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Thema: Gliederung SanBtl in der Heerestruktur IV - Beispiel SanBtl 3

  1. #21
    Cold Warrior
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Die Panzerkompanie, der Panzerzug kann ja mit seinen KPz nicht selbstständig bergen und der SanTrp der Kp kann nicht ungeschützt mitten im Feuer auf die offene Pläne, um Verletzte nach hinten zu bringen ....
    Bei uns wurde Ende 90er durchaus noch gelehrt "Truppe birgt sich selbst", im Grunde bis zur Triage vor dem Reinschieben in den KrKW.

    Wurde durchaus auch mit Aufwand geübt, das - durch zuvor in Mazedonien und Kosovo eingesetzte Kameraden erstellte - Szenario war bei uns "Bergung aus auf Mine gelaufenen vorausfahrenden TPz" unter Beachtung Sicherung gegen ggf. überwachenden Feind.

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    EmilBerggreen (02.11.2019)

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  4. #22
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    Hallo Jörg,


    besten Dank für Deine Ausführungen!!!

    Ich gebe nur zu bedenken, dass die Gefechtserfahrung, die sich während des WK II mehr oder weniger langsam aufgebaut hatte, bei einem WK III kaum möglich gewesen wäre.
    Monate-/jahrelange Kampfhandlungen hätte es bei einem militärischen Konflikt in Mitteleuropa sehr wahrscheinlich nicht gegeben.

    Daher auch die oft genannten Überlebensraten, die oft inoffiziell genannt werden, wie "Ein Panzergrenadier hat eine statistische Überlebenswahrscheinlichkeit von x Minuten."
    Panzerkombi mit Bergegriff? Was ist das? Eine Schlaufe mit der man einen verletzten Panzersoldaten aus dem Panzer ziehen kann?

    Es wird wohl so sein, wie Kato sagt. "Truppe birgt sich selbst" - von den Sanitätern kann man nicht erwarten, dass sie ungeschützt ins Feindfeuer reingehen, um Kameraden mit schweren Brand- und Splitterverwundungen zu bergen.
    Also Feuerüberlegenheit erringen und Verwundete bergen oder wenn es gar nicht anders geht nach hinten ausweichen und die Verwundeten sterben lassen.
    Ich denke mal, wenn es wirklich darauf ankommt, dann ist sich jeder selbst am nächsten. Selbsterhaltungstrieb. Egal wie oft und intensiv man auch immer Selbst- u. Kameradenhilfe geübt hat.

    Grüße und schönes WE!

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  6. #23
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen

    Es wird wohl so sein, wie Kato sagt. "Truppe birgt sich selbst"
    Das lässt sich auch den Vorschriften entnehmen. Ich zitiere mal aus der HDv 303/1 "Der Truppensanitätsdienst in den Bataillonen und selbständigen Kompanien"

    106.
    Grundsätzlich hat jeder Truppenteil seine Verwundeten selbst zu bergen und die Sanitätstrupps beim Abtransport der Verwundeten zum Truppenverbandplatz zu unterstützen. ...
    und

    7.
    Die Sanitätstrupps werden bei den Kompanien eingesetzt, leisten den Verwundeten die erste sanitätsdienstliche Hilfe und ergänzen die Maßnahmen der Selbst- und Kameradenhilfe. In den Verwundetennestern, die sich durch Sammeln der von den Kompanien geborgenen Verwundeten bilden, betreuen sie die Verwundeten und sorgen für ihre Weiterleitung zum Truppenverbandplatz. ...
    Fettdruck im Original, rote Hervorhebung durch mich.

    Beim Einsatz von ABC-Kampfmitteln ist dies nochmal detaillierter beschrieben.

  7. Folgender Benutzer sagt Danke zu Alex für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (02.11.2019)

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  9. #24
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Panzerkombi mit Bergegriff? Was ist das? Eine Schlaufe mit der man einen verletzten Panzersoldaten aus dem Panzer ziehen kann?
    In der Panzerkombi als Gefechtsanzug für Fahrzeugbesatzungen gepanzerter Fahrzeuge ist ein Gurt verarbeitet, der ähnlich einem Klettergurt Zugkräfte in Richtung Hüfte/Oberschenkel verlagert und der über eine Schlaufe im Nacken der Kombi verfügt - an der man dann die Person nach oben ziehen kann.

