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Thema: Ausbildungskompanien im V-Fall

  1. #11
    Cold Warrior
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    Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Was mich aber immer wieder aufs Neue beeindruckt, ist der Umfang und die (sicherlich nötige) Detailtiefe der ganzen Planungen. Wie waren diese ganzen GDP-Planungen eigentlich personell in den Stäben (z.B. Bataillonsstab) hinterlegt? War das dann die in den 1. Kompanien der "früheren Zeiten" aufgehängte "MOB-Vobereitungsgruppe" oder waren die nur für den Materialerhalt zuständig?
    Die Mobilmachungsvorbereitungsgruppen waren für die Geräteeinheiten /nichtaktive Einheiten zuständig. Sie kümmerten sich um die Einplanung der Reservisten und des Geräts der materiellen Mob-Ergänzung, bereiteten Wehrübungen oder Mobilmachungsübungen vor , hatten aber mit der Erstellung des GDP eher nichts zu tun. Die Offiziere in den MobVorbereitungsgruppen waren meistens Fachoffiziere, deren taktische Ausbildung auf den Offizierslehrgängen nicht denen der Truppenoffiziere entsprach.

    Die Bearbeitung des GDP auf Bataillonsebene war dagegen Sache des S 3 nach den Vorgaben des Kommandeurs, natürlich mit Zuarbeit der anderen Stabsabteilungen. Vor allem der S 2 und der Fernmeldeoffizier, später der S 6 waren hier gefragt.
    Den BRLog hatte der S 4 mit dem T-Offz und dem Truppenarzt zu erstellen, eventuell auch noch mit Unterstützung durch den Truppenversorgungsbearbeiter.

    Auf der Ebene der Brigade war federführend der G 3, der aber schon einen S 3 Offizier, einen S 3 Offizier (A/M – Alarmierung und Mobilmachung) und einen S 2-Offz zur Unterstützung hatte, außerdem auch den Fernmelde-Stabsoffizier/G 6.
    Der BRLOG Brigade wurde vom G 4, dem Brigadeingenieur, dem Brigadearzt und den Nachschuboffizieren der G 4-Abteilung bearbeitet.

    Soweit nötig, konnten auf allen Ebenen auch noch der S 1/G 1 z.B. für den Punkt Personalersatz und der Leiter der Truppenverwaltung bei Fragen zur Geldversorgung oder dem Bundesleistungsgesetz herangezogen werden.

    Zur Bearbeitungsdauer solcher Befehle gibt es eine schöne Anekdote aus den ersten Tagen des ersten Weltkriegs. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. verlangte irgendwann von seinem Generalstabschef Moltke, die deutsche Armee solle doch jetzt nicht mit der Masse von sieben Armeen im Westen gegen Frankreich aufmarschieren, sondern mit sechs Armeen nach Ostpreußen gegen Rußland verlegen. Moltke entgegnete dem Kaiser, das wäre unmöglich, das würde die Arbeit eines ganzen Jahres für den Generalstab erfordern.
    Natürlich brauchte man für den GDP-Befehl eines Bataillons kein ganzes Jahr, aber einige Wochen sollte man schon rechnen. Es musste ja auch das Gelände erkundet werden.

  2. Folgende 4 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    alterfritz (18.06.2020), DeltaEcho80 (15.06.2020), spanier (16.06.2020), uraken (17.06.2020)

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