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Thema: Reaktion einer Lokalzeitung auf einen Hinweis

  1. #1
    Cold Warrior Avatar von DeltaEcho80
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    Standard Reaktion einer Lokalzeitung auf einen Hinweis

    Liebes Forum,

    zum Wochenende ein kleines Possenstück: was passiert, wenn man die von sich selbst bis an die Grenze der Arroganz überzeugten Lokalredakteure einer Provinzzeitung wie der MainPost sachlich und höflich darauf hinweist, dass sie sachlich falsche Berichte schreiben, seht ihr hier.

    Hintergrund: Der Redakteur des Artikels hat in einem Artikel über den Rückkehrerappell von Soldaten nach Volkach geschrieben, dass die Soldaten "in ihrem Auslandskampfanzug" angetreten waren. Daraufhin habe ich - zugegeben etwas spitz geschriebene - Mail an die Redaktion geschrieben, dass es sich um den Feldanzug - Grundform - in Wüstentarn handele und die BW gar keinen Kampfanzug kennt, sondern höchstens einen Gefechtsanzug, der befohlen wird und bei dem der abgebildete Feldanzug nur der Grundbestandteil ist. Anscheinend haben se sich ganz schön angestochen gefühlt - Weichhan ist sogar der Redaktionsleiter für Kitzingen Land:

    https://www.mainpost.de/regional/kit...h-art-10600765

    Ich überlege mir gerade, wie ich auf die Glosse reagiere und ob ich sie zu ihrem Schoppen einlade oder es gut sein lasse.

    Mein Wochenende ist jedenfalls gerettet :-)
    Geändert von DeltaEcho80 (08.05.2021 um 17:55 Uhr)

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  3. #2
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Solche Reaktionen von Journalisten oder deren Redaktionen sind der Grund, warum ich es mir schon länger abgewöhnt habe, noch Leserbriefe zu schreiben. Es bringt einfach nichts, man macht sich unnötige Arbeit und verschwendet Zeit. Sorgfältige Recherche und objektive Berichterstattung sind leider heute eine Seltenheit geworden.
    Was allenfalls noch eine Reaktion hervorruft, ist das Abbestellen einer bisher abonnierten Zeitungen mit einem entsprechenden Begleitschreiben - am besten mit einem größeren Verteiler an alle nur irgendwie im Impressum der Zeitung oder deren Website eruierbaren Ansprechpartner.

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    spanier (09.05.2021)

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  6. #3
    Cold Warrior Avatar von Thunderhorse
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    Standard

    Solch Unwissen ist bei der Presse ja weit verbreitet.
    Gilt auch für so manchen "Fachautor" von Fachzeitschriften.
    Selbst wenn man hier vor einem Beitrag explizit auf Deteils hinweist um Fehlinformationen (die schon in der VErgangenheit vorgekommen sind) zu vermeiden,
    kommen immer wieder Stilblüten heraus.


    P.S.:
    Vielleicht hat der Autor durch seine Glosse ja was für sich mitnehmen können an Informationsgewinn.
    Dann wäre der Hinweis an der Redakteur ein Volltreffer!

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  8. #4
    Cold Warrior
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    Avatar von DeltaEcho80
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    Zitat Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen

    P.S.:
    Vielleicht hat der Autor durch seine Glosse ja was für sich mitnehmen können an Informationsgewinn.
    Dann wäre der Hinweis an der Redakteur ein Volltreffer!
    Das ist auch mein kleines Fünkchen Hoffnung, welches ich noch habe.

    Aber ja, es ist ein Trauerspiel mit der Presse. Selbst die MainPost pflastert ihre Online-Auftritte und auch ihre Print-Ausgaben von vorne bis hinten mit Werbung zu. Man merkt, dass es nichts zu schreiben gibt. Man hat es ja nicht mal für nötig befunden, direkt auf meine Email zu antworten - sondern schreibt gleich diesesn Kommentar. Wieder was gelernt...

    Ich habe allerdings mit einigen Tagen Abstand über das Wochenende für mich entschieden, dass ich es gut sein lasse und nicht mehr reagiere.

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  10. #5
    Rekrut Avatar von messu
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    Standard

    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Liebes Forum, zum Wochenende ein kleines Possenstück: was passiert, wenn man die von sich selbst bis an die Grenze der Arroganz überzeugten Lokalredakteure einer Provinzzeitung wie der MainPost sachlich und höflich darauf hinweist, dass sie sachlich falsche Berichte schreiben, seht ihr hier.
    Zitat Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Solche Reaktionen von Journalisten oder deren Redaktionen sind der Grund, warum ich es mir schon länger abgewöhnt habe, noch Leserbriefe zu schreiben. [...] Sorgfältige Recherche und objektive Berichterstattung sind leider heute eine Seltenheit geworden.

    Was allenfalls noch eine Reaktion hervorruft, ist das Abbestellen einer bisher abonnierten Zeitungen mit einem entsprechenden Begleitschreibe.
    Zitat Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Aber ja, es ist ein Trauerspiel mit der Presse. Selbst die MainPost pflastert ihre Online-Auftritte und auch ihre Print-Ausgaben von vorne bis hinten mit Werbung zu. Man merkt, dass es nichts zu schreiben gibt. Man hat es ja nicht mal für nötig befunden, direkt auf meine Email zu antworten - sondern schreibt gleich diesesn Kommentar.
    Liebe Forenkollegen, ich verstehe euren Frust, finde eure Argumentation als jemand, der beide Seiten kennt (BW als Wehrpflichtiger, Tageszeitung als beruflicher Hintergrund), aber ehrlich gesagt wenig konstruktiv. Wenn ihr dem Zeitungsreporter (nicht ganz zu unrecht) wenig Kenntnisse über die Bundeswehr und ihre Uniformen vorwerft, stelle ich fest, dass ihr wenig Kenntnis über die Arbeitsweisen und Zwänge einer Redaktion im Jahr 2021 habt. Und das ist gar nicht als Vorwurf gemeint, sondern als Bestandsaufnahme zweier Welten, die nur noch wenige Berührungspunkte haben.

    Wer in der Bundeswehr gedient hat, kennt die organisationsspezifische Fachsprache. Ich sage nur: "AküFiBw". Eine Tageszeitung ist allerdings kein Organ der Truppeninformation, sondern richtet sich an eine breite Leserschaft. Das Hauptaugenmerk liegt hier also bei der Allgemeinverständlichkeit, bei der Formulierung der Texte wird in der Regel darauf geachtet, "Amtsdeutsch" zu vermeiden. Das schreckt viele Leser ab. Wäre also Quatsch, in der Zeitung von - ich übertreibe hier mal bewusst in die andere Richtung - "Feldanzug, 3-Farb-Tarndruck" oder ähnlichem zu schreiben.

    "Auslandskampfanzug" ist sicher nicht richtig, aber jeder weiß doch, was gemeint ist. Fragt mal Presseoffiziere, welche Sprache sie in der externen Medienkommunikation verwenden sollen. Gegenüber der außermilitärischen Öffentlichkeit würde doch keiner vom "KOM" (Kraftomnibus) sprechen, sondern einfach vom Bus. Und auch die 2-, 5-, 7-, 10-Tonner sind am Ende Lkw. Ich denke doch, dass es darum geht, dass die Sache am Ende allgemeinverständlich rüberkommt und auch außerhalb der Organisation verstanden wird.

    "Delta", ich glaube, ein freundlicher Hinweis wäre besser angekommen als eine "spitz" formulierte Mail. Denn dann wird das in der Regel auch richtiggestellt (sollte zumindest). So kann ich mir vorstellen (kenne natürlich Deine Mail nicht), dass es als "Erbsenzählerei" von "Kommissköppen" empfunden wird und man das ein wenig durch den Kakao ziehen möchte - so berechtigt die Kritik auch sein mag. Ich denke, hier wird sich eher über die organisationsspezifische Fachsprache lustig gemacht als über Dich und Dein Anliegen.

    Dass man nichts mehr zu schreiben habe und alles voller Werbung ist, darüber kann ich nur müde lächeln. Dadurch, dass keine Veranstaltungen stattfinden können, die sonst ein erhebliches Stück des Lokalteils füllen, erfordert das Zeitungsmachen derzeit einen erheblichen Mehraufwand und mehr eigenrecherchierte Artikel, bei denen es mit "eben mal hinfahren, Bildchen machen und dazu etwas texten" nicht getan ist. Das alles bei sinkenden Auflagen, durch die Corona-Krise stark zurückgegangenen Anzeigenerlösen und dadurch immer weniger Personal für immer mehr Aufgaben (Anzeigenerlöse haben früher zu 50 Prozent die Tageszeitung finanziert, die anderen 50 Prozent kamen über die monatlichen Zahlungen der Abonnenten. Ohne Werbung geht es auch, dann würde die Zeitung aber das Doppelte kosten).

    Am Ende ist genau das der springende Punkt und mittlerweile ein Riesenproblem: Durch mehr Arbeit auf weniger Schultern leidet zwangsläufig die Qualität. Und wenn die Leute darauf reagieren wie "Nemere", der dann Abo-Kündigungen empfiehlt, führt das zur nächsten Sparrunde - mit Folgen, die ihr euch vorstellen könnt. Irgendwann führt das dazu, dass es gar keine lokale Berichterstattung mehr gibt (schaut euch mal an, wie die Presselandschaft in weiten Teilen Ostdeutschlands aufgestellt ist). Immerhin braucht ihr euch dann nicht mehr über arrogante Zeitungsmacher aufzuregen.

    Ist jetzt ziemlich lang geworden, führt auch etwas vom Thema weg, musste ich aber unbedingt mal loswerden, nachdem ich zwei Nächte drüber geschlafen habe. Wer es bis hierhin gelesen hat: Vielen Dank.

  11. Folgender Benutzer sagt Danke zu messu für den nützlichen Beitrag:

    DeltaEcho80 (11.05.2021)

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  13. #6
    Cold Warrior Avatar von Nemere
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    Zitat Zitat von messu Beitrag anzeigen
    "Delta", ich glaube, ein freundlicher Hinweis wäre besser angekommen als eine "spitz" formulierte Mail.
    .....
    Und wenn die Leute darauf reagieren wie "Nemere", der dann Abo-Kündigungen empfiehlt, führt das zur nächsten Sparrunde - mit Folgen, die ihr euch vorstellen könnt.
    Tut mir leid, dieser Argumentation kann ich nicht folgen. Die Zeitung ist letztlich ein Dienstleistungsbetrieb. Wenn Kritik dort, auch wenn sie vielleicht etwas übertrieben ist, nicht ernst genommen wird, sondern öffentlich ins Lächerliche gezogen wird, dann verzichte ich auf diese Zeitung in Zukunft.

    Genauso handle ich, wenn mir der Stil oder die Ausrichtung der Zeitung nach längerer Prüfung irgendwann nicht mehr zusagt. Es gibt Blätter, die ich inzwischen wirklich nicht mehr mag, obwohl ich sie früher sehr gerne gelesen habe.

    Über das Zeitungssterben könnte man jetzt lange philosophieren, hängen doch die meisten Lokalzeitungen an irgendwelchen größeren Zeitungsverlagen dran und sind von daher längst nicht mehr selbständig agierend.

    Eine wirklich ausgewogene Presselandschaft gibt es nach meinem Eindruck seit Jahren nicht mehr, alles schreibt mit mehr oder weniger leichten Abweichungen entlang eines Mainstreams. Um eine andere Sicht auf manche Dinge zu erhalten, habe ich mir angewöhnt, ab und zu auf die Auslandspresse auszuweichen, z.B. auf die "NZZ". Natürlich werden dort keine regionalen Probleme behandelt, aber für die übergreifenden Themen der Zeit ist es wirklich angenehm, auch nicht deutsche Zeitungen heranzuziehen.

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    DeltaEcho80 (11.05.2021), messu (11.05.2021)

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  16. #7
    Rekrut Avatar von messu
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    Danke für die Rückmeldung, diese Argumentation kann ich nachvollziehen.

    Persönlich finde ich übrigens auch, dass "Delta" eine Rückmeldung verdient hätte. Und wenn ich mir Arbeit gemacht hätte, um auf Fehler hinzuweisen, wäre ich an seiner Stelle wahrscheinlich auch verärgert, wenn das so durch den Kakao gezogen wird. Mit meinem Post wollte ich nur daran erinnern, das Thema mal von beiden Seiten zu betrachten. Supergut gelaufen ist das sicher so nicht.

    Klar, dass sich Stil und Ausrichtung von Zeitungen oder Medienbetrieben ändern können, und das nicht nur zum Positiven. Medien kann man heute nicht mehr machen wie zu Vor-Internet-Zeiten. Aber dadurch, dass die Verlage um die Jahrtausendwende ihre aufwendig recherchierten Inhalte quasi verschenkt haben, ist es heute schwierig, Nutzer zu überzeugen, für die Angebote doch monatlich zu zahlen, obwohl ja auch niemand auf die Idee käme, beim Bäcker seine Semmeln kostenlos zu verlangen. Ohne Einnahmen werden solche Angebote aber einen schleichenden Tod sterben. Manche Betriebe haben ihre Arbeitsabläufe, Erscheinungsweise und Ausrichtung so weit reformiert, dass insbesondere viele Leser der gedruckten Zeitungen den Eindruck haben, auf der Strecke zu bleiben. Sie kündigen ihre Abos oder sterben.

    Das Problem: Diese Entwicklung drehen wir nicht mehr zurück und das ist schlecht, sowohl für Medienleute als auch für Leser/Nutzer. Es führt dazu, dass immer weniger Journalisten immer mehr Plattformen (Zeitung, Internet, Soziale Medien) in immer kürzerer Zeit beliefern müssen und darunter dann am Ende die Qualität leidet, wenn man alles weiter in gleichem Umfang bedienen will. Oder man reduziert das Angebot, um die Arbeit mit dem verfügbaren Personal in vertretbarer Qualität zu schaffen - und dadurch fällt dann ein Teil der lokalen Berichterstattung weg. Dass das nicht gut ist, darüber sind wir uns sicher einig.

    "Ausgewogene Presselandschaft" ist ein anderes Thema, das sicher zu ausufernd für diese Plattform wäre. Deine Meinung interessiert mich natürlich trotzdem, Näheres gern per PM. Grundsätzlich empfehle ich, sich aus möglichst verschiedenen - glaubwürdigen - Quellen zu informieren, um sich daraus eine Meinung zu bilden. Wer das ernsthaft betreibt, setzt sich auch mit Produkten auseinander, die nicht unbedingt der eigenen politischen Ausrichtung entsprechen.

    Ich mache an dieser Stelle mal Schluss, bevor es in eine Grundsatzdiskussion mündet. Vom Rückkehrerappell sind wir jetzt doch ziemlich weit abgekommen.

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    DeltaEcho80 (11.05.2021), Nemere (11.05.2021)

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  19. #8
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    Lieber messu,

    Danke für deine Reaktionen. Ich wollte dich natürlich nicht auch noch um den Schlaf von gleich 2 Nächten bringen :-)

    Auch ich habe beruflich fast täglich mit der MainPost zu tun und ja, ich kenne die von dir beschriebenen Vorgänge, Umstände und Abläufe in der Zeitungsredaktion. Komischerweise stehe ich mit der Redaktion Schweinfurt Land der MainPost in einem immer sehr konstruktiven Austausch.

    Was mir auffällt ist - und das meine ich mit "nichts zu schreiben" - sobald ich für mein Unternehmen eine Pressemeldung an die MainPost gebe, ist diese manchmal fast schon zeitgleich zumindest online. Früher hat das manchmal 2 Wochen gedauert, bis man das irgendwo links tief als Randnotiz gebracht hat. Daraus schließe ich, dass man "froh" ist, Inhalte zu bekommen. Ich lasse mich aber hier gerne widerlegen.

    Was mir allerdings gewaltig aufstößt: Manche Mitarbeiter der MainPost legen eben die von mir angesprochene Arroganz an den Tag und haben ein Verhalten an sich, welches man durchaus als "von oben herab" bezeichnen kann - gerade wenn es um solche Themen wie Bundeswehr usw. geht. Gut, vielleicht auch eine Frage der politischen Einstellung eines Journalisten. Aber ich finde es dann auch wieder unerträglich, wenn man genau diese persönliche Meinung versucht, seinen Lesern als die einzig wahre Weisheit zu suggerieren. Und das kumuliert für mich eben genau in diesem Ausdruck "Auslandskampfanzug" bei einem Rückkehrerappell. Statt, dass man froh ist, dass die Jungs und Mädels gesund heim gekommen sind, suggeriert man, dass die im Ausland gekämpft haben. Einzig und alleine dieser Umstand hat mich so erzürnt.

    Ich hatte und habe nichts gegen einen sachlichen Austausch und eine konstruktive Diskussion. Dass man das aber gleich in so einer Glosse verarbeiten muss - die komischerweise NICHT hinter der Paywall liegt - ohne eine kurze Rückantwort, ist der 2. Punkt, der mich ärgert.


    "Delta", ich glaube, ein freundlicher Hinweis wäre besser angekommen als eine "spitz" formulierte Mail. Denn dann wird das in der Regel auch richtiggestellt (sollte zumindest). So kann ich mir vorstellen (kenne natürlich Deine Mail nicht), dass es als "Erbsenzählerei" von "Kommissköppen" empfunden wird und man das ein wenig durch den Kakao ziehen möchte - so berechtigt die Kritik auch sein mag. Ich denke, hier wird sich eher über die organisationsspezifische Fachsprache lustig gemacht als über Dich und Dein Anliegen
    Sicher war das Hauptaugenmerk die Bundeswehr-Bekleidungsordnung. Aber dennoch kann er sich einige Seitenhiebe nicht verkneifen. Ich habe keine Probleme damit, meine Mail hier zu veröffentlichen. Das war das, was ich geschrieben habe:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrter Herr Strecker,

    zu Ihrem Artikel über den Rückkehrerappell in der Volkacher Kaserne sei mir eine Anmerkung erlaubt:

    Auch wenn der Begriff " ... in ihrem Auslands-Kampfanzug..." sicherlich martialisch klingen mag, so ist Ihnen hier ein sachlicher Fehler unterlaufen:

    Beim gezeigten Anzug handelt es sich um den sogenannten "Feldanzug- Grundform" im Wüstentarndruck, wie er für Auslandseinsätze getragen wird. Diesen tragen die Soldaten im sogenannten Grundbetrieb in der Kaserne. Im Heimatland auch, nur dann eben im altbekannten Flecktarn.

    Einen Kampfanzug kennt die Bundeswehr übrigens generell nicht. Wenn, dann einen Gefechtsanzug. Dieser wird befohlen und besteht aus dem Feldanzug und vielen weiteren Komponenten.

    Vielleicht ist ja eine Änderung möglich, um sachlich richtig zu bleiben.

    Vielen Dank
    Ob das zu unverschämt ist, musst du beurteilen. Ich für mich war hier noch sehr entspannt - ich kann auch anders.

    Zur Werbung sei mir auch noch eine Anmerkung erlaubt: Ich habe kein Problem damit, dass eine Zeitung auch Werbung schalten muss. ABER: In der Online-Version der MainPost werden inzwischen diese zwielichtigen Anzeigen gezeigt, die nichts anderes als pures Clickbaiting sind. Da unterscheidet man sich nicht von der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben. Und ob eine ganzseitige Anzeige für natürlich Potenzmittel in der Dienstags-Ausgabe der Printversion sein muss, lasse ich mal dahin gestellt.

    Ich hoffe, ich konnte dir meine Sichtweise etwas näher bringen.

    Viele Grüße
    Dietmar

  20. Folgender Benutzer sagt Danke zu DeltaEcho80 für den nützlichen Beitrag:

    messu (12.05.2021)

  21. Direkt antworten
  22. #9
    Cold Warrior
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    Standard

    Sorry, aber...

    ZV A1-2630/0-9804 Anzugsordnung für die Soldaten der Bundeswehr - Version 2018 (ersetzte ZDv 37/10)
    • Kapitel 2 Anzugarten
    • Abschnitt 2.3 Kampfanzug
    • Unterabschnitt 2.3.2 Feldanzug, Tarndruck, Tropen bzw. 2.3.3 Feldanzug, Tarndruck, Einsatz (*)
    • Unter-Unterabschnitt 2.3.2.2 Feldanzug, Tropen, 3-Farb-Tarndruck
    • Dort: "Zusätzlich: Das Tragen von Artikeln der Zusatzausstattung Einsatz (hier: Feldanzug, 3-Farb-Tarndruck, Einsatz) ist grundsätzlich nur im Rahmen der einsatzvorbereitenden Ausbildung auf dem Weg vom bzw. zum Dienst sowie während des Dienstes und an Reisetagen in das Einsatzgebiet (EinsG) bzw. aus dem EinsG zurück erlaubt."

    (*) der Feldanzug, Tarndruck, Einsatz wird faktisch aus Elementen des Feldanzug, Tropen, 3-Farb-Tarndruck oder Feldanzug, Tropen, 5-Farb-Tarndruck, ggf. mit Zusatzausstattung, zusammengestellt und einsatz-, lage- und anlassbezogen befohlen.

    Es handelt sich also bei dem vulgo Wüstentarndruck-Feldanzug genannten Anzug um eine Variante des Kampfanzugs, die nicht für den Dienst in Deutschland, sondern nur im Einsatz (im Ausland) getragen wird. Auch in der ZDv 37/10 (letzter Neudruck 2008?) fand sich obiges übrigens auch schon im selben Abschnitt.

    Wobei wenn man "Auslands-Kampfanzug" in Google wirft natürlich nur der genannte Artikel der Mainpost und die folgende Glosse zu finden ist, da es sich eben nicht um einen alltagsgebräuchlichen Begriff handelt...

  23. Direkt antworten
  24. #10
    Cold Warrior
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    Danke für den Hinweis.

    Dann ist mein Stand veraltet, denn uns wurde immer eingetrichtert, dass es eben nicht "Kampfanzug" heisst, sondern Gefechtsanzug.

    Ausbildung zur ZDV 37/10 im Jahre 1999...

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