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Thema: Panzeraufklärungsbataillon 12 - Operationsplan für die Verteidigung von Unterfranken

  1. #11
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Zitat Zitat von uraken Beitrag anzeigen
    @ Delta Echo, danke für die Informationen.
    Trotzdem hat die 4./127 eine verdammt schweren Brocken zu kauen gekriegt.
    Ich glaube nicht das diese Kompanie so eng zusammen war wie z.B. israelische Reserve Einheiten im Yog Kippur Krieg, die aus dem Zivilleben direkt auf den Golan geworfen wurden.
    Ich lasse mich aber gerne da aufkläre, da ich ja nur vermuten kann und auf meine eigene Reservisten Erfahrungen zurückgreifen kann.

    ...

    Noch eine Anmerkung zur 4./127. Diese war der einzige ungepanzerte Kampfverband des Verzögerungsverbandes.
    Wie die sich aus ihrer ersten Stellung südwestlich Manau lösen sollte und dann Hofheim auszuweichen und danach auf die Linien 2.4, 2.5, 2.6 zurückzufallen ist mir unklar. Hier mußte als Gegner ja ein voll gepanzerter und somit sehr beweglicher Feind angenommen werden.
    Hatte die 4./127 zu mindestens geländegängige Fahrzeuge?
    Die Linien liegen so 3-4km auseinander, also zu Fuß erholt und relaxt seine halbe Stunde weg, unter Gefechtsbedingungen eher eine Stunde, vermutlich sogar länger?
    Hallo uraken,

    eine Wertung kann ich sicherlich nicht abgeben, nur Erfahrungen weiter geben, die ich gemacht habe und mitbekommen habe. Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass die 127er nicht komplett bei "0" angefangen hätten.

    Ich werden mal mit meinem RK-Vorsitzenden reden.

    Dank der Unterlagen und Jörg´s Ausführungen wird mir nun auch bewusst, dass die 127er wirklich ganz vorne dabei gewesen wären. Bislang hatte ich das Bataillon mehr im rückwärtigen Raum (AK Biebelried etc.) vermutet, da man dort auch öfters geübt hatte.

    Nochmal zu den Kulturgütern: Schloß Bundorf kenne ich persönlich aus meiner Kindheit, da wir in Bundorf Verwandtschaft meiner Großmutter hatten und da die Oma mehrmals hin chauffiert haben. Auf Schloß Bundorf residierte das Adelsgeschlecht der Truchseß von Wetzhausen, welche wiederum Verwandtschaft derer von Stauffenberg waren. Hier hatte Nina von Stauffenberg die wirklich "heißen" Briefe und Tagebücher ihres Mannes versteckt bzw. verstecken lassen. Als die Gestapo dann auch im Nachgang des 20.Juli dort auftauchte, hat die Cousine Ninas vor lauter Angst die Unterlagen im Ofen verbrannt.

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  3. #12
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    Zitat Zitat von uraken Beitrag anzeigen
    Noch eine Anmerkung zur 4./127. Diese war der einzige ungepanzerte Kampfverband des Verzögerungsverbandes.
    Wie die sich aus ihrer ersten Stellung südwestlich Manau lösen sollte und dann Hofheim auszuweichen und danach auf die Linien 2.4, 2.5, 2.6 zurückzufallen ist mir unklar. Hier mußte als Gegner ja ein voll gepanzerter und somit sehr beweglicher Feind angenommen werden.
    Hatte die 4./127 zu mindestens geländegängige Fahrzeuge?
    Die Linien liegen so 3-4km auseinander, also zu Fuß erholt und relaxt seine halbe Stunde weg, unter Gefechtsbedingungen eher eine Stunde, vermutlich sogar länger?
    Leider haben wir den Befehl des PzAufklBtl 12 für die Verteidigung nicht. Ich hätte das Ausweichen auf Hofheim etwa folgendermassen geregelt:
    Zuerst die 4./JgBtl 127, während die 2./PzBtl 361 weiter vorne hält. Und zwar geht die 4./JgBtl 127 so rechtzeitig zurück, dass die Stellungen am Nordrand von Hofheim eingenommen werden können, um dann das Ausweichen der 2./PzBtl 361 zu überwachen. Evtl. werden auch bereits die 3 MILAN der 5./PzAufklBtl 12 rechtzeitig nach Hofheim zurückverlegt, damit stünden dann hier 4 MILAN zur Verfügung, um das Ausweichen der Masse 5./12 und der 2./361 zu sichern.
    Die 4./127 sollte eigentlich als Fahrzeuge über 2 to gl verfügen.
    Ich denke nicht, das die Stellungen 2.4 usw. für die Kräfte in Hofheim vorgesehen waren, sondern für die 2./PzAufklBtl 12. Deswegen auch die Nummerierung mit 2. ...
    Die drei Kompanien in Hofheim sollten nach meiner Meinung auf jeden Fall dort verbleiben und die Ortschaft zunächst halten, auch wenn sie eingeschlossen werden. Damit würde de der schnelle Vorstoss des Gegners zum Main, Richtung Haußfurt zumindest behindert. Dieses weitere Verzögern des Feindes war deswegen wichtig, weil es im Raum westlich Haßfurt mehrere gute Übergangsstellen über den Main gab.
    Es gibt im OpPlan der 12. PzDiv Pläne für Gegenangriffe der Divisionsreserve PzBrig 36, von denen einer flankierend in den Raum Hofheim gerichtet war. Damit hätte sich die Chance ergeben, das feindliche Kräfte im Raum Hofheim gestaut und dann durch diesen Angriff zerschlagen werden können.

