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Thema: Feuerkampf PzZg Leopard 2

  1. #1
    Cold Warrior Avatar von EmilBerggreen
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    Standard Feuerkampf PzZg Leopard 2

    Hallo zusammen,

    ich habe nicht bei der Panzertruppe gedient und daher fehlt mir die praktische Erfahrung des Gefechtes einer Panzerbesatzung KPz.

    Wie könnte man den Feuerkampf eines PzZg Leopard 2 in der Verteidigung „schematisch“ darstellen?

    Also verstärkter PzZg – ZgFhrPz und 3 KPz DELTA, DELTA-1 bis DELTA-3
    PzZg DELTA bezieht Stellung in einem Wald- und Heidegelände bei MUNSTER.
    Gefechtsabschnitt IV. Zug. Einteilung in Feldposten, Alarmstellungen, Tag-, Nacht- und Wechselstellungen.
    DELTA-1 bis DELTA-3 beziehen Stellung. Teilgedeckte Stellung, Erdaushub, KPz frontal und zu den Seiten her vor Aufklärung geschützt. DELTA, OFw Meyer beobachtet und führt die 3 KPz.
    Überlappende Beobachtungsbereiche, etc.
    Es gibt anscheinend 3 Bereitschaftsstufen der Feuerleitanlage (FLA): 1.) TURM AUS, 2.) BEOBACHTEN oder 3.) STAB EINStabilisierung ein.
    Kdt und RS wechseln sich gegenseitig mit Beobachtung, Funk- und/oder Feuerbereitschaft ab (obwohl das eine das andere ja nicht ausschließt, die Augen an der Optik und die Hand am Richtgriff) – z.B. Turm ist auf Zwo Uhr. Kdt. beobachtet linken Bereich DREIECKSWALD und RS beobachtet rechtes Gelände bei FORELLENBACH.


    • KP: Kdt führt PERI und beobachtet unabhängig vom RS
    • ZÜ: Kdt überwacht RS
    • KHP: Kdt führt Hauptwaffe über PERI


    STAB Ein. Stabilisierungsanlage ein. Feuerleitsystem ist gefechtsbereit. Kdt u. RS führen die Optiken. Raumbildentfernungsmesser EMES-12 = Hauptzielfernrohr. Kdt u. RS können über das PERI schießen. Sie führen den Feuerkampf mit HZF - Hauptzielfernrohr oder TZFTurmzielfernrohr/Hilfszielfernrohr?
    Kdt klärt Ziel auf. „Hartziel 500 Meter vor DREIECKSWALD. TANGO-72 in Querfahrt. RS anrichten!“
    An den LS: „Wuchtgeschoss laden!“ – also Hartkern, KE, whatever …
    RS dreht Turm und damit Visierung in Richtung DREIECKSWALD und bestätigt „Ziel erkannt!“
    Mit dem Strichvisier ins Ziel gehen. Haltepunkt Zielmitte.
    „Panzer – (ich schieße) – Achtung!“
    Kdt an RS: „Feuer!“ Auslösen Bordkanone durch Richtgriff. Dann Beobachtung Flugbahn der Geschossleuchtspur. Wuchtgeschoss schlägt im Ziel ein, Trefferbeobachtung, Trefferaufnahme, Trefferwirkung. „Ziel bekämpft/vernichtet“

    Der Moment, in dem Kdt u. RS ein Hartziel bekämpfen ist wohl auch der kritischste, wie es scheint. KPz enttarnt sich durch Schussabgabe und muss unverzüglich die Stellung wechseln. Raus aus der Stellung und rein in die Wechselstellung.
    Meist wird es ja so sein, dass Kdt u. RS gemeinsam den Feuerkampf führen, dabei könnte der Kdt mit seinem Rundblickperiskop (Komandantenrundblickperiskop PERI) unabhängig vom RS, der sich auf die Bekämpfung des Zieles am DREIECKSWALD konzentriert, die Umgebung beobachten und auf mögliches Gegenfeuer achtet.
    Sollte das der Fall sein – Auslösen der Nebelwurfanlage – und zügiges Ausweichen.

    Im Zugrahmen komplexer. KPz beobachten, sichern sich gegenseitig und bekämpfen im Verbund Ziele. DELTA beobachtet gesamten Zugabschnitt. DELTA-1 bekämpft Ziel am DREIECKSWALD, DELTA-2 sichert DELTA-1 und DELTA-3 beobachtet, dass bei FORELLENBACH fdl PzKp auf sie zukommt. Feuerleitung durch DELTA: Feuereröffnung, Feuerüberfall, Feuerzusammenfassung ... Feuer ab Feuereröffnungslinie GOLF, whatever …

    Ist das einigermaßen realistisch, könnte man entscheidende Dinge ergänzen, wurde beim Zuggefechtsschießen überhaupt so geübt, was sagen die Kommandanten und Richtschützen unter Euch?
    Ja, ich weiß, wir hatten das schon einmal in abgewandelter Form.

    Gruss

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  3. #2
    Cold Warrior
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    Avatar von EmilBerggreen
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    Mir sind die Begrifflichkeiten immer noch nicht klar.
    Welche unterschiedlichen Optiken benutzen Kdt u. RS? Wozu dienen EMES und PERI? EMES - Entfernungsmesser u. PERI - Periskop. Was sind HZF - Hauptzielfernrohr und TZF - Turmzielfernrohr genau und wo sind diese am Panzer verortet?
    Alle Optiken sind doch in Richtung der Bordkanone orientiert und werden auch dementsprechend justiert, oder? Warum Turmzielfernrohr? Alle Optiken befinden sich im Turm und nicht in der Wanne oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    Welche Optiken haben Kdt u. RS zur Verfügung? HZF, TZF und WBG?


    "Gefechtsbereitschaft herstellen!" - "Klar zum Gefecht!" Kdt befiehlt Kampfvisier. Kampfvisier (? was ist das genau?) nach Sichtbedingungen, Gelände, Feind u. verfügbare Munition. Trefferwahrscheinlichkeit durch Genauigkeit der ermittelten Zielentfernung.

    Gem. HDv:
    Die Waffennachführanlage führt, in der Betriebsstufe „STAB EIN“, die Bordkanone und das Blendenmaschinengewehr der eigenstabilisierten Visierlinie des Hauptzielfernrohres (HZF) oder des Rundblickperiskops (PERI/TIM) nach. Dabei werden alle Werte, die vor oder während des Feuerkampfs in den Feuerleitrechner eingegeben werden, automatisch berücksichtigt.

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  5. #3
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Auf Wikipedia gibt es eine recht brauchbare Beschreibung der Zielgeräte des Leopard 2. Die habe sogar ich als Nicht-Panzermann verstanden:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Leopard_2#Zielgeräte

    Das Turmzielfernrohr ist ein rein optisch arbeitendes Zielfernrohr ohne Koppelung mit der Feuerleitanlage. Hier dienen Strichplatten zur Entfernungsschätzung (wie bei der Panzerfaust oder beim DF).

  6. Folgender Benutzer sagt Danke zu Nemere für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (26.04.2021)

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  8. #4
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Wie Jörg schon schreibt, ist es bei Wikipedia gut erklärt - hier noch meine eigenen Erfahrungen aus gemeinsamen Übungen mit den Panzermännern. Ich habe mir das mal von einem RS erklären lassen:

    Auf das Hauptzielgerät, welches mit der Feuerleitanlage gekoppelt ist, können Kommandant und Richtschütze zugreifen. Hier hast du auch den Laser, dessen Entfernungswerte automatisch in die FLA eingerechnet wurden. Das kannst du dann auch so schalten, dass es direkt die Waffe führt (bei "STAB EIN"). Richtschütze oder Kommandant müssen dann nur irgendeinen Knopf drücken, sogar den Vorhalt der Waffe rechnet die Anlage selbst mit ein. Wenn der Kommandant selbst den Feuerkampf führen will, kenne ich das so, dass er das mit dem Spruch " Hier Kommandant, ICH übernehme Feuerkampf" ankündigt. Dann schaltet er sich auf mit einer speziellen Schaltung.

    Der Kommandant hat aber auch sein eigenes Peri, aber ohne den Entfernungsmesser. Der Kommandant kann hier auch unabhängig vom Richtschützen schon weiter beobachten und z.B. Zielzuweisungen vornehmen, während der RS mit dem HZF noch zielt und schießt. Ist der Kommandant dann auch z.B. der Zugführer kann er über Funk den anderen Panzern (DELTA xy, wie von dir geschrieben) die Ziele zuweisen. Das geht natürlich auch "andersrum": Beispiel: Delta 2 erkennt Feindpanzer in der Flanke vom Zugführer. Dann Funkspruch: Delta 2 an Delta: links von Ihnen, ca. 10 Uhr feindlicher Panzer. Kommandant (ZF) Delta schwenkt sein Peri und bestätigt: ERKANNT.

    Zu den verschiedenen Betriebszuständen der Turmmechanik muss man wissen, dass diese im Zustand "Stab ein" sehr viel Energie benötigt und daher in der Regel nur bei laufendem Motor genutzt wird. Wenn dann noch das Wärmebildgerät eingeschaltet ist, zieht das einige schöne Ampere weg. Es soll nicht selten vorgekommen sein, dass ein über Nacht untergezogener Bock nicht mehr angesprungen ist, weil die Stabilisierungsanlage an war und die Batterien leer gezogen hat.

    Alles in allem ist aber die Waffenanlage des LEO schon ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst.

    Ich kenne eine Geschichte aus Grafenwöhr, wo ein untergezogener Panzerzug der Bundeswehr eine US-Stryker-Kompanie wie an der Schießbude "abgeschossen" hat, da die deutschen Panzer am Waldrand gut getarnt untergezogen waren und die US-Kameraden in aller Seelenruhe einen nach dem anderen bekämpft haben. Dies auch dank der guten Waffenanlage und eingespielter Besatzungen. Der Kompaniechef der Amis wurde noch auf dem Übungsplatz abgelöst.

  9. Folgender Benutzer sagt Danke zu DeltaEcho80 für den nützlichen Beitrag:

    EmilBerggreen (26.04.2021)

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  11. #5
    Cold Warrior
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    Hallo Jörg,


    da hätte ich drauf kommen müssen.
    EMES 15 + HZF Hauptzielfernrohr = Zieloptik für Turm und BMK, Bedienung durch RS
    FERO Z18 TZF Turmzielfernrohr Notoptik b. Ausfall FLA - Feuerleitanlage
    WBG im EMES integriert als Nachtzielgerät, b. schlechter Sicht, etc.


    PERI R17 eigenes Beobachtungs- und Zielgerät ohne Entfernungsmessfunktion, Bedienung durch Kdt
    ----------------------------------------------------------------------
    Anscheinend haben beide Richtgriffe, um BK abzufeuern und der Kdt kann zusätzlich noch "übersteuern", also in die Tätigkeiten des RS eingreifen.
    Soweit verstanden würde ich sagen.

    Grüße

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  13. #6
    Cold Warrior
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    Hallo Delta,

    hatte fast zeitgleich gepostet.
    Besten Dank für die Erläuterungen.

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