    Ist nach meiner Erfahrung leidlich effektiv - der Kraftaufwand 70-80 Kilo nach oben zu ziehen ist nicht zu unterschätzen, auf Verwundungen kann man hierbei kaum Rücksicht nehmen und es ist auch eher hilfreich wenn die Person dabei schon bewußtlos oder katatonisch ist - allerdings ist dies faktisch aufgrund beengter Platzverhältnisse auch im Grunde die einzige Möglichkeit eine Person relativ zügig über Luke zu bergen.

  10. Folgender Benutzer sagt Danke zu kato für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (02.11.2019)

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  12. #25
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    Hubschrauber für den Sanitätsdienst in der Hstr. 4
    Gängige Lehrmeinung war jeder Division 1 Mth Ch 53 und 3 LTH Uh 1 D zu unterstellen. Diese waren ausschließlich zum Einsatz von den Hvpl in weiter zurückliegende Einrichtungen vorgesehen. Ein Einsatz weiter vorne galt als unmöglich. Grund hierfür war, dass für den Einsatz von Heeresfliegern unmittelbar auf dem Gefechtsfeld eine recht aufwendige Befehlsgebung erforderlich war um die Bekämpfung eigener Lfz zu verhindern ( Hauptsächlich Regelungen zur Flugabwehr, aber auch Beachtung der Flugbahn der Geschosse der eigenen Steilfeuerwaffen.) Dieser Vorgang benötigte außerdem Zeit. So war der Aufwand einzelne Hubschrauber über dem Gefechtsfeld einzusetzen zu hoch und durch die langwierige Befehlsgebung der Zeitvorteil nicht gegeben. Der Lufttransport ab dem Hvpl erfolgte entweder um diese schnell zu räumen (dann eher mit MTH) oder um einzelne zeitkritische Verwundete direkt zur abschließenden Versorgung zu transportieren. Denkbar wäre z. B. einen Wirbelverletzten in ein Laz, dass durch eine Facharztgruppe Neurologie verstärkt zum Schwerpunktlaz Neurologie geworden ist zu fliegen.Da Verwundete auf dem Hvpl ja bereits fachärztlich versorgt worden wären war kein San Personal für die Begleitung auf dem Flug strukturell vorgesehen. Wenn man welches aus den Hvpl dafür abgezweigt hätte wäre die Chance diese kurzfristig zurückzuführen nicht gross gewesen, da der Hubschrauber ja nicht zum Hvpl zurückfliegt. Spezielles Begleitpersonal gab es bei der Lw. Deren Lfz wären aber kaum aus einem Hvpl des Heeres aufgetaucht. Ein Wiederspruch zu diesen Einsatzgrundsätzen war, dass bei jeden TVP ein Hubschrauberlandeplatz zu erkunden war. Auch noch erwähnenswert ist, dass ab dem Hvpl rückwärts das SanKdo des Korps den Transport der Verwundeten steuerte. Und zwar so, dass die Kapazitäten der Laz berücksichtigt wurden. Es wäre sehr ungünstig einzelne Laz zu fluten während andere keine Zugänge haben.
    Geändert von allrad (02.11.2019 um 12:04 Uhr)

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    EmilBerggreen (02.11.2019), Nemere (02.11.2019)

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  15. #26
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    Herzlichen Dank für Eure Beiträge!!!

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  17. #27
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Hallo zusammen,

    zu den BAT: Soweit ich weiß, ist das Konzept der Beweglichen Arzttrupps erst in den Auslandseinsätzen nach und nach "aus Erfahrung" entstanden. Balkan waren wohl der Anfang, "verfeinert" wurde dieses Thema dann in Afghanistan. Sie sind in der Regel wie ein ziviler Notarztwagen aufgebaut (Notarzt, Sanitäter, Kraftfahrer). Hier steht eine Info, allerdings ohne die Historie: https://kurzelinks.de/eh9p

    Zu den "Panzerkombis" mit den Bergeschlaufen: Wenn man diese Schlaufen nutzen muss, kann es ja eigentlich nur noch eine Crash-Rettung sein. Da kann man sowieso keine Rücksicht auf sonstige Verletzungen nehmen.

