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Thema: Logistik der Division im V-Fall

  1. #51
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    Geht zwar um NVA-Panzer und ist zunehmend off-topic aber davon gibts auch bewegtes Bildmaterial: "Panzerspringen"

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu virago2000 für den nützlichen Beitrag:

    Nemere (21.05.2020)

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  4. #52
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    Schön, das sich hier so eine interessante Diskussion zu dem immer etwas vernachlässigten, dabei oft genug kriegsentscheidenden Aspekt der Logistik entwickelt.

    Zur Mobilmachungsabhängigkeit der Nachschschubtruppe heißt es in dem BRLog/V der 4. PzGrenDiv:
    „Die Einsatzversorgung der Division ist von der Mobilmachung wesentlicher Teile der Logistiktruppen abhängig. Sie kann frühestens 3 Tage nach Aufruf der Mobilmachungsergänzung einsatzbereit sein. Bei kürzerer Vorbereitungszeit stehen für die Versorgung mit MVG nur Korpsdepots zur Verfügung.“

    Wie Malefiz sehr richtig anmerkte, geht es dabei nicht nur um die Reservisten, sondern auch um die zahlreichen Fahrzeuge der materiellen Mobilmachungsergänzung, also die LKW, Tanklastwagen usw. Diese müssen in den Gestellungsorten Material aufgenommen, überprüft und aufgerüstet werden, dann braucht es unter Umständen auch noch Einweisungen für die Kraftfahrer auf dem jeweiligen LKW.

    Zu den Entladerampen:
    Hier hat suedbaden eigentlich das wesentliche schon gesagt.
    Das Drehen auf der Hochachse und dann seitlich vom Flachwagen herunter- „fahren“ ist für größere Kettenfahrzeuge (Kampfpanzer, Marder, Bergepanzer) unter gewissen Umständen möglich, wird aber immer auf den absoluten Notfall beschränkt bleiben.
    Notentladungen auf freier Strecke ohne Rampe sind dann möglich, wenn die Bahnstrecke nicht gerade auf einem hohen aufgeschütteten Bahndamm verläuft. Um den Waggon zu verlassen, muß der Panzer auf dem Zug drehen und dann seitlich vom Wagen fahren. Die große Gefahr ist dabei das Kippen des Waggons, da die Waggons nicht stabil genug festgelegt werden können. Außerdem entstehen durch die dabei auftretenden einseitigen Belastungen meistens schwere Schäden an den Transportwaggons und am Gleiskörper, so daß die Strecke und rollendes Material dadurch unbrauchbar werden und häufig sogar die Strecke blockiert wird.
    Mit kleineren Kettenfahrzeugen wie M 113 oder früher Spz (kurz) bzw. HS 30 funktioniert das wegen der geringeren Fahrzeuglänge nicht, weil diese Kfz dann meistens mit dem Fahrzeugbug im Bahndamm hängenbleiben, also mehr oder weniger vom Zug abstürzen.
    Wo immer möglich, hat man bei solchen „Notentladungen“ zumindest Stapel aus Baumstämmen oder Bahnschwellen errichtet oder hat Panzerschnellbrücken als Behelfsrampen eingesetzt. Dazu sollte auf den Transportzügen im Kriegsfall entsprechendes Material mitgeführt werden. Das stand auch irgendwo in den Vorschriften.

    Dann gab es noch die „Zerlegbaren Kopftrampen“. Die ZKR bestand aus auf LKW verlasteten Metallprofilen. Jede Verkehrskommandantur verfügte über solche ZKR-Gruppen in einer Stärke von 1/8, die allerdings auch erst nach Mobilmachung aufgestellt wurden. Tragfähigkeit der ZKR 80 t, Eigengewicht 14,4t. Wieviele ZKR es gab weiß ich nicht. Es gab sogar einen Ausbildungsfilm von 1989 dazu: V 1402 Aufbau der zerlegbaren Kopframpe (Alu). Die ZKR wurden bereits Anfang der 1960er Jahre eingeführt, damals erschien der erste Aufsatz dazu in der Truppenpraxis: Reich, Reinhold: Die zerlegbare Kopframpe, In: Truppenpraxis 1963, S. 794 ff.

    Fotos von Behelfsrampen und ZKR im Anhang.

    Die eigentlich ungewöhnliche Auslagerung von Artillerie- und Flugabwehrmunition in den Divisions- und Brigadeversorgungspunkten ist mir auch aufgefallen. Artillerie-, Flugabwehr- und Pioniere holten ihre Munition normalerweise direkt beim Korps ab. Evtl. kam diese ungewöhnliche Art der Versorgungsdurchführung beim II. (GE) Korps wegen der Besonderheiten des Verteidigungsabschnittes zustande:
    - im Norden (Oberpfalz, Bayerischer Wald bis zur Donau) sehr breite Gefechtsstreifen der Divisionen
    - die ständige latente Gefahr eines Angriffs des Warschauer Paktes durch Österreich, in diesem Fall hätte sich die Frontbreite des II. (GE) Korps fast verbreitert und wäre noch dazu von der Donau mittig durchschnitten worden, was eigentlich schon in der Planung eine Verteilung sämtlicher logistischer Einrichtungen auf beide Donauufer bedingte.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  5. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    spanier (29.05.2020), suedbaden (21.05.2020)

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  7. #53
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    Zitat Zitat von EmilBerggreen Beitrag anzeigen
    Uraken,
    die M110 (Haubitze)? Das würde mich ja mal interessieren. Aber gehört natürlich nicht in diesen Thread.
    Gruss
    Anhang 28354
    An bei einige Fotos die 10 Tonner beim versorgen in der Feuerstellung zeigen.