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    spanier (23.02.2021)

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  6. #13
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    Noch ein Gedanke von mir zu dieser Lage: Hier zeigt sich, dass nach meinem Eindruck die Gliederung des PzAufkl in der Heeresstruktur 4 nicht zu Ende gedacht war. Die AufklBtl wurden zunehmend von den Divisionen als eine Art "vierter" kleiner Brigade eingesetzt, vor allem bei der Verzögerung. Dazu fehlten aber dem Btl organisch wichtige Unterstützungsteile, die es in der Heeresstruktur 3 in der schweren Kompanie noch gegeben hatte:
    - der Mörserzug mit zuletzt 6 Mörsern 120 mm
    - der Pionierzug
    Beim Pionierzug hätte man sicher auf die Schlauchbootbrücke, die es bis Ende der 1970er Jahre bei den PzAufklBtl gab, verzichten können. Sinnvoller wären hier ein bis zwei Brückenlegepanzer gewesen. Der Pionierzug hatte zwar nur zwei Pioniergruppen, aber damit hätte man immerhin die pioniertechnischen Aufgaben beim Schließen der Sperren wahrnehmen können.
    Da diese beiden Züge kaum jemals geschlossen unter einheitlicher Führung eingesetzt worden wären, hätte man keine eigene Kompanie dafür gebraucht. Man hätte disziplinarrechtlich den Mörserzug der 5. Kp und den Pionierzug bei der 1. Kp unterbringen können.
    Auch die Ausstattung der 5. Kp mit dem Transportpanzer Fuchs war nicht unumstritten. Diesem Fahrzeug fehlte die Bordmaschinenkanone und damit die wirksame Flachfeuerkomponente auf größere Entfernung. Es gab ja Versuche zur Ausrüstung des Fuchs mit einer 20 mm Maschinenkanone, es kam aber nie zur Einführung.

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    spanier (23.02.2021)

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  9. #14
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    Im Bezug auf die Panzeraufklären scheint es wie bei den Fallschirmjägern zu sein. Hier klaffte eine deutliche Lücke zwischen Innensicht der Aufgabe und äußerer Wahrnehmung, der im größeren Zuge geplanten Einsatzweise. Aber generell scheinen deutsche Heere mit Aufklären ein schwieriges Verhältnis gehabt zu haben.Das zeigt ja auch der Wandel der Gliederungen der (Panzer)Aufklärer in der Wehrmacht. Das innere Bild schien wohl der Husar, leichte Kavallerist, gewesen zu sein, während der Job mehr und mehr eher den Dragoner - "Fallensteller" - für das Verzögerungsgefecht brauchte. Hier tat sich die US Army mit ihren traditionellen ehemaligen Kavallerie Regimentern leichter. Aber deren historistische Kampfweise liegt in ihren Wurzeln eher bei den Dragonern (berittene Infanterie) als bei den Husaren.

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    Nemere (23.02.2021)

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  12. #15
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    "Jäger zu Pferde" wäre wohl die historisch bessere Klassifizierung für die erwähnte Kampfweise.

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  14. #16
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    Zitat Zitat von uraken Beitrag anzeigen
    "Jäger zu Pferde" wäre wohl die historisch bessere Klassifizierung für die erwähnte Kampfweise.
    Die fünfte Kompanie wurde ja auch als Elitegrennies bezeichnet und haben sich selbst eher als leichte Spähtrupps gesehen.

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  16. #17
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    Dragoner stimmt von der Historie her schon. Noch beim alten Fritz hieß es hinsichtlich dieser Art der Kavallerie: Dragoner sind nicht Mensch noch Vieh, zu Pferd gesetzte Infanterie.

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  18. #18
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    Das sollte keine Kritik man Uraken sein.

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  20. #19
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    Hallo Malefiz
    Das passt doch alles. Wir haben hier eine sehr gute und sachliche Diskussion!
    Nur weiter so.
    Ich lerne hier viel.


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    spanier (23.02.2021)

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  23. #20
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    https://cms.pzaufklbtl12.de/geschich...resstrukturen/ gibt eine gute Übersicht über die unterschiedlichen Gliederungen, welches das Bataillon im lauf seiner Geschichte annahm.

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