    Kleine Anekdote am Rande: Wir hatten einen Fahrlehrer, der sehr kräftig war (er spielte American Football). Als ein - sagen wir mal etwas unfähiger - StUffz in der Panzer-Fahrschule in Feldkirchen zum wiederholten Male richtig Bockmist gebaut hatte, hat ihn der Fahrlehrer an dieser Schlaufe freiweg aus der Fahrerluke gezogen. Da blieb dem Herrn Neckermann-StUffz mal kurz die Luft weg...
    „Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt“ (Albert Einstein)

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    EmilBerggreen (05.11.2019)

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  20. #28
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    Care under Fire, wie es jetzt heißt ist immer eine Crash Rettung! Alles andere kann ich erst in der ersten Deckung durchführen. Die Ausbildung ist jetzt auch etwas besser geworden. Den Helfer im SanDst gibt es jetzt nicht mehr. Die Ausbildung heißt jetzt ErstH A und B. Wobei der Ersthelfer B jetzt endlich auch Infusionen, Thoraxentlastung und wirksame Blutstillungsmaßnahmen lernt.

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  22. #29
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Zitat Zitat von dave2006 Beitrag anzeigen
    Care under Fire, wie es jetzt heißt ist immer eine Crash Rettung! Alles andere kann ich erst in der ersten Deckung durchführen. Die Ausbildung ist jetzt auch etwas besser geworden. Den Helfer im SanDst gibt es jetzt nicht mehr. Die Ausbildung heißt jetzt ErstH A und B. Wobei der Ersthelfer B jetzt endlich auch Infusionen, Thoraxentlastung und wirksame Blutstillungsmaßnahmen lernt.
    Du hast natürlich Recht - eine erste Rettung aus einem Panzerfahrzeug auf dem Gefechtsfeld wird immer eine Crash-Rettung sein.

    Zur Ausbildung: Ich absolviere derzeit den San A/B beim BRK, damit wir bei uns im Ort den FirstResponder besetzen können. Da ist ein Kollege dabei, der aktiver Soldat bei der Bundeswehr ist. Seine Ausbildung zum ErstH B wird zivil nicht anerkannt. Jetzt muss er den kompletten Lehrgang mit uns absolvieren, obwohl er eigentlich schon die Qualifikationen (oder sogar mehr [Infusionen usw.]) hat.
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  24. #30
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    Ich war von 1997-1998 Sanitäter bei den Heeresfliegern. Wir hatten damals,wie jedes der drei Heeresfliegerregimenter,welche die CH53 nutzten,einen Rüstsatz , für einen GRH (Großraum Rettungs Hubschrauber ). Das war damals wohl der Beginn des Medevac Systems. Dieser Rüstsatz war bei und in der MatGruppe eingelagert und wurde im Bedarfsfall eingebaut. Das ging eigentlich relativ zügig, da ja nur die Tragen eingehängt werden mussten. Die restliche Ausstattung , war in Zarges Kisten verpackt. Wir hatten damals auch schon Überwachungsgeräte und spezielle Ausrüstung an Bord,wie z.B. BurnPacs. Das waren spezielle Verbände für Brandwunden. Da unsere Hubschrauber ja eher für Großschadenslagen in Deutschland vorgesehen waren, kamen bei uns auch zivile Ärzte zum Einsatz. Wir hatten bei uns im Sanbereich drei Truppenärzte. Während des Flugbetriebs , mußte mindestens ein Arzt im Fliegerhorst verbleiben. Weitere Ärzte, hätte uns das benachbarte Jagdgeschwader in Hopsten gestellt. Die meisten Ärzte, sollte allerdings die Uniklinik in Münster stellen( zumindest für den GRH am Standort Rheine). Wir hatten in unserer MatGruppe auch noch jede Menge alte Rucksäcke stehen. Diese waren vollgepackt , mit Verbandszeug und Medikamenten. Unser Versorger hat mir damals erklärt, daß diese im V-Fall , auf die Hubschrauber verlasstet würden. Also waren diese auch für den Verwundetentransport vorgesehen. Während meiner Grundausbildung, waren wir auch bei der Luftwaffe und haben dort das beladen, von Bell UH1D Helikoptern mit Tragen geübt. Also hatte auch die Luftwaffe wohl ein ähnliches Konzept, wie die Heeresflieger.

  25. Folgender Benutzer sagt Danke zu Schlumpf für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (09.11.2019)

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