon, dem 793rd US-MP-Bn aus Fürth. Dabei marschierten eine deutsche und amerikanische Delegation in Stärke von je 10 Soldaten zu Fuß von Fürth nach München quer durch Bayern, ca. 180 km in 6 Tagen. Diesen Marsch durfte ich 1984 als S-2 Offizier auch mal führen. Die Amerikaner hatten u.a. ihren Command Master Sergeant als Teilnehmer eingeteilt, der es aber mit dem Marschieren nicht so hatte. Bereits am Abend des ersten Tages hatte er riesengroße Blasen. Nun konnte er sich aber in seiner Dienststellung keine Blöße geben und musste daher auf jeden Fall weitermarschieren. Also schickte er jeden Tag einen GI der Begleitmannschaft zum Einkaufen in einen Supermarkt, der ihm dort eine Flasche möglichst süßen Weines besorgen musste, am besten Spätlese oder ähnliches. Am Ende der täglichen Marschetappe lies er sich dann abends auf sein Feldbett fallen und trank die Hälfte dieses pappsüßen Gesöffs, um einschlafen zu können. Den restlichen Flascheninhalt trank er am nächsten Morgen, um den Tag zu überstehen.

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  11. #26
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    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Bocksbeutel bitte - nicht BOX-Beutel. Das hat mit Boxen überhaupt nichts zu tun. Das muss ich als überzeugter Franke loswerden.

    US-Soldaten und Frankenwein ist sowieso ein Kapitel für sich. Wir hatten in Veitshöchheim, bei der 6./FJgBtl 760 Patenschaften mit zwei US-MP-Kompanien in Würzburg und Bamberg. Da die Frau unseres Kompaniechefs ein Weingut in Sommerach hatte, waren wir natürlich bestens mit Wein versorgt, den es dann auch bei diversen Veranstaltungen mit den Amerikanern gab. Aber die wussten den guten Silvaner kaum zu schätzen:
    a) wurde der Wein durch das fast gewohnheitsmäßige Einwerfen von Eiswürfeln dem Gefrierpunkt nahe gebracht
    b) Ist Frankenwein normalerweise etwas herber ausgebaut, was wiederum dem Geschmack des durchschnittlichen US-Bürgers nicht entspricht. Also wurde der Wein viel Zucker auf den Geschmack von Liebfrauenmilch oder ähnlicher Horrorgetränke gebracht.
    Mein weinfränkisches Herz blutet gerade gewaltig ;-)
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  13. #27
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    Zitat Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
    Gab auch Wein. Z.B.: Boxbeutelflaschen mit Etiket.
    Knock out.

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  15. #28
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    Zitat Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
    Knock out.
    Es sei dir verziehen ;-))
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  17. #29
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    Passend zum Thema - ein Video aus dem Classix-Kanal:

    https://youtu.be/I5G3Q_sj-vA

    Ich finde diesen leicht ironischen Unterton des Sprechers herrlich ;-)

    Und noch ein Video zum Thema Verpflegung:

    https://youtu.be/HdUK-qUnbM4
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  19. #30
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    Leider wird in beiden Filmen viel zu wenig auf die Leistungen der Feldküchentrupps bei Übungen / im Gelände / bei Truppenübungsplatzaufenthalten eingegangen. Die technische Ausstattung gerade der alten MAN-Feldküchen war ja nicht gerade berauschend, z.B. gab es keinerlei Kühlmöglichkeiten (außer evtl. feuchte Tücher um Speisebehälter gelegt).
    Im Sommer war das gerade bei Fleisch ein echtes Problem, erfahrene Feldkochunteroffiziere behalfen sich hier z.B. durch das Einlegen der Fleischstücke in Essig und marinierten dadurch gleichzeitig das Fleisch.

    Eine gute Feldküchenbesatzung war in der Lage, nötigenfalls unter Abweichung vom Speiseplan aus der gelieferten Rohverpflegung irgend etwas vernünftiges zu zaubern. Wenn z.B. das Fleisch sich für den vorgesehenen Braten nicht so ganz eignete, wurde dann daraus eben ein Gulasch oder ein Ragout. Wir haben öfters gerade zu uns abgeordnete US-Soldaten mit solchen Gerichten wirklich begeistert. Die kannten meistens nur Steaks und Schnitzel, aber kaum andere Zubereitungsformen von Fleisch.

    Eine optimale Besatzung bestand aus einem erfahrenen aktiven Feldkoch, das musste nicht zwingend der Unteroffizier als Truppführer, sondern konnte genauso gut der schon seit Jahren in der Küche dienende Hauptgefreite sein. Wichtig war, dass er die Brenner der Feldküche und den LKW perfekt beherrschte. Der zweite Mann sollte möglichst ein Koch mit einigen Jahren Erfahrung in großen zivilen Küchen sein, das konnte dann der Feldküchen-Uffz der Reserve sein. Und der dritte Soldat war nach Möglichkeit ein Metzger, da ja in den "alten" Zeiten auch die Möglichkeit bestand, Rohverpflegung selbst einzukaufen.

    Gerade bei weit auseinandergerissenen Kompanien, wie es bei den Feldjägern der Fall war, waren zuverlässige und selbständige Feldköche extrem wichtig. Hier waren die Trupps völlig auf sich gestellt, im Gegensatz zu den Kampftruppenbataillonen, wo in den allermeisten Fällen die Feldküchen geschlossen unter Führung des Verpflegungsgruppenführers arbeiteten und damit ein Ausgleich zwischen den Küchen möglich war.

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