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  9. #54
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    Guten Morgen,

    zumindest bei mir lässt sich der Anhang mit den Fotos nicht öffnen.

    Grüße
    Jörg

  10. Folgende 3 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    Guenther (22.05.2020), Mathias (22.05.2020), uraken (22.05.2020)

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  12. #55
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    Ok nächster Versuch
    M110-Mun.jpg

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  14. #56
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    Etwas größer. Sorry ich stehe wohl mit der Bild Funktion auf Kriegsfuss.
    Bemerkung:
    Die Bilder wurden Anfang 85 in Grafenwöhr gemacht. Die aktuell gezeigte Munition ist für M107 (175mm) statt für M110 (203mm).
    Als ich bei der 5/41 war verfügte die Einheit zur Hälfte M107 und M110.
    Die M107 wurden zum Verbrauch von Restmunition für Beobachter Ausbildung eingesetzt. Deshalb haben wir sehr viel geschossen. Das Kaliber war bei der Bundeswehr Anfang der 80er ausgemustert wurden.
    Im V-Fall sollten die M107 durch Rohrwechsel zu M110 werden.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  15. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu uraken für den nützlichen Beitrag:

    Mathias (22.05.2020), Nemere (22.05.2020)

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  17. #57
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    Zu der "Notentladung" beim Eisenbahntransport: Im ehem. NVA-Forum gab es hierzu eine sehr ausführliche Diskussion, da man das in den Staaten des WP anscheinend durchaus mal geübt hat.

    Die Erkenntnisse waren ähnlich: Schäden an der Eisenbahn-Infrastruktur, den Strecken und der Militärtechnik. Die polemische Komponente blieb nicht aus, da natürlich wieder einer die provokante These aufstellte, dass der T72 das ohne Schäden überstanden hätte, Leopard, Marder, Abrams oder Bradley wahrscheinlich nachhaltig beschädigt worden wären. Es gab interessante Bilder, leider ist das Forum ja auch den Heldentod gestorben.

    Ich als ehem. MKF auf dem Marder kann nur sagen, dass ich nie sonderlich gerne auf die Bahn verladen oder wieder abgeladen habe, da ich da immer etwas Bammel hatte. In Mellrichstadt hatten wir ja zu meiner Zeit nicht einmal eine Rampe, meistens ging es zum Verladen im Straßenmarsch nach Wildflecken. Die Rampe in Mellrichstadt am Bahnhof wurde erst 2003 gebaut - nach 50 Jahren Garnison ;-)
    Bei dem von mir angesprochenen Manöver 2004, als die 352er in Gerolzhofen entladen haben, kamen auch die von Nemere angesprochenen mobilen Rampen zum Einsatz. Soweit ich weiß, wurden die von den Logistikern aus Volkach aufgebaut.

    Zum Thema Mun-Versorgung:
    Mein Onkel ist Ende der 1970er Jahre im NSchBtl 12 einen "10 Tonner Mun" gefahren. Ich muss ihn mal fragen, ob die überhaupt irgendwie irgendwelche Verfahren geübt haben. Er hat mir immer erzählt, dass er eigentlich Fernfahrer in Oliv war und ständig quer durch die Republik unterwegs war, um irgendwelche Einheiten der 12. PzDiv, die auf Übungsplätzen unterwegs waren, mit Munition zu versorgen. Sein längster Aufenthalt in "seinem" Bett in der Kaserne in Veitshöchheim waren mal 3 Nächte am Stück.

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  19. #58
    Cold Warrior
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    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Ich als ehem. MKF auf dem Marder kann nur sagen, dass ich nie sonderlich gerne auf die Bahn verladen oder wieder abgeladen habe, da ich da immer etwas Bammel hatte.
    Eisenbahnverladen kam eben doch nicht so häufig vor, Verladen bei Nacht unter Tarnbeleuchtung wurde wahrscheinlich schon aus Sicherheitsgründen nie geübt.
    Ich habe in Amberg 1978 einmal die 4. CMBG, die Kanadische Brigade aus Lahr, bei der Entladung eines Eisenbahntransportes erlebt. Die waren als Berufsarmee wirklich die absoluten Profis, so schnell und reibungslos habe ich nie mehr die Entladung eines Eisenbahntransportes gesehen, da saß jeder Handgriff.

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  21. #59
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    Das war genau das Problem, dass die Handlungssicherheit fehlte, von Routine will ich nicht mal sprechen.

    Ich hatte das "Glück", insgesamt 3mal eine Marder zur Verladung nach Wildflecken fahren zu "dürfen", da wir unsere SPz aufgrund zweier Leerquartale an andere Kompanien für Übungsvorhaben abgegeben hatten. Einmal war nur Hinfahren und Abstellen, die anderen beiden Male sollte ich den Bock auch auf den Zug fahren. Ging gut, da ich gute Einweiser hatte (die ich vorher nicht kannte, da von anderer Kompanie), aber ich war heilfroh, als ich aussteigen durfte.

    In der Fahrschule wurde das alles ja nicht geübt.

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  23. #60
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    Da das oben mal kurz angerissen wurde:
    Im Anhang eine Grafik zum Nachschub Munition. Hier sieht man, das die "Großverbraucher" (Artillerie, Flugabwehr, Pioniere) im Normalfall ihre Munition direkt bei den Korpsdepots oder Korpsversorgungspunkten abholen sollten.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  24. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    allrad (23.05.2020), palatinat (23.05.2020)

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