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Thema: Bundeswehr als Faktor für die Entwicklung des Landes

  1. #1
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Standard Bundeswehr als Faktor für die Entwicklung des Landes

    Unter dem Link
    https://www.degruyter.com/downloadpd...707731.357.pdf

    kann man sich eine interessante Abhandlung zur Rolle der Bundeswehr als Standortfaktor für die Entwicklung eines Bundeslandes, hier Bayerns, herunterladen:
    Schmidt, Wolfgang: "Eine Garnison wäre eine feine Sache". Die Bundeswehr als Standortfaktor 1955 bis 1975, In: Schlemmer, Thomas / Woller, Hans (Hrsg.): Bayern im Bund Bd. 1. Die Erschließung des Landes 1949 bis 1973. (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, 52) München 2001, S. 357 – 441.
    Hier wird z.B. klar herausgestellt, dass manche Gemeinden (Roding!) erst durch die Bundeswehrgarnison aus ihren teils noch vorsintflutlichen Zuständen herauskamen und z.B. eine vernünftige Wasserversorgung und Kanalisation erhielten.

  2. Folgende 4 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    B206 (08.01.2020), DeltaEcho80 (08.01.2020), Guenther (09.01.2020), klaus_erl (10.01.2020)

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  4. #2
    Cold Warrior Avatar von B206
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    Also bei Flugplätzen hatten sich die Anwohner über Fluglärm beklagt. Und als nach der Wende etliche Fliegerhorste geschlossen werden mussten weil sich die Geschwader auflösten war das Geschrei auch wieder groß. Man kann es diesen Zivilisten einfach nicht recht machen

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  6. #3
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Hallo Jörg,

    vielen Dank für das Dokument, welches interessante Einblicke gewährt. Interessant für mich zu sehen, dass z.B. für Stadtlauringen schon 2 Mio DM für Grunderwerb ausgegeben worden waren. Auch der Umstand, dass 69 (!!) neue Kasernen in Bayern entstanden, lässt mich auf gewisse Art und Weise schmunzeln.

    Den Umstand, dass selbst den Planern im Verteidigungsministerium eine Kaserne in z.B. Mellrichstadt zu nahe an der damaligen Grenze war, hatten wir im Forum ja schon einmal angerissen.

    Diese rege Bautätigkeit in den 1960er/1970er Jahren ist allerdings genau das, was den Kommunen nun als sanierungsbedürftige Infrastruktur auf die Füße fällt (Schwimmbäder, Schulen usw.).
    „Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt“ (Albert Einstein)

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  8. #4
    Cold Warrior
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    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Auch der Umstand, dass 69 (!!) neue Kasernen in Bayern entstanden, lässt mich auf gewisse Art und Weise schmunzeln.
    Weite Teile Bayerns waren bis zur Aufstellung der Bundeswehr "militärfrei". Beispiel Oberpfalz. Dort gab es zu Zeiten des Königreichs Bayern, also bis 1918, nur in Amberg und Regensburg eine Garnison sowie den Übungsplatz Grafenwöhr. Bis 1945 kamen dann noch Weiden, einige kleine, nicht ständig belegte Flugplätze sowie der Übungsplatz Hohenfels dazu.
    Ab 1956 kam dann der große Schub:
    Burglengenfeld, Cham, Hemau, Kümmersbruck, Oberviechtach, Pfreimd, Roding.

    Oder in Unterfranken:
    Im Königreich Bayern gab es als Standorte: Würzburg, Aschaffenburg und den Übungsplatz Hammelburg. Die geplante Unteroffizierschule in Schweinfurt wurde nicht mehr errichtet. Bad Königshofen als ehemalige Festung war seit 1875 nicht mehr belegt.
    Zu Wehrmachtszeiten entstanden Schweinfurt, Bad Kissingen, Giebelstadt sowie der Übungsplatz Wildflecken.
    Die Bundeswehr baute neu die Kasernen in Veitshöchheim, Ebern, Mellrichstadt, Volkach und erweiterte die Anlagen in Wildflecken.

    Nicht so viel tat sich dagegen in Oberfranken, weil das amerikanischer Stationierungsbereich war.
    Bis 1918 gab es hier nur in Bamberg, Bayreuth und Coburg eine Garnison, wobei Coburg erst 1920 bayerisch wurde. Die ehemalige Festung Forchheim wurde 1888 endgültig von Truppen geräumt.
    Neue Wehrmachtsgarnisonen waren Hof und Bindlach (Flugplatz).
    Die Bundeswehr richtete als neue Standorte ein: Stadtsteinach (nur kurze Zeit), Naila, Wunsiedel (beides kleine Standorte) sowie die Neubauten in Bayreuth.

    Hoffentlich habe ich jetzt keinen Standort vergessen.

    Grüße
    Jörg

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  10. #5
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    Ich meinte das mit dem Schmunzeln ja auch in dem Zusammenhang, dass ein gewisser Strauß, Franz-Josef einige Zeit Verteidigungsminister war.

    Da wurden wohl manche Entscheidungen sehr wohlwollend getroffen.
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  12. #6
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    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Ich meinte das mit dem Schmunzeln ja auch in dem Zusammenhang, dass ein gewisser Strauß, Franz-Josef einige Zeit Verteidigungsminister war.

    Da wurden wohl manche Entscheidungen sehr wohlwollend getroffen.
    Das mag auch eine Rolle gespielt haben, aber Bayern hatte nun mal von allen Bundesländern die längste Grenze zum Warschauer Pakt. Auch in Hessen wurden im ostwärtigen grenznahen Landesteil sehr viele neue Garnisonen errichtet.
    Trotzdem ist es nie gelungen, eine optimale Dislozierung der Heeresverbände im Hinblick auf den Verteidigungsauftrag hinzubekommen. Ich sage nur Panzerbrigade 34.

    Grüße
    Jörg

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  14. #7
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    Klar war das Militär immer ein wirtschaftlicher Faktor. Meine Heimatstadt Verden z.B. hatte seit 1640 immer eine Garnison, und als Hannover den Krieg 1866 verlor hat der Rat der Stadt bei König Wilhelm selbst um Zuteilung einer erneuten Garnison gebeten, die auch gewährt wurde. Bis 1993 war Verden dann Garnisonsstadt. Als die Briten abzogen aus verden und in Dörverden die Niedersachsenkaserne mit teilwesie 3000 Soldaten geschlossen wurde merkte man das im ganzen Landkreis.

    Wobei ich immer der Meinung bin und war, dass die Bundeswehr nie ein Mittel der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik sein darf.
    "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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  16. #8
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    Wenn man sich Gesuche um eine Garnison aus vergangenen Zeiten durchliest, wurden oft die wildesten und zum Teil widersprüchlichen Argumente vorgebracht Beispiele aus der Zeit vor 1900 aus Hof/Saale in Oberfranken:
    - Da wird 1861 um eine Garnison gebettelt, weil "eine gute Militärmusik nicht zu verachten wäre"
    - 1899 wirbt man damit „wir wollen nicht verschweigen, daß wir auch eine Anzahl hübscher, anmutiger und sehr gut situierter Mädchen in unseren Mauern haben.“
    - 1908 beantragt der Stadtrat wegen der ca. 10.000 Textilarbeiter in der Stadt eine Garnison zum "Schutz vor sozialistischen Umtrieben und Agitationen". Gleichzeitig betont man aber mehrfach “die ausgesprochen militärfreundliche Gesinnung aller Bevölkerungs- und Gesellschaftskreise.“

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