Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 20 von 20

Thema: Polnischer Verteidigungsplan 51

  1. #11
    Cold Warrior
    Themenstarter

    Registriert seit
    27.09.2008
    Ort
    91058
    Beiträge
    449
    "Danke" sagen
    106
    Erhielt 202 Danke für 76 Beiträge

    Standard Befestigungen


    Der Plan sah vor das bis M-30 umfangreiche Befestigungen errichtet werden sollten. See und Küstensperren wie Minenfelder an den bedrohten Abschnitten. Des weiteren sollten die Marinebasen sowie die gekennzeichneten Städte zur Rundumverteidigung eingerichtet werden.
    Auch die Zivilbevölkerung spiele darin eine Rolle. Sie war bei der Errichtung der Befestigungen als Arbeitskräfte eingeplant.
    Also eine Planung die Vorgehen an der Ostfront durch die UdSSR und später in Deutschland durch das 3. Reich entsprach.

  2. Folgende 2 Benutzer sagen "Danke" zu uraken für den nützlichen Beitrag:

    Nemere (03.08.2020), spanier (04.08.2020)

  3. Direkt antworten
  4. #12
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.449
    "Danke" sagen
    322
    Erhielt 1.502 Danke für 590 Beiträge

    Standard

    Stellt sich wieder die Frage, ob sich bei diesen Planungen auch einer Gedanken zur Logistik für den Bau dieser Befestigungen gemacht hat:
    Beton, Baustahl, Baumaschinen, Schalungsholz usw., usw. Und das ganze bei der sozialistischen Mangelwirtschaft.

  5. Direkt antworten
  6. #13
    Cold Warrior
    Themenstarter

    Registriert seit
    27.09.2008
    Ort
    91058
    Beiträge
    449
    "Danke" sagen
    106
    Erhielt 202 Danke für 76 Beiträge

    Standard

    Das zu ist das ganze leider viel zu dünn. Das polnische Original sind mehrere Hand geschriebene Seiten, als nichts was den von dir präsentierten Dokumenten oder den Plan des V.(US) Corps qualitativ gleich kommt.
    Allerdings zeigen ja Ereignisse wie die Befestigungen um Moskau und Leningrad wie erfolgreich auch sehr "primitive" Baueinsätze nach dem Motto "jeder nimmt eine Spaten oder ..." sein können. Da dieser Plan nur 6 Jahre nach dem 2. Weltkrieg entstand sollte auch die für solche Einsätze notwendige Mentalität in großen Umfang vorhanden gewesen sein.
    Es wirft auch ein Licht auf den zu dieser Zeit herrschenden Zeitgeist.

  7. Folgender Benutzer sagt Danke zu uraken für den nützlichen Beitrag:

    spanier (04.08.2020)

  8. Direkt antworten
  9. #14
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.449
    "Danke" sagen
    322
    Erhielt 1.502 Danke für 590 Beiträge

    Standard

    Andererseits hat sich der geringe Wert von Küstenbefestigungen bei der Invasion 1944 in Frankreich gezeigt - gering zumindest dann, wenn es keine ausreichende Besatzung mit entsprechenden Gegenangriffsreserven und ausreichender Luftunterstützung gibt. Bei der anschließenden Kampfführung in freiem Gelände dagegen wurden die gelandeten alliierten Truppen von den hoffnungslos unterlegenen deutschen Verbänden mehrere Woche aufgehalten. Sie hatten am 25. Juli erst die Linie erreicht, die eigentlich bereits am 12. Juni hätte gewonnen werden sollen.
    Ein Rolle mag bei diesem polnischen Plan von 1951 auch die höchst erfolgreiche Landung der Amerikaner im September 1950 bei Incheon in Korea gespielt. Dieses Unternehmen tief im Rücken der nordkoreanischen Truppen brachte eine erste Wende im Koreakrieg und wurde trotz sehr schwieriger äußerer Bedingungen durchgeführt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Chromite#Folgen
    Mag sein das diese Erfahrungen bei der 'Entwicklung des polnischen Planes eine Rolle gespielt, zumal die geographischen Bedingungen in der Ostsee wesentlich günstiger wie in Incheon waren.

  10. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    spanier (04.08.2020)

  11. Direkt antworten
  12. #15
    Cold Warrior
    Themenstarter

    Registriert seit
    27.09.2008
    Ort
    91058
    Beiträge
    449
    "Danke" sagen
    106
    Erhielt 202 Danke für 76 Beiträge

    Standard

    Inchon und der massive Stoss in den Rücken der den Pusan Brückenkopf belagernden Nordkoreaner dürfte mit Sicherheit ein Schock gewesen sein. Soweit habe ich gar nicht gedacht. Das lag ja zeitlich extrem nahe beieinander.
    Was Befestigungen betrifft - mir ist aus dem Stegreif keine sorgfältig geplante Landung bekannt, die schon an den Küstenbefestigungen abgewehrt wurde. Dieppe war ja ein Kommando Unternehemn grösseren Stills.
    Bestenfalls zwangen Befestigungen den Angreifer in ungünstigere Abschnitte wie in der Normandie. Das Fehlen von Hafenalagen lössten die Allierten ja durch die Mulberry Häfen bis französische Häfen wie Cherbough genommen und vorallen repariert werden konnten.
    Was zum Misserfolg wie bei Galapolli führte war das rechzeitige Anriegeln der Landung durch Reserven und Gegenstösse. Zumindest diese Lektion hat der Plan verinnerlicht, 2 Panzer Korps und 4 Flieger Divisionen sind erst zu nehmende Kräfte. Diese sind beweglich um schnell reagieren zu können. Und man hatte an die Luftdeckung gedacht, um das zu Vermeiden was den deutschen Reserven in der Normandie passiert ist.

  13. Direkt antworten
  14. #16
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.449
    "Danke" sagen
    322
    Erhielt 1.502 Danke für 590 Beiträge

    Standard

    Treffende Analyse!

  15. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    uraken (04.08.2020)

  16. Direkt antworten
  17. #17
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.449
    "Danke" sagen
    322
    Erhielt 1.502 Danke für 590 Beiträge

    Standard

    Noch zwei Facetten, die vielleicht bei diesen Befürchtungen Polens vor einer Landung an der Küste eine Rolle gespielt haben mögen:

    1. gab es 1951 in Polen noch aktive Widerstandsbewegungen gegen das kommunistische Regime und die Rote Armee. Diese Gruppierungen wurden vom Westen durch eingeschleuste Agenten und anscheinend im geringen Umfang auch logistisch unterstützt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Versto%C3%9Fene_Soldaten
    https://de.wikipedia.org/wiki/Narodo...C5%82y_Zbrojne
    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43257735.html

    2. Diese Aktionen wurden vor allem vom britischen Geheimdienst MI 5 von Schleswig-Holstein aus durchgeführt. Man bediente sich dabei bevorzugt ehemaliger deutscher Soldaten aus den Schnellbootverbänden der Kriegsmarine und nutzte auch umgebaute frühere deutsche Schnellboote. Die Durchführung oblag dem Kapitänleutnant Hans-Helmut Klose, der ab 1948 mit den Schnellbooten Agenten an den baltischen und polnischen Küsten absetzte und auch teilweise fermeldetechnische bzw. elektronische Aufklärung betrieb. Klose hatte auch Kontakte zur „Organisation Gehlen“, dem späteren Bundesnachrichtendienst, trat 1956 in die Bundesmarine über und war zuletzt als Vizeadmiral Befehlshaber der Flotte.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Helmut_Klose

    Der Schnellbootsverband lief unter der Bezeichnung „British Baltic Fishery Protection Service“. Näheres dazu auf folgenden Websites:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Britis...ection_Service
    http://www.foerderverein-museums-sch...band-klose.htm

  18. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    spanier (07.08.2020)

  19. Direkt antworten
  20. #18
    Cold Warrior
    Themenstarter

    Registriert seit
    27.09.2008
    Ort
    91058
    Beiträge
    449
    "Danke" sagen
    106
    Erhielt 202 Danke für 76 Beiträge

    Standard

    Der zweite Weltkrieg endete nur auf den Papier 1945. Gerade im Osten kochte da vieles weiter. Stalins Teilnahme am Überfall auf Polen, die Besetzung der baltischen Staaten aber auch vieles was nach 1989 wider hoch kochte, gärte auch damals. Die westlichen Dienst machten da mit aber die Saat hatte in vielen Fällen bereits der Ausgang des russischen Bürgerkrieges und Stalin gelegt. Das ist alles Geschichte, die offiziell vergessen wurde.

  21. Direkt antworten
  22. #19
    Cold Warrior Avatar von Nemere
    Registriert seit
    12.06.2008
    Ort
    Südostbayern
    Beiträge
    1.449
    "Danke" sagen
    322
    Erhielt 1.502 Danke für 590 Beiträge

    Standard

    Gerade die Jahre 1945 bis ca. 1956 sind auch abseits der großen Kriege (Korea, Indochina etc.) militärhistorisch hochinteressant, aber nur wenig bekannt. Da gab es bis in die 1950er Jahre hinein Partisanenbewegungen gegen die UdSSR in den baltischen Staaten und in der Ukraine. Bei den sog. "Waldbrüdern" im Baltikum sollen noch deutsche Soldaten gekämpft haben, die bis 1945 dort zur Bandenbekämpfung eingesetzt waren. Außer vielen Gerüchten findet man aber kaum etwas tragfähiges dazu. Teilweise wurden diese Auseinandersetzungen auch in der Bundesrepublik ausgetragen, so wurde in München 1959 der ukrainische Partisanenführer Bandera von einem KGB-Agenten ermordet.
    Völlig untergegangen ist auch die Tatsache, das 1947 jugoslawische antikommunistische Partisanen der Krizari-Bewegungen sich aus Jugoslawien zurückziehen mussten und dann quer durch Ungarn in die Ukraine zu den dortigen UPA-Kämpfern marschierten.

    Auch die sog. "Irankrise" 1946 kennt kaum jemand mehr: US-Präsident Truman drohte der UdSSR mit dem Einsatz der Atombombe, weil diese entgegen der Absprachen den Iran noch nicht verlassen hatten und zudem eine kommunistisch gelenkte Kurdenrepublik installiert hatten.

    Genauso sind die eigentlich bis 1975 anhaltenden Querelen um Triest (Zone A, Zone B) vergessen, ebenso wie der griechische Bürgerkrieg, bei dem es letztendlich um die Zerschlagung kommunistischer Partisanen ging.
    Geändert von Nemere (05.08.2020 um 19:29 Uhr)

  23. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    spanier (07.08.2020)

  24. Direkt antworten
  25. #20
    Cold Warrior
    Themenstarter

    Registriert seit
    27.09.2008
    Ort
    91058
    Beiträge
    449
    "Danke" sagen
    106
    Erhielt 202 Danke für 76 Beiträge

    Standard

    Im Schatten der beiden großen Kriege liegt vieles vergessene.
    Wer kennt noch den Polnisch Sowjetischen Krieg 1919-1921, die diversen Konflikte auf den Balken im gleichen Zeitraum, den Kampf der Balten und Finnen um ihre Unabhängigkeit, die Rückeroberung vieler Gebiete die sich vom Zarenreich losgesagt hatten durch die Rote Armee?
    Alles Konflikte die in den letzten Jahrzehnten seit 89 zu neuen oft hier auch ignorierten Kriegen führten.

  26. Folgender Benutzer sagt Danke zu uraken für den nützlichen Beitrag:

    spanier (07.08.2020)

  27. Direkt antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 3 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 3)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •