Minensperren, Bodenminen und Selbstschussanlagen einstige innerdeutsche Grenze

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  • EmilBerggreen
    Cold Warrior
    • 19.07.2015
    • 514

    #46
    Moin Thunderhorse,

    besten Dank für Deine Info!
    Dachte immer, es wäre ein großer pioniertechnischer Aufwand, die Grenzanlagen einzureißen, damit ein Panzerdurchmarsch stattfindet. Aber dann war dem wohl nicht so.
    Besten Dank und Gruss!

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1901

      #47
      Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
      Nachdem es am 2020-09-05 einen Fund von Minenresten und 2 "scharfen" PMP-71 bei Neuhaus-Schierschnitz gegeben hat, hab ich mal ein bisschen Pläne gewälzt und gerechnet.


      Die Minensperre (14 MF) befand sich no Neuhaus-Schierschnitz, war 2,1km lang und ging bis in den Bereich so Schwärzdorf.
      Bei einer Dichte 4 lagen dort 8480 PMP-71.
      Geräumt wurden die 14 MF 1984/9185.

      Schade dass die Nahaufnahme so blöd abgeschitten ist und man nicht die gesamte Minenoberseite (mit den beiden Ösen) erkennen kann.

      Insgesamt gab es 13 Minensperren unterschiedlicher Länge und Anzahl von Minenfeldern an der ehemaligen innerdeutschen grenze.
      Insgesamt wurden auf rund 90 km, 134 400 PMP-71 verlegt.
      In ujnterschiedlicher Dichte (3, 4 und 5).
      1978 waren 35000 Stück PMP-71, seitens dem Kdo Grenze zur Vernichtung vorgesehen,
      da man feststellte, dass dieser Minentyp für den Einsatz an der Grenze nicht geeignet ist.
      Die PMP-71 wurde wegen Problemen im konstruktiven Bereich (Umkippen am Verlegeort bei Wassereinwirkung, ein relativ hoher Auslösedruck (zw. 10 - 32 kp), etc.)
      ab 1977 nicht mehr eingesetzt, damit verbunden wurde die Produktion eingestellt.

      Ein Vorfall mit PMP-71:
      Ehemaliger Abschnitt des GR15 Sonneberg, im Bereich der Verbindungsstraße Spechtsbrunn - Tettau,
      Am 21. Mai 1973 wurde beim Verlegen von Minen des Typ PMP-71 ein Pionier schwer verletzt.
      Unfallursache war die Detonation einer PMP71 beim Verlegen. Sicherungsstifte waren noch nicht gezogen worden.
      Schwerste Augenverletzung, Arm versteift, seitdem Invalidenrentner.

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      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1901

        #48
        Zitat; Quelle Main-Post:

        Allein auf einem zehn Kilometer langen Streifen bei Trappstadt lagen 60 000 Minen“, sagt der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld, Hanns Friedrich (Bad Königshofen).



        Ab 1967 Bau des zweireihigen Metallgitterzaun im Bereich Bezirk Suhl.
        An der Grenze zu Unterfranken begannen die Arbeiten im Jahre 1968.


        1970 von s Milz bis Spanshügel
        Sperre 9/4/70, Länge 11,7km
        MF 54 , Dichte 2, 18793 Minen PMN

        1980 beginnend, Neuverlegung nach Räumung der MS66. Minentyp PPM-2.
        Zunächst wieder in der MS66.

        1982 von sw Milz bis sw Eicha
        Sperre 7/4/82, Länge 9,2km
        MF 66, Dichte 5, 44995 Minen PPM-2

        Um Anschluss wurde 1983 eine Minensperre 83 errichtet.

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        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1901

          #49
          Minenbrücke, ausziehbar.
          Wurde an den Robur angehängt oder auf der Pritsche transportiert.
          Diente der Bergung von Personen und Tieren aus den Minensperren 66

          Foto: Archiv/Quelle TH, Ausschnitt aus Gesamtaufnahme einer FÜST Gelände 1973ff.
          Angehängte Dateien

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          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1901

            #50
            Gasse / Gassen in den Minensperren, hier in der Minensperre 66 (MS66).
            Diese Gassen wurden grundsätzlich vermint.
            Je Sicherungsabschnitt wurde jedoch, zur Durchführung von Handlungen feindwärts, eine Gasse nicht vermint.
            Sicherung durch Signaltechnik.

            Am Anfang PMD-6 später die PMN und die PMP71.
            Dadurch kamen auch PMN und PMP71 in der MS62 zum Einsatz.
            Teilweise wurden bis zu 11 Minen in den Gassen verlegt bzw. später wieder gesprengt und wieder neu vermint.
            Die Gassen in den Minenfeldern waren nummeriert.

            Foto: Quelle/Archiv TH, eigene Aufnahme
            Gasse in der MS66
            Angehängte Dateien
            Zuletzt geändert von Thunderhorse; 11.09.2022, 15:58.

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            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1901

              #51
              Überschwemmung an der Zonengrenze 1962
              03.04.1962 ∙ Überschwemmung an der Zonengrenze 1962 ∙ BR Fernsehen

              Im April 1962 sorgten die Schneeschmelze und starke Regenfälle für Überschwemmung und über die Ufer tretende Flüsse im Norden Frankens. Dies führte entlang der Zonengrenze zwischen Bayern und Thüringen zu Unterspülungen der Stacheldrahtverhaue und Minenfelder, weshalb die Polizei zu besonderer Vorsicht mahnte. BR Retro Franken Oberfranken

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              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 1901

                #52
                Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                Sperranlage 501 (SM70), 701 (11 Anlagen ab 1982) modernisierte Anlage.

                Zur Anlage 501 (SM 70).

                Dazu gab es bereits im August 1970 eine Einsatzkonzeption seitens der Grenztruppen der DDR,
                die im September 1970 durch dem Minister für Nationale Verteidigung der DDR bestätigt wurde.

                Mit Befehl 56/70 des Chefs der Grenztruppen der DDR, vom 09.Oktober 1970 wurde die Errichtung einer Erprobungsanlege (Truppenversuch) an der deutsch-deutschen Grenze angeordnet.
                Noch im Oktober 1970 wurde mit der Errichtung eines Erprobungsabschnitts von insgesamt 15 km Länge im Grenzabschnitt des GR 24 begonnen.
                Die Versuchsanlagen befanden sich in etwa von nord-westlich Salzwedel bis etwa nord-westlich Ziemendorf.

                Es gab zwei Ausführungen der Erprobungsanlage:

                Ausführung 1:

                Länge 5 km
                Grenzzaun I, ca. 3.20 hoch, mit 3 Minenlininen.

                Anzahl der Minen je Anlage (5 km) bei 3 Minenlininen:
                750 Stück
                Abstand der Minen: 23 m
                Höhe der Minenlinien vom Boden aus:
                1 Linie: 0.60 m
                2 Linie: 1.60 m
                3 Linie: 2.70 m

                Auslösekraft:
                Bei Belastung: 7,6 kp
                Bei Entlastung: unmittelbar


                Ausführung 2:

                Diese Anlage befand sich im östlichen Bereich des Erprobungsabschnitts. nw Ziemendorf bis etwa nördlich Mechau.

                Montage der Anlage 501 in 2 Reihen an dem freundwärtigen (östlichen) Zaunreihe der Minensperre 66.
                Länge 10 km
                Hierbei nur 2 Minenlininen
                Insgesamt 2 Minenanlagen 501 (Daten siehe bei Ausführung 1)
                In den folgenden Jahren nur an einigen wenigen Abschnitten an der Grenze zur BRD so installiert.

                Die Erprobungsphase dauerte, nach Verlängerung durch Befehl des Chefs der GT, bis zum 30. April 1972.


                Gesamtlänge eines Abschnitts, bis zu 5 km.
                Der Gesamtabschnitt war in 2 Zonen mit bis zu 9 Abschnitten untergliedert.
                Länge eines Abschnitts in der jeweiligen Zone max. 280 m.
                Jeder Abschnitt untergliederte sich in bis zu 12 Teilabschnitte mit jeweils eigenem Verteilerkasten für 3 - 4 Geräte 501 (SM 70).
                Montage der Geräte für die Anlage 501 auf 3 Ebenen.
                Die Zonen und Abschnitte waren mittels Symbolen und Nummernschilder gekennzeichnet.
                Anbringung am GZI bzw. Betonsäule.
                In einer komplett Ausgebauten Anlage waren insgesamt 750 Minen in 3 ML vorhanden.
                Grundsätzlich waren die Anlagen, voll ausgebaut ca. 4,7 km lang, dies hing mit den Kennwerten (max. Länge) für die Kabelnetze Zuleitung (S- und Z-Spannung(max. 7000 m Länge)), Zonenleitung (Signal- und Zündspannung (max. 2500 m Länge)) und Rückleitung (Zündspannung (max. 7500 m Länge)) zusammen.

                Anlage 501 als Rechenbeispiel:
                Anlage 501, nw bis sw Frankenheim eine Gesamtlänge von 4,3 km mit 648 Minen in 3 ML

                Ausgehend von 3 SM70 (3 ML)je Teilabschnitt.
                648 : 3 (SM70) = 216 C-Verteilerkästen
                216 : 12 (C-Kästen) = 18 B-Verteilerkästen

                Die Anlage GR3 / 24/ 79; hatte 2 Zonen,
                je Zone 108 C-Verteilerkästen, je Abschnitt 36 Minen SM70 = 12 C-Kästen = 12 Teilabschnitte,
                je Zone 9 Abschnitte, jeder Abschnitt mit einem 1 B-Verteilerkasten,
                2 Verteilerkästen A, je Zone 1 A-Kasten.
                Verteilerkasten D zum schnellen Auftrtennen und erden der Zonenleitung und der Zündrückleitung.
                Zusätzlich beiderseits der Sperranlage Minenwarnschilder.
                Bei der Anlage 501/701 waren die Abstände zwischen den Tafeln, freund- und feindwärts jeweils 280 m.
                Entsprach einer Zone der Anlage.
                Entfernung zur Anlage (GZ I) feindwärts ca. 3 - 5 m, freundwärts ca. 5 m.
                Später gabs noch eine Hinweistafel, 15 m Abstand einhalten.
                Nur bei einer Anlage 701 im SiA I des GR 9 am GZ I angebracht.
                Technische Änderungen, die bei der weiterentwickelten Anlage 701 zum Einsatz gekommen sind:

                - Schaltelement zur Eigensicherung der Mine
                - Sprengzünder NS-225
                - konstruktiv verbesserte Minenhalterung
                - Stichleitungsschutz
                - veränderte Prüf- und Schaltanlage (701)
                - Überspannungsschutz gegen Blitzschlag
                https://www.cold-war.de/showthread.p...ll=1#post41775

                Die Variante SM-70/M: 20 Wälzlägerkugeln, Durchmesser 8 mm.
                und Splitterminen SM-70 ohne Splittereinlage wurden, trotz Erprobung bis 1984 nicht in den Anlagen 501 bzw. 701 eingebaut.

                Wiki liegt hier wieder mal daneben.
                Auch die Story mit den Plänen von E. Lutter wird weiterhin verbreitet.

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                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1901

                  #53
                  Ein kleiner Auszug aus der Militärratsvorlage 1967.
                  Quelle: Archiv TH
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                  • Thunderhorse
                    Cold Warrior
                    • 09.02.2006
                    • 1901

                    #54
                    Rauchladung SM-70 Üb
                    Verpackungseinheit 20 / 120 Stück
                    Zünder N-52 (CSSR)

                    Scann aus Datenblatt.
                    Quelle Archiv TH
                    Angehängte Dateien

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                    • Thunderhorse
                      Cold Warrior
                      • 09.02.2006
                      • 1901

                      #55
                      Die Minensperre 66 im Bereich des Milzwehr, ono Irmeshausen war kombiniert mit einer Anlage 501.
                      Bei den montierten Minen bzw. der Anlage 501, Länge ca. 220m, handelte es sich um eine Scheinanlage.
                      Scheinminen auf zwei ebenen montiert.

                      Foto siehe hier:
                      https://www.cold-war.de/showthread.p...ll=1#post48325

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                      • Thunderhorse
                        Cold Warrior
                        • 09.02.2006
                        • 1901

                        #56
                        Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                        Nachdem es am 2020-09-05 einen Fund von Minenresten und 2 "scharfen" PMP-71 bei Neuhaus-Schierschnitz gegeben hat, hab ich mal ein bisschen Pläne gewälzt und gerechnet.


                        Die Minensperre (14 MF) befand sich no Neuhaus-Schierschnitz, war 2,1km lang und ging bis in den Bereich so Schwärzdorf.
                        Bei einer Dichte 4 lagen dort 8480 PMP-71.
                        Geräumt wurden die 14 MF 1984/9185.

                        Schade dass die Nahaufnahme so blöd abgeschitten ist und man nicht die gesamte Minenoberseite (mit den beiden Ösen) erkennen kann.

                        Insgesamt gab es 13 Minensperren unterschiedlicher Länge und Anzahl von Minenfeldern an der ehemaligen innerdeutschen grenze.
                        Insgesamt wurden auf rund 90 km, 134 400 PMP-71 verlegt.
                        In ujnterschiedlicher Dichte (3, 4 und 5).
                        21.05.1973
                        Pionier wird beim Verlegen von Minen durch eine detonierende Mine vom Typ PMP-71 schwer verletzt. GR15.
                        Unfallursache war die Detonation einer PMP71 beim Verlegen. Sicherungsstifte waren noch nicht gezogen worden.

                        Am 14. September 1973 ereignete sich beim Verlegen von Minen des Typs; PMP-71, erneut ein Unfall. GR6
                        Es gab 4 Verletzte, dem Pionier der die auslösende Mine verlegen sollte wurde die rechte Hand nach dem Unfall amputiert.
                        Die Sicherungsstifte waren ebenfalls noch nicht gezogen. Aber das war nur eines der Probleme.

                        Am 10.10.1973 wurde daher die Produktion dieses Minentyps in Schönebeck zunächst gestoppt.

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                        • Thunderhorse
                          Cold Warrior
                          • 09.02.2006
                          • 1901

                          #57
                          Im Jahre 1983 gab es auf einer Länge von 450km an der innerdeutschen Grenze die Sperranlagen 501 und 701 mit Splitterminen SM-70.
                          Insgesamt waren damit rund 79000 SM-70 am Grenzzaun I bzw. in einigen Abschnitten an der freundwärtigen Seite der Minensperre 66 montiert.

                          Kosten:
                          https://www.cold-war.de/showthread.p...ll=1#post40873

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                          • Thunderhorse
                            Cold Warrior
                            • 09.02.2006
                            • 1901

                            #58
                            Am 10. Mai 1984 wurde durch Kräfte des BGS eine Mine vom Typ PPM-2 im Bereich westlich Schletau, ca. 10m von der Grenze entfernt, aufgefunden.
                            Die Mine wurde von westlicher Seite aus der MS66, durch aufbiegen und aufschneiden des Metallgitterzaun, aus der ersten Minenreihe von Bundesgebiet aus gesehen entwendet.
                            Durch BGS-Kräfte wurde die Mine am nächsten Tag gesprengt.

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