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Thema: Untergrundarmeen in der Bundesrepublik vor Aufstellung der Bundeswehr

  1. #11
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    Was da angeboten wird, sind vernderte und vor allem "entschrfte" Ausgaben, oft gemixt mit Auszgen aus angeblichen "Special forces Handbchern", wie z.B. auf dem Titelbild des bei Gummy Bear genannten Anbieters erkennbar. Auch die beiden dort genannten Verfasser sind nicht existente Pseudonyme.

    Die Originalausgabe steht immer noch (seit 1988) auf der Liste der indizierten Printmedien der Bundesprfstelle.
    https://web.archive.org/web/20140324...ds/BPJM308.pdf

    S. 67 unter "totale".

    Damit unterliegt die Originalausgabe bestimmten Verkaufs- oder Vertriebsverboten, der Besitz ist zumindest fr Erwachsene nicht strafbar. Die Rechtsprechung neigt inzwischen dazu, auch das zur Verfgungstellen elektronischer Varianten der Originalausgabe (z.B. als pdf, E-Book), als Verstoss gegen die Indizierung zu verfolgen.
    Man konnte den "totalen Widerstand" aber auch in der Vergangenheit problemlos in Bibliotheken einsehen. In der Bibliothek der Offizierschule des Heeres in Hannover oder der Schule fr Feldjger und Stabsdienst in Sonthofen stand das Buch mehrfach, eintrchtig neben der ebenfalls sehr brauchbaren Reihe "Gefechtstechnik" des gleichen Autors. Ich habe mir daraus fr die Ausbildung manche Anregungen geholt, die unserer doch recht trockenen ZDv 3/11 "Gefechtsdienst" nicht enthalten waren.

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  3. #12
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    Hallo,

    fr alle, die sich mit dem Thema "Gladio" etwas genauer beschftigen wollen, habe ich im Bundesarchiv in den Bestnden des Bundesnachrichtendienstes etwas gefunden.

    Habe es allerdings auch erst nur berflogen. Was ich gesehen habe, scheint aber ganz interessant zu sein.

    - Sicherheitsstudie aus dem Jahr 1965
    - Anbahnung im Kriegsfall
    - Beschaffungsauftrag fr die Organisation
    - Aufbau des Netzes
    - Unterlagen ber erkundete bergnge von Rhein und Weser
    - usw.

    Zu finden ist das Dokument im Bundesarchiv unter:

    B 206/51145

    oder hier

    https://invenio.bundesarchiv.de/inve...-849f10b719ef/

    Gru

  4. Folgende 4 Benutzer sagen "Danke" zu Tutenberg fr den ntzlichen Beitrag:

    Keiler29 (25.10.2023), Lotse13 (24.10.2023), Nemere (22.10.2023), spanier (27.10.2023)

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  6. #13
    Cold Warrior
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    Ich habe mich etwas nher mit dieser Akte des BND befasst. Mein Eindruck ist recht zwiespltig.

    Insgesamt wirken diese Dokumente auf mich recht dilettantisch und unprofessionell. Mglicherweise war es Spiel- oder bungsmaterial des BND, welches der BND jetzt bereitgestellt hat, um seine Transparenz zu beweisen, allerdings ohne auf geringe Bedeutung dieser Papiere hinzuweisen. Alles wirkt so ein bisschen, wie wenn der kleine Fritz Geheimdienst spielt, auch hat man seitenweise aus dem Schweizer Handbuch Der totale Widerstand abgeschrieben. Andererseits passt die Machart zu der in den letzten Jahren bekanntgewordenen geringen Effizienz des BND in den 1950er und 1960er Jahren, z.B. Versagen 1953 beim Volksaufstand in der DDR, 1961 beim Mauerbau und 1968 beim Einmarsch in die CSSR.

    Die Sicherheitsstudie von 1965 am Anfang der Akte ist eine Art Besinnungsaufsatz zu dem Thema Was passiert, wenn sich der bse Kommunismus bei uns im Lande breit macht sei es durch offene oder durch verdeckte Aktionen.

    Die folgende Abhandlung zum Thema Anbahnung im Krieg befasst sich mit der Frage, wie im Kriegsfall im besetzten Land Geheimdienstmitarbeiter gewonnen werden knnen. Es ist eine Anhufung von Plattitden und Binsenweisheiten.

    Ab Seite 113 wird der Aufbau eines TEILBEREICHS (!) der Stay behind-Organisation behandelt. Es geht hier nur um das E*E Netz, also evasion and escape, also darum, gefhrdete Personen zu evakuieren und aus dem besetzten Land zu bringen oder im Gegenzug Agenten einzuschleusen. Es geht nicht um die vor allem mit Gladio verbundenen Aktionen wie Sabotage, Terror- oder Partisanenaktionen.

    Interessant finde ich hier die einleitende Behauptung (S.121, ist beigefgt), das angeblich die Amerikaner in den Kriegsjahren 1942 45 durch ein in Deutschland aufgebautes E + E-Netz ber 10.000 Soldaten in die eigenen Linien zurckbringen konnten. Nun hat es sicher whrend des zweiten Weltkriegs einzelne Flle gegeben, wo abgeschossene Piloten, Widerstandskmpfer, Agenten usw. aus dem deutschen Machtbereich wieder in alliiertes Gebiet geschleust wurden. Aber solche Aktionen fanden vor allem in den besetzten Gebieten statt (Frankreich, Belgien, Holland, Dnemark, Norwegen, Italien ab 1943 und im geringeren Ausma auf dem Balkan), also in Regionen wo es eine mehr oder weniger aktive Widerstands- und Partisanenbewegung (Resistance usw.) gab. Im Deutschen Reichsgebiet sind kaum solche Aktionen nachweisbar, weil es hier einfach keine wirklich zu aktiven Aktionen fhige Widerstandsbewegung gab. Die Zahl von ber 10.000 Soldaten halte ich fr vllig aus der Luft gegriffen.

    Behandelt werden vor allem organisatorische Punkte, bis hin zur akribischen Festlegung, wie viele Feuerzeuge, Unterhosen und Hosentrger bei den jeweiligen Sttzpunkten zu hinterlegen sind.
    Die eigentlich problematischen Fragen solcher Unternehmungen werden allenfalls angerissen, aber nicht gelst:
    - Wie nehmen die zu schleusenden Personen mit dem E + E-Netz Verbindung auf?
    - Wie erfolgt die gegenseitige Legitimation und Sicherheitsberprfung?
    - Wie kommt man durch die feindlichen Linien vor allem in unmittelbaren Frontbereich?
    - Wie nimmt man Verbindung mit den eigenen Krften auf?
    usw., usw.

    Die dann folgenden Erkundungsmeldungen zu bergangsmglichkeiten am Oberrhein und an der Weser sind wieder ausgesprochen oberflchlich und laienhaft. Auf die Idee, die vorhandenen Sonderkarten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung oder der Pioniere der Bundeswehr zu nutzen, ist anscheinend keiner gekommen.
    Insgesamt verstrkt diese Akte bei mir den Eindruck, dass der BND der Gehlen-Zeit vor allem davon lebte, das sein Leiter sich sehr gut verkaufen konnte, ohne wirklich durchgehend substantiell brauchbare Ergebnisse zu liefern.
    Angehngte Grafiken Angehngte Grafiken

  7. Folgende 3 Benutzer sagen "Danke" zu Nemere fr den ntzlichen Beitrag:

    spanier (27.10.2023), Tutenberg (25.10.2023), wernerg (25.10.2023)

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