Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 19 von 19

Thema: Luftlandeoperationen

  1. #11
    Rekrut
    Registriert seit
    06.08.2018
    Beiträge
    9
    "Danke" sagen
    8
    Erhielt 4 Danke für 2 Beiträge

    Standard

    Hallo,
    ich erinnere mich, dass einmal, es muss wohl 1987 gewesen sein, ein ganzes Btl (US) direkt aus den USA mit C-141 in voller
    Kampfausrüstung über dem Zielgebiet abgesprungen ist. Es waren wohl 7 Flugzeuge beteiligt. Das war im Zusammenhang mit einer Großübung in Norddeutschland, es kann auch im Rahmen REFORGER gewesen sein. Dabei erschließt sich mir aber nicht, warum sind die nicht gelandet und haben normal entladen. Das wäre doch mit wesentlich weniger Risiko geschehen. Wir haben uns damals nur gewundert, dass das Btl geraume Zeit danach nicht in Kampfhandlungen gebunden war.

    Gruß Rainer

  2. Direkt antworten
  3. #12
    Cold Warrior Avatar von Hoover
    Registriert seit
    19.12.2013
    Ort
    27283 Verden (Aller)
    Beiträge
    181
    "Danke" sagen
    22
    Erhielt 38 Danke für 28 Beiträge

    Standard

    Das war halt eine Demonstration, dass man es halt kann.
    Die Russen sind ja auch innherhlab eines Manövers mit einem ganzen Regiment über der Arktis abgesprungen. Zeigen, was man kann, auch wenn man das im Ernstfall wohl nie machen würde.

    Mit C-141 über einer heißen DZ Fallis absetzen, das wäre ... erweiteter Selbstmord?
    "Damals, als ich in meinem Alter war..."

  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu Hoover für den nützlichen Beitrag:

    Rainer (07.02.2019)

  5. Direkt antworten
  6. #13
    Cold Warrior
    Themenstarter
    Avatar von EmilBerggreen
    Registriert seit
    19.07.2015
    Beiträge
    255
    "Danke" sagen
    111
    Erhielt 25 Danke für 20 Beiträge

    Standard

    Ich finde, Nemeres hervorragender Beitrag über seine Manövererfahrungen während der Übung FRÄNKISCHER SCHILD sollte unbedingt noch kommentiert werden.
    Vor allem die Schlüsse, die die Division daraus gezogen hat.

    Komplexe Ausgangslage, gar nicht so einfach sich da rein zu finden.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann sollte die MAINBRÜCKE bei KARLSTADT nicht gesprengt werden und sowohl von BLAU als von ROT offengehalten werden.

    Ich kann mich ehrlich gesagt überhaupt nicht in die Planung ROT hineinversetzen.
    Vielleicht war der Kräfteansatz von nur einer verst FSchJgKp viel zu gering angesetzt. Die FSchJg werden in der Abenddämmerung abgesetzt und sind nicht nachtkampffähig?
    Damals hatte dann nur die gepanzerte Truppe WBGs und die Infanterie nur ihre Restlichtverstärker, die bei kompletter Mondfinsternis wirkungslos waren.

    Oder der Plan war, die Umgebung der Brücke durch Luftschläge "einzuebnen" und dann relativ gefahrlos die Brücke einzunehmen?
    KARLSTADT ist doch ein hübsches Städtchen mitten im Frankenland mit vielen, kaum mehrstöckigen Fachwerkhäusern.

    [WP: Karlstadt ist die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart und liegt rund 30 Kilometer nördlich von Würzburg im mainfränkischen Weinbaugebiet]

    Bedeutet doch, dass die alte Fabrik (Zementfabrik?) ein exponiertes Gebäude war, welches auch die Luftaufklärung als solches hätte erkannt werden müssen, oder?

  7. Direkt antworten
  8. #14
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.107
    "Danke" sagen
    196
    Erhielt 856 Danke für 389 Beiträge

    Standard

    Ich finde die Lage gar nicht so komplex. Eine klassische Situation für den Einsatz der Reserve. Die zeitlichen Vorgaben ergeben sich aus einer Raum-Zeitberechnung: Der Gegenangriff BLAU muss erfolgreich abgeschlossen sein, bevor die im Anmarsch befindlichen Kräfte ROT wirksam werden können.

    Die Mainbrücke war in dieser Übungslage nicht zum Sprengen vorgesehen.

    Bei der Übungsbesprechung am Manöverende wurde als Absicht ROT herausgestellt, die Brücke
    a) für BLAU zu sperren, um das Nachführen der Reserve zu verhindern
    b) die Brücke für ROT offen zu halten. Da BLAU in der Planung ROT nach Sperren der Brücke die Reserve nicht mehr nach Thüngen verlegen konnte und wenige Stunden später Kräfte ROT zur Erweiterung des Einbruchs erweitert wurden, bestand die Absicht, dann mit diesen frischen Kräften nach KARLSTADT vorzustossen und die von den Fallschirmjägern gehaltene Brücke zu nutzen.

    Warum sollte man die Umgebung der Brücke durch Luftschläge einebnen und dabei das Risiko eingehen, auch die Brücke zu treffen oder die Zufahrtstraßen durch Trümmerteile zu blockieren?

    Auch Deine Ansicht, das die Fabrik ein exponiertes Gebäude war, kann ich nicht teilen. Die Luftaufklärung in Vorbereitung der Luftlandung entdeckte dort allenfalls einige wenige kleine Rad-KFZ, keine schweren Waffen, keine Kampffahrzeuge. Das die Brücke selbst gesichert war, war sicher bekannt. Es lief auch ständig Militärverkehr über die Brücke. Es gab nichts, was in dieser Fabrik besondere Aufmerksamkeit erregen konnte. Nach der Luftlandung dürfte aufgrund der hereinbrechenden Dunkelheit kaum mehr direkt verwertbare Luftaufklärung möglich gewesen sein.

  9. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (07.02.2019), spanier (05.03.2019)

  10. Direkt antworten
  11. #15
    Cold Warrior
    Themenstarter
    Avatar von EmilBerggreen
    Registriert seit
    19.07.2015
    Beiträge
    255
    "Danke" sagen
    111
    Erhielt 25 Danke für 20 Beiträge

    Standard

    Sorry, dann hatte ich Deinen Bericht nicht sorgfältig genug gelesen.
    Bleibt aber die Frage der Nachtkampffähigkeit, die bei den FSchJg ROT ja nicht gegeben war. Wie wollten sie denn die Nacht überstehen?

  12. Direkt antworten
  13. #16
    Cold Warrior
    Themenstarter
    Avatar von EmilBerggreen
    Registriert seit
    19.07.2015
    Beiträge
    255
    "Danke" sagen
    111
    Erhielt 25 Danke für 20 Beiträge

    Standard

    Da fällt mir noch ein Punkt ein. Du hattest es schön öfter erwähnt: taktische Kräfte-Raum-Zeit-Berechnung - wo könnte man das nachlesen? Meine Google-Suche war da nicht besonders ergiebig.

  14. Direkt antworten
  15. #17
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.107
    "Danke" sagen
    196
    Erhielt 856 Danke für 389 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Bleibt aber die Frage der Nachtkampffähigkeit, die bei den FSchJg ROT ja nicht gegeben war. Wie wollten sie denn die Nacht überstehen?
    Auch die Fallschirmjäger des Jahres 1986 dürften bereits FERO-Nachtsichtgeräte (BV) gehabt haben. Es gab damals zahllose Truppenteile außerhalb der Kampftruppe, die keinerlei spezielle Nachtsichtgeräte hatten und sich nachts auch sichern oder ihre Alarmstellungen verteidigen mussten oder ihre Aufträge zu erfüllen hatten. Nachtkampf ist nicht nur auf technisches Gerät abgestellt, da gibt es noch eine Menge anderer Dinge, die man beachten muss (Lage der Stellungen, Orientierung, Regelung des Feuerkampfes, Schießen bei Nacht ohne Hilfsmittel). Das fängt damit an, dass man z.B. beim G 3 den Kornschutz auf der dem Schützen zugewandten Seite mit Kreide (liegt in jedem Fahrzeug) weiß markiert, um einen besseren Kontrast zu haben.
    Die Frage war allerdings auch 1986 schon, inwieweit dieses Handwerk, diese vielen Kleinigkeiten der Gefechtsausbildung den Wehrpflichtigen noch beigebracht wurde.

  16. Direkt antworten
  17. #18
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.107
    "Danke" sagen
    196
    Erhielt 856 Danke für 389 Beiträge

    Standard

    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    taktische Kräfte-Raum-Zeit-Berechnung [/B]- wo könnte man das nachlesen? Meine Google-Suche war da nicht besonders ergiebig.
    Eine spezielle Internet-Quelle dafür wüsste ich nicht. Das ist einfach taktisches Handwerkszeug, das man z.B. an der Offizierschule von Anfang an lernte.

    Beispiel:
    Eine Brigade verteidigt am VRV. Der Feind ist auf Sperren aufgelaufen und kommt zur Zeit nicht weiter. Es böte sich die Gelegenheit, durch Einsatz der Brigadereserve, den vor dem VRV festliegenden Gegner auszuschalten.
    Gleichzeitig ergibt die Auswertung der Aufklärungsergebnisse, dass der Feind Verstärkungen und weitere Artillerie- sowie Pionierkräfte heranführt. Diese neuen Feindkräfte werden voraussichtlich in frühestens 5 Stunden am VRV wirksam werden können.
    Also habe ich ein Zeitfenster von 5 Stunden, um meinen Gegenangriff durchzuführen. Setze ich den Gegenangriff zu spät an. laufe ich Gefahr. dass meine Gegenangriffskräfte ihrerseits von den neu eintreffenden Feindkräfte in der Flanke gefasst werden.
    Der Raum ist hier einerseits das Gelände, in dem mein Gegenangriff stattfinden soll, andererseits die Marschstrecke (Entfernung) der gegnerischen Verstärkung.
    Die Zeit ist einerseits mein Zeitbedarf für den Gegenangriff - von der Befehlsgebung bis zum erfolgreichen Abschluß. Anderseits ist die Zeit, die Marschzeit der gegnerischen Verstärkungskräfte - wie lange brauchen diese, um am VRV in das Gefecht eingreifen zu können.

    Je weiter oben die Führungsebenen, desto länger werden diese Zeitfenster, in denen man planen kann, allerdings ohne dass man hier ein Schema angeben kann. Bei der Division können das durchaus mehr als 12 Stunden sein, bei der Brigade bewegen wir uns im Bereich von vielleicht bis zu 6 Stunden. Beim Bataillon vorne am VRV kann es manchmal nur eine Stunde oder weniger sein, die mir bleibt.
    Ein überraschender massiver Luftangriff, eine großflächige Geländekontamination mit seßhaften Kampfstoffen oder eine feindliche Luftlandung kann dagegen auch der Divisionsebene den Zeitraum für das mögliche Handeln stark verkürzen.
    Es gibt also keine Formeln, um diese Raum-Zeit-Berechnungen anzustellen. Es bedarf einer sorgfältigen Lagebeurteilung, um in der jeweiligen aktuellen Situation die Möglichkeiten des eigenen Handelns abzuwägen.

  18. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (08.02.2019)

  19. Direkt antworten
  20. #19
    Cold Warrior
    Themenstarter
    Avatar von EmilBerggreen
    Registriert seit
    19.07.2015
    Beiträge
    255
    "Danke" sagen
    111
    Erhielt 25 Danke für 20 Beiträge

    Standard

    Ah, sehr gut! Besten Dank für die näheren Erläuterungen!

  21. Direkt